Les Boréades

Les Boréades

Oper in 5 Akten

Libretto

Louis de Cahusac

Uraufführung

16. September 1964, Paris (Maison de la Radio) konzertant, wurde zu Lebzeiten Rameaus nie aufgeführt

Besetzung

ALPHISE, Königin von Baktrien (Sopran)
SEMIRE, ihre Vertraute (Sopran)
BOREAS, Gott der Nordwinde (Bass)
BORILEAS und CALISIS, seine Söhne (Bariton und Tenor)
APOLLO, Lichtgott (Bariton)
ABARIS, sein Sohn (Tenor)
ADAMAS; Apollos Hohepriester (Bass)
POLYHYMNIA, Muse der Musik (Sopran)
CUPIDO, ein Liebesgott (Sopran)

CHOR
Gefolge der Königin, Priester, Volk, Grazien, Nymphen, Winde, Zephire

Ort

Im Königreich Baktrien

Zeit

mythische Zeit

Rameau, Jean-Philippe

Rameau, Jean-Philippe
25.9.1683 Dijon - 12.9.1764 Paris


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Samson (1733; np)
Hippolyte et Aricie (1.10.1733 Paris)
Les Indes galantes (23.8.1735 Paris)
Castor et Pollux (24.10.1737 Paris)
Les Fêtes d'Hébé [Les talents lyriques] (21.5.1739 Paris)
Dardanus (19.11.1739 Paris)
La Princesse de Navarre (23.2.1745 Versailles)
Platée [Junon jalouse] (31.3.1745 Versailles)
Les Fêtes de Polymnie (12.10.1745 Paris)
Le Temple de la gloire (27.11.1745 Versailles)
Les Fêtes de l'Hymen et de l'Amour, ou Les Dieux d'Egypte (15.3.1747 Versailles)
Zaïs (29.2.1748 Paris)
Les Surprises de l'Amour (27.11.1748 Versailles)
Naïs (22.4.1749 Paris)
Zoroastre (5.12.1749 Paris)
Linus (1751?; np)
Acante et Céphise, ou La Sympathie (18.11.1751 Paris)
Daphnis et Eglé (30.10.1753 Fontainebleau)
Lysis et Délie (1753; np)
Le Procureur dupé sans le savoir (1758/9 Paris?)
Les Paladins (12.2.1760 Paris)
Abaris, ou Les Boréades (1764; 4.19.1975 London*; 21.7.1982 Aix-en-Provence)
np = keine Aufführung / * = konzertant - Radio

ERSTER AKT
Die baktrische Königin Alphise ist als Herrscherin nach einem alten Gesetz verpflichtet, einen Ehemann aus dem Geschlecht der Boreaden, das von Boreas, dem Gott der Nordwinde begründet wurde, zu wählen. Sie lehnt jedoch alle Freier, darunter auch Borileas und Calisis ab, da sie einen Fremden, Abaris, liebt. Trotz der Warnungen ihrer Freundin Semire, Boreas nicht zu verärgern, bleibt Alphise ihrem Geliebten treu und möchte die Entscheidung über ihre Wahl Apollo allein überlassen.

ZWEITER AKT
Abaris versucht, sich von der hoffnungslosen Liebe zu Alphise freizumachen. Er erfährt von Adamas, dass er als Kind von Apollo den Priestern zur Erziehung anvertraut worden war, ohne dass seine Herkunft klar geworden wäre. Abaris gesteht dem Priester seine Liebe zu Alphise, die schreckensbleich in das Apolloheiligtum hereinstürzt. Sie berichtet, dass Boreas ihr in einer gespenstischen Vision gedroht habe, Baktrien zu vernichten. Abaris verspricht Alphise, ihr zu helfen und bittet Cupido, den Liebesgott, um Beistand. Dieser überreicht Alphise einen magischen Pfeil.

DRITTER AKT
Alphise, schwankend zwischen Liebe und Pflicht, kann sich nicht entscheiden, wie sie handeln soll. Sie versichert aber Abaris, der wieder zu ihr kommt, erneut ihrer Liebe und wird kurz darauf von dem Oberpriester aufgeklärt, dass ihre Untertanen, aber auch Apollo selbst von ihr eine endgültige Entscheidung erwarten. Alphise dankt ab, um nicht einen der Boreas-Söhne heiraten zu müssen und überreicht unter dem Jubel des Volkes Abaris den magischen Pfeil als Zeichen ihrer Liebe. Währenddessen streiten sich Borileas und Calisis über den freigewordenen Thron und rufen nach Boreas um Rache. Dieser lässt Alphise während eines grässlichen Unwetters entführen. Abaris muss hilflos zusehen.

VIERTER AKT
Das Land ist durch das riesige Unwetter in weiten Teilen zerstört worden. Überall bittet man Boreas um Gnade, der jedoch nichts davon wissen will. Auch Adamas bedrängt Abaris, endlich auf Alphise zu verzichten, doch der junge Mann fleht zu Apollo und Cupido um Hilfe. Er wird von Zephiren über Meere und Länder ins Reich der Nordwinde, das Boreas-Land getragen.

FÜNFTER AKT
Dort versucht Boreas Alphise zu zwingen, einen Boreaden zu heiraten und droht ihr ewige Sklaverei an. Als Abaris mit seinen Zephiren erscheint, stürzen sich die Nordwinde auf ihn. Der magische Pfeil jedoch schlägt alle, selbst Boreas, zurück. Apollo steigt vom Olymp herab. Er enthüllt zur Überraschung aller, dass Abaris sein Sohn und die Mutter eine Nymphe aus dem Geschlecht der Boreaden ist. Boreas ist nunmehr besänftigt und vereint die Liebenden, die voller Glück den Sieg der Liebe und die Gunst der Götter preisen.