Agrippina

Agrippina

Dramma per musica in drei Akten

Libretto

Vincenzo Grimani

Uraufführung

26. Dezember 1709, Venedig (Teatro San Giovanni Crisostomo)

Besetzung

CLAUDIO, römischer Kaiser (Bass)
AGRIPPINA, seine Frau (Sopran)
NERONE, Agrippinas Sohn aus erster Ehe (Sopran / Countertenor)
OTTONE, General (Alt / Countertenor)
POPPEA, dessen Geliebte (Sopran)
PALLANTE, Höfling (Bass)
NARCISO, Höfling (Tenor / Countertenor)
LESBO, Claudios Diener (Bass)
GIUNONE [JUNO] (Alt)
Ein PAGE der Agrippina (stumme Rolle)

Ort

Rom

Zeit

54 n. Chr.

Haendel, Georg Friedrich

Händel [Handel, Hendel], Georg Friedrich [George Frideric]
23.2.1685 Halle - 14.4.1759 London


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Der in Krohnen erlangte Glücks-Wechsel oder Almira, Königin von Castilien (8.1.1705 Hamburg)
Die durch Blut und Mord erlangete Liebe [Nero] (25.2.1705 Hamburg)
Vincer se stesso è la maggior vittoria [Rodrigo] (1707? Firenze)
Der beglückte Florindo; Die verwandelte Daphne (1.1708 Hamburg)
Agrippina (26.12.1709 Venezia)
Rinaldo (24.2.1711 London)
Il pastor fido (22.11.1712 London)
Teseo (10.1.1713 Londo)
Lucio Cornelio Silla (2.6.1713 London)
Amadigi di Gaula (25.5.1715 London)
Radamisto (27.4.1720 London)
Muzio Scevola (15.4.1721 London) [+ Amadei, Bononcini]
Floridante (9.12.1721 London)
Ottone, Rè di Germania (12.1.1723 London)
Flavio, Rè di Longobardi (14.5.1723 London)
Giulio Cesare in Egitto (20.2.1724 London)
Tamerlano (31.10.1724 London)
Rodelinda, Regina de' Longobardi (13.2.1725 London)
Publio Cornelio Scipione (12.3.1726 London)
Alessandro [Rossane] (5.5.1726 London)
Admeto, Rè di Tessaglia (31.1.1727 London)
Riccardo Primo, Rè d'Inghilterra (11.11.1727 London)
Siroe, Rè di Persia (17.2.1728 London)
Tolomeo, Rè di Egitto (30.4.1728 London)
Lotario (2.12.1729 London)
Partenope (24.2.1730 London)
Poro, Rè dell'Indie (2.2.1731 London)
Ezio (15.1.1732 London)
Sosarme, Rè di Media (15.2.1732 London)
Orlando (27.1.1733 London)
Arianna in Creta (26.1.1734 London)
Il pastor fido [rev] (18.5.1734 London)
Ariodante (8.1.1735 London)
Alcina (16.4.1735 London)
Atalanta (12.5.1736 London)
Arminio (12.1.1737 London)
Giustino (16.2.1737 London)
Berenice (18.5.1737 London)
Faramondo (3.1.1738 London)
Serse (15.4.1738 London)
Imeneo (22.11.1740 London)
Deidamia (10.1.1741 London)
rev = Bearbeitung



ERSTER AKT
Agrippina hat vor Jahren Claudius geheiratet, um Kaiserin zu werden und Nero, ihren Sohn aus erster Ehe, auf den Thron zu bringen. Als sie die Nachricht erhält, dass Claudius während eines Feldzugs gegen Britannien ertrunken ist, gelingt es ihr, die Höflinge Pallas und Narziss für die Wahl ihres Sohnes zu gewinnen, nachdem sie versprochen hat, ihre Liebesbeteuerungen zu erhören.
Nero bittet vor dem Kapitol um die Gunst des Volkes, indem er reichlich Geld verteilt. Unterdessen versucht Agrippina die Menge zu überzeugen, dass der Kaiser tot ist. Kaum ist Nero von Pallas und Narziss zum Kaiser ausgerufen worden, ertönen Trompeten, und Lesbus meldet, dass der schiffbrüchige Claudius durch die Tapferkeit des Feldherrn Otto gerettet wurde und diesem voller Dankbarkeit das Thronerbe versprochen hat. Agrippina heuchelt Erleichterung und verspricht Otto Poppeas Hand. Lesbus überbringt Poppea die Nachricht, dass der Kaiser sie liebt und nachts besuchen will. Zufällig hört Agrippina das Gespräch mit und überzeugt Poppea, dass Otto zugunsten des Thrones auf sie verzichtet hat. Sie überredet die Empörte, ihren Geliebten beim Kaiser in Ungnade fallen zu lassen; Poppea bringt Claudius soweit, dass er seinen Retter fallen lässt.

ZWEITER AKT
Claudius zieht im Triumph in Rom ein, Pallas und Narziss erkennen endlich, dass Agrippina sie betrogen hat. Während schon alle Otto als den künftigen Kaiser feiern, wird der Feldherr von Claudius ungnädig empfangen, als Verräter bezeichnet und entlassen. Otto kann sich dies Verhalten nicht erklären, zumal ihn auch seine geliebte Poppea mit äusserster Kälte behandelt.
Poppea liebt Otto immer noch und trifft sich mit ihm im Garten; bald stellt sich heraus, dass Agrippina an ihrer Verstimmung schuld ist. Nachdem der Feldherr gegangen ist, meldet Lesbus, dass der Kaiser und auch Nero Poppea sehen wollen.
Agrippina ist besorgt, dass ihre Ränke entdeckt werden, und möchte sich ihrer Mitwisser Pallas und Narziss entledigen. Beide gehen zum Schein auf ihre neuen Pläne ein, und sie kann auch Claudius überreden, statt Otto Nero zum Nachfolger zu bestimmen.

DRITTER AKT
Poppea will sich an Agrippina rächen und gleichzeitig ihren Geliebten rehabilitieren. Sie versteckt Otto hinter einem Vorhang und empfängt Nero, der sich ebenfalls verbirgt. Kurz darauf kommt der Kaiser. Diesem redet Poppea ein, dass Nero ihr nachstellt, und schlägt als Beweis den Vorhang zurück, hinter dem Nero steht. Der wütende Kaiser weist Nero hinaus. Poppea kann Claudius davon überzeugen, dass er jetzt zunächst Agrippina besänftigen muss.
Pallas und Narziss enthüllen dem Kaiser Agrippinas Pläne, die jedoch ihren Gemahl von ihrer Unschuld überzeugt. Der Kaiser weiss nicht mehr, was er tun soll und lässt Otto, Nero und Poppea zu sich rufen. Er ordnet an, dass Poppea Nero heiraten soll. Poppea lehnt ab, weil sie Otto liebt. Nero will nicht heiraten, sondern den Thron. Claudius gibt jedem, was er wünscht. Hofstaat, Offiziere, Soldaten und Volk jubeln dem Kaiser zu, vom Himmel schwebt Juno hernieder, die allen Glück wünscht.


ACT I
When her husband, the Roman emperor Claudius (Claudio), is apparently drowned at sea, Agrippina plots for her son Nero (Nerone) to be his successor.
In fact Claudius has been saved by Otho (Ottone) and the immminent coronation of Nero is abandoned.
Otho arrives and tells Agrippina that Claudius, in gratitude, has appointed him his successor. He also tells her that he is in love with Poppea.
Agrippina, aware that Claudius also loves Poppea, tells Poppea that Otho has agreed to give her to Claudius in return for the crown. She suggests to Poppea that by telling Claudius that Otho has refused Poppea access to him, the emperor will dismiss Otho from the throne.

ACT II
Otho claims his reward from Claudius who denounces him as a traitor. He is then vilified by Agrippina, Poppea and Nero.
But Poppea begins to doubt his guilt, and eventually Otho convinces her of his innocence.
Agrippina then tells Claudius that Otho is plotting against him and persuades him to appoint Nero emperor.

ACT III
Poppea explains to Claudius that whereas she once thought Otho had betrayed him, it was in fact Nero, whom she then reveals hiding behind a curtain in her room. Claudius dismisses his stepson, who informs his mother of Poppea's treachery.
Agrippina confronts Claudius, berates him for succumbing to Poppea's influence, and claims that Otho loves Poppea, thereby forcing Claudius to summon all three.
He orders Nero to marry Poppea and leaves the succession with Otho, who requests that he might forgo the crown for Poppea's hand in marriage. Claudius agrees, and blesses Poppea and Otho's marriage.


Personen:
CLAUDIO, römischer Kaiser (Bass)
AGRIPPINA, seine Frau (Sopran)
NERONE, Agrippinas Sohn aus erster Ehe (Sopran / Countertenor)
OTTONE, General (Alt / Countertenor)
POPPEA, dessen Geliebte (Sopran)
PALLANTE, Höfling (Bass)
NARCISO, Höfling (Tenor / Countertenor)
LESBO, Claudios Diener (Bass)
JUNO (Alt)
Ein PAGE der Agrippina (stumme Rolle)



ERSTER AUFZUG

ERSTE SZENE
Agrippinas Privatgemächer

Rezitativ

AGRIPPINA
Nero, lieber Sohn! Dies ist die Zeit,
in der du dein Glück
beim Schopfe packen und festhalten kannst;
das günstige Geschick
reicht dir heute die Kaiserkrone.
Dir enthülle ich, was allen
noch verborgen ist.
Nimm, lies! Und was ich
für dich beschloss, sollst du erfahren.

NERO
liest die Nachricht
Mit schwerem Herzen und trauerndem Blick
sende ich Euch diese Nachricht, Herrscherin;
im Meeressturm in grosser Gefahr
versank der römische Adler.
Claudius, Euer Gemahl,
unser aller Gott, litt den Tod.“
Claudius tot? Was lese ich!

AGRIPPINA
Verwaist ist der römische Thron,
und du sollst ihn an seiner Stelle besteigen.
Kurz vor deinem einundzwanzigstem Jahr
hast du nun die Reife für die Herrschaft.
An diesem schicksalhaften Tag soll Rom
dein Haupt mit dem Kaiserlorbeer krönen.

NERO
Was soll ich tun?

AGRIPPINA
Höre!
Verbirg, was du weisst,
lege allen Hochmut ab, übe Demut,
geh unter die Menge, bescheiden höre jeden an;
unter den Armen verteile Goldmünzen,
die du verborgen hältst;
bedaure ihr Geschick.
Und ob in deinem Herzen sich Rachegefühle regen
oder Liebe brennt,
verbirg sowohl das eine als das andere.
Lass dich nicht von Gefühlen leiten.
Willst du regieren, so widerstehe jeder Versuchung.
Vor dem Willen zur Macht beugt sich das Recht.

NERO
Dein weiser Rat
Mutter, soll mich stets leiten.

AGRIPPINA
Nun gehe. Sogleich befolge,
was ich aus Liebe verfüge;
ein verlorener Augenblick
vermag den grössten Plan zu zerstören.

Arie

NERO
Durch deinen weisen Rat
werde ich den Thron besteigen.
Mehr als der Kaiser wird dich,
Mutter, der Sohn verehren.

ZWEITE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
Für solch grosses Ziel
muss alles bereit sein. Ich merke wohl,
dass Narziss und Pallas,
aus Liebe oder aus Kalkül,
insgeheim mein Herz zu erobern hoffen.
Was ich verachte,
sei nun aus List begrüsst.
Man rufe Pallas!
Ein Page holt Pallas
Nun seien Geschick und List in meinem Dienst.
setzt sich in nachdenklicher Haltung

DRITTE SZENE

PALLAS
Auf einen Wink von Euch
ist hier der treue Pallas, Kaiserin.
(Sie verbirgt ihr liebliches Antlitz,
und gedankenverloren antwortet sie mir nicht?)
Ihr kennt mein Herz, Kaiserin,
Ich bin Euch treu ergeben, und Ihr wisst,
wie treu ich bin, wie standhaft.

AGRIPPINA
Ach Pallas, Pallas!

PALLAS
Und warum
seufzt Agrippina?
Stünde es nur in meiner Macht,
Euer Leiden zu lindern.

AGRIPPINA
Ach Pallas, Pallas!

PALLAS
(Was bedeutet dies? Nur Mut!)
Euer ergebener Pallas bin ich.
Mein Herz steht
in Euren Diensten...

AGRIPPINA
Dein Herz?

PALLAS
Ja, Königin, mein Herz,
und mit meinem Herzen alles, was Ihr begehrt …

AGRIPPINA
Ja, ja, ich verstehe. Wie dein Herz,
so dient mir dein Schwert.

PALLAS
Mein Schwert, mein Arm, meine ganze Seele...

AGRIPPINA
Deine Treue gefällt mir.

PALLAS
Ach, wäre mir nur erlaubt,
meine Gedanken auszusprechen!

AGRIPPINA
So sprich, enthülle deine Gedanken.

PALLAS
Ich fürchte ...

AGRIPPINA
Hab keine Angst.
(Jetzt gilt es, listig zu sein.)

PALLAS
Seit langem hege ich eine Liebe,
die mich verzehrt,
och aus natürlichem Respekt...

AGRIPPINA
Nicht weiter, genug hast du gesagt.

PALLAS
Ich bitte um Verzeihung für meine Liebe.

AGRIPPINA
Es genügt, dass ich gehört und verziehen habe.
Zu anderer Zeit sei mehr dazu gesagt.
Pallas, dir sei offenbart,
was allen anderen verborgen.
Claudius ist tot.

PALLAS
Claudius?

AGRIPIINA
Das Heer, das Volk,
sie warten auf den Nachfolger.
Geh zum Kapitol,
versammle die Parteien,
und in dem Augenblick,
in dem ich des Kaisers Tod verkünde,
jubele sogleich Nero zu;
wird erst mein Sohn regieren,
so regiert mit Agrippina auch Pallas.

Arie

PALLAS
Mein glückliches Geschick
steigt heute von den Sternen zu mir herab,
es erscheint heute in deiner Gestalt,
denn in dir allein, verehrte Schöne,
erstrahlt mir mein Stern
zu meiner Treue Ruhm.
ab

VIERTE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
Nun, da Pallas gewonnen ist,
werde ich auch Narziss gewinnen.
Heda, Narziss soll kommen!
Ein Page holt Narziss.
Mit List bekommt man, was man begehrt.

FÜNFTE SZENE

NARZISS
Euch zu Diensten...

AGRIPPINA
Schon gut! Ein Geheimnis ist der Grund,
dass ich dich rufe;
du allein sollst der Schmied
eines grossen Werkes sein, Und dir
vertraue ich an, was bis heute verborgen war.

NARZISS
Seid meiner Treue stets versichert.

AGRIPPINA
Doch kenne ich nicht deine wahren Gefühle.
Entdecke sie mir.

NARZISS
Ach, kaiserliche Hoheit,
was ich sagen möchte, ist nicht gestattet.

AGRIPPINA
Alles sei dir erlaubt zu sagen.

NARZISS
Wenn Ihr frei zu sprechen mir erlaubt,
so sage ich denn, dass ich Euch liebe.

AGRIPPINA
Welch ein Mut!

NARZISS
Zu Euren Füssen!
Ich bitte...

AGRIPPINA
Was bittest du?

NARZISS
Dass Ihr Mitleid mit mir empfindet.

AGRIPPINA
Stehe auf. Und lass dies mein Mitleid sein, dass ich
dich angehört und dir verziehen habe.

NARZISS
Da Ihr nun meine Liebe kennt, bin ich glücklich.

AGRIPPINA
Wie sehr ich dir vertraue.
Lies!

NARZISS
Himmel, was lese ich?

AGRIPPINA
Es ist nun vonnöten,
Agrippina die Herrschaft
zu sichern.
Geh hin, wo Volk und Soldaten
versammelt sind; dort warte,
bis ich die schicksalhafte Nachricht verkünde;
geschickt bringe dann
Neros Namen unter das Volk,
Bestimmt der Himmel Nero heute für den Thron,
wird Narziss mit Agrippina herrschen.

Arie

NARZISS
Ich eile geschwind, und das beglückte Herz
sieht der Freude entgegen.
Fliegen will ich von Ort zu Ort
auf den Flügeln meiner Liebe,
und mit feuriger Glut
will ich gewähren, was du begehrst.
ab

SECHSTE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
Das Schicksal will es,
ich will es, ich!
Keine Zeit mehr vergeudet! Voran, voran!
Ruhm erlangt, wer mit List zu Werke geht.

Arie

AGRIPPINA
Meine Seele hofft, in den Stürmen
ihre Ruhe wiederzufinden.
Mit Beharrlichkeit bin ich gewappnet;
das süsse Bild der Herrschaft vor Augen,
gereicht auch das grösste Unheil
zur Erquickung.

SIEBENTE SZENE

Platz vor dem Kapitol.

Arioso

NERO
umringt vom Volk, Geschenke verteilend
Welche Freude ist es dem gütigen Herzen,
den Armen Linderung zu bringen.

Rezitativ

NERO
Nimm auch du, nimm.

Arioso

NERO
Und doch betrübt es mich,
dass unter allem Volke hier
keine eifrige Seele sich befindet,
die eure Lage bedauert.

Rezitativ

NERO
Meine Freunde. ich umarme euch.
Oh wie gern
litte ich für euch
die harte Armut!
(List und Verstellung sind mir zu Diensten.)

ACHTE SZENE

PALLAS, NARZISS
Hier ist der künftige Kaiser von Rom.

PALLAS
(So macht man sich verdient.)

NARZISS
(So werde ich seine Gunst erringen.)

PALLAS
Hier, Herr,
wird Eure Tugend offenbar.

NARZISS
Deine Güte waltet hier,
sie vereinigt Herzen, Ruhm und Ehre.

NERO
Ach Pallas, ach Narziss!
Es schmerzt mich, dass meine Stellung
mir nicht mehr zu tun erlaubt.
Allen Bedürftigen möchte ich helfen,
denn Mitleid ist die vornehmste Tugend der Götter.
(Mutter, ich halte mich an dein Gebot,
mich zu verstellen, um Kaiser zu werden.)

PALLAS
Hier kommt Agrippina.

NARZISS
Und in Begleitung
von Volk und Würdenträgern.
Eine wichtige Angelegenheit führt sie hierher.

PALLAS
Weisst du vielleicht davon?

NARZISS
Was es auch sei, ich weiss es nicht.

NARZISS, PALLAS
(Mir allein hat Agrippina es offenbart).

NERO
(Dies ist der Schicksalstag
meines Lebens.)

NARZISS, PALLAS
{Bald wird das göttliche Wesen mein sein.)

NEUNTE SZENE

AGRIPPINA
nimmt auf dem Thron Platz
Euch, die ihr mit Liebe,
Weisheit und Stärke
die Geschicke
des grossen Roms führt, bringe ich
eine unglückselige Nachricht.
Freunde, Claudius ist tot;
das unbarmherzige Meer, das dem Land
einen solchen Schatz missgönnte,
hat ihn uns geraubt.
Der römische Thron ist verwaist.
Sie steigt vom Thron herab
Kraft eures Amtes
mögt ihr einen Kaiser bestimmen;
er sei gerecht, gütig und barmherzig,
wie Rom es verdient und ich es wünsche.

Quartett

PALLAS
Euer Sohn ...

NARZISS
Euer Nachkomme …

NARZISS, PALLAS
... allein verdient Zepter und Krone.
Es lebe Nero, er lebe!

AGRIPPINA
Es lebe Nero, er lebe!
Komm, mein Solin, besteige den Thron,
komm, Kaiser von Rom!

NERO
Meine Seele ist voller Freude.
Der Thron ist erlangt, man wird mir das Haupt
mit Lorbeer kränzen.

Agrippina und Nero besteigen den Thron

Rezitativ

AGRIPPINA
Was bedeutet der freudige Klang der Trompeten?

ZEHNTE SZENE

Arietta

LESBUS
Freut euch! Freut euch!
Claudius erreicht den Hafen Antiums.
Das Meer, das ihn verschlingen wollte,
ward von Otto bezähmt.

Rezitativ

PALLAS
Was hör ich!

NARZISS
Grausamer Himmel!

AGRIPPINA
Heimtückisches Geschick!

NERO
Gibt es auf Erden einen Unglückseligeren als mich?

AGRIPPINA
Lass das schmerzliche Schicksal, mein Sohn,
dich nicht beunruhigen.
Du wirst den Thron besteigen,
den du verlassen hast,
(Wenn jemals List vonnöten war,
so muss sie jetzt gebraucht werden.)
Welches Glück erquickt mein betrübtes Herz:
Claudius ist zurückgekehrt
und mit ihm das Glück Roms;
solch frohe Nachricht
muss gefeiert werden!

CHOR
Es lebe Claudius, er lebe!

NARZISS
(O entschwundenes Glück!)

PALLAS
(Meine Hoffnung ist zerschlagen!)

NERO
(Grausamer Himmel, betrügst du mich so?)

LESBUS
Herrin, der tapfere Otto kommt zu Euch,
der dem Meeresschlund den Kaiser entrissen
und ihn dem Thron zurückgegeben.

AGRIPPINA, NERO, NARZISS, PALLAS
(Er ist die grausame Ursache meiner Qual).

LESBUS
(Geschwind eile ich zu Poppea als Liebesbote,
um ihr Claudius' Herz zu offenbaren.)

ELFTE SZENE

OTTO
Zu Euren Diensten, Kaiserin,
kehre ich freudig aus schwerem Kampfe zurück.
Kaum war der Brite geschlagen
und zeugte das Meer von unserm grossen Sieg,
als rachedurstig der Ozean mit Stürmen
Rom den Sieg zu entreissen suchte.
Unsere Schiffe widerstanden nicht den Wellen,
die uns an die Klippen trieben
und uns unter sich begruben.
Auch waren die verräterischen Wogen dem Kaiser
nicht holder als dem gemeinen Plebejer,
und zogen selbst ihn hinab,
bis alle glaubten, er sei tot.
Doch das gütige Schicksal
verlieh meinem Arm die Kraft,
ihn dem Verderben zu entreissen.

AGRIPPINA
Für deine Heldentat
schulden Claudius, Rom und Agrippina
dir alles, und von der kaiserlichen Seele
soll dir grösster Lohn zuteil werden.

OTTO
Der dankbare Herrscher
hat mir weit mehr
als mein Verdienst vergolten:
Er bestimmte mich für den Kaiserthron.

NARZISS, PALLAS
(Was hör ich, oh Himmel!)

AGRIPPINA
(Kaiser?)

NERO
(Ach, welch ein Schmerz!)

OTTO
Bei Sonnenaufgang
wird Rom seinen Claudius im Triumphe sehen,
und vor Volk und Senat
wird er die Ehre verkünden, die mir zuteil wird.

AGRIPPINA
Ehre, die dir gebührt.

PALLAS
So wird Otto...

NARZISS
Er wird Kaiser sein?

AGRIPPINA
(Erst will ich sterben!)

NERO
(Ach, Eifersucht!)

OTTO
zu Agrippina
Wenn Ihr erlaubt, Herrin,
will ich Euch ein Geheimnis anvertrauen,
von dem allein
mein ganzes Glück abhängt.

AGRIPPINA
(Mit Vorsicht will ich lauschen.)
Ihr anderen möget gehen.

Vertraue dich mir an, eröffne mir
den Wunsch deines Herzens.

NARZISS
(Grausames Los!)

PALLAS
(Seltsames Geschick!)

NERO
(Ach, grausames Schicksal!)

Nero, Narziss und Pallas ab

ZWÖLFTE SZENE

OTTO
Herrscherin, ich liebe Poppea;
Thron und Zepter gelten mir nichts,
wenn ich fern hin von meiner Angebeteten,
der mein Leben gilt;
in Euren Händen liegt heute mein Glück.

AGRIPPINA
So nähre dein Herz die Liebe
zu der werten Schönen,
wie meines dir Hilfe verspricht.

OTTO
Oh edelmütige und grosse Spenderin
der Gnade und des Glücks,
tief stehe ich in Eurer Schuld!

AGRIPPINA
(Claudius liebt Poppea, das ist mir bekannt;
ich hoffe, dass mein Plan gelingt).

Arie

AGRIPPINA
Du bist würdig
den Lorbeer zu tragen.
(Doch mein Herz
vergeht vor Zorn.)
Mit der Liebe,
die im Herzen brennt,
wird süsse Leidenschaft
Einzug halten.

DREIZEHNTE SZENE

Rezitativ

OTTO
Das höchstersehnte Ziel geht in Erfüllung,
oh Fortuna! Um mein Glück zu vollenden,
fügt Amor dem Thron
ein göttliches, geliebtes Antlitz hinzu.

Arie

OTTO
Verführerisches Hoffen,
trüge meine Seele nicht!
Mir scheinbar wohlgesonnenes Geschick,
wende nicht dein schönes Gesicht!

VIERZEHNTE SZENE
Poppeas Gemach

Arie

POPPEA
vor dem Spiegel
Liebliche Perlen, zarte Blüten,
schmückt mir die Stirn!
Vergrössert die Schönheit
meiner Anmut.
Denn in den Männern Liebe zu wecken,
ist meines Herzens Lust.

Rezitativ

POPPEA
Otto, Claudius und Nero
haben ihre Liebe offenbart.
Die Leidenschaft betört einen jeden von ihnen;
doch sie wissen noch nicht,
ob ich es ernst meine oder mich verstelle.

FÜNFZEHNTE SZENE

LESBUS
Herrin, oh meine Herrin!

POPPEA
(Da kommt Claudius' Diener.
Die Verstellung der Liebe sei weiter zu Dienst.)
Treuer Diener, welchen Trost
bringt mir dein Anblick. Und welch glückliche
Nachricht bringst du von Claudius?

LESBUS
In der Gefahr auf dem Meere,
mehr als fürs eigene Leben,
sorgte Claudius sich um dich.
Alle riefen die Götter an,
nur er betete zu Poppea.

POPPEA
Ach, lieber Lesbus, kaum finde ich Worte des
Ausdrucks der schlimmen Sorge meines Herzens
ob der schmerzlichen Trennung.
Kaum verging ein Augenblick,
da ich nicht an ihn dachte.
(Mein Herz, du weisst, wie meine Zunge lügt.)

SECHZEHNTE SZENE

LESBUS
Ich überbringe eine freudige Nachricht.

AGRIPPINA
beiseite
(Der Diener ist hier, aufgepasst!)

POPPEA
Was gibt es?

LESBUS
Allein und im Verborgenen
wird Claudius in dieser Nacht
zu dir kommen.

POPPEA
Himmel, was höre ich!)
Doch Agrippina?

LESBUS
Keine Angst, Herrin.
Ich werde überall
dein wachsamer Diener sein.

POPPEA
Was soll ich nur tun?

LESBUS
Die Stunde nähert sich;
er erwartet mich im nahen Palast.
Nur ein Augenblick des Zögerns
ist schmerzvoll für ein liebendes Herz.

POPPEA
Er komme, doch soll er wissen,
dass mein Herz, wiewohl ihm zugetan,
immer rein ist; ich empfange ihn als Herrscher,
nicht als Geliebten.

LESBUS
Das geht mich nichts an; ich gehe, lebt wohl!

AGRIPPINA
Das Schicksal ist mir günstig!)

SIEBZEHNTE SZENE

POPPEA
Warum nur kommt der gute Otto nicht
statt Claudius zu mir? Er wäre willkommener
dem liebenden Herzen;
doch kommt stets spät, was man ersehnt.

Arie

POPPEA
Die Liebe ist ein Feuer,
das ins Herz dringt,
doch wie, das weiss man nicht.
Es entzündet sich langsam,
doch dann brennt es lichterloh
und verzehrt dich.

ACHZEHNTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
(Doch da ist Agrippina.
Was mache ich, wenn Claudius kommt.
Ach, welch ein Schmerz!)

AGRIPPINA
Poppea, du weisst, ich bin dir zugetan, und ich teile
mit dir deine Sorgen und Freuden.

POPPEA
(Erscheint Claudius, mag der Himmel mir helfen.)

AGRIPPINA
(Ich hoffe, der dreiste Betrug hat bald ein Ende.)
Sag mir ohne Scheu, liebst du Otto?

POPPEA
Ach, Agrippina, ich wage es nicht zu sagen.

AGRIPPINA
Vertraue mir die Gefühle
deines Herzens an.

POPPEA
Es ist wahr, ich liebe ihn.

AGRIPPINA
Wisse, dass er dich verrät;
er weiss, dass Claudius
deine Schönheit verehrt,
und macht sich dies infam zunutze;
um dem dunklen Trachten seines Herzens
nachzugeben, trat er dich an Claudius ab,
und das glückliche Kapitol
wird ihn heute zum Kaiser ausrufen.

POPPEA
Und das ist wahr?

AGRIPPINA
Ich versichere es dir;
und zum Beweis für meine Worte
wird Claudius noch in dieser Nacht
im Schatten der Dunkelheit zu dir kommen.

POPPEA
(Agrippina weiss alles!)

AGRIPPINA
Höre: Claudius
wird bald kommen.
Bereite deine Rache vor.

POPPEA
Was soll ich tun'?

AGRIPPINA
Senke Eifersucht
in Claudius' Herz.
Stelle dich betrübt,
dass der stolze Otto
nun kühn dich zwingt,
ihn nicht wiederzusehen
und dich selbst begehrt;
damit er ihn fallen lässt,
betöre und umwerbe ihn,
und verlangt er Liebe,
so versprich sie;
weine, seufze und bitte;
doch verweigere ihm alles,
bis er sich deinem Willen beugt.

POPPEA
So will ich es tun; doch wenn er zustimmt,
die Früchte meiner Versprechen geniessen will,
und ich bin wehrlos und allein ?
wie entrinne ich der grossen Gefahr?

AGRIPPINA
Folge meinem Rat ohne Furcht.

Arie

AGRIPPINA
Ich fühle etwas im Herzen,
das statt Schmerz
Freude verlangt.
Doch das Herz, gewohnt an Furcht,
vernimmt die Stimmen der Freude
noch nicht.
Oh trügerischer Gedanke,
glaubt es ihnen?

NEUNZEHNTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
O Himmel, welche Ereignisse
rauben mir den Seelenfrieden! Otto, Otto,
sind das deine Versprechungen, deine Schwüre?
Verletzt du so das Herz,
das in edler Tugend und Liebe
für dich schlug?
Betrügst du so zum Zwecke
eitlen Ruhms die Treue,
die du mir schuldetest,
und machtest mich, um deine Ziele zu verfolgen,
unbesonnen zum Opfer deiner Wünsche?

Arie

POPPEA
Tu was du willst,
ich werde deinen Hohn
nicht dulden.
In meiner Brust
werden Zorn und Rache erwachen.

ZWANZIGSTE SZENE

Rezitativ

LESBUS
Niemand zu sehen. Meine Herrin,
Claudius ist hier. Kommt ohne Furcht;
alles ist still.
Nicht einmal ein säuselndes Lüftchen ist zu hören;
Ich will der Hüter Eurer Freuden sein.

EINUNDZWANZIGSTE SZENE

Arie

CLAUDIUS
Ich komme, euch wiederzusehen,
ihr lieblichen Augen, geliebte Sterne;
die müde, euch zu lieben,
weihe ich euch Seele und Herz.

Rezitativ

CLAUDIUS
Doch, oh Himmel, betrübt und verwirrt,
sagst du mir nichts?
Was quält dich?
Meine aufrichtige Liebe
blieb dir nicht verborgen.
Warum verschweigst du die Sorge deines Herzens?
Rede, Teure, antworte mir!

POPPEA
Wenn ich dir den Grund meines inneren Leidens
entdecken soll, so wisse... Doch, Himmel,
Sie gibt vor zu weinen
diese Herzensseufzer, vermischt mit Tränen,
erlauben es kaum, dass sich Worte
auf Lippen bilden,
die Bitterkeit erfahren haben.
So zu lügen, lehrt mich die Rache.)

CLAUDIUS
Verbirg nicht deinen Schmerz.
Bediene dich dessen,
was in meiner Macht steht.
Bitte mich, um was du willst,
es soll dir durch meine Liebe gewährt werden.

POPPEA
Dass Euch länger zu lieben mir verwehrt ist!

CLAUDIUS
Und wer verbietet es dir?

POPPEA
Oh Gott!

CLAUDIUS
Sprich!

POPPEA
Ich kann es nicht sagen.

CLAUDIUS
Wer hindert dich daran zu sprechen?
Sag es mir, Geliebte!

POPPEA
Otto.

CLAUDIUS
Otto?

POPPEA
Ja, Otto, der kühn meinem Herzen
Gewalt antun will.

CLAUDIUS
So sag. Was höre ich? Der Verräter!

POPPEA
Vor langer Zeit
entdeckte er mir seine geheimen Gefühle.
Umsonst. Meine Treue zu Euch
liess mich ihn zurückweisen.
Bis er schliesslich zu seinem Verdruss
den Grund meiner Standhaftigkeit erfuhr.
Hochmütig und stolz rühmt er sich nun,
morgen mit Lorbeer bekränzt zu sein;
befiehlt verwegen, droht mir dreist,
wenn ich Euch, Geliebter, nur ansehe;
ist dies kein Grund für grossen Schmerz?

CLAUDIUS
Das wagt er?

POPPEA
Vereitelt, Kaiser, des Kühnen Hoffnung zu herrschen,
und Ihr werdet sehen,
gedemütigt wird der Stolze nicht wagen,
mich je wieder anzusehen.

CLAUDIUS
Alles werde ich tun; weine nicht, mein Herz!

POPPEA
Versprecht Ihr es?

CLAUDIUS
ch schwöre es.

POPPEA
So wird Otto
nicht länger Kaiser sein?

CLAUDIUS
Nein, nein, meine Liebe.
In dieser Nacht noch möchte ich
dir den Beweis meiner Treue und Liebe bringen.
Komm in meine Arme!
In süssem Umfangen
verspricht uns die Liebe noch schönere Freuden.

POPPEA
um sich blickend
(Der kritische Augenblick ist da. Wo ist Agrippina?)

CLAUDIUS
Reich deine Hand ihm, der dich liebt.
Zögere nicht, meiner Liebe Trost zu spenden.

POPPEA
erneut um sich blickend
(Die Gefahr wächst,
und noch immer kein Zeichen von Agrippina.)

CLAUDIUS
Was starrst du mich an?
Der treue Lesbus
bewacht die königlichen Schwellen.
So komm, meine Liebe,
stille mein Verlangen.

POPPEA
(Keine Spur von Agrippina. Ach, welche Pein!)
Sie blickt um sich

Arietta

CLAUDIUS
Komm, oh Geliebte,
in meinen Armen
das süsse Verlangen
der Liebe zu stillen!

Rezitativ

POPPEA
(Was soll ich nur tun!)

CLAUDIUS
Ich verstehe!
Die ehrbare Frau will zuweilen
mit Macht umworben werden;
versage dich nicht
meinem Wunsch, mein Herz!

ZWEIUNDZWANZIGSTE SZENE

LESBUS
herbeieilend
Herr, Herr, wir müssen fort!
Eure Gemahlin Agrippina naht.

CLAUDIUS
Grausames Geschick!

LESBUS
Nur rasch!

POPPEA
(Die Qual ist vorüber.)

CLAUDIUS
Lesbus, versperre den Eingang!

LESBUS
Es ist zu spät.

POPPEA
Ach Claudius,
verschwiegen wollen wir sein;
geht, Herr, wenn Ihr mich liebt!

CLAUDIUS
Und die ersehnten Freuden sind mir versagt?

LESBUS
Ich weiss keinen Rat.

POPPEA
(Agrippina kommt zur rechten Zeit.)

Terzett

CLAUDIUS
Und wann werd ich mich deiner Liebe erfreuen?

POPPEA
Wann immer Ihr wollt!

LESBUS
Gehen wir, Herr!

Claudius und Lesbus ab

Rezitativ

POPPEA
Endlich sind sie fort. Freudig sehe ich
an diesem Tag den Verräter bestraft.

DREIUNDZWANZIGSTE SZENE

POPPEA
Oh meine Retterin,
wieviel habe ich Euch zu danken,
und wie sehr erwarte ich
das Ergebnis Eures weisen Rates!

AGRIPPINA
Alles muss verborgen bleiben.
Heute sind wir Gefährtinnen,
freudig zu sehen mehr unseren
als des Kaisers Triumph.
Sei umarmt, Freundin, und vertraue mir.
Verfüge, oh Liebe, über mich;
ich bin dir zugetan.
(Die Intrige nimmt einen günstigen Verlauf.)

POPPEA
Hoheit, mein ganzes Tun ist Euch geweiht.

AGRIPPINA
Meine Seele hängt von deiner Zuneigung ab.

Arie

AGRIPPINA
Nur dich zu leben lebt dies Herz.
Immer werde ich deine Freundin sein.
Mit lauterer Zuneigung
binde ich mich an dein Herz.
Mögen Ränke, List und Betrug
nie zwischen uns kommen.

VIERUNDZWANZIGSTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
Wenn Otto mich betrog,
wenn der Undankbare meine Liebe
für seinen Ruhm missbraucht,
so ist die Rache meines betrogenen Herzens gerecht.

Arie

POPPEA
Wenn Verachtung
das Herz kränkt,
so wird die Liebe
im Herzen zur Wut.
Wer die Liebe angreift und verfolgt,
der liebt nicht.
Und das Herz schützt sich
vor vergänglicher Glut.


ZWEITER AUFZUG

ERSTE SZENE
Strasse in Rom beim Kaiserpalast, geschmückt für den Triumphzug des Claudius

Rezitativ

PALLAS
So sind wir betrogen?

NARZISS
Freund, es ist,
wie ich dir sagte.

PALLAS
Und was ich dir erzählte,
ist ebenso wahr.

NARZISS
So wollen wir zusammenhalten,
wie zwei Betrogene es tun müssen.

PALLAS
Wenn Agrippina uns hintergeht,
müssen wir mit List zu Werke gehen.

NARZISS
Ja, ja, die Täuschung offenbare unser Plan,
was sie will, sagst du mir sogleich,
und ich verspreche,
treu desgleichen zu tun.

NARZISS, PALLAS
Reichen wir uns die Hände
zum Zeichen unserer Treue.

PALLAS
Doch da ist Otto.

NARZISS
Er, der Kaiser sein wird.

PALLAS
Schon jubelt ihm das Volk zu.

ZWEITE SZENE

Arie

OTTO
Gekrönt mit dem Lorbeerkranz
werde ich auf dem Kapitol stehen.
Doch grösser ist mein Verlangen nach der angebeteten
Schönen als nach Thron und Krone.

Rezitativ

PALLAS
Mehr als deinen Triumph
ehrt Rom heute deine Tugend.

NARZISS
Das Land beugt sich vor deinem erhabenen Mut.

OTTO
Genug Tugend und Heldenmut wünsche ich mir,
um Latiums Reich glücklich
und seine Feinde besiegt zu sehen.

PALLAS
Doch herunter kommen dort
Poppea und Agrippina,
um den Kaiser zu sehen.

OTTO
Dort kommt die Göttin und Königin meines Herzens

DRITTE SZENE
Agrippina, Poppea, Nero und GefoIge kommen aus dem Palast

AGRIPPINA
(Dort ist der Hochmütige.)

POPPEA
(Dort ist der Verräter.)

NERO
(Dort sehe ich den Rivalen,
und ich fühle Wut im Herzen.)

AGRIPPINA
beiseite, zu Poppea
(Poppea, wir verstellen uns.)

POPPEA
(Ja, wir verstellen uns.)

OTTO
Schönste Poppea,
endlich ist es mir vergönnt,
dein geliebtes Antlitz zu erschauen.

AGRIPPINA
beiseite, zu Poppea
Wie falsch er ist!

POPPEA
(So will er mich täuschen!)

NARZISS
(Welche Sorge in meinem Herzen!)

OTTO
Von Agrippina wirst du wissen,
was mich erwartet.

POPPEA
Ich kenne deine Pläne und weiss,
was die Götter zu deinem Vorteil entschieden haben!

AGRIPPINA
zu Otto
Was du wünscht, habe ich ihr gesagt.
beiseite, zu Poppea
Er will, dass ich ihm seine Fehler verzeihe.

POPPEA
(Ah, Verräter!)

OTTO
Was Agrippina dir entdeckt hat,
ist mein Herzenswunsch.
Glaube mir, ohne dich
würden die Freuden der Herrschaft zum Kummer.

NERO
Dort kommt Claudius.

AGRIPPINA
(Er kommt zur Zeit,
so dass mein Plan unentdeckt bleibt.)

Chor

POPPEA, NERO, AGRIPPINA, OTTO, NARZISS, PALLAS, LESBUS
Der fröhliche Klang
der Pauken und Trompeten
erschallt zum Festtag
ringsumher!
Rom huldigt dem grossen Regenten,
es lebe der siegreiche Claudius!

VIERTE SZENE

Rezitativ

CLAUDIUS
in einem Triumphwagen
lm besiegten Britannien
werde ich ein neues
römisches Reich errichten;
und kein Meeressturm kann uns aufhalten,
kein Ungeheuer an Land;
kein Höllenschlund kann wenden,
was das Schicksal Rom vorherbestimmt.
Er entsteigt dem Wagen

Arie

CLAUDIUS
Es fällt die unterjochte Welt
und wird zum Schemel des römischen Thrones.
Doch wie glücklich ist ein Reich zu nennen,
das dem Kapitol dienen darf!

Rezitativ

AGRIPPINA
Herr, wie mein Herz jubelt,
dich zu sehen! Und diese Arme,
die dich nicht umfassen konnten,
oh wie gross war meine Pein,
bilden nun das süsse Band der Liebe.

CLAUDIUS
Meine liebe Agrippina,
endlich halte ich dich in meinen Armen,
dir gilt stets meine Liebe;
der Gefährte umarmt dich, der Geliebte.

POPPEA
Imperator, ich huldige Eurem grossen Ruhm.

CLAUDIUS
Ich danke dir für deine Worte.
beiseite, zu Poppea
Du weisst, dass ich dich begehre.

NERO
In Treue bin ich
Euch ergeben.

CLAUDIUS
Mein Sohn,
sei meiner Liebe versichert.

NARZISS
Ehrfurchtsvoll preise ich
Eure Herrlichkeit.

PALLAS
Und Eurer Siege Ruhm
wird unsterblich sein.

CLAUDIUS
Ich weiss,
dass Narziss und Pallas
mir herzlich zugetan sind.

OTTO
Euch zu Diensten, Herrscher,
kniet hier Otto, der Getreue,
der auf dem Meere ...

CLAUDIUS
Was willst du?

OTTO
Demütig harre ich
des versprochenen Lohns
für meine Treue.

CLAUDIUS
Du wagst es, mir unter die Augen zu treten?

OTTO
Was habe ich getan?

CLAUDIUS
Du bist ein Verräter!

NERO, NARZISS, PALLAS
(Was höre ich?)

AGRIPPINA
(So ist's recht!)

POPPEA
(Freue dich, mein Herz!)

OTTO
Ich ein Verräter? Ich, der den Tod
nicht fürchtete, und mutig Euch
dem Tod entriss, ich ein Verräter?

CLAUDIUS
Genug, der Tod ist die gerechte Strafe
für dein Vergehen.

OTTO
Himmel, was höre ich!

CLAUDIUS
(Doch dem ich das Leben danke,
dem will ich das seine schenken.)
ab

OTTO
Agrippina, helft mir!

Arietta

AGRIPPINA
Nichts erhoffe von mir,
treulose Seele,
verräterisches Herz!
Prunk blendete dich,
und du hast den Frevel deiner Tat
nicht eingesehen?
ab

Rezitativ

OTTO
Und du, Poppea, Geliebte?

Arie

POPPEA
Deine Geliebte ist der Thron,
ich bin es nicht länger.
Jener ist dein Begehr,
und ich fühle
Freude darüber in meinem Herzen.
ab

Rezitativ

OTTO
So stehe mir zumindest Nero bei!

Arie

NERO
Mit dem Lorbeer im Haar
brauchst du Unglück und Verderben
noch nicht zu fürchten.
Selbst der Blitz achtet
das Laub, das heute
deine Stirn krönen soll.
ab

Rezitativ

OTTO
Ich bin ein Spielball des Schicksals. Narziss, Freund,
teilst du jenen Schmerz in meinem Herzen?

NARZISS
Die Freundschaft währt, solange Glück beschieden.
ab

OTTO
So hab du zumindest Mitleid
mit dieser armen Seele!

PALLAS
Des Kaisers Feind ist auch
der Feind des Pallas.
ab

OTTO
Treuer Lesbus, erbarm dich meines Schmerzes!

LESBUS
Lesbus hört einen Verräter nicht an.
ab

FÜNFTE SZENE

OTTO
Otto, welch ungeheuerlicher Schlag ist dies?
Ach, undankbarer Kaiser, treulose Freunde,
ungerechter Himmel! Doch um wieviel ungerechter,
undankbarer und treuloser als Himmel, Kaiser
oder Freunde ist Poppea!
Ich ein treuloses Ungeheuer?
Ach Himmel, ach grausames Geschick!
Gibt es grösseren Schmerz als den meinen?

Arie

OTTO
Ihr, die ihr meine Klage vernehmt,
erbarmt euch meiner.
Ich verliere einen Thron, was ich gering achte,
doch die so sehr geliebte
zu verlieren ist eine Qual,
die mir das Herz bricht.

SECHSTE SZENE
Ein Garten mit Brunnen

Arie

POPPEA
Wie schön wäre in meinem Sehnen
mir die Unschuld.
Ich fühle ein Verlangen in der Brust,
das nach Gnade ruft.

Rezitativ

POPPEA
Ottos Qualen
bereiten mir Qual; ich will seine
Erklärungen anhören.
Doch gedankenvoll und traurig erscheint er hier,
will er das Herz vom bittren Kummer befreien?

SIEBENTE SZENE

POPPEA
Es scheint, als sei die Liebe Ursach seiner Leiden;
um die Wahrheit zu erfahren,
will ich mich schlafend stellen.

Von Otto unbemerkt, setzt sie sich an einen Brunnen und gibt vor zu schlafen

Arioso

OTTO
Liebliche Quellen, die ihr murmelnd
euch durch die Gräser windet.

Er sieht Poppea

Rezitativ

OTTO
Doch was seh ich hier, oh Himmel?
Poppea ruht in den Blumen,
und ich finde keine Ruhe in meinem grossen Schmerz.

Arioso

OTTO
Ihr schlummert, ihr geliebten Augen,
und Frieden geniesst das Herz.

Rezitativ

POPPEA
bewusst wie im Traum sprechend
Otto, Verräter!

OTTO
Auch der Traum, oh Gott, trügt dich,
siehst in mir den Treulosen.

POPPEA
Grausamer Betrüger!

OTTO
So sag mir doch, welches Vergehen
begründet deine Härte?

POPPEA
Otto, Verräter!
tut, als erwache sie

OTTO
(Sie erwacht. Ich will hören, was sie sagt!)

Er verbirgt sich

POPPEA
»erwacht«, führt sie Selbstgespräche zum Schein
rugbilder des Geistes,
noch länger stört ihr meine Ruhe?
Bittend führt ihr den unwürdigen Verräter vor mich?
Wie wird er sich verteidigen?
Womöglich abstreiten, dass er an Claudius
alle Liebe abgetreten,
alle versprochene Treu,
damit auf dem Kaiserthron
Rom ihn heute im Kapitel sieht?

OTTO
(Himmel, was höre ich da?)

POPPEA
So sag, sag mir, Treuloser, ob es wahr ist.
Zeugin deines Vergehens
ist die Kaiserin Agrippina,
und dass eine Kaiserin lügt,
wirst du nicht zu sagen wagen.

OTTO
(Ich ertrage es nicht länger.)
Hier bin ich dir zu Füssen...
Poppea will gehen. Otto hält sie zurück
Du willst fort? Bleibe doch, Geliebte!
(Welch ein Schmerz!)
So hör mich doch an!

POPPEA
Ich will nichts mehr hören.

OTTO
Bleib.

POPPEA
Lass mich!

OTTO
Höre! Nimm das Schwert, das ich dir reiche,
und wenn du mich schuldig findest,
so töte mich, und ich werde glücklich sein.

POPPEA
nimmt einen Dolch und richtet die Klinge auf Otto
So sprich denn, aber wisse, dass die Strafe
für dein Verbrechen bereits beschlossen ist.
Wenn du mich betrogen hast,
wirst du auf der Stelle den Tod sterben.

OTTO
Ich spüre den ungeheuren Vorwurf,
wenn ich ihn auch nicht verstehe,
der dich erzürnt.
Ich würde dich wegen einer anderen verlassen?
Ich liesse dich gehen,
meine einzige Sonne, nur wegen eines
einzigen Ehrgeizstrahls?
Wer könnte dies jemals glauben oder behaupten?
Zepter und Krone verschmähe ich;
mein Herz hat immer für dich geschlagen,
dein liebliches Antlitz gilt mir mehr als die Welt.

POPPEA
Ich weiss nicht, ob ich deinen Worten glauben soll;
was ich weiss,
hat Agrippina mir offenbart.

OTTO
Was höre ich?
Heimtückisches, niederträchtiges Weib,
Ursache meines Kummers!
Höre, Poppea,
wie sehr sie schuldig ist.

POPPEA
Otto, jetzt ist nicht die Zeit,
noch ist der Ort sicher; komm in meine Gemächer;
die Entscheidung ist aufgeschoben.
Bist du schuldig, werde ich gnadenlos sein,
und barmherzig, wenn du unschuldig bist.

Arie

OTTO
Ich wünsche, dass du Gerechtigkeit statt Gnade
walten lässt, wenn du über mich urteilst.
Unschuldig bin ich.
Wenn du glaubst, dass mein Herz gelogen hat,
verzeihe ich dir deine Missbilligung.

ACHTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
Welcher Ränkespiele
bin ich Opfer geworden?
Jetzt durchschaue ich deine Intrigen, Agrippina!
Um Otto den Lorbeer des Kaisers
zu nehmen, täuschtest du mich;
Nero galt der stolze Gedanke,
der dich verlockte.
Ich überlasse mich nicht meinem Schmerz;
Ich wäre nicht Poppea, wollte ich mich nicht rächen.

Arie

POPPEA
Man betrügt mich nur einmal,
gewiss kein zweites Mal.
Wem man vertraut, dem lauscht das Herz;
doch ist der Betrug offenbar,
wird man taub für die Worte dessen,
der zum Lügner geworden ist.

NEUNTE SZENE

LESBUS
Endlich finde ich Euch.
Claudius schickt mich voller Ungeduld.
Er bittet um ein Gespräch
allein mit Euch in Euren Gemächern.

POPPEA
Was soll ich tun?

LESBUS
Schöne Dame, seid standhaft,
denn je glühender die Liebe ist,
desto mehr Freuden bereitet sie.

POPPEA
(Eine günstige Gelegenheit zur Rache bietet mir das Schicksal).
Ich nehme die Gunst des Kaisers an.

LESBUS
So darf er kommen?

POPPEA
Ja, er möge kommen.

LESBUS
Ich eile, meinem Herrn die freudige Nachricht zu überbringen.

POPPEA
(Himmel, hilf, dass mein Plan gelingt.)

LESBUS
(Jetzt hoffe ich auf den rechten Lohn für meine Dienste.)

ZEHNTE SZENE

POPPEA
Wahrlich, viele Gefahren
lauern auf mich;
doch dem Furchtlosen ziemt die Rache.
Der Wunsch, sie auszuführen,
beherrscht ganz meinen Sinn;
wenn nur Nero hier wäre.

ELFTE SZENE

NERO
Hier bin ich, mein Leben.

POPPEA
(Oh wie ein freundliches Geschick
meinen Wünschen hold ist!)
Höre, Nero!
Tausendmal schon rühmtest du dich
deiner Liebe und Treue zu mir;
ich zweifle daran, denn gewöhnlich betrügt der Mann
die Frau, und ist nur zu bereit,
die Zartheit durch Verachtung zu verhöhnen.

NERO
Fürchte nicht darum, oh meine Teure!

POPPEA
Von dir den Beweis zu erlangen,
ist hier nicht der rechte Ort;
komm in meine Gemächer;
kannst du dort mein Herz überzeugen,
soll dir als Lohn für deine Liebe
meine Liebe zuteil werden.

NERO
Oh mein Angebetete!

POPPEA
Still!
Tue, was ich dir sage, und schweige darüber;
ist die Liebe offenbar,
bringt sie Kummer statt Freuden.
(Möge mein Plan gelingen.)

Arie

POPPEA
Am Mass deiner Liebe
miss deine Freuden
und deine Hoffnungen.
Wenn dein Herz treu ist,
dann erhofft es Freuden,
und deine Hoffnung ist begründet.

ZWÖLFTE SZENE

Rezitativ

NERO
Dies ersehnte Glück
schickt mir der Himmel!
Heute hoffe ich,
das göttliche Antlitz zu küssen.

Arie

NERO
Bittet eine Frau den Geliebten zu sich,
ist der Liebe Erfüllung nah.
Sagt sie: »Komm sofort«,
heisst es: »Komm und geniess die Freuden der Liebe!«

DREIZEHNTE SZENE
Agrippinas Gemächer

Arie

AGRIPPINA
Gedanken, ihr quält mich.
Himmel, sei meinen Plänen gewogen!
Lass meinen Sohn regieren,
und ihr Götter, steht ihm bei!

Rezitativ

AGRIPPINA
Mein Vorhaben ist in grosser Gefahr.
In dem Glauben, Claudius sei tot,
vertraute ich mich zu sehr
Narziss und Pallas an.
Otto hat sich verdient gemacht,
und Poppea ist mutig;
wird der Betrug entdeckt,
werden sie die Schmähung rächen.
Bei so vielen Feinden ist List vonnöten;
Ach, möge sie mir helfen!

Arie

AGRIPPINA
Wie ihr mich quält, rastlose Gedanken!

VIERZEHNTE SZENE

Rezitativ

PALLAS
Wenn auch das feindliche Los
meinem Versprechen nicht hold ist,
so ist doch des treuen Pallas' Herz
Euch standhaft zu Diensten.

AGRIPPINA
Möge es standhaft sein,
indem es mir willig dient.

PALLAS
Wie kann ich Euch dienstbar sein?
Befehlt mir, Schöne!

AGRIPPINA
Höre: Narziss und Otto
sind meine Feinde.
Beide sollen sterben.
Du verstehst, welcher Gefahr
ich dich aussetze.

PALLAS
Wenn ich dir diene, Agrippina,
gibt es keine Gefahr, die nicht zu Ruhm würde.
Doch was wird aus meiner Liebe?

AGRIPPINA
Hoffe, Pallas!

PALLAS
(Diese Frau hat das Herz der Megäre!)

Arie

PALLAS
Ein sanfter Schimmer
der Hoffnung
ist der Grund
meiner Standhaftigkeit.
Nicht mehr
verlangt mein Herz
als ihre Treue
und ihr Mitleid.

FÜNFZEHNTE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
Ich verzweifle nicht am Gelingen meines Plans.
Doch ist das nicht Narziss? Nur Mut!

SECHZEHNTE SZENE

AGRIPPINA
Jetzt ist es Zeit, Narziss,
das Werk zu vollenden.
Vereint, sind Pallas und Otto
unsere gemeinsamen Feinde.
Wenn du mich liebst und wenn du mutig bist,
steht uns nichts im Wege.

NARZISS
Was soll ich tun?

AGRIPPINA
Töte sie beide!

NARZISS
Alles werde ich tun,
doch was ist mein Lohn?

AGRIPPINA
Vertraue mir und sei ganz Hoffnung.

NARZISS
(Sie hat die Seele eines wilden Tieres.)

Arie

NARZISS
So will ich hoffen, wie es mir
diese schönen Lippen befehlen, oh erhabene Frau.
Und wenn ich hoffe, glücklich zu sein,
so ist die Hoffnung nicht vergebens.

SIEBZEHNTE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
Um dem Herzen Frieden zu geben,
säe ich Hass und Zwietracht;
Claudius soll das Werk zum Ende führen.
Da ist er. Mein Herz, übe dich in Arglist!

ACHZEHNTE SZENE

CLAUDIUS
Mit Wohlgefallen betrachte ich, oh meine Geliebte,
die Liebe in deinen schönen Augen.

AGRIPPINA
Ich wünschte, ich könnte stolzer Schönheit
mich rühmen, um dir zu gefallen;
doch woran es fehlt, ersetzt das Herz,
das allein für dich schlägt.
Doch, oh Gott, in meiner Brust
ein Kummer, der mich quält,
und die Seele ist betrübt vor Furcht.

CLAUDIUS
Welche Furcht befällt dich? Sag es mir, Liebste!

AGRIPPINA
Ich sehe dein Leben
in grosser Gefahr, und mir ist,
als höre ich Waffenlärm von überallher.

CLAUDIUS
Und wer wagt es,
in Rom Ränke zu schmieden?

AGRIPFINA
Ah, mein Leben,
Otto schäumt vor Wut,
jedem erzählt er vom grossen Unrecht,
das ihm widerfahren;
erstickst du nicht rasch die Flamme im Keim,
so wird sie alles verzehren.

CLAUDIUS
Was rätst du mir?

AGRIPPINA
Vergiftete Wurzeln
zieht man aus der Erde.
Da Otto noch hofft auf den Thron,
wird sein vermessenes Hirn Pläne schmieden,
sich Lug und Trug bedienen.
Gleichgesinnte wird er bestechen,
Eigennützige wie er selbst,
und das gemeine Volk, vom Gold geblendet,
wird wollen, dass sein Haupt
mit dem heiligen Lorbeer gekrönt wird.
Vereitle seine Pläne, sein Werk zerstöre,
rufe einen neuen Kaiser aus.
Unverzüglich wird man sich von Otto abwenden,
denn alle beten die aufgehende Sonne an.

CLAUDIUS
Doch wem könnte ich zum Thron verhelfen,
ohne zu fürchten,
dass er über seiner Liebe zur Macht vergisst,
mir für meine Wohltat dankbar zu sein?
Denn Eifersucht ist die Begleiterin der Macht.

AGRIPPINA
Glaubst du, Claudius, dass ich dich liebe?

CLAUDIUS
Ich zweifle nicht daran.

AGRIPPINA
So bestimme
meinen Sohn Nero
zum Kaiser von Rom!
Er wird sich deinen Wünschen stets fügen;
Respekt wird er mir, seiner Mutter, zollen,
Ehrerbietung dir als seinem Vater.

CLAUDIUS
Ich stimme dir zu, dein Gedanke ist klug.

AGRIPPINA
(Mut, mein Herz! Fast sind wir am Ziel).
So zögere nicht länger.

CLAUDIUS
Lass mir Zeit,
die wichtige Angelegenheit zu überdenken.

AGRIPPINA
Du bist in grosser Gefahr!

CLAUDIUS
Alles werde ich tun, doch lass mich...

AGRIPPINA
Ach, für Aufschub
ist keine Zeit.

NEUNZEHNTE SZENE

LESBUS
beiseite, zu Claudius
Herr, Poppea...

CLAUDIUS
beiseite, zu Lesbus
Sprachst du mit ihr?

LESBUS
beiseite, zu Claudius
Sie erwartet Euch.

AGRIPPINA
Zeit zu verlieren ist gefährlich.

CLAUDIUS
Zweifle nicht, du wirst zufrieden sein.

AGRIPPINA
Doch wann?

LESBUS
beiseite, zu Claudius
So kommt, Herr!

CLAUDIUS
beiseite, zu Lesbus
Ich komme.
zu Agrippina
Schon bald. Leb wohl!
Eine andere Sache verlangt mich an anderem Ort.

AGRIPPINA
Nein, nein, du darfst nicht gehen,
versprich es mir zuerst.

LESBUS
beiseite, zu Claudius
Die Zeit drängt.

CLAUDIUS
beiseite, zu Lesbus
Ich komme.
zu Agrippina
Ja, ja, so sei es, ich gebe dir mein Wort.

AGRIPPINA
Am heutigen Tage
wirst du Nero auf den Kaiserthron erheben ?

CLAUDIUS
Noch heute.

AGRIPPINA
(Nichts anderes will ich.)

Arie

CLAUDIUS
Ihr braucht nur zu fragen,
und ich gebe es euch,
meine schönen Lippen.
Wenn ich euch nur sehe,
ist mein Herz verloren,
ihr schönen Wangen.

ZWANZIGSTE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
Günstig ist mir heute das Schicksal;
damit der geliebte Sohn Kaiser wird,
scheue ich keine Gefahr.

Arie

AGRIPPINA
Für jeden Wind, der ihn in den Hafen bringt,
auch wenn wilde Stürme drohen,
setzt der Seemann volle Segel.
Dass der Sohn herrsche, ist mein einziger Wunsch.
Mögen die Sterne auch dunkel sein,
der Geist betrachtet sie doch ohne Sorge.


DRITTER AUFZUG

ERSTE SZENE
Poppeas Gemach mit einer Vordertür und zwei weiteren Seitentüren

Rezitativ

POPPEA
Den guten Otto habe ich an den Abgrund getrieben,
aber der geplante Betrug
hat in mir die Lust geweckt, mich zu rächen;
sie zu überlisten, die mich überlistete.

ZWEITE SZENE

OTTO
Ah meine Poppea! Glaube mir,
ich habe keine Schuld
an diesem heimtückischen Verrat.
Das falsche Weib betrog mich,
als sie auf mein Bitten hin versprach,
gnädige Hüterin meiner Liebe
und Treue zu sein.
Ich folge meiner Liebe. anderes sorge ich nicht,
und dir, mein Leben, schwöre ich ewige Treue.

POPPEA
Und ich glaube dir von ganzem Herzen
und von ganzer Seele.
Für unsere Rache ist alles bereit,
und bin ich der Grund für das Unglück,
so will ich es auch tilgen.
Nun verbirg dich hier und schweige;
zweifle nicht an meiner Treue,
auf meine Worte oder Taten sei nicht eifersüchtig;
für einen Moment musst du grosse Qual erdulden,
bis die anderen leiden und du glücklich sein wirst.

Arie

OTTO
Ich werde schweigen,
solange du mich
wahrhaft liebst.
Ich werde Leid ertragen,
wenn deine Härte
grausam ist.
verbirgt sich hinter einer Tür mit Vorhang

DRITTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
Noch erwarte ich Nero und Claudius.
Kaum kann ich es erwarten,
mich für die Schmach zu rächen.

VIERTE SZENE

NERO
Ich komme so rasch ich konnte, Liebste,
uni den Lohn für meine Treue zu empfangen.

POPPEA
An deiner Verspätung erkenne ich,
dass Eifer dich nicht angetrieben hat.
Der vereinbarte glückliche Zeitpunkt
ist bereits verstrichen.
Länger währt nun die Genesung
des leidenden Herzens.
Aber, oh Gott, ich fürchte...

NERO
Was fürchtest du?

POPPEA
Dass Agrippina kommt und uns entdeckt.
Sie schaut um sich

NERO
Hierher soll die Mutter kommen?

POPPEA
Und schon bald.
Doch damit du
meine Gefühle kennst und siehst,
welche Beweise ich dir gebe,
will ich, dass du dich hier versteckst
und wartest, bis sie geht.
Dann sollst du sehen, wie sehr Poppea,
nachdem die Furcht gewichen,
dich liebt und anbetet.

NERO
Schon fühle ich süsse Freude in meiner Brust.

OTTO
(Immer mehr wächst in mir der grausame Schmerz.)

Arie

NERO
Deiner Liebe Glut
lasse die Zeit rasch vergehen!
Zu begierig wartet meine Liebe
auf die Stunde der Erfüllung.
versteckt sich hinter einem Türvorhang gegegenüber Ottos Versteck

FÜNFTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
Gütiger Himmel, stehe meinem Plan bei.
Ich glaube, dass Ottos Herz
vor Zorn vergeht:
doch wer liebt, muss leiden.

SECHSTE SZENE

LESBUS
Niemand ist hier, Herr;
die Liebe wird die Wunden heilen.
ab

POPPEA
Claudius, Ihr umwerbt mich,
doch liebt Ihr mich nicht wirklich.

CLAUDIUS
Wie? Zweifelst du an meiner Liebe?
Liebste, du weisst,
was ich für dich getan!

POPPEA
Was Ihr getan?
Stets kühner und frecher ist der,
der mir die Ruhe raubt.

CLAUDIUS
So richtet die Strafe
bei dem Schamlosen nichts aus?

POPPEA
Welche Strafe?

CLAUDIUS
Kann einer, der vom Gipfel gestossen wurde,
noch so verwegen sein?

POPPEA
Ich vestehe Euch nicht, Herr.
Mehr als je hegt er Hoffnungen auf den Thron.

CLAUDIUS
Ist Otto derart dreist?

POPPEA
Otto? Von wem sprecht Ihr, Herr?
Ach, Claudius, endlich begreife ich
mein unseliges Geschick.
gibt vor zu weinen

CLAUDIUS
Du weinst, meine Schöne? Sag mir,
was ich tun soll! Befiehl mir!
Wie ich's dir versprach,
soll Ottos Haupt der Lorbeerkranz entrissen werden.

NERO
(Könnte ich nur verstehen, was sie sprechen!)

OTTO
(Ich leide, doch sterbe ich nicht?)

POPPEA
Ottos Haupt?

CLAUDIUS
Ja, von ihm, dem Verwegenen,
der deinem Herzen befiehlt.

POPPEA
Otto, Herr, war es nicht.

CLAUDIUS
Wer dann?

POPPEA
Nero, über Nero klage ich,
er verbot mir, Euch wiederzusehen.

CLAUDIUS
Wie? Du sagtest Otto.

POPPEA
Ich sprach von Nero. Ihr verstandet mich nicht recht.

CLAUDIUS
Nero? Wie passt solches
zum Machtwillen, zum Zepter, zum Thron?
Du hintergehst mich, Poppea!

POPPEA
Ich Euch hintergehen? Vielleicht wisst Ihr nicht,
dass, bevor Ihr nach Rom kamt,
auf Agrippinas Befehl
Nero auf den Thron gelangte
und Kaiser wurde. Oder täuscht Ihr mich nur?

NERO
(Und noch immer geht er nicht, oh Himmel!)

OTTO
(Ich vergehe vor Schmerz!)

CLAUDIUS
Ungeheuerliches erzählst du.
Aber sagtest du nicht Otto? So antworte mir.

POPPEA
Mein Herr, vielleicht verstandet ihr
den Namen falsch.
Nero und Otto klingt ähnlich.

CLAUDIUS
Ich weiss es nicht. Ich bin verwirrt.

POPPEA
Ihr zweifelt noch?
Vertraut mir, und wenn Ihr wollt,
liefere ich den Beweis,
dass der, welcher mir gegen meinen Willen
nachstellt, Nero allein ist.
Was werdet Ihr dann tun, Herr?

CLAUDIUS
Ich werde dich rächen.

POPPEA
Versprecht Ihr es?

CLAUDIUS
Ich schwöre es.

POPPEA
Genau wie ich hoffte.
Seht, ob mein Herz ehrlich oder betrügerisch ist.
Kommt hierher mit mir, Herr, hierher.

Poppea führt Claudius hinter die Vordertür und geht zu Neros Versteck

NERO
(Ist Claudius fort?)

OTTO
(Wie schwer wird mir das Warten!)

POPPEA
Nero, wo bist du?

NERO
Hier bin ich, mein Leben.

SIEBENTE SZENE

CLAUDIUS
Verwegener, Schamloser!

NERO
(Oh Himmel, hilf mir!)

CLAUDIUS
Selbst im Palast wagst du,
frecher Bursche,
schamlos und kühn,
achtbare junge Damen zu belästigen?

NERO
Hört, Herr!

CLAUDIUS
Schweig!

POPPEA
(Ich bin zufrieden.)

OTTO
(Frohlocke, oh Herz!)

CLAUDIUS
Geh von mir und wage nicht,
mir wieder unter die Augen zu treten!

Wie Nero gehen will, geht Poppea auf ihn zu

POPPEA
beiseite, zu Nero
Geh zu Agrippina und sage ihr...

NERO
(Ach, grausames Schicksal!)

POPPEA
.. dass Betrüger selbst zu Betrogenen werden.

NERO
im Gehen
Ihr königlicher Geist wird dich die Zukunft lehren.
Agrippina weiss, wie sie sich rächen kann.

ACHTE SZENE

POPPEA
Nun, Claudius, was sagst du?

CLAUDIUS
Ich bin überzeugt.

POPPEA
Jetzt ist die Aufrichtigkeit meines Herzens offenbar.
(Mit List muss ich mich von Claudius befreien.)
Doch Agrippina, ach,
wird alle Furien zur Hife rufen.
Nero läuft in seiner Wut
zur Mutter. Ach, ich sehe
mich umgeben von Schwierigkeiten.

CLAUDIUS
Befürchte nichts, oh Teure. Trockne deine Tränen.

POPPEA
Durch deine Liebe bin ich in grosser Gefahr.
Die Zeit ist ungünstig, Herr.
Mein Geist ist verwirrt
und denkt an anderes als an Freuden.
Bald kommt Agrippina. Welche Marter!

CLAUDIUS
Nein, sie soll nicht kommen.

POPPEA
Ach, verlasse mich!
Von mir erhältst du nichts.

CLAUDIUS
Unglücklich wird also stets
meine Liebe sein?

POPPEA
Bezähme zuerst die Wut
deiner Gemahlin.
Schütze mich vor ihrem Zorn.
Dann wirst du hören, was mein Herz empfindet.

Arie

CLAUDIUS
Ich gebiete in Rom,
noch ist keiner, der mit mir regiert.
Es umschleichen den Thron,
auf dem ich sitze, die anderen mit ihren Gedanken.

NEUNTE SZENE

Rezitativ

POPPEA
vergewissert sich, dass Claudius gegangen ist
Endlich ist er fort. Ach wie lockt
süsse Rache das Herz!
Claudius ist fort; die Intrige gelingt. Ich eile, den
Geliebten von seiner langen Qual zu erlösen.

Sie öffnet die Tür, hinter der sich Otto versteckt

ZEHNTE SZENE

POPPEA
Nun, Otto, was sagst du?
Siehst du, wie ich Nero
getäuscht habe, und wie ich mich
an Agrippina gerächt? Siehst du, dass ich
den Herrscher der Welt verschmähe,
und dass ich in Liebe dir,
Geliebter, verbunden bin?

OTTO
Ein gesegnetes Band,
wenn es uns vereint,
und im ewigen Bund der Liebe
aus zwei Herzen eines macht.

POPPEA
So kann ich ganz
auf deine Treue bauen?

OTTO
Bevor ich dich enttäusche,
sterbe ich lieber tausend Tode.

POPPEA
Du versprichst es?

OTTO
Ich verspreche es nicht nur, ich schwöre es.
Möge mich der Blitz treffen, wenn ich lüge.

POPPEA
Doch wenn Claudius ...

OTTO
Was kümmert's?

POPPEA
Agrippina, Nero...

OTTO
Ich verachte sie.

POPPEA
Der Glanz des Thrones?

OTTO
Für deine Umarmung gebe ich alles auf.

POPPEA
Dir, mein Geliebter, will ich mich schenken.

Arie

OTTO
Deine Umarmung,
mein geliebtes Wesen,
macht mich glücklich.
Ohne dich, mein Herz,
ist alles in mir nur Schmerz,
nur Qual.
ab

Rezitativ

POPPEA
Im sanften, stillen Hort meines Herzens
lege deine Flügel nieder, oh mein Cupido!

Arie

POPPEA
Wahre Freude
beschert uns
die treue Liebe!
Sie beglückt das Herz.
Der Schönheit Glanz
ist nichts,
wenn er nicht
aus treuem Herzen kommt.

ELFTE SZENE
Saal im kaiserlichen Palast

Rezitativ

AGRIPPINA
Das wagte Poppea?

NERO
Wie ich dir sagte,
sie umwarb mich, lud mich ein, empfing mich und
gab mich dem Kaiser preis!
Er tobt, sie lacht, und ich laufe zitternd
zu dir, oh Mutter,
um mich vor Claudius' Wut zu retten,
und vor der Gefahr;
er ist dein Gemahl, du meine Mutter und ich der Sohn.

AGRIPPINA
Ah! Wie unbedacht, Nero;
jetzt, wo ich alle List und Tücke anwende,
um dich auf den Thron zu bringen,
folgst du blind einer törichten Liebe
geradeswegs ins Verderben?

NERO
Es ist wahr, ich irrte. Doch Poppea
hat jetzt deine Machenschaften durchschaut.
»Geh« - sagte sie - »zu Agrippina, und sage ihr,
dass Betrüger selbst zu Betrogenen werden.«

AGRIPPINA
Doch noch soll all meine Hoffnung
nicht vergebens sein.
Sohn, lösche die unwürdige Flamme
in deinem Herzen; erkenne in Poppea
deine Feindin.
Allein der Regentschaft widme deine Gedanken.
ab

Arie

NERO
Wie der Wind die Wolken verjagt,
vertreibe ich erzürnt dieses Antlitz.
Schon ist das Feuer in meinem Herzen erloschen,
das Band zu dieser Seele gelöst.

ZWÖLFTE SZENE

Rezitativ

PALLAS
Gab es je eine bösere Frau?

NARZISS
Gab es je ein Herz,
das kälter wäre?
Was sollen wir tun?

PALLAS
Wir müssen Claudius
alles entdecken. Uns vertraut
er mehr als allen anderen.
Kommen wir der Anschuldigung zuvor,
möge Agrippina büssen, was sie uns angetan hat.

NARZISS
In unserer gefährlichen Lage
scheint mir dein Rat der richtige.

PALLAS
Doch hier kommt der Kaiser.

NARZISS
Der Augenblick ist günstig,
unseren Plan voranzutreiben.

PALLAS
Überlasse es mir, doch steh mir bei.

DREIZEHNTE SZENE

CLAUDIUS
Agrippina, Nero, Otto und Poppea
rauben mir den Seelenfrieden,
indem sie einander beschuldigen.
Ich weiss nicht, wem ich glauben kann,
um den Schuldigen mit Härte zu strafen.

PALLAS
Sieh, Herr,
zu deinen Füssen
den unglücklichen Pallas fallen.

NARZISS
Um sein Leben zu retten, Herr,
bittet Euch Narziss um Beistand.

CLAUDIUS
Meine Getreuen,
von wem droht euch Gefahr,
sprecht!

PALLAS
Euch ergeben,
um uns zu verteidigen,
verklagen wir Agrippina,
denn sie allein ist es,
die uns ins Verderben stürzen will.

CLAUDIUS
Aus welchem Grund?

PALLAS
Bevor Ihr Rom erreichtet,
liess sie mit unserer Hilfe
Nero zum Kaiser ausrufen.
Sie bediente sich unserer Dienste.
Doch wer betrogen wird, den trifft keine Schuld.

NARZISS
Wir nahmen an, Ihr wäret tot; so sind wir schuldlos.

CLAUDIUS
Das wagte Agrippina?
Jetzt begreife ich Poppea. Im Palaste selbst
befinden sich die Feinde.
Doch Furcht schürt in mir den Verdacht
in der allgemeinen Verwirrung.
Ihr seid treu, mein mächtiger Arm wird euch
schützen. Fürchtet euch nicht länger!

VIERZEHNTE SZENE

AGRIPPINA
Verehrter Gemahl, heute erwarte ich
die Einlösung deines Versprechens;
bestimme heute Nero zum Kaiser,
und alle Aufrührer
sind in die Knie gezwungen.

CLAUDIUS
Noch nicht, Agrippina.

AGRIPPINA
(Er zürnt mir.)
Deine Gefahr ist dir bekannt,
und deutlich das Mittel, sie zu beseitigen.
Mein Herr, warum länger zögern? Verhindere
das drohende Verderben.
Gebiete den Feinden Einhalt...

CLAUDIUS
Und Agrippina?

AGRIPPINA
(Ich kann nicht heucheln
im Beisein von Narziss und Pallas.
Ich muss es selbst durchstehen.)

PALLAS, NARZISS
(Welch wütenden Blick Agrippina mir zuwirft!)

AGRIPPINA
Aus deinem Ton spricht
die bösartige List deiner und meiner Feinde.
Sprich, sprich,
was ist der Grund für deine Verstimmung?

CLAUDIUS
Das wird der Kaiser sagen. Nero kennt den Grund.

AGRIPPINA
Ah! Claudius, nun begreife ich, dass man bisweilen
auch für eine gute Tat beschuldigt werden kann.

NARZISS
(Was wird sie nun sagen?)

PALLAS
(Hören wir ihre Erklärung).

CLAUDIUS
Du nennst es eine gute Tat,
kühn mir das Reich zu entreissen
und während meiner Abwesenheit
Nero auf den Thron zu bringen?
Welche Entschuldigung sollte dich freisprechen?

AGRIPPINA
Ein aufrechtes Herz braucht sich nicht zu
entschuldigen. Was du sagst, Herr, ist wahr.

CLAUDIUS
Du gibst es zu, Verwegene?

AGRIPPINA
Dir den Thron und das Leben zu retten,
ist kein Vergehen. Wie glücklich bin ich,
dass Narziss und Pallas zugegen sind.

NARZISS
(Welche Beharrlichkeit!)

PALLAS
(Wie kaftblütig sie ist!)

AGRIPPINA
Es ging das falsche Gerücht,
du seist im schweren Sturme
ums Leben gekommen.
Schon verlangten Heer, Volk und Senat
nach dem Nachfolger;
hätte ein Stolzer die Macht ergriffen, mit jener
Nachricht, die immer gefällt, so wäre es um deine
Ruhe geschehen;
um dich zu schützen,
liess ich meinen Sohn ausrufen;
er bestieg den Thron, doch nur,
um ihn dir zu erhalten, mein lieber Gemahl!
Ich, die ich dein Leben
und den Thron verteidigte,
Ich soll die Feindin, die Aufrührerin sein?

PALLAS
(Wie schlau sie ist!)

NARZISS
(Wie listig!)

AGRIPPINA
Pallas und Narziss
können es bezeugen;
bat ich euch nicht,
mir zu helfen?
So bezeugt, dass Nero auf die Nachricht,
dass Claudius gerettet war,
demütig vom Throne stieg,
und dass er, getreu meinem Wunsche.
ganz Rom dazu bewegte,
Claudius’ Namen jubelnd auszurufen.
Jeder von euch sage es ehrlich.

CLAUDIUS
Ihr, was sagt ihr?

NARZISS, PALLAS
Herr, alles ist wahr.

AGRIPPINA
Wer sonst ausser meinem Sohne,
wenn er einst regiert,
vom Volke stolz bestätigt,
hätte das Zepter abgegeben.
Indem ich dein Leben verteidigte,
dir den Thron bewahrte,
bin ich nun die Feindin, die Rebellin?

CLAUDIUS
(Agrippina verwirrt mich;
die sie verklagten, verteidigen sie nun).

NARZISS
(Ich bin erstaunt!)
ab

PALLAS
(Ihre eigene Untat wird ihr zum Lohn!)
ab

CLAUDIUS
Teure, ich zweifle nicht an deiner Treue und Liebe.

AGRIPPINA
Aber, oh Gott, ich bin mir
deiner Treue und Liebe nicht sicher.
Ich glaube, dass du mich für schuldig hältst,
denn dein Herz hört auf...

CLAUDIUS
Auf wen?

AGRIPPINA
Auf Poppea.
Nur schmerzt es mich,
dass du ihren Betrug nicht wahrnimmst.

CLAUDIUS
So enthülle ihn.

AGRIPPINA
Diese Frau, von Otto begehrt...

CLAUDIUS
Agrippina, du irrst dich: es war Nero.
Heda! Otto, Nero und Poppea
sollen sofort kommen.

AGRIPPINA
Du wirst sehen, ob ich lüge oder ob sie schuldig ist.
(Das habe ich vorausgesehen.)

CLAUDIUS
Bei solchem Durcheinander
will ich sehen, wer der Übeltäter ist.
In den Herzen soll Ruhe und Frieden regieren.

Arie

AGRIPPINA
Willst du Frieden, oh Geliebter,
so sei böser Hass dir fern!
Sieh, verehrter Gott,
meine Liebe und Treue an.

FÜNFZEHNTE SZENE

Rezitativ

AGRIPPINA
(Hier ist meine Rivalin.)

POPPEA
Hier ist die grausame Ursache für grossen Schmerz).

NERO
(Was wird aus mir?)

OTTO
(Himmel, was wird geschehen?)

CLAUDIUS
Hier siehst du, Agrippina,
deinen Sohn, den kühnen Burschen,
der im Palast die Ehre
achtbarer junger Damen kränkt.

AGRIPPINA
Du irrst dich, Herrscher.

CLAUDIUS
Nein, ich irre mich nicht; nein, er wird es bestätigen.
In Poppeas Gemach fand ich dich doch verborgen?

AGRIPPINA
Himmel, was muss ich hören?

NERO
(Ich wage nicht zu sprechen.)

CLAUDIUS
Sein Schweigen überführt ihn.
Du, Poppea, kannst dies aufrichtig bezeugen.

POPPEA
Ihr saht es, Herr, es ist wahr.

AGRIPPINA
(Noch seien ihre Pläne vereitelt.)

OTTO
(Wie schlau rächt sich Poppea!)

CLAUDIUS
Ich verlange Wiedergutmachung
für diese offenbare Schuld.

AGRIPPINA
(Noch hoffe ich.)

POPPEA
(Oh wie froh ich bin!)

CLAUDIUS
Das erhabene Band der Ehe
vereine Nero und Poppea.

POPPEA
(Was vernehme ich?)

AGRIPPINA
(Was höre ich?)

NERO
Eurer Gnade ergebe ich mich.

OTTO
Hier zu Euren Füssen, oh Herrscher,
liegt der unglückliche Ottone!

CLAUDIUS
Nun beruhige dich,
du bist von deiner Schuld befreit.
Ich versprach dir den Lorbeer.
Du sollst Kaiser sein.

AGRIPPINA
(Ich vernehm' es und sterbe doch nicht!)

OTTO
Ich will den Lorbeer nicht.
will nicht herrschen, wichtig ist mir allein
meine geliebte Poppea.
Wollte das Schicksal Euch das Leben schenken,
so gebt Ihr mir den Tod, nehmt Ihr mir die Geliebte.

AGRIPPINA
Nun siehst du, wer der Schuldige ist,
ob es Nero ist oder Otto, der Poppea liebt.

CLAUDIUS
zu Nero
Und du. Nero, was sagst du?

NERO
Ich beuge mich Eurem Willen;
doch ist es doppelte Strafe,
mir das Reich zu nehmen und mir eine Frau zu geben.

POPPEA
Und hast du mir nichts zu sagen?
Möge Nero Zeptet, Macht und Besitz haben,
Ich will niemand anderem gehören als Otto.

CLAUDIUS
Eure Wünsche will ich auf die Probe stellen.
zu Nero
Entsagst du der Liebe für den Lorbeerkranz,
zu Otto
Und verzichtest du auf Reich für die Liebe,
so wird die Nachwelt in euch würdige Helden
der Liebe und des Ruhmes erblicken.
Kaiser werde Nero, und du, Otto,
nimm deine treue Poppea!.
(Frei ist mein Herz, wenn sie einem anderen gehört.)

NERO, POPPEA
Wie glücklich bin ich.

OTTO
Nun hat die Qual ein Ende.

AGRIPPINA
(Nun, da Nero regiert, kann ich ruhig sterben.)

CLAUDIUS
Aller Hass ist nun fern und Rom preise
diesen ersehnten Tag, der jedem Glück
und Segen beschert.
Auf Befehl des Kaisers,
zur Feier dieser glücklichen Heirat
der lieblichen Poppea, steigt Juno, Göttin der Ehe,
in allem Glanz herab.
Schon erscheint sie, und möge Rom
um Neros Haupt den Lorbeerkranz flechten.

Juno steigt mit ihrem Gefolge herab

Chor

CHOR
Heiter möge Wellen schlagen der Tiber
im Glanze des neuen Herrschers
und an den Gestaden preisen
voller Freuden den Gott der Liebe!

Rezitativ

JUNO
Zur Feier der Ehe von Otto und Poppea
steigt Juno vom Himmel herab und streut Lilien.
Vom Brautbett erwartet die glückliche Göttin
neue Vasallen für Claudius, Söhne fürs ehrwürdige Rom.

Arie

JUNO
Die Strahlen der Sterne
entzünden unsere Fackeln.
Zu Ehren solcher Treue
strahlen sie im hellsten Glanz.

Es folgt der Tanz von Junos Gefolge

Tanz

Dramma per musica in three acts
Libretto: Vincenzo Grimani
First performance: 26 December 1709 (Venice - Teatro San Giovanni Crisostomo)

Cast:
CLAUDIUS, Roman emperor
AGRIPPINA, Claudius's wife
NERO, Agrippina's son from a previous marriage
POPPEA, a Roman lady
OTHO, commander of the imperial army
PALLAS, a henchman
NARCISSUS, a henchman
LESBUS, servant of Claudius
JUNO, the goddess

Place and Time:
Rome, around the middle of the first century




ACT ONE

Sinfonia

SCENE I
Agrippina's private apartments

Recitative

AGRIPPINA
Nero, my beloved son! This is the moment
for you to seize fortune
by the locks and stop her motion.
Today, propitious destiny
holds out to you the crown of the Caesars.
To you alone I reveal what is, as yet, known by none.
Take this, read! And you shall both see
and know that which my mind
plans for your future good.

NERO
reading the document
''With sorrow in my heart and tears in my eyes,
regal Augusta, I send you this letter.
In dire peril on the stormy seas
the Roman Eagle was submerged,
and Claudius, your husband
and the god we both honour, met his death."
Claudius is dead? What news is this?

AGRIPPINA
The throne of Lazio is empty, and to replenish it
my mind labours on your behalf.
Now ripe for empire, you have arrived today
at the threshold of your twenty-first year.
On this fateful day I intend that Rome
shall wreathe your brow with the imperial laurel.

NERO
What must I do?

AGRIPPINA
Listen carefully!
Keep secret what you know,
put aside your pride and assume humiIity.
Go amongst the crowds, and with a modest glance
greet every one; distribute to the poor
the gold you hold in secret;
sympathise with their lot.
And if within your heart
revenge smoulders, or love burns,
cover the one and hide the other;
consider not inward deception serious.
If you would reign,
you must master your desires,
for laws bow before the desire to rule.

NERO
Your sound advice
shall always be my guide, mother.

AGRIPPINA
Go then, delay no longer! Straightway arrange
the scheme my love has hatched.
One moment lost
can destroy a great undertaking.

Aria

NERO
With your wise counsel
I shall ascend the throne.
Less an emperor than a son,
you, mother, I will adore.

SCENE II

Recitative

AGRIPPINA
Let all be set in motion
for this great work.
Well do I know
that Narcissus and Pallas,
whether from
inclination or self-interest,
harbour a hidden desire
to conquer my heart;
let that which I despised
now be artfully welcomed.
Ho there, send for Pallas!
A page sets off.
May cunning and deceit
assist me now.

She seats herself in a melancholy attitude.

SCENE III

PALLAS
Upon your sovereign command
behold your faithful Pallas.
(She sadly hides her lovely face,
and lost in thought replies not to me?)
You have proof, Augusta, of my heart's
obedience to your decrees,
and well you know how faithful it is,
and how constant.

AGRIPPINA
Ah Pallas, Pallas!

PALLAS
Why ever does Agrippina sigh?
I would it were in my power
to ease your suffering.

AGRIPPINA
Ah Pallas, Pallas!

PALLAS
(What does this signify? It must be bold!)
Your own Pallas am I,
one whose heart
is yours to command…

AGRIPPINA
Your heart?

PALLAS
Yes, yes, my heart, o queen,
and with my faithful hear
whatever it pleases you...

AGRIPPINA
Yes, yes, your meaning is clear:
like your heart, your sword is at my service.

PALLAS
My sword, my arm, my very soul…

AGRIPPINA
Your loyalty is pleasing to me.

PALLAS
Ah, if only
I could speak my mind!

AGRIPPINA
Speak then, reveal your thoughts.

PALLAS
I fear to …

AGRIPPINA
Do not be afraid.
(I must be cunning.)

PALLAS
For long have t nurtured
a love that devours me,
but natural respect …

AGRIPPINA
No more, you have said enough.

PALLAS
I seek pardon for my love, my fair one.

AGRIPPINA
Let it suffice that I have heard and pardoned you.
Further discussion must be deferred until a later time.
Pallas, you shall know
that which is hidden from all others.
Claudius is dead.

PALLAS
Claudius?

AGRIPPINA
The fate of his successor will be settled
by the army and the people.
Go you to the Capitol,
gather our supporters,
and at the moment
when Caesar's death is made known,
acclaim Nero immediately.
If my son comes to power,
Pallas will reign with Agrippina.

Aria

PALLAS
Propitious fate
descends today from the stars.
through you to me.
For through you alone,
my lovely adored one.
my star shines on me.
making glorious my faithfulness.

He leaves.

SCENE IV

Recitative

AGRIPPINA
Now that Pallas is conquered,
let's vanquish Narcissus too.
Ho there, call Narcissus!
A page sets off.
He who knows how to pretend
obtains what he wants.

SCENE V

NARCISSUS
A suppliant at your feet …

AGRIPPINA
Enough of that!
To impart a dark secret
I call Narcissus aside;
you alone do I appoint today
to be the doer of a great deed,
and to your confidence entrust
what I have hid until now.

NARCISSUS
You may always rely
on my confidence.

AGRIPPINA
Yet what your true feelings are
I know not: reveal them to me.

NARCISSUS
Ah, sovereign Augusta,
that which I would speak is forbidden

AGRIPPINA
All shall he allowed to you.

NARCISSUS
Then if I am free to speak my mind,
I shall tell you that I love you.

AGRIPPINA
And can you make so bold?

NARCISSUS
A suppliant at your feet
I beg …

AGRIPPINA
What would you ask?

NARCISSUS
That you turn your gaze towards me with pity.

AGRIPPINA
Rise, and let it be a mark if my clemency toward you
that I comprehend your desires and forgive you.

NARCISSUS
Now that you are aware of my love,
I am happy.

AGRIPPINA
How well I trust you,
read and discover

NARCISSUS
Heavens, what do I read?

AGRIPPINA
Now is the moment
to ensure that the sceptre
remain in Agrippina's hands.
Go straightway to where
the populace and soldiers are gathered;
there wait till I have revealed
the fateful news, then subtly introduce
the name of Nero amongst the crowd.
If heaven today allots the throne to Nero.
Narcissus shall reign with Agrippina.

Aria

NARCISSUS
I hurry away, my heart light
at the prospect of happiness.
I shall fly from place to place
on the wings of love,
and with passionate fervour
shall do your bidding.

He leaves

SCENE VI

Recitative

AGRIPPINA
As much as destiny's decrees
can do, so can I do, myself!
Let nothing be overlooked.
To work, to work!
All praise to him
who deceives in order to reign.

Aria

AGRIPPINA
Amidst the tempest
my soul hopes to reach its port.
So well have I armed
my breast with constancy,
that with fair land in sight,
even the most baleful storms
seem objects of comfort.

SCENE VII
The square in front of the Capitol

Arioso

NERO
surrounded by the populace, distributing gifts
What pleasure it affords a kind heart
to bring relief to the wretched!

Recitative

NERO
Here, you must have some too.

Arioso

NERO
Yet it grieves me to see
that amidst all these crowds
you have no zealous supporter
to commiserate your state.

Recitative

NERO
My friends, I clasp you to my bosom;
oh, with what pleasure
I would take your cruel poverty
upon myself!
(May cunning and deceit serve my ends!)

SCENE VIII

PALLAS, NARCISSUS
This is the man who shall soon
be emperor of Rome.

PALLAS
(One must win his affection.)

NARCISSUS
(One must bug his favour.)

PALLAS
In these acts, sir.
your virtue shines out.

NARCISSUS
Your tender mercy, here displayed.
is such as to win hearts glory and renown.

NERO
Ah Pallas, ah Narcissus!
It pans me that miserly fate
constrains my wishes.
I would help all those in need - for compassion
is the virtue most pleasing to the gods.
(Mother, I hold to your precepts,
dissembling in order to become emperor.)

PALLAS
Agrippina comes.

NARCISSUS
And accompanied
by people of every rank,
Some weighty matter brings her.

PALLAS
Perhaps you know of it?

NARCISSUS
What it may be, I do not know.

NARCISSUS, PALLAS
(Agrippina made known all to me alone.)

NERO
(This is the day on which
my destiny will be decided.)

NARCISSUS, PALLAS
(Soon I shall reyel in her lovely features.)

SCENE IX

AGRIPPINA
She goes to seat herself on the throne.
You who with love,
wisdom and strength
direct the I fortunes
of lofty Rome, to you I am come,
the unhappy bearer
of dread tidings.
My friends. Claudius is dead;
the treacherous sea,
envious that such a treasure
should be left onland,
has snatched it from us,
and of the throne of Rome
has made a widow.
She comes down from the throne.
Lei the authority residing in you
choose another emperor for the throne,
and let him be just, merciful and pious,
as Rome deserves,
and as my heart desires.

Quartet

PALLAS
Your son …

NARCISSUS
Your offspring …

NARCISSUS, PALLAS
… alone deserves sceptre and crown;
long live Nero!

AGRIPPINA
Long live Nero!
Come, my son,
ascend the throne.
Come, o emperor of Rome!

NERO

My soul rejoices within me.
Now I shall reign,
now I shall wreathe my locks with laurel.

Agrippina and Nero ascend the throne.

Recitative

AGRIPPINA
But what sound of joyous trumpets do I hear?

SCENE X

Arietta

LESBUS
O joy! Rejoice!
Claudius is arrived
at the port of Anzio;
Otho subdued the vaunting pride
of the ocean, that wished him drowned.

Recitative

PALLAS
What do I hear?

NARCISSUS
O cruel heavens!

AGRIPPINA
Treacherous fate!

NERO
Is there anyone in the world so wretched as I?

AGRIPPINA
My son, do not allow the slings and arrows
of outrageous fortune to trouble you;
you shall ascend the throne
from which you dismounted.
(If ever cunning were needed,
let it now be employed.)
Oh what contentment, my friends,
is born within my afflicted heart:
Claudius is risen from the dead,
and risen with him
are the fortunes of Rome.
At such happy news
let general joy spring gladly forth!

CHORUS
Long live Claudius!

NARCISSUS
(Oh lost happiness!)

PALLAS
(My hopes are dashed!)

NERO
(Pitiless heaven, do you betray me thus?)

LESBUS
My lady, to you is come the valorous Otho,
who dragged Caesar from the ocean's maw.
and restores him to land.

AGRIPPINA, NERO, NARCISSUS, PALLAS
(Here comes the main cause of my affliction.)

LESBUS
(Swiftly I shall fly to Poppea, a messenger of love,
to reveal to her the feelings Claudius nurtures in his breast.)

SCENE XI

OTHO
To kneel before you, o Augusta,
fortunate amidst misfortunes, I return.
No sooner had the Britains been defeated,
and while the sea yet bore
our great and swollen triumph,
than, still envious,
the ocean tried with storms
to plunder it from Rome.
Too weak to bear their loaded cargoes,
our ships gave way before the storm clouds
that shattered us between rocks,
and submerged us beneath the waves;
nor did the treacherous billows
respect the emperor more
than the common plebeian,
but dragged him down into themselves,
till all believed him dead.
But, thanks to kindly fate, in the general wreck,
my strong arm brought him forth from death.

AGRIPPINA
For such a great deed,
Claudius, Rome and Agrippina
are all in your debt,
and from the soul of a Caesar
the greater reward shall be more fitting.

OTHO
Already has a grateful monarch's reward
surpassed my deservings;
Caesar's benevolence
appoints me to the throne.

NARCISSUS, PALLAS
(Oh heavens, what do I hear!)

AGRIPPINA
(Caesar?)

NERO
(Alas, what anguish!)

OTHO
At break of day
Rome will marvel at her Claudius triumphant,
and he will then make known
to the people and the Senate
the honour he bestows upon me.

AGRIPPINA
An honour well deserved.

PALLAS
Then Otho shall be …

NARCISSUS
He shall be Caesar?

AGRIPPINA
(Over my dead body!)

NERO
(Alas, what jealousy I suffer!)

OTHO
to Agrippina
If you will permit, my lady,
I would reveal to you a weighty secret,
on which alone depends
all that is most dear to my heart.

AGRIPPINA
(Let us listen with circumspection.)
And you others may leave.
Confide in me, tell me
what is your heart's desire?

NARCISSUS
(Cruel heavens!)

PALLAS
(What a turn of events!)

NERO
(Alas, treacherous fate!)

Nero, Narcissus and Pallas leave.

SCENE XII

OTHO
O Augusta, I love Poppea:
throne and sceptre I heed not,
if I am deprived of the adored one,
to whom my life is subject;
on you my fate today depends.

AGRIPPINA
Let feelings of love
for the admired beauty
then sustain your heart,
for mine wil be ready
to grant you assistance.

OTHO
O great and magnanimous
bestower of favours and of blessings,
how much, how much do I owe you!

AGRIPPINA
(Claudius loves Poppea, that I already know;
I hope that my plan willl not come to nought.)

Aria

AGRIPPINA

Right worthy are you
of the laurel.
(My heart meanwhile
is aflame with anger.)
For the one
who inspires your love
a gentle flame
burns in your breast.

SCENE XIII

Recitative

OTHO
O fortune you grant me
the very summit of happiness!
To make me blessed,
love today unites the gift of the throne
with that of a countenance
both god-like and beloved.

Aria

OTHO
O flattering hope,
deceive not my heart!
Smiling fate,
do not change your countenance!

SCENE XIV
Poppea's chamber

Aria

POPPEA
before the mirror
You precious pearls,
you choice flowers,
adorn my brow!
Increase the rarity
of my beauty.
To awaken love in men's hearts
I have in mine a ready desire.

Recitative

POPPEA
Otho, Claudius and Nero
have all revealed their passion.
Each one is flattered by his own ardour;
they no longer know
whether I speak the truth,
or deceive.

SCENE XV

LESBUS
My lady, oh my lady!

POPPEA
(Here is Claudius's servant:
let love's deceptions and cunning be maintained.)
O faithful servant, what comfort
the sight of you brings me!
And what happy news
do you bring me from Claudius?

LESBUS
In his peril on the ocean,
worse than the loss of his own wife,
thoughts of you made Claudius wretched.
Each one called on his gods for help;
he called on Poppea.

POPPEA
Ah, dear Lesbus, I cannot find words
to describe the terribIe sorrow
which such a painful separation
brought to my heart.
Not a moment went by
but he was in my thoughts.
(My heart, well you know
what a liar my tongue is.)

SCENE XVI

LESBUS
Then I am the bearer of happy news.

AGRIPPINA
aside
(That servant is here,
let's see what he has to say!)

POPPEA
And what is it, pray?

LESBUS
Alone, in silence and in secret,
this very night
will Claudius come to you.

POPPEA
(Heavens, what do I hear!)
But what about Agrippina?

LESBUS
Have no fear, my lady.
I shall keep careful watch
all around.

POPPEA
Whatever shall I do?

LESBUS
The hour is at hand:
he awaits me in the palace close by.
A single moment's delay
is painful to a loving heart.

POPPEA
Then let Claudias come,
but he must understand
that my heart, even if it is his,
is ever constant in its purity:
I welcome him as sovereign, not as lover.

LESBUS
I ask not that much: I go, farewell!

AGRIPPINA
(Fate seconds my wishes!)

SCENE XVII

POPPEA
Why does dear Otho not come,
instead of Claudius?
He would be more welcome
to the heart that loves him;
but what one longs for
is always slow in arriving.

Aria

POPPEA
Love is a fire
that enters the heart.
But how? No one knows.
It ignites very slowly,
but then grows larger
and burns you up completely.

SZENE XVIII

Recitative

POPPEA
(But herer comes Agrippina.
Whatever shall I do if Claudius arrives.
Ah, what a problem!

AGRIPPINA
Poppea, you know that I love you,
and care for whatever concerns you -
whether for good or ill.

POPPEA
(If Claudius arrives I shall cry on heaven to help me.)

AGRIPPINA
(I hope to see an end to this little intrigue.)
Tell me without blushing, are you in love with Otho?

POPPEA
Ah, Agrippina, I dare not say!

AGRIPPINA
Confide in me
your heart's feelings.

POPPEA
Then it's true, I love him madly.

AGRIPPINA
Then know that he betrays you;
aware that Claudius
looks longingly on your beauty,
he undertakes to do you a terrible wrong.
Giving way to the stirrings
of secret ambition in his heart,
he gives you up to Claudius,
in order that, as enthroned Caesar,
the joyous Capitol may today acclaim him.

POPPEA
Can all this be true?

AGRIPPINA
It is most true, I do assure you,
and to confirm what I say,
learn that this very night
Claudius will come to you
hidden by the darkness.

POPPEA
(Agrippina knows all about it!)

AGRIPPINA
Listen:
Claudius will be here soon;
let you prepare your revenge.

POPPEA
What should I do?

AGRIPPINA
Make sure
that jealousy enters Claudius's heart;
feign sadness,
say that proud Otho,
emboldened by his new rank,
insists that you not see Claudius,
and himself desires you.
To keep Claudius off,
use flattery and tricks,
and if he declares his love,
promise love in return,
weep, sigh, and beg.
Concede nothing, however,
until he first bow to your wishes.

POPPEA
That much I am ready to do; but if he yield,
the fruit of my promises he will want to enjoy …
and I here all alone and undefended …
How can I ward off so great a danger?

AGRIPPINA
Follow fearlessly my advice.

Aria

AGRIPPINA
There is something in my heart
which instead of sorrow
prompts me to joy;
but I accustom my heart to fear
the voices of pleasure.
Either it no longer listens,
or due to the mind's trickery
the heart perhaps believes them.

SCENE XIX

Recitative

POPPEA
All heavens, what strange events
disturbmy peace of mind!
Otho, Otho, are these your promises, your vows?
Do you thus deceive the heart
which in well-bred resignation bore for you
the pangs of love? Do you thus betray
for vain splendour's sake the sincere loyalty
you owed me, and, rashly,
to satisfy your ambitious presumption,
offer me in sacrifice to your wishes?

Aria

POPPEA
Do what you will,
I shall not suffer
your mockery!
Within my breast
I shall awaken scorn and vengeance.

SCENE XX

Recitative

LESBUS
The coast is clear. My lady, Claudius is here.
Fear not, you shall be safe: silence lies all around,
not even the sighing of the breeze can be heard here;
and I, Argus-like, will stand guard over your pleasures.

SCENE XXI

Aria

CLAUDIUS
Once again I behold you in wonder,
my pretty eyes, my stars of love;
never tired of worshipping you
I offer in tribute my soul and my heart.

Recitative

CLAUDIUS
But, heavens, why so sad and upset,
with nothing to say to me?
What thought troubles you?
You have already witnessed
sincere proofs of my love.
Then why hide your heart's sorrow from me?
Speak, my dear, speak!

POPPEA
If you want me to uncover the reason
for the suffering within me, then know …
But, o god,
She pretends to weep
these heartfelt sobs, intermingled with weeping,
scarcely allow the words to form
on lips that have known bitterness.
(Revenge teaches me to lie thus.)

CLAUDIUS
Do not hide your grief;
you may dispose of whatever lies within my power.
Then ask what you will,
all shall be granted to you by my love.

POPPEA
Alas, then, that I am no longer allowed to love you!

CLAUDIUS
And who forbids you?

POPPEA
O god!

CLAUDIUS
Tell me!

POPPEA
I cannot.

CLAUDIUS
Who has tied your tongue?
Tell me, my dear!

POPPEA
Otho.

CLAUDIUS
Otho?

POPPEA
Yes, Otho, who, full of pride,
tries to force my affection.

CLAUDIUS
Tell me all; whatever do I hear!
The traitor!

POPPEA
A long time ago
he revealed his secret desires to me,
but to no avail:
my constancy in loving you
obliged me to reject him,
until at last he learnt to his annoyance
the reason of my firmness.
Now proud and haughty.
he boasts that tomorrow
his brow shall be adorned with the sacred laurel.
Boldly he commands, impudently he threatens me,
if I cast a single glance on you, my dearest.
Is not this reason enough for my great sorrow?

CLAUDIUS
Does he dare to make so bold?

POPPEA
Deprive, Caesar, deprive an overweening man
of the hope of reigning, and then you will see
the proud one sufficiently humbled
never to dare lift his gaze to me again.

CLAUDIUS
Leave it tome. Don't cry, dear heart!

POPPEA
Is that a promise?

CLAUDIUS
I swear it.

POPPEA
Then Otho shall no longer be Caesar?

CLAUDIUS
No, no, my dear.
This very night I wish to show you
the proofs of my faith and love.
Come, let me take you in my arms;
joined in a sweet embrace,
our love promises us yet sweeter pleasures.

POPPEA
looking around
(The moment of crisis is come: where is Agrippina?)

CLAUDIUS
Give your hand to him who loves you!
Delay no longer in bringing consolation to my love!

POPPEA
looking around again
(The danger increases,
and still no Agrippina.)

CLAUDIUS
What are you staring at, my love?
Guarded by the faithful Lesbus
are the royal thresholds. Come then,
my dear, assuage my desire!

POPPEA
(No sign of Agrippina. Ah, what torment!)
She turns and looks around again.

Arietta

CLAUDIUS
Come, my dear,
so that in a tight embrace
love may prepare
our sweet delight!

Recitative

POPPEA
(Whatever shall I do!)

CLAUDIUS
I understand!
A chaste woman sometimes wants the excuse
that she is taken by force.
Do not fight me off, my heart!

SCENE XXII

LESBUS
running in
My lord, my lord,
we must flee immediately!
Here comes your wife Agrippina.

CLAUDIUS
Cruel heavens!

LESBUS
Do not delay!

POPPEA
(My, troubles are over!)

CLAUDIUS
Lesbus, lock the door!

LESBUS
There isn't time.

POPPEA
Ah, Claudius,
you're lost as well as I.
Leave, sir, if you love me!

CLAUDIUS
And be deprived of my pleasure?

LESBUS
No time for arguing!

POPPEA
(Agrippina arrives just in time to save me.)

Trio

CLAUDIUS
And when, my lovely, shall I enjoy your love?

POPPEA
Whenever you wish!

LESBUS
Let's go, my lord!

Claudius and Lesbus leave.

Recitative

POPPEA
At last he has gone! This very day
my happy heart will see the traitor punished.

SCENE XXIII

POPPEA
O my liberator,
how much I owe you, and how eagerly
I await the results of your good advice!

AGRIPPINA
Hidden, I heard all.
Today we shall be two happy companions
witnessing our, rather than Caesar's triumph.
I embrace you, my dear. Confide everything to me.
Trust in my heart, which loves you, dear.
(This tangled web unwinds to a happy ending.)

POPPEA
Augusta, my very will depends on you.

AGRIPPINA
This soul of mine hangs suspended from your love.

Aria

AGRIPPINA
My heart exists only to love you;
I shall always be your friend.
With pure and sincere affection
I bind myself to your breast:
may trickery, deception and cunning
never come between us.

SCENE XXIV

Recitative

POPPEA
If Otho has deceived me, and if the ingrate
spurns the sweetness of love for pomp,
the vengeance of my betrayed heart is just.

Aria

POPPEA
If something vexatious
wounds the heart,
love changes to fury
in the breast.
He who offends
neither loves, nor follows Cupid;
so the heart defends itself
from a momentary passion.


ACT TWO

SCENE I
A street in Rome next to the imperial palace,
decorated for Claudius's triumph.


Recitative

PALLAS
So we have been tricked?

NARCISSUS
My friend, what I told you is true.

PALLAS
And what I told you is not to be doubted.

NARCISSUS
Let us then keep faith with one another,
as is needful in subterfuge.

PALLAS
If Agrippina mocks us,
we must use cunning against her.

NARCISSUS
Yes, yes, our pretence shall uncover her deception,
and whatever she asks of you, do you tell me straightway,
just as I promise to reveal to you truly
whatever she asks of me.

NARCISSUS, PALLAS
Let our right hands he pledge of our fidelity!

PALLAS
But here is Otho.

NARCISSUS
He that is to be Caesar!

PALLAS
Already he receives universal homage.

SCENE II

Aria

OTHO
Crowned with the laurel wreath
shall I be, on the Capitol.
But greater still is my desire for the beauty I adore
than for either crown or throne.

Recitative

PALLAS
More than your triumph, sir,
today Rome honours your virtue.

NARCISSUS
The country bows down before your lofty valour.

OTHO
I would wish to own virtue and valour enough
to see Lazio's dominions happy,
her enemies overthrown.

PALLAS
But see, from on high
Poppea descends with Agrippina
to meet with Caesar.

OTHO
The goddess and queen of my heart is come!

SCENE III
Agrippina, Poppea and Nero descend from the palace with their retinues.

AGRIPPINA
(Here is that haughty man!)

POPPEA
(Here is the traitor!)

NERO
(I behold my rival,
and feel my heart fill with anger.)

AGRIPPINA
aside, to Poppea
(Poppea, let us be cunning!)

POPPEA
(Let us be cunning!)

OTHO
Most lovely Poppea,
at last I may gaze in wonder
on those beloved eyes.

AGRIPPINA
aside, to Poppea
How treacherous he is!

POPPEA
(Thus he would deceive me!)

NARCISSUS
(How troubling is this sorrow within my breast!)

OTHO
Agrippina will already have told you
what lies in store for me …

POPPEA
I understand your wishes,
and what the fates have arranged in your favour.

AGRIPPINA
to Otho
I have told her of your desires.
aside, to Poppea
He wants me to excuse his misdeeds.

POPPEA
(Ah, the traitor!)

OTHO
That which Agrippna has revealed
is my heart's desire, and you will understand
that without you the pleasures of the throne
would be a penance.

NERO
Here comes Claudius.

AGRIPPINA
(He comes in good time,
to allow my stratagem to remain undiscovered.)

Chorus

POPPEA, NERO , AGRIPPINA, OTHO, NARCISSUS, PALLAS, LESBUS
To the joyous clamour of trumpets and drums
our festal day resounds on every side!
Rome cheers on its great ruler.
Long live triumphant Claudius!

SCENE IV

Recitative

CLAUDIUS
upon a triumphal chariot
In conquered Britain
a new realm I bring to Rome
in fetters, and in vain, to frustrate the enterprise,
were let loose all the storms the sea can muster,
all the earth's monsters; since not even the powers of hell
shall prevent that which the destiny of Rome has ordained.
He descends from his chariot.

Aria

CLAUDIUS
Let the subject world itself
become the foundation of the Roman throne.
For what a happy realm
is that subject to the Capitol!

Recitative

AGRIPPINA
My lord, how my heart rejoices
to look on you! And these arms
which, when denied your embrace,
brought me such suffering,
make now a sweet chain of love.

CLAUDIUS
Lovely, Agrippina,
let me clasp you once more to my bosom,
to this most constant and loving of hearts.
As a consort I embrace you, and as a lover.

POPPEA
Caesar, I too honour your great triumphs.

CLAUDIUS
I am grateful for your words.
aside, to Poppea
You know how I adore you.

NERO
I offer tribute from faithful devotion.

CLAUDIUS
My so, be sure of my love.

NARCISSUS
Your glory I worship in deep humility.

PALL AS
And the immortal fame of your triumphs
spreads far and wide.

CLAUDIUS
I am aware of the tender thoughts
of Narcissus and Pallas.

OTHO
At your feet, great Caesar,
behold your faithful Otho lying,
who from the ocean …

CLAUDIUS
What do you want?

OTHO
In faith, my lord,
I humbly await my promised reward.

CLAUDIUS
And you have the temerity to appear before me?

OTHO
Of what fault am I guilty?

CLAUDIUS
You are a traitor!

NERO, NARCISSUS, PALLAS
(What is this I hear?)

AGRIPPINA
(Very good!)

POPPEA
(Rejoice, o my heart!)

OTHO
I a traitor?
Who braved mortal dangers fearlessly
to pluck you from death? I a traitor?

CLAUDIUS
Enough! For your transgression
death is the proper reward.

OTHO
Heavens, what do I hear!

CLAUDIUS
(But to he who saved my life, his life will I give back.)
He leaves.

OTHO
Agrippina, come to my aid!

Arietta

AGRIPPINA
Expect no help from me,
you faithless,
treacherous man!
Dazzled by splendour,
was your vicious crime
not apparent to you?
She leaves.

Recitative

OTHO
And you, Poppea, my beloved?

Aria

POPPEA
Your beloved is the throne,
I am she no longer.
Therein lies your happiness,
and, for my part,
I am very happy for you!
She leaves.

Recitative

OTHO
Help me, Nero, for pity's sake!

Aria

NERO
Protected by the laurel on your brow
misfortune and ruin
surely cannot dismay you?
Even the thunderbolt respects
the foliage which today is chosen
to adorn your head.
He leaves.

Recitative

OTHO
I am destiny's plaything. Narcissus, my friend,
do you share the grief that encompasses my breast?

NARCISSUS
A friend remains true only as long as Fortune does.
He leaves.

OTHO
Will you at least take pity onmy tormented soul!

PALLAS
He who is Caesar's enemy, is also Pallas's.
He leaves.

OTHO
Faithful Lesbus, weep you with me for my grief!

LESBUS
Lesbus scorns to give ear to a traitor.
He leaves.
SCENE V

OTHO
O Otho, what dreadful thunderbolt is this!
Ah, ungrateful Caesar, faithless friends, unjust heaven!
Yet how much more unjust, ungrateful and unfaithful than heaven,
Caesar or friends, is Poppea!
I, a traitor? I, a monster of unfaithfulness?
Ah, heavens, ah, wicked fate!
Could any suffering be worse than mine?

Aria

OTHO
You who hear my complaint,
share my grief with me.
I lose a throne, which I despise,
but my beloved, whom I prize so greatly,
ah! what torment it is to lose her,
unmanning my very heart within.

SCENE VI
A garden with fountains

Aria

POPPEA
How lovely it would be
to find my beloved innocent.
I feel an urge within me
to be merciful.

Recitative

POPPEA
Otho's torment torments me too;
I should like to hear his explanation.
But here he comes, sad and thoughtful,
perhaps to unburden his heart's bitter pain.

SCENE VII

POPPEA
It seems that love is the cause of his suffering;
the better to uncover the truth,
I'll pretend to he asleep.
Unseen by Otho, she seats herself by a fountain, pretending to be asleep.

Arioso

OTHO
Pretty streams that, murmuring the while,
wind along your grassy way...
He sees Poppea.

Recitative

OTHO
But what do I see, o heaven?
Poppea takes her rest amid the flowers,
while I find no respite from my dreadful suffering …

Arioso

OTHO
You sleep, o lovely eyes,
and peace refreshes your heart.

Recitative

POPPEA
pretending to talk in her sleep
Otho betrayed me!

OTHO
Even sleep, o god! deceives you,
since you think me unfaithful!

POPPEA
Cruel deceiver!

OTHO
Tell me, at least, what fault
engenders your coldness?

POPPEA
Otho a traitor!
She appears to wake up.

OTHO
(She wakes; let me hear what she says!)
He withdraws to one side.

POPPEA
Now wide awake, she appears to talk to herself.
O illusions, still you disturb my peace?
You present to me as suppliant
the image of that unworthy traitor?
What could he say in his own defence?
Could he perchance deny that he had ceded
his love, all his promised faith, to Claudius,
so that Rome might see him a Caesar
on the Capitol's throne this day?

OTHO
(Heavens, what is this I hear?)

POPPEA
Tell me, unfaithful one, if you will betray me?
Imperial Agrippina shall bear witness to your transgression,
for your wickedness could not be so brazen
as to gainsay a royal tongue.

OTHO
(I can hear no more.)
Behold at your feet …
Poppea makes as if to leave, Otho holding her back.
You run from me? Stay, my dearest!
(Ah, what anguish!)
At least hear me!

POPPEA
I will hear you no more.

OTHO
Stop!

POPPEA
Leave me alone!

OTHO
Listen!
Take this dagger I place in your right hand,
and if you find me guilty,
then kill me, and I will be content.

POPPEA
She takes the dagger and points it towards Otho.
Speak, then, but be warned
that the punishment for your crime is already ordained.
If you have betrayed me,
you shall fall a mortal victim on this very spot.

OTHO
Unknown to me, yet understood
is the appalling accusation
that provokes you to anger.
That I would give you up to another?
That I would let you go, my very sun,
for a single ray of blind ambition?
Who could ever believe this, who maintain it?
For sceptre and laurel I care not:
my heart has always been turned towards you,
for your lovely face is worth a thousand worlds.

POPPEA
I don't know whether you are to be believed.
What I know was revealed to me by Agrippina.

OTHO
What do I hear?
That treacherous, wicked woman, the cause of my suffering!
Hear, o Poppea, how black her heart is.

POPPEA
Otho, now is not the time, nor the place secure.
Come to my apartments; I shall lay aside my coldness.
If you are guilty, I shall he merciless:
but if innocent, you will find me compassionate.

Aria

OTHO
I would have you just, not meiciful,
my darling, in judging me.
I am completely innocent:
if then you find my heart has lied,
I shall forgive your condemnation.

SCENE VIII

Recitative

POPPEA
Of what a tangled skein of lies am I the victim?
Now at last do I perceive your impostures, Agrippina!
To snatch from Otho Caesar's laurels, you deceived me.
The overweening scheme that tempts you to advantage Nero
is uncovered. I shall not give way to grief.
If I don't have revenge, I am not Poppea!

Aria

POPPEA
Deceived just once
I can be - but not more.
When it trusts, the heart listens;
but once deception is uncovered
it makes itself deaf, and no longer hearkens
to the one who lied the day before.

SCENE IX

LESBUS
At last I find you!
Claudius, impatient to see you again, sends me to you,
requesting a private interview with you
in your apartments.

POPPEA
How shall I decide what to do?

LESBUS
Beautiful lady, he bold,
for the more ardent the love,
the more pleasure lit gives.

POPPEA
(Destiny offers me a fine opportunity for revenge.)
I accept Caesar's favour.

LESBUS
Then he may come?

POPPEA
Yes, let him come.

LESBUS
I fly to bring my lord such welcome news.

POPPEA
(Heaven assist me in my plan!)

LESBUS
Today I hope for a worthy recompense for my labours.)

SCENE X

POPPEA
I put myself in no small danger, it's true;
but he who knows no fear has his revenge.
The desire to pursue it inspires me to a daring plan.
Now I would wish Nero here.

SCENE XI

NERO
I'm here, my darling.

POPPEA
(Oh how propitious fate seconds my desires!)
Listen, Nero! You have sworn to me
the merit of your love and your faith thousands of times.
I was doubtful of your sincerity,
since men are wont to deceive women,
and esteem our frailty only to treat it with disdain.

NERO
Have no fear, my dearest!

POPPEA
To receive from you sufficient proofs
this place is not sale enough.
Come alone to my apartments;
there, if you can persuade my heart,
as love's reward, you may expect love.

NERO
Oh, my adored one!

POPPEA
Hush!
Do what I say, but be discreet:
love made public brings cares instead of pleasure.
(I hope my little scheme comes off.)

Aria

POPPEA
Against the weight of your love
measure your pleasure
and your hope.
If you heart is faithful,
it hopes for pleasure,
and your hope is well founded.

SCENE XII

Recitative

NERO
Fate offers me
a pleasure I have longed for!
Today I hope to kiss that lovely face!

Aria

NERO
When a woman invites her lover,
love's pleasure is close at hand.
When she says: "Come straightaway,''
it's a way of saying: ''Come and enjoy yourself!"

SCENE XIII
Agrippina's apartments.

Aria

AGRIPPINA
How you torment me, my restless mind!
May heaven aid my plans!
Let my son reign, smile upon him, you gods!

Recitative

AGRIPPINA
The scheme I labour for lies in great peril.
Believing Claudius dead,
too much I confided in Narcissus and Pallas.
If my stratagem is uncovered,
Otho has the mettle and Poppea the courage
to undo the damage.
Surrounded as I am by so many enemies,
now is the moment, my cunning wiles, to summon you up.
Ah, do not abandon me!

Aria

AGRIPPINA
How you torment me,
my restless mind!

SCENE XIV

Recitative

PALLAS
Though my unfriendly fate
smiles not upon my vows,
yet your faithful Pallas's heart
is ever constant in your service.

AGRIPPINA
Then let it be constant
in continuing to serve me willingly.

PALLAS
And in what manner can I obey your orders?
Command me, my lovely one!

AGRIPPINA
Then listen:
Narcissus and Otho are my enemies.
I wish to see both of them dead.
You understand what a risk I expose you to.

PALLAS
In serving you, Agrippina, there is no risk
that is not transformed into glory.
But what will become of my love?

AGRIPPINA
You must hope, PalIas!

PALLAS
(This woman has the heart of Megaera!)

Aria

PALLAS
With a mild ray of hope
my constancy constancy leads me on.
So my heart seeks no more
than her faith and compassion.

SCENE XV

Recitative

AGRIPPINA
My will does not despair of reaching its goal.
But is this Narcissus? Let's be bold!

SCENE XVI

AGRIPPINA
Now is the time, Narcissus, to bring matters to a conclusion.
United, Pallas and Otho are our joint enemies.
If you feel love for me, and if you are courageous,
our outlook is secure.

NARCISSUS
What must I do?

AGRIPPINA
Kill them both.

NARCISSUS
I shall do all,
but what shall be my final reward?

AGRIPPINA
Trust me, and you may hope for everything!

NARCISSUS
(What a hard heart this woman has!)

Aria

NARCISSUS
Then I shall hope,
since these lovely lips tell me to, o regal one.
And if I hope to he happy,
such hope is reasonable.

SCENE XVII

Recitative

AGRIPPINA
To bring peace tomy heart
I sow the seeds of war and hatred.
In Claudius lies the end of my labours.
Here he comes. Prepare to deceive him, my, heart!

SCENE XVIII

CLAUDIUS
I come to gaze, my sweet,
on these rays of love from your beautiful eyes.

AGRIPPINA
I would I had
the mighty advantage of beauty
to recompense your love;
but where it lacks, my heart,
which beats for you alone, atones.
But, o god, an inner pain
stirs within my breast, tormenting me,
and bringing perturbation to my soul.

CLAUDIUS
What fear assails you? Reveal it, my dearest!

AGRIPPINA
I sense the very security
of your being in peril, and seem to hear
the clash of weapons on every side.

CLAUDIUS
And what bold upstart
could plot betrayal in Rome?

AGRIPPINA
Ah, my dear one,
Otho rages with indignation,
and makes known to all the grave wrong done him.
If one does not with all despatch
stifle a small flame,
a mighty, ruinous blaze will be born.

CLAUDIUS
What is your counsel?

AGRIPPINA
It is needful
to pIuck a poisonous root out of the ground.
Since Otho still hopes to leap onto the throne,
his arrogant heart will hatch schemes,
lies and stratagems;
he will seek out supporters
motivated by self-interest, and the common herd,
dazzled by gold,
will wish to see his brow crowned
with the sacred laurel.
Confound his schemes,
forestall his subterfuges,
acclaim a new Caesar;
at a stroke shall Otho be abandoned.
for all will worship the rising sun.

CLAUDIUS
But whom could I place on the throne
without fearing that, in love with power,
he would be ungrateful for my kindness?
For jealousy is the companion of authority.

AGRIPPINA
Do you believe, Claudius, that I love you?

CLAUDIUS
Of your love I am certain.

AGRIPPINA
Then grant my son Nero
be made Emperor of Rome!
He will be ever obedient to your wishes.
His respect for me, his mother,
will make his heart submissive to you, as a father.

CLAUDIUS
I commend your proposal, a wise notion.

AGRIPPINA
(Courage, my heart! We're close to our goal.)
Then do not delay.

CLAUDIUS
Let me think awhile
on this important matter.

AGRIPPINA
The danger is acute!

CLAUDIUS
I will do all, but leave me to …

AGRIPPINA
Ah, he who hesitates
is lost.

SCENE XIX

LESBUS
aside, to Claudius
My lord, Poppea …

CLAUDIUS
aside, to Lesbus
What did you say?

LESBUS
aside, to Claudius
She awaits you.

AGRIPPINA
A moment's delay
puts you in peril.

CLAUDIUS
Doubt not, you shall have your wish.

AGRIPPINA
But when?

LESBUS
aside, to Claudius
Come quickly, my lord!

CLAUDIUS
aside, to Lesbus
I'm coming!
to Agrippina
It shall be soon. Farewell!
Another matter calls me away.

AGRIPPINA
No, no, you shall not go,
unless you first promise me this.

LESBUS
aside, to Claudius
Time presses.

CLAUDIUS
aside, to Lesbus
l'm coming!
to Agrippina
Very well, so be it: I promise.

AGRIPPINA
This very day,
Nero shall be emperor, seated on the throne?

CLAUDIUS
This very day.

AGRIPPINA
(I ask no more.)

Aria

CLAUDIUS
It is enough for you to ask
for me to give,
my pretty lips.
As soon as I see you,
my heart is lost,
my pretty cheeks.

SCENE XX

Recitative

AGRIPPINA
Fate smiles favourably on me today,
provided that my beloved son is Caesar,
I can meet any danger.

Aria

AGRIPPINA
Whatever wind blow him to port,
no matter how fiercely threaten the tempest,
the mariner spreads wide his sails.
If my son reign, my one hope,
let the stars show however dismal an aspect,
yet will I look on unconcerned.


ACT THREE

SCENE I
Poppea's room, with a facing door and two others, one on each side.

Recitative

POPPEA
I pushed dear Otho to the very brink,
but premeditated trickery,
planted within me a desire to avenge myself
by outwitting her who outwitted me.

SCENE II

OTHO
Ah my Poppea! I pray you,
do not think me guilty
of this vile betrayal.
That wicked woman tricked me, when, at my pleas,
she offered sympathetic protection
to my faithful love.
I am love's follower, heeding naught else,
and to you, my beloved, I swear eternal faith.

POPPEA
And I, with whatever heart I have within me,
my dearest, accept it.
I have made ready the means
of our revenge, and if I was the cause
of harm, it is meet for me to repair it.
Now hide yourselfl here, and stay silent.
Doubt not my faith, nor be jealous
of what I may say or do.
For a little while you must suffer grievous torment,
which shall result in another's punishment,
and your content.

Aria

OTHO
I will be silent,
as long as you truly love me.
I will endure,
though your coldness
towards me be cruel.
He hides in a doorway behind a curtain.

SCENE III

Recitative

POPPEA
I still await Nero and Claudius.
My, spirit has become impatient
to avenge the offence.

SCENE IV

NERO
I arrive breathless, my darling,
to receive the reward of my true faithfulness.

POPPEA
I see full well in your delay
that ardour has not spurred you on.
That happy time appointed you
is already past; it is necessary
to delay the suffering heart's cure.
But, o god. I am afraid …

NERO
Of what?

POPPEA
That Agrippina may come here, and discover us.
She looks around.

NERO
My mother may come here?

POPPEA
And very soon.
But so that you may discern my feelings,
see what proofs of them I give you:
I want you to hide yourself here,
and wait till she leaves.
Then you will see how much Poppea,
her fears once set aside, loves and adores you.

NERO
How sweet the pleasure I feel in my breast already!

POPPEA
(My cruel torment grows moment by moment.)

Aria

NERO
May your dear heart's passion
make the moments pass more quickly!
For my love is already quite ravenous
for its satisfaction.
He hides in a curtain-draped doorway opposite to the one in which Otho is hidden.

SCENE V

Recitative

POPPEA
Kindly heaven, second my plan.
I'm sure that Otho' heart is bursting with anger:
but he who loves must always suffer.

SCENE VI

LESBUS
There is no one here, my lord;
love will heal the wound in your heart.
He leaves.

POPPEA
Claudius, you flatter me,
but do not really love me.

CLAUDIUS
What? Can you still doubt my love?
My dear, you saw what I did for you!

POPPEA
Tell me, then, what you did.
More brazen and daring than ever is he
who disturbs my peace.

CLAUDIUS
Perhaps the impudent man
does not consider the punishment adequate?

POPPEA
What punishment is that?

CLAUDIUS
Can one thrown off the throne
still harbour such audacity?

POPPEA
I do not understand, my !ord;
more than ever he hopes to ascend the throne.

CLAUDIUS
Could Otho harbour such effrontery?

POPPEA
Otho? What are you talking about, my lord?
Ah, Claudius, at last I comprehend
my fatal ill-luck and my misfortune.
She pretends to weep.

CLAUDIUS
You weep, my lovely? Tell me, what must I do!
Give me your orders!
As I promised you before,
the laurel shall he plucked from Otho's brow.

NERO
(If only I could hear what they are saying!)

OTHO
(I suffer this, and do not die?)

POPPEA
From Otho's brow?

CLAUDIUS
Yes, that bold man who lays down
laws for your love.

POPPEA
That wasn't, my lord, Otho.

CLAUDIUS
But who then?

POPPEA
It was Nero! Of Nero I complained,
who forbade me to gaze on you ever again.

CLAUDIUS
What? You said Otho!

POPPEA
I said Nero, my lord. You can't have understood.

CLAUDIUS
Nero? And all that talk of Otho's desire to reign,
to wield the sceptre and sit on the throne?
You have deceived me, Poppea!

POPPEA
I deceive you? My lord, perhaps you know not
that before you reached Rome
at Agrippina's wish Nero was raised to the throne,
and acclaimed Caesar? Or are you just pretending?

NERO
(Oh heavens, if only he would leave!)

OTHO
(The pain is killing me!)

CLAUDIUS
What strange things you tell me!
But did you not say Otho? Come on, answer me.

POPPEA
My lord, perhaps you mixed the two names up.
Nero and Otho sound mach alike.

CLAUDIUS
I don't know what I did; how confusing this is.

POPPEA
Do you still doubt me?
Trust me, and if you like. I will prove to you
that he who lays unwelcome siege to my heart
is Nero alone. What will you do then, my lord?

CLAUDIUS
Avenge you.

POPPEA
You promise me?

CLAUDIUS
I swear it.

POPPEA
Exactly as I hoped.
You will see whether my heart is honest or deceitful.
Come this way, my lord, and stand there.
Poppea leads Claudius within the central door, and then goes over to Nero.

NERO
(Has Claudius left?)

OTHO
(This waiting is unbearable!)

POPPEA
Nero, where are you?

NERO
I'm here, my dear.

SCENE VII

CLAUDIUS
You presumptuous, impudent lout!

NERO
(Heaven help me!)

CLAUDIUS
Within the very palace itself, you arrogant boy,
you brazenly and indecently
insult the virtue of blameless maidens?

NERO
Hear me, my lord!

CLAUDIUS
Be quiet!

POPPEA
(Well and good.)

OTHO
(Rejoice, my heart!)

CLAUDIUS
Leave my presence,
nor ever dare to appear before me again!

As Nero leaves, Poppea approaches him.

POPPEA
aside, to Nero
Go to Agrippina, and tell her...

NERO
(Alas, cruel fate!)

POPPEA
… that he who seeks to deceive shall be deceived.

NERO
going
From her imperial spirit, you wicked creature,
await what comes. Agrippina knows how to have revenge.

SCENE VIII

POPPEA
Now Claudius, what do you say?

CLAUDIUS
I am convinced.

POPPEA
Now the sincerity of my heart is revealed.
(I must be cunning to rid myself of Claudius.)
But Agrippina, alas, will let loose all her furies.
Nero runs to his mother in a temper.
Ah, I see myself beset by problems!

CLAUDIUS
Fear nothing, my dear; dry those eyes.

POPPEA
Your love has placed me in great danger.
This is not the time, o Caesar, my mind is disturbed
and bent on anything but pleasure.
Agrippina will soon be here: what torture!

CLAUDIUS
No, she shall not come.

POPPEA
Ah, leave me!
You shall obtain nothing from me.

CLAUDIUS
Then shall my love be ever unhappy?

POPPEA
First moderate the anger of your consort.
Make me safe from her fury:
then ask, and you shall know what my heart feels.

Aria

CLAUDIUS
I am the Jupiter of Rome,
and share my power with none.
Around the foot of my throne
flit the ambitions of others.

SCENE IX

Recitative

POPPEA
looking around to make sure that Claudius has gone
At last he's left!
How sweet revenge delights the heart!
Claudius has gone. The trick has surely worked.
Now to free may darling from his unhappy vigil.
She opens the door where Otho is hiding.

SCENE X

POPPEA
Well, Otho. what do you say?
You see Nero made a fool of,
and my heart have its revenge on Agrippina.
You see that I scorn the ruler of the world,
and for you alone, my darling,
live enveloped in love's fetters.

OTHO
Most lortunate fetters,
that bind us together in eternal knots
which, touched by love's hand,
make of two hearts one single heart.

POPPEA
Then can I place my trust
in your sincere faithfulness?

OTHO
I shall die a thousand times, beloved,
before failing you.

POPPEA
You promise?

OTHO
And join to that promise an oath:
may heaven rain down thunderbolts upon me, if I lie.

POPPEA
But if Claudius …

OTHO
I do not care.

POPPEA
Agrippina, Nero …

OTHO
I despise them.

POPPEA
The splendours of the throne?

OTHO
So long as I may clasp you to my breast,
all will I give up.

POPPEA
My love, I am entirely yours.

Aria

OTHO
So long as I may clasp you to toy breast,
my sweetest love, I am happy.
But without you, my own heart,
I am nothing but pain and torment.
He leaves.

Recitative

POPPEA
Then fold your wings, my Cupid,
to repose within the sweet nest of my heart

Aria

POPPEA
To enjoy faithful love
is true pleasure!
It brings the heart contentment.
Beauty's splendour has no worth
unless its source is a faithful heart.

SCENE XI
The imperial hall.

Recitative

AGRIPPINA
Poppea dared do this?

NERO
Just as I told you,
she enticed me, invited me, welcomed me,
and then betrayed me to Claudius!
He was furious, she laughed, and I, terrified,
came running to you, mother, to save me
from Claudius's anger and the danger that threatens.
After all, he is your husband,
you my mother, and I your son.

AGRIPPINA
Ah! Rash Nero,
just when I am employing every possible stratagem
to raise you to the throne,
you pursue a blind and foolish love
to the very edge of doom?

NERO
It is true, I made a mistake.
But Poppea has now uncovered your stratagems and spoils.
"Go" - she said - "to Agrippina, and tell her
that he who deceives shall be deceived.''

AGRIPPINA
Yet not on that account
shall my hope quite wither away.
My son, smother this base passion within your breast.
Look on Poppea as an enemy.
Think no object worthy but empire alone.
She leaves.

Aria

NERO
As a cloud flies from the wind,
I renounce her despised face.
The fire now cold within my breast,
my heart has already loosed its chain.

SCENE XII

Recitative

PALLAS
Was ever a wornan more wicked?

NARCISSUS
And what greater coldness
could be nurtured within a heart?
What shall we do?

PALLAS
We must reveal all to Claudius:
his goodwill towards us
exceeds that he bears to all others.
Let the accusation be forestalled,
and Agrippina excuse what we have done

NARCISSUS
In our great danger
your advice seem to me good.

PALLAS
But here comes Caesar.

NARCISSUS
This is a favourable moment
to advance our plan as you suggest.

PALLAS
Leave it to me, but back me up.

SCENE XIII

CLAUDIUS
Agrippina, Nero, Otho and Poppea
trouble my peace of mind
in accusing one another.
Nor do I knew who is telling the truth and who lying,
to punish with severity the guilty one.

PALLAS
At your imperial feet, sir,
behold the unhappy Pallas fall.

NARCISSUS
To save his life, Caesar,
Narcissus asks for your help.

CLAUDIUS
My loyal friends, whatever may be the conspiracy
plotted against you, reveal it!

PALLAS
Meekly, and by way of exculpation, my lord,
I render the accusation, since from Agrippina alone
comes the threat of utter ruin upon us.

CLAUDIUS
How is this?

PALLAS
Before you reached Rome,
she placed Nero as Caesar on the throne.
She availed herself of out labours -
but he who acts through being tricked,
should not be held at fault.

NARCISSUS
Our belief that you had died is our excuse.

CLAUDIUS
Agrippina dared do this?
What Poppea told me is here confirmed.
Within the very palace lie my secret enemies;
yet fear engenders rightful suspicion in me,
and it the midst of confusion they are confounded.
You are loyal men, and my mighty arm
shall be your shield. Fear no more!

SCENE XIV

AGRIPPINA
My adored husband, now is the moment
when I await the outcome of your promises.
Let Nero be crowned with laurel this very day,
and you shall see every rebel
prostrate at your feet.

CLAUDIUS
Not so fast, Agrippina.

AGRIPPINA
(He is angry with me.)
Your danger is now known to you,
and its certain remedy obvious.
My lord, why delay further?
Forthwith make good the imminent ruin,
stop your enemies …

CLAUDIUS
And Agrippina?

AGRIPPINA
(It's useless to pretend,
with Narcissus and Pallas present:
I shall have to brazen it out.)

PALLAS, NARCISSUS
(What a poisonous look Agrippina gives me!)

AGRIPPINA
From your tone I suspect
the malicious arts of your and my enemies.
Speak, then, speak,
what is the reason for your anger?

CLAUDIUS
Caesar will speak and Nero shall know.

AGRIPPINA
Ah! Claudius, I realise now
that a good deed can sometimes be a crime.

NARCISSUS
(What will she say now?)

PALLAS
(Let's hear her excuse.)

CLAUDIUS
You call it a good deed brazenly
to attempt to usurp my throne?
And, seizing the opportunity of my absence,
to set Nero upon it?
What excuse can you put forward
to justify your behaviour?

AGRIPPINA
A heart that's sincere does not make excuses.
What you say, my lord, is perfectly true.

CLAUDIUS
So you confess your error, you audacious woman?

AGRIPPINA
To save your throne and your life was no error.
How happy I am
that Narcissus and Pallas are here present.

NARCISSUS
(What steady nerves!)

PALLAS
(How cool she is!)

AGRIPPINA
It was falsely (thank heaven!) rumoured abroad
that in the fatal shipwreck
your very life had perished.
The army, the people and the Senate were already
minded to rebel in favour of your successor.
I foresaw that a proud spirit, raised to the throne,
with that aspect of novelty which always pleases,
would do great damage to our interests.
To ward off the danger
I had my son proclaimed.
He ascended the throne - but solely
to preserve it for you, my dear husband!
In defending your life, and maintaining your throne,
am I then an enemy, a rebel?

PALLAS
(How crafty she is!)

NARCISSUS
(How cunning!)

AGRIPPINA
Let Pallas and Narcissus bear witness to my deeds.
Did I not ask you to help me in my task?
Say, then, whether upon the news
that Claudius's life was saved,
Nero did not humbly dismount the throne,
and whether he, at one with my wishes,
did not cause the whole of Rome
to cheer at the very name of Claudius?
Let each of you speak frankly.

CLAUDIUS
Well speak up!

NARCISSUS, PALLAS
My lord, it is perfectly true.

AGRIPPINA
And who but my own son,
having once reigned,
and made proud by popular approbation,
would have resigned the sceptre?
In defending your very Iife,
in maintaining your throne,
and I then an enemy, a rebel?

CLAUDIUS
(Agrippina has outwitted me;
her own accusers defend her!)

NARCISSUS
(I am amazed!)
He leaves

PALLAS
(Her own crime brings her her reward!)
He leaves

CLAUDIUS
Of your loyalty and love, my dear, I have no doubt.

AGRIPPINA
But, dear god, I am certain
neither of your loyalty, nor your love.
I believe that I am guilty in your eyes
because your heart listens to …

CLAUDIUS
To whom?

AGRIPPINA
Poppea.
It pains me only
that her deceit is not apparent to you.

CLAUDIUS
Their reveal it.

AGRIPPINA
This woman, desired by Otho …

CLAUDIUS
Agrippina, you are deceived: it was Nero.
Ho there! Send for Otho, Nero and Poppea immediateiy.

AGRIPPINA
You will see whether I am lying or she guilty.
(I have already foreseen the outcome.)

CLAUDIUS
With such turns of events
I must know who resists my authority.
I want peace and tranquillity to reign in our hearts.

Aria

AGRIPPINA
If you want peace, my handsome lover,
chase vile hatred from you!
See in me, my worshipped and adored one,
love and loyalty.

SCENE XV

Recitative

AGRIPPINA
(Here comes my hated rival.)

POPPEA
(Here is the shameless cause of much unhappiness.)

NERO
(Whatever will become of me?)

OTHO
(Heavens, what will happen?)

CLAUDIUS
See, Agrippina, your son,
that unruly boy, who dares to insult
the honour of blameless maidens
in the palace itself.

AGRIPPINA
You are deceived, Caesar.

CLAUDIUS
No, I am not deceived, he confesses his error.
Did I not find you hidden in Poppea's apartments?

AGRIPPINA
Heavens, what do I hear?

NERO
(I'd better say nothing.)

CLAUDIUS
His silence accuses him.
You can witness this, Poppea, sincerely.

POPPEA
As you saw, my lord, it is all too true.

AGRIPPINA
(Her schemes shall still be thwarted.)

OTHO
(How cleverly Poppea has had her revenge!)

CLAUDIUS
Such a blatant crime
should have exemplary correction.

AGRIPPINA
(My heart is still hopeful.)

POPPEA
(How I am enjoying this!)

CLAUDIUS
Let sweet Hymen's illustrious kno
join Nero and Poppea.

POPPEA
(Whatever is this?)

AGRIPPINA
(What do I hear?)

NERO
Your graciousness, sir, quite conquers me.

OTHO
Behold, o Caesar,
Otho prostrate with grief!

CLAUDIUS
Henceforth be appeased,
I am disabused of your guilt!
I promised you the laurel wreath,
and Caesar you shall be.

AGRIPPINA
(I hear this and do not die!)

OTHO
I refuse the laurel,
for I care not for power;
all I prize is my dear Poppea.
If fate ordained that I should save your life,
in depriving me of my beloved,
you bring about my death

AGRIPPINA
Now see who it is whose soul is the blacker,
whether it be Nero or Otho that loves Poppea.

CLAUDIUS
to Nero
And you Nero, what say you?

NERO
I will abide by your wishes,
but my punishment is a double one:
to be deprived of empire, and given a wife.

POPPEA
And you have nothing to say to me?
Let Nero have all the sceptres, power and empires
that he will, I shall be none other's but Otho's.

CLAUDIUS
I wish to make a trial of your desires.
to Nero
If you give up beauty for the laurel wreath,
to Otho
if you disdain Rome itself for love,
to posterity, you shall be right worthy heroes,
of love, and of empire.
Let Nero be Caesar, while you, Otho,
shall clasp your faithful Poppea!
(My heart is freed, if she is another's lover.)

NERO, POPPEA
How happy I am!

OTHO
Grief no longer torments me.

AGRIPPINA
(Now that Nero is emperor, I can die happy.)

CLAUDIUS
Let hatred be at an end,
and let Rome greet the longed-for day,
that brings contentment and good fortune to all.
At Caesar's behest,
to honour this auspicious wedding of the lovely Poppea,
Juno, goddess of marriage,
in her magnificence attends.
Now she descends, and let Rome
entwine the laurel to Nero's brow.

Juno descends with her retinue.

Chorus

CHORUS
May the happy Tiber curl its waves
beneath the new laurel's glitter,
and may the god of love
disport himself gaily to the shore!

Recitative

JUNO
To celebrate the joining of Otho and Poppea
Juno descends from heaven to scatter lilies,
and from the bridal bed the happy goddess expects
new vassals for Claudius, new sons for honoured Rome.

Aria

JUNO
The starlight lights our torches,
which shine the more brilliantly
in honour of such faithfulness.

There follows a dance of Juno's followers.

Dance

Dramma per musica in tre atti


Personaggi:
CLAUDIO, imperatore romano (basso)
AGRIPPINA, sposa di Claudio (soprano)
NERONE, figlio d’Agrippina (soprano)
POPPEA, una romana (soprano)
OTTONE, commandante dell'esercito imperiale (contralto)
PALLADE, libero (basso)
NARCISO, libero (contralto)
LESBO, servo di Claudio (basso)
GIUNONE, la dea

Luogo e Epoca:
Roma, intorno alla metà del primo secolo


ATTO PRIMO

SCENA I
Gabinetto d' Agrippina
Agrippina e Nerone

Recitativo

AGRIPPINA
Nerone, amato figlio; è questo il tempo,
in cui la tua fortuna
prender potrai pe’l crine, ed arrestarla.
Oggi propizio fato la corona de’ Cesari ti porge.
Svelo a te ciò che a tutti è ignoto ancor.
Prendi, leggi! e vedrai,
e ciò che la mia mente dispone
a tuo favor poscia saprai.

NERONE
legge il foglio
“Col duolo a cuor e con il pianto al ciglio
questo fogli ti invio, Sovrana Augusta;
di tempestoso mar nel gran periglio
rimase assorta l’aquila latina,
e Claudio, il tuo Consorte,
nell’eccidio comun trovò la morte.”
Claudio morì? Che sento?

AGRIPPINA
Vuoto è il trono del Lazio,
e a riempirlo per te suda mia mente;
già maturo all’impero,
del quinto lustro oggi al confin sei giunto;
in questo dì fatal voglio che Roma
cinga il Cesareo allor alla tua chioma.

NERONE
Che far degg’io?

AGRIPPINA
Senti! Occulta quanto sai,
l’alterigia deponi, umil diventa;
va tra le turbe, e con modesto ciglio
ogn’uno accogli;
a’ poveri dispensa l’or, che nascosto tieni,
commisera il lor stato, e s’hai nel cuore
o senso di vendetta o stimolo d’amore,
copri l’un, l’altro cela;
e non fia grave la finzione all’interno;
se vuoi regnar, i tuoi desir correggi,
che al desio di regnar cedon le leggi.

NERONE
I tuoi saggi consigli ogn’ora
mi saran, madre, si scorta.

AGRIPPINA
Vanne, non più tardar! pronto disponi
quanto dettò il mio amore;
un momento perduto talor di grandi imprese
è distruttore.

Aria

NERONE
Con saggio tuo consiglio
il trono ascenderò.
Men Cesare che figlio,
te, madre, adorerò.

SCENA II

Recitativo

Per così grande impresa tutto si ponga in opra.
Io ben m’accorsi che Narciso e Pallante,
sia per genio o interesse, han nella mente
un nascosto desio di vincer il mio cor;
ciò che sprezzai or con arte s’abbracci.
Olà, venga Pallante!
esce un paggio
M’assista arte e frode in questo istante.

SCENA III

PALLANTE
A’ cenni tuoi sovrani ecco il fido Pallante.
(Mesta il bel volto asconde,
e pensierosa a me nulla risponde?)
Alla tua legge, Augusta, hai prove del mio cor,
e tu ben sai quanto fido egli sia, quanto
costante.

AGRIPPINA
Ah Pallante! Pallante!

PALLANTE
E per chi mai Agrippina sospira?
A toglier le tue pene vorrei esser bastante.

AGRIPPINA
Ah Pallante, Pallante!

PALLANTE
(Che favellar è questo? ardir, ardire!)
Il tuo Pallante io sono, son quel
ch’alle tue voglie ha pronto il core.

AGRIPPINA
Il core!

PALLANTE
Sì, sì, il cor, o Regina,
e con fido cor ciò che t’aggrada…

AGRIPPINA
Sì, sì, t’intendo, sì: col cor la spada.

PALLANTE
La spada, il braccio, e l’alma.

AGRIPPINA
Le tue offerte aggradisco.

PALLANTE
Ah, se permesso fosse mai di parlar?

AGRIPPINA
Parla, discopri!

PALLANTE
Io temo.

AGRIPPINA
Non temer. (Arte s’adopri)

PALLANTE
È gran tempo ch’io nutro ardor
che mi divora, ma il rispetto…

AGRIPPINA
Non più! dicesti assai.

PALLANTE
Io chieggio dell’ardir, bella, condono.

AGRIPPINA
Ti basti ch’io t’intesti, e ti perdono;
il dir di più riserba ad altro tempo.
Pallante, a te sia noto
ciò che ad ogni altro è ascoso.
È morto Claudio.

PALLANTE
Claudio!

AGRIPPINA
Alle milizie, al popolo s’aspetta
di stabilir del successor la sorte;
tu vanne al Campidoglio, i parziali aduna,
e all’or che farò nota, di Cesare la morte,
tosto Nerone acclama.
Se mio figlio è regnante,
con Agrippina regnerà Pallante.

Aria

PALLANTE
La mia sorte fortunata
dalle stelle oggi mi scende,
se vien oggi da te.
Se in te sol, bella adorata,
la mia stella mi risplende,
per gloria di mia fé.
esce

SCENA IV

Recitativo

AGRIPPINA
Or che Pallante è vinto
si vinca anche Narciso.
Olà, Narciso chiama!
esce un paggio
Ottien chi finger sa quello che brama.

SCENA V

NARCISO
Umile alle tue piante…

AGRIPPINA
Non più! di occulto arcano chiamo Narciso a
parte;
te solo oggi destino per fabro di grand’opra,
e alla tua fede confido ciò, che sin ad ora celai.

NARCISO
Dispor della mia fé sempre potrai.

AGRIPPINA
Quali non so per anche sian
del tuo cuor i sensi, a me li scopri.

NARCISO
Ah! Sovrana Agrippina, quel dir io vorrei
non m’è permesso.

AGRIPPINA
Tutto ti sia concesso.

NARCISO
Poiché è lecito il dirlo, dirò ch’io t’amo.

AGRIPPINA
E tant’oltre t’avanzi?
Supplice alle tue piante chieggio…

AGRIPPINA
Che chiederai?

NARCISO
Che pietosi ver me rivolgerai.

AGRIPPINA
Sorgi, e a te sia di mia clemenza un dono
ch’il tuo desir intesi, e ti perdono.

NARCISO
Or ch’il mio amor tu sai, felice io sono.

AGRIPPINA
Quanto chi in te confida, leggi.

NARCISO
Cieli, che leggo?

AGRIPPINA
Or fa d’uopo nella man d’Agrippina
d’assicurar lo scettro. Vanne tosto colà
dove raccolto sta il popolo e soldato;
ivi attendi ch’io scopra la novella fatal,
e allor prudente il nome di Nerone
insinua fra le turbe.
Se al trono il ciel Nerone oggi destina,
Narciso regnerà con Agrippina.

Aria

NARCISO
Volo pronto, e lieto il core
è presagio di gioire.
Volarò da loco a loco
sovra l’ali del mio amore,
e col fervido mio foco
farò pago il tuo desire.
esce

SCENA VI

Recitativo
AGRIPPINA
Quanto fa, quanto puote necessità di stato,
io stessa, io stessa!
Nulla più si trascuri; all’opra, all’opra!
Lode ha, chi per regnar inganno adopra.

Aria

AGRIPPINA
L’alma mia fra le tempeste
ritrovar spera il suo porto.
Di costanza armato ho il petto,
che d’un regno al dolce aspetto
le procelle più funeste
son oggetti di conforto.

SCENA VII
Piazza del Campidoglio con trono. Nerone circondato dal Popolo a cui sparge denaro.

Arioso

NERONE
Qual piacere a un cor pietoso
l’apportar sollievo ai miseri!
Prendi tu ancora, prendi!
Ma rassembra tormentoso
il veder fra turba tante
che vi manchi un zelo amante
ch’il lor stato almen commiseri.

Recitativo

NERONE
Amici, al sen vi stringo. Oh come volentieri
di voi io stesso invece la dura povertà soffrir
vorrei!
(Servon arte ed inganno a’ desir miei!)

SCENA VIII
Pallante, Narciso, Nerone

PALLANTE, NARCISO
Ecco chi presto fia Cesare a Roma.

PALLANTE
(Si concili il suo amor.)

NARCISO
(Merto s’acquisti.)

PALLANTE
Qui, Signore, risplende la tua virtù.

NARCISO
La tua pietà qui spande
a incatenar i cor, e gloria e fama.

NERONE
Ah Pallante, ah Narciso!
Duolmi che angusto fato
sia termine a mie brame.
A tutti col desir giovar vorrei;
pietade è la virtù più grata a’ Dei.
(Madre i precetti tuoi non abbandono,
che, se finger saprò, Cesare sono.)

PALLANTE
Agrippina qui vien.

NARCISO
E accompagnata da ogn’ordine di gente;
alto affar la conduce.

PALLANTE
Tu forse lo saprai?

NARCISO
Qual sia m’è ignoto.

NARCISO, PALLANTE
(Agrippina a me sol tutto fé noto)

NERONE
(Questo è il giorno fatal del mio destino)

NARCISO, PALLANTE
(Presto spero goder volto divino)

SCENA IX
Agrippina, seguita dal popolo, va a sedersi sul trono.
Nerone, Pallante, Narciso.


AGRIPPINA
Voi che dall’alta Roma coll’amor
col consiglio e colla forza i casi dirigete,
a voi qui regno apportatrice infausta
di funesta novella. Amici è morto Claudio.
L’infido mar, geloso che restasse alla terra
un tal tesoro, lo rapì a noi.
Di Roma fatto è vedovo il soglio.
discende dal trono
L’autorità, ch’è in voi, scelga un Cesare al
trono,
ed egli sia giusto, pietoso e pio
qual merta Roma e il mio cor desia.

Quartetto

PALLANTE
Il tuo figlio…

NARCISO
La tua prole…

NARCISO, PALLANTE
merta sol scettro e corone;
viva, viva Nerone, viva!

AGRIPPINA
Viva, viva Nerone, viva!
Vieni, oh figlio, ascendi al trono,
vieni, oh Cesare, di Roma!

NERONE
Nel mio cor l’alma è gioliva.
Al regnar giunto già sono,
vengo a cinger d’allor la chioma.

Agrippina e Nerone ascendono sul trono; si sente suono di trombe

Recitativo

AGRIPPINA
Ma qual di liete trombe
odo insolito suono?

SCENA X
Lesbo, Agrippina, Nerone, Pallante e Narciso

Arietta (Cavatina)
LESBO
Allegrezza, allegrezza!
Claudio giunge d’Anzio al porto;
che del mar ch’il volle assorto,
domò Otton l’alta fierezza.

Recitativo

PALLANTE
Che sento!

NARCISO
Crudo ciel!

AGRIPPINA
Perfido fato!

NERONE
Evvi al mondo di me più sfortunato?

AGRIPPINA
Non ti turbino, o figlio,
gl’influssi del destin per te funesti;
quel soglio ascenderai donde scendesti.
(Se ma d’arte fu d’uopo, ora l’arte s’adopri)
Oh qual contento, amici, nasce al mio cuore afflitto:
Claudio è risorto, ed è risorta ancora la fortuna di Roma.
Per novella sì lieta l’allegrezza comun sorga festiva!

POPPEA, NERONE, NARCISO, OTTONE, PALLANTE, LESBO
Evviva Claudio, evviva!

NARCISO
(Oh contenti perduti!)

PALLANTE
(Oh speranze smarrite!)

NERONE
(Empi cieli, così voi mi tradite?)

LESBO
Signora, a te sen viene il valoroso Ottone,
che dai gorghi del mar Cesare trasse,
e lo ripone al soglio.

AGRIPPINA, NERONE, NARCISO, PALLANTE
(Vien la fiera cagion del mio cordoglio)

LESBO
(Ratto volo a Poppea nunzio d’amore,
i sensi a discoprir, che Claudio ha il cuore.)

SCENA XI
Ottone, Agrippina, Nerone, Pallante, Narciso

OTTONE
Alle tue piante, oh Augusta,
tra le sventure fortunato io torno.
Già de’ Britanni vinti mentre il mar porta
gonfio il gran trionfo, invido ancor
tra le procelle tenta a Roma di rapirlo.
Men forti, quanto carche cedon le navi
al tempestoso nembo.
Chi tra scogli s’infrange;
chi dall’onde è sommerso;
né rispetto a Regnante ha il flutto infido,
e dal plebeo indistinto
a sé lo trasse, da ogn’un creduto estinto.
Ma per amico fato nel naufragio comun
il braccio forte
sovra gli omeri miei lo tolse a morte.

AGRIPPINA
Per opra così grande Claudio, Roma, Agrippina
tutto a te denno, e da un’anima augusta
la mercede maggior sarà più giusta.

OTTONE
Già del grato Regnante sorpassa
il merto mio la ricompensa.
Di Cesare nel grado
ei mi destina al soglio.

NARCISO, PALLANTE
(Che sento, oh ciel!)

AGRIPPINA
(Cesare?)

NERONE
(Ahi, che cordoglio!)

OTTONE
Allo spuntar della novella aurora
mirerà trionfante Roma il suo Claudio,
e allora al popolo, al Senato
ei farà noto l’onor che mi comparte.

AGRIPPINA
Onor a te dovuto.

PALLANTE
Otton dunque sarà…

NARCISO
Cesare fia…

AGRIPPINA
(Cederò prima estinto)

NERONE
(Ah gelosia)

OTTONE
Se’l permetti, oh Signora,
occulto arcano a te svelar vorrei,
da cui solo dipende tutto
ciò ch’è più lieto ai desir miei.

AGRIPPINA
(Costui cauta s’ascolti)
Eh voi partite!
Confida a me, confida
quanto il tuo cor desia.

NARCISO
(Crudo ciel!)

PALLANTE
(Strani eventi)

NERONE
(Ahi sorte ria!)

SCENA XII
Agrippina, Ottone

OTTONE
Augusta, amo Poppea. Trono, scettro non curo;
se privo io son dell’adorato bene;
a cui soggetto il viver mio si rende,
da te la mia fortuna oggi dipende.

AGRIPPINA
Nutra pure il tuo core
sensi d’amore per la beltà gradita,
ch’il mio pronto sarà per darti aita.

OTTONE
Oh magnanima e grande dispensiera di grazie,
e di fortune, quanto, quanto a te devo!

AGRIPPINA
(Ama Claudio Poppea, ciò m’è già noto;
spero ch’il mio pensier non vada a vuoto.)

Aria

AGRIPPINA
Tu ben degno
sei dell’allor,
(ma di sdegno
arde il mio cor.)
Con l’oggetto
che fa il tuo amor
avrai nel petto
dolce l’ardor.

SCENA XIII

Recitativo

OTTONE
L’ultima del gioir meta gradita
tu mi porgi, oh fortuna!
Oggi al trono, per rendermi beato,
unirà Amor un divin volto e amato.

Aria

OTTONE
Lusinghiera mia speranza,
l’alma mia non ingannar!
Sorte, placida in sembianza,
il bel volto non cangiar!

SCENA XIV
Stanza di Poppea.
Poppea allo specchio.


Aria

POPPEA
Vaghe perle, eletti fiori,
adornatemi la fronte!
Accrescete a mia bellezza
la vaghezza,
che a svegliar nei petti amori
ho nel cor le voglie pronte.

Recitativo

POPPEA
Otton, Claudio, Nerone
la lor fiamma hanno scoperto.
D’essi ciascuno il proprio ardor lusinga;
né sanno ancor s’io dica il vero o finga.

SCENA XV
Poppea e Lesbo.

LESBO
Signora, o mia Signora!

POPPEA
(Questi è il servo di Claudio;
non si lascin d’amor gl’inganni e l’arte)
Oh fido servo, oh quanto mi consola il vederti!
E quai di Claudio nuove liete m’apporti?

LESBO
Là del mar ne’ perigli più che il perder se stesso,
la tua memoria afflitto le rendea;
invocava in aiuto ciascuno i Numi suoi, egli Poppea.

POPPEA
O caro Lesbo, esprimere abbastanza non
posso il rio dolore,
che al cor donò sì dura lontananza.
Momento non passò, ch’al mio pensier ei non
fosse presente,
(Mio cor, tu sai come la lingua mente)

SCENA XVI
Poppea, Lesbo, Agrippina in disparte

LESBO
Di lieta nuova apportator io sono.

AGRIPPINA
(Il servo è qui, s’ascolti)

POPPEA
E che, dimmi!

LESBO
Solo tacito, e ascoso in questa notte oscura
verrà Claudio da te.

POPPEA
(Cieli, che sento!)
Ma Agrippina…

LESBO
Non dubitar, Signora;
io vigile custode sarò per ogni parte.

POPPEA
Che farò mai?

LESBO
Già l’ora s’avvicina; dalla reggia non lunge
egli m’attende;
penosa a un cor, ch’adora d’un sol momento
la tardanza rende.

POPPEA
Venga Claudio, ma sappia, ch’il mio cor,
se ben suo, nella sua purità sempre è costante.
L’accolgo qual sovran, non qual amante.

LESBO
Io tanto non vi cerco; io parto, addio!

AGRIPPINA
(Il destino seconda il desir mio)

SCENA XVII
Poppea

POPPEA
Perché in vece di Claudio il caro Otton non viene?
Ei più gradito sarebbe al cor, che l’ama;
ma tardo arriva ognor quel che si brama.

Aria

POPPEA
È un foco quel d’amore
che penetra nel core,
ma come? non si sa.
S’accende a poco a poco,
ma poi non trova loco
e consumar ti fa.

SCENA XVIII
Agrippina, Poppea

Recitativo

POPPEA
(Ma qui Agrippina viene.
Che farò mai, se Claudio giunge?
Ahi pene!)

AGRIPPINA
Poppea, tu sa che t’amo, e a me communi
son di pena o piacer i casi tuoi.

POPPEA
(Se Claudio vien, dal ciel imploro aita.)

AGRIPPINA
(Spero ch’il fine avrà la frode ardita)
Dimmi senza rossor, Ottone adori?

POPPEA
Ah! non oso, Agrippina…

AGRIPPINA
A me confida i sensi del tuo cor.

POPPEA
È ver, l’adoro.

AGRIPPINA
Sappi ch’ei ti tradisce. Conscio che Claudio mira
con amor il tuo bello,
ei si prevalse d’un enorme delitto.
Per secondar d’ambizione oscura del cor gl’impulsi
egli te a Claudio cesse, purché Cesare in soglio
oggi lieto l’adori il Campidoglio.

POPPEA
E tanto è ver?

AGRIPPINA
E tanto io t’assicuro, e, del mio dir in prova,
in questa notte ancora nascoso
a te verrà Claudio fra l’ombre.

POPPEA
(Ciò ad Agrippina è noto?)

AGRIPPINA
Senti! Claudio tosto verrà:
tu accorta alla vendetta attendi.

POPPEA
Che far degg’io?

AGRIPPINA
Procura, che di Claudio nel core penetri gelosia.
Mesta ti fingi, di, ch’Ottone superbo,
nel nuovo grado audace
t’obbliga a non mirarlo, e te desia;
perché da sé scacci, lusinghe, vezzi adopra,
e s’egli amor pretende, prometti amor,
piangi, sospira e prega.
Nulla però concedi
se prima al tuo desir ei non si piega.

POPPEA
Tanto pronta farò; ma se acconsente,
di mie promesse il frutto vorrà goder,
ed io qui, inerme e sola…
come fuggir potrò si gran periglio!

AGRIPPINA
Segui senza temer il mio consiglio.

Aria

AGRIPPINA
Ho un non so che nel cor,
che invece di dolor,
gioia mi chiede.
Ma il cor, uso a temer
le voci del piacer
o non intende ancor,
o inganno del pensier,
forse le crede.

SCENA XIX
Poppea

Recitativo

POPPEA
Cieli, quai strani casi conturbano la mente!
Ottone, Ottone!
Queste son le promesse e i giuramenti?
Così il cor ingannasti, che destinte per te
soffrir godeva le pene dell’amor?
Così tradisci per un vano splendor
la fé sincera che a me dovevi?
E audace, per soddisfar l’ambizioso ardire,
offri me in olocausto al tuo desire?

Aria

POPPEA
Fa quanto vuoi
gli schemi tuoi non soffrirò.
Dentro al mio petto
sdegno e vendetta risveglierò.

SCENA XX
Claudio, Poppea, Lesbo

Recitativo

LESBO
Non veggo alcun. Signora, Claudio è qui.
Non temer, vieni sicuro; tutto è in muto silenzio,
ne men dell’aura il sussurrar qui s’ode;
a tuoi piacer Argo sarò custode.

SCENA XXI
Claudio, Poppea

Aria

CLAUDIO
Pur ritorno a rimirarvi,
vaghe luci, stelle d’amor.
Né mai stanco d’adorarvi
offro in voto e l’alma e’l cor.

Recitativo

CLAUDIO
Ma, oh ciel, meste e confusa
a me nulla rispondi?
Qual pensier ti conturba?
Dell’amor mio già vedi le prove più sincere.
Deh, la doglia del cor, perché nascondi?
Parla, oh cara, rispondi.

POPPEA
Del mio interno martir già che tu vuoi
ch’io scopra la cagion, sappi. Ma, oh Dio!
finge di piangere
I singhiozzi del cor, misti con pianto,
permettono che appena
si formi accento tra le labbra amaro!
(Così a mentir dalla vendetta imparo.)

CLAUDIO
Il tuo dolor non celar; ciò che dipende
dal mio poter dispor, cara, tu puoi;
chiedi pur ciò che vuoi,
tutto a te dal mio amor sarà concesso.

POPPEA
Ah! che d’amarti più non m’è permesso!

CLAUDIO
E chi tel vieta?

POPPEA
Oh Dio!

CLAUDIO
Scopri!

POPPEA
Dir nol poss’io.

CLAUDIO
E chi al parlar frappone difficoltà?
Dillo, mio ben!

POPPEA
Ottone.

CLAUDIO
Ottone?

POPPEA
Ottone sì, ch’ardito tenta far violenza al mio core.

CLAUDIO
Tutto di’! Che mai sento! Oh traditore!

POPPEA
Scoperse, è già gran tempo, gli interni suoi desir,
ma sempre in vano.
La costanza in amarti m’obbligò a disprezzarlo,
e alfin noioso ei seppe la cagion del mio rigore.
Ora superbo e altiero vanta, ch’al nuovo giorno
avrà del sagro allor il crine adorno.
Temerario commanda, minaccia baldanzoso
se a te, mio ben, rivolge un sguardo solo.
Non è questa cagion d’immenso duolo?

CLAUDIO
E tant’oltre s’avanza?

POPPEA
Togli, Cesare, togli ad un ardito di regnar la
speranza,
e allor vedrai, fatto umile il superbo,
a non osar di rimirarmi mai.

CLAUDIO
Tutto farò. Non lagrimar, cor mio!

POPPEA
Mel prometti?

CLAUDIO
Lo giuro.

POPPEA
Ottone dunque Cesare più non sarà?

CLAUDIO
No, no, cara; in questa notte io voglio di mia fe,
del mio amor darti le prove.
Vieni tra questa braccia!
Fra dolci nodi avvinta
più soavi piacer l’alma destina.

POPPEA
guarda per la scena
(Al cimento già son; dov’è Agrippina?)

CLAUDIO
Porgi la bianca destra ad un che t’ama.
Più non tardar di consolar mie pene!

POPPEA
guarda per la scena
(Il periglio s’accresce, e Agrippina non viene)

CLAUDIO
Che rimiri, mio ben! Già custodite
son da lesbo il fido le regie soglie.
Vieni ad appagar, o cara, il mio desire!

POPPEA
(Né pur giunge Agrippina; ahi; che martire!

Poppea ritorna a guardar per la scena.

Arietta

CLAUDIO
Vieni, oh cara,
ch’in lacci stretto
dolce diletto
Amor prepara.

Recitativo

POPPEA
(Che mai farò?)

CLAUDIO
T’intendo! Donna casta talor vuol per escusa
che s’usi la violenza.
Al mio voler non ripugnar, cor mio!

SCENA XXII
Lesbo e detti

LESBO
correndo
Signor, Signor, presto fuggiamo!
Viene la tua sposa Agrippina.

CLAUDIO
Crudo ciel!

LESBO
Non tardar!

POPPEA
(Fuggon le pene)

CLAUDIO
Lesbo, l’adito chiudi!

LESBO
Più non è tempo.

POPPEA
Ah, Claudio di te, si me si caglia;
parti, Signor, se m’ami!

CLAUDIO
E sarò privo del bramato piacer?

LESBO
Non più consiglio.

POPPEA
(Giunse a tempo Agrippina al mio periglio)

Terzetto

CLAUDIO
E quando mai i frutti del mio amor, bella,
godrò?

POPPEA
Quando vorrai!

LESBO
Partiam, Signor!

Recitativo

POPPEA
Pur la fin se ne andò. Lieto mio core,
oggi vedrai punito il traditore!

SCENA XXIII
Poppea e Agrippina

POPPEA
O mia liberatrice, quanto a te devo,
e quanto da tuoi saggi consigli il frutto attendo!

AGRIPPINA
Nascosa il tutto intesi:
oggi sarem compagne a mirar liete
più il nostro che di Cesare il trionfo.
T’abbraccio, amica, e in me tutto confida;
disponi, oh cara, del mio cor che t’ama.
(Felice riuscì l’ordita trama)

POPPEA
Augusta, il mio voler da te dipende.

AGRIPPINA
Quest’alma dal tuo amor legata pende.

Aria

AGRIPPINA
Non ho cor che per amarti,
sempre amico a te sarà.
Con sincero e puro affetto
io ti stringo a questo petto;
mai di frodi, inganni ed arti
sia tra noi l’infedeltà.

SCENA XXV
Poppea

Recitativo

POPPEA
Se Ottone m’ingannò, e s’egli ingrato
un dolce amor al fasto suo soggetta,
del cor offeso è giusto la vendetta.

Aria

POPPEA
Se giunge un dispetto
a’ danni del cor,
si cangia nel petto
l’amore in furor.
Non ama chi offende
o segue l’Amor,
il cor si difende,
da efimero ardor.


ATTO SECONDO

SCENA I
Strada di Roma contigua al palazzo imperiale apparata per il trionfo di Claudio
Pallante, Narciso


Recitativo

PALLANTE
Dunque noi siam traditi?

NARCISO
Amico, è vero ciò ch’a te dissi.

PALLANTE
E quel ch’io ti narrai dubbio non ha.

NARCISO
Sia dunque la fè tra noi, qual nell’inganno è
d’uopo.

PALLANTE
Se delude Agrippina, l’arte con lei s’adopri.

NARCISO
Sì, sì, la frode scopra il finger nostro,
e qual ch’a te ricerca a me pronto dirai,
ed io prometto a te fido svelar quanto a me chiede.

NARCISO, PALLANTE
A noi la destra sia pegno di fede!

PALLANTE
Ottone giunge.

NARCISO
E questi esser Cesare deve!

PALLANTE
Già gli ossequi di tutti egli riceve.

SCENA II
Ottone, pallante, Narciso

Aria

OTTONE
Coronato il crin d’alloro
io sarò nel campidoglio.
Ma più bramo il bel ch’adoro,
che non fò corona e soglio.

Recitativo

PALLANTE
Roma, più ch’il trionfo, oggi,
Signor, la tua virtude onora.

NARCISO
Il tuo eccelso valor la patria adora.

OTTONE
Virtù e valor bastante
aver vorrei per veder felici
al Lazio i regni, e debellar nemici.

PALLANTE
Ma dall’alto discende, per incontrar Augusto,
Poppea con Agrippina.

OTTONE
Viene chi è del mio cor Diva e Regina!

SCENA III
Agrippina, Poppea, Nerone, li quali discendono dal palazzo imperiale con accompagnamento.
Ottone, Pallante e Narciso.


Preludio

Recitativo

AGRIPPINA
(Ecco il superbo)

POPPEA
(Ecco l’infido)

NERONE
Miro il rival, e ne sento pien d’ira il cor.

AGRIPPINA
(Poppea, fingiamo)

POPPEA
(Fingiamo)

OTTONE
Bellissima Poppea, pur al fine mi lice
nel tuo volto bear le luci amanti.

AGRIPPINA
(Come perfido egli è!)

POPPEA
(Così egli inganna!)

NARCISO
(Come il duol, ch’ho nel petto, il cor m’affanna!)

OTTONE
Avrà di già Agrippina del mio destin…

POPPEA
Già intesi il tuo desire,
e quel ch’a tuo favor oprano i fati.

AGRIPPINA
a Ottone
Quanto chiedesti, io dissi.
a Poppea
(Egli volea ch’io scusassi l’error)

POPPEA
(Ah! traditore!)

OTTONE
Quei che svelò Agrippina, sono i sensi del core,
e ben vedrai che il piacer del trono senza te è un affanno.

NARCISO
Vien Claudio.

AGRIPPINA
(E vien a tempo, perché celato ancor resti l’inganno)

Coro

POPPEA, AGRIPPINA, NERONE, OTTONE, NARCISO, PALLANTE, LESBO
Di timpani e trombe
al suono giulivo
il giorno festivo
per tutto rimbombe!
Roma applauda il gran regnante,
Viva Claudio trionfante!

SCENA IV
Claudio sopra macchina trionfale, Agrippina, Poppea, Nerone, Narciso, Pallante, Lesbo.

Recitativo

CLAUDIO
Nella Britannia vinta
un nuovo regno al Lazio
incatenato io porto,
e scelse invano,
per frastornar l’impresa,
quante tempeste ha il mar,
mostri la terra; che toglier
non potrà forza d’abisso
quel, ch’il destin di Roma
ha già prefisso.

Aria

CLAUDIO
Cade il mondo soggiogato
e fà base al Roman soglio.
Mà quel regno fortunato
chè soggetto al Campidoglio!

Recitativo

AGRIPPINA
Signor, quanto il mio cuore giubila nel mirarti!
E questa braccia, che, di stringerti prive,
diedero a’ sensi miei sì grave pena,
ora forman d’amor dolce catena.

CLAUDIO
Amabile Agrippina, pur ti restringo al seno,
che l’alma nell’amar sempre costante;
qual consorte t’abbraccio e qual amante.

POPPEA
Cesare, io pur l’alte tue glorie onoro.

CLAUDIO
Aggradisco il tuo dir.
a Poppea
(Sa che t’adoro)

NERONE
Della mia fè divota offro i tributi.

CLAUDIO
Figlio, sei certo del mio amor.

NARCISO
Ossequioso venero le tue glorie.

PALLANTE
E de’ trionfi spande Fama immortal per tutto il
suono.

CLAUDIO
Di Narciso e Pallante gli affettuosi pensier noti
mi sono.

OTTONE
Alle tue piante, Augusto, ecco prostrato Ottone,
il tuo fedel, che là nel mar…

CLAUDIO
Che vuoi?

OTTONE
Alla mia fede, Signor, attendo umile
la promessa mercede.

CLAUDIO
E hai l’ardir di comparirmi innante?

OTTONE
Di quel fallo son reo?

CLAUDIO
Sei traditore!

NERONE, NARCISO, PALLANTE
(Che sento mai’)

AGRIPPINA
(Va ben!)

POPPEA
(Giubila, o core!)

OTTONE
Io traditor? Io, che fra rischi ardito,
senza temer la morte,
dalla morte ti trassi, io traditore?

CLAUDIO
Non più, ch’al tuo fallir
giusta pena è il morir.

OTTONE
Cieli, ch’intendo!

CLAUDIO
(Ma a chi vita mi diè la vita io rendo)

OTTONE
Deh tu, Agrippina, assisti!

Aria

AGRIPPINA
a Ottone
Nulle sperar da me,
anima senza fè,
cor traditore!
Fasto che t’abbagliò,
perché non t’additò
cotanto orrore?

Recitativo

OTTONE
Soccorri almen Nerone!

Aria

NERONE
Sotto il lauro ch’hai sul crine
le sciagure e le ruine
tu non puoi già paventar,
Anche il fulmine aspetta quella fronda,
ch’oggi eletta la tua fronte a coronar.

Recitativo

OTTONE
E tu Poppea, mio bene?

Aria

POPPEA
Tuo ben è ‘l trono,
io non son più tuo ben,
È quello il tuo contento,
ed io per te ne sento
la gioia del mio sen.

Recitativo

OTTONE
Scherzo son del destin.
Narciso, amico, compatisci
quel duol ch’il seno aduna?

NARCISO
L’amico dura sol quanto fortuna.
parte

OTTONE
Habbi pietà tu almeno di quest’alma penante?

PALLANTE
Chi ad Augusto è nemico, è nemico a Pallante.
parte

OTTONE
Lesbo fedel, compiangi al mio dolore!

LESBO
Lesbo sdegna ascoltar un traditore.
parte

SCENA V

Recitativo accompagnato

OTTONE
Otto, Otton, qual portentose fulmine è questi?
Ah, ingrato Cesare, infidi amici, e Cieli ingiusti!
ma più del Ciel, di Claudio, o degli amici
ingiusta, ingrata ed infedel Poppea!
Io traditor? Io mostro d’infedeltà?
Ahi Cielo, ahi fato rio!
Evvi duolo maggior del duolo mio?

Aria

OTTONE
Voi che udite il mio lamento,
compatite il mio dolor!
Perdo un trono, e pur lo sprezzo;
ma quel ben che tanto apprezzo,
ahi che perdolo è tormento
che disanima il mio cor.

SCENA VI
Giardino con fontana.
Poppea


Aria

POPPEA
Bella pur nel mio diletto
mi sarebbe l’innocenza.
Un desio mi sento in petto
che vorrebbe usar clemenza.

Recitativo

POPPEA
Il tormento d’Ottone in me si fa tormento;
io pur vorrei sentir le sue discolpe.
Ma pensieroso e mesto ei qui sen viene,
forse a sfogar del cor le acerbe pene.

SCENA VII
Poppea, poi Ottone

POPPEA
(Par che amor sia cagion del suo martire;
per scoprir meglio il vero fingerò di dormire)

Si pone non veduta a sedere presso una fonte, fingendo di dormire

Arioso

OTTONE
Vaghe fonti
che mormorando
serpeggiate
nel seno all’erbe…

Recitativo ed Arioso

OTTONE
Vede Poppea
Ma qui che veggo, oh ciel? Poppea fra i fior riposa,
mentre al mio fiero duol non trovo posa.
Voi dormite, oh luci care,
e la pace gode il core.

Recitativo

POPPEA
finge sognarsi
Ottone traditore!

OTTONE
Anch’il sonno, oh Dio, t’inganna,
perch’io sembri un infedele!

POPPEA
finge sognarsi
Ingannator crudele!

OTTONE
Dimmi almen, qual sia il fallire
che cagione il tuo rigore?

POPPEA
finge sognarsi
Ottone traditore!

Qui mostra di svegliarsi

OTTONE
(Ella si sveglia; udiamla!)
si ritira in disparte

POPPEA
mostra parlar da sé
Fantasmi della mente, voi ancora perturbate
il mio riposo? Voi supplice al mio aspetto
l’indegno traditor mi presentate?
Che dirà in sua discolpa?
Negar forse potrà che a Claudio ei cesse tutto l’amor
tutta la fè promessa, purché Cesare al soglio
oggi Roma il vedesse in Campidoglio?

OTTONE
(Cieli, che sento mai?)

POPPEA
Dì pure, dimmi infido, se tradirai?
Testimonio sarà del tuo fallire Agrippina Regnante;
ch’un reggio cor mentire non avrà la tua colpa ardir bastante.

OTTONE
(Più soffrir non poss’io.)
Ecco ai tuoi piedi…
Poppea mostra partir, Ottone la trattiene
Fuggi? T’arresta, oh cara!
(Ahi che cordoglio!) Sentimi almen!

POPPEA
Sentir più non ti voglio.

OTTONE
Ferma!

POPPEA
Lasciami!

OTTONE
Senti! Prendi l’acciar, ch’alla tua destra io dono,
e se reo mi ritrovo, che tu m’uccida. Poi contento io sono.

POPPEA
Prende la spada e rivolta la punta verso Ottone
Parla dunque; ma avverti, che del fallo prescritta hai già la pena.
Se traditor tu sei, cadrai vittima e sangue in sù l’arena.

OTTONE
Già intesi, non veduto, l’enormissima accusa,
che ti provoca a sdegno. Ch’io ti ceda ad altrui?
E per un raggio di cieca ambizione
te, mio bel sole io perda?
Chi può crederlo mai, chi lo pretende?
Scettro, alloro non curo: ver te fù sempre questo cor rivolto,
che val per mille mondi il tuo bel volto.

POPPEA
Non so se creder deggia alle tue voci.
Quanto io so da Agrippina svelato fù.

OTTONE
Che sento? Perfida, iniqua donna, cagion del mio languir!
Senti, oh Poppea, quanto sia di colei l’anima rea.

POPPEA
Ottone, or non è tempo, né cauto il luogo;
alle mie stanze vieni; il rigore sospendo.
Se tu sei reo, ver te sarò inclemente;
e pietosa m’avrai, se tu innocente.

Aria

OTTONE
Ti vò giusta e non pietosa,
bella mia, nel giudicarmi.
Tutto son, tutto innocente!
Se poi trovi il cor che mente,
ti perdono il condannarmi.

SCENA VIII

Recitativo

POPPEA
Di quali ordite trame ingannata son io?
Già, già comprendo le tue frodi, Agrippina!
Per togliere ad Ottone di Cesare l’allor,
me deludesti. Ver Nerone è scoperto il superbo
pensier,
che ti lusinga. Nel duol non m’abbandono;
se vendetta non fò, Poppea non sono.

Aria

POPPEA
Per punir chi m’ha ingannata,
saprò tessere un inganno
del mio cor alla vendetta.
Di quest’anima oltraggiata
per dar pace al prilo affanno
il disegno, amor, affretta!

SCENA IX
Lesbo e Poppea

LESBO
Pur alfin ti ritrovo. Impaziente
Claudio di rivederti a te m’invia,
e alle tue stanze solo favellarti desia.

POPPEA
Che risolvi, oh pensier?

LESBO
Bella, fà core!
Che quanto ardito più,
più piace amore.

POPPEA
(Bel campo alla vendetta m’offre il destin)
Accetto il Cesareo favor.

LESBO
Ei verrà dunque?

POPPEA
Sì, venga pur.

LESBO
Ad arrecar io volo nuova
così grata al mio Signore.

POPPEA
(Cieli, voi assistete al mio disegno!)

LESBO
(Oggi spero al mio oprar premio condegno.)

SCENA X

POPPEA
A non pochi perigli mi rendo, è ver, soggetta:
ma chi non sa temer fà la vendetta,
Il desio d’eseguirla alto pensier alla mente
m’addita.
Or qui vorrei Neron.

SCENA XI

NERONE
Son qui, mia vita.

POPPEA
(Oh come amica sorte seconda il voti miei!)
Senti Neron! Già mille e mille volte del tuo amor,
di tua fè giurasti il vanto.
Dubbia del vero fui, ch’à per costume
l’uom la donna ingannar, e si fa pregio
le fralezza schernir con il dispregio.

NERONE
Non temer, oh mia cara!

POPPEA
Per ricever da te prove bastanti
malcauto è il luogo;
solo alle mie stanze vieni;
ivi, se puoi persuader il mio core,
in premi dell’amor, attendi amore!

NERONE
Oh mia adorata!

POPPEA
Taci! Le mie offerte esseguisci e le nascondi!
Fatto l’amor palese,
in vece di piacer produce affanno.
(Spero felice il meditato inganno)

Aria

POPPEA
Col peso del tuo amor
misura il tuo piacer
e la tua speme!
S’è fedele il tuo cor,
spera pur di goder,
e speri bene.

SCENA XII

Recitativo

NERONE
Qual bramato piacer mi s’offre del destino!
Oggi spero baciar volto divino.

Aria

NERONE
Quando invita la donna l’amante
è vicino d’amore il piacer.
Il dir: “vieni ad un istante”,
egli è un dir: “vieni a goder”!

SCENA XIII

Aria

AGRIPPINA
Pensieri, voi mi tormentate.
Ciel, soccorri ai miei disegni!
Il mio figlio fa che regni,
e voi Numi il secondate!

Recitativo

AGRIPPINA
Quel ch’oprai è soggetto a gran periglio.
Creduto Claudio estinto, a Narciso,
e a Pallante fidai troppo me stessa.
Ottone ha merto, ed ha Poppea coraggio,
s’è scoperto l’inganno, di riparar l’oltraggio.
Ma fra tanti nemici a voi, frodi, or è tempo;
deh, non m’abbandonate!

Arioso

AGRIPPINA
Pensieri, voi mi tormentate!

SCENA XIV

Recitativo

PALLANTE
Se ben nemica sorte non arrise a miei voti,
il cor però del tuo fedel Pallante
nell’opre sue si fè veder costante.

AGRIPPINA
Costante egli saria, se per me
ancora impiegarsi volesse.

PALLANTE
E in che può mai a tuoi cenni ubbidir?
Bella, commanda!

AGRIPPINA
Senti! Son miei nemici Narciso e Otton;
bramo che entrambi al suolo cadano estinti.
Vedi, a qual rischio t’espongo!

PALLANTE
Nel servirti, Agrippina, rischio non v’è
che non diventi gloria.
Ma che fia del mio amor?

AGRIPPINA
Pallante, spera!

PALLANTE
(Ha nel seno costei cor di Megera.)

Aria

PALLANTE
Col raggio placido
della speranza
la mia costanza
lusinghi in me.
Così quest’anima
di più non chiede
ch’è la sua fede
la sua mercè.

SCENA XV

Recitativo

AGRIPPINA
Di giunger non dispero al mio desire.
Ma qui Narciso? Ardire!

SCENA XVI
Narciso e Agrippina

AGRIPPINA
Or è tempo, oh Narciso, di poner fine all’opra.
Pallante e Ottone uniti sono i nostri nemici.
Se amor nutri per me, s’è in te coraggio,
stabilita sarà la nostra sorte.

NARCISO
Che debbo far?

AGRIPPINA
Ad ambidue dar morte.

NARCISO
Tutto farò; ma infine? Qual premio avrò?

AGRIPPINA
Confida, e tutto spera!

NARCISO
(Nutre costei nel sen alma di fiera!)

Aria

NARCISO
Spererò, poiché mel dice
quel bel labbro, oh donna Augusta!
E se spero esser felice,
la mia speme, ella è ben giusta.

SCENA XVII

Recitativo

AGRIPPINA
Per dar la pace al core, semino guerre ed odii.
Con Claudio è ‘l fin dell’opra.
Egli qui vien; mio cor, gl’inganni adopra!

SCENA XVIII

Arioso

CLAUDIO
Vagheggiar de tuoi bei lumi
vengo, o cara, il sol di viso.

Recitativo

AGRIPPINA
Vorrei della bellezza aver superba il vanto,
per goder il tuo amor; ma dove manca,
supplisce il cor, che per te sol respira.
Ma, oh Dio, nel sen s’aggira
un interno dolor, che mi tormenta,
e rende nel timor l’alma scontenta.

CLAUDIO
Qual t’assale timor? Scoprilo, oh cara!

AGRIPPINA
Preveggo in gran periglio del viver tuo la sicurezza,
e parmi d’ogni intorno sentir strepito d’armi.

CLAUDIO
E chi può ardito in Roma macchiar tradimenti?

AGRIPPINA
Ah mio diletto, freme ottone di sdegno;
ad ognun fia palese il grave torto.
Se pronto ad ammorzar picciola fiamma non accorri veloce
nascerà grand’incendio alle rovine.

CLAUDIO
Che mi consigli?

AGRIPPINA
È d’uopo sveller dal suol radice velenosa.
Sin che Ottone ha speranza di salir sopra il soglio,
il core altiero macchine tenterà, frodi ed inganni,
troverà parziali mossi dall’interesse,
e la vil plebe offuscata dall’oro,
vorrà ch’ei cinga il crin del sagro alloro.
Il disdegno confondi, l’artificio previeni,
nuovo Cesare acclama immantinente!
Abbandonato ei fia, che s’adora
da ognuno il sol nascente.

CLAUDIO
Ma chi porrò sul trono, senza temer
che, di regnare amante,
ingrato al beneficio egli non sia?
L’autorità compagna ha gelosia.

AGRIPPINA
Credi, oh Claudio, ch’io t’ami?

CLAUDIO
Son certo del tuo cor.

AGRIPPINA
Dunque concedi per Cesare di Roma il mio
figlio Nerone!
Egli ubbidiente sarà sempre a’ tuoi cenni;
il rispetto ver me, che gli son madre,
l’ossequio al cor darà ver te qual padre.

CLAUDIO
Approvo il tuo pensier; pensiero accorto.

AGRIPPINA
(Coraggio, oh cor! Siamo vicini al porto.)
Non ammetter dimora.

CLAUDIO
Lascia ch’io ben rifletta all’importante affar.

AGRIPPINA
Grave periglio!

CLAUDIO
Tutto farò, ma lascia…

AGRIPPINA
Ah non è tempo d’un indugio maggior.

SCENA XX
Lesbo e detti

LESBO
a Claudio
(Signor, Poppea…)

CLAUDIO
a Lesbo
(Parlasti?)

LESBO
a Claudio
(Ella t’attende.)

AGRIPPINA
Periglioso si rende il perder un momento.

CLAUDIO
Non dubitar, sarà il tuo cor contento.

AGRIPPINA
Ma quando?

LESBO
(Vien tosto, Signor!)

CLAUDIO
(Vengo)
Sarà ben tosto. Addio!
Altro affare mi porta in altro loco.

AGRIPPINA
No, no, non partirai,
se a me tu prima ciò non prometti.

LESBO
(Il tempo passa)

CLAUDIO
(Vengo.)
Sì, sì, sarà; prometto.

AGRIPPINA
In questo giorno Cesare fia neron, assiso in soglio?

CLAUDIO
In questo dì sarà.

AGRIPPINA
(Altro non voglio)

SCENA XXI

Recitativo

AGRIPPINA
Favorevol la sorte oggi m’arride.
Purché Cesare sia l’amato figlio,
s’incontri ogni periglio.

Aria

AGRIPPINA
Ogni vento ch’al porto lo spinga,
benché fiero minacci tempeste,
l’ampie vele gli spande il nocchier.
Regni il figlio, mia sola lusinga,
sian le stelle in aspetto funeste,
senza pena le guarda il pensier.


ATTO TERZO

SCENA I
Stanza di Poppea con porta in facciata e due altre per parte.
Poppea


Recitativo

POPPEA
Il caro Otton al precipizio io spinsi.
Ma inganno meditato,
la vendetta nel cor oggi rinchiuse,
per deluder colei che mi deluse.

SCENA II
Ottone e Poppea

OTTONE
Ah, mia Poppea; ti prego non mi sia di delitto
un fiero tradimento; donna rea m’ingannò,
quando a mie preci del mio amor, di mia fede
esser promise protettrice pietosa.
Del mio amor son seguace, altro non curo,
e a te, mio ben, eterna fede io giuro.

POPPEA
Ed io con quanto ho mai di core in petto,
anima mia, l’accetto.
Per far nostra vendetta la macchina disposi,
e s’io del male fui la cagion
a me di ripararlo conviene ancora.
Or quì t’ascondi e taci. Non temer di mia fede;
di ciò ch’io dica o faccia non ti render geloso;
soffrir devi per poco un rio tormento,
che in altrui sarà pene e in te contento.

Ottone si nasconde in una porta coperta da portiera.

SCENA III

POPPEA
Attendo qui Nerone, e Claudio ancora;
quest’alma impaziente già s’è resa
di vendicar l’offesa.

SCENA IV
Nerone, Poppea, Ottone nascosto

NERONE
Anelante ti reco, oh mia diletta,
a ricever mercé d’alta mia fede.

POPPEA
Veggo ben, ch’il tuo ardor nella tardanza
stimoli a te non diede; qual ch’a te destinai
tempo felice, trascorse già; del cor con pena
è d’uopo differirne l’effetto. Mà, oh Dio, temo…

NERONE
Di che?

POPPEA
Che qui Agrippina porti il piede, e ci scopra.
guarda per la scena

NERONE
Qui dee venir la madre?

POPPEA
E in brev’ora!
Mà acciò che tu comprenda i sensi del mio cor,
vedi qual prova io te ne dono:
quivi vuò che t’asconda, e attendi
fin ch’ella parta, e allora sciolta d’ogni timor,
vedrai quanto Poppea t’ama e t’adora.

NERONE
Qual già dolce piacer nel seno io sento!

OTTONE
(Sempre più in me s’accresce il rio tormento)

Nerone si nasconde in una porta coperta da portiera, e dirimpetto a quella dove stà Ottone.

SCENA V

POPPEA
Amico ciel, seconda il mio disegno!
Credo ch’Ottone il core avrà pieno di sdegno;
ma soffrir sempre dee chi ha in petto amore.

Aria

POPPEA
Chi ben ama
e sol brama
di goder,
ama solo il suo piacer!
Quella face,
cui non piace mai dolor,
non è mai d’un vero amor.

SCENA VI
Lesbo, Claudio, Poppea, Nerone e Ottone nascosti.

LESBO
Qui non v’è alcun, Signore;
la piaga ch’hai nel cor, sana d’amore.

POPPEA
Claudio, tu mi lusinghi, però da ver non m’ami.

CLAUDIO
Come? Dubbiosa ancora vivi dell’amor mio?
Cara vedesti quel ch’io feci per te!

POPPEA
Di’, che facesti? Ogn’or più ardito e audace
io provo il turbator della mia pace.

CLAUDIO
Forse ancor insolente nol ritiene il castigo?

POPPEA
E qual castigo?

CLAUDIO
Ei, balzato dal soglio,
nutre ancora tanto orgoglio?

POPPEA
Non t’intendo, Signor,
e più che mai di salirvi ha speranza.

CLAUDIO
E risiede in Otton tanta baldanza?

POPPEA
D’Otton? Signor, che parli? Ah Claudio,
già comprendo la mia sorte fatal, la mia sventura,
finge di piangere

CLAUDIO
Bella, tu piangi? Dimmi che deggio far? Imponi!
Come già ti promisi, dalle tempia d’Ottone tolsi
l’alloro.

NERONE
(Che pena è non udir!)

OTTONE
(Soffro e non moro)

POPPEA
Dalle tempia d’Ottone?

CLAUDIO
D’Ottone
sì, ch’ardito leggi al tuo cor impone.

POPPEA
Otton, Signor, non fù.

CLAUDIO
Ma chi?

POPPEA
Nerone! Per Nerone esclamai,
ei mi vietò di non mirarti mai.

CLAUDIO
Come? Ottone dicesti.

POPPEA
Neron dissi, Signor, mal intendesti.

CLAUDIO
Neron? Come s’accorda il desio di regnar,
lo scettro, il soglio? Tu m’inganni, oh Poppea!

POPPEA
Io t’inganno? Signor, forse non sai ch’il desio
d’Agrippina, pria che giungesti in Roma,
sieder lo fè sul trono, ed acclamato Cesare fù;
meco tu fingi ancora?

NERONE
(E ancor non parte, oh ciel)

OTTONE
(il duol m’accora)

CLAUDIO
Che mi narri di strano!
Ma non dicesti Otton?
Dimmi, rispondi!

POPPEA
Signore, forse prendesti con equivoco il nome;
han Nerone ed Ottone un egual suono.

CLAUDIO
Quel ch’io creda non sò, stupido io sono.

POPPEA
Dubiti ancor? D’ogn’uno del mio dir farò fede,
e, se tu vuoi, darò prove evidenti, che del mio cor
l’insidator molesto è sol Neron;
ma poi, e che farai, Signor?

CLAUDIO
Le tue vendette.

POPPEA
Ciò mi prometti?

CLAUDIO
Giuro.

POPPEA
E tanto io da te spero!
Vedrai se ho il cor mendace o pur sincero.
Poppea conduce Claudio dentro alla porta ch’è in faccia e poi va ove è Nerone, ed apre la portiera.
Vieni meco, Signore, e qui t’arresta.

NERONE
(Claudio partì?)

OTTONE
(Quanto il tardar molesta!)

POPPEA
Nerone, dove sei?

NERONE
Son qui, mia vita.

SCENA VII
Claudio, Poppea, Nerone, Ottone nascosto

CLAUDIO
Temerario, insolente!

NERONE
(Oh ciel, aita!)

CLAUDIO
Sin nella reggia istessa, baldanzoso garzon, osi impudico
alle vergini eccelse usar gl’insulti e ardito?

NERONE
Odi, Signor!

CLAUDIO
Taci!

POPPEA
(Contenta son.)

OTTONE
(Giubila, o core!)

CLAUDIO
Parti da mia presenza,
né ardisci mai di comparirmi inante!

Nerone parte, e Poppea gli si accosta

POPPEA
a Nerone
(Và ad Agrippina, e di’…)

NERONE
(Ahi! crudo fato!)

POPPEA
(…che, chi cerca ingannar, resta ingannato)

NERONE
nel partire
(Quale ad Augusto cor empia s’aspetta,
Agrippina saprà far la vendetta.)

SCENA VIII
Claudio, Poppea, Ottone nascosto.

POPPEA
Ora, Claudio, che dici?

CLAUDIO
Io son convinto.

POPPEA
Il mio sincero cor ora discopri.
(Per togliermi da Claudio arte s’adopri)
Mà d’Agrippina tutte, lassa! parmi veder
sciolte le furie, Pien di sdegno Nerone
alla madre ricorre; ah, che mi veggo
circondata d’affanni!

CLAUDIO
Nulla, oh cara, temer, asciuga il ciglio!

POPPEA
Io sono per tuo amor in gran periglio,
or non è tempo, oh Augusto;
la mia mente confusa non distingue gioire.
Verrà tosto Agrippina; ahi che martire!

CLAUDIO
No, non verrà!

POPPEA
Deh, parti! Nulla otterrai da me!

CLAUDIO
Sempre infelice sarà dunque il mio amor?

POPPEA
Della consorte tempra prima il rigore;
fà che sicura io sia dal suo furore;
allor chiedi, e saprai qual sia il mio core.

Aria

CLAUDIO
Io di Roma il Giove sono
né v’è già chi meco imperi.
Van ramminghi al piè del trono,
dov’io son, gl’altrui pensieri.

SCENA IX
Poppea (che guarda per accertarsi della partenza di Claudio

Recitativo

POPPEA
Pur alfin se n’andò.
Deh, quanto alletta
il cor dolce vendetta!
Claudio partì; dubbio non v’è d’inganno;
volo a trar il mio ben dal lungo affanno.

Aria

POPPEA
Esci, o mia vita, esci dal duolo,
ch’a dar consolo vengo al tuo cor!
Per darti vita, caro, t’attendo;
vieni correndo, mio dolce amor!

SCENA X

POPPEA
Oh Ottone, che dici?
Vedi come schernito restò Nerone,
e come d’Agrippina si vendicò il mio cor;
vedi, ch’io sprezzo il regnator del mondo,
e per te sol, mio bene,
vivo involta d’amor tra le catene.

OTTONE
Catene fortunate, se ci stringono insieme,
e in nodi eterni per la mano d’amore
formano di due cori un solo core.

POPPEA
Sperar dunque poss’io da te fede sincera?

OTTONE
Pria che mancarti, oh bella, mille volte morrò.

POPPEA
Ciò mi prometti?

OTTONE
E unisco alle promesse il giuramento;
scagli fulmini il ciel, cara, se mento.

POPPEA
Ma se Claudio…?

OTTONE
Nol curo.

POPPEA
Agrippina, Neron?

OTTONE
Io gli disprezzo.

POPPEA
Lo splendore del soglio?

OTTONE
Pur ch’io ti stringa al sen, tutto abbandono.

POPPEA
A te, mio ben, offro me stessa in dono.

Duetto

OTTONE
No, no, ch’io non apprezzo
che te, mio dolce amor,
tu sei tutt’il mio vezzo,
di tutt’è il mio cor.

POPPEA
Sì, sì, ch’il mio diletto
fai tu, mio caro ben,
tu il cor di questo petto,
l’ardor di questo sen.

SCENA XI
Salone imperiale
Agrippina, Nerone


AGRIPPINA
Cotanto osò Poppea?

NERONE
Come narrai, m’allettò, m’invitò, m’accolse,
e poi a Cesare scoprirmi! Egli freme, essa ride
ed io tremante a te ricorro, oh madre, per sottrarmi
allo sdegno di Claudio, e al mio periglio.
Egl’è sposo, tu madre ed io son figlio.

AGRIPPINA
Ah! mal cauto Nerone, all’or ch’io tutti adopro
per innalzarti al trono arti ed inganni,
tu seguace d’un cieco e folle amor
al precipizio corri?

NERONE
È vero, errai; ma l’arti tue e gl’inganni
già discoprì Poppea, “Vanne” ella disse,
“ad Agrippina, e dille
che chi cerca ingannar, resta ingannato”.

AGRIPPINA
Non perciò tutta ancora languisce la mia speme.
Figlio, smorza nel seno la fiamma indegna!
Guarda qual nemica Poppea! Del tuo pensiero
degno oggetto non sia, ch’il solo impero.
Parte

Aria

NERONE
Come nube che fugge dal vento
abbandono sdegnato quel volto.
Il mio foco nel seno già spento,
di quest’alma già il laccio è disciolto.

SCENA XII
Pallante e Narciso
Recitativo

PALLANTE
Evvi donna più empia?

NARCISO
E qual rigore nutrir si può maggior
dentro ad un core? E che farem?

PALLANTE
È d’uopo tutto a Claudio scoprir;
egl’ha per noi bontà ch’ogn’altra eccede;
si prevenga l’accusa,
e d’Augusta l’error a noi sia scusa.

NARCISO
In così gran periglio
approvo il tuo consiglio.

PALLANTE
Mà qui sen vien Augusto.

NARCISO
Amico, è questo il tempo,
ch’adopri del tuo dir l’arte feconda.

PALLANTE
Lascia la cura a me; tu mi seconda.

SCENA XIII
Claudio e detti

CLAUDIO
Agrippina, Nerone, Otton, Poppea,
nell’accusa discordi, conturban la mia quiete,
né so chi dice il ver, o chi mentisca;
perché provi chi è reo giusto rigore.

PALLANTE
Alle tue reggie piante, Signor,
ecco prostrato l’infelice Pallante.

NARCISO
Per difender sua vita
chiede da te Narciso, Augusto, aita!

CLAUDIO
Miei fidi, e qual insidia contro voi si tenta?
Che fia? Scoprite!

PALLANTE
Umile per la nostra discolpa porgo, Signor,
l’accusa; perché sol d’Agrippina
la minaccia è ver noi d’alta ruina.

CLAUDIO
Per qual cagion?

PALLANTE
Sul trono, pria che giungesti in Roma,
qual Cesare ella fè sieder Nerone;
di nostr’opra si valse,
mà chi opra per inganno è senza colpa.

NARCISO
Di tua morte il supposto è a noi discolpa.

CLAUDIO
Agrippina tant’osa? Ora confermo ciò che disse Poppea;
entro la reggia son domestici occulti i miei nemici;
la tema al cor giusto sospetto infonde,
e fra tante vicende ei si confonde.
Voi siete fidi, il braccio mio possente
di scudo a voi sarà; non più timore!

SCENA XIV
Agrippina e detti

AGRIPPINA
Adorato mio sposo, è questo il giorno,
in cui di tue promesse attendo il fine.
A Nerone l’alloro oggi destina,
e ai tuoi piedi prostrato ogni rubel vedrai.

CLAUDIO
Non già, Agrippina.

AGRIPPINA
(Sdegnoso mi favella?)
Già il periglio t’è noto,
e il rimedio sicuro è a te palese;
Signor, che tardi più?
Pronto ripara l’imminente ruina,
i nemici reprimi!

CLAUDIO
E Agrippina?

AGRIPPINA
(Dissimular non giova. Qui è narciso e Pallante;
superi un pronto ardir ogni riguardo!)

PALLANTE, NARCISO
(Come volge ver me sdegnosa il guardo!)

AGRIPPINA
Dal tuo dir già suppongo l’arti accorte
de’ miei, de’ tuoi nemici.
Parla, parla, discopri
qual dello sdegno tuo sia la cagione.

CLAUDIO
Cesare lo dirà; lo sà Nerone.

AGRIPPINA
Ah! Claudio, ora m’avveggo,
ch’ancora il ben oprar tal’ora è colpa.

NARCISO
(Or che dirà?)

PALLANTE
(Sentiam la sua discolpa)

CLAUDIO
Tu chiami ben oprar, tentar audace
d’usurparmi l’impero e, colto
il tempo della mia lontananza,
por Nerone sul trono?
Qual scusa addur potrai, che ti ricopra?

AGRIPPINA
Le scuse non adopra un cor sincero.
Quel che dici, Signor, il tutto è vero.

CLAUDIO
L’error confessi, ardita?

AGRIPPINA
Error non è il salvarti e trono e vita!
Godo che qui presenti sian Narciso e Pallante.

NARCISO
(Che fermezza ha costei!)

PALLANTE
(Che cor costante!)

AGRIPPINA
Precorse lode al ciel, fama bugiarda,
che nel fatal naufragio tua vita ancor perisse.
Già le milizie, il popolo, il senato
rivolta al successor avean la mente.
Viddi ch’un cor altiero alzato al soglio,
con quella novità che sempre piace,
formava un gran nemico alla tua pace;
per riparare al danno, acclamar feci
il figlio; egli al soglio salì; ma ciò fu solo
per conservarlo a te, caro mio sposo!
Nel diffender tua vita, per mantenerti in trono,
io la nemica, io la rubella sono?

PALLANTE
(Quanto è scaltra costei!)

NARCISO
(Quanto ella è accorta!)

AGRIPPINA
E Pallante e Narciso del mio oprar facciano fede.
Forse voi non richiesi per assister all’opra?
Dite pure se all’avviso, ch’il ciel Claudio salvò,
Nerone umile non discese dal soglio?
S’egli, unito a’ miei voti, non fè di tutta Roma
i “viva” risuonar di Claudio al nome?
Parli d’ogn’un di voi il cor sincero!

CLAUDIO
Voi che dite?

NARCISO, PALLANTE
Signor, il tutto è vero.

AGRIPPINA
E chi, fuorché il mio figlio,
una volta regnante,
dell’aura popolare fatto superbo,
ceduto avria lo scettro?
Per difender tua vita, per mantenerti in trono,
io la nemica, io al rubella sono?

CLAUDIO
(Mi confonde Agrippina;
da istessi accusator ella è difesa!)

NARCISO
(Stupito son.)
Parte

PALLANTE
(Della sua colpa ha merto!)

CLAUDIO
Di tua fè, del tuo amore, cara, son certo.

AGRIPPINA
Mà, oh Dio, certa io non son né di tua fedeltà,
né del tuo amore. Penso che presso te fatta son rea,
perché il tuo cor ascolta…

CLAUDIO
E chi?

AGRIPPINA
Poppea. Duolmi sol, che l’inganno
a te non fia palese.

CLAUDIO
Scoprilo pur.

AGRIPPINA
Costei, vagheggiata d’Ottone…

CLAUDIO
Agrippina, t’inganni; egli è Nerone.
Olà vengano tosto Otton, Neron, Poppea!

AGRIPPINA
Vedrai s’io ti tradisco, e s’ella è rea!
(Ciò, che deve avvenire, io già preveggo.)

CLAUDIO
Fra tanti avvenimenti saprò chi è contumace.
Vò che viva nei cor riposo e pace.

Aria

AGRIPPINA
Se vuoi pace, oh volto amato,
l’odio reo fuga da te!
Guarda in me, nume adorato,
il mio amore e la mia fè.

SCENA XV
Poppea, Ottone, Nerone e detti.

Recitativo

AGRIPPINA
(Ecco la mia rivale)

POPPEA
(Ecco quel empia cagion di doglia ria.)

NERONE
(Che mai sarà di me?)

OTTONE
(Cieli, che fia?)

CLAUDIO
Vedi, Agrippina, il figlio, quell’ardito garzon,
che nella reggia delle vergini eccelse
tenta offender l’onor.

AGRIPPINA
T’inganni, Augusto.

CLAUDIO
Nò, non m’inganno, nò, l’erro confessa.
Di Poppea nelle stanze non ti trovai nascosto?

AGRIPPINA
Cieli, che sento mai?

NERONE
(Parlar non oso.)

CLAUDIO
Accusa col silenzio il suo delitto.
Tu l’attesta, oh Poppea, con cor sincero!

POPPEA
Lo vedesti, Signor, purtroppo è vero.

AGRIPPINA
(L’arte ancor di costei sarà ingannata)

OTTONE
(Come accorta Poppea s’è vendicata!)

CLAUDIO
Vuo’, che colpa palese palese abbia l’emenda.

AGRIPPINA
(Spera ancora il mio cor.)

POPPEA
(Oh quanto io godo!)

CLAUDIO
Di Nerone e Poppea stringa dolce Imeneo l’illustre nodo!

POPPEA
(Che sento mai?)

AGRIPPINA
(Ch’intendo?)

NERONE
A tue grazie, Signor, vinto mi rendo.

OTTONE
Ecco prostrato, oh Augusto, quell’Ottone infelice!

CLAUDIO
Ormai t’accheta! Ebbi delle tue colpe il disinganno;
ti promisi l’alloro, Cesare tu sarai.

AGRIPPINA
(Sento e non moro!)

OTTONE
Io l’allora rifiuto, di regnar non mi curo,
e solo apprezzo la mia cara Poppea.
Se di darti la vita ebbi la sorte,
nel togliermi il mio ben tu mi dai morte.

AGRIPPINA
Ora vedi, chi sia, che ha l’alma rea,
s’è Nerone o s’è otton ch’ama Poppea!

CLAUDIO
a Nerone
E tu, neron, che dici?

NERONE
Ubbidiente io son alle tue voglie;
ma doppio mio castigo
è il togliermi l’impero e darmi moglie.

POPPEA
E con me non si parla? Scettri, regni ed imperi
abbia Nerone; d’altri mai non sarò, fuorche d’Ottone.

CLAUDIO
Io dei vostri desir volli far prova.
a Nerone
Se lasci per l’allor volto divino,
a Ottone
se sprezzi per amor di Roma il trono,
ai posteri sarete dell’amor, del regnar
eroi ben degni.
Cesare fia Neron, tu stringi, Ottone,
la tua Poppea costante!
(Ho sciolto il cor, s’ell’è d’un altro amante)

NERONE, POPPEA
Felice son.

OTTONE
Più il duol non mi tormenta.

AGRIPPINA
(Or che regna Neron, moro contenta)

CLAUDIO
Habbian termine gl’odi, e Roma
applauda a questo dì bramato,
che ogni un rende contento e fortunato.
Dell’Augusto mio genio, per gli eccelsi
sponsali d’Ottone e di Poppea,
Pronuba Giuno già s’invitò nell’apparato
illustre. Ella ormai scenda, e Roma
intrecci di Neron lauri alla chioma.

Qui scende Giunone con suoi seguaci.

Coro

CORO
Lieto il Tebro increspi l’onda
sotto ai rai del nuovo allor,
e festeggi su la sponda
pien di gioja il Dio d’amor!

Recitativo

GIUNONE
D'Otton e di Poppea sul grande innesto
Scende Giuno dal cielo a sparger gigli
E nel talamo eccelso io lieta appresto
Vassalli a Claudio e all' alta Roma i figli.

Aria

GIUNONE
V’accendano le tede
i raggi delle stelle.
Esse per tanta fede
già splendono più belle.

Segue il ballo di deità seguaci di Giunone.

Ballo

Bitte lesen und beachten Sie die Copyright-Bestimmungen, bevor Sie eine Datei herunterladen!

Partitur

download