Die Ausflüge des Herrn Broucek

Die Ausflüge des Herrn Broucek

Vylety pana Broucka
Oper in zwei Teilen (vier Akte, neun Bilder)

Libretto

Leos Janacek
nach Svatopluk Czech und Frantisek Serafinsky Prochazka

Uraufführung

23. April 1920, Prag (Nationaltheater)

Besetzung

MATHIAS BROUCEK, Hausbesitzer (Tenor)
MAZAL, ein Maler (Tenor)
AZUREAN (Tenor)
PETER (Tenor)
DER KÜSTER, Mondchristan, Domsik (Bassbariton)
MALINKA, seine Tochter (Sopran)
ETHEREA (Sopran)
KUNKA (Sopran)
WÜRFL, Gastwirt, Zauberlicht, Stadtschöffe (Bass)
PICCOLO, Wunderkind, der Student (Sopran)
DUHOSLAV, Farbenspiel, Vojta (Tenor)
OBLACNY, Wolkengrau, Vacek (Bariton)
GERTRUD (Alt)
MIROSLAV (Tenor)

Künstler, Tänzerinnen, Gefolge Ethereas, Taboriten, Bewaffnete, Volk

Ort

Prag und auf dem Mond

Zeit

In der Nacht vom 12. zum 13. Juli 1920 (Traum) und im 15. Jahrhundert

Janácek, Leos

Janácek, Leos
3.7.1854 Hukvaldy - 12.8.1928 Ostrava


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Sárka (1888)
Pocatek románu (10.2.1894 Brno)
Její pastorkyna [Jenufa] (21.1.1904 Brno)
Osud (1904)
Osud [rev] (1906; 18.9.1934 Brno*; 25.10.1958 Brno)
Její pastorkyna [rev] (1906)
Její pastorkyna [rev 2] (1911)
Její pastorkyna [rev 3] (26.5.1916 Praha)
Sárka [rev] (1919) [+ Chlubna]
Výlety páne Brouckovy (23.4.1920 Praha)
Káta Kabanová (23.11.1921 Brno)
Príhody lisky Bystrousky (6.11.1923 Brno)
Sárka [rev 2] (11.11.1925 Brno)
Vec Makropulos (18.12.1926 Brno)
Z mrtvého domu (12.4.1930 Brno) [+ Chlubna, Bakala]
rev = Bearbeitung / * = konzertant (Radio)



ERSTER AKT
1. Bild: Mazal und Málinka streiten sich des Nachts vor dem Wirtshaus Vikárka. Leicht angetrunken gibt der nach Hause wankende Broucek (d.h. 'Käfer'), ein spiessig-biederer Hausbesitzer, Málinka das Versprechen, sie auf dem Mond zu heiraten. Dort, so sinniert der in Schlaf gesunkene Broucek träumend, haben die Menschen keine Probleme mit ihren Mietern, der klatschsüchtigen Presse oder der Politik.
2. Bild: Auf dem Mond. Im Hintergrund ein Schloss auf einem Hühnerfuss. Der Mondkünstler Blankytny beklagt die niedrigen Instinkte und kleinbürgerlichen Interessen Brouceks und stellt seine eigene platonische Liebe zu Etherea als Vorbild hin. Etherea erscheint mit ihrem Gefolge. Doch Broucek zeigt sich wenig beeindruckt von dem pompösen Auftritt. Dies wiederum gefällt Etherea, die den Neuankömmling auf dem geflügelten Dichterross Pegasus entführt.
3. Bild: Broucek ist in den Mondtempel der Künste gelangt, wo sich CaraskvoucÍ als Mäzen der Künstler feiern lässt. Lunobor gesteht Etherea seine Liebe, dann propagiert er seine Kunstästhetik. Verzückt stimmen alle eine Hymne an den Mond an und ernähren sich vom Duft der Blüten, die das Wunderkind verteilt. Aber Broucek hat Hunger. Er beisst in die Würste, die er noch aus dem Wirtshaus bei sich trägt, und ruft damit allgemeines Entsetzen und allgemeine Ohnmacht hervor. Einzig Etherea blickt wieder bewundernd auf ihn. Doch Broucek flieht auf dem Pegasus.
4. Bild: Langsam weichen die Mondnebel, das Wirtshaus wird sichtbar, Etherea und Blankytny verwandeln sich in Málinka und Mazal. Broucek, immer noch volltrunken, fällt in seinen zweiten Traum.

ZWEITER AKT
1. Bild: Broucek, der etwas von einem geheimen Tunnel gehört hat, der von der Prager Burg zum Altstädter Marktplatz führen soll, purzelt auf wundersame Weise in die Schatzkammer von Wenzel IV. Er betritt den Tunnel, in dem die Erscheinung des Dichters Cech auftaucht, und gelangt im
2. Bild auf den Altstädter Marktplatz. Durch seine Kleidung aus dem Jahr 1920 fällt Broucek im hussitischen Prag unangenehm auf, man hält ihn für einen Spion des Kaisers Sigismund. Doch Broucek versichert, dass er Tscheche ist, nur lange in der Türkei gelebt habe. Der kirchliche Sittenwächter DomsÍk nimmt den Fremden in sein Haus auf.
3. Bild: In der Wohnung DomsÍks gerät Broucek bald in die religiösen Auseinandersetzungen des Jahres 1420. Beim Angriff feindlicher Truppen auf Prag wird Broucek in eine Hussitenrüstung gesteckt und muss für die Sache der radikalen Taboriten eintreten. Während das Volk ein Kampflied anstimmt, fügt sich Broucek dem Wunsch der von ihm geliebten Kunka und eilt ebenfalls zu den Waffen, schleicht sich aber bald vom Kampfplatz, wirft die Waffen von sich und zündet sich eine Zigarre an. Kedruta hält ihn deshalb für den Antichristen.
4. Bild: Der Hussitenführer Ziska hat den Kaiser besiegt. Kunka beklagt den Tod ihres Vaters. Unter dem Jubel des Volkes ziehen die Sieger in der Stadt ein, während Broucek als Deserteur entlarvt und als Ausländer angegriffen wird. Alle Anschuldigungen pariert er mit der grossartigen Bemerkung, er sei ein Mensch der Zukunft. Doch seine Ausreden helfen nichts, er wird in ein Fass gesteckt und soll darin auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden.
5. Bild: Das Feuer der Flammen verwandelt sich in die Laterne vor dem Gasthaus Vikárka. Dessen Wirt Würfl findet Broucek in einem Bierfass. Stolz erzählt Broucek von seiner Rolle bei der Befreiung Prags.

The Adventures of Mr Broucek
ACT I
Mr Broucek staggers out of the Vikárka Inn below Prague castle and attempts to find his way home. He gets caught up in a tiff between the two lovers Málinka and Mazal. Once they are reconciled everyone waves Mr Broucek off for the night and he goes home to sleep.
In fact he gets transported to the moon and finds it colonized by pretentious artists and aesthetes who eat flowers - all strangely reminiscent of his friends in the pub. He shocks them all by eating sausages and leaves the artists singing hymns in the Temple of the Arts.
Back at the inn day is breaking: Ghe customers are leaving and hear that Mr. Broucek had to be carried home. Málinka and Maza embrace, having spent the night together.

ACT II
Once again Mr. Broucek is leaving the inn, but after a conversation about fifteenth-century Prague he finds himself lost in one of the city's medieval tunnels. The author Svatopluk Cech appears and laments the declining heroism of the Czech nation.
Broucek finds himself in fifteenth-century Prague amidst the holy wars between Jan Hus and the Holy Roman Empire and displays exceptional cowardice for which he is sentenced to death. His plea that he is a child of the future and not yet born carries no weight and he is put into a barrel to be burnt.
Back in the pub, the Iandlord hears groaning from the cellar and finds Broucek drunk in a barrel. He tells the landlord how he helped liberate Prague, but begs him not to tell anyone.
Davanti all’osteria, in preda a un impeto di gelosia, Málinka sta litigando con Mazal, minacciandolo di preferirgli Broucek come futuro marito. Quest’ultimo, interrogato dal sagrestano sulla serietà delle sue intenzioni, replica di poterla sì sposare, ma solamente sulla luna, dove di lì a poco si ritrova per assistere a una bizzarra serie di visioni, che altro non sono se non la trasposizione onirica delle stesse vicende e degli stessi personaggi (che qui assumono nomi fantasiosi e più consoni all’ambientazione selenita) che Broucek ha lasciato sulla terra. I dialoghi sono uno stravagante e divertito trionfo di barocchismi poetici prossimi al delirio e al nonsense , che confondono vieppiù il malcapitato Broucek. Appena può, sfugge (a cavallo di Pegaso) dall’imbarazzante triangolo amoroso, dopo aver vagheggiato, con grande scandalo degli esteti lunari, ciò che sulla terra più gli stava a cuore, ossia le fumanti salsicce dell’osteria, nel cui familiare interno infine si ritrova (ponendo così fine al suo incubo da ubriaco), mentre, nel frattempo, Málinka e Mazal si sono riappacificati.

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