Undine

Undine

Libretto

Freiherr Friedrich de la Motte-Fouqué

Uraufführung

1816: Berlin

Besetzung

RITTER HULDBRAND VON RINGSTETTEN (Bariton)
UNDINE (Sopran)
DER FISCHER (Bass)
SEINE FRAU (Mezzosopran)
DER HERZOG (Tenor)
DIE HERZOGIN (Sopran)
BERTHALDA, ihre Pflegetochter (Sopran)
HEILMANN, ein Geistlicher (Bass)
KÜHLEBORN, ein Wassergeist (Bass)

Ritter und Hofdamen, Reisige, Knappen, Wassergeister, Dienerschaft.

Ort

Zeit

Märchenzeit

Hoffmann, Ernst Theodor Amadeus

1776 (Königsberg) - 1822 (Berlin)

ERSTER AKT
Vor vielen Jahren haben die Fischersleute am See ihr einziges Kind durch Ertrinken verloren, aber am gleichen Tag ein prächtig gekleidetes Mädchen, das plötzlich vor ihrer Haustür stand, aufgenommen. Undine wurde von den Fischern an Kindes statt aufgezogen und wuchs zu einer schönen, anmutigen jungen Frau heran.
Dies erfährt Ritter Huldbrand, den es zu den Fischersleuten verschlagen hat, als er für Berthalda, nach seinem Turniersieg, auch noch den Zauberwald erforschen sollte.
Der Ritter verliebt sich in Undine, die seine Gefühle erwidert, aber gestehen muss, dass sie ein Wassergeist ist. Nur durch die Liebe eines Menschen könne sie eine Seele bekommen, erfährt der Ritter. Sollte ihr Gatte untreu werden, müsse sie ins Wasserreich zurück und der Treulose sterben. Obwohl Kühleborn, der einst die Kinder vertauscht hat, um zu prüfen, ob die Menschen besser seien als Geister, Undine
warnt, nimmt diese Huldbrands Werbung an.

ZWEITER AKT
Huldbrand hat Undine in die Stadt genommen, wo sie Berthalda, die auf dem herzoglichen Schloss lebt, kennenlernt. Undine verspricht dem Findelkind Berthalda, die früher mit Huldbrand befreundet war, ihre Eltern zu suchen. Sie erfährt durch Kühleborn, dass Berthalda die Tochter der Fischersleute ist, und verrät dies an einem Geburtstagsfest, das im Schloss stattfindet. Alle sind entsetzt. Berthalda, die sich mit ihrer niederen Herkunft nicht zufriedengeben will, beschuldigt Undine der Hexerei, die Gäste laufen fort. Huldbrand bietet Berthalda, die vom Herzog verstossen wird, Hilfe an und jagt seine Gemahlin, die er der Zauberei bezichtigt, weg. Kühleborn und seine Geister schwören Rache. Undine muss ins Wasserreich zurück und beschwört den Ungetreuen, nie den im Schlosshof stehenden zugemauerten Brunnen zu öffnen.

DRITTER AKT
Huldbrand will um Berthalda freien, obwohl ihn Pfarrer Heilmann und Kühlebom vor dem drohenden Strafgericht warnen. Der Ritter gibt vor seiner Burg ein Fest, zu dem auch die Fischersleute geladen sind. Trotz aller Mahnungen heiratet er Berthalda und lässt auf deren Wunsch den Schlossbrunnen öffnen. Wassergeister, unter ihnen Undine, steigen aus den Fluten. Zu spät bereut Huldbrand; Undine kommt auf ihn zu und küsst seine Stirn. Der Ritter sinkt tot zu Boden. Auf seinem Grab soll ein Wasserfall entsprungen sein, der von Undines unversiegbaren Tränen gespeist wird.