Der König Kandaules

Der König Kandaules

Oper in drei Akten

Libretto

Alexander Zemlinsky
nach André Gide (Übersetzung: Franz Blei)

Uraufführung

6. Oktober 1996, Hamburg (Staatsoper)

Besetzung

KÖNIG KANDAULES (Tenor)
NYSSIA, seine Gemahlin (Sopran)
GYGES, ein Fischer (Bariton)
TRYDO, seine Frau (stumme Rolle)
KOCH (Bass)
Höflinge:
PHEDROS (Bariton)
SYPHAX (Tenor)
NICOMEDES (Tenor)
PHARNACES (Bass)
PHILEBOS (Bass)
SEBAS (Bariton)

Sklaven, Bediente

Ort

Lydien

Zeit

mythische Zeit

Zemlinsky, Alexander von

Zemlinsky, Alexander (von)
14.10.1871 Wien - 15.3.1942 Larchmont, N.Y.


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Sarema (10.10.1897 München)
Es war einmal (22.1.1900 Wien)
Der Traumgörge (1906; 11.10.1980 Nürnberg)
Kleider machen Leute (2.10.1910 Wien)
Malwa (1913 inc)
Eine florentinische Tragödie (30.1.1917 Stuttgart)
Herrn Arnes Schatz (1917 inc)
Raphael (1918 inc)
Kleider machen Leute [rev] (1921)
Der Zwerg (28.5.1922 Köln)
Vitalis (1926 inc)
Der Kreiderkreis (14.10.1933 Zürich)
Der König Kandaules (c.1935 inc)
Circe (1941 inc)
rev = Bearbeitung / inc = Fragment

ERSTER AKT
König Kandaules feiert mit seinen Freunden und Höflingen ein grosses Gelage. Gyges, ein Fischer, dessen Frau Trydo am Hof beschäftigt ist, bringt dem Koch einen besonders grossen und schonen Fisch. Er geht, als er das ausgelassene Treiben am Königshof bemerkt, schnell davon. Die Gäste loben das köstliche Mahl und die Freigiebigkeit des Herrschers. Davon stark beeindruckt, lässt König Kandaules seine, wie man sagt, wunderschöne Frau holen, der er sich gegen alle guten Sitten vor den Fremden zu entschleiern befiehlt. Die Frau gehorcht widerwillig. Kurz darauf findet einer der Gäste im Fisch einen Ring, der die Inschrift »Ich verberge das Glück« trägt. König Kandaules lässt Gyges wieder zu sich kommen und lobt ihn über alle Massen. Er ist noch mehr von dem Fischer angetan, als dieser seine Frau Trydo tötet, die er der Untreue überführt.

ZWEITER AKT
König Kandaules hat Gyges eingeladen, bei ihm einige Tage Gast zu sein. Er trinkt und unterhält sich mit ihm. Der König hat inzwischen entdeckt, dass der im Fisch gefundene Ring seinen Träger unsichtbar macht. Voller Übermut steckt er ihn Gyges an die Hand und lässt wiederum Nyssia, seine Frau rufen. Diese bittet ihn, Gyges ist ja inzwischen unsichtbar, sie nie mehr vor den Augen anderer zu entschleiern. König Kandaules wird zornig, er entfernt sich; seine Frau bleibt mit dem noch immer unsichtbaren Gyges allein. Hingerissen von ihrer Schönheit, verbringt er die Nacht mit ihr, denn die Frau hält ihn für ihren Ehemann.

DRITTER AKT
König Kandaules möchte gern seinen Ring wieder haben. Langsam kommt er zu der Erkenntnis, was er angerichtet hat und dass Gyges ihn betrogen hat. Dies wird ihm zur Gewissheit, als seine Frau Nyssia von der letzten Nacht mit ihm schwärmt. Gyges, der nicht weiss, was er tun soll, hält sich noch immer versteckt. Schliesslich aber gibt er sich Nyssia gegenüber zu erkennen. Die junge Frau verlangt nicht, wie er erwartet, dass er sich selbst töten solle. Die zutiefst gekränkte Frau will, dass er ihren treulosen Gemahl, den König erschlägt. Gyges tötet den König und wird nun selbst Herrscher mit Nyssia an seiner Seite.

Aus Gründen des Copyrights darf dieses Libretto leider noch nicht veröffentlicht werden.