Adriana Lecouvreur

Adriana Lecouvreur

Adriana Lecouvreur
Opera in four acts

Libretto

Arturo Colautti (nach Eugène Scribe und Ernest Legouvé)

Premiere

6 November 1902, Milan (Teatro Lirico)

Cast

ADRIANA LECOUVREUR (soprano)
MAURIZIO (tenor)
PRINCE DE BOUILLON (bass)
L'ABATE DI CHAZEUIL (baritone)
QUINAULT (bass)
POISSON (tenor)
PRINCESS DE BOUILLON (mezzo-soprano)
MLLA JOUVENOT (soprano)
MLLA DANGEVILLE (mezzo-soprano)
MICHONNET (baritone)
MAJOR DOMO (tenor)

CHORUS
ladies, gentlemen, stagehands, servants

Place

Paris

Time

1730

Cilea, Francesco

Cilea, Francesco
23.7.1866 Palmi, Calabria - 20.11.1950 Varazze, (Savona)


Works for stage
with date/place of first performance:

Gina (9.2.1889 Napoli)
La tilda (7.4.1892 Firenze)
L'arlesiana (27.11.1897 Milano)
L'arlesiana [rev] (22.10.1898 Milano)
Adriana Lecouvreur (6.11.1902 Milano)
Gloria (15.4.1907 Milano)
Il matrimonio selvaggio (1909; np)
rev = revised / np = not performed



ERSTER AKT
Die Comédie Française bringt unter Michonnets Leitung Racines »Bajazet« und Regnards »Les folies amoureuses« heraus, wobei die Sensation des Abends das gleichzeitige Auftreten der berühmten Adriana Lecouvreur und Madame Duclos ist. Während die Schauspielerinnen Dangeville und Jouvenot sowie ihre Kollegen Quinault und Poisson den Regisseur mit allerlei Wünschen bedrängen, erscheint kurz vor der Vorstellung der Fürst von Bouillon, den der Abbé Chazeuil begleitet. Der Fürst fragt nach Madame Duclos, seiner Mätresse, die ein von ihm geschenktes Haus am Seine-Ufer bewohnt, und erfährt, dass die Schauspielerin gerade einen Brief schreibt. Der Fürst befiehlt dem Abbé, den Brief abzufangen. Adriana erscheint im Kostüm, ihre Rolle memorierend. Sie wehrt den Beifall des Fürsten und des Abbés damit ab, dass sie nur die Dienerin des schaffenden Genies sei. Die Besucher gehen, Michonnet bleibt mit Adriana allein zurück. Der ältere Regisseur liebt Adriana und hält, weil er eine Erbschaft gemacht hat, um ihre Hand an. Adriana erklärt, dass sie seit kurzem einen jungen Fähnrich liebe, der sich in Begleitung des Herzogs von Sachsen befindet. Michonnet entfernt sich, weil die Aufführung bald beginnt. Da stürmt Maurizio, als einfacher Soldat gekleidet, herein und gesteht Adriana seine Liebe. Die Schauspielerin muss auf die Bühne, schenkt ihrem Verehrer einen Veilchenstrauss und will Maurizio nach der Vorstellung treffen. Unterdessen hat der Fürst den Brief der Duclos erhalten, aus dem hervorgeht, dass Maurizio nachts in die Villa kommen soll. Um die beiden zu ertappen, beschliesst der Fürst, mit allen Schauspielern dorthin zu gehen. Jetzt erst erhält Maurizio den Brief der Duclos, den sie für die Fürstin, die den Herzog liebt, schreiben musste. Weil der Fürstin das Verhältnis ihres Gatten mit der Schauspielerin bekannt ist, hat sie diese völlig in der Hand und kann auch die Villa jederzeit benutzen. Maurizio, der von der Fürstin abhängig ist, schreibt eine Entschuldigung für seine Geliebte, der Zettel wird auf die Bühne gebracht. Adriana, beleidigt und eifersüchtig, spielt wie noch nie; Michonnet und das Publikum sind begeistert. Als Adriana von der Bühne kommt, lädt der Fürst alle zu Mme. Duclos ein. Adriana will mitgehen, weil auch der Herzog gebeten ist, bei dem sie sich wegen ihres »Fähnrichs« verwenden will. Sie erhält vom Fürsten einen Universalschlüssel für das Haus.

ZWEITER AKT
Die Fürstin wartet ungeduldig auf Maurizio, der sich verspätet hat und um Verzeihung bittend eintritt. Sie sieht bei ihm einen Veilchenstrauss und fragt, ob dies der Grund für die Verspätung sei. Geistesgegenwärtig überreicht der Herzog der Fürstin die Blumen. Sie verspricht ihm, seine politischen Pläne zu unterstützen. Weil Maurizio sehr zurückhaltend ist, argwöhnt die Fürstin, dass ihr Geliebter an eine andere Frau denkt. Erleichtert hört Maurizio jetzt eine Kutsche vorfahren, die Fürstin sieht ihren Gatten und den Abbé kommen. Maurizio versteckt die Fürstin im Nebenzimmer. Fürst und Abbé erscheinen und wundern sich, den Herzog allein vorzufinden, da sie von aussen eine Frauengestalt gesehen haben, die sie für Mme. Duclos hielten. Der Herzog will sich mit dem Fürsten duellieren, doch dieser ist froh, sich der längst überdrüssigen Geliebten entledigen zu können. Adriana kommt herein und erkennt, dass ihr Geliebter kein Fähnrich, sondern der Herzog selbst ist. Da jetzt auch Michonnet hereinstürmt, um Mme. Duclos eine neue Rolle anzubieten, glaubt Adriana, dass sich Maurizio mit dieser getroffen hat. Doch die versteckte Dame lässt sich trotz Michonnets Bemühungen nicht sehen. Maurizio gelingt es, Adriana zu überzeugen, dass er sich mit einer politisch wichtigen Person verabredet hat. Er überredet seine Geliebte, die Unbekannte zu schützen. Adriana löscht die Kerzen und will die Fürstin, der ihre Stimme bekannt vorkommt, entfliehen lassen. Weil es zwischen beiden Rivalinnen um Maurizio zu einer heftigen Auseinandersetzung kommt, ruft die Schauspielerin nach Licht. Die Fürstin kann mit Hilfe des Schlüssels durch eine Geheimtür unerkannt entkommen, verliert aber ihr kostbares Armband.

DRITTER AKT
Der Fürst von Bouillon gibt ein Fest, auf dem seine Gemahlin Maurizios neue Geliebte entlarven will. Daher behauptet die Fürstin, dass Maurizio in einem Duell lebensgefährlich verletzt worden sei. Die Gäste, darunter auch Adriana und Michonnet, sind überrascht; die Schauspielerin, deren Stimme der Fürstin schon bei der Begrüssung bekannt war, wird ohnmächtig und verrät sich dadurch. Plötzlich tritt Maurizio unversehrt ein und wendet sich zu Adrianas Verdruss der Fürstin zu. Nachdem der Herzog auf Wunsch des Fürsten von seinen Kriegsabenteuern berichtet hat, wird zur Unterhaltung ein Ballett aufgeführt. Ein Gespräch zwischen Fürstin und Adriana entdeckt endgültig ihre Rivalität. Adriana, die ihren Veilchenstrauss am Kleid der Fürstin sieht, zeigt das in der Villa gefundene Armband, das der Fürstin gehört. Verletzt durch die Beleidigungen der Fürstin trägt die Schauspielerin, vom Fürsten gebeten, einen Monolog aus Racines »Phädra« vor, in dem die Fürstin blossgestellt wird. Diese ist tödlich gekränkt und will sich rächen, während Adriana und Michonnet, von allen gefeiert, das Fest verlassen.

VIERTER AKT
Seit der Affäre ist einige Zeit vergangen. Adriana ist krank geworden, der Herzog hat sie nicht mehr besucht. Michonnet, der sie immer noch verehrt, findet Adriana schlafend vor. Er weiss, was ihr fehlt, und schreibt einen Brief an Maurizio. Schauspieler kommen, um ihrer Kollegin zum Geburtstag zu gratulieren. Adriana ist alles gleichgültig; sie glaubt, einen Hauch des Todes zu spüren, als ein Kästchen von Maurizio abgegeben wird, das ihren verwelkten Veilchenstrauss enthält. Erschüttert über die Treulosigkeit ihres Geliebten küsst Adriana die Blumen, atmet ihren letzten Duft ein und wirft sie in den Kamin. Da stürzt Maurizio herein und bittet um Verzeihung. Er versichert, nur Adriana zu lieben, und beschwört sie, seine Gattin zu werden. Noch einmal gestehen sich beide ihre Liebe. Plötzlich bricht Adriana zusammen. Der zu Hilfe gerufene Michonnet erkennt, dass die Blumen vergiftet waren und von der Fürstin, nicht von Maurizio geschickt wurden. Adriana stirbt in den Armen ihres verzweifelten Geliebten.

ATTO PRIMO
Parigi, 1730. Nel foyer della Comédie Française gli attori si preparano ad andare in scena. La Jouvenot, in vesti orientali, dà gli ultimi tocchi all’acconciatura mentre la Dangeville, adagiata su un canapé, è già diventata la civettuola Lisetta di Follie d’amore . Vicino a un caminetto, sormontato dal busto di Molière, Quinault sta indossando un sontuoso turbante; a un tavolo da gioco, in costume da Crispino, Poisson controlla il trucco in uno specchio. Confuso tra comparse, macchinisti e servi di scena, Michonnet si sposta trafelato dall’uno all’altro attore, esaudendo ogni capriccio. Nel trambusto non passa però inosservato l’ingresso del principe di Bouillon, «il mecenate della Duclos», accompagnato dall’abate Chazeuil, «il ninnolo della moglie», generosi di galanterie. Intanto, da una porta laterale, con il copione tra le mani, appare la Lecouvreur negli abiti orientali della Rossana del Bajazet : «splendida, portentosa, musa, diva, sirena» esclamano gli uomini. Le donne voltano dispettosamente le spalle. Lei, con sprezzatura da primadonna, si schermisce (“Io son l’umile ancella”) e si apparta con Michonnet, che tenta invano di rivelarle il suo amore. Adriana è distratta da ben altri pensieri: la recita che l’aspetta e un «semplice alfiere», appena ritornato dalla guerra, sotto cui si cela il conte Maurizio di Sassonia. Inaspettatamente il giovane raggiunge Adriana nel foyer e con una dichiarazione appassionata (“La dolcissima effigie”) ottiene un appuntamento al termine della rappresentazione. In pegno l’attrice gli dona le violette che ha appuntato sul seno. Ma dietro le quinte si tessono trame diverse. Intercettato un biglietto della Duclos con un invito a Maurizio per la serata, il principe decide di smascherare l’amante organizzando una festa nel villino di sua proprietà scelto per il convegno. Ignora che non la sua protetta ma sua moglie ha scritto al conte di Sassonia, sempre pronto a rispondere ai richiami della principessa per nobili ragioni di Stato. Così dopo lo spettacolo, dove Adriana trionfa nonostante il dolore per l’improvviso diniego di Maurizio, tutti si dirigono al ricevimento, ciascuno seguendo i propri percorsi.

ATTO SECONDO
Il ‘nido’ della Duclos alla Grange Batelière. Seduta a un tavolino, nel chiarore lunare che dalla Senna attraversa il giardino e si diffonde nel salotto, la principessa di Bouillon aspetta trepidante il conte Maurizio (“Acerba voluttà”), che si presenta in ritardo e con violette profumate tra i bottoni. Soltanto l’offerta del mazzetto convince la scomoda amante a mettere da parte i sospetti per concentrarsi sulle questioni importanti. Le notizie sono negative: nemici potenti contrastano l’ascesa del conte al trono di Polonia e vogliono l’arresto del pretendente. Maurizio progetta di fuggire, la donna, gelosa, lo trattiene. Il giovane implora comprensione (“L’anima ho stanca”) ma, a rendere più difficile il distacco, arriva inaspettato il principe, convinto di avere colto in flagrante la Duclos. Fortunatamente la principessa riesce a nascondersi e l’imbarazzo si spegne in una complice stretta di mano tra i due uomini. Intanto, mentre Chazeuil dispone per la cena, Adriana incontra, felicemente sorpresa, il suo alfiere, che le si mostra nella vera identità. I due si scambiano nuove promesse d’amore, di brevissima durata. Il maligno abate rivela alla Lecouvreur l’esistenza di un’altra donna, lasciandole intendere che si tratta della rivale Duclos. Maurizio non ha bisogno di fare appello ad arti seduttorie per convincere Adriana della propria buonafede: la donna desidera a tal punto credergli che si offre di aiutarlo. E sarà lei, in incognito, a liberare dal nascondiglio l’«amante per politico disegno», favorendone la fuga attraverso il giardino. L’incauta principessa perde però un braccialetto, che finisce fatalmente nelle mani di Adriana.

ATTO TERZO
La galleria dei ricevimenti al palazzo di Bouillon. Alle pareti specchiere e grandi ritratti, nel centro un palcoscenico con il sipario abbassato. Mentre i valletti completano i preparativi per una nuova festa, la principessa di Bouillon, in abito da gran gala, si aggira per la sala inquieta. La sua ignota salvatrice si è trasformata nel suo tormento: chi sarà? Maurizio l’amerà come lei dice? Nemmeno le facezie dell’abate riescono a placare la sua ansia e quando la Lecouvreur, ospite d’onore della serata, fa il suo ingresso in sala, la principessa ha un cattivo presentimento. Senza esitare, gli occhi fissi su Adriana, racconta di un duello in cui Maurizio sarebbe stato ferito e le sue illazioni trovano conferma. L’attrice scolora, perde le forze, ma poco dopo, vedendo l’ignaro e sorridente Maurizio, è a sua volta assalita dai dubbi: la principessa è forse la fuggitiva? Su richiesta dei presenti, il conte è costretto a esibire le sue prodezze militari (“Il russo Mencikoff”) prima che il principe annunci il balletto: un ‘Giudizio di Paride’ corredato di dee e di amorini, di ninfe e di pastori frigi con consegna rituale della mela alla padrona di casa. Alle squisitezze mitologiche gli invitati sembrano però preferire i segreti dell’alcova: a chi erano destinate le violette? Di chi è il bracciale trovato in giardino? Ingenuamente, Adriana e la principessa alimentano i pettegolezzi, la prima declamando un monologo di Fedra in cui si accusano «le audacissime impure, cui gioia è tradir», la seconda raccogliendo la provocazione e giurando, in cuor suo, vendetta.

ATTO QUARTO
Un salottino di casa Lecouvreur al tramonto di un giorno di marzo. Michonnet, amico fedele, è venuto a trovare Adriana. Incapace di reggere agli intrighi e ai tradimenti, delusa e sfiduciata, l’attrice ha deciso di abbandonare le scene e passa il tempo a letto, avvolta da una cupezza che nessuno riesce a rischiarare. Una sola medicina potrebbe guarirla: Maurizio. Per questo Michonnet, vincendo le proprie resistenze, lo manda a chiamare. Anche i soci della Comédie non si rassegnano a perdere la loro primadonna e irrompono in casa sua festosi e carichi di doni. A poco a poco Adriana si lascia contagiare dall’allegria dei colleghi e promette che tornerà a recitare. All’esultanza degli amici si unisce anche la cameriera, che porta alla Lecouvreur un cofanetto di velluto cremisi appena recapitato. Il biglietto che lo accompagna è del conte di Sassonia. Nascondendo l’emozione, l’attrice distrae gli amici e si precipita verso il regalo: lo scruta, lo apre e d’improvviso, colta da malore, vacilla. Michonnet, che le è rimasto vicino, la soccorre e crede di capire: nella scatola, restituite al mittente, ci sono le violette. Adriana si dispera (“Poveri fiori”), ne annusa a lungo il profumo, poi le getta con rabbia nel caminetto. Intanto Maurizio, che non ha inviato alcun cofanetto ma ha subito risposto all’appello di Michonnet, entra nella stanza. È evidente che Adriana soffre. Lui le chiede perdono, la prega di sposarlo, si abbracciano. Ma la fine che li aspetta è diversa da quella che per un attimo hanno sognato. Il volto terreo, le pupille sbarrate, il corpo percorso da tremori, Adriana comincia a vaneggiare e poco dopo muore tra le braccia di Maurizio, vinta da quelle violette che qualcuno, forse la principessa di Bouillon, aveva avvelenato.


Personen:
MORITZ, Graf von Sachsen (Tenor)
Der FÜRST VON BOUILLON (Bass)
Der ABBÉ VON CHAZEUIL (Tenor)
MICHONNET, Regisseur vom Théâtre-Français (Bariton)
QUINAULT, Mitglied des Théâtre-Français (Bass)
POISSON, Mitglied des Théâtre-Français (Tenor)
ADRIENNE LECOUVREUR (Sopran)
Die FÜRSTIN VON BOUILLON (Mezzosopran)
Fräulein JOUVENOT, Mitglied des Théâtre-Français (Sopran)
Fräulein DAGEVILLE, Mitglied des Théâtre-Français (Mezzosopran)
ATHÉNAÏS, Herzogin von Aumont
Die MARQUISE
Die BARONIN
Eine KAMMERZOFE

CHOR
Damen, Herren, Statisten, Theaterdiener, Lakaien

Paris im Monat März 1730

Ballet:
PARIS, phrygischer Schäfer
MERKUR, Bote Jupiters
JUNO, Göttin der Hoheit
PALLAS, Göttin der Kraft und Weisheit
VENUS, Göttin der Schönheit

Götterboten, Amazonen, Choristinnen, Amoretten



ERSTER AUFZUG

ERSTER AUFTRITT

FRL. JOUVENOT
am Spiegeltisch
Schminke, Michonnet, Schminke!

POISSON
vom Spieltisch her
Auch mir fehlt rote Schminke!

MICHONNET
zu Frl. Jouvenot, auf die Konsolen hinweisend
Da oben rechts, mein Fräulein!
Im Schubfach! Dort das linke!

FRL. DANGEVILLE
vom Sofa
Bitte, Michonnet, den Fächer!

QUINAULT
vom Kamin her
Bitte, Michonnet, den Mantel!

MICHONNET
von einem zum andern laufend
Allsogleich, ihr Quäler!

DIE BEIDEN DAMEN
Beeile dich!

MICHONNET
demütig
Ach! zwei Hände nur hab ich!

QUINAULT
ihn verspottend
Doch wohl vier Beine!

FRL. DANGEVILLE
Und mir Pastillen!

FRL. JOUVENOT
Ein Fleckchen!

QUINAULT
Meinen Säbel!

POISSON
Den Gürtel her!

ALLE VIER
ungeduldig
Schnell doch, rühr dich, du Schlafmütz'!

MICHONNET
im Vordergrund, für sich, mit unterdrücktem Zorn
Michonnet hin, Michonnet her!
Ach nein, ich kann nicht mehr!
Auf mir allein ruht alle Last und Schererei!
Ein Regisseur hat's schlimmer fast fürwahr wie'n Lakai!
Die Kartenkön'ge soll ich gar hofieren,
Werd' den Kopf noch verlieren;
Geschwätz zu hören,
Neid zu beschwören,
Zorn zu beschwichtigen,
Ränke zu stören,
Und böser Zungen Klatsch zu berichtigen
Von früh bis spät, von spät bis früh!..
Nur Plag' und Müh'!
melancholisch
Ach, wär's der Wunsch nicht,
Die Stellung zu erlangen
Als Mitglied dieser Bühne;
Der Gedanke, der kühne,
Ohn' ihn
Schon längst wär ich gegangen!

POISSON
der dies bemerkt, zu Michonnet
Was murmelst du da?

MICHONNET
zusammenfahrend
Gar nichts!

FRL. DANGEVILLE
gähnend und Pastillen kauend
Vom Warten wird mir schlecht!

QUINAULT
Feigling, erzittre!
Verzeihung!

MICHONNET
mit einem Sprunge ausweichend
Nichts zu sagen!

POISSON
zu Michonnet, der wieder nach vorn kommt
Ist's so recht?

MICHONNET
ironisch
Verführend schön! Ein Narziss!

FRL. JOUVENOT
immer am Spiegel
Ein Pflästerchen noch fehlt mir!

FRL. DANGEVILLE
ihre Lektüre unterbrechend, boshaft
Wirklich eins nur?

FRL. JOUVENOT
dreht sich um, wie von einer Tarantel gestochen
Unverschämte!

FRL. DANGEVILLE
mit verächtlichem Achselzucken
Aufgeblähte!

FRL. JOUVENOT
sich mit einem Ruck erhebend
Ich bin's müde!

FRL. DANGEVILLE
ebenfalls aufstehend
Und mir ... ist's zuwider!

FRL. JOUVENOT
mit übertrieben tiefer Verbeugung
Die Frau Marquise linker Hand!

FRL. DANGEVILLE
ihr nachäffend
Die Pikettkarten-Königin!

POISSON
sie verspottend
Sprecht nur stets richtig und gewandt!

MICHONNET
entsetzt
Meine Damen, gleich fängt das Spiel an!

QUINAULT
Molière hört den Streit!


ZWEITER AUFTRITT
Der Fürst von Bouillon, der Abbé von Chazeuil, die
Vorigen.


MICHONNET
zeremoniell zu den Genannten
Ah Durchlaucht, Fürst von Bouillon
Und Herr Abbé von Chazeuil.
Welche Gnade!

Bewegung bei den Damen

QUINAULT
leise zu Poisson
Und jener ...

POISSON
beiseite
… ist als Mäcen bekannt
Der Duclos; in Liebe und in Chemie ein Dilettant!

QUINAULT
wie oben
Und der Abbé?

POISSON
leise
Ein Spielzeug nur seiner Gattin!

ABBÉ
die Nase rümpfend
Diese Düfte?

MICHONNET
mit übertriebener Verbeugung
Auf allen Bühnen duftet's so!

FÜRST
Unsre Divas hauchen Duft!

POISSON
sich vor dem Fürsten bis zur Erde neigend
Durchlaucht!

FÜRST
mit herablassender Gebärde
Nun, mein Lieber!

QUINAULT
zum Abbé auf türkische Weise grüssend
Abbé!

ABBÉ
vertraulich
Grossvezier!

FÜRST
galant zu Frl. Jouvenot
Mein schönes Fräulein!
Wie wird man Sie heut abend nennen!

FRL. JOUVENOT
kokett
»Zatime«!

ABBÉ
mit affektierter Anmut zu Frl. Dangeville
Und Sie?

FRL. DANGEVILLE
unhöflich
»Lisette«!

FÜRST
wie oben
Sie muss als Sultanin man immer anerkennen!

ABBÉ
wie oben
Und Sie ... Sie sind der Frühling!

FRL. JOUVENOT
ihm ihre Schulter zeigend
Fürst! sehn Sie dies Fleckchen!

FÜRST
sich bückend, als ob er es küssen will
Ein Pfeil Amor, dem Rächer!

ABBÉ
zwischen zwei Seufzern
Glut weckt mir Ihr Anblick!

FRL. DANGEVILLE
laut lachend
Abbé, nehmen Sie meinen Fächer!

FRL. DANGEVILLE
boshaft
Um noch himmlischer zu scheinen!

FÜRST
ungeduldig zu Michonnet
Doch wann fängt's endlich an?

MICHONNET
»Bajazet« in wenigen Augenblicken.
Dann folgt »Der Liebe Narrheit«.

ABBÉ
auf den Zuschauerraum zeigend
Der Saal voll zum Erdrücken!

MICHONNET
mit Nachdruck
Das glaub' ich wohl, man sieht heut'
Die Duclos und Adrienne beid'
In derselben Tragödie.

FÜRST
enthusiastisch
Die Duclos, unvergleichlich!

MICHONNET
beleidigt erwidernd
Die Lecouvreur ein Engel!

FRL. JOUVENOT
mit einer Grimasse
Sie kann nur noch nicht fliegen.

ABBÉ
unentschieden
Kann recht gut deklamieren.

FRL. DANGEVILLE
Nach Zufall.

MICHONNET
auf den Hintergrund weisend
Sie selbst! Das wird genügen!


DRITTER AUFTRITT
Adrienne und die Vorigen.

ADRIENNE
ihre Rolle durchgehend, langsam
Ich ergebe mich Murads, des Sultans Gewalt!
»Fort! entfernt euch!
Es verschliesst dem Kühnen dies Haus mein Wille!«
Sich unterbrechend
Nein, 's ist noch nicht richtig!
»Fort, entfernt euch!
Es verschliesst dem Kühnen dies Haus mein Wille!«
Und zurück ins Serail kehrt vornehme Stille!

FÜRST
in die Hände klatschend
Grossartig!

ABBÉ
ihn nachahmend
Ganz entzückend

FÜRST
ihr näher kommend
Muse!

ABBÉ
gleichfalls
Göttin!

FÜRST
ihr die Hand küssend
Berückend!

ADRIENNE
mit aufrichtiger Bescheidenheit
Zuviel, meine Herren, zuviel!
lächelnd
Sehn sie, ich bin ganz atemlos!
einfach
Ich bin nur die Magd, die schwache,
Des Genius, der da schafft;
Er leiht mir seine Sprache,
In Herzen streut sie meine Kraft.
Ich bin des Lieds Betonung,
Sein Schicksalswiderhall;
Sein Werkzeug, seine Wohnung,
Der starken Hand Vasall.
Bald mild, bald heiter, bald Unheil kündend,
Man nennt mich: »Treu dem Sinn«,
Mein Klang: ein Lüftchen, schwindend
Im Tagesgraun dahin!

FÜRST
Was suchen Sie denn noch?

ADRIENNE
Die Wahrheit.

ABBÉ
Ihr Lehrer ist wohl ein grosser Künstler?

ADRIENNE
achselzuckend
Nein, ich habe keinen!
Michonnet bemerkend
O, Undank!
Schlicht mir ein Herz ergeben,
Hochbegabt, doch bescheiden,
Mein Hal in Freud' und Leiden,
Mein einz'ger Freund im Leben,
Hier steht er: s'ist Michonnet!

MICHONNET
bis zu Tränen gerührt
Adrienne, du scherzest, meine Tochter
Sieh nur, ich ersticke.
Laut rufend
Sind die Herrschaften fertig?

FRL. JOUVENOT
protestierend
Nein, ich noch keinen Schimmer!

FRL. DANGEVILLE
Ich, desgleichen!

ADRIENNE
Ich, ich bin es!

FÜRST UND ABBÉ
zu Michonnet
Und die Duclos?

MICHONNET
Jetzt eben schreibt sie im Zimmer
Dort einen Brief in Eile.

FÜRST
lebhaft
An wen?

FRL. JOUVENOT
zum Fürsten, mit Betonung
Sie sind's nicht, das ist sicher!

FRL. DANGEVILLE
ebenfalls
Sie weiss, dass Sie hier stehn!

QUINAULT
am Schachtisch
Schach dem König!

POISSON
indem er ein Stückchen Brot kaut, triumphierend
Schach und matt jetzt!

QUINAULT
protestierend
Matt, das sind eben Sie!

POISSON
in Zorn geratend
Gilt mir das »Sie?«
Mir scheint, du steckst voll Hochmut!

QUINAULT
Nun, wie?

MICHONNET
von hinten
Meine Herrschaften, 's geht los!

FÜRST
zornschnaubend zum Abbé
Abbé, diesen Brief muss ich sehn!

ABBÉ
Von der Duclos?

FÜRST
Ich will es!

ABBÉ
unschlüssig
Wie ist das möglich?

FÜRST
gibt ihm eine Geldbörse
Es muss gehn!


VIERTER AUFTRITT
Michonnet, Adrienne.

MICHONNET
Endlich wir beide allein! für eine Minute!
Schon fünf Jahre lang lieb ich so heiss die Gute,
Und kanns nicht sagen,
Muss stumm die Qual ertragen!
zurückweichend
Was hilft's auch? Sie ist so jung und licht ...
Und mein Mai
Ist längst vorbei!
kommt wieder näher
Sag ich's oder sag ich's jetzt noch nicht?
Besser wohl morgen!
Aber morgen bin ich noch älter alsdann,
entschlossen
Törichte Angst und Sorgen!
Nun denn! ich sag's! wohlan!
Adrienne!

ADRIENNE
ohne den Kopf zu wenden
Was gibt's?

MICHONNET
nach Worten suchend
Etwas Neues!

ADRIENNE
wie oben
Gut oder böse?

MICHONNET
zaudernd
Das fragt sich ... mein Oheim aus Boulogne,
Der Apotheker ...

ADRIENNE
Nun, was denn?

MICHONNET
Ist tot.

ADRIENNE
Traurig!

MICHONNET
schnell
Und in seinem Testament
Vermacht er mir zehntausend Pfund.

ADRIENNE
Prächtig!

MICHONNET
mit Bedeutung
Doch was beginnen? Bin darum sehr verlegen ...

ADRIENNE
Um so schlimmer!

MICHONNET
Nicht ganz so ... dies will in mir erregen ...
Einen Gedanken ...

ADRIENNE
Einen Gedanken?

MICHONNET
eindringlich
Seltsam, possierlich ...

ADRIENNE
Welchen?

MICHONNET
entschlossen
An eine Heirat!

ADRIENNE
lachend
Um so besser!

MICHONNET
angenehm überrascht
Wie? es erscheint dir natürlich?

ADRIENNE
Ganz natürlich!
seufzend
Ach! käm auch ich dazu!

MICHONNET
mit klopfendem Herzen
Wirklich? Also auch du?

ADRIENNE
Ich denk daran.. zuweilen ...

MICHONNET
für sich, die Augen gegen die Decke erhoben
Allmächtiger Gott! Jetzt ist es Zeit, zu eilen!

ADRIENNE
melancholisch
Mein Talent ist nicht mehr dasselbe.

MICHONNET
ungestüm
Gewachsen, willst du sagen.

ADRIENNE
zögernd
Gestern abend ...

MICHONNET
wie oben
Spieltest du die Phädra, als wär's Melpomene selber.

ADRIENNE
vertraulich
Man hörte, eine Schlacht sei geschlagen.
Und keine Kunde ...
Die Angst ... »Er hat vielleicht eine Wunde!«

MICHONNET
zurückweichend, wie erschreckt
Wer?

ADRIENNE
sich ihm vertrauend
Wer anders als mein Retter?

MICHONNET
schaudernd
Sie sagt: mein Retter ...

ADRIENNE
freudig
Doch heute ...

MICHONNET
wie ein Echo
Heute ...

ADRIENNE
Er kam zurück!

MICHONNET
am ganzen Körper zitternd
Du liebst ihn?

ADRIENNE
glühend
Ob ich ihn liebe! ...

MICHONNET
für sich, die Arme hängen lassend
Das trifft mich schwer!

ADRIENNE
kann nicht mehr an sich halten
Vor Ihnen hab ich kein Geheimnis!

MICHONNET
lässt sich in einen Lehnstuhl fallen
Jetzt sag ich ihr nichts mehr!

ADRIENNE
's ist ein einfacher Fähnrich
Beim polnischen Königssohne,
Dem Grafen von Sachsen, dem Helden,
Der sich erkämpft eine Krone.
Er zog in den Krieg, weit, weit fort nach Kurland hin,
Und ich wusst nicht, was mit ihm geschehen,
Gestern sah ich ihn wieder!

MICHONNET
aufspringend, verwirrt
Ihn?

ADRIENNE
ohne auf ihn zu hören
Und heut wird er Roxane sehen.

MICHONNET
verzweifelt, bei sich
Michonnet, du bist fertig!

ADRIENNE
steht ebenfalls auf
Wie jauchzt mein Herz im Glücke!

MICHONNET
den Kopf schüttelnd
Mein gutes Mädchen! Bedenke!
Das Glück ist oft voll Tücke!
Horch! das Signal!


FÜNFTER AUFTRITT
Adrienne und Moritz.

MORITZ
Adrienne!

ADRIENNE
sich umdrehend, wie vor Freude berauscht
Ach, mein Moritz!

MORITZ
sie schwärmerisch anblickend
Du Herzenskönigin!

ADRIENNE
wieder zu sich kommend
Sie hier?

MORITZ
Ach! musste lange warten! Ich seh hier eine Treppe.
Man will mich hindern ... frage nach Ihnen ...

ADRIENNE
halb beleidigt, halb geschmeichelt
Unbesonnener!

MORITZ
Warum? Die rechte Liebe
Kennt in heissem Triebe
Kein Verbot,
Wird nicht rot!
mit wachsender Leidenschaft
Meiner teuren Mutter Bild, so lieblich lächelnd,
Seh ich in dir mich wieder freundlich grüssen.
An deiner Brust umwehn mich
der Heimat Lüfte so fächelnd,
Die mit holdem Zauber mir das Herz erschliessen.
Schön bist du, Liebchen!
Schön wie mein Banner winkend,
Dort, wo das Kampfgewühl wogt, flammet so heiss,
Du bist so reizend, wie der Traum, der blinkend
Mir den Ruhm zeigt, der einst des Sieges Preis.

ADRIENNE
bewegt lächelnd
Gott, wie so herrlich spricht er!

MORITZ
ebenfalls lächelnd
Die Lieb macht mich zum Dichter!

ADRIENNE
um den Gegenstand des Gesprächs zu wechseln
Wie steht's mit der Beförderung?

MORITZ
protestierend
Wir wollen uns unterhalten!

ADRIENNE
auf ihrer Frage beharrend
Und der Minister und der tapfre Graf von Sachsen?

MORITZ
lustig, mit etwas Ironie
Er versprach's mir; doch scheint er's nicht zu halten.

ADRIENNE
Ich lernte gern ihn kennen.

MORITZ
wie oben
Warum?

ADRIENNE
Ich möchte mich besinnen,
Wie's möglich wär, für Sie ihn zu gewinnen.

MORITZ
Furcht heuchelnd
Danke! man soll ihn gefährlich nennen.

ADRIENNE
Ich weiss es; alle Frauen lieben ihn.

MORITZ
wie oben
Bin eifersüchtig.

ADRIENNE
mit dem Fächer nach ihm schlagend
Wie töricht!

MORITZ
mit erheuchelter Resignation
Nun wohl, so sprechen Sie mit ihm!

ADRIENNE
sich wehrend
Was tun Sie?
Sieht sich nach rückwärts um
Ich darf nicht länger bleiben.
erhebt sich eilig

MORITZ
trostlos
Wie grausam, wie grausam, mich zu vertreiben.

ADRIENNE
seine Hand fassend
Für Sie nur allein sprech' ich am Abend heute!
Mit deiner Augen Strahl wird deine Seele mich grüssen.
Hörst du meine Stimme, wird deine Träne fliessen.
Was gelten Beifall mir heute,
Geschenke, Kränze der Leute?
Wiegen denn alle Schätze aus unserm ganzen Land
Eine Träne von dir nur auf, der Liebe Diamant?

MORITZ
wie berauscht
Ich lausche dir, Adrienne, wie am heiligen Orte,
Der Beter lauscht dem göttlichen Worte.

ADRIENNE
sich seiner Umarmung entziehend
Wo ist dein Platz heut' Abend?

MORITZ
Die Loge drei zur rechten.
versucht ihr Antlitz zu küssen

ADRIENNE
ihn sanft abwehrend
Lass mich!

MORITZ
schwer atmend
Und nachher?

ADRIENNE
Nicht hier! Erwarte mich am Ausgang!
Ein Pfand!

MORITZ
es küssend
Dank!

ADRIENNE
Geh!


SECHSTER AUFTRITT
Der Fürst, der Abbé, dann Frl. Jouvenot und Dangeville.

FÜRST
ängstlich
Wie steht's, Abbé?

DER ABBÉ
zeigt ihm triumphierend einen Brief
Das Corpus delicti!

DER FÜRST
misstrauisch
Wie denn?

DER ABBÉ
mit den Fingern schnalzend
Penelope!

FÜRST
War es die Zofe?

ABBÉ
mit gedämpfter Stimme
Hundert Dukaten!

FÜRST
nimmt den Brief
Teuer! ... Das Wachs ist noch weich!

ABBÉ
Um so besser!
Der Fürst entsiegelt den Brief
Die Handschrift der ihren gleich?

FÜRST
sich die Augen reibend
Doch sehr verstellt.

ABBÉ
Das ist recht schlimm.

FÜRST
ihm das Billet zurückgebend
Lies nur! mir trübt die Augen der Grimm.

ABBÉ
vorlesend
Heut' abend, Punkt elf Uhr ...
Drunten in dem bekannten Häuschen, dicht an der Seine

FÜRST
zornschnaubend
Das meine.

ABBÉ
fortfahrend
In einer hochpolitischen Sache.
losplatzend
O! die kann reizend sein!

FÜRST
kummervoll
Reizend wie keine.

ABBÉ
die Lektüre wieder aufnehmend
Gebrauchen Sie Vorsicht! ...
»Treu und verschwiegen,« Punktum!

FÜRST
Und die Unterschrift?

ABBÉ
Constanze.

FÜRST
wütend
Treulose!

ABBÉ
mit Mühe das Lachen unterdrückend
Ihr Pseudonym ist das?

FÜRST
Für mich das Zeichen!

ABBÉ
um ihm beizustehen
O Falschheit ohnegleichen!

FÜRST
tobend
Die Undankbare!

ABBÉ
wie vorher
Ein Spott auf ihren Namen!

FÜRST
wie vorher
So sind die Bühnendamen!
nach einer Pause
Und die Adresse?

ABBÉ
besieht die Aufschrift
»Dritte Loge rechts«
sich vor die Stirn schlagend
Teufel! welch ein Verdacht!

FÜRST
angstvoll
Kennst du den andern?

ABBÉ
Möglich ... Moritz.

FÜRST
verdutzt
Der Graf?

ABBÉ
Ich sah ihn eintreten ... da!

FÜRST
wütend
Und er ist's also?

ABBÉ
Er ist's, den ich sah.

FÜRST
die Arme verschränkend
Was tun?

ABBÉ
ihm nachahmend
Was tun?

FÜRST
sich den Kopf zerbrechend
Dort drüben?

ABBÉ
kratzt sich die Stirn
In dem Häuschen?

FÜRST
ihm kommt plötzlich eine Idee
Ein Fest und ein Stückchen ...

ABBÉ
greift den Gedanken sofort auf
Den Künstlern zur Schau

FÜRST
Gefällt dir mein Plänchen?

ABBÉ
Verwegen und fröhlich

FÜRST
Die Kriegslist befehl' ich,

ABBÉ
Ja, Liebe macht schlau.

FÜRST
Wir fangen die Täubchen ein!

ABBÉ
Jetzt müssen ihr Lieben

FÜRST
Sie beide verschieben;

ABBÉ
Noch täuscht sie ihr Wahn!

FÜRST
Von Mars und von Venus

ABBÉ
Die alten Geschichten!

FÜRST
Das Netz wird schon richten

ABBÉ
Voll Rache Vulkan!

FÜRST
Bald weiss ganz Paris schon

ABBÉ
Was auf unserm Feste

FÜRST
Erlebten die Gäste,

ABBÉ
Wenn früh es erwacht;

FÜRST
Jetzt lachen wohl sorglos

ABBÉ
Gott Amor und Hymen

FÜRST
Doch kann sich nur rühmen,

ABBÉ
Wer lacht ganz zuletzt!

FÜRST
zu dem Theaterdiener auf die erste Tür rechts zeigend
Hier nach Nummer drei zur Rechten!
Schweig und nimm!
übergibt ihm das Billet und ein Goldstück, der Diener verschwindet durch die bezeichnete Türe

FÜRST
kommt zum Abbé zurück, erleichtert aufseufzend
Nicht den Göttern allein ...

ABBÉ
das Zitat beendigend
Löscht die Rache den Grimm ...


SIEBENTER AUFTRITT
Frl. Jouvenot, Frl. Dangeville, Quinault, Poisson,
später Michonnet.


FRL. JOUVENOT
Das ist ein prächtiger Scherz!

FRL. DANGEVILLE
Hoch auf mir hüpft mein Herz!

QUINAULT
Was soll das Lachen?

POISSON
Was sind's für Sachen?

FRL. JOUVENOT
Durchlaucht voll Frohnatur

FRL. DANGEVILLE
Ein alter Satyr nur

FRL. JOUVENOT
Steht fest im Bunde

FRL. DANGEVILLE
Zu jeder Stunde

FRL. JOUVENOT
Mit der Duclos.

FRL. DANGEVILLE
Ach! die Rondò!

QUINAULT
Ist's nicht bekannt?

POISSON
Jedem bekannt?

FRL. JOUVENOT
Ja, der Kokette

FRL. DANGEVILLE
Wird durch die nette

FRL. JOUVENOT
Gattin, o höret.

FRL. DANGEVILLE
Schutz noch gewähret

QUINAULT
Wie hoheitsvoll!

POISSON
Kennt keinen Groll!

JOUVENOT
Die weiss am besten

FRL. DANGEVILLE
Auch sich zu trösten

QUINAULT
Für die Duclos,

POISSON
Ach! die Rondò!

FRL. JOUVENOT
Welch ein Terzettchen!

FRL. DANGEVILLE
Nein, ein Quartettchen!

QUINAULT
Wirklich, sie selber?

POISSON
Die Fürstin selber?

FRL. JOUVENO
Dann kommt was andres,

FRL. DANGEVILLE
Noch viel Pikantres!

FRL. JOUVENOT
Alles verrät es!

FRL. DANGEVILLE
Jeder versteht es!

FRL. JOUVENOT
Der Alte baute

FRL. DANGEVILLE
Für seine Traute

FRL. JOUVENOT
Weich ihr ein Nestchen

FRL. DANGEVILLE
Wie ein Schmuckkästchen

QUINAULT
Intrigant schön!

POISSON
Nach Lafontaine!

FRL. JOUVENOT
Wie ab vom Städtchen

FRL. DANGEVILLE
Um mit dem Mädchen

FRL. JOUVENOT
Heimlich zu kosen. –

FRL. DANGEVILLE
Doch von der Losen

FRL. JOUVENOT
Lässt oft verstohlen

FRL. DANGEVILLE
Schlüssel sich holen

FRL. JOUVENOT
Die Fürstin, ihren

FRL. DANGEVILLE
Buhlen zu führen

QUINAULT
Des Fürsten Stirn vorn

POISSON
Schmückt schon ein Horn.

FRL. JOUVENOT
So ganz allein

FRL. DANGEVILLE
Zum Stelldichein.

FRL. JOUVENOT
Doch einen Liebesbrief

FRL. DANGEVILLE
Von ihr, der jenen rief

FRL. JOUVENOT
Mit süssem Worte

FRL. DANGEVILLE
Zum stillen Orte

FRL. JOUVENOT
Hat abgefangen,

FRL. DANGEVILLE
Durchlaucht voll Bangen,

FRL. JOUVENOT
Dem Kammerkätzchen

FRL. DANGEVILLE
Füllend das Tätzchen.

FRL. JOUVENOT
Der alte Galan

FRL. DANGEVILLE
Nimmt wie Vulkan

FRL. JOUVENOT
Für solche Sache

FRL. DANGEVILLE
Furchtbare Rache.

FRL. JOUVENOT
Nun lasst uns fragen,

FRL. DANGEVILLE
Wem gilt das Jagen,

FRL. JOUVENOT
Die List und Tücke

FRL. DANGEVILLE
Im Augenblicke?

QUINAULT
Und die Komödie

POISSON
Schwierige Frage!

FRL. JOUVENOT
Der Angetrauten

FRL. DANGEVILLE
Oder der Trauten?

QUINAULT
Wird zur Tragödie

POISSON
Wie kommt's zutage?

ALLE
Ei ja! so ratet!

MICHONNET
aus dem Hintergrunde
Meine Herrschaften! Sie sind dran!

FRL. DANGEVILLE UND POISSON
Ich hab' noch Zeit!

FRL. JOUVENET
ihr Kostüm in Ordnung bringend
Schnelle!

MICHONNET
die Hände ringend
Sie versäumen noch das Stichwort!

FRL. JOUVENOT
verächtlich
Was schadet's?

QUINAULT
Michonnet beim Vorbeigehen von oben herab ansehend
An Ihre Stelle!


ACHTER AUFTRITT

MICHONNET
Ihr Monolog beginnt!
Jetzt ist es grabesstille ... wie wird's nur gehen?
Ich will vor Freude und auch vor Angst vergehen!
Recht so, recht gut, mein Kind!
vergnügt
Ja, so! ja, so! wie zaubervoll erklingend,
Wie einfach, schlicht und klar,
Tief aus der Seele dringend
Wie so menschlich, unvergleichlich wahr!
Was machen sie nur da?
Nun, so klatscht doch, ihr Tröpfe!
Ah! Zum Staunen! Ganz wunderbar, ohnegleichen!
Ah! Sie sieht ihn und gibt ihm Zeichen
Bald durch Blicke, bald durch Lächeln,
Durch Gesten, durch Fächeln
mit tränenerstickter Stimme
Und alles dies nur immer
Ach, für ihn, jenen andern und nicht für mich!
Doch bleibt mir sicherlich
Kein Hoffnungsschimmer ...
Wenn ich sie nur höre, –
Ob auch mein Schmerz sich bäume –
Dann lach ich und weine und träume
Und – vergessen ist alles!
sich an die Stirn schlagend
Doch wohin ist Zatimas Billet gekommen?
Ich hab's doch schon genommen!
Das Briefchen muss zur Stelle
Auf alle Fälle!

NEUNTER AUFTRITT
Moritz, Michonnet, dann Quinault, später Frl. Jouvenot.

MORITZ
in der Mitte, für sich
O, verwünschte Politik!
Ha! Verwünscht sei die Stunde,
Da ich ihr mich überlassen!
Soll das Rendezvous mit Adrienne ich verpassen?
Niemals!
zerknittert den Brief, den ihm der Fürst zugeschickt hat
Jedoch, was wohl die Sache
Mit der Duclos bedeutet?
liest es noch einmal durch

MICHONNET
für sich, auf die Konsole links zeigend
Ach, wohl in diesem Fache!

MORITZ
fortfahrend
Und stets nur diese andre!
Es handelt selbstverständlich
Sich um meinen neuen Plan ...

MICHONNET
Sieh einmal, da ist's endlich!

MORITZ
unschlüssig
Die Fürstin sprach vielleicht beim Kardinal dafür.
Wenn Adrienne herauskommt, dann sag ich's ihr.

MICHONNET
Quinault bemerkend, zu ihm
Sie geben wohl der Zatime diesen Brief für Roxane.

QUINAULT
übel gelaunt und sehr gemessen
Es kann geschehn!

MORITZ
wickelt den Brief auf, überrascht, für sich
Ich seh nichts darauf stehn!
von einer plötzlichen Idee erfasst
Halt! Jetzt mach ich es so!
Eine Kriegslist! Hier
Schreib ich ihr!

MICHONNET
bei sich, zwischen die Kulissen sehend
Ah! sieh nur! die Duclos!
mitleidig
Armes Mädchen, quäl dich nur!
Besser schon wär's, du schwiegst!
Du möchtest singen? Singe, sing nur!
Singe! Du unterliegst! Du unterliegst!

FRL. JUVENOT
zu Michonnet
Michonnet, he, wo ist mein Brief? der Brief für Roxane?

MICHONNET
zeigt auf den Tisch
Er ist hier!

MORITZ
steht auf und gibt der Dame das Pergament
Bitte, mein Fräulein.

FRL. JOUVENOT
nimmt das Blatt mit einer Verbeugung
Danke!

MICHONNET
winkt ihr, sich zu beeilen
Schnell fort!

MORITZ
befriedigt, bei sich
So wird nun Zatime
die Botschaft jetzt an Adrienne besorgen,
Und sie erfährt, dass ich nicht kommen kann vor morgen.
O böses Kurland! Was musst ich für dich hingeben!
Ich gehe! Denn jene harrt voll Beben.
Ab nach rechts

MICHONNET
auf die Bühne sehend, für sich
Zatime tritt auf die Bühne ... doch wie! ...
Sie hat den Brief nicht! ... Doch ... jetzt gibt sie
Ihn Roxane! Gott! Ich sah
trotz der Schminke sie erbleichen,
Zittern ... und schwanken!
ausser sich vor Freude
Kunst! Du bist göttlich! Ohnegleichen!


ZEHNTER AUFTRITT
Alle ausser Moritz.

QUINAULT
wütend
Welch ein Toben!

FRL. JOUVENOT
zornig
Wie verschroben!

POISSON
verächtlich
Welch Publikum!

FRL. DANGEVILLE
angeekelt
Wie schrecklich dumm!

QUINAULT
Ich ersticke noch!

FRL. JOUVENOT
Ich will Rache!

POISSON
's ist zum Rasen!

FRL. DANGEVILLE
lachend
's ist zum Weinen!

MICHONNET
trocknet sich die Augen, jubelnd, bei sich
Und ich lache!

FÜRST
enthusiastisch
Wie grossartig!

ABBÉ
ihn noch überbietend
Welch ein Können!

FÜRST
Ganz einzig!

ABBÉ
Göttlich zu nennen!

FRL. JOUVENOT
erstaunt zum Fürsten
Wie, Fürst, auch Sie?

FÜRST
mit drohender Gebärde
Ich räch mich mal!

FRL. DANGEVILLE
erstaunt zum Abbé
Wie denn! Auch Sie?

ABBÉ
dem Fürsten nachahmend
Mir ist's egal!

FÜRST UND ABBÉ
sich verneigend
Vollkommner gibt's keine Kunst!

ALLE
die Hände erhebend
Adrienne Ehre und Gunst!

ADRIENNE
schwankend
Zuviel ... stille! ... Weh mir!

MICHONNET
leise, sie stützend
Du leidest?

ADRIENNE
mit erlöschender Stimme
Er war hier!

FÜRST
zu den andern
Frische Luft!

ABBÉ
Schnell etwas Äther!

ADRIENNE
die Augen öffnend
Dank!

FÜRST UND ABBÉ
Sie lebt!

MICHONNET
leise zu Adrienne
Bezwing dich!

FÜRST
im Kreise umhersehend
Ihr Freunde, wollt hören!
Den Künstlern zu Ehren
Lad' euch all ich als Gäste
Zu fröhlichem Feste!
Ein würdiger Schluss
Für solch hohen Genuss!

ADRIENNE
die Hand hebend
Ich kann nicht

MICHONNET
halblaut
Nur mutig!

FÜRST
zu Adrienne
Man huldigt Ihnen dort
auf die Schauspieler weisend
»Das Theater«
auf die adeligen Herren zeigend
»Der Adel«.

ABBÉ
bei sich
Der Klerus.

FÜRST
mit sardonischem Lachen
Und den kühnen
Helden von Sachsen vergass ich zu nennen.

ADRIENNE
von einer Idee ergriffen
Ich lernt ihn gern kennen.

FÜRST
sich verbeugend und ihr einen Schlüssel gebend
Das öffnet die Pforte
Zum lieblichen Orte!

ABBÉ
ergänzend
Dem Häuschen, dem grünen,
Ganz nahe bei Ihnen.

ADRIENNE
bei sich
Ich sprech ihn wohl dann.

FÜRST UND ABBÉ
Sie kommen?

ADRIENNE
aufstehend
Wohlan!

FÜRST
Um zwölf Uhr nachts!

ALLE
Um zwölf Uhr nachts?

Der Vorhang fällt

ZWEITER AUFZUG
Das Nest in Grange-Batelière

ERSTER AUFTRITT
Die Fürstin allein.

FÜRSTIN
O Wollust, voller Pein! Glück und Qual im Bunde!
Du still verzehrend Sehnen, schnell geschlagne Wunde!
Heisse Glut, Schauer, Zittern, ja Wahnsinn, Schrecken
Muss in des Liebenden Brust das Warten wecken.
Jeder Laut, jeder Schatten, leis die Nach durchwebend,
Will gegen die zitternde Seele sich verschwören,
Zwischen Zweifel und Sehnen bangend und schwebend
Scheint ewig ihr der Augenblick zu währen.
Ob er kommt? oder nicht?
b er eilet? ... oder mich fliehet? ...
Horch! Eben kommt er! Nein! Die Wellen, sie schäumen,
Und ein alter Baum seufzt auf in seinen Träumen.
Du heller Stern! Der fern im Osten glühet,
Ach, schwinde nicht! Du lächelst so freundlich
hernieder!
Sei Leitstern meiner Liebe! O bring ihn mir wieder!


ZWEITER AUFTRITT
Moritz. Die Vorige.

MORITZ
sich verneigend
Meine Fürstin!

FÜRSTIN
erregt
Kommen Sie endlich?

MORITZ
ein Knie beugend
O, verzeihen Sie!

FÜRSTIN
droht ihm mit dem Fächer
Sehr erkenntlich!

MORITZ
Man verfolgte mich ...

FÜRSTIN
ungläubig
Wer sollt's wagen!

MORITZ
Zwei Unbekannte ... Zurückgeschlagen
Hielten sie nicht stand.

FÜRSTIN
beunruhigt
Zu Zweien?

MORITZ
Wer will mich der Lüge zeihen?

FÜRSTIN
mit bitterm Hohn
Die Verspätung hat am Ende
Wohl verschuldet diese duft'ge Spende?

MORITZ
einfach
Welche?

FÜRSTIN
zeigt auf die Blumen
Dieses Sträusschen!

MORITZ
mit einer Verbeugung
's ist für Sie!

FÜRSTIN
wieder beruhigt
Wer ist verführerisch wie Sie!

MORITZ
Ist's jetzt vergeben?

FÜRSTIN
reicht ihm mit verzeihendem Lächeln die Hand
Ich sollt' eben ...

MORITZ
ihr die Hand küssend
Dank!

FÜRSTIN
weist auf den Platz neben dem ihrigen
Nun bitte!
zärtlich
Ich sprach zur Königin lange und ausführlich
Von Ihren Rechten und von Ihren Siegen;
Da sah ich Tränen in ihren holden Zügen.
Auch war's dem Kardinal recht ... doch natürlich ...

MORITZ
mit kalter Höflichkeit
Dank, edle Frau! Schon seh ich in der Ferne
Durch Sie erglänzen meines Ruhmes Sterne!

FÜRSTIN
mit zärtlicher Angst
Aber Vorsicht! Sie besitzen
Viele Feinde ...

MORITZ
mit stolz blitzenden Augen
Weiss mich zu schützen!

FÜRSTIN
den Kopf hin und her wiegend
Sie sind mächtig ...

MORITZ
verächtlich die Achseln zuckend
Kümmert mich wenig ...

FÜRSTIN
eindringlich
Fähig zu allem! Voll Leidenschaften;
Heut' bestürmten sie selbst den König ...

MORITZ
lustig
Gilt's meinen Hals?

FÜRSTIN
Sie zu verhaften.

MORITZ
lachend
Die Bastille ist nicht mein Ort ...

FÜRSTIN
erschreckt
Doch was tun Sie?

MORITZ
mit verächtlicher Gebärde
Von hier fort!

FÜRSTIN
fast weinend
Wie Sie nur sprechen! Lang' mussten Sie in der
Ferne weilen
Und wollen wieder fort ohne ein Wort der Liebe?
Und ich soll dulden, dass Sie wie ein Meteor einteilen
Ein Trugbild, grausam enttäuschend dürstende
Herzenstriebe?

MORITZ
nach Worten suchend
Doch ruft die Pflicht mit unbarmherzig strengem Werben
Muss jede Klage schweigen, jedes Gefühl ersterben.

FÜRSTIN
ihm fest in die Augen sehend
Moritz!

MORITZ
kalt
Frau Fürstin!

FÜRSTIN
Du gehst, denn du liebst mich nicht!

MORITZ
Ich rette mich!

FÜRSTIN
mit erhobener Stimme
Du fliehst mich!

MORITZ
Meine Pflicht!

FÜRSTIN
seinen Hals umschlingend
Fühlst du nicht, was die Küsse, die heissen,
Dir sagen, dir klagen ... verheissen?

MORITZ
sein Gesicht abwendend
Der Ruhm und die Ehre rufen mich aufs neue!

FÜRSTIN
die Umarmung lösend
Jetzt lügst du! Die Ehre des Liebenden ist seine.Treue!

MORITZ
Der Augenblick drängt ...

FÜRSTIN
bitter
Mein Auge senkt
Tief sich in deine Seele: du liebst mich noch schwerlich.
Von Überdruss zeuget dein Antlitz; sei ehrlich!

MORITZ
Vor Trug hab ich Scheu,
Jetzt sag ich es frei.

FÜRSTIN
in seiner Miene lesend
Dass eine andre Sie lieben,
Die mehr durchtrieben?

MORITZ
als ob er versuchen will, sich zu rechtfertigen
Ihnen bleib ich ergeben
Fürs ganze Leben!

FÜRSTIN
ungestüm
Wie ist denn ihr Name?

MORITZ
ausweichend
Wozu denn?

FÜRSTIN
noch heftiger
Ich will es wissen! Wie heisst die Dame?
Und du sagst es ...

MORITZ
kühl
Nicht!

FÜRSTIN
drohend
Dann reiss die Maske ich ihr vom Gesicht!

MORITZ
schmerzlich
Gnade, o Fürstin, Gnade!
Matt ist die Seele, ach, und das Ziel in der Weiten,
Soll denn Ihr Vorwurf noch mehr mir bereiten
Qual auf rauhem Pfade?
Viel danke ich Ihnen; ist auch die Liebe geschwunden,
Bleibt doch in Freundschaft mein Herz
Ihnen stets verbunden.

FÜRSTIN
zornig
Flammt Liebe auf,
Ist Freundschaft Aschenhauf!

MORITZ
mit der Hand gegen die Glastür weisend
Was hör ich, Frau Fürstin?

FÜRSTIN
überrascht stehen bleibend
Ein Wagen kommt eben.

MORITZ
Erwarten Sie jemand?

FÜRSTIN
Nein, niemand! Was soll's nur geben?

MORITZ
immer hinausschauend
Er hält am Tor!

FÜRSTIN
erschrocken zusammenfahrend
O Himmel! Es ist mein Gatte!

MORITZ
überrascht
Der Fürst?

FÜRSTIN
blass vor Furcht
Er steigt empor!

MORITZ
bei sich
Er ist's, der mich verfolgt hatte.

FÜRSTIN
entsetzt
Jetzt bin ich verloren!

MORITZ
ritterlich
Ich schütze Sie noch!
Sie fortdrängend
Hinein! Dort!

FÜRSTIN
schwankend
Verloren!

MORITZ
Ich rette Sie doch!


DRITTER AUFTRITT
Der Fürst, der Abbé. Moritz.

FÜRST
mit eleganter Ungezwungenheit
Wir ertappten Sie auf frischer Tat!

ABBÉ
In flagranti!

MORITZ
sich überrascht stellend
Aber meine Herren!

FÜRST
lustig
König im Pikett!

ABBÉ
ihn nachahmend
Ass in Herzen!

MORITZ
teils beleidigt, teils erstaunt
Wollen Sie scherzen!

FÜRST
wie oben
Nein! In der Tat!

ABBÉ
geheimnisvoll
Hab' sie gesehn!

FÜRST
ebenfalls
Ja! Das ist wahr!

MORITZ
sich geschickt verstellend
Wen?

ABBÉ
Die Dame ...

MORITZ
Was?

FÜRST
bei sich
Canaille!

ABBÉ
Weisse Robe!

FÜRST
Schlanke Taille!

MORITZ
immer Unkenntnis heuchelnd
Ich versteh nicht! ...

FÜRST UND ABBÉ
zugleich
Alles ist klar!

MORITZ
ernst
Fürst, hab ich Sie verletzt,
Steh ich zu Ihrer Verfügung!

FÜRST
verwundert
Ein Duell?

ABBÉ
Eben jetzt?

FÜRST
Wollen wir doch lachen ...

MORITZ
spöttisch
Sie vielleicht über mich?

FÜRST
mit feiner Höflichkeit
Ich bin Ihnen ja Dank schuldig ...

ABBÉ
zu Moritz auf den Fürsten zeigend
Schuldig, das sage auch ich!

FÜRST
Die Duclos ...

ABBÉ
Hat mit ihr einst angebandelt.

MORITZ
noch verblüffter als zuvor
Was? Ist's diese?

FÜRST
blasiert
Das ist vorbei.
Wenn Sie sie lieben, mach ich mich jetzt frei!

ABBÉ
listig
Von Ihnen wär's als Freund gehandelt.

FÜRST
affektiert übertrieben
Und mein Herz wär des Dankes voll.

MORITZ
die Verwechslung allmählich begreifend
Jetzt versteh ich: Es soll Ihnen ...

FÜRST UND ABBÉ
zugleich
Nur zum Bruch als Vorwand dienen.

FÜRST
Hand darauf!

ABBÉ
Ohne Groll!


VIERTER AUFTRITT
Adrienne, die Vorigen

ABBÉ
reicht ihr die Hand, um ihr beim Hinaufsteigen behülflich zu sein
Endlich nun hier, Sie Göttliche!

FÜRST
ihr entgegentretend
So grüsst Sie, o Sultanin, denn
Der tapfre Graf von Sachsen.

ABBÉ
Ein Wort genügt schon: »Adrienne«!

ADRIENNE
eine Hand aufs Herz legend
Himmel!

MORITZ
bestürzt
Sie ist's!

ADRIENNE
bezwingt ihre Aufregung und wie im Selbstgespräch
Moritz ... der Graf ... der Held! ...

MORITZ
halblaut
Still!

FÜRST
wieder zu ihnen tretend
Graf! Die grosse Künstlerin will
Sie für einen jungen Fähnrich interessieren.

ABBÉ
Die Liebe lehrt probieren.

ADRIENNE
Moritz bedeutungsvoll ansehend
Jetzt wag ich's nicht mehr.

MORITZ
lächelnd
Warum denn nicht?

ADRIENNE
ebenfalls lächelnd
Weil dieser junge Mann für sich wohl selber spricht.

FÜRST
mit dem Abbé wieder nach hinten gehend
Abbé, dass du die Hauptsache nicht vergisst!

ABBÉ
Das Essen?
Werde mich beeilen.

FÜRST
mit den Augen zwinkernd
Und ich halte Umschau indessen.
leise
Hab in der Falle das Vögelein;
Da drinnen muss es sein.


FÜNFTER AUFTRITT
Adrienne und Moritz.

ADRIENNE
Doch ist es wirklich Wahrheit? Der grosse Moritz: Du?

MORITZ
tut, als ob er sich sträuben will
Und du wolltest ihn verführen? ...

ADRIENNE
ihn voll Bewunderung anschauend
Zu deinem Glück!

MORITZ
lächelnd
Das kannst du!
Mit einem leichten Ausdruck des Missbehagens, doch gerührt
Geliebte!

ADRIENNE
noch leidenschaftlicher
Einer Krone würdig schienest du
Stets mir schon in schlichter Leutnantstracht,
Und Verzeihung für die Täuschung wohl verdienst du,
Hab ich doch so im Traum dich mir gedacht.

MORITZ
versucht ihr den Mund zu schliessen
Adrienne, o schweige!

ADRIENNE
Lass mich dir sagen ...

MORITZ
Nein! ach, zweifelsohne
Bist du mein Sieg im Kampfe, du: meine junge Krone,
Dein Lächeln gleicht der Küste,
Die sturmgepeitschtem Schiffer still winkt mit
Baumund Halme;
Du bist mein schimmernd Banner und meines
Friedens Palme.

ADRIENNE
in Verzückung
Ich bin nur ein Strahl von deiner Sonne,
Ein Blättchen, das zu deinem Kranze gehörte;
Du schreibst in die Weltgeschichte
Dich ein mit scharfem Schwerte
Ich gleich der abgeschnittnen Blüte,
Vergessen, welk ich hin!

MORITZ
wider Willen hingerissen
O Angebetete! Was auch im ganzen Leben
Mir Schönes noch erblüh,
Du bleibst mein höchstes Streben,
Die höchste Poesie!
Sie liebkosend
Mein Herzchen!
Macht sich eilig frei
Doch jetzt gehe!
nach hinten weisend
Sieh nur, sie kommen schon.


SECHSTER AUFTRITT
Der Abbé, Michonnet und die Vorigen.

MICHONNET
flehend
Mein Herr Abbé,
Nun erlaubt, dass ich geh!
trocken
Es tut mir leid! ...

MICHONNET
Es drängt die Zeit.

ABBÉ
fortfahrend, Sträusse zu binden
Es heisst die Ordre ...

MICHONNET
Ich aber fordre ...

ABBÉ
feierlich
»Hinein darf jeder, doch keiner hinaus«!

MICHONNET
beharrlich
Ich hab den Auftrag, dass eine neue Rolle
Sofort besprechen ich solle
Mit der Duclos.

ABBÉ
dreht den Kopf
Mit der Duclos?

MICHONNET
Bin vor Tageshelle
Wieder hier zur Stelle.

ABBÉ
bricht in Gelächter aus
Brauchen nicht zu gehen! ...

MICHONNET
erstaunt
Wie soll ich's verstehen?

ABBÉ
boshaft, indem er ein Sträusschen zusammenbindet
Heute zum Mahle
Sehn hier im Saale
Die Schöne wir:
Sie ist schon hier.

ADRIENNE
in banger Erregung
Sie hier? Wie heiter!

MICHONNET
erstaunt
In Wahrheit! Und weiter?

ABBÉ
widrig geziert
Hier kommen heute
Zwei Liebesleute
Heimlich zusammen,
Durchglüht von Flammen
Des Götterpaares
Venus und Ares.
weist auf Moritz

ADRIENNE
sich an einer Stuhllehne festhaltend
Der Graf?

MORITZ
in drohendem Tone zum Abbé
Nicht wahr!

ADRIENNE
mit schwacher Stimme zum Abbé
Bitte sehr!

MORITZ
laut zum Abbé
Sie schweigen! Noch einmal: Sie schweigen!
's ist Lüge!

ABBÉ
sich ereifernd
's ist Wahrheit!
auf die Türe rechts zeigend
Man findet dort
Sie auf mein Wort!

ADRIENNE
aufspringend
Ich selbst will ...

MORITZ
leise zu Adrienne
Nur ein Wörtchen!

MICHONNET
entschlossen
Ich will hinein!


SIEBENTER AUFTRITT
Der Abbé, Adrienne, Moritz.

MORITZ
sehr schnell und geheimnisvoll
Adrienne, bitte, hören Sie! Einem politischen Ziele
Gilt heut mein Hiersein.
Mein künftiges Königreich steht auf dem Spiele.

ADRIENNE
zweifelnd
Und die Duclos?

MORITZ
ihre Hände ergreifend
Sie ist's nicht, – das schwör ich
Bei meiner Ehre! Du glaubst mir.

ADRIENNE
Ja!

MORITZ
zärtlich, auf das Kabinett zeigend
Und dich nun beschwör ich:
Der Abbé darf nicht in jenes Zimmer; dort hält verborgen
Sich jene Dame. Ferner muss ich vorsichtig sorgen,
Ihr zur Flucht zu verhelfen;
Doch du darfst sie nicht sehen!
Willst du's versprechen?

ADRIENNE
edelmütig
Gehn Sie ruhig! Ich werd' sie zu schützen verstehen!

MORITZ
küsst ihr beide Hände
Ach! Dank! Dank! Leb wohl, Geliebte!

ADRIENNE
bei sich
Er schwur bei seiner Ehre!
Nein! Er kann nimmer lügen!
Ich auch halt', was ich schwöre!


ACHTER AUFTRITT
Michonnet, Adrienne, der Abbé.

ADRIENNE UND ABBÉ
zugleich
Nun, stimmt es?

MICHONNET
wirft sich auf einen Stuhl
Welch Qui pro quo!
Die Täuschung ist fein!
's ist nicht die Duclos!

ADRIENNE UND ABBÉ
in demselben Tone
Wer kann es nur sein?

MICHONNET
sehr leise
Nur stille! S'ist ein Staatsgeheimnis!

ABBÉ
losprustend
Sie Kunkel!

ADRIENNE
Sie sahen sie doch?

|MICHONNET
mit komischer Verzweiflung
Tief war das Dunkel!
Die Hand ausstreckend, fühl' ich eine
Nadel mich stechen ...
"Wer sind Sie?« hör' schmeichelnd ein
Stimmchen ich sprechen,
»Ein Irrtum muss walten!
Ich bin nicht, für die Sie mich halten!
Wenn schnell mir die Hilfe zur Flucht Sie verleihn,
Sollen mit mir Sie zufrieden wohl sein.«

ADRIENNE
lachend
Seltsam Abenteuer!

ABBÉ
ungläubig
Das ist nicht geheuer;

ADRIENNE
Und dann?

MICHONNET
Ging ich fort! Was sollt ich noch mehr?

ABBÉ
Was mehr? Sie sehen! Ein Licht bringt mir her!

ADRIENNE
zum Abbé
Fremd Geheimnis zu hüten,
Wird der Anstand gebieten.

ABBÉ
stellt sich, als ob er sie nicht begreift
Des Grafen Geliebte ...!

ADRIENNE
lächelnd, aber entschlossen
Abbé, jetzt haltet ein!
Hier kommt niemand hinein!

ABBÉ
bleibt ärgerlich mit dem Licht in der Hand stehen
Wie steht's mit dem Fürsten?

ADRIENNE
hell auflachend
Den freut nur dieser Streich!
Die Schöne hat nichts begangen!

ABBÉ
ebenfalls lachend
Das sag ich ihm sogleich!


NEUNTER AUFTRITT
Adrienne und Michonnet.

MICHONNET
Was sinnst du so, Adrienne?

ADRIENNE
hebt den Kopf und zeigt auf das Kabinett
Wie die Dame ich behüte ...
Wer sie auch sei!

MICHONNET
geschmeichelt
Gilt's mir?

ADRIENNE
in Gedanken vertieft
Nein!

MICHONNET
schmerzlich betroffen
Seinetwegen? Zuviel Güte!

ADRIENNE
ihn streichelnd
Hab's ihm versprochen!

MICHONNET
wischt sich mit dem Rücken der Hand die Augen
Wie leichtsinnig!
Wir sind arm ... bürgerlichen Blutes!
Was kümmern uns die Grossen?
Uns kommt von dort nichts Gutes!

ADRIENNE
etwas ärgerlich
Ich will es!

MICHONNET
mit Tränen in der Stimme nachgebend
Was soll ich tun?

ADRIENNE
sogleich wieder begütigt auf die bewusste Tür zeigend
Sieh, dass niemand hier hineingeht!

MICHONNET
resigniert
Ich will's tun!


ZEHNTER AUFTRITT
Adrienne, dann die Fürstin.

ADRIENNE
einen plötzlichen Entschluss fassend
Es Sei!
klopft dreimal an die Türe
Keine Antwort!
mit gedämpft kräftiger Stimme
Bitte öffnen! Ich bitte, meine Dame.
Macht auf! Im Namen Sachsens!
Drauf hätt' ich geschworen!

FÜRSTIN
auf der Schwelle
Sein Name!
Was wollen Sie?

ADRIENNE
mit edlem Schwunge, doch mit gedämpfter Stimme
Sie retten!

FÜRSTIN
noch etwas ängstlich
Doch wie nur? Verschlossen sind Garten und Haus.

ADRIENNE
zieht aus dem Mieder einen kleinen Schlüssel hervor
Dieser Schlüssel hilft Ihnen schnell hinaus;
Ein Schritt nur, und Sie sind frei!

FÜRSTIN
zaghaft und zögernd die Hand ausstreckend
Dank!

ADRIENNE
nach ihrer Hand suchend
Doch Sie verstehen ...

FÜRSTIN
den Schlüssel nehmend
Geben Sie nur!

ADRIENNE
Sie müssen unbemerkt hinuntergehen!
Ich bin hier fremd;
Sie können auf meinen Rat nicht hoffen.

FÜRSTIN
fröhlich
Ich bin hier bekannt.
Der geheime Ausgang hier ...
Da! Er ist offen!
Adriennes Hand ergreifend
Doch Sie, wer sind Sie?

ADRIENNE
abwehrend
Was tut's? O gehen Sie!

FÜRSTIN
auf ihrer Frage beharrend
Viel schuld ich Ihnen!

ADRIENNE
wie oben
Vergessen Sie!

FÜRSTIN
sucht Adriennes Züge zu erkennen
Ich möcht Sie sehen!

ADRIENNE
wie oben
Dazu darf's nicht kommen!

FÜRSTIN
betroffen, bei sich
Die Stimme hab ich doch oft vernommen!
Frau Herzogin! Sind Sie es?

ADRIENNE
einen Schritt zurückweichend
Nein!

FÜRSTIN
Warum so neimlich?

ADRIENNE
drängt sie gegen die offene Tür
Es wächst die Gefahr! Die Sekunden verrinnen.

FÜRSTIN
auf einmal argwöhnisch geworden
Wer konnte den Plan, mich zu retten, ersinnen?

ADRIENNE
arglos
Er, der mir alles sagt!

FÜRSTIN
ihre Stimme erhebend
Was heisst das? Das ist gewagt!

ADRIENNE
erstaunt
Wen darf es kümmern? Ist es ein Verbrechen?

FÜRSTIN
noch mehr erregt
Wer hat das Recht, von Moritz zu sprechen?

ADRIENNE
plötzlich die Sachlage erratend
Und was soll es bedeuten, dass Sie ihn nannten,
Wie man nur nennen darf ... einen Verwandten?
Wie Sie verstummen! ... Jetzt grade sprechen Sie!
Wie Ihre Hand so zittert!
mit einem Schrei
Ihn lieben Sie!

FÜRSTIN
sich von ihr losreissend
Ja, mit der Angst, den feurigen Ergüssen,
Die erschliessen uns erst müssen
Das unberührte Herz.
Er ist der Meine,
Darf allein
Mir gehören!
Nichts kann stören,
Was gewähren
Mir seine Liebe will.

ADRIENNE
wie oben
Ich bin die Seine!
Siegerin in allem bliebe
Meine Liebe!

FÜRSTIN
mit wachsender Leidenschaft
Er ist der Strahl, der flammend weckt
Zu frohem Triebe
Schlummernde Liebe,
Wenn noch trübe
Die Nacht dahinschwebet!

ADRIENNE
wie verzückt
Er ist der König meiner sel'gen Träume,
Er der Bronnen meiner Wonnen,
Der mich zur Sonne,
Zum Himmel erhebet.

FÜRSTIN
jäh losbrechend
Ah! Ich entlarve dich!

ADRIENNE
sich beherrschend
Und wer sind Sie?

FÜRSTIN
wütend
Ich bin mächtig!

ADRIENNE
kalt, verächtlich
Nein! Sie fürchten mich!

FÜRSTIN
mit dem Ausdruck tiefsten Hasses
Ich verachte dich, ich zertrete dich!

ADRIENNE
stolz und spöttisch
Ich ... rette Sie!

FÜRSTIN
ausser sich, einen Schritt vortretend
Genug! Gott! Es ist mein Gatte!

ADRIENNE
überrascht, doch froh
Der Fürst ist es! Nun bleiben Sie!

FÜRST
Himmel!

ADRIENNE
Schnell doch! Bringt Licht her!
Viele Lichter!
laut zum Fürsten
So kommen Sie doch endlich!
für sich
Entflohen! ... Feige!


ELFTER AUFTRITT
Michonnet, Adrienne.

MICHONNET
Du hast sie gerettet?

ADRIENNE
mit einem Seufzer, einen Schritt vortretend
Ja!

MICHONNET
Ganz sicher war es jene, die durch den Garten eilte
mit diesem Grafen von Sachsen.

ADRIENNE
bleibt stehen, wie ins Herz getroffen
Himmel!

MICHONNET
fortfahrend
Und es verlor auf der Treppe dieses Halsband die
Schöne ... Ich hab's gefunden!

ADRIENNE
greift lebhaft danach
Geben Sie's!
nachdem sie es angesehen
Und der Graf?

MICHONNET
Mit ihr ging er hinaus.

ADRIENNE
schwankend
Mit ihr!
ohne ihre Aufregung zu bemerken
Der Glückliche!
mit erstickter Stimme
Alles ist aus!

Der Vorhang fällt

DRITTER AUFZUG
Das Palais Bouillon.

ERSTER AUFTRITT
Der Abbé und mehrere Diener.

ABBÉ
zu den Dienern, wichtig
So nicht! Bleibt nur davon!
Das mach ich selber schon!
Geschmack bei solchen Leuten!
Der Fürst hat mich bestellt,
Das Fest ihm zu bereiten,
Ganz, wie es mir gefällt.


ZWEITER AUFTRITT
Die Fürstin, der Abbé, die Diener.

FÜRSTIN
überlegend, bei sich
Ach! Dieses Weib, die Rivalin! O könnt
Ich entdecken, was sie ist, wie sie aussieht, sich nennt!
Was will, was plant sie? Den Liebsten mir zu rauben?
Nein! Das darf Gott im Himmel niemals erlauben!

ABBÉ
zu den Dienern
Den Kandelaber links und diese Vase ... hier!

FÜRSTIN
langsam auf und abgehend
Sie sprach: »Er, der mir alles sagt!« Alles?
Ist das der Lohn, weil ich ihm gab mein Alles?
Er ist gefangen, ... aber mein spottet jene!
Diese Stimme, deren tiefe Töne
Schmeicheln, töten, bald zürnen und bald scherzen,
Klinget voll Zauber stets in meinem Herzen.


DRITTER AUFTRITT
Die Fürstin. Der Abbé.

ABBÉ
mit einer Verbeugung, zärtlich
Sie, gnäd'ge Fürstin? Strahlender als die Morgenröte ...

FÜRSTIN
mit spöttischem Lächeln
Wenn sie entschwunden?

ABBÉ
küsst ihr die Hand
Immer! Sie sind die Sonne, die die stete
Nacht dort am Pole erleuchtet!

FÜRSTIN
sich im Spiegel betrachtend
Ach! Stets das alte Lied!

ABBÉ
galant
Ihnen gefällt's nicht? ... Hab kein anderes!

FÜRSTIN
trocken
Lassen Sie's, hab genug davon! Wie sieht
Denn heute mein Kleid aus?

ABBÉ
beugt sich vor, um besser zu sehen
Weh mir!

FÜRSTIN
immer vor dem Spiegel
Und das Mieder?

ABBÉ
mit lüsternen Blicken ihren Hals betrachtend
Ich Armer!

FÜRSTIN
mit einem Seitenblick auf ihn
Was gibt's wieder?

ABBÉ
schwer seufzend
Wie Sie sehen! Ach! Ach! Ich seufze!

FÜRSTIN
verächtlich
Warum?

ABBÉ
mit gefalteten Händen
Wie grausam!

FÜRSTIN
mit dem Finger drohend
Abbé!

ABBÉ
süsslich
Sagen Sie, dass Amor, der Schlimme,
Stets treu in seinem Beruf,
Auch Ihr Herz nimmer im Grimme
Aus totem Marmor schuf.
Und wär es doch geschehen –
O, Galathé, Königin! –
So wollen Sie nun sehen,
Dass ich Pygmalion bin.
Sagen Sie, sagen Sie ...

FÜRSTIN
achselzuckend
Sagen Sie nicht solchen Unsinn!

ABBÉ
trostlos
Die Kunst hat zu entscheiden!

FÜRSTIN
lächelnd
Der Fürst kann ja, wie Sie wissen, Mythologie
nicht leiden ...

ABBÉ
mit einer zweideutigen Gebärde
Ein Chemiker! ... begreiflich!

FÜRSTIN
mit dem Kopfe nach hinten deutend
Doch stille! Er ist ja da!

ABBÉ
dreht sich um
In fabula!

FÜRSTIN
gleichgültig
Den Puder!

ABBÉ
verwirrt
Wo denn! Wo ist er?

FÜRSTIN
wendet sich zu einem Diener, der mit einer Dose in der Hand zurückkommt
Da!


VIERTER AUFTRITT
Der Fürst, die Vorigen.

FÜRST
zu den Dienern
Zum blauen Pavillon dort tragt alles hin, ihr Leute;
zum Abbé
Aus meinem Laboratorium vertreibt das Fest mich
heute!

FÜRSTIN
vom Spiegel her, mit dem Fusse stampfend
Den Puder, schnell doch!

ABBÉ
nimmt dem Diener das Gefäss aus den Händen
Hier ist er!

FÜRST
reisst es ihm wieder weg
Abbé, bist du verrückt?
Das war ein Puder! ... Gefährlich!

ABBÉ
Sie scherzen?

FÜRST
Aber schwerlich!
Weiss wie der Schnee,
Leicht wie 'ne Fee,
Ein Pulver von Orest,
Der Hydra Aschenrest!
Wie man es mache,
Zeigt es der Rache!
Stumm ist der Täter
Für den Verräter.
Hilft auch den Erben,
Dass andre sterben;
Waffen, nur eigen
Falschen und Feigen;
Lauert in Ringen,
Den Tod zu bringen;
In Wein gegeben,
Raubt es das Leben;
Im Tee selbst droht
Dir es den Tod.

ABBÉ
entsetzt zurückweichend
Barmherz'ger Himmel!

FÜRSTIN
interessiert näher kommend
Ein starkes Gift?

FÜRST
zwischen Scherz und Ernst
Es können viele davon sterben!

FÜRSTIN
Ist es vielleicht das berühmte »Pulver lauernder Erben«?

FÜRST
wichtig
Das ist es! Und mir vertraute das Gericht die Sache
Zur Untersuchung, wie es ...

ABBÉ
wieder näher kommend
Sie sind berühmt in dem Fache!

FÜRSTIN
streckt die Hand aus
Ich möchte einmal sehen ...

FÜRST
ausweichend
Behüte! Schon der Geruch ...

FÜRSTIN
lachend
Im Taschentuch ...

FÜRST
Tötet. Jetzt muss ich gehen.

ABBÉ
mit einer Gebärde des Entsetzens
Mir graut!


FÜNFTER AUFTRITT
Die Fürstin, der Abbé.

FÜRSTIN
Jetzt gilt's zu wissen vom Grafen von Sachsen,
Wer jetzt sein neues Liebchen ist
Nun! Sie schweigen?

ABBÉ
das Kinn in die Hand stützend
Ich suche!

FÜRSTIN
achselzuckend
Finden Sie!

ABBÉ
wie plötzlich von einem Gedanken erleuchtet
Frau Vaudemont ... möglich!

FÜRSTIN
lachend
Haha! Sie scherzen! Krächzt wie eine Elster!

ABBÉ
kratzt sich den Kopf
Und die Baronin d'Aspre?

FÜRSTIN
noch mehr lachend
Fistelstimme!

ABBÉ
verzweifelt
Vielleicht die Herzogin?

FÜRSTIN
betroffen
Wie? Athénaïs, die mich liebt?

ABBÉ
wieder Hoffnung schöpfend
Das tut nichts!

FÜRSTIN
noch unruhiger, überlegend
Ja, wirklich! In ihrer Stimme gibt
Es etwas Süsses ... Himmel! wenn sie es wäre!

ABBÉ
strahlend
Wir werden sehen!


SECHSTER AUFTRITT
Der Haushofmeister, die Herzogin von Aumont, die Vorigen.

HAUSHOFMEISTER
anmeldend
Die Herzogin von Aumont!

ABBÉ
dreht sich überrascht um
Siehe, da ist sie!

FÜRSTIN
liebenswürdig
Wie stets die Erste! Willkommen!


SIEBENTER AUFTRITT
Die Marquise von Vaudemont, die Baronin d'Aspre, der Fürst und die Vorigen, später noch andere Damen und Herren.

FÜRSTIN
Ach! alles so entzückend!

ABBÉ
Welche selt'nen Diamanten!

FÜRST
Und die Rosen ... berückend!

FÜRSTIN
Unser Fest soll Sie erfreuen!

ABBÉ
Es kommt die Lecouvreur!

FÜRSTIN
Und das Urteil des Paris dann ...

ABBÉ
Ist ein Zauber, ein Wunder!

FÜRSTIN
Und das Ballett von Champfleur!

FÜRST
Wie ich heute so glücklich bin!

ABBÉ
Ja! Dieses gilt der Fürstin!

FÜRSTIN
Nein! wohl der grossen Künstlerin!


ACHTER AUFTRITT
Der Haushofmeister, dann Adrienne, Michonnet und die Vorigen.

HAUSHOFMEISTER
aus dem Hintergrunde anmeldend
Fräulein Lecouvreur!

FÜRST
zu Adrienne
Sie kommen!
Bin beglückt, Ihren Liebreiz in der Nähe
Zu bewundern ... ich danke Ihnen

FÜRSTIN
liebenswürdig zu Adrienne
Willkommen!
Indem sie Adrienne, zurücktretend von oben bis unten betrachtet, für sich
Dass ich ihre Diamanten von der Königin nicht sehe! Ihr die Herzogin vorstellend
Die Herzogin von Aumont.

ADRIENNE
mit aufrichtiger Bewegung
Ich danke Ihnen!
Es verwirrt, es ergreift mich die Ehre, so gross!

FÜRSTIN
bei dem Klang ihrer Stimme erschreckt zusammenfahrend, bei sich
Himmel!

ADRIENNE
fortfahrend
Die Künstlerin kann als Magd nur der Muse dienen,
Doch alle Anmut, alle Wonnen schufen Ihnen
Ein glänzend Los.

FÜRSTIN
im Gehen bei sich
O diese Stimme!
Kann es sein? Ich wag's nicht auszudenken!
Eine Künstlerin! Doch warum nicht?
Das ist die Stimme!
Sieh nur, wie alle sie feiern! Jetzt will ich Licht!

ABBÉ
zum Fürsten
Fürst, soll's beginnen?

FÜRST
Warten wir auf den Grafen!

FÜRSTIN
mit Betonung
Dann warten Sie vergebens!
Erschrickt sie? Diese Worte trafen!

FÜRST
Warum? Hat nicht die Liebe ihm schnell
Das Gitter geöffnet?

FÜRSTIN
bei sich
Sie lauscht.
laut
Sie wissen doch? Sein Duell ...

ADRIENNE
auffahrend, mit erstickter Stimme
Ein Duell?

FÜRSTIN
wie oben
Jetzt wird sie blass.
laut
Dem Abbé erzählten's die Diener soeben.

ABBÉ
verblüfft
Mir?

FÜRSTIN
leise zum Abbé
Stille!
laut, Adrienne ansehend
Er sei verwundet. Man fürchte für sein Leben ...
Das Fräulein fällt in Ohnmacht!

MICHONNET
verzweifelt
Hör doch, Adrienne!

DIE DAMEN
helfend
Himmel!

ADRIENNE
richtet sich wieder auf
Es ist nichts! ... Die Hitze ...
Die Lichter ...
zur Fürstin, die sie von der Seite ansieht
Danke, Frau Fürstin!
bei sich, verwirrt
O, mich schrecken ihrer Augen Blitze!

FÜRSTIN
zum Abbé, der nichts begriffen hat
Dummkopf!


NEUNTER AUFTRITT
Der Haushofmeister, dann Moritz und die Vorigen.

HAUSHOFMEISTER
ruft von hinten
Der Graf von Sachsen!

ADRIENNE
aufatmend
Ah!
Sie ist im Begriff, auf Moritz zuzueilen, Michonnet
hält sie zurück.


MICHONNET
leise zu Adrienne
Bleibe hier! Du wirst dich verraten!

FÜRST
lustig
Welche Faxen!
Graf! Man sprach davon, dass Sie verwundet wären.

MORITZ
lachend
O, nicht doch!
Seit König Karls Tod kann Schweden sich nicht
mehr wehren.

FÜRST
Und Kalkreutz also raus?

MORITZ
Ihn entwaffnen war nicht schwierig.
halblaut zur Fürstin
Ich kam um Ihretwillen!

FÜRSTIN
leise, entzückt
Dank!

MORITZ
wie oben
Erst wollte von hier ich
Fort im stillen. Aber nach Ihrer Helfertat
Muss ich noch sehen, sprechen Sie.

ADRIENNE
Sie reden jetzt so leise ... o Zweifel! Wäre die...
Wohl die feine Dame?

MORITZ
zur Fürstin
Hätte Ihnen was zu sagen.

FÜRSTIN
leise zu Moritz
Wenn alle fortgegangen, später ...

ADRIENNE
bei sich
Kann's nicht mehr ertragen!

MORITZ
zu Adrienne
Mein gnäd'ges Fräulein!

FÜRST
zu Moritz
Graf! Jetzt solln Sie nicht entrinnen,
Ohne uns Ihre kühnste Tat erzählt zu haben.

MORITZ
fröhlich
Könnt' ich mich nur noch besinnen ...

ABBÉ
zu Moritz
Bitte, bitte!

FÜRST
Ich würde wählen
Die Belagerung von Mitau.

ABBÉ
Lassen Sie sich nicht quälen!

MORITZ
mit epischer Bescheidenheit
Das ging sehr einfach zu. Der Russe Menzikoff
Empfing die Weisung, mit List mich gefangen zu
nehmen
In meinem Palaste. Es war eine Heeresmacht
Gegen eine Handvoll Leute, eins gegen fünfzehn.
Doch wie einst in Bender dem König Karl,
So ging es mir:
Feinde und Freunde zähle ich meistens nicht.

ALLE
Ruhm und Heil Moritz! Er zählt sie nicht.

MORITZ
lebhaft werdend
Die Meinen suchen Schutz hinter jedem Vorsprung,
Drei Tage rast und wirbelt der höllische Tanz,
Drei Tage pfeift der Tod und mäht mit blutiger Sense,
Da bläst von draussen her zum Sturm der Hörner Ton:
Gefährlicher Augenblick! Was hilft noch aus der Not?
Die letzte Losung heisst! Jetzt Sieg oder Tod!

ALLE
Hoch lebe Sachsen! Sieg oder Tod!

MORITZ
von der Erinnerung hingerissen
Die Fackeln rauchen schon, fertig zum Brande ...
Da roll ich selber schnell zum Eingangstore hin
Die Pulvertonne ... jetzt noch die Lunte ...
Und ... hundert Kosaken sind in die Luft geflogen!
Während alle Feinde fliehen, sammeln die Freunde sich
Und ... so kann jetzt ich's erzählen mit ruhigem Blut

ALLE
lebhaft begeistert
Hoch lebe Kühnheit! Hoch lebe Mut!

FÜRST
zu den Herren
Nach Mars: Terpsichore,

ABBÉ
zu den Damen
Nach heissem Kampf: die Minne.

FÜRST
zum Abbé
Jetzt gib das Zeichen, dass das Urteil des Paris beginne!


ZEHNTER AUFTRITT
Das Tanz-Divertissement

UNSICHTBARER CHOR
Schlafe, schlafe, o Hirtenknabe!
Wachzurufen Tod und Schrecken,
Lässt dich Amor grausam wecken;
Schlafe still wie im Grabe!
Hüte dich, schöner Hirtenknabe!
Würmer wohnen oft in Früchten;
Zwietracht will jetzt ihr Werk verrichten;
Fürchte den Geber und die Gabe!
Tugend nicht, noch Weisheit, Anmut
Können würdig des Preises scheinen;
Nur wo alle sich vereinen in der Einen –
Der gebührt er.

ABBÉ
leise zur Fürstin, auf Moritz deutend
Die Herzogin ist's sicher!

FÜRSTIN
achselzuckend und leise zum Abbé
Sie verstehen gar nichts.

ABBÉ
ganz bedrückt
So ist es!

FÜRSTIN
zu den Damen, auf Moritz weisend
Die Schöne des Grafen ... Wer sie sein mag? Nun ... sich zu Adrienne wendend
Ich denk das Fräulein wüsst es!

ADRIENNE
zusammenfahrend
Ich?

FÜRSTIN
mit feiner Bosheit
Denn man sprach am Hofe von einer Komödiantin ...

ADRIENNE
den Hieb zurückgebend
Und im Theater von einer hochgestellten Intriguantin ...

FÜRSTIN
in demselben Tone fortfahrend
Ein geheimes Begegnis ...

ADRIENNE
ebenso
Ja! Ein nächtlich Ereignis ...

ABBÉ
ganz verdutzt
Die Sache scheint pikant.

EINIGE DAMEN
angeregt
Der Fall ist amüsant.

ABBÉ
ungläubig
Doch wo sind die Beweise?

FÜRSTIN
Adrienne fixierend
Ein Veilchensträusschen, blühend
Geschenkt dem Helden ...

ADRIENNE
zusammenfahrend, bei sich
Das meine!
Die Fürstin fest ansehend
Nein, ein Armband, das fliehend verlor die Dame!

FÜRSTIN
erschreckt bei sich
Das meine!

EINIGE DAMEN
lachend
Das klingt wirklich chinesisch!

ABBÉ
ebenfalls lachend
Eine span'sche Romanze!

ADRIENNE
nachdrücklich
Nein! Das ist echt französisch!
Und übrigens ...
Das Armband ... ich hab's bekommen ... 's ist mein!
Hier ist es!

ABBÉ
zu den Damen
Prächtig!

DIE DAMEN
es neugierig betrachtend
Wunderbar!

FÜRSTIN
mit erheuchelter Gleichgültigkeit
Die Arbeit ist fein!


ELFTER AUFTRITT

FÜRST
neugierig zu den Damen
Was gibt's hier, mit Verlaub?

ABBÉ UND DAMEN
Es ist was Rares!

FÜRST
lächelnd
Das Armband meiner Gattin ...

FÜRSTIN
bei sich, einen wütenden Blick auf Adrienne werfend
Sie war es!

ADRIENNE
mit einem Blick auf die Fürstin
Sie war es!

FÜRSTIN
zu Adrienne, mit falscher Freundlichkeit
Sie werden doch den Genuss uns gewähren,
Als Künstlerin Sie zu hören.

ADRIENNE
sich mit Mühe beherrschend, bei sich
Noch sprechen? Vor ihr?

MICHONNET
halblaut zu Adrienne
Vorsicht!

FÜRST
zu Adrienne
Was wünschen Sie vorzutragen?

FÜRSTIN
mit Beziehung
Der verlassnen Ariadne bitt're Klagen?

ADRIENNE
mit vor Zorn erstickter Stimme, bei sich
Zuviel ist's!

FÜRST
Lieber: Phädra; die Szene muss berauschen!

ADRIENNE
entscheidet sich plötzlich
So sei es Phädra!

ALLE
Wir lauschen!

ADRIENNE
nach rechts gewendet
O ihr Götter! Was hab' ich begangen?
Mit dem Gatten zugleich soll den Sohn ich empfangen?
Er, der Zeuge der schändlichen Tat, soll mich sehn
Vor dem Vater in feigem Zittern vergehn?
Und die Seufzer, von welchen die Brust mir erfüllt,
Und den Tränenstrom verspotten, der dem Aug' mir
entquillt?
Wird, da Theseus besorgt, er zurück davor schrecken.
Mein entsetzlich Geschick vor der Welt aufzudecken?
Dass der Trug gegen Vater und König mir glückt,
Dass er kämpfend den Abscheu vor mir unterdrückt?
Doch umsonst wär' sein Schweigen! Auf der Stirne
steht geschrieben
Mir die Schuld! Ich kann mich nicht verstellen, wie
es lieben
Jene schändlich frechen Weiber, die schwelgen im
Verrat,
Deren eisige Stirne nicht mehr errötet, vor keiner Tat!

FÜRSTIN
klatscht in die Hände
Bravo!

ALLE
applaudierend
Bravo! Ganz himmlisch!

MICHONNET
zu Adrienne
Wie konntest du so sprechen!
Was soll das geben!

ADRIENNE
ungestüm
Ich musst mich rächen!

FÜRSTIN
bei sich, wütend ihr Taschentuch zerreissend
Ha! Diesen Schimpf vergess ich ihr nie!

ADRIENNE
zum Fürsten, der kommt, um ihr einige Schmeicheleien zu sagen
Ach! Sie verzeihn! Ich muss jetzt gehn!

FÜRST
ihr die Hand küssend
Dank! Grosse Künstlerin!

FÜRSTIN
eilig zu Moritz
Bleib hier!

ADRIENNE
halblaut zu Moritz
Folge mir!

MORITZ
leise zu Adrienne
Auf morgen früh!

Der Vorhang fällt

VIERTER AUFZUG


ERSTER AUFTRITT
Michonnet, ein Kammermädchen.

MICHONNET
in beruhigendem Tone zu der Dienerin
Sie wird noch schlafen! Künstlerinnen pflegen
Stets noch zu schlafen, wacht schon längst die Welt;
Doch, wenn sie aufwacht, wird es ihr bestellt,
Das ich hier sehnend harre ihr entgegen.
Schweige, mein altes Herz!
Und murre nicht! so schwer
Vor herbem Liebesschmerz!
Mach's wie die Uhr, o hör'!
Die treulich dich begleitet allerwärts,
Sie schweigt, sie schlägt nicht mehr!
Sie schläft? Nein! schlafen kann sie nicht!
Getäuschter Liebe Schmerz
Macht krank ihr mutlos Herz;
Zu spät erfuhr ich, woran es blutend bricht.
Sie müssen damit eilen!
Vielleicht wird dies sie heilen.


ZWEITER AUFTRITT
Adrienne, Michonnet.

ADRIENNE
Mein lieber Freund!

MICHONNET
aufspringend
Mein Kindchen!
Warum bist du nicht heiter?

ADRIENNE
näherkommend
Ich schliess' kein Auge ...

MICHONNET
den Kopf schüttelnd
Noch immer?

ADRIENNE
seufzend
Immer!

MICHONNET
mit mildem Vorwurf
So geht's nicht weiter!

ADRIENNE
achselzuckend
Wie denn anders?

|MICHONNET
wie oben
Denk ans Theater!

ADRIENNE
mit Abscheu
Mag ich nimmer!

MICHONNET
eindringlich
Deinen Ruhm dann!

ADRIENNE
mit schneidendem Lachen
Ein Blendwerk.

MICHONNET
Deine Carrière?

ADRIENNE
Eitler Schimmer!

MICHONNET
weich werdend
Und der dich liebet?

ADRIENNE
bitter
Wer ist's?!

MICHONNET
stammelnd
Ich selber:

ADRIENNE
erstaunt
Sie!?

MICHONNET
sich verbessernd
Ja! Wie ein Vater musst du wissen.

ADRIENNE
mit einem Schmerzensschrei
Ach, nein! Ich kann nicht mehr,
Da drinnen ist alles wie zerrissen.
Mir brennt die Stirn!
Aber kalt ist mein Geist und erstorben.
Ich denk an nichts mehr! ausser –

MICHONNET
angstvoll
Woran? Ärmste! o sprich!

ADRIENNE
einige Schritte vortretend, leidenschaftlich
An jenem Abend, wie ich Rache nahm.

MICHONNET
sich die Augen wischend
Welch tollkühner Mut!

ADRIENNE
noch erregter deklamierend
Sahen Sie denn nicht sie zittern,
Ersticken fast vor Wut,
Blutig sich beissen die Lippen,
Erbleichen, fürchtend Verrat,
Als ich sie anschrie!
Die nicht mehr errötet! vor keiner Tat!
Doch, was schwatze ich! Die hohe Dame,
Mein Glück will sie vernichten.
Ich zahl's ihr heim.

MICHONNET
furchtsam
Wohin willst du?

ADRIENNE
versucht an ihm vorbeizukommen
Sie zu richten?

MICHONNET
stand haltend
Was wird dann?

ADRIENNE
entschlossen
Was liegt dran?

MICHONNET
flehend
's ist dein Untergang! Lass ab!

ADRIENNE
halb nachgebend
Soll ich in Qual mich langsam verzehren!
Besser das Grab!

MICHONNET
seine Tränen unterdrückend, mit sanfter Überredung
Nimm nur! es wird dir gut tun?

ADRIENNE
widerstrebend
Was ist's?

MICHONNET
Geschwind!
Es wirkt wunderbar heilend!

ADRIENNE
stösst ihn mit einer Gebärde des Zornes zurück
Das hilft mir gar nichts!

MICHONNET
stellt die Tasse wieder hin, mit zärtlichem Ton
Mein Kind!
O gräm' dich nicht, o weine nicht!

ADRIENNE
sich ganz ihrem Kummer überlassend
Die Qual ist ja zu fürchterlich!

MICHONNET
ebenfalls weinend
Fasse Mut! Auch andere leiden!
Die Liebe quält auch mich!

ADRIENNE
ihn unter Tränen ansehend
Auch Sie?

MICHONNET
zwingt sich zu einem Lächeln
Dir scheint es unerhört?

ADRIENNE
Ist's wirklich wahr?

MICHONNET
Was willst du? Die Lieb ist blind;
Hat jung und alt betört!

ADRIENNE
ihr eigenes Leid vergessend
Auch Sie? Wer brachte Sie ins Unglück?

MICHONNET
Ach! mein törichtes Streben!

ADRIENNE
Sie haben viel gelitten?

MICHONNET
Ja! Und muss doch leben!

ADRIENNE
fällt in ihren Kummer zurück
Ich muss dran sterben!
Ich fühl' es! ich muss dran sterben!

MICHONNET
halb ernst, halb scherzend
Solche Krankheit bringt Verderben!

ADRIENNE
gleichsam ihr Inneres prüfend
Der Verdacht schon ist ein stiller Krampf ...

MICHONNET
ihr wider Willen folgend
Die Gewissheit: ein Todeskampf!

ADRIENNE
Man raset.

MICHONNET
Ist ganz toll vor Wut ...

ADRIENNE
Erstarret ...

MICHONNET
Brennt vor Glut ...

ADRIENNE
Man leugnet Gott
Und wünscht sich den Tod ...

MICHONNET
traurig, sich besinnend
Und bleibt doch leben!

ADRIENNE
verächtlich
Warum?

MICHONNET
Man gewöhnt sich eben!


DRITTER AUFTRITT
Frl. Jouvenot, Frl. Dangeville, Quinault, Poisson, die Vorigen.

ADRIENNE
eilt mit ausgestreckten Händen ihnen entgegen
Wie nett, dass Sie kommen!

QUINAULT UND POISSON
ihr gleichzeitig die Hände küssend
Haben Sie's nicht angenommen?

ADRIENNE
Warum?

QUINAULT UND POISSON
Zum Wiegenfeste ...

FRL. JOUVENOT UND FRL. DANGEVILLE
Adrienne küssend
Sind wir stets Gäste!

ADRIENNE
überrascht
Wie? es ist heute ...

MICHONNET
schlägt sich vor die Stirn
O, der Zerstreute!

FRL. DANGEVILLE
reicht Adrienne ein seidenes Täschchen mit Konfitüren
Mög's Ihnen schmecken!

FRL. JOUVENOT
bietet ihr ein Schächtelchen dar
Schleifen zum Stecken!

POISSON
ein Medaillon übergebend
Hier mein Bild, o sieh!

QUINAULT
zieht ein zierlich zusammengefaltetes Heft hervor
Hier etwas Poesie!

MICHONNET
murmelt bei sich
Was soll's bedeuten?
Von diesen Leuten ...

ADRIENNE
zu den Schauspielern, ihnen die Hände drückend
Nehmt, liebe Kollegen,
Meinen Dank entgegen!
dann lächelnd zu Michonnet
Und Sie, teurer Meister?

MICHONNET
zieht ein Etui aus der Tasche
Ich zahl als dein Treuester
So meine Schuld!

DIE KÜNSTLER.
Was ist's?

MICHONNET
wehrt ihre Hände ab
Geduld!

ADRIENNE
nimmt das Etui
Ha! meine Brillanten!

MICHONNET
mit den Augen zwinkernd
Sterne, die wir bannten!

FRL. JOUVENOT
neidisch zu Adrienne
Die einst der Künstlerin
Schenkte die Königin?

ADRIENNE
trocken
Ja! wie Sie sehn!

DIE VIER KÜNSTLER
wider ihren Willen bewundernd
O, sind die schön!

ADRIENNE
ernst
Sagen Sie, wie war es möglich?

MICHONNET
mit komischer Bescheidenheit
Das ist schnell erzählt:
Ich hab's beim Fürsten eingelöst!

ADRIENNE
Doch mit wessen Geld?

MICHONNET
verlegen nach Worten suchend
Du weisst doch noch? ...
Die Erbschaft von meinem Onkel ...
Versteh mich ...

ADRIENNE
wieder mit heiterer Miene
Und deine Heirat!

MICHONNET
mit traurigem Lächeln
Ward zu Wasser! Das war doch nichts für mich!

ADRIENNE
drückt ihm gerührt die Hand
O edles Herz!

QUINAULT UND POISSON
gleichzeitig zu Adrienne, bedeutungsvoll
Im Auftrag des Theaters möchten wir Sie sprechen.

ADRIENNE
mit leichter Resignation aufseufzend
Wohlan!

FRL. JOUVENOT
mit tragischem Ausdruck
O Phädra!

FRL. DANGEVILLE
ebenfalls
O Roxane!

QUINAULT
gleichfalls
O Myrrha!

POISSON
wie die übrigen
O Dolfine!

DIE VIER KÜNSTLER
zusammen
Fürstin der Kunst! Kehr zurück zur Bühne!

ADRIENNE
wie im Selbstgespräch
Ja! ich will's tun! An der Kunst
Mich wieder berauschen, und an der Menge Gunst.

DIE VIER KÜNSTLER
zusammen
Und ganz Paris, es jubelt nur so!

ADRIENNE
zerstreut
Was gibt's im Theater?

DIE VIER KÜNSTLER.
Etwas ganz Neues!

ADRIENNE
mit etwas lebhafterem Interesse
Von der Duclos?

FRL. JOUVENOT
geringschätzig
Den Fürsten täuschte sie.

QUINAULT
Ein Liedchen hold
Ist davon schon wohlbekannt.

ADRIENNE
Wie wird's genannt?

DIE VIER KÜNSTLER.
»Treu wie Gold.«
Es war einmal ein Prinzelein,
Alt, geizig, doch voll Minne,
Der suchte mit Müh der Weisen Stein,
Dass Zaubergold er viel gewinne,
Zu ködern Josephine hold:
»Für falsche Liebe falsches Gold!«
Aber treulos und erfahren in Listen
Hielt versteckt die schöne Josephine.
Sprechend mit dem Alchymisten.
Unter ihrer Krinoline
Ihren Liebsten so hold:
»Falsche Liebe für falsches Gold!«


VIERTER AUFTRITT
Das Kammermädchen, die Vorigen.

ADRIENNE
erstaunt
Ein kleines Kästchen?
zu den übrigen
Verzeihung!

MICHONNET
zu den Schauspielern
Wohl auch ein Angebinde!

ADRIENNE
beiseite
Ein Billet,
öffnet und liest es
Die Sendung kommt von Moritz!
Eine Botschaft von ihm!
leise zu Michonnet
Geschwinde! Michonnet, schick sie fort!

MICHONNET
zu den Künstlern
Ist's erlaubt, dass ich Ihnen einen Trunk anbiete?

QUINAULT UND POISSON
zusammen
Sicher!

MICHONNET
höflich auf die Türe links weisend
So haben Sie die Güte!

FRL. JOUVENOT UND FRL. DANGEVILLE
Wohlan!

MICHONNET
zu den Künstlern
So kommen Sie nur, liebe Freunde!
Bald folgt sie Ihnen nach!


FÜNFTER AUFTRITT
Michonnet, Adrienne.

ADRIENNE
öffnet den Deckel des Kästchens
Was ist's? ... Himmel!

MICHONNET
erschreckt
Was war es?

ADRIENNE
sich wieder erholend
Gar nichts! ... Ich mach es auf ...
Da steigt mir entgegen ein eisiger Hauch,
Als käm der Tod herauf ...

MICHONNET
Närrchen! ...
Doch was hat Moritz dir im Kästchen gesandt?

ADRIENNE
die Hände auf der Brust zusammenpressend
Die Blume, die einst ich ihm schenkte als Pfand!
Wie grausam, ach!
Er durft sie missachten, zertreten ...
Doch sie zurückzuschicken ...
Doch anzutun der Verschmähten
Noch Schimpf und Kränkung ...
ausser sich
Das ist zu viel! wie weh das tut!

MICHONNET
als ob er selbst an seine Worte glaubt
Adrienne! fasse Mut!
Er ist's nicht, ich will wetten ...
Das hat ein Weib getan!

ADRIENNE
schluchzend
Und wenn auch! ... Doch warum tut
Man mir solche niedrige Beschimpfung an!
mit unendlicher Schwermut
Ihr armen Blümchen,
Der Flur entstiegen!
Heute entstehend,
Morgen vergehend,
Schwüren, die lügen,
Gleicht eure Art.
Will noch den letzten
Süssen und herben
Kuss auf euch pressen ...
Dann müsst ihr sterben,
Dann sei vergessen,
Was ihr mir wart!
Alles zu Ende!
Wie eure Düfte
Weht in die Lüfte
Mein Groll. Für immer
Ward falscher Schimmer
Schnell offenbart.

MICHONNET
sanft zu Adrienne
Du täuschst dich! zu Ende ist nicht alles ...
Er kommt ja bald!

ADRIENNE
ihn erschreckt ansehend
Was hör ich?

MICHONNET
Vielleicht schon eben ...
Er weiss alles, was hier vorgeht.

ADRIENNE
ungläubig
Durch wen?

MICHONNET
mit gedämpfter Stimme
Durch mich! Ich schrieb ihm.

ADRIENNE
erstaunt und gerührt
Sie?

MICHONNET
einfach
War es nicht richtig?

MORITZ
ruft von aussen
Adrienne!

MICHONNET
lächelnd zu Adrienne
O hör nur!

ADRIENNE
zitternd vor freudiger Hoffnung
Seine Stimme! ... O Himmel!
wieder zweifelnd
Nein, ich täusch mich!

MORITZ
von aussen, aber in grösserer Nähe
Adrienne!

ADRIENNE
mit einem Freudenschrei
Er ist es!

MICHONNET
vom Fenster her
Er ist es! Jetzt kommt er!

ADRIENNE
ausser sich
Ich fliege ...


SECHSTER AUFTRITT
Adrienne, Moritz.

ADRIENNE
berauscht von Liebe
Mein Moritz!
mit erzwungener Kälte
Mein Herr!
Was ist denn Ihr Begehren?

MORITZ
flehend
Mir Verzeihung zu gewähren
Für den Irrtum einer Stunde!

ADRIENNE
noch mehr zurückgehend
So tönt's aus dem Munde
Wohl jedem Verräter!

MORITZ
eindringlich
Klar sah ich erst später;
Ich sag' es jetzt ehrlich!

ADRIENNE
bitter
Hier finden Sie schwerlich
Die hochedlen Schönen.

MORITZ
Nur dir gilt mein Sehnen,
Nur dir gilt mein Flehen.

ADRIENNE
Die Worte vergehen
So schnell wie die Treue!

MORITZ
leidenschaftlich
Verzeihe, verzeihe,
Du hast mich gerettet!

ADRIENNE
ihr Gesicht abwendend
O gehn Sie! gehen Sie
Und leben Sie glücklich in fernen ...

MORITZ
mit seligem Lächeln
Ach! zu meinem Engel will ich flehen!

ADRIENNE
noch zweifelnd
Ach, könnt' ich noch einmal Ihnen vertrauen!

MORITZ
erhebt sich
Auf ein Soldatenherz kann man bauen!

ADRIENNE
ihm in die Augen sehend
Doch jene Dame ...

MORITZ
mit Nachdruck
Muss ich verachten!
Weiss, dass sie voll ist von Niedertrachten!

ADRIENNE
immer noch ausweichend
Leider so spät erst?

MORITZ
ihr folgend
Zu spät nicht! Nein! nicht vergebens
Aus Banden einst befreite
Mich deine Hand. Nimm heute
Hier die meine als Gefährtin meines Lebens!

ADRIENNE
die Hände auf der Brust zusammenpressend
Himmel, was sagst du?

MORITZ
Willst du meinen ruhmvollen Namen empfangen?

ADRIENNE
fast erschreckt
Ein Thron erwartet ihn ...

MORITZ
Nach dir nur ist mein Verlangen!

ADRIENNE
mit milder Trauer
Nein! werde niemals ich doch tragen können
Ein königliches Diadem im Haar;
Hab' nur den Reif aus Flitter meine Krone zu nennen,
Auf der Bühne nur stehen mein Thron, mein Altar!

MORITZ
mit zärtlicher Begeisterung
Nein! Du bist edler noch als Königinnen,
Du beherrschst, was im Herzen woget und wallt!
Mag einst mein Ruhm in leeren Dunst zerrinnen, ...
Alles beuget sich so gern deiner süssen Gewalt!

MORITZ UND ADRIENNE
eng verschlungen
Ja! unsere Liebe trotzt aller Not,
Besiegt den Tod!
Wir träumen voll Lust!
O ruh' an meiner Brust!

MORITZ
erschreckt
Wie, du zitterst? ... wie siehst du aus?

ADRIENNE
hält sich mit Mühe aufrecht
Wohl vor Freude ... nein, der Strauss ...

MORITZ
Welcher?

ADRIENNE
schmerzlich
Der Strauss ... gab ihn dir damals ...
Schicktest mir ihn wieder!

MORITZ
erstaunt
Ich? o niemals!
Will ihn sehen!

ADRIENNE
hebt mühsam den Arm und zeigt auf den Schreibtisch
Er war ja hier ...
Warf ins Feuer – wie schlecht von mir –
Ihn hinein. In seiner Blüten Duft
Erschien mir deiner Liebe Gruft!

MORITZ
kommt zurück, erschreckt
Doch du leidest, teures Wesen!

ADRIENNE
sich zusammennehmend
Nicht mehr!

MORITZ
angstvoll
Wie starrst du so, mein Leben?

ADRIENNE
mit verwirrtem Blick um sich sehend
Ha! wo bin ich? Wer sprach da?
Oder sprach ich soeben?
Und wer bist du?

MORITZ
sie zärtlich an sich drückend
Dein Moritz! und du bist seine Königin!

ADRIENNE
ihn abermals fernhaltend
Du lügst ja!
sieht und zeigt ins Leere
Doch wo ist er? Im Parkett drunten seh' ich ihn!
Welche Menge! ...
Welch Gedränge! ...
Der ganze Hof ist da!
Was tut's? ihn nur sah' ich allein!

MORITZ
mit wachsender Angst
Adrienne! Erbarmen! Halt ein!


SIEBENTER AUFTRITT
Das Kammermädchen, die Vorigen.

MORITZ
angstvoll bekümmert zu dem Mädchen
Ihre Herrin ist krank! Wohlan!
So eilen Sie, rennen Sie! einen Arzt! ...

ADRIENNE
wütend
Sie ist es!

MORITZ
sie liebkosend
Adrienne! Sieh meine Liebe doch!

ADRIENNE
mit schneidendem Lachen
Welche Liebe? Die meine stahl mir jene ... sie lachen noch!
O Moritz, Moritz! mein Moritz!

MORITZ
hält ihr mit Mühe die Arme fest
Du bist ja in seinen Armen!
sucht ihren Blick auf sich zu richten
Sieh mir in die Augen! Erkennst du mich nicht?

ADRIENNE
sich losreissend
Geh fort!

MORITZ
Erbarmen!

ADRIENNE
ihn wiedererkennend, mit einem Schrei
Moritz! Heissgeliebter!
schlingt die Arme um seinen Hals

MORITZ
Adrienne! Heissgeliebte!
Zu Hülfe! Zu Hülfe!


LETZTER AUFTRITT
Michonnet, die Vorigen.

MICHONNET
eintretend, sieht Adrienne bewegungslos in Moritz Armen
Himmel!

MORITZ
ihn herbeiwinkend
O kommen Sie!

MICHONNET
stammelnd
Adrienne ...

MORITZ
Liegt in Ohnmacht!

MICHONNET
jubelnd
Sie atmet!

MORITZ
Ich zittre!

MICHONNET
Sie schöpft schon Luft!
ängstlich
Wie ist's gekommen?

MORITZ
Durch Blumenduft!

MICHONNET
schlägt sich vor die Stirn
O Gott, welch ein Verdacht!

MORITZ
Sprich!

MICHONNET
gedämpft
Das war Gift!
Jene Rivalin ...

MORITZ
entsetzt, bei sich
Wie mich das trifft!
Gott! sie stirbt! ihr Auge bricht!
Adrienne! Verlass mich nicht!

MICHONNET
Armes Kind!

MORITZ
angstvoll zu Adrienne
Nur ein Blick noch, nur ein Lächeln! Ach!

ADRIENNE
O rettet mich! o rettet mich! ich will nicht sterben!
Er liebt mich und will heute um mich werben!
Warum denn sterben? leben will ich und ihn lieben!

MICHONNET
sie beruhigend
Bald lindert sich dein Schmerz!

ADRIENNE
während innere Krämpfe ihren Körper verzerren
Nein! Da lauert der Tod und kriecht heran ans Herz!

ADRIENNE
springt im Fieberwahnsinn plötzlich auf
Hinweg mit dir, du niedrig Volk!
Melpomene bin ich!

ADRIENNE
die Hände aufwärts, dem Unsichtbaren entgegenstreckend
Das ist das Licht,
Das die Nacht durchbricht,
Das mit mir entschwebt,
Zum Himmel mich hebt;
Strahl ewiger Liebe!
Dem Schmerz entstiegen
Will fliegen ich, fliegen ...
Matt und im Sinken
Seh ich dich winken;
Strahl ewiger Liebe!

MICHONNET
mit erstickter Stimme
Adrienne!

MORITZ
etwas lauter
Adrienne!

MICHONNET
mit einem Schrei
Tot!

MORITZ
Ausgelitten!

Personaggi:
ADRIANA LECOUVREUR, della Comédie Française (Soprano)
MAURIZIO, conte di Sassonia (Tenore)
Il PRINCIPE DI BOUILLON (Basso)
La PRINCIPESSA DI BOUILLON (Mezzosoprano)
L'ABATE DI CHAZEUIL (Tenore)
MICHONNET, direttore di scena alla Comédie Française (Baritono)
QUINAULT, socio della Comédie (Basso)
POISSON, idem (Tenore)
Mad.lla JOUVENOT, socia della Comédie (Soprano)
Mad.lla DANGEVILLE, idem (Mezzosoprano)
Un MAGGIORDOMO (Tenore)
Una CAMERIERA (Comparsa)

CORO:
Dame – Signori - Comparse – Servi di scena – Valletti

Personaggi del Balletto:
PARIDE, pastorello frigio
MERCURIO, messaggero di Giove
GIUNONE, dea della Serenità
PALLADE, dea della Forza e della Saggezza
VENERE, dea della Bellezza
Iridi – Amazzoni – Cariti – Amorini

Parigi nei 1730



ATTO PRIMO
Il »Foyer« della Comédie Française

Sala quadrangolare di stile Rinascimento.
Nel mezzo, in fondo, caminetto adorno del busto di
Molière. Quattro porte laterali. Una grande, a sinistra,
comunica colla scena: una piccola a destra, coi camerini. Quella a sinistra, sul davanti, conduce ai
palchetti. Quella di destra è l'entrata degli artisti.

Ai lati della scena, due mensole a specchi con vari
oggetti teatrali.

Presso al caminetto acceso, un piccolo paravento, una
tavola dorata, poltroncine, sedie e sgabelli di damasco
fiorito, disposti in semicerchio: a destra, in fondo, un
tavolino da giuoco con sopra una scacchiera: nel mezzo altre poltrone e un canapè. Sulle mensole doppieri accesi. Il fuoco arde nel caminetto.

All'alzarsi della tela, madamigella Jouvenot,
turchescamente vestita da »Zatima« nel Bajazet, siede
a sinistra dinanzi al cristallo, e dà l'ultimo ritocco alla
sua acconciatura.

Nel mezzo, adagiata sul canapè, nel civettuolo costume di »Lisetta« delle Follie d'amore, madamigella Dangeville ripassa, a tratti, la sua parte.

A destra in piedi presso il caminetto, Quinault, sotto
le spoglie del »visir Aconat«, si pavoneggia rimpetto
alla mensola, mettendosi il turbante.

Più innanzi, seduto al tavoliere, Poisson, nelle vesti
campestri di »Crispino«, sta consultando uno specchietto a mano.

Michonnet, in abito comune, con le mani e con le
braccia cariche di cose sceniche, corre su e giù, a
dritta e a sinistra affaccendato e trafelato, trovando
una risposta e un sorriso per tutti, a tutti recando gli
oggetti richiestigli.

Nel fondo, passano attori e comparse nei costumi del
Bajazet e delle Follie d'amore: servi di scena
imparruccati portano attrezzi; macchinisti dispongono
i praticabili.

Movimento animato.



SCENA PRIMA
M.lla Jouvenot, M.lla Dangeville, Michonnet, Quinault, Poisson

LA JOUVENOT
dalla mensola
Michonnet, della biacca!

MICHONNET
alla Jouvenot, indicando la mensola
Là sopra, signorina ...

POISSON
dal tavoliere
Michonnet, del rossetto!

MICHONNET
a Poisson, accennando al tavolino
Là dentro, nel tiretto ...

LA DANGEVILLE
dal canapè
Michonnet, la mia ventola!

QUINAULT
dal caminetto
Michonnet, il mio manto! ...

MICHONNET
correndo dall'uno all'altro
Ecco qua, miei signori ...

LE DUE DONNE.
Spicciatevi!

MICHONNET
umilmente
Ho soltanto due mani ...

QUINAULT
deridendolo
E quattro gambe ...

LA DANGEVILLE
Le mie pasticche! ... Presto ...

LA JOUVENOT
Un neo! ... Presto ...

QUINAULT
La mia spada! ... Presto ...

POISSON
La cintola! ... Presto ...

TUTTI E QUATTRO
spazientiti
Presto, dunque, Morfeo! ...

MICHONNET
con sdegno represso
Michonnet, su!
Michonnet, giù!
Auff! non ne posso più ...
A me tutti gl'incarichi,
tutti i fastidi a me ...
Un direttor di scena
sta peggio d'un lacchè ...
In mezzo a tanti re
di cartapesta
c'è da perder la testa ...
Seguir le chiacchiere,
molcer le invidie,
placar le collere,
romper le cabale,
sventar le insidie
delle pettegole,
mattino e vespro,
vespro e mattin,
senza mai fin!
Malinconicamente
Ah! se non fosse il posto sospirato
di socio proprietario,
per sbarcare il lunario
e starle sempre allato ...
Fa un gesto di minaccia verso gli attori

POISSON
seccato, a Michonnet
Che mai borbotti?

MICHONNET
scuotendosi
Nulla ...

LA DANGEVILLE
sbadigliando e masticando pasticche
Che noia, l'aspettare! ...

QUINAULT
studiando un atteggiamento dinanzi allo specchio con la scimitarra sguainata
»Trema, codardo!«
Tirando una botta, infilza quasi Michonnet, che è
risalito

Scusa ...

MICHONNET
schivandola con un salto
Fate pur ...

POISSON
a Michonnet, che ridiscende
Che ti par?

MICHONNET
ironico
Magnifico! Un Narciso ...

LA JOUVENOT
sempre allo specchio
Un neo ancor mi manca ...

LA DANGEVILLE
interrompendo la lettura, perfidamente
Solamente?

LA JOUVENOT
voltandosi, come punta da un insetto
Sfacciata!

LA DANGEVILLE
con una spallata di sprezzo
Superba!

LA JOUVENOT
alzandosi di scatto
Sono stanca! ... Sfacciata!

LA DANGEVILLE
alzandosi pure
Ed io nauseata!

LA JOUVENOT
con una riverenza esagerata
Marchesa morganatica!

LA DANGEVILLE
imitandola
Principessa di picche!

POISSON
Badate alla grammatica!

MICHONNET
spaventato si slancia per dividere le due attrici e si busca colpi di ventaglio
Signore, si va in scena!

QUINAULT
Molière v'ascolta ... là ...


SCENA II
Il Principe di Bouillon, l'Abate di Chazeuil e detti.
L'uscio di sinistra si apre. Il Principe entra solennemente, seguito da Chazeuil.


MICHONNET
cerimoniosamente ai sopraggiunti
Il Principe di Bouillon ... e l'Abate di Chazeuil ...
Che fortuna! ...

QUINAULT
piano a Poisson
(Colui?)

POISSON
in disparte
(Il mecenate della Duclos ...
di chimica dilettante e d'amore ...)

QUINAULT
(E l'abatino?)

POISSON
(Il ninnolo della moglie ...)

L'ABATE
arricciando il naso
Che odore!

MICHONNET
con un inchino esagerato
Odor di palcoscenico ...

IL PRINCIPE
con fatuità, sbirciando con l'occhialino le attrici
Delle Grazie è il respir ...

POISSON
piegandosi fino a terra dinanzi al Principe
Principe!

IL PRINCIPE
con un gesto di protezione
Caro, caro ...

QUINAULT
all'Abate, salutando all'uso turco
Abate! ...

L'ABATE
familiarmente
Gran Visir!

IL PRINCIPE
galantemente alla Jouvenot
Madamigella, come vi chiamerem stasera?

LA JOUVENOT
con una moina
»Zatima«.

L'ABATE
alla Dangeville, con grazia affettata
E voi?

LA DANGEVILLE
svenevole
»Lisetta« ...

IL PRINCIPE c.s.
Siete una vera Sultana del Serraglio ...

L'ABATE
E voi la Primavera ...

LA JOUVENOT
indicandogli la spalla
Principe, questo nèo ...

IL PRINCIPE
chinandosi fin quasi a baciarlo
D'Amore parmi un bersaglio ...

L'ABATE
tra due sospiri
Ardo nel guardarvi ...

LA DANGEVILLE
ridendo forte
Abate, eccovi il mio ventaglio ...

IL PRINCIPE
leziosamente
Fior d'amor, arma di Venere,
dolce neo che splendi al seno
|come un astro nel sereno,
per le vie d'un bianco mar
verso il porto dell'oblio,
Argonauti del desio,
fai gli sguardi navigar ...

L'ABATE
leziosamente
Dell'augel di Leda eburneo
vaga piuma ondoleggiante
sovra un petto d'adamante
che d'Artemide è l'altar,
se l'ardor ne ammorzi un poco
d'altri mille il chiuso foco
fai repente divampar ...
I due galanti si scostano e vanno ad osservare nelle
scene dagli usci socchiusi, l'uno a destra e l'altro a
sinistra.


L'ABATE
a Michonnet, che ridiscende
E la Duclos?

IL PRINCIPE
come a caso
Infatti, la Duclos?

MICHONNET
asciutto
Si veste ...

LA JOUVENOT
ammiccando, ridendo forte
Volete dir: si spoglia ...

LA DANGEVILLE
velenosa
Per sembrar più celeste!

IL PRINCIPE
impaziente a Michonnet
Ma quando si principia?

MICHONNET
Bajazet fra un istante: poi le Follie d'amore ...

L'ABATE
indicando il teatro
La sala è riboccante ...

MICHONNET
con importanza
Lo credo ben ... Stasera la Duclos e Adriana
nella stessa tragedia!

IL PRINCIPE
entusiasta
La Duclos è sovrana! ...

MICHONNET
di ripicco
La Lecouvreur, divina!

LA JOUVENOT
con una smorfia
In ciel non è rimasta! ...

L'ABATE
indeciso
Scandisce bene i versi ...

LA DANGEVILLE
Per caso ...

MICHONNET
accennando verso il fondo
Eccola ... basta!


SCENA III
Adriana e detti.
Adriana Lecouvreur, nel costume orientale di
»Rossana« entra dall'ultimo uscio di destra, col
rotolo della sua parte tra le mani. Le altre attrici le
voltano dispettosamente le spalle; il Principe e
l'Abate s'inchinano; Michonnet la contempla
estatico. Ella non si accorge d'alcuno, restando in
fondo alla sala.


ADRIANA
ristudiando la parte, declama lentamente
»Del sultano Amuratte m'arrendo all'imper ...«
»Tutti uscite! e ogni soglia sia chiusa all'audace ...« Interrompendosi

No, così non va bene! ...
Facendosi più innanzi, e ricominciando in tono più
solenne

»Tutti uscite; e ogni soglia sia chiusa all'audace ...«
»E ritorni al Serraglio l'angusta sua pace ...«

IL PRINCIPE
Splendida!

L'ABATE
Portentosa!

IL PRINCIPE
accostandosi
Musa!

L'ABATE
egualmente
Diva!

IL PRINCIPE
baciandole la mano
Sirena!

ADRIANA
con vera modestia
Troppo, signori ... troppo! Ecco: respiro appena ....
semplicemente
lo son l'umile ancella
del Genio creator:
lei m'offre la favella,
io la diffondo ai cor ...
Del verso io son l'accento,
l'eco del dramma uman,
il fragile strumento
vassallo della man ...
Mite, gioconda, atroce,
mi chiamo Fedeltà:
un soffio è la mia voce,
che al novo dì morrà ...

IL PRINCIPE
E che cercate voi?

ADRIANA
La verità ...

L'ABATE
accennando a Poisson e Quinault
Temprata foste da insigni artisti ...

ADRIANA
alzando le spalle
No, da nessuno ...
accorgendosi di Michonnet
Ingrata! Umile cor devoto, forte ingegno modesto,
il consiglier mio solo, il solo amico mio, è questo ...
Michonnet ...

MICHONNET
commosso fino alle lagrime
Adriana ... tu scherzi, figlia mia ...
Fai male ... vedi ... soffoco!
L'avvisatore, dal fondo, fa un cenno a Michonnet
Signori, sono pronti? ...

LA JOUVENOT
protestando
Non sono a punto ancora!

LA DANGEVILLE
lo neppure ...

ADRIANA
lo lo sono ...

IL PRINCIPE E L'ABATE
a Michonnet
E la Duclos?

MICHONNET
Or ora nel camerin stava scrivendo in fretta ...

IL PRINCIPE
vivamente
A chi?

LA JOUVENOT
al Principe, con intenzione
A voi no, certamente ...

LA DANGEVILLE
egualmente
Sa che attendete qui ...

QUINAULT
al tavolino
Scacco al re!

POISSON
mangiando un pezzo, trionfalmente
Scacco matto!

QUINAULT
protestando
Matto sarete voi ...

POISSON
inalberandosi
A me del »voi«? ... Mi manchi d'ogni riguardo ...

QUINAULT
in piedi, la mano sull'elsa, con esagerata dignità
E poi?

MICHONNET
dal fondo
Signori, andiam!

La Jouvenot e la Dangeville scappano, ridendo, tra
le quinte del teatro. Quinault e Poisson, seguono le
due attrici minacciandosi comicamente.


IL PRINCIPE
all'Abate, sbuffando
Abate, quel biglietto ...

L'ABATE
Della Duclos?

IL PRINCIPE
Lo voglio! ...

L'ABATE
imbarazzato
Ma come fare?

IL PRINCIPE
dandogli una borsa
Ho detto!!! ...

Il Principe esce dall'uscio ond'era entrato; l'Abate
dal fondo, dalla porta dei camerini.




SCENA IV
Michonnet e Adriana

MICHONNET
tra sé, guardando amorosament, Adriana che studia sempre
Eccoci soli alfin! ... per un minuto ...
s'avanza d'un passo, sospirando
Son cinque anni che l'amo e che sospiro ...
e resto muto ... e dentro mi martiro! ... Indietreggiando
Che giova? È tanto giovane ...mentr'io nol sono più!
avviandosi
Devo o non devo dirglielo?
Indietreggiando ancora
Meglio domani ...
ma doman sarò vecchio anche di più ...
risolutamente
Sbigottimenti vani!
Dunque si parli, orsù! ...
si accosta vivamente ad Adriana, poi di nuovo si
arresta, finalmente chiama

Adriana! ...

ADRIANA
senza voltar la testa
Che c'è? ...

MICHONNET
Una notizia ...

ADRIANA
Buona o cattiva?

MICHONNET
titubante
Secondo ... Lo zio di Carcassona ... il farmacista ...

ADRIANA
subito
E poi?

MICHONNET
È morto ...

ADRIANA
Male!

MICHONNET
rapidamente
Ma ... mi lascia diecimila lire in eredità ...

ADRIANA
Bene!

MICHONNET
con intenzione
Che devo farne? Eccomi imbarazzato ...

ADRIANA
Tanto peggio!

MICHONNET
Non tanto, perché m'hanno ispirato un'idea ...

ADRIANA
Un'idea?

MICHONNET
insinuante
Strana, bizzarra ...

ADRIANA
Quale?

MICHONNET
risoluto
Un matrimonio ...

ADRIANA
ridendo
Tanto meglio!

MICHONNET
dolcemente sorpreso
Che! Naturale ti sembra?

ADRIANA
Certamente ...
sospirando
Ah, se potessi anch'io!

MICHONNET
palpitante
Come! Anche tu!

ADRIANA
Ci penso ... un poco ...

MICHONNET
tra sé
(Immenso Iddio!)
decidendosi
(Allora, glielo dico ...)

ADRIANA
malinconicamente
L'ingegno mio è mutato ...

MICHONNET
con impeto
Cresciuto, vorrai dire! ...

ADRIANA
esitando
Ier sera ...

MICHONNET
Hai recitato »Fedra« come Melpòmene stessa ...

ADRIANA
confidenzialmente
Correa la voce d'una battaglia ... Niuna notizia! ...
un'ansia atroce! ... Era forse ferito! ...

MICHONNET
spaventato
Chi?

ADRIANA
abbandonandosi
Il mio cavalier ...

MICHONNET
rabbrividendo
Un cavalier? ...

ADRIANA
con gioia
Ma oggi ...

MICHONNET
come un'eco
Oggi?

ADRIANA
... è ritornato!

MICHONNET
tremante
E l'ami?

ADRIANA
ardente
Se l'amo! ...

MICHONNET
tra sé, le braccia penzolanti
(lo casco giù)

ADRIANA
non potendo più tacere
Per voi non ho misteri ...

MICHONNET
lasciandosi cadere in una poltrona
(Non glielo dico più!)

ADRIANA
Era un semplice alfiere del conte di Sassonia,
l'eroico pretendente figlio al re di Polonia ...
Partì per la guerra di Curlandia ... Nè più
ebbi di lui novella ... ler lo rividi ...

MICHONNET
balzando in piedi, smarrito
Lui?

ADRIANA
senza comprendere
E oggi sarà »Rossana ...«

MICHONNET
tra sé, disperatamente
(Michonnet, sei servito! ...)

ADRIANA
alzandosi pure
Oh, come son felice!

MICHONNET
Ragazza mia, paventa la gioia tentatrice ...
s'odono tre colpi di bastone dal fondo
Ecco il segnale ...

Michonnet risale e scompare tra le quinte. Adriana
si rimette a sedere presso il caminetto, per ripassare
ancora la parte.



SCENA V
Adriana e Maurizio.
Maurizio, in costume di semplice ufficiale, apre il
primo uscio di destra riservato agli artisti; rimane
incerto un momento; poi volgendosi per
ridiscendere, scorge Adriana intenta nella lettura, e
corre a lei, palpitante.

MAURIZIO
Adriana!

ADRIANA
alzandosi, con ebbrezza
Maurizio!

MAURIZIO
Regina mia!

ADRIANA
ricomponendosi
Voi qua?

MAURIZIO
Oh! tardavate tanto ... Vedo là una scala ...
Vogliono opporsi ... Chieggo di voi.

ADRIANA
tra offesa e lusingata
Incauto!

MAURIZIO
Perché? Sincero amor
non soffre divieto, non conosce rossor ...
La dolcissima effigie sorridente
in te rivedo della madre cara;
nel tuo cor, della mia patria dolce, preclara
l'aura ribevo, che m'aprì la mente ...
Bella tu sei, come la mia bandiera,
delle pugne fiammante entro i vapor;
tu sei gioconda, come la chimera
della Gloria, promessa al vincitor ...
Bella tu sei, tu sei gioconda ...

ADRIANA
commossa, ma sorridente
Ciel! quante belle frasi ...

MAURIZIO
Sì! Amor mi fa poeta ...

ADRIANA
per mutar discorso
E il vostro avanzamento?

MAURIZIO
protestando
Parliam di cosa lieta ...

ADRIANA
insistendo
Ed il ministro? E il conte di Sassonia?

MAURIZIO
gaiamente, con una punta d'ironia
Ho tentato ... promette, e non mantiene! ...

ADRIANA
Conoscerlo vorrei ...

MAURIZIO
Perché?

ADRIANA
Senza tradirmi, piegarlo io ben saprei
in favor vostro ...

MAURIZIO
simulando timore
Grazie! ... È un uomo pericoloso.

ADRIANA
Lo so: tutte le donne l'amano.

MAURIZIO
Io son geloso ...

ADRIANA
Fanciullo!

MAURIZIO
con finta rassegnazione
Ebben, di me parlategli ...
La bacia sull'avambraccio

ADRIANA
schermendosi
Che fate?
guardando verso il fondo
Entrar debbo in iscena ...

MAURIZIO
Crudele, mi discacciate!

ADRIANA
prendendolo per mano
Per voi, per voi soltanto, reciterò stasera ... tenerissimamente
E beverò nei tuoi sguardi l'anima intera,
e ti farò pianger, se tu m'ascolterai ...
Che importa a me dei plausi,
dei doni e degli omaggi?
Ah, della Francia tutti non valgono i tesor
una tua pura lagrima, diamante d'amor ...

MAURIZIO
inebriato
T'ascolterò, Adriana, come un devoto ascolta
la divina parola ...

ADRIANA
Dove sarai stavolta?

MAURIZIO
Nel terzo palco a destra ...

ADRIANA
respingendolo dolcemente
Lasciami! ...

MAURIZIO
anelante
E poi?

ADRIANA
Non qua ... Attendimi all'uscita ...
Staccandosi dal seno un mazzetto di viole e mettendolo alla bottoniera del giovane.
Un pegno ...

MAURIZIO
baciandolo
Grazie!

ADRIANA
Va!
Adriana corre verso il fondo poi entra con incesso
solenne in palcoscenico. Maurizio esce dalla porta
dei palchi, a sinistra.



SCENA VI
Il Principe, l'Abate; poi M.lla Dangeville e M.lla
Jouvenot. Il Principe entra da sinistra, l'Abate dal fondo di destra.


IL PRINCIPE
ansioso
Or dunque, Abate?

L'ABATE
mostrandogli in atto di trionfo una lettera
Corpus delicti ...

IL PRINCIPE
diffidente
Come?

L'ABATE
facendo schioccare le dita
Penelope ...

IL PRINCIPE
La cameriera?

L'ABATE
abbassando la voce
Cento luigi! ...

IL PRINCIPE
prendendo la lettera
Caro! ... la cera è molle ...

L'ABATE
Meglio!
Il Principe la dissuggella
Son suoi caratteri?

IL PRINCIPE
soffregandosi gli occhi
Ma contraffatti ...

L'ABATE
Pessimo segno!

IL PRINCIPE
ridandogli il biglietto
Leggi ... M'offusca gli occhi lo sdegno ...
A questo punto fan capolino la Jouvenot e la Dangeville

L'ABATE
leggendo
Stasera alle undici, laggiù, nel solito
villino presso la Senna ...

IL PRINCIPE
sbuffando
Il mio!

L'ABATE
seguitando
per un affare d'alta politica ...
fra due sbuffi
Ah, graziosissima!

IL PRINCIPE
dolorosamente
Lo so ben io! ...

L'ABATE
ripigliando la lettura
... atteso siete ... Fede e silenzio ...
Punto ...

IL PRINCIPE
E la firma?

L'ABATE
Costanza ...

IL PRINCIPE
scattando
Perfida! ...

L'ABATE
frenando a stento le risa
Il suo pseudonimo?

IL PRINCIPE
Da me trovato! ...

L'ABATE
per secondarlo
O donna immemore!

IL PRINCIPE
smaniando
O cuore ingrato.

L'ABATE
Costanza ironica!

IL PRINCIPE
Fede istrionica! ...
dopo una pausa
Ed il recapito?

L'ABATE
guardando la soprascritta
Terzo palchetto a destra ...
battendosi la fronte
Diavolo! ... Quale sospetto! ...

IL PRINCIPE
ansiosamente
Conosci il complice?

L'ABATE
Forse ... Maurizio ...

IL PRINCIPE
stupefatto
Il Conte? ...

L'ABATE
Entrare l'ho visto là ...

IL PRINCIPE
furioso
È dunque lui?

L'ABATE
Dubbio non v'ha ...

IL PRINCIPE
incrociando le braccia
Che far?

L'ABATE
imitandolo
Che far?

IL PRINCIPE
stillandosi il cervello
Laggiù ...

L'ABATE
grattandosi la fronte
Nel villino?
Le due attrici, inoltrandosi cautamente un pochino,
tendono il collo per meglio udire


IL PRINCIPE
afferrando una idea
Un gaio festino ...

L'ABATE
cogliendola a volo
offerto agli attor? ...

IL PRINCIPE
all'Abate
Ti piace il disegno?

L'ABATE
inchinandosi
Mirabile! ardito!

IL PRINCIPE
Di guerra partito ...

L'ABATE
tranello d'amor ...

IL PRINCIPE
infervorandosi
Cogliamo due tortori ...

L'ABATE
secondandolo
senz'altro sospetto ...

IL PRINCIPE
e il dolce duetto ...

L'ABATE
rimetter dovran ...

IL PRINCIPE
Di Marte e di Venere ...

L'ABATE
l'error si ripete ...

IL PRINCIPE
ma tende la rete ...

L'ABATE
l'offeso Vulcan

IL PRINCIPE
e tutta Parigi ...

L'ABATE
appena ridesta ...

IL PRINCIPE
dell'ilare festa ...

L'ABATE
l'intento saprà ...

IL PRINCIPE
Già ridono incauti ...

L'ABATE
Amore ed Imene ...

IL PRINCIPE
con un gesto di minaccia
ma riderà bene ...

L'ABATE
imitandolo
chi poi riderà ...
Il Principe risale verso il fondo, e visto un servo di
scena fra le quinte, lo chiama con un cenno.


IL PRINCIPE
al servo, accennando al primo uscio a sinistra
Questo al numero tre, a destra ... con mister ...

Gli consegna il foglio e una moneta d'oro; il servo
parte all'uscio indicato.


IL PRINCIPE
Non soltanto dei Numi ...

L'ABATE
terminando la frase
... la vendetta è piacer! ...


SCENA VII
M.lla Jouvenot, M.lla Dangeville, Quinault,
Poisson, quindi Michonnet.


Mentre il Principe e l'Abate sono sul davanti e
passeggiano confabulando, i quattro artisti, in
punta di piedi, li seguono non visti fino a che siano
usciti, facendo loro dietro ogni sorta di gesti; poi
rimasti soli si abbandonano alla più viva ilarità.

LA JOUVENOT
Quanto è burlevole!

LA DANGEVILLE
Quanto è piacevole!

QUINAULT
Perché ridete?

POISSON
Che grilli avete?

LA JOUVENOT
L'arzillo Principe ...

LA DANGEVILLE
maturo satiro ...

LA JOUVENOT
è protettore

LA DANGEVILLE
a tutte l'ore ...

LA JOUVENOT
della Duclos ...

LA DANGEVILLE
detta Rondò ...

QUINAULT
Chi non lo sa?

POISSON
Ciascun lo sa ...

LA JOUVENOT
Ma la fraschetta ...

LA DANGEVILLE
è pur protetta ...

LA JOUVENOT
per buona sorte ...

LA DANGEVILLE
dalla consorte ...

QUINAULT
Nobile cuor!

POISSON
Senza rancor ...

LA JOUVENOT
una spagnola ...

LA DANGEVILLE
che si consola ...

LA JOUVENOT
Dunque, un terzetto ...

LA DANGEVILLE
anzi, un quartetto ...

LA JOUVENOT
poi che c'è un altro ...

LA DANGEVILLE
ed è il più scaltro ...

LA JOUVENOT
Sicuramente ...

LA DANGEVILLE
naturalmente ...

QUINAULT
Per la Duclos?

POISSON
Detta Rondò?

LA JOUVENOT
Il vecchio ardente ...

LA DANGEVILLE
molto prudente ...

QUINAULT
Sicché, lei stessa?

POISSON
La Principessa?

LA JOUVENOT
un verde nido ...

LA DANGEVILLE
degno di Gnido ...

QUINAULT
Che bel bisticcio!

POISSON
Che gran pasticcio!

LA JOUVENOT
fuor delle mura ...

LA DANGEVILLE
tutto natura ...

LA JOUVENOT
schiuse alla bella ...

LA DANGEVILLE
Ma la monella ...

LA JOUVENOT
di greca fede ...

LA DANGEVILLE
la chiave cede ...

LA JOUVENOT
spesso alla moglie ...

LA DANGEVILLE
che poi v'accoglie ...

LA JOUVENOT
senza rossor ...

LA DANGEVILLE
il suo amator ...

QUINAULT
Intrigo amen ...

POISSON
di Lafontaine! ...

LA JOUVENOT
Ma già una lettera ...

LA DANGEVILLE
di quella ... eccetera.

QUINAULT
Nel vecchio Adon ...

POISSON
spunta Atteon ...

LA JOUVENOT
certo, un invito ...

LA DANGEVILLE
nel dolce sito ...

LA JOUVENOT
al generoso ...

LA DANGEVILLE
principe ombroso ...

LA JOUVENOT
vendè stasera ...

LA DANGEVILLE
la cameriera ...

QUINAULT
E la commedia ...

POISSON
volge in tragedia! ...

LA JOUVENOT
e il vecchio bello ...

LA DANGEVILLE
Vulcan novello ...

LA JOUVENOT
sulla civetta ...

LA DANGEVILLE
giurò vendetta ...

LA JOUVENOT
Or si domanda ...

LA DANGEVILLE
chi va? chi manda? ...

QUINAULT
Aspro quesito! ...

POISSON
Problema ardito!

LA JOUVENOT
L'appuntamento ...

LA DANGEVILLE
in tal momento ...

LA JOUVENOT
val per la sposa?

LA DANGEVILLE
o l'amorosa?

Il Principe esce con passo marziale dal primo uscio
a sinistra che dà sui palchetti: l'Abate lo segue
contraffacendolo.


MICHONNET
dal fondo
Signori, tocca a voi!

LA JOUVENOT
rassettandosi la veste
Tosto.

LA DANGEVILLE E POISSON
Per me c'è tempo ...

MICHONNET
Perdete la battuta! ...

LA JOUVENOT
sprezzante
Che importa?

QUINAULT
Al vostro posto! ...
La Jouvenot e Quinault escono verso il palcoscenico. La Dangeville e Poisson rientrano nei camerini.


SCENA VIII
Michonnet

MICHONNET
ascoltando nel fondo verso la scena
Ecco il monologo ...
Silenzio sepolcral! ... grave momento!
Strugger di gioia e di timor mi sento ...
Bene! Benissimo! ...
inebriato
Così ... così ... che fascino! che accento!
Quanta semplicità! Com'è profonda e umana!
Men sincera è la stessa verità!
Rialzandosi, sdegnato
Che fanno, dunque, là? Applaudite, beoti!
Di dentro il pubblico applaude, ed anch'egli batte le
mani

Ah, stupenda, mirabile! sublime!
con uno scatto di gelosia, osservando sempre
Ah! L'ha visto! ... e glielo esprime
con gli sguardi, i sorrisi, i gesti, i moti ...
con le lagrime nella voce
E dir che così bene
recita per un altro, e non per me! ...
Ma rimedio non c'è!
non c'è costrutto! ...
In ascoltarla, affogo le mie pene,
e rido, e piango, e sogno,
e dimentico tutto.
battendosi la fronte
Dov'è dunque, il biglietto di Zatima?
L'avevo nel farsetto ...
fruga nel tiretto della mensola a destra
Bisogna che lo trovi ad ogni costo ...


SCENA IX
Maurizio, Michonnet, poi Quinault; indi M.lla Jouvenot.

Maurizio rientra turbato dal primo uscio di sinistra,
mentre Michonnet seguita a rovistare in tutti i mobili della sala.


MAURIZIO
tra sé, fermandosi nel mezzo
Maledetta politica! ... maledetto il momento
che accettai quei favori! ... Perder l'appuntamento
con Adriana? Mai! ...
spiegazzando la lettera mandatagli dal Principe
Però, questo biglietto che la Duclos m'invia ...

MICHONNET
tra sé, indicando la mensola a sinistra
(Ah! forse in quel tiretto ...)

MAURIZIO
seguitando
E sempre per quell'altra ... Si tratta, certamente,
della mia nuova impresa ...

MICHONNET
(Eccolo, finalmente!)

MAURIZIO
tentennando
Parlato al Cardinale la Principessa avrà ...
Che fare? ... Aspetterò l'uscita d'Adriana ...

Michonnet depone sopra la tavola a destra la
pergamena trovata nel tiretto: Maurizio si adagia
su una poltrone a destra. Rientra Quinault.


MICHONNET
scorgendo Quinault
Darete questo foglio per »Rossana« a »Zatima«.

QUINAULT
di malumore, con sussiego
Glielo darò ..
.
Quinault esce dal fondo verso il palcoscenico,
Michonnet si rimette ad osservare. Maurizio sempre
seduto, prende sbadatamente sulla tavola vicina la
pergamena depositatavi da Michonnet.


MAURIZIO
tra sé, spiegando la lettera
Neppure una parola!
Colpito da un'idea
lo ce ne metterò ... un'astuzia di guerra!
si mette a scrivere con la matita sul rotolo spiegato

MICHONNET
guardando fra le quinte
Ah! ecco la Duclos ...
compassionando
Povera figlia, sgòlati! ... meglio se stessi zitta! ...
Cantar ti piace? Canta, canta, canta ... sei fritta! ...

LA JOUVENOT
a Michonnet
Michonnet, la mia carta ... per »Rossana«?

MICHONNET
indicando la tavola
È là ...

MAURIZIO
alzandosi e porgendo la pergamena all'attrice
Madamigella ...

LA JOUVENOT
prendendola, con una riverenza
Grazie!

MICHONNET
facendo segno di sbrigarsi
Presto!
La Jouvenot entra di corsa nelle quinte

MAURIZIO
soddisfatto
Adriana avrà due mie parole
dalla man di »Zatima«.
Così saprà che prima di domani non posso.
con un gesto di sconforto
O grama Curlandia, quanto mi costi!
Andiamo ... chè l'altra è in agonia ...

MICHONNET
fra sé, guardando sempre verso il palcoscenico
»Zatima« entra in scena ...
Ma che! non ha il biglietto?
Sì ... lo porge a »Rossana« ...
Ciel! malgrado il rossetto
impallidisce ... trema ... vacilla ...
Arte divina! ...
un uragano di applausi prorompe dal teatro


SCENA X
Tutti meno Maurizio.

QUINAULT
furibondo
Un delirio! Io soffoco!

LA JOUVENOT
sdegnata
Che furore! Io la sfido!

POISSON
sprezzante
Che pubblico! Io fremo!

LA DANGEVILLE
nauseata
Che orrore! Io piango!

MICHONNET
asciugandosi gli occhi, gongolante
Io rido!

Dalla porta dei palchi rientrano il Principe e l'Abate, insieme a vari altri signori.

IL PRINCIPE
entusiasta
Magnifica! Sublime!

L'ABATE
rincarando
Sovrana! Sovrumana!

LA JOUVENOT
stupita, al Principe
Come! anche voi?

IL PRINCIPE
con un gesto di minaccia
Mi vendico! ...

LA DANGEVILLE
stupita, all'Abate
Come! anche voi?

L'ABATE
imitando il Principe
Mi emancipo!
Adriana entra dal fondo, pallida, fremente, disfatta.
Si regge appena, tanta è ancora la sua emozione.


IL PRINCIPE E L'ABATE
inchinandosi
Gloria dell'arte al fior!

TUTTI
Ad Adriana onor!

IL PRINCIPE
Io tutti v'invito a gaio convito.
ad Adriana
Farannovi omaggio ...
indicando gli attori
|la scena ...
I nobili
la Corte ...

L'ABATE
a se stesso
il Clero ...

IL PRINCIPE
sardonico
Ed il forte eroe di Sassonia, nonché di Polonia ...

ADRIANA
colta da un'idea
Conoscerlo bramo ...

IL PRINCIPE
inchinandosi e porgendole una chiave
Ed ecco la chiave del nido soave ..

L'ABATE
completando
Il verde villino al vostro vicino ...

ADRIANA
tra sé
(Parlargli potrò ...)

IL PRINCIPE E L'ABATE
Verrete?

ADRIANA
decisa
Verrò.

IL PRINCIPE
A mezzanotte!

TUTTI
A mezzanotte!

Adriana, al braccio di Michonnet, risale al fondo, in
mezzo ai grandi saluti ed agli applausi del compagni e dei signori.


ATTO SECONDO
Il »Nido« della Grange Batelière.

Salotto esagonale semplice, ma elegante, nella villetta
dell'attrice Duclos, alla Grange Batelière.

In fondo e più in alto gran porta a vetri che dà su una
loggia da cui per ampia gradinata marmorea si scende
in giardino. Vedesi di scorcio il viale che conduce al
cancello e il parapetto a balaustra, sotto il quale
scorre la Senna. La luna diffonde il suo timido pallore
sulle piante ancor quasi nude e sulle statue allineate
secondo lo stile euritmico dell'epoca. A sinistra una
porta dà nell'interno dell'appartamento. Ogni parete
ha un uscio: quello del primo lato a destra reca in un
gabinetto. Di fianco a questo, mascherata dalle
tappezzerie, una porticina segreta. Quello di sinistra
dà alla sala da pranzo. Nel mezzo, verso dritta, un
tavolino con sopra un candelabro a due rami con le
candele accese; presso il tavolino una poltrona, più in
là un canapè e sgabelli.

A sinistra un'alta specchiera mobile; più in fondo un
altro tavoliere con altri candelabri.



SCENA PRIMA
La Principessa.

La Principessa di Bouillon è seduta presso il tavolino in atto di attesa

LA PRINCIPESSA
dolorosamente
Acerba voluttà, dolce tortura,
lentissima agonia, rapida offesa,
vampa, gelo, tremor, smania, paura,
ad amoroso sen torna l'attesa!
L'orologio d'una torre lontana suona undici tocchi
Ogni eco, ogni ombra nella notte incesa
contro la impaziente alma congiura:
fra dubbiezza e disio tutta sospesa,
l'eternità nell'attimo misura ...
La Principessa va all'invetriata, ne apre un battente
e investiga con lo sguardo il viale per metà immerso
nell'ombra.

Verrà? M'oblìa? S'affretta? O pur si pente? ...
Ecco, egli giunge! ...
No, del fiume è il verso,
misto al sospir d'un arbore dormente ...
O vagabonda stella d'Oriente,
non tramontar: sorridi all'universo,
e s'egli non mente, scorta il mio amor! ...
s'abbandona sul canapè sopraffatta dall'angoscia


SCENA II
Maurizio e detta.

Maurizio di Sassonia entra dal fondo.

MAURIZIO
inchinandosi
Principessa ...

LA PRINCIPESSA
irritata
Finalmente!

MAURIZIO
piegando un ginocchio
Perdonate ...

LA PRINCIPESSA
minacciando col ventaglio
Sconoscente! ...

MAURIZIO
Fui seguito ...

LA PRINCIPESSA
incredula
Da chi mai?

MAURIZIO
Da due ignoti ... Li affrontai ... ma non tennero ...

LA PRINCIPESSA
un po' inquieta
Davvero?

MAURIZIO
Mi stimate menzognero?
La Principessa ha notato sulla bottoniera di Maurizio il mazzolino di viole datogli da Adriana; un impeto di gelosia le mette nella persona un sussulto.

LA PRINCIPESSA
con un riso amaro
Il ritardo cagionato non fu già
da un profumato pegno?

MAURIZIO
semplicemente
Quale?

LA PRINCIPESSA
indicando i fiori
Quel mazzetto ...

MAURIZIO
inchinandosi
È per voi ...

LA PRINCIPESSA
rasserenata
Siete un perfetto seduttor ...

MAURIZIO
supplichevole
M'assolverete?

LA PRINCIPESSA
Nol dovrei ...

MAURIZIO
Grazie!

LA PRINCIPESSA
additandogli il posto, teneramente
Sedete ...
Con la Regina a lungo favellai
dei dritti vostri e delle vostre gesta,
e vidi il pianto ne' suoi dolci rai ...
Il Cardinale consente ... ma protesta ...

MAURIZIO
freddamente cortese
Grazie o gentil! Tra musiche di gloria
per voi l'astro vedrò della vittoria ...

LA PRINCIPESSA
con ansia affettuosa
Ma prudenza ... Siete cinto
di nemici ...

MAURIZIO
con un lampo d'orgoglio
Chi m'ha vinto?

LA PRINCIPESSA
scuotendo il capo
Son possenti ...

MAURIZIO
scrollando le spalle
Non li temo ...

LA PRINCIPESSA
incalzando
Pronti stanno ad ogni estremo ...
Oggi stesso al Re fu chiesto ...

MAURIZIO
gaiamente
Il mio collo?

LA PRINCIPESSA
Il vostro arresto ...

MAURIZIO
ridendo
La Bastiglia non vedrò! ...

LA PRINCIPESSA
spaventata
Che farete?

MAURIZIO
con un gesto di sprezzo
Partirò ...

LA PRINCIPESSA
quasi lagrimamente
Che mai diceste? Dopo sì gran vagabondaggio,
partir volete senza un fremito d'amor?
Ed io dovrei lasciarvi sparir come un miraggio,
un fascino, un inganno del sitibondo cor?

MAURIZIO
Quando il dover ci chiama ... al suo messaggio
ogni rimpianto tace ... ogni lusinga muor ...

LA PRINCIPESSA
fissandolo negli occhi
Maurizio!

MAURIZIO
freddamento
Signora ...

LA PRINCIPESSA
Se parti, non m'ami ...

MAURIZIO
Mi salvo ...

LA PRINCIPESSA
più forte
Mi sfuggi!

MAURIZIO
Lo debbo ...

LA PRINCIPESSA
gettandogli le braccia al collo
Ah! I richiami dei baci cocenti,
dei baci procaci non senti?

MAURIZIO
respingendola lentamente
La gloria m'invita, m'invita l'onore ...

LA PRINCIPESSA
sciogliendo l'amplesso
Tu menti!
L'onor d'un amante sta nella sua fede.

MAURIZIO
fra sé
L'istante è propizio ...

LA PRINCIPESSA
amaramente
Lo sguardo mio vede
nell'anima tua ... Di me sei già stanco ...
la noia t'imbruna la fronte ... Sii franco!

MAURIZIO
fra sé
Mentire non so ... Che cosa dirò ...

LA PRINCIPESSA
leggendogli in volto
Che amate un'altra ... di me più scaltra?

MAURIZIO
dolente
Signora, devoto ognora vi sono ...

LA PRINCIPESSA
scattando
Déi dir chi è costei ...

MAURIZIO
retrocedendo
È vano! ...

LA PRINCIPESSA
con impeto maggiore
Il nome io voglio ... Come si chiama? ...
Guai, se taci! ...

MAURIZIO
freddamente
Mai!

LA PRINCIPESSA
con un gesto di minaccia
Ed io la maschera le strapperò! ...

MAURIZIO
dolorosamente
Grazia! grazia, signora!
L'anima ho stanca, e la meta è lontana:
non aggiungete la rampogna vana
all'ansia che m'accora ...
Assai vi debbo; ma se amor cadrà
memore affetto in cor mi fiorirà ...


LA PRINCIPESSA
sdegnosa
Amore è fiamma, cener l'amistà ...
a questo punto s'ode un rumore lontano ma
crescente di ruote


MAURIZIO
tendendo la mano verso la vetrata
Signora, ascoltate ...

LA PRINCIPESSA
fermandosi a un tratto, sorpresa
Un'altra vettura! ...

MAURIZIO
Qualcuno aspettate?

LA PRINCIPESSA
Nessuno ... Ho paura! ...

MAURIZIO
osservando sempre
Si ferma al viale ...

LA PRINCIPESSA
trasalendo
O ciel! Mio marito!

MAURIZIO
sorpreso
Il Principe?

LA PRINCIPESSA
allibita
Ei sale ...

MAURIZIO
tra sé
M'ha dunque seguito?

LA PRINCIPESSA
smaniando
Perduta mi veggo! ...

MAURIZIO
cavallerescamente
Difendervi io vo' ...
Maurizio vede il primo uscio a dritta, lo apre subitamente, sospingendola
Là dentro ...

LA PRINCIPESSA
vacillando
Non reggo!

MAURIZIO
Salvarvi saprò ...
La Principessa entra nel gabinetto; Maurizio ne richiude l'uscio.


SCENA III
Il Principe, l'Abate e Maurizio.

IL PRINCIPE
con disinvoltura elegante
Vi cogliam, Conte, sul fatto ...

L'ABATE
In flagrante!

MAURIZIO
fingendo sorpresa
Voi, signori!

IL PRINCIPE
gaiamente
Re di picche!

L'ABATE
imitandolo
Asso di cuori!
MAURIZIO
tra lo stupito e l'offeso
È una celia?

IL PRINCIPE c.s.
Niente affatto ...

L'ABATE
misteriosamente
Io l'ho vista ...

IL PRINCIPE
secondandolo
Vista io l'ho.

MAURIZIO
destreggiando
Chi?

L'ABATE
La dama!

MAURIZIO
Che?

IL PRINCIPE
La bella!

L'ABATE
Veste bianca ...

IL PRINCIPE
Vita snella.

MAURIZIO
fingendo sorpresa
Non capisco ...

IL PRINCIPE E L'ABATE
Tutto io so!

MAURIZIO
gravemente
Principe, se ciò v'accora ...
sono agli ordini vostri ...

IL PRINCIPE
meravigliato
Un duello?

L'ABATE
atterrito
A quest'ora? ...

IL PRINCIPE
Ridere noi vogliamo ...

|MAURIZIO
con ira
Ridereste di me?

IL PRINCIPE
con finezza
Creditor mio voi siete ...

L'ABATE
a Maurizio, indicando il Principe
Debitor vostro egli è ...

IL PRINCIPE
La Duclos ...

L'ABATE
Capriccio antico ...

MAURIZIO
sorpreso più che mai
Che! colei?

IL PRINCIPE
con fatuità
N'ero già stanco ...
Voi l'amate, ed io mi affranco ...

L'ABATE
turbesco
Un servigio gli è d'amico ...

IL PRINCIPE
con enfasi affettata
Un gratissima vor ...

MAURIZIO
indovinando l'equivoco
Or comprendo ... L'avventura ...

IL PRINCIPE E L'ABATE
insieme
Buon pretesto è di rottura ...

IL PRINCIPE
Qua la man ...

L'ABATE
Senza rancor! ...

Il Principe e Maurizio si stringono la mano.
Un'ombra bianca appare dietro i vetri. L'Abate
accorre a schiudere i battenti.


SCENA IV
Adriana e detti.

L'ABATE
porgendole la mano per aiutarla a scendere
Eccovi alfin, Divina!

IL PRINCIPE
andandole incontro
V'aspetta, o gran Sultana,
il Conte di Sassonia ...
Il Principe, conducendo per mano Adriana la presenta a Maurizio
Basta dire: Adriana ...
Maurizio, volgendosi, vede Adriana: ella riconoscendolo getta un grido soffocato.

ADRIANA
portandosi una mano al cuore
(Cielo!)

MAURIZIO
stupefatto
(Dessa!)

ADRIANA
con uno sforzo, quasi parlando a sé stessa
Maurizio ... il Conte ... l'eroe ...

MAURIZIO
sottovoce
Taci!

IL PRINCIPE
a Maurizio
Conte, la grande attrice patrocinar vorrìa
un giovane ufficiale ...

L'ABATE
Amore e strategia ...

ADRIANA
guardando con intenzione Maurizio
Ora non l'oso più ...

MAURIZIO
sorridendo
E perché mai?

|ADRIANA
con intenzione
Perché quel giovane non ha d'uopo, forse, di me ...

IL PRINCIPE
all'Abate
Abate, tu dimentichi l'essenzial ...

L'ABATE
La cena? Corro a disporla ...

IL PRINCIPE
ammiccando dell'occhio
Ed io veglio sul retroscena ...
Còlta l'abbiamo in trappola, e dentro ci starà ...
escono


SCENA V
Adriana e Maurizio.

ADRIANA
Ma, dunque, è vero? ...
Dite ... Il gran Maurizio, voi?

MAURIZIO
schermendosi alquanto
E volevi sedurlo?

ADRIANA
guardandolo con ammirazione
In tuo favor ...

MAURIZIO
sorridendo
Lo puoi!
contrariato, eppur commosso
Adriana! ...

ADRIANA
fremente
Eri degno d'un trono
nell'assisa dell'umil alfier:
or la frode gentil ti perdono,
poi che sei qual ti pinse il pensier ...

MAURIZIO
Adriana deh, taci! ...

ADRIANA
Lasciami dir ...

MAURIZIO
No! Che giova?
Tu sei la mia vittoria, la mia corona nova,
tu sorridente sei,
tra le procelle irate il lido della calma,
il candido vessillo e l'incorrotta palma.
O mia adorata, della vita mia
sei la ragion suprema, la somma poesia! ...

ADRIANA
estasiata
Son del tuo sole un raggio, un fior della tua gloria...
Tu con la spada ardente scrivi l'eterna istoria:
io, come stel reciso, nell'ombra languirò ...

MAURIZIO
accarezzandola
Fanciulla! ...
sciogliendosi vivamente
Ma ti scosta ...
accennando al fondo
Ecco, ritornan già ...


SCENA VI
L'Abate, Michonnet e detti.

MICHONNET
supplichevole
Signor Abate, cortese siate ...

L'ABATE
seccato
Sono dolente ...

MICHONNET
Affare urgente!

L'ABATE
È la consegna! ...

MICHONNET
Me non impegna ...

L'ABATE
con solennità
Ciascun può entrare, nessun uscir ...

MICHONNET
insistendo
Questione d'arte! ... Per una parte nuova
m'è imposto di parlar tosto con la Duclos ...

L'ABATE
voltando la testa.
Con la Duclos?

MICHONNET
Vado e ritorno prima di giorno ...

L'ABATE
scoppiando a ridere
Allor restate ...

MICHONNET
sorpreso
Che dite, Abate?

L'ABATE
Dico che a cena l'alma sirena
con noi verrà ... poi ch'ella è qua ...

ADRIANA
palpitante
Lei qui? Con noi? ...

MICHONNET
attonito
Davvero? ... E poi?

L'ABATE
con finezza svenevole
Questa è Citera, dove stasera
dava segreto convegno lieto
|all'armi l'arte, Venere a Marte.
accenna a Maurizio

ADRIANA
sorreggendosi alla spalliera d'una seggiola
Al Conte?

MAURIZIO
quasi minaccioso
Abate! ...

ADRIANA
Continuate ...

MAURIZIO
con forza all'Abate
Tacete, ripeto: tacete! ... È falso!

L'ABATE
ad Adriana, indicando l'uscio
È vero! ... Ciascun potrà coglierla là ...

ADRIANA
Io stessa! ...
Adriana si slancia verso l'uscio di destra: Maurizio,
che le sta davanti attentissimo, la ferma e la
riconduce a sinistra.


MAURIZIO
piano ad Adriana
Un solo detto! ...

MICHONNET
decidendosi
Io volo! ...

Spinge l'uscio indicato, ed entra prestamente nel gabinetto, mentre Maurizio ed Adriana ridiscendono e l'Abate si allontana verso il fondo.


SCENA VII
Adriana, Maurizio e l'Abate.

MAURIZIO
rapidamente in tono di mistero
Adriana, ascoltate ... Politico disegno
qui mi condusse: è in gioco il futuro mio regno ...

ADRIANA
dubitante
E la Duclos?

MAURIZIO
afferrandole le mani
Non è lei, non è lei ... Lo giuro sull'onor mio ...
Mi credi?

ADRIANA
dopo avergli scrutato l'anima negli occhi
Sì ...

MAURIZIO
amorosamente
Ed or ti scongiuro ...
Che l'Abate non penetri là dentro ... ove si cela
quella persona ... Poscia con ogni cautela
vò a disporne la fuga ... Ma vederla non dèi ...
Me lo prometti?

ADRIANA
generosamente
Andate ... io veglierò su lei ...

MAURIZIO
baciandole le mani
Grazie, Adriana ... Addio!

ADRIANA
fra sé
(Sull'onor suo giurò ... Egli non sa mentire ...
La promessa terrò ...).


SCENA VIII
Michonnet, Adriana e l'Abate.

Michonnet ritorna stranito.

L'ABATE
Ebbene?

MICHONNET
Che granchio! Che bel qui pro quo! ...
Dopo una pausa, abbassando la voce
Non è la Duclos!

ADRIANA E L'ABATE
nello stesso tono
Chi dunque sarà?

MICHONNET
pianissimo
Silenzio! ... Segreto di Stato! ...

L'ABATE
sbuffando
Faceto!

ADRIANA
Almen la vedeste?

MICHONNET
desolato
No, tenebre peste ... Le mani già allungo,
e a un ago mi pungo ... »Chi siete?«
domanda la voce più blanda
»Per chi mi scambiate? ...
Colei che cercate non sono ...
Se tosto fuggir di nascosto mi fate,
contento sarete di me ...«.

ADRIANA
ridendo
Che strana avventura!

L'ABATE
incredulo
Stranissima, affé!

ADRIANA
E poi?

MICHONNET
Son tornato ... Che devesi far?

L'ABATE
Che fare?
deciso
Vederla ... Un lume per me!

ADRIANA
all'Abate
Non siete discreto ... È d'altri un segreto ...

L'Abate ha preso uno dei doppieri accesi e ritorna:
Adriana gli sbarra il passo presso l'uscio di destra.


L'ABATE
fingendo di non capire
Del Conte è l'amica ...

ADRIANA
sorridente, ma risoluta
Abate, fermatevi! ... Qui niun passerà ...

L'ABATE
fermandosi contrariato col lume in mano
E il Principe, dunque?

ADRIANA
dando in una risata
Si deve rallegrar ... La bella è innocente! ...

L'ABATE
ridendo esso pure
Lo vado a informar ...

L'Abate consegna il candelabro a Michonnet stupefatto ed esce dalla porta opposta.


SCENA IX
Adriana e Michonnet

MICHONNET
Che mediti, Adriana?

ADRIANA
alzando la testa e accennando all'uscio segreto
Salvar quella persona ... chiunque sia ...

MICHONNET
lusingato
Per me?

ADRIANA
sopra pensiero
No ...

MICHONNET
colpito al cuore
Per lui? ... Troppo buona! ...

ADRIANA
Glielo promisi ...

MICHONNET
asciugandosi un occhio col dorso della mano
Incauta! ... Noi siam povera gente ...
Lasciam scherzare i grandi ... non ci si lucra niente.

ADRIANA
indispettita
Lo voglio!

MICHONNET
cedendo, con le lagrime nella voce
Che debbo far?

ADRIANA
rabbonita a un tratto, indicando la porta del fondo
Vegliare che niuno entri ...

MICHONNET
rassegnato
Ho capito ...

Michonnet esce lentamente dal fondo.


SCENA X
Adriana, indi la Principessa.

Adriana spegne soffiando, ad una ad una, tutte le
candele dei doppieri; il salotto rimane debolmente
rischiarato dalla luce lunare, filtrante dalle vetrate.
Ella resta un momento immobile, irresoluta, rivolta
all'uscio del gabinetto.


ADRIANA
decidendosi ad un tratto
Sia! ...
Bussa tre colpi all'uscio di destra
(Non risponde ...) Aprite! ... Apritemi, signora ...
nel nome di Maurizio ...
L'uscio si apre lentamente; una forma bianca appare sulla soglia, Adriana sorride.
(L'avrei giurato!)

LA PRINCIPESSA
sul limitare
Ancora! Che volete?

ADRIANA
con slancio, ma frenando la voce
Salvarvi ...

LA PRINCIPESSA
dubbiosa
E come? Ogni cammino m'è tolto ...

ADRIANA
traendo una piccola chiave dal busto
Questa chiave vi schiuderà il giardino ...
Un passo, e siete libera ...

LA PRINCIPESSA
tendendo la mano incertamente
Grazie! ...

ADRIANA
cercando la mano dell'altra
M'udiste bene?

LA PRINCIPESSA
afferrando la chiave
Date, date ...

ADRIANA
Ma scendere non vista vi conviene ...
M'è questa casa ignota ... il mio consiglio è incerto ...

LA PRINCIPESSA
con gioia
Io la conosco ...
Tastando sulla parete
Un uscio segreto ... è qui ...
Sollevando la tappezzeria, lo scopre e lo spinge
Eccolo aperto! ... Ma voi, chi siete?

ADRIANA
schermendosi
Che importa? ... Andate ...

LA PRINCIPESSA
insistendo
Troppo vi debbo!

ADRIANA
Dimenticate ...

LA PRINCIPESSA
cercando di scoprire i lineamenti
Vorrei vedervi ...

ADRIANA
Non è prudente ...

LA PRINCIPESSA
colpita, tra sé
(Ma questa voce l'udii sovente! ...)
Chinandosi per meglio vederla
Duchessa, siete voi?

ADRIANA
facendo un passo indietro
No ...

LA PRINCIPESSA
con simulata dolcezza
Perché celarvi? ...

ADRIANA
sospingendola verso l'uscio
L'attimo fugge ... cresce il periglio ...

LA PRINCIPESSA
con intenzione
E il buon consiglio per me chi 'l porse?

ADRIANA
senza sospetto
Chi mi confida tutto ...

LA PRINCIPESSA
alzando la voce
Badate; questa è una sfida ...

ADRIANA
stupita
Perché, signora? ... Forse è un delitto?

LA PRINCIPESSA
concitata
Ma chi a Maurizio dava un tal dritto?

ADRIANA
indovinando subitamente
E a voi chi, dunque, concesse quello
di nominarlo come ... un fratello?
con voce soffocata, ma veemente
Ammutoliste? ... Su, via, parlate!
afferrando una mano della Principessa
La vostra mano trema ...
con un grido
L'amate! ...

LA PRINCIPESSA
svincolandosi
Sì, con l'ansia, con l'impeto ardente
di chi sente
primamente dischiudersi il core ...
Egli è mio! L'amor suo m'appartiene:
chi mai viene
le catene sue dolci a tentar?

ADRIANA
Io son sua per l'amor ch'è più forte
della sorte! ...

LA PRINCIPESSA
con impeto crescente
Egli è il sol, che raccende e rischiara
l'alma ignara,
nell'amara sua notte crudele ...

ADRIANA
quasi delirante
Egli è il re de' miei sogni, egli il lume,
egli il nume
che mi assume nell'ultimo Cielo! ...

LA PRINCIPESSA
scattando a un tratto
Ah! ti scopro!

ADRIANA
padroneggiandosi
Voi chi siete?

LA PRINCIPESSA
furente
Son possente!

ADRIANA
sprezzante
No! Temete!

LA PRINCIPESSA
con odio profondo
Ti disprezzo, ti calpesto!

ADRIANA
con superba ironia
Vi salvo.

LA PRINCIPESSA
avanzando d'un passo
Non più!

A questo punto molti staffieri recanti torcie accese
passano dietro le vetrate lungo la loggia.


LA PRINCIPESSA
fuor di sé, scorgendo il Principe nel giardino
Ciel! (Mio marito!)

ADRIANA
sorpresa
(Il Principe!)
alla Principessa
Restate!

LA PRINCIPESSA
torcendosi le mani
Dio!

ADRIANA
gridando verso i valletti
Presto dei lumi ... Scendete dunque!
La Principessa vedendo che i valletti con i lumi aprono le vetrate e si accingono a discendere apre l'uscio segreto e scompare.

ADRIANA
corre verso il punto ove aveva lasciata la Principessa e s'accorge della sua fuga. Ha un gesto di rabbia e grida, tendendo il braccio.
Fuggita! vile!!
Preceduti dagli staffieri già discesi in giardino conle torcie, si vedono passare in fondo il Principe,l'Abate, poi madamigella Dangeville a braccetto diQuinault, poi madamigella Jouvenot con Poisson;infine le altre attrici insieme agli altri attori dellaComédie. Michonnet, scendendo dalla gradinata, siavvicina ad Adriana e le mostra un braccialetto rinvenuto per terra. Adriana prendendolo vivamente, dopo averlo esaminato, si lascia cadere affranta sulla poltrona che è presso il tavolino. Michonnet la conforta.

ATTO TERZO
Il Palazzo Bouillon

La galleria dei ricevimenti in ricco stile barocco. Nel
centro un rialto dov'è un teatrino col velario chiuso.
Due grandi arcate di fianco con due usci a destra e due a sinistra. Grandi ritratti e grandi specchiere nei riquadri delle pareti. Diagonalmente a destra un duplice ordine di canapè, poltrone e sgabelli. A sinistra altre poltrone e sedie. È prima sera.



SCENA I
L'Abate con vari valletti.
Alcuni valletti dispongono a giusta distanza le seggiole; altri calano i cortinaggi; altri ancora trasportano grandi vasi di fiori e piante ornamentali.

L'ABATE
Eh, via! Così non va ... Lasciate fare a me ...
Voi non avete gusto ... Il Principe mi diè
di regolar la festa ogn'ampia facoltà ...


SCENA II
La Principessa, l'Abate e i domestici.

La Principessa di Bouillon, in vestito di gran gala,
entra dal primo uscio di destra.


LA PRINCIPESSA
ragionando, tra sé
(Ah! quella donna ... mia rivale! ... Oh, come
scoprirne il grado, le fattezze, il nome? ...
Che fa? Che vuol? ... Rubarmi l'amor mio!
Perdonar nol potrei nemmeno a Dio ...).

L'ABATE
dal fondo ai valletti
Quel candelabro a manca ... e questo vaso qua ...

LA PRINCIPESSA
camminando lentamente
(Dicea: »Chi mi confida tutto ...«. Tutto?
E questo, dunque, de' miei baci il frutto? ...
Egli è prigion ... Ma di me l'altra ride! ...
Oh, quella voce che carezza e uccide,
quella voce di scherno e di furore
sempre mi suona, come squilla, in cor! ...).


SCENA III
L'Abate e la Principessa.

L'ABATE
inchinandosi, lezioso
Voi, Principessa? Fulgida più della bionda Aurora ...

LA PRINCIPESSA
con un sorriso beffardo
Dopo il tramonto?

L'ABATE
baciandole la mano
Sempre! ... Voi siete il sol che indora
l'eterna notte al polo ...

LA PRINCIPESSA
guardandosi nello specchio
L'eterno madrigale!

L'ABATE
galantemente
Non vi garba? N'ho un altro ...

LA PRINCIPESSA
seccata
Basta il primo ... Mi sale troppo la gonna?

L'ABATE
chinandosi, per meglio vagheggiarla
Ohibò! ...

LA PRINCIPESSA
sempre davanti al cristallo
E il busto?

L'ABATE
ammirandone il contenuto
Ohimè!

LA PRINCIPESSA
guardandolo di traverso
Che fate?

L'ABATE
tra due sospironi
Lo vedete ... sospiro! ...

LA PRINCIPESSA
schernevole
Troppo!

L'ABATE
giungendo le mani
Crudele!

LA PRINCIPESSA
voltandosi un po' minacciosa
Abate!

L'ABATE
sdolcinato
Dite che il dio d'Amore,
per ironia fatal,
non vi compose il core
di marmo funeral ...
O nova Galatea,
dite alla mia canzon
ch'io vi farò men rea,
novo Pigmalion ...
Dite ...

LA PRINCIPESSA
scrollando le spalle
Dite molte sciocchezze ...

L'ABATE
sconsolato
Le dico in poesia ...

LA PRINCIPESSA
con asprezza
Piuttosto di Maurizio ricercate stasera
l'amante nuova ...

L'ABATE
assicurandola
Sì, presto la scoprirò!


SCENA IV
Il Principe, Dame, Signori e detti.

Il Principe in abito da cerimonia entra dalla
sinistra, mentre introdotte dal Maggiordomo
entrano successivamente dalla porta del fondo
Dame, Cavalieri, ecc.


L'ABATE
alla prima coppia
Sempre la prima. Grazie!

LA PRINCIPESSA
alle dame
Siete deliziose ...

L'ABATE
Uno scrigno di gemme ...

IL PRINCIPE
Un canestro di rose ...

LA PRINCIPESSA
La mia festa v'attende.

L'ABATE
Verrà la Lecouvreur ...

LA PRINCIPESSA
Il Giudizio di Paride, balletto di Champfleur.

L'ABATE
Un incanto, un portento! ...

IL PRINCIPE
Io ne sono felice!

L'ABATE
Sì, per la Principessa!

LA PRINCIPESSA
ironica
No, per la grande attrice.


SCENA V
Il Maggiordomo, poi Adriana, Michonnet e detti.

IL MAGGIORDOMO
dal fondo, annunciando
Madamigella Lecouvreur!

Adriana entra a braccio di Michonnet.

IL PRINCIPE
ad Adriana
Venite ... D'ammirar più da presso i vostri incanti
son lieto, e vi ringrazio ...
Il Principe presenta Adriana alla Principessa

ADRIANA
con vera emozione
Io son confusa ...
Commossa io sono per sì grande onor ...

LA PRINCIPESSA
udendo la voce, con un sussulto, tra sé
(Cielo!)

ADRIANA
seguitando
L'artista, ancella della Musa,
tutte le grazie e le dolcezze in voi mira e i fulgor ...

LA PRINCIPESSA
fra sé
(Oh, quella voce! ... Forse mai? ... Non oso
pur pensarlo ... Un'attrice? ... E perché no? ...) Voltandosi per guardare Adriana, che è assa festeggiata
(Ecco! l'adoran tutti ... lo lo saprò).

L'ABATE
al Principe
Principe, s'incomincia?

IL PRINCIPE
Attendiam Maurizio ...

LA PRINCIPESSA
con intenzione
L'attenderete invano ...
Adriana si scuote: la Principessa, sempre in piedi,
l'osserva di sottecchi

(Si scosse? ... Ecco un indizio! ...)

IL PRINCIPE
Perché? Non forse Amor gli aperse ogni cancello? Adriana, scossa dal nome di Maurizio, tende l'orecchio per meglio seguire il discorso, la Principessa l'avverte, e ne segue ogni moto.

LA PRINCIPESSA
fra sé
(Ascolta ...)
forte al Principe
Ben sapete ... quel duello.

ADRIANA
trasalendo con voce soffocata
(Un duello?)

LA PRINCIPESSA
fra sé, come sopra
(Mutò color ...)
forte
L'Abate seppe dalla sua gente ...

L'ABATE
stranito
Io? ...

LA PRINCIPESSA
piano all'Abate
(Zitto!)
forte, guardando Adriana
... ch'è ferito ... pericolosamente ...

Adriana colpita al cuore cade riversa sul canapè

LA PRINCIPESSA
correndo al canapè
Madamigella sviene ...

MICHONNET
chiamandola disperato
M'odi, Adriana! ...

LE DAME
soccorrendola
Cielo!

ADRIANA
risollevandosi a sedere
È nulla ... il caldo ... i lumi ...
alla Principessa, che la sogguarda biecamente
Grazie, signora! ...
tra sé, turbata
(Oh, il gelo di quello sguardo!)

LA PRINCIPESSA
all'Abate, che non capisce
Cieco! ...


SCENA VI
Il Maggiordomo, indi Maurizio e detti.

IL MAGGIORDOMO
dal fondo
Il Conte di Sassonia!

ADRIANA
respirando
(Ah!)

MICHONNET
piano ad Adriana
Fermati! ... La gioia t'accusa ...

IL PRINCIPE
giovialmente
Che fandonia!
Conte, qui si diceva che voi foste ferito ...

MAURIZIO
ridendo
Eh, via! Dopo re Carlo, la Svezia è a mal partito ...

IL PRINCIPE
Adunque, quel Kalkreutz?

MAURIZIO
L'ho tosto disarmato ...
Maurizio si avvicina alla Principessa e le bacia la mano

MAURIZIO
sottovoce alla Principessa
Per voi qui venni ...

LA PRINCIPESSA
piano con gioia
Grazie! ...

MAURIZIO
Voleva partir celato ... ma dopo il vostro ausilio,
che accettar non potrei ...

ADRIANA
fra sé
(Favellano sommesso ... Qual dubbiol ... Fosse lei
quella nobile dama? ...)

MAURIZIO
alla Principessa
un colloquio vi chieggo ...

LA PRINCIPESSA
piano a Maurizio
Quando saran partiti ... più tardi ...

ADRIANA
fra sé
(Io più non reggo! ...)

La Principessa abbandona il braccio di Maurizio:
questi al volta e, scorgendo Adriana, la saluta
profondamente.


MAURIZIO
ad Adriana, inchinandosi
Madamigella!

IL PRINCIPE
a Maurizio
Conte, non ci narraste ancora
la maggior vostra impresa di Curlandia ...

MAURIZIO
giocondamente
Ch'io mora, se me ne rammento ...

L'ABATE
a Maurizio
Dite ... Dite ...

IL PRINCIPE
Vogliam gustar quell'assalto di Mittau ...

L'ABATE
Non fatevi pregar ...

MAURIZIO
Il russo Mèncikoff
riceve l'ordine di côrmi in trappola
nel mio palagio ... Era un esercito
contro un manipolo, un contro quindici ...
Ma, come a Bèndera Carlo duodecimo,
nemici o soci contar non so ...

TUTTI
Gloria a Maurizio, gloria al valor! ...

MAURIZIO
animandosi
I miei s'appiattano dietro ogni ostacolo ...
tre giorni infuria la gaia musica:
tre giorni zufola la morte, e gongola ...
Alfine i pifferi l'assalto intimano ...
L'istante è tragico ... Come resistere?
Non v'è da scegliere tra piombo e allor ...

TUTTI
Sassonia, avanti! trionfa o muor ...

MAURIZIO
con impeto
Le torcie fumano; pronto è l'incendio ...
Ma nel vestibolo io stesso rotolo
baril di polvere ... Stringo la miccia
e ... cento saltano cosacchi in aria ...
Gli altri indietreggiano, gli amici accorrono ...
e qua la storia posso ancor ridir! ...

TUTTI
con grande entusiasmo
Viva il coraggio! Viva l'ardir!

IL PRINCIPE
ai Signori
Dopo Marte, Tersicore ...

L'ABATE
alle Dame
Dopo il pugnar, la danza ...

IL PRINCIPE
Signori miei, di Paride ... il Giudizio s'avanza ...

Le signore si mettono a sedere, i cavalieri si collocano alle loro spalle in piedi. Sul davanti a destra la Principessa e Adriana con altre dame, dietro di loro l'Abate e Michonnet. A sinistra siedono il Principe con Maurizio e altri signori.


SCENA VII
Il divertimento danzante.

Due valletti sollevano il velario del teatrino, segnato ai lati da quinte ornamentali e in alto da ghirlande di fiori: lo sfondo rappresenta un paesaggio classico col mare in lontananza.

Paride in abito di pastor frigio, riposa adagiato sovra un poggetto di verzura. Uno stuolo d'Amorini tesse, intorno all'assopito, una carola. Al suono tenue di strumenti pastorali, voci lontane accompagnano le danze puerili.


VOCI LONTANE
Dormi, dormi o pastorello!
È l'amor dolce ruina,
al suo regno ti destina!
Dormi pur, non ti destar!

Mercurio entra del fondo del teatrino e desta Il Priamide. A questo il celeste messaggero mostra e affida l'aureo pomo esperidèo con le fatali parole:
»Alla più bella« gittato dalla Discordia fra le dee intervenute alle nozze di Tetide e Peleo, per vendicarsi d'essere stata esclusa a disegno.
L'aligero iddio gli annuncia che, per comando di Giove, a lui tosto verranno Giunone, Pallade e Afrodite, le quali si contendono il pomo e richiedono il suo giudizio: primo effetto raggiunto dalla vendicativa dea.

Mercurio, compiuto il messaggio, dispare. Il frigio pastore si avanza sul palco in preda a gran turbamento, mentre le Ninfe e gli Amorini gli cantano intorno.


Bel pastor di Frigia, bada!
Ogni frutto un verme serra.
La Discordia è scesa in terra:
temi il dono e chi lo fa ...

Dall'arcata di destra, onde i cortinaggi s'alzano subitamente, seguita da Iridi leggiadre, entra Giunone dalle bianche braccia in nitide vesti, cinto il nero crine da fulgido diadema e onusto il dorso di purpurea clamide regale.

La gran dea sorge maestosa, e significa a Paride genuflesso, essere ella la possente consorte di Giove, regina del cielo e della terra, castissima custode dei talami, patrona delle spose fidenti e delle madri soavi, bella della più pura, salda e serena bellezza, quella della bontà, sì che a lei, sovra tutte le dee conviene e s'addice il frutto disputato.

Preceduta da focose Amazzoni sorviene Pallade, azzurreggiante e corrusca nell'armi magnifiche, in capo l'elmo biforo, sul petto l'egida Medusèa, in pugno l'antenna portentosa, pendulo al fianco l'impenetrabile scudo. A Paride, stupito e sgomento, ella dichiara i pregi e i difetti suoi: prediletta figlia di Giove, fiore del pensiero suo onnipossente, nata in armi dalla balenata sua fronte, purissima e sapientissima virago, che alla forte armonia delle membra quasi virili associa l'immortale fulgor dell'idea; tutrice ella d'ogni umana energia, d'ogni audacia feconda, genio della forza cosciente e insieme della ragion vincitrice, raffigurante l'arte della guerra e la guerra della sapienza. L'aureo
pomo a lei spetta, come alla irresistibile bellezza della verità militante e gloriosa. Ed ecco, mentre l'esule principe troiano sta per cedere al fascino della magnifica Vergine, ecco giungere, di tra un dolce stuolo di Carità e Voluttà, soffusa di tenui veli trapunti, coronata di candide rose e adorna del simbolico cinto, Venere flava.

»Io son la Bellezza immortale – cosi si esprime in suo muto linguaggio la Dea lusingatrice – la Bellezza che basta a se stessa, la Bellezza ragion dell'arte e premio della vita, la Bellezza che appaga il desiderio, cancella il Dolore e trionfa perfino della Parca spietata. A me, dunque, il pomo contesto, a me d'Amor genitrice, d'Amore sovrano degli uomini e dei Numi, d'Amore principio e fine di tutte le cose«. Paride, meravigliato e commosso, scende nel mezzo per meglio considerare le tre dèe che insieme offronsi al suo sguardo rapito. Egli
ammira l'augusta maestà di Giunone, la vereconda
marzial giovinezza di Minerva, le dolcissime grazie di Venere, ondeggiando perplesso in estasi deliziosa. D'improvviso la bionda Afrodite, impaziente e sdegnata, gittando le inutili bende, tutta gli si discopre nella radiosa sua nudità, umanamente gioconda e divinamente impudica. Il Pastorello vacilla, quasi abbacinato da tanta luce di bellezza, che tutto di caldi aneliti |lo accende; e, cedendo alla possente malìa, s'appressa alla dea della Voluttà, e già le porge l'aureo premio agognato.

Ma no: il suo sguardo, distratto un momento, ha scorto la Principessa di Bouillon seduta; e a questa corre, a questa consegna il pomo delle Esperidi, piegando il ginocchio. La Principessa lo accoglie benignamente, mentre gli astanti mandano tutti un lungo unanime plauso.

Le tre Dee, reso omaggio alla Principessa, ripartono, rincorse come trionfo, dai tre cortei femminili insieme intreccianti rapidissima danza.

Durante l'ultima parte del balletto nel crocchio a destra si svolge a mezza voce una conversazione piccante che si anima sempre più.


L'ABATE
piano alla Principessa, accennando ad una delle dame creduta amica di Maurizio
È quella dama al certo! ...

LA PRINCIPESSA
piano all'Abate, scrollando le spalle
Non capite niente ...

L'ABATE
tutto umiliato
Infatti! ...

LA PRINCIPESSA
indicando col capo Maurizio, rivolgendosi ad Adriana
La bella del conte ...
non ignota, forse, a madamigella ...

ADRIANA
di soprassalto
Io? ...

LA PRINCIPESSA
con sottile ironia
Si parlava a Corte d'una commediante ...

ADRIANA
di rimando
Ed a teatro invece d'una dama galante ...

LA PRINCIPESSA
insistendo
Un incontro notturno ...

ADRIANA
rincarando
Un convegno segreto ...

L'ABATE
stupefatto
La storia è assai piccante ...

ALCUNE DAME
solleticate
Il caso è assai faceto ...

L'ABATE
incredulo
Ma quali son le prove?

LA PRINCIPESSA
fissando Adriana
Un mazzolin gentile dato all'eroe ...

ADRIANA
trasalendo tra sé
(Il mio!)
fissando a sua volta la Principessa
O piuttosto un monile perso fuggendo ...

LA PRINCIPESSA
allibita
(Il mio!)

ALCUNE DAME
ridendo
Un proverbio cinese ...

L'ABATE
imitandole
Un romanzo spagnolo ...

ADRIANA
con forza
No, la vita francese ... poiché quel braccialetto
me l'han recato or or ... Eccolo! ...
Adriana si toglie dal braccio sinistro un monile e lo mostra. L'Abate lo prende e lo passa alle signore. La Principessa fa violenza a se stessa per serbarsi calma.

L'ABATE
alle Dame del crocchio
Bello!

LE DAME
osservando curiosamente
Splendido!

LA PRINCIPESSA
con simulata indifferenza
Prezioso lavor!

IL PRINCIPE
avvicinandosi, curioso, alle signore
Che consultate, in grazia?

LE DAME
Un braccialetto ...

Il Principe ha preso dalle mani d'una dama il monile, e lo osserva attentamente insieme a Maurizio.

IL PRINCIPE
sorridendo
È quello di mia moglie ...

LE DAME
quasi spaventate
(Sua moglie!)

LA PRINCIPESSA
fra sé guardando Adriana
(È lei.)

ADRIANA
fra sé guardando la Principessa
(È lei.)

DAME E CAVALIERI
Qual mister! Che cosa avviene!
C'è un mistero fra le due dame.
Dàn baleni al par di lame
gli occhi lor, senza pietà!

LA PRINCIPESSA
che ha ricevuto da Paride il pomo, si sforza di sorridere, poi rivolta ad Adriana, con grazia affettata
Invano avrem sperato d'udirvi in qualche brano?

ADRIANA
signoreggiandosi appena, fra sé
(Dei versi, a lei?)

MICHONNET
sottovoce ad Adriana
Prudenza!

IL PRINCIPE
ad Adriana
Che mai reciterete?

LA PRINCIPESSA
con intenzione
Il monologo d' »Arianna abbandonata«?

ADRIANA
affogando di sdegno, fra sé
(È troppo!)

IL PRINCIPE
Meglio »Fedra«, la scena del richiamo ...

ADRIANA
subitamente
E »Fedra« sia!

TUTTI
Udiamo ...

ADRIANA
declamando
"... Giusto Cielo! che feci in tal giorno?
Già s'accinge il mio sposo col figlio al ritorno:
testimon d'un'adultera fiamma, ei vedrà
in cospetto del padre tremar mia viltà,
e gonfiarsi il mio petto de' vani sospir,
e tra lacrime irrise il mio ciglio languir!«
guarda Maurizio, che conversa con la Principessa, la quale ostentatamente gli si piega sull'omero, per parlargli più sommesso
Credi tu che, curante di Tèseo la fama,
disvelargli non osi l'orrendo mio drama?
Che mentire ei mi lasci al parente ed al re?
E raffreni l'immenso ribrezzo per me?«
Maurizio raccoglie il ventaglio lasciato cadere a bello studio dalla Principessa, e glielo rende con garbo galante.
»Egli invan tacerebbe! So il turpe mio inganno,
o Enon, né compormi potrei, come fanno ... avanzandosi fuori di sé, verso la Principessa
le audacissime impure, cui gioia è tradir,
una fronte di gel, che mai debba arrossir!«

Adriana, dicendo l'ultimo verso di Racine, ha mostrato col gesto la Principessa, e rimane alcun tempo in quell'atto. Tutte le dame, che han seguito con grande emozione ogni suo moto, si alzano quasi sbigottite. La Principessa sola resta seduta, affettando la massima calma, e dà il segno degli applausi.

LA PRINCIPESSA
battendo le mani
Brava! ...

TUTTI
applaudendo
Brava! Sublime!

MICHONNET
piano ad Adriana
O sconsigliata, che mai facesti?

ADRIANA
con impeto
(Son vendicata!)

LA PRINCIPESSA
fra sé, lacerando il fazzoletto con rabbia
(Un tale insulto! Io sconterà! ...)
rapidamente a Maurizio
Restate!!! ...

ADRIANA
al Principe che viene a felicitarla
Chiedo in bontà di ritirarmi ...
piano a Maurizio
Sèguimi! ...

MAURIZIO
piano ad Adriana
A domattina ...

Il Principe offre la mano ad Adriana, che risale con lui verso l'arcata di destra, seguita da Michonnet. I signori aggruppati a sinistra e le dame in piedi a destra s'inchinano. Adriana manda a Maurizio un'ultima occhiata piena d'amarezza, mentre la Principessa, rimasta indietro, fremente d'ira, la segue con la minaccia degli occhi.

ATTO QUARTO
La casa d'Adriana.

Salottino elegante pieno di ninnoli graziosi. Nel fondo, un uscio chiuso e una finestra: l'uscio è quello della camera da letto: la finestra dà sul giardino, i cui alberi appena cominciano a rivestirsi di fronde.
Due usci laterali: quello di sinistra reca alla sala da
pranzo, e l'altro, a destra, nell'anticamera.
A sinistra, un caminetto col fuoco acceso, presso al
quale sono una piccola scrivania e una piccola
poltrona; più innanzi una sedia a sdraio. A destra un'
»étagère« e un'altra poltroncina, sulla quale è gettato
uno scialle. Più in là un cavalletto con trofei artistici
della celebre attrice.
Pomeriggio di marzo, verso il tramonto.



SCENA I
Michonnet e la Cameriera.

Michonnet entra dalla dritta, seguito dalla cameriera, la quale gli addita l'uscio della camera da letto.

MICHONNET
alla cameriera, in atto di rassicurarla
So ch'ella dorme ... Non sarebbe attrice
se non dormisse quando il mondo è desto ...
Ma, se si sveglia, ditele ch'io resto
ad aspettarla, d'aspettar felice ...

Mentre la cameriera sta per andarsene s'ode squillare di dentro un campanello. La ragazza si dirige verso l'uscio di mezzo, vi bussa tre volte, indi lo apre e lo richiude dietro di sé.

MICHONNET
premendosi il petto
Taci, mio vecchio cuor!
Non brontolar, crogiuo!
d'un insensato amor!
consultando il proprio orologio
Fa come l'oriuol,
tuo fido amico ognor,
che batter più non vuol ...
ascoltando verso l'uscio della camera di Adriana
Dorme? ... Non dorme, no! ...
Malata ella è d'amor ...
Infermità di cor, lenta tortura
che troppo tardi io so ...
siede alla scrivania, tituba alquanto indi si decide a
scrivere. La cameriera ritorna e accenna che Adriana sta per entrare. Michonnet le porge la lettera già suggellata con un'ostia.

Fate mandar piccina ...
la ragazza prende la lettera, ed egli sospira
Quest'è la medicina! ...


SCENA II
Adriana e Michonnet.

Adriana in bianco accappatoio appare sull'uscio del
fondo e si arresta sulla soglia.


ADRIANA
dolcemente dall'uscio a Michonnet seduto
Amico mio!

MICHONNET
scattando in piedi
Figliuola! Perché così stravolta?

ADRIANA
entrando
Non chiusi ciglio ...

MICHONNET
scuotendo il capo
Ancora?

ADRIANA
con un sospiro
Sempre!

MICHONNET
in atto di dolce rimprovero
Che cosa stolta!

ADRIANA
stringendosi nelle spalle
Fosse pur? ...

MICHONNET
Ma il teatro?

ADRIANA
Non ci penso ...

MICHONNET
insìstendo
E la fama?

ADRIANA
con un riso stridulo
Miraggio!

MICHONNET
E la carriera?

ADRIANA
Disinganno!

MICHONNET
intenerendosi
E chi t'ama?

ADRIANA
amaramente
Dov'è?

MICHONNET
balbettando
Io stesso ...

ADRIANA
attonita
Voi!

MICHONNET
ravvedendosi
Sì ... come un padre, almeno ...

ADRIANA
dolorosamente con un grido
Ah! no ... non posso!
Infranta ogni corda ho nel seno ...
La fronte m'arde ... Immobile è il mio pensiero ...
Più non ricordo ... tranne ...

MICHONNET
con ansia
Che mai? ... Spiegati, orsù! ...

ADRIANA
avanzandosi ancora con tragica ebbrezza
Quella sera! ... La mia rivincita! ...

MICHONNET
sgranando gli occhi
Quale temerità!

ADRIANA
vieppiù appassionata
Non la vedesti forse, di collera fremente,
mordersi a sangue ... ansare, tremare, illividir,
quando gridai:
declamando
»la fronte che mai debba arrossir?«
con ira crescente
Ma no ... vaneggio! La cortigiana rubò l'amor mio ...
Che m'oda ancor! ...
Adriana, smaniosa, convulsa, si strappa l'accappatoio, afferra uno scialle e se ne cinge gli omeri, poi corre all'uscio di destra.

MICHONNET
sbarrandole il passo
Dove vai? ...

ADRIANA
cercando di passare
A colpirla!

MICHONNET
resistendo
E poi?

ADRIANA
risoluta
Che importa?

MICHONNET
supplichevole
Vuoi perderti? ... Eh, via! ...

ADRIANA
quasi cedendo
Di gelosia dovrò languir? ... Meglio morir! ...

Michonnet con dolce violenza riconduce Adriana, le
ritoglie lo scialle, e la fa sedere sulla poltroncina: là ella scoppia in singhiozzi, mentr'egli, presa una tazza preparata sulla scrivania, gliela porge frenando a stento le lagrime.


MICHONNET
Prendi: ti farà bene ...

ADRIANA
svogliata
Cos'è?

MICHONNET
Un farmaco miracoloso ...

ADRIANA
respingendola con un gesto di collera
Che? Ci vuol altro!

MICHONNET
posando la tazza, teneramente
Bambina, non ti crucciar, non piangere! ...

ADRIANA
abbandonandosi tutta all'angoscia
Troppo è il martirio mio! ...

MICHONNET
Fa cor! ... Non soffri sola ... Piango d'amore anch'io

ADRIANA
guardando tra le lagrime
Voi pur? ... Dite davvero? ...

MICHONNET
quasi sforzandosi a sorridere
Ti sembra insanità?
Che vuoi? Cupido è cieco, e non conosce età ...

ADRIANA
quasi dimenticando se stessa
Voi pur ... Sareste mai tradito?

MICHONNET
No: di me solo è il torto ...

|ADRIANA
E ne soffrite assai?

MICHONNET
Sì ... ma non son morto ...

ADRIANA
ricadendo nel proprio dolore
Io ne morrò ... Io sento ...

MICHONNET
Che brutta malattia!

ADRIANA
quasi scrutandosi dentro
Io ne morrò ... Il sospetto è uno spasimo ...

MICHONNET
secondandola suo malgrado
La certezza è agonia ...

ADRIANA
Si smania ...

MICHONNET
Si farnetica ...

ADRIANA
Si gela ...

MICHONNET
Si divampa ...

ADRIANA
Si nega il Ciel ... s'invoca la morte ...

MICHONNET
tristemente
E pur si campa!

ADRIANA
con strazio
Perché?

MICHONNET
Per abitudine ...


SCENA III
La Jouvenot, la Dangeville, Quinault, Poisson e detti.

Alle ultime parole dei due, i quattro soci della Comédie entrano dall'uscio dell'anticamera.

ADRIANA
movendo loro incontro con le mani tese
Lieta sorpresa!

QUINAULT E POISSON
baciandogliele insieme
Ma sottintesa ...

ADRIANA
Perché?

QUINAULT E POISSON
La vostra festa ...

LA JOUVENOT E LA DANGEVILLE
baciando Adriana
... è la nostra ...

ADRIANA
stranita
Che! la mia festa?

MICHONNET
battendosi la testa
Oh, la mia testa!

LA DANGEVILLE
porgendo ad Adriana un serico sacchetto
Questi confetti ...

LA JOUVENOT
offrendo una scatola
Questi merletti ...

POISSON
presentandole un medaglione
Il mio ritratto ...

QUINAULT
cavando fuori un rotolo infettucciato
Un mio misfatto ...

MICHONNET
tra sé, borbottando
(Ciò nulla prova ... Gatta ci cova! ...)
ADRIANA
agli attori stringendo loro la mano
Grazie, fratelli! Son dei gioielli ...
indi sorridendo a Michonnet
E voi Maestro?

MICHONNET
traendo di tasca un astuccio
Io fui più destro ... Ecco il mio dono ...

I QUATTRO ARTISTI
curiosamente
Vediam ...

MICHONNET
scostandone le mani
Perdono!

ADRIANA
prendendo l'astuccio
I miei brillanti! ...

MICHONNET
ammiccando
Stelle filanti! ...

LA JOUVENOT
ad Adriana
La collanina della Regina?

ADRIANA
seccata
Appunto quella ...

I QUATTRO
ammirando loro malgrado
Oh, com'è bella!

ADRIANA
seria
Dite: come faceste?

MICHONNET
con comica modestia
Semplicissimamente ... Li riscattai dal Principe ...

ADRIANA
Voi? ... Ma con qual valsente?

MICHONNET
mendicando le parole
L'eredità, ricordi? ... di quel mio zio droghiere ...

ADRIANA
rasserenandosi
E il matrimonio?

MICHONNET
con un sorriso triste
In fumo! ... Non era il mio mestiere ...

ADRIANA
stringendogli commossa le mani
Nobile cor!

QUINAULT E POISSON
ad Adriana con intenzione
Di tutti i soci in nome dobbiam parlarvi ...

ADRIANA
con un sospiro di rassegnazione
Orsù!
I quattro artisti circondano Adriana

LA JOUVENOT
con tragica gravità
O Fedra!

LA DANGEVILLE
parimenti
O Chimene!

POISSON
O Rossana!

QUINAULT
O Mirra!

I QUATTRO
insieme
Dell'arte sovrana, tornate alle scene! ...

ADRIANA
decidendosi con entusiasmo
Sì, tornerò! ... Nel trionfal sorriso dell'Arte
io voglio inebriarmi ancor!

|I QUATTRO
insieme
Tutta Parigi n'esulterà ...

ADRIANA
distrattamente
Dunque, a teatro?

I QUATTRO
Grandi notizie!

ADRIANA
con maggior interesse
Della Duclos?

LA JOUVENOT
con sprezzo
Lasciava il Principe ...

QUINAULT
Una piccante canzon già circola ...

ADRIANA
E il titolo?

I QUATTRO
»La fedeltà«
cantando insieme
»Una volta c'era un Principe,
vecchio, avaro, ma galante,
che da filtri e segni magici
trar volea l'esca sonante
per regnar di Nice in cor;
oro falso a falso amor ...
Ma la bella, ingrata e perfida,
accogliea quel sotto Argante
mentre ascoso con perizia,
sotto l'ampio guardinfante,
stava il damo del suo cor:
a fals'oro falso amor ...«


SCENA IV
La cameriera e detti.

Tutti si abbandonano alla gaiezza. La cameriera
rientra recando un vassoio sopra il quale è un
cofano ricoperto di velluto cremisi, cui è legato con
nastri un biglietto. Adriana si alza e va a prenderlo.
Gli altri continuano a folleggiare, tranne Michonnet
che segue lentamente Adriana.


ADRIANA
stupita
Un cofanetto?
agli amici
Scusate ...

MICHONNET
ai comici
Forse qualche altro omaggio ...

ADRIANA
in disparte
(E un biglietto ...)
aprendo e leggendo
(»Da parte di Maurizio« ...)
portandosi una mano al cuore
(Un messaggio di lui!)
sottovoce a Michonnet
Michonnet, liberatemi ...

MICHONNET
avvicinandosi agli attori
Sete voi non avreste?

QUINAULT E POISSON
insieme
Sempre!

MICHONNET
con garbatezza affettata indicando l'uscio
Se favorir volete ...

LA JOUVENOT E LA DANGEVILLE
ai due attori
Andiam.

ADRIANA
rivolgendo la testa
Andate pure, amici ...

MICHONNET
ai comici
Poi vi raggiungerà ...

La cameriera va a sollevare la portiera dell'uscio a sinistra. La Jouvenot, la Dangeville, Quinault e Poisson entrano nella sala da pranzo, seguiti dalla cameriera e accompagnati fino alla soglia da Michonnet, che tosto ritorna presso ad Adriana intenta ad aprire il cofanetto.


SCENA V
Michonnet e Adriana.

ADRIANA
forzando il cofanetto
(Vediam ...) Cielo!
Adriana aprendo il cofanetto sulla scrivania come colpita da un improvviso malore, ha vacillato, sorreggendosi alla spalliera d'una sedia.

MICHONNET
sbigottito
Che fu?

ADRIANA
riavendosi
Nulla. Schiudendo forte,
mi salse al viso un gelido soffio, quasi di morte ...

MICHONNET
Pazza! ... Ma che contiene questa scatola? ...

Adriana ne cava un mazzolino di viole appassite, lo
riconosce e getta un grido soffocato.


ADRIANA
premendosi il cuore
Ah! I fiori offerti in un'ora d'oblìo ...
Li lascia cadere nel cofanetto.
Oh, crudeltà ... L'avesse negletto, calpestato ...
Ma rimandarlo! Aggiungere al disdegno
l'oltraggio! ... È troppo! è troppo! ... Soffoco ...
Si abbandona affranta sopra una seggiola, nascondendo il viso tra le mani. Michonnet, smarrito, non sa che fare per consolarla.

MICHONNET
con falsa sicurezza
Adriana, coraggio!
Non è lui ... ci scommetto ... È una femmina ...

ADRIANA
tra i singhiozzi
E sia!
Ma perché mai discendere a tanta scortesia? ... Adriana ha ripreso dalla scatola il mazzetto, e lo rigira tra le mani, mirandolo con occhi gonfi di lagrime.

MICHONNET
Ho fatto male?

in quella giunge dal giardino una voce

MAURIZIO
chiamando di dentro
Adriana!

MICHONNET
sorridendo ad Adriana
Non odi?

ADRIANA
palpitante di speranza
La sua voce!
dubitando ancora
Gran Dio! ... No, m'illudo! ...

MAURIZIO
di dentro, ma più vicino
Adriana!

ADRIANA
con un urlo di gioia
È lui!

|MICHONNET
È lui! Già sale ...

ADRIANA
fuori di sé
Io volo ...

Adriana corre verso l'uscio di destra, e lo spalanca; ma poi si arresta sulla soglia. Michonnet la segue cogli occhi malinconicamente, poi va a raggiungere i comici nella sala da pranzo a sinistra.


SCENA VI
Adriana e Maurizio.

Maurizio entra ansioso. Al primo vederlo Adriana gli corre incontro palpitante: poi si ravvede, e ristà.

ADRIANA
ebbra d'amore
Maurizio!
poi con forzata freddezza
Signore! ...
scostandosi
Che mai qui vi sprona?

MAURIZIO
supplicando
Perdona! ... perdona l'oblìo d'un istante ...

ADRIANA
allontanandosi ancora
Tal d'ogni incostante l'accento trasvola! ...

MAURIZIO
incalzando
Credetti una fola ... Confesso l'errore ...

ADRIANA
amaramente
Più nobile amore altrove vi chiama ...

MAURIZIO
Te sola il cor brama ... implora te sola ...

ADRIANA
È vana parola, che invano risuona! ...

MAURIZIO
appassionatamente
Perdona! ... perdona, tu mia salvatrice ...

ADRIANA
torcendo il viso
Partite! ... Felice vivete lontan ...

MAURIZIO
piegando un ginocchio
Io prego l'angelo mio ...

ADRIANA
con un ultimo dubbio
Ah, s'io potessi credervi ancora!

MAURIZIO
alzandosi
Cor di soldato menzogna ignora ...

ADRIANA
fissandolo negli occhi
Ma quella donna?

MAURIZIO
con forza
Io la disprezzo! ...
Delle sue frodi conosco il prezzo ...

ADRIANA
schermendosi ancora
Troppo tardaste!

MAURIZIO
seguendola
No, non fu invano ...
Se liberato m'ha la tua mano,
or questa mia t'offro di sposo ...
Maurizio stende in nobile atto la mano: Adriana rapita non crede ai propri sensi.

ADRIANA
premendosi il cuore
Cielo! ... Che dite?

MAURIZIO
Il glorioso mio nome accetti?

ADRIANA
quasi atterrita
Serbato a un trono egli è ...

MAURIZIO
dolcemente
Mi basta il tuo perdono ...

ADRIANA
con soave tristezza
No, la mia fronte, che pensier non muta,
regale insegna non sapria portar:
la mia corona è sol d'erbe intessuta,
ed è un palco il mio trono e un falso altar ...

MAURIZIO
con entusiasmo amoroso
No, più nobile sei delle regine,
tu signora dei sensi e dei pensier:
la mia gloria sen va tra le ruine,
mite al mondo e soave è il tuo poter ...

ADRIANA E MAURIZIO
strettamente allacciati
Il nostro amor sfida la sorte,
fuga la morte nel sogno d'or ...
Deh, vien sul cor ...

I due giovani sempre abbracciati rimangono un momento uniti e quasi sopraffatti dalla felicità. Maurizio la conduce lentamente verso la sedia a sdraio. Subitamente Adriana colpita come da vertigine impallidisce e vacilla

MAURIZIO
sgomento
Che? Tu tremi ... trascolori ...

ADRIANA
reggendosi a stento
È la gioia ... no ... quei fiori ...

MAURIZIO
Quali?

ADRIANA
dolorosamente
I fior che ti donai ... e rinviasti ...

MAURIZIO
meravigliato
Io? no, mai ... Vo' vederli ...

ADRIANA
con fievole voce
Erano là ...
Poi nel foco ... o crudeltà! ...
li gettai ... Nei dolci fior
mi parea morto il tuo amor ...
Adriana si porta le mani sul petto che le brucia dentro, e si torce sotto la stretta del dolore; mentre Maurizio corre a esaminare il cofanetto.

MAURIZIO
ritornando a lei, spaventato
Ma tu soffri amor mio?

ADRIANA
ricomponendosi
Non più ...

Dopo una pausa è quasi trasfigurata: il volto terreo, le pupille sbarrate, le mani contratte, tutte le membra agitate come da un'intima fiamma.

MAURIZIO
con ansia
Perché così mi fissi?

ADRIANA
guardandosi intorno smarrita
Ove, dunque, son io? ... Che dicevi? ... Che dissi? ... Fissando Maurizio senza riconoscerlo
E chi sei tu?

MAURIZIO
teneramente
Maurizio, lo sposo tuo diletto ...

ADRIANA
respingendolo ancora
Menzogna!
guardando e mostrando nel vuoto
Non lo vedi? ... È laggiù, nel palchetto ...
come se vedesse il teatro.
Quanta gente! Che ressa! ... Tutta la Corte è là ...
Io non vedo che lui ...

MAURIZIO
con angoscia
Adriana, pietà!
Maurizio, lasciando per un momento Adriana, corre
alla scrivania ed agita un campanello ivi deposto.



SCENA VII
La cameriera e detti.

La cameriera entra dalla camera da letto e guarda sbigottita.

MAURIZIO
affannosamente alla ragazza
La vostra signora soffre ... Orsù correte ...
presto! un farmaco ...

ADRIANA
con rabbia
È lei!

MAURIZIO
cingendole la vita
Adriana, amor mio!

ADRIANA
con un riso stridulo
Quale amore? ... Costei me lo ruba ...
Sorridono ...
gridando disperatamente
Maurizio mio ... Maurizio mio!

MAURIZIO
Tu sei fra le sue braccia ... Guardami bene ...
ravvisami, Adriana! Adriana!

ADRIANA
divincolandosi
Va via!
riconoscendolo, con un grido
Maurizio mio!
gli getta le braccia al collo, e cade in deliquio

MAURIZIO
gridando
Soccorso! soccorso!
Maurizio trae Adriana svenuta verso la sedia a sdraio, in quella rientra da sinistra Michonnet.


SCENA ULTIMA
Michonnet e detti.

MICHONNET
vedendo Adriana irrigidita fra le braccia di Maurizio
Dio!

MAURIZIO
Venite ...

MICHONNET
balbettando
Adriana?

MAURIZIO
Ella sviene ...

I due uomini procurano di far rinvenire la giovane donna.

MICHONNET
con gioia
Respira ...

MAURIZIO
Io tremo!

MICHONNET
con ansia
Confido ancor ... Ma come avvenne?

MAURIZIO
Fiutò dei fior ...

MICHONNET
battendosi la fronte
I fior? ... Qual dubbio!

MAURIZIO
Parla! ...

MICHONNET
abbassando la voce
Un velen ... Quella rival? ...

MAURIZIO
atterrito fra sé
(Fiero balen!)
curvandosi su Adriana
Ella muor!
piano
Vela gli occhi ... Adriana! Oh, amor!

MICHONNET
Figlia! Figlia!

MAURIZIO
ad Adriana, con ansia
Guarda, sorridi, deh parla!

ADRIANA
con un grido straziante, indovinando il suo stato
Salvatemi! salvatemi! ... Morir non voglio! ...
con gioia suprema
Ei m'ama! ... Ei m'ama! Ei m'ama!
E sua sposa oggi mi chiama ...

MAURIZIO
con passione
Ah! Io t'amo, io t'amo!

ADRIANA
Perché morire? ... Vivere ... del suo amor ...

MICHONNET
Dà tregua al tuo dolor!

ADRIANA
contorcendosi fra gli spasimi
No, qua dentro è la morte! ...
m'addenta un serpe il cor ... Ah! ... Ah!
s'alza subitamente in preda al delirio
Scostatevi, profani! ... Melpòmene son io!
tendendo le mani all'invisibile
Ecco la Luce,
che mi seduce,
che mi sublima,
ultima e prima
luce d'amor ...
Sciolta dal duolo
io volo, io volo
come una bianca
colomba stanca,
al suo chiaror ...

Con un rantolo lungo Adriana cade a un tratto fra le braccia di Maurizio e di Michonnet, abbandonando pesantemente la testa. Essi la riadagiano amorosamente, cercando di farla rinvenire. Silenzio angoscioso.

MICHONNET
chiamando con voce soffocata
Adriana!

MAURIZIO
più forte
Adriana!

Ella rimane irrigidita. Maurizio reso demente dal dolore, la scuote: Michonnet le mette una mano sul
cuore.


MICHONNET
con un grido
Morta!

MAURIZIO
disperatamente
Morta! morta!
Si abbandona sul corpo di lei. Scende lentissimamente la tela.