Astutuli

Astutuli

Eine bairische Komödie

Libretto

Carl Orff

Uraufführung

20. Oktober 1953, München (Kammerspiele)

Besetzung

ZWEEN LANDSTERZER
ZWEEN BURGER
JÖRG ZAGELSTECHER
DER BÜRGERMEISTER
FUNDULA, seine Tochter
HORTULA, Gespielin Fundulas
VELLICULA, Gespielin Fundulas
DREI SPONSIERER
DIE DREI VOM HOCHWEISEN RAT
WUNIBALD HIRNSTÖSSL
DER WÄCHTER
DER FREMDE GAGLER
DIE FAHRENDE

Bürger einer kleinen alten Stadt; singende Schauspieler und Schauspielerinnen

Ort

kleine, alte Stadt

Zeit

vor langer Zeit

Orff, Carl

Orff, Carl
10.7.1895 München - 29.3.1982 München


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Klage der Ariadne (1925 Karlsruhe)
Orpheus (17.4.1925 Mannheim)
Tanz der Spröden (1925 Karlsruhe)
Orpheus [rev] (13.10.1929 München)
Carmina burana (8.6.1937 Frankfurt)
Der Mond (5.2.1939 München)
Klage der Ariadne [rev] (1940 Gera)
Orpheus [rev] (4.10.1940 Dresden)
Tanz der Spröden [rev] (1940 Gera)
Die Kluge (20.2.1943 Frankfurt)
Catulli carmina (6.11.1943 Leipzig)
Die Bernauerin (15.6.1947 Stuttgart)
Antigonae (9.8.1949 Salzburg)
Der Mond [rev] (26.11.1950 München)
Astutuli (20.10.1953 München)
Trionfo di Afrodite (13.2.1953 Milano )
Comoedia de Christi resurrectione (31.3.1956 München)
Oedipus der Tyrann (11.12.1959 Stuttgart)
Ludus de nato infante mirificus (11.12.1960 Stuttgart)
Ein Sommernachtstraum (1964 Stuttgart)
Prometheus (24.3.1968 Stuttgart)
De temporum fine comoedia (1973 Salzburg)
rev = Bearbeitung

EINZIGER AKT
Der Gagler ist, von der Fahrenden begleitet, in eine kleine Stadt gekommen. Sterzer sehen die beiden und sind sicher, dass bald etwas Lustiges passiert und etwas zu holen ist. Die Bürger freuen sich auf die angekündigte Komödie, die der Gagler versprochen hat. Die Warnungen der Nachdenklichen, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen könne, werden in den Wind geschlagen, zumal der Bürgermeister mit seiner Tochter und deren Freundinnen, den Sponsierern, Räten und dem Wächter zum Spiel erschienen sind. Die Honoratioren und das Volk warten gespannt auf das Schauspiel.

Es ist dunkel geworden, der Spielplatz ist nur spärlich beleuchtet. Der Gagler begrüsst seine Gäste und redet ihnen ein, dass nur schlaue Hörer, die »Astutuli«, seinen Vorführungen folgen können. In einem langen Zaubergewand beschwört der Gagler mit Hilfe der Fahrenden und der Sterzer den Onuphri herauf. Obwohl ausser einigen Lichtfetzen, die der Gagler auf den Bühnenvorhang wirft, nichts zu sehen ist, lassen sich die Zuschauer gern überzeugen, dass der gewaltige Riesenkerl Onuphrl vor ihnen steht; sie wollen ja nicht für dumm gehalten werden. Auf Onuphrl lässt der Gagler Goggolori, einen Kobold, folgen, dessen Streichen die Leute voll Freude folgen. Sie wollen glauben, dass ein Geist unter ihnen sein Unwesen treibt. So gestimmt ist das Volk von dem Kokanischen, dem Schlaraffenland, das der Gagler für alle zugänglich zu machen verspricht, hellauf begeistert. Die Aussicht, dort nichts mehr tun zu müssen und alles umsonst zu bekommen, wenn man nur das kokanische Gewand überwerfe, lässt die Zuschauer ausser sich geraten. Das Gewand könne jeder sofort haben, verspricht der Gagler, sofern er nur sein eigenes auf der Stelle ablege. Der Bürgermeister geht mit gutem Beispiel voran, die anderen tun es ihm nach. Der Gagler und die Fahrende nehmen die Kleider rasch an sich und verschwinden in der Dunkelheit. Immer noch sind die Bürger erwartungsvoll, da stürzen die Sterzer herein und berichten, dass der Gagler und seine Komplizin alle Kleider, Geld und Schmuck mit sich genommen haben. Jetzt merken die Astutuli, dass sie hereingelegt worden sind, alles Schreien und Schimpfen nützt nichts mehr und hat sie nicht klüger gemacht. Man lässt sich durch den verkleidet zurückkommenden Gagler überzeugen, dass aus beinernen Hosenknöpfen Gold zu machen ist. Bevor es soweit kommt, verschwindet der Gagler mit einem freundlichen »Ad vos Astutuli« auf Nimmerwiedersehen. Das Volk hofft, durch nichts zu Geld zu kommen, ist ausgelassen, jubelt und tanzt.

Aus Gründen des Copyrights darf dieses Libretto leider noch nicht veröffentlicht werden.