Der Besuch der alten Dame

Der Besuch der alten Dame

Oper in drei Akten

Libretto

Friedrich Dürrenmatt

Uraufführung

23. Mai 1971, Wien (Staatsoper)

Besetzung

CLAIRE ZACHANASSIAN, Multimilliardärin (Mezzosopran)
Ihr GATTE VII (Statist)
GATTE IX (Tenor)
Der BUTLER (Tenor)
TOBY und ROBY (Statisten)
KOBY und LOBY, zwei Blinde (Tenor)
Der BÜRGERMEISTER der Stadt Güllen (Tenor)
JLL, ein Kaufmann (Bariton)
JLLS FRAU (Sopran)
JLLS TOCHTER (Sopran)
JLLS SOHN (Tenor)
Der PFARRER (Bassbariton)
Der LEHRER (Bariton)
Der ARZT (Bariton)
Der POLIZIST (Bassbariton)
Der BAHNHOFSVORSTAND (Bassbariton)
Der ZUGFÜHRER (Bass)
Der KONDUKTEUR (Tenor)
Ein PRESSEMANN (Sprechrolle)
Ein KAMERAMANN (Bass)
Zwei FRAUEN (Sopran)
HOFBAUER, Kunde (Tenor)
HELMESBERGER, Kunde (Bariton)

Bevölkerung der Kleinstadt Güllen

Ort

Die Kleinstadt Güllen

Zeit

Gegenwart

Einem, Gottfried von

von Einem, Gottfried
(24.1.1918 Bern - 12. 7. 1996 Oberdürnbach, Gemeinde Maissau, Niederösterreich)


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Dantons Tod (6.8.1947 Salzburg)
Der Prozess (17.8.1953 Salzburg)
Der Zerrissene (17.9.1964 Hamburg)
Der Besuch der alten Dame (23.5.1971 Wien)
Kabale und Liebe (17.12.1976 Wien)
Jesu Hochzeit (18.5.1980 Wien)
Der Tulifant (30.10.1990 Wien)
Luzifers Lächeln (4.2.1998 Wien)



ERSTER AKT
Die Einwohner der heruntergekommenen, verwahrlosten Stadt Güllen erwarten am Bahnhof die Ankunft der aus Güllen stammenden Klara Wäscher, der jetzigen Millionärin Claire Zachanassian, von der sie sich eine kräftige finanzielle Unterstützung erhoffen. Besondere Bedeutung kommt Ill zu, der als einstiger Geliebter der Zachanassian die Interessen der Stadt vertreten soll. Die Zachanassian kommt an, zusammen mit ihrem siebten Gatten, den beiden Blinden Koby und Loby und den ehemaligen Gangstern Roby und Toby. Mit ihrem seltsamen Humor verwirrt sie die Honoratioren der Stadt. - Claire und Ill wandeln im Konradsweiler Wald auf den Pfaden ihrer früheren Liebe. Ill versucht, ihr die damaligen Situationen in Erinnerung zu rufen und apelliert an ihre Grosszügigkeit. Er behauptet, sie immer noch zu lieben. - Im Wirtshaus "Goldener Apostel" findet ein grosser Empfang für die Zachanassian statt. Nach der Rede des Bürgermeisters stellt die Zachanassian nüchtern einige von ihm verklärte Tatsachen richtig und erklärt sich bereit, der Stadt 500 Millionen zu schenken, dazu 500 Millionen für die einzelnen Familien. Als Gegenleistung fordert sie Gerechtigkeit. Ihr Butler klärt die Güllener auf: Er selbst war der Oberrichter, als Ill mit Hilfe zweier falschen Zeugen, den jetzt auf ihr Geheiss geblendeten und kastrierten Koby und Loby, eine gegen ihn erhobene Vaterschaftsklage der Klara Wäscher zu Fall brachte. Klara Wäscher musste daraufhin die Stadt verlassen; ihr Kind starb, und sie selbst wurde zur Dirne. Jetzt fordert Claire Zachanassian den Tod Ills. Der Bürgermeister lehnt ab: "Lieber bleiben wir arm, denn blutbefleckt."

ZWEITER AKT
In der Spezereihandlung, seinem Laden, kann Ill allmählich feststellen, dass der Zauber des versprochenen Geldes zu wirken beginnt. Die Leute kaufen auf Kredit teure Lebensmittel, und alle tragen plötzlich neue Schuhe. Ill wird es immer unbehaglicher. Auch beim Pfarrer, der bereits eine neue Glocke für die Kirche angeschafft hat, findet Ill wenig Trost. - Ill eilt zum Bahnhof, um zu fliehen. Doch die wie zufällig vorbeikommenden Güllener begleiten ihn und versuchen ihm einzureden, dass er in Güllen sicher sei, ihn so an seiner Flucht hindernd. Der Zug nach Kalberstadt fährt ohne ihn ab.

DRITTER AKT
Claire Zachanassian hat im Güllener Münster neuerlich geheiratet. Der Lehrer und der Arzt besuchen sie in der Peterschen Scheune, wohin sie sich zurückgezogen hat, um ihr an Stelle von Ills Leben die diversen Güllener Industrieunternehmen zum Kauf anzubieten. Aber die Zachanassian besitzt sie bereits alle. - Ills Laden ist renoviert, seine Tochter spielt Tennis, der Sohn hat sich ein Auto gekauft und die Frau einen Pelzmantel. Der Bürgermeister will Ill zum Selbstmord bewegen, doch der will die Entscheidung seiner Mitbürger abwarten. - Claire und Ill begegnen sich noch einmal im Konradsweiler Wald. Sie tauschen Erinnerungen aus, und Claire erzählt ihm von dem Mausoleum, das sie für ihn auf Capri gebaut hat. - Im Theatersaal des Wirtshauses entscheiden die Güllener, das Angebot der Zachanassian anzunehmen. Ill ergibt sich in sein Schicksal. Der Volkswille wird an ihm vollstreckt. Die Zachanassian lässt die Leiche in einen mitgebrachten Sarg betten und überreicht dem Bürgermeister den Scheck über eine Milliarde.

L’assunto del dramma (ambientato in epoca contemporanea) dovette conquistare Einem anche perché svolge il tema da lui prediletto della giustizia, pretesa qui da un’anziana miliardaria, Claire Zachanassian, disposta a salvare la sua città natale dalla bancarotta in cambio della vita di Alfred Ill. In gioventù i due si erano amati, ma poi Ill aveva rifiutato di riconoscersi responsabile della gravidanza di Claire, corrompendo due testimoni per ingannare il tribunale. Mentre Ill si convince della necessità morale di un’espiazione, i suoi concittadini si lasciano irretire dalla cupidigia e costringono Ill a subire il verdetto di morte che li arricchirà; ricevuto l’assegno, si scatenano in una convulsa danza di gioia (ideato da Dürrenmatt stesso appositamente per l’opera, questo particolare conclusivo fu risolto da Einem con l’impiego di aspri vocalizzi corali, quasi grida inarticolate).

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