Mefistofele

Mefistofele

Oper in einem Prolog, vier Akten und einem Epilog

Libretto

Arrigo Boito
nach J.W. Goethe

Uraufführung

5. März 1868, Mailand (La Scala)

Besetzung

MEPHISTOPHELES (Bass)
FAUST (Tenor)
MARGARETHE (Sopran)
MARTHA (Alt)
WAGNER (Tenor)
HELENA (Sopran)
NEREUS (Tenor)
PANTHALIS (Alt)

CHOR
Himmlische Chöre, Würdenträger, Jäger, Soldaten, Stadt- und Landbevölkerung, Narren, Hexen, Bettler

Ort

Im Himmel, in Frankfurt am Main und im antiken Griechenland

Zeit

Boito, Arrigo

Boïto, Arrigo [Enrico]
24.2.1842 Padova - 10.6.1918 Milano


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Mefistofele (5.3.1868 Milano)
Nerone (1915 inc; 1.5.1924 Milano)
inc = Fragment

PROLOG
Im Himmel. Die Engel preisen die Weisheit Gottes, der mit Mephisto einen Vertrag abschliesst, denn der Teufel ist überzeugt, den unermüdlichen Forscher Faust zum Bösen zu verleiten und für sich gewinnen zu können.

ERSTER AKT
Das Volk, darunter Faust und sein Schüler Wagner, geht am Ostersonntag in Frankfurt spazieren, spielt und zerstreut sich. Mit Interesse haben Faust und Wagner den Leuten zugesehen und gehen, als es zu dämmern beginnt, nach Hause. Unterwegs begegnet ihnen ein geheimnisvoller grauer Mönch, der unentwegt ihren Schritten folgt. Faust hält sich in seiner Studierstube auf und liest im Evangelium. Plötzlich tritt der graue Mönch ein, gibt sich als Mephisto zu erkennen und überredet Faust zu einem Vertrag: Der greise Gelehrte soll noch einmal alle Freuden der Jugend und Margarethe, deren Bild ihm gezeigt wird, geniessen, nach dem Tod aber der Hölle verfallen sein.

ZWEITER AKT
Faust hat sich in einen jungen, hübschen Mann verwandelt und macht Margarethe, mit der er im Garten spazieren geht, unter dem Namen Heinrich den Hof. Während Mephisto sich mit Frau Martha beschäftigt, überredet Faust seine Geliebte, der Mutter einen Schlaftrunk zu reichen, um ungestört zusammensein zu können. Mephisto hat Faust zum Höllensabbath auf den Brocken im Harz geführt. Faust aber hat quälende Visionen, in denen er Gretchen gefesselt im Kerker sieht. Mit Mephistos Hilfe will er seine Geliebte befreien.

DRITTER AKT
Gretchen liegt phantasierend in ihrer Zelle. Sie ist angeklagt worden, ihre Mutter vergiftet und ihr neugeborenes Kind getötet zu haben. Faust und Mephisto treten ein, um die zum Tode Verurteilte zu retten. Margarethe aber, die ihren Heinrich wiedererkennt, erschrickt vor dem Bösen und weigert sich entsetzt, mit ihm zu fliehen. Sie stirbt in Fausts Armen, nachdem sie Gott um Vergebung angefleht hat. Himmlische Stimmen verkünden ihre Erlösung.

VIERTER AKT
Mephisto hat Faust, der nach Helena verlangt hat, in das alte Griechenland versetzt. Helena erscheint in einer Barke, und Faust beteuert seine Liebe. Beide träumen von einer herrlichen, zukünftigen Welt. Schliesslich verlässt Faust seine Geliebte wieder, weil er nicht so weiterleben will, und kehrt heim.

EPILOG
Faust ist wieder alt und müde geworden und sitzt in seinem Studierzimmer. Er hat weder in Gretchen noch in Helena seine Erfüllung gefunden und begreift, dass nur die Liebe Gottes alles bedeuten kann. Nachdem er den Herrn angerufen hat, stirbt Faust, wie Margarethe erlöst, während Mephisto, der ihn vergebens noch einmal zu betören versucht hat, in der Erde versinkt.




Personen:
Erster Teil:
MEPHISTOPHELES (Bass)
FAUST (Tenor)
MARGARETE (Sopran)
MARTHR (Alt)
WAGNER (Tenor)

Zweiter Teil:
HELENA (Sopran)
FAUST (Tenor)
MEPHISTOPHELES (Bass)
PANTHALIS (Alt)
NEREUS (Tenor)

Die himmlischen Heerschaaren, selige Knaben, Chor der Büsserinnen, Volk, Bauern, Hexen, Irrlichter, Sirenen, Choretiden




PROLOG IM HIMMEL
Wolkendekoration
Die himmlischen Heerschaaren (unsichtbar) und Mephistopheles

CHOR
der himmlischen Heerschaaren, Pleni sunt cœli et terra gloria tua

»Die Sonne tönt nach alter Weise,
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick giebt den Engeln Stärke,
Wenn Keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich, wie am ersten Tag.

MEPHISTOPHELES
Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst
Und fragst, wie Alles sich bei uns befinde,
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst;
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.
Verzeih, ich kann nicht hohe Worte machen,
Und wenn mich auch der ganze Kreis verhöhnt;
Mein Pathos brächte dich gewiss zum Lachen,
Hättst du dir nicht das Lachen abgewöhnt.
Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag,
Und ist so wunderlich, als wie am ersten Tag.
Er scheint mir, mit Verlaub von Ew. Gnaden,
Wie eine der langbeinigen Cicaden,
Die immer fliegt und fliegend springt
Und gleich im Gras ihr altes Liedchen singt;
Und läg'er nur noch immer in dem Grase!
In jeden Quark begräbt er seine Nase.
...Herr! ich find'es dort, wie immer herzlich schlecht.
Die Menschen dauern mich in ihren Jammertagen,
Ich mag sogar die Armen selbst nicht plagen.

DER HERR
Kennst du den Faust?

MEPHISTOPHELES
Fürwahr! er dient euch auf besondre Weise.
Nicht irdisch ist des Thoren Trank noch Speise.
Ihn treibt die Gährung in die Ferne;
Er ist sich seiner Tollheit halb bewusst;
Vom Himmel fordert er die schönsten Sterne,
Und von der Erde jede höchste Lust.«

Ich werde so ihn zu locken verstehen,
Dass er bald verfällt meinen Schlingen:
Willst mit mir du wohl wetten?

DER HERR
Es sei!

MEPHISTOPHELES
Wohl, ew'ger Vater, mir ist für meine Wette
Nicht bange. Kosten wird er den süssen Apfel
Der Sünde, und über Gott, den Herrn,
Werd' ich triumphiren.

CHOR DER HIMMLISCHEN HEERSCHAAREN
Sanctus! Sanctus! Sanctus!

MEPHISTOPHELES
(Von Zeit zu Zeit seh' ich den Alten gern,
Und hüte mich, mit ihm zu brechen.
Es ist gar hübsch von einem grossen Herrn
So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen).

CHOR SELIGER KNABEN
Rosen, ihr blendenden,
Balsamversendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweigleinbeflügelte,
Knospenentsiegelte,
Eilet zu blühn!
Rosen, ihr blendenden,
Balsamversendenden ...

. . . . . . . . . . . . . .

MEPHISTOPHELES
Misstöne hör ich, garstiges Geklimper,
Von oben kommt's mit unwillkomnen Tag.«
Verschwindet

CHOR DER KNABEN
Auf Erden, in düsteren Tagen
Da mussten dem Flug wir entsagen,
Der Krone von Blumen und Licht.
Erlöst nun vom irdischen Leben,
Wir beten, wir singen, wir schweben
In himmlischen Chören empor.

Lasst höher und höher uns steigen
Im Reigen, im Reigen, im Reigen.
Ihr Brüder, die Hände verschlungen,
Bald sind wir zum Himmel gedrungen
Zum fernsten der Himmel so klar.
Die Schwingen lasst froh uns entfalten,
Lasst nimmer den Muth euch erkalten.
Wir streben zum höchsten Altar.

»Rosen, ihr blendenden,
Balsamversendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweigleinbeflügelte,
Knospenentsiegelte,
Eilet zu blühn!
Rosen, ihr blendenden ...

. . . . . . . . . . . . . .

CHOR DER BÜSSERINNEN
Du schwebst zu Höhen
Der ewigen Reiche,
Vernimm das Flehen,
Du Ohnegleiche!
Du Gnadenreiche!«
Ave Maria
Gratia plena.

SELIGE KNABEN
Durch Stürme, durch Welten zu Sternen,
Hinauf zu aetherischen Fernen
Zum ewigen Licht.
Lasst höher und höher uns steigen
Im Reigen, im Reigen, im Reigen.

CHOR DER BÜSSERINNEN
Regina virginum,
Mater gloriosa,
Turris Davidica,
Mystica rosa!
Ave!

ECHO
Ave! Ave! ...

DIE HIMMLISCHEN HEERSCHAAREN
»Die Sonne tönt nach alter Weise,
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick giebt den Engeln Stärke,
Wenn Keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich, wie am ersten Tag.«

Pleni sunt cœli et terra gloria tua.


ERSTER TEIL

ERSTER AKT
Der Ostersonntag
Vor dem Thor. Spaziergänger aller Art ziehen hinaus. Später treten Faust und Wagner auf. Man hört Festgeläute

EINIGE HANDWERKSBURSCHEN
Warum denn dort hinaus?

ANDERE
Wir gehn hinaus aufs Jägerhaus.

DIE ERSTEN
Wir aber wollen nach der Mühle wandern.«

MÄDCHEN
über die Bühne gehend
In Frühlings Pracht hebt sich die Brust,
Alles erglänzet in Frische, in Wonne, und in Lust. Gehen ab


INIGE HANDWERKSBURSCHEN
Was thust denn du?

ANDERE
Ich gehe mit den Andern.

EIN HANDWERKSBURSCH
Nach Burgdorf kommt herauf; gewiss dort findet ihr
Die schönsten Mädchen und das beste Bier
Und Händel von der ersten Sorte.

DIE ANDREN
Du überlustiger Gesell,
Juckt dich zum dritten Mal das Fell?«
Bogenschützen und andre Leute aus dem Volke
nähern sich einer Schänke


VOLK
Bringet Wein, schenket ein!
Lasst schallen Becherklang!
– Die Liebe hoch!
– Die Schönen sollen leben!
– Sie leben!
– Trinkt, trinkt, ihr Freunde
Und singet!
Ein grauer Bruder mit der Kapuze über dem Gesicht
schleicht durch die Menge. Das Volk zieht sich auf die Seite der Bühne, auf welcher eine Reiterschaar, an deren Spitze ein Kurfürst, vorüberzieht. Pagen, Damen, Falkner, etc.


VOLK
Schauet! Sehet den glänzenden Tross,
Er sprengt heran,
Dort der Narr! Jäger in Schmuck!
Macht Platz dem hohen Herrn!
Heil und Ehre ihm!
Seht, mit glänzenden Geschirren!
Höret wie die Waffen klirren!
Immer näher kommt die Menge,
Die Verwirrung, das Gedränge!
Platz ihm! Sehet an!
Sehet den stattlichen Tross,
Hoch die Ritter zu Ross
Sprengen heran.

Faust und Wagner kommen von einer Anhöhe

FAUST
»Vom Eise befreit sind Strom und Bäche,
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Thale grünet Hoffnungs-Glück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Ueberall regt sich Bildung und Streben.«

Ein Schwarm Volk tritt lärmend auf

WAGNER
»Mit euch, Herr Doctor, zu spazieren
Ist ehrenvoll und ist Gewinn;
Doch würd'ich nicht allein mich her verlieren,
Weil ich ein Feind von Allem Rohen bin.«

BAUERN
unter der Linde
Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! He!
Der schönste der Jungen
Er kommt auch zum Feste,
Mit Bändern umschlungen,
Den Strauss an der Weste.
Und unter der Linde
Der Jungfrauen Schaar,
Sie fangen schon an,
Es reiht sich Paar an Paar.
Tanz und Gesang
»Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! he!
So ging der Fiedelbogen.
Doch hurtig in dem Kreise gings,
Sie tanzten rechts, sie tanzten links.
Und alle Röcke flogen.
Sie wurden roth, sie wurden warm
Und ruhten athmend Arm in Arm;
Juchhe! Juchhe!
Juchheisa! Heisa! He!
Geschrei und Fiedelbogen.«
Die Paare sich drehen
Nach dem Fiedelbogen,
Die Röcke sie wehen,
Vom Winde gezogen.
Es knüpft sich beim Tanze
Manch glückliches Band.
Es knirschet der Sand
Beim fröhlichen Reigen.
Es wird langsam dunkel, die Bühne nach und nach
leer


FAUST
»Nur wenig Schritte noch hinauf zu jenem Stein.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Betrachte, wie in Abendsonne-Gluth
Die grünumgebnen Hütten schimmern.
Sie rückt und weicht ...«

WAGNER
Es naht der Geister Stunde,
Düster schleichen sie umher;
Halten für den Menschen,
Tückisch ihre Schlingen bereit.
»Doch gehen wir! ergraut ist schon die Welt,
Die Luft gekühlt, der Nebel fällt!
Am Abend schätzt man erst das Haus.
Was stehst du so und blickst erstaunt hinaus?«

FAUST
Siehst du den grauen Bruder,
Dort auf dem Felde?
Ruhlos streift er umher.

WAGNER
Seit lange schon hab'ich, Meister, ihn gesehn,
Doch was Besondres nicht gefunden.

FAUST
So schärfe deine Blicke,
Für was hältst du den Bruder?

WAGNER
Er ist ein Sammler
Und pflegt seines Amtes.

FAUST
Sieh'genau hin; in seltsamen Kreisen
Er umher geht; jetzt kommt er näher.
Langsam kommt er uns näher; oh, Irr'ich nicht:
Sein Schritt lässt Feuerspur zurück.

WAGNER
Ach nein, ein Phantasiegebild in deinem Hirn
entstanden.
Ich sehe nur einen grauen Bruder:
Furchtsam und still verfolgt er seinen Weg;
Beide sind wir für ihn Unbekannte.

FAUST
Mir scheint, dass er Schlingen um unsre Füsse zieht.
Der Kreis wird schon enger, er ist da!

WAGNER
So sieh nur, ein grauer Bruder,
Nicht ein Gespenst ist's:
Drehend seinen Rosenkranz,
Spricht er die Gebete.
Kommt, Herr, nach Hause.
Sie gehen in das Stadtthor

Verwandlung: Studierzimmer

FAUST
tritt ein, von dem grauen Bruder gefolgt. Dieser schlüpft in den Alkoven
»Verlassen hab' ich Feld und Auen,
Die eine tiefe Nacht bedeckt,
Mit ahnungsvollem heil'gem Grauen
In uns die bessre Seele weckt.
Entschlafen, sind nun wilde Triebe,
Mit jedem ungestümen Thun;
Es reget sich die Menschenliebe,
Die Liebe Gottes regt sich nun.
Ach, wenn in unsrer engen Zelle
Die Lampe freundlich wieder brennt,
Dann wird's in unserm Busen helle,
Im Herzen, das sich selber kennt.
Vernunft fängt wieder an zu sprechen
Und Hoffnung wieder an zu blühn;
Man sehnt sich nach des Lebens Bächen,
Ach! nach des Lebens Quelle hin.«
Faust schlägt ein auf einem Pulte liegendes
Evangelienbuch auf. Während er darin studiert, wird
er durch das Lärmen des grauen Bruders, der aus
dem Alkoven tritt, gestört

Hollah! Wer lärmt da?
Der Bruder, was seh ich?
Du magst hier bei mir wohnen,
Mein Zimmer magst du theilen,
Doch lass das Lärmen.
Ha, wie? er schweigt mit starrem Blicke.
Welch schreckliches Gespenst hab' ich hierher zu
mir gebracht!
Sei Geist, Alraune, sei der Teufel –
Du bist mein.
»Für solche halbe Höllenbrut
Ist Salomonis Schlüssel gut.
Der graue Bruder verwandelt sich in den
Mephistopheles, der als fahrender Scholast
gekleidet ist und einen schwarzen Mantel auf dem
Arme trägt


MEPHISTOPHELES
Wozu der Lärm? was steht dem Herrn zu Diensten?

FAUST
Das also war des Pudels Kern!
Ein fahrender Scholast? Der Casus macht mich lachen.
Wie nennst du dich?

MEPHISTOPHELES
Die Frage scheint mir klein,
Für einen, der das Wort so sehr verachtet,
Der, weit entfernt von allem Schein,
Nur in der Wesen Tiefe trachtet.

FAUST
Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen
Gewöhnlich aus dem Namen lesen ...
Nun gut, wer bist du denn?

MEPHISTOPHELES
Ein Theil von jener Kraft,
Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

FAUST
Was ist mit diesem Räthselwort gemeint?«

MEPHISTOPHELES
Ich bin der Geist, der stets verneinet,
Immer, Alles hier ... und dort.
Mein Gelächter und mein Grollen
Störten schon des Schöpfers Wort.
Will das Nichts und des Geschaffnen
Allgemeinen Untergang,
Und mein eignes Element
Ist das, was man Sünde nennt:
Sünd' und Tod.
Lachend sprech ich das kleine
Wörtchen aus: Nein!
Lange, fange und vernichte dann,
Quäl und halte, lache.
Theil bin ich von jenem Theil
Des ew'gen Alls: der Finsterniss.
Bin ein Sohn des Schreckensnacht,
Die wieder kommt.
Hält das Licht auch jetzt gefangen,
Meines Scepters finstre Macht,
Kehrt doch bald zurück die Nacht,
Und für Erd'und Himmel Untergang.

FAUST
»Des Chaos wunderlicher Sohn!

MEPHISTOPHELES
Ich bin Keiner von den Grossen;
Doch willst du mit mir vereint
Deine Schritte durchs Leben nehmen,
So will ich mich gern bequemen,
Dein zu sein, auf der Stelle.
Ich bin dein Geselle
Und, mach'ich dir's recht,
Bin ich dein Diener, bin dein Knecht.

FAUST
Und was soll ich dann dagegen dir erfüllen?«

MEPHISTOPHELES
Es hat Zeit.

FAUST
Nein, was soll ich, erklär'dich deutlich.

MEPHISTOPHELES
»Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden,
Auf deinen Wink nicht rasten und nicht ruhn;
Wenn wir uns drüben wieder finden,
So sollst du mir das Gleiche thun.«

FAUST
Das Drüben kann mich wenig kümmern
Wenn du hienieden
Mir schenkest, was mir fehlet:
Den wahren, innern Frieden,
Enthüllst du mir Wahrheit,
Schaffst meinem Geiste Klarheit,
Wenn einst ich sage
Zum flücht'gen Augenblicke:
Wie bist du schön! verweile!
Dann mag ich sterben,
In der Hölle verderben.
»Die Wette biet'ich.«

MEPHISTOPHELES
»Top! Und Schlag auf Schlag!«
Von dieser Stunde
Bin ich der Deine,
Mach Alles recht,
Diene ich dir
Und bleibe dein Knecht.

FAUST
Von dieser Stunde
Bist du der Meine,
Machst Alles recht,
Dienest du mir
Und bleibest mein Knecht.
»Wie fangen wir das an?

MEPHISTOPHELES
Wir gehen eben fort.

FAUST
Wohin, soll es nun gehn?

MEPHISTOPHELES
Wohin es dir gefällt.

FAUST
Wie kommen wir denn aus dem Haus?
Wo hast du Pferde, Knecht und Wagen?

MEPHISTOPHELES
Wir breiten nur den Mantel aus,
Der soll uns durch die Lüfte tragen.


ZWEITER AKT
Garten. Margarete an Faustens Arm. Marthe mit
Mephistopheles auf und ab spazierend



MARGARET
Einen Herrn von Euerm Stande
Kann ja doch erfreuen nicht
Ich, das arme Kind vom Lande
Das in Einfalt zu euch spricht.

FAUST
Deiner Lippen süsses Plaudern
Ist mir Wonne, Hochgenuss.
Rede weiter. –
Er küsst ihre Hand

MARGARETE
Ach, diese Hände
Nicht verdienen euern Kuss.
Gehn vorüber

MEPHISTOPHELES
zu Marthe
Ja wer im Ehestand,
Ist zu beneiden
Es sind ja allbekannt
Die süssen Freuden.
Niemand versäume drum
Die rechte Zeit,
Dem Armen bleibt sonst nichts
Als Einsamkeit.
Schon denk'mit Bangen ich
Der schlimmen Stunden.

MARTHE
Possen! für euch ist ja
Bald was gefunden
Seht euch nur um.
Ab

Faust und Margarete kommen zurück

FAUST
Du verzeihst die kühnen Worte
Die ich unbesonnen sprach,
Als ich an der Kirche Pforte
Dich erblickt'am ersten Tag.

MARGARETE
Ich war traurig, voller Sorgen,
Machte manchen Vorwurf mir,
Denn ich glaubt'seit jenem Morgen:
Ach, er denkt gering von dir.
Doch in Thränen, doch in Schmerzen
Strahlte immer lieb und hell
Euer Bild in meinem Herzen. –

FAUST
Süsse, Theure, folge mir schnell!
Ab

MEPHISTOPHELES
Ein altes Sprichwort schon
Gibt uns die Lehre,
Dass kluge Frauen
Hoch man verehre.
Selten sind sie.

MARTHE
Gewiss? So bliebt von Zärtlichkeit
Ihr immer frei?

MEPHISTOPHELES
Ich hab noch nie erkannt
Was Liebe sei.

MARTHE
So habt ihr niemals noch
Die Lust verspüret,
Euch zu entreissen
Dem Einerlei?
Ab

MARGARETE
»Nun sag', wie hast du's mit der Religion?

FAUST
Lass das, mein Kind! du fühlst, ich bin dir gut,
Für meine Lieben liess'ich Leib und Blut ...

MARGARETE
Das ist nicht recht, man muss dran glauben!

FAUST
Misshör'mich nicht, du holdes Angesicht!
Mein Liebchen, wer darf sagen;
Ich glaub'an Gott?
Wer empfinden
Und sich unterwinden
Zu sagen: Ich glaub'ihn nicht?
Erfüll'davon dein Herz, so gross es ist,
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
Nenn'es dann, wie du willst,
Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott!
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist Alles;
Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsgluth.

MARGARETE
Das ist nicht recht, man muss dran glauben!
Ich muss nun fort.«

FAUST
Du bist, so will mir scheinen, allein oft?

MARGARETE
Klein ist die Wohnung
Und klein der Kreis der Meinen.
Für Alles muss ich sorgen,
Ich schaff in Hof und Garten,
Muss kochen, nähen, stricken,
Des ganzen Hauses warten.
Die Mutter ist gar strenge,
Doch gut, drum keine Klage!
In Arbeit still und friedlich
Vergehen mir die Tage.

FAUST
»Ach, kann ich nie
Ein Stündchen ruhig dir am Busen hängen,
Und Brust an Brust und Seel'in Seele drängen?

MARGARETE
Ach, wenn ich nur alleine schlief'! ...
Ich liess'dir gern heut Nacht den Riegel offen;
Doch meine Mutter schläft nicht tief,
Und würden wir von ihr betroffen,
Ich wär'gleich auf der Stelle tot.

FAUST
Du Engel, das hat keine Noth.
Hier ist ein Fläschchen! Drei Tropfen nur
In ihren Trank umhüllen
Mit tiefem Schlaf gefällig die Natur.

MARGARETE
Was thu'ich nicht um deinetwillen?
Es wird ihr hoffentlich nicht schaden!

FAUST
Würd'ich sonst, Liebchen, dir es rathen?«

MARGARETE
Gütger Himmel, nie empfundnes,
Nie geahntes, süss Entzücken,
Freuden, sonnig, hehr und wonnig
Mir die Seele hoch beglücken.

FAUST
Himmelsfreuden, nie geahnte,
Flammend mir das Herz entzünden,
Lassen hier in ihren Armen,
Mich das höchste Glück empfinden.

MARGARETE
Leb wohl, eilig flieh'ich.

FAUST
Margarete, bleibe, bleibe!
Wohin eilst du?

MARTHE
Lauf nur eilig!

MEPHISTOPHELES
Marthe, wohin eilst du?
Sie gehen ab


Walpurgisnacht

Harzgebirge. Gegend von Schierke und Elend. Man
hört die Stimme des Mephistopheles, welche Faust
zum Steigen auffordert



MEPHISTOPHELES
aus der Tiefe
Frisch nach oben!
Schwarz der Himmel, gefahrvoll der Abhang!
Sieh im Nebel so fern, so ferne
Sich erheben des Blocksbergs Coloss.
Es erscheinen Irrlichter; das eine nähert sich Faust
und Mephistopheles


MEPHISTOPHELES
He, Irrlicht!

FAUST
Du Irrlicht, du leuchtest
So hell durch die Nacht,
Durch dich sei uns Hilfe
Im Dunkel gebracht.
Zu uns her, zur Stelle,
Den Pfad uns erhelle!

MEPHISTOPHELES
Nach oben!
Zu uns her, zur Stelle,
Den Pfad uns erhelle.
Mephistopheles und Faust stehen allein auf einer
Felsklippe

Schau um dich!
Stürme durchtoben
Die alten Riesenföhren
Sieh, wie sie zornig
Mit ihren Armen dräuen.

CHOR
aus der Tiefe
Uhu! Schuhu!

MEPHISTOPHELES
Aus tiefen Thales Grunde
Herauf zu uns, hörst du schallen
Tausendstimmig Geheul ...
Sie sind's, sie nahen
Die höllischen Scharen.
Fast scheint's ein Wunder.

CHOR
Uhu! Schuhu!

MEPHISTOPHELES
»Hörst du Stimmen in der Höhe?
In der Ferne, in der Nähe?
Ja, den ganzen Berg entlang
Strömt ein wütender Zaubergesang!«

CHOR
»Es trägt der Besen, trägt der Stock,
Die Gabel trägt, es trägt der Bock.
Wer heute sich nicht heben kann,
Ist ewig ein verlorner Mann.
Die Salbe giebt den Hexen Muth
Ein Lumpen ist zum Segel gut,
Ein gutes Schiff ist jeder Trog;
Der flieget nie, der heut nicht flog.
Sie brechen wild herein
Und wenn wir um den Gipfel ziehn
So streichet an dem Boden hin
Und deckt die Heide weit und breit
Mit eurem Schwarm der Hexenheit.«
Sabbohe! har Sabbah!

|MEPHISTOPHELES
zerteilt den Schwarm
Platz dem König!
Mephistopheles euerem Herrn!
Höre mich wildes Volk,
Höllische Schar, ...
Alle bringt erst
Eure Huldigung
Knieend mir dar.

CHOR
Tief im Staub vor Mephistopheles
Liegen wir hier;
Voll Ehrfurcht beten wir
Knieend vor dir.

MEPHISTOPHELES
Höllenbrut! Gewand und Herrscherstab,
Geschwind schafft sie zur Stelle.
Soll holen aus der Hölle
Ich sie mit eigner Hand?

CHOR
Hier nimm den Herrscherstab,
Hier dein Gewand.
Alles gehorchet dir
Erde und Meer.
Zürne nicht mehr!

MEPHISTOPHELES
Als König, als Herr beherrsch'ich nun
Mein finstres Reich hienieden.
Doch will ich noch gebieten
Ueber die ganze Welt.
Sie holen aus dem Hintergrunde der Bühne einen
Kessel


CHOR
Unter dem Kessel
Da schüret die Gluth,
Drinnen im Kessel
Da rühret den Sud.
Ueber dem Kessel
Da tanzet sich's gut.
Sie überreichen Mephistopheles eine Glaskugel
Siehe, wir bringen dir
Die ganze Welt.

MEPHISTOPHELES
hält die Glaskugel in der Hand
»Das ist die Welt!
Sie steigt und fällt
Und rollt beständig!
Sie klingt wie Glas;
Wie bald bricht das?
Ist hohl inwendig.
Hier glänzt sie sehr,
Und hier noch mehr.
Ich bin lebendig!
Mein lieber Sohn,
Halt dich davon!
Du musst sterben!
Sie ist von Thon!
Es gibt Scherben.«
Er schleudert die Kugel fort, dass sie zerspringt

CHOR
Frohlocket!
Der Sieg ist errungen,
Die Welt ist zersprungen
Auf Scherben, auf Trümmern
Des mächtigen Bau's
Führt lärmend und jauchzend
Den Hexentanz aus.

FAUST
Mephisto, siehst du dort
Ein blasses, schönes Kind allein und ferne stehn?
Sie schiebt sich langsam nur vom Ort,
Sie scheint mit geschlossnen Füssen zu gehen.
Ich muss bekennen, dass mir däucht,
Dass sie dem guten Gretchen gleicht.

MEPHISTOPHELES
Lass das nur stehn! Dabei wird's Niemand wohl.
Es ist ein Zauberbild, ist leblos, ein Idol.
Ihm zu begegnen ist nicht gut;
Vom starren Blick erstarrt des Menschen Blut,
Und er wird fast in Stein verkehrt;
Von der Meduse hast du ja gehört.

FAUST
Fürwahr, es sind die Augen eines Todten,
Die eine liebende Hand nicht schloss.
Das ist die Brust, die Gretchen mir geboten,
Das ist der süsse Leib, den ich genoss.

MEPHISTOPHELES
Das ist die Zauberei, du leicht verführter Thor!
Denn jedem kommt sie wie sein Liebchen vor.

FAUST
Wie sonderbar muss diesen schönen Hals
Ein einzigrothes Schnürchen schmücken,
Nicht breiter, als ein Messerrücken.

MEPHISTOPHELES
Ganz recht; ich seh'es ebenfalls.
Sie kann das Haupt auch unterm Arme tragen;
Denn Perseus hat's ihr abgeschlagen.

Tanz

CHOR
Sabbohe! har Sabbah!
Es trägt der Besen, trägt der Stock,
Die Gabel trägt, es trägt der Bock,
Wer heute sich nicht heben kann,
Ist ewig ein verlorner Mann.«
Sabbohe! har Sabbah!


DRITTER AKT
Kerker. Margarete, später Faust und Mephistopheles

MARGARETE
Dort im Wald, in trübe Lachen
Hat mein Kindchen man tief versenket,
Jetzt um rasend mich zu machen
Sagt man ich, ich hätt's ertränket.
Hier ist's öde und ach so eisig,
Meine Seele so tief betrübt,
Wie im Walde frei der Zeisig
Fröhlich flattert fort.
Ach! erbarmt euch mein!
In dem langen tiefen Schlummer
Schied die Mutter aus dem Leben,
Zu vermehren meinen Kummer,
Sagt man ich – hatt'sie vergeben.
Hier ist's öde und ach so eisig,
Meine Seele so schwer betrübt,
Wie im Walde frei der Zeisig
Fröhlich flattert fort!
Ach erbarmt euch mein!

Faust und Mephistopheles mit einem Bund Schlüssel und einer Lampe, vor einem eisernen Türchen

FAUST
Rette sie!

MEPHISTOPHELES
Wer stiess das Mädchen in den Abgrund?
Ich? oder du? Was ich kann,
Soll geschehen. Hier sind die Schlüssel,
Fest schlafen alle Wächter,
Für die Flucht stehn am Thore die Zauberrosse
Geht ab

MARGARETE
sich auf dem Lager verbergend
»Weh! weh! Sie kommen. Bittrer Tod!

FAUST
leise
Still! Still! ich komme dich zu befreien.

MARGARETE
sich vor ihn hinwälzend
Bist du ein Mensch, so fühle meine Not!

FAUST
Ich bin's!

MARGARETE
Du bist's'! O sag'es noch einmal!
Ihn fassend
Er ist's, er ist's! Wohin ist alle Qual?
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Schon ist die Strasse wieder da,
Auf der ich dich zum ersten Male sah,
Und der heitere Garten,
Wo ich und Marthe deiner warten.

FAUST
fortstrebend
Komm mit! komm mit!

MARGARETE
O weile!
Liebkosend
Weil'ich doch so gern, wo du weilest.

FAUST
Eile!
Wenn du nicht eilest,
Werden wir's teuer büssen müssen.
MARGARETE
Küsse mich!
Sonst küss'ich dich'.
Umfasst ihn
O weh! deine Lippen sind kalt,
Sind stumm.
Wo ist dein Lieben geblieben?
Sie wendet sich von ihm

FAUST
Ich bin's! Komm mit!

MARGARETE
Du machst die Fesseln los;
Nimmst wieder mich in deinen Schooss.
Wie kommt es, dass du dich vor mir nicht scheust?
Und weisst du denn, mein Freund, wen du befreist?

FAUST
Komm! komm! Schon weicht die tiefe Nacht.

MARGARETE
Meine Mutter hab'ich umgebracht,
Mein Kind hab'ich ertränkt ...
Gieb deine Hand! ...
Ich will dir die Gräber beschreiben,
Für die musst du sorgen
Gleich morgen;
Der Mutter den besten Platz geben,
Meinen Bruder sogleich darneben,
Mich ein wenig bei Seit',
Nur nicht gar zu weit!
Und das Kleine mir an die rechte Brust.
Niemand wird sonst bei mir liegen!

FAUST
Besinne dich doch!
Nur einen Schritt, so bist du frei!

MARGARETE
Ich darf nicht fort; für mich ist nichts zu hoffen.
Was hilft es fliehn? Sie lauern doch mir auf.
Es ist so elend, betteln zu müssen,
Und noch dazu mit bösem Gewissen.«

FAUST
O wend'auf mich die Blicke!
Ach! höre der Liebe Stimme zu dir flehen,
Folg'mir, wir fliehen.

MARGARETE
Ja wir fliehn, schon steht
Vor meinem Geist ein Ort des Friedens
Wo nichts uns trennt, nichts stört der Liebe Glück.

BEIDE
Ich kann schon in duftiger Ferne,
Wo heller erglänzen die Sterne,
Wo milder die Zephire wehn,
Mit Palmen und duftigen Auen
Als Hafen der Ruhe erschauen
Ein Eiland so lieblich, so schön.
Die Sonne leuchtet so helle,
Es spiegelt krystallne Welle
Ihr strahlendes Antlitz zurück.
Lass dahin o Theure / Theurer uns ziehen
Dem Bangem, dem Kummer entfliehen
Geniessen unendliches Glück.

MEPHISTOPHELES
erscheint im Hintergrunde
Seht es tagt.

MARGARETE
Weh, des Satans Heulen!

FAUST
zu Margarete
Ach! folge mir, o Süsse, lass uns eilen.

MARGARETE
Ach! verlass mich nicht in diesen Nöten.

MEPHISTOPHELES
Höret ihr die fernen Klänge,
Ja zum Hochgericht rufen die Trompeten.

MARGARETE
Weh mir! mein Gott, nimm hinweg
Der Versuchung Gefahr!
Sie fesseln die Arme
Mit furchtbaren Ketten.
O Gott dich erbarme!
Man führt mich zum Tode,
Schon schwingt der Henker das Schwert über mir.

FAUST
Besinne dich, Gretchen,
Noch kann ich dich retten,
Doch musst du dich fassen,
Auf mich dich verlassen.
Lass endlich dies Zagen,
Dies ängstliche Zaudern,
Lass schnell uns entfliehn.

MEPHISTOPHELES
Macht Ende dem Zagen,
Dem Zögern, dem Sorgen,
Schon seht ihr es tagen,
Schon leuchtet der Morgen.
Wild stampfen die Rosse,
Sie schnauben und schaudern,
Jetzt müsst ihr entfliehn.

MARGARETE
Was kommt da? was steigt dort
Aus dem Boden? Der Satan! Ach,
Habt Erbarmen!
An diesem heil'gen Orte
Was willst du, Ungeheuer?
Weh, schick ihn fort,
Er will als Beute mich!

FAUST
Ach! folg'mir, lebe,
Ach, lebe Margarete.

MEPHISTOPHELES
zu Faust
»Komm, komm! ich lasse dich mit ihr im Stich.«

MARGARETE
Siehe, ein bleiches Morgenlicht
Kündet den Tag, den letzten.
Ach diese Sonne, sie sollte
Uns leuchten an unsrer Hochzeit.
Alles ist nun zu Ende!
Schweige, dass Niemand erfahre,
Nein Niemand, dass du
Dein Gretchen liebtest,
Dass sie dir gab ihr Herz.
Ach! in meiner Todesstunde
Wirst du verzeih'n, o Herr!
Vergeben mir!
»Dein bin ich, Vater! Rette mich!
Ihr Engel, ihr heiligen Schaaren,
Lagert euch umher, mich zu bewahren!
Heinrich! Mir graut's vor dir!

MEPHISTOPHELES
Sie ist gerichtet!

STIMME
von oben
Ist gerettet!

MEPHISTOPHELES
zu Faust
Her zu mir!«
Verschwindet mit Faust


ZWEITER TEIL

VIERTER AKT
Klassische Walpurgisnacht.

Felsbuchten des ägäischen Meeres. Mond im Zenith
verharrend. Sirenen auf den Klippen umhergelagert.
Helena und Panthalis


HELENA
Sieh, wie der Mond so klar
Füllet mit Silberglanz
Erde und Himmelsraum.

PANTHALIS
Balsam so süss und warm
Träufeln auf schwellenden
Rasen die Aeste hin.

HELENA
Spielend im Mondenlicht
Zieht der Doriden Schaar
Auf klaren Wellen her.
Still ist die Welle,
Der Mond scheint helle,
Singe, Sirene,
Die Nachtgesänge.

HELENA
Fremdling, du träumender,
Nahe dem Ufer dich,
Klagenden Flusses Strand.

PANTHALIS
Sanfter und süsser Sang
Lockt dich auf blumige
Duftende Auen hin.

HELENA
Hör'der Sirenen Lied,
Zauberisch singen sie,
Grazien des Meeres.
Still ist die Welle,
Der Mond scheint helle,
Singe, Sirene,
Die Nachtgesänge. Ab

MEPHISTOPHELES
tritt auf
Sieh hier! die klassische Walpurgisnacht.
Sie wird hoch dich erfreu'n.
Ein Reich der Fabelwelt du suchst –
Und dieses Reich der Fabelwelt ist hier.
Klug will mir's scheinen, dass Jeder
Nun von uns sucht sein Vergnügen,
Wo der Weg hin ihn führt.

FAUST
»Helena!
War's nicht die Scholle, die sie trug,
Die Welle nicht, die ihr entgegen schlug,
So ist's die Luft, die ihre Sprache sprach.
Hier durch ein Wunder, hier in Griechenland!
Ich fühlte gleich den Boden, wo ich stand.

MEPHISTOPHELES
Die nordischen Hexen wusst'ich wohl zu meistern;
Mir wird 's nicht just mit diesen fremden Geistern.
Auf meinem Harz der harzige Dunst,
Hat was vom Pech, und das hat meine Gunst;
Zunächst der Schwefel ... Hier bei diesen Griechen
Ist von dergleichen kaum zu riechen.«
Doch wie, was kommt dort im Flug'
Oder Tanze? es scheinet lust'ge
Mädchenschaar, lass sehen!

Choretiden kommen

CHORETIDEN
Helena tritt auf
Heil sei dir Helena!
Festgesang erschalle.
Weiht Blumenkränze ihr,
Reigen und Saitenspiel.
Hell strahlt ihr Angesicht
Wie Sonnenglanz leuchtend,
Erleuchtet Sterbliche,
Erfreut die Olympier.

HELENA
Mordnacht, finster, grausam,
Und voll Jammer ohne Ende,
Furchtbare Nacht von Ilion,
Welche Qual dein zu denken.
»Durch das umwölkte staubende Tosen
Drängender Krieger hört ich die Götter
Fürchterlich rufen, hört'ich der Zwietracht
Eherne Stimme, schallen durchs Feld, mauerwärts.
Ach! sie standen noch, Ilios Mauern!
Aber die Flammengluth
Zog vom Nachbar zum Nachbar schon,
Sich verbreitend von hier und dort,
Mit des eignen Sturmes Wehn,
Ueber die nächtliche Stadt hin.«

»Flüchtend sah ich, durch Rauch und Gluth
Und der züngelnden Flamme Lohe
Grässlich zürnender Götter Nahn,
Schreitend Wundergestalten
Riesengross durch düsteren
Feuerumleuchteten Qualm hin.«

CHORETIDEN
Ach! Helena!

HELENA
Schweigen des Grabes deckt
Die Fluren, wo einst stand Troja.

Faust, nachdem Knaben und Knappen in langem
Zug herabgestiegen, erscheint oben in ritterlicher
Hofkleidung des Mittelalters und kommt langsam
würdig herunter


CHORETIDEN
Wer naht?
Welch neues, welch herrliches Schauspiel!
Es erscheinet ein Held im Waffenglanze.
Seine Mienen sind ernst,
Doch künden sie uns Liebe.
Wend'auf ihn die Blicke,
O Königin welch ein Anblick.

Gruppe.

FAUST
neigt sich vor Helena
Von dir, erhabnes Götterbild,
Strahlt Himmelsschönheit wider!
Vor dir werf'ich geblendet
In Lieb entbrannt mich nieder.
O wend'auf mich die Augen,
Auf mich in voller Schöne
Leuchtend mild wie Selene,
Glühend doch gleich dem Phöbus.

HELENA
Wie mich Anblick mächtig bannt,
Mich hoch beglücket.
Unter allen Frauen aus Ilion, aus Hellas Landen
Ich bin auserkoren, Liebesgluth in dir zu entzünden.

PANTHALIS
Liebe hat sie verbunden
Sehet ... himmlisches Band.

FAUST
Das geliebte holde Bild
Das ich in mir getragen
Von ihr, die einst ich liebte,
In längst vergang'nen Tagen:
Es schwand dahin, ich habe mich
Zu Höhrem auf geschwungen,
Göttergleiches Weib errungen.
Für sie entbrenn'ich
In neuen Liebesflammen.

NEREUS
Ein Wunder! seht himmlisch verbunden
In Lieb'vereint sind sie.

MEPHISTOPHELES
Welch Erstaunen! ein Wunder!
Liebe hat sie verbunden.
Seid stille dort!

CHORETIDEN
Liebe hat sie verbunden,
Seht sie in Lieb'vereint,
Gleich Endymion und Selene.
Die Göttin schwelgt im Anblick
Des gewaltigen Fremdlings,
Heller schon leuchten ihre Augen.
Mephistopheles, Panthalis, Nereus, und der Chor
entfernen sich


HELENA
O wie wunderbar!
Sag'mir, welch lieblicher Zauber
Lässt meinem Ohr deine Rede
So lieblich ertönen.
Es schmiegt sich Ton an Ton,
Neu und entzückend.
Sage, was müsst ich thun
Wenn ich auch so schön sprechen wollte?

FAUST
So acht'auf mich, ich sage dir: du Holde!

HELENA
Du sagst zu mir: du Holde.

FAUST
Und fragst du mich, was zu sagen dir bliebe?
Durchforsch' dein Herz, es giebt dir Antwort: Liebe!

HELENA und FAUST
Liebe!
O Liebe der Götter, der Menschen Entzücken,
Du magst uns der Zeit, der Erde entrücken,
Die Nebel der Erde schon sind sie zeronnen,
Es strahlen den Seligen hellere Sonnen,
Wir schwingen empor uns zu höheren Wonnen,
Und schau ich in's Auge dir
Hör Sphären ich klingen
Am Herzen mir ruhend
Lass Liebe uns singen.
Der Liebe hell lodernde Flammen,
Der Liebe Entzücken.
Geliebte / Geliebter lass in begeisterten Weisen
Eros den mächtigen Gott uns preisen.

CHOR
Heilige Poesie
Himmelansteige
Mit stolzem Adlerflug
Schweb'im Triumphgesang
Zum höchsten Himmelsraum
Zur Sonn'empor.

HELENA
Dort in Arcadien
Winken liebliche Thäler ...

FAUST
Dahin wollen wir ziehn ...

HELENA und FAUST
Es bieten Obdach
Der Oreaden Grotten ...
Und weiches Kissen
Der Wiesen Blumen,
Deine duftigen Locken.
Sie verlieren sich zwischen den Gebüschen

. . . . . . . . . . . . . .

Der Vorhang fällt langsam


EPILOG
Faust's Tod

Hochgewölbtes, enges Zimmer; ehemals Fausten's,
unverändert. Magische Stimmen in der Luft. Faust (im Lehnstuhle), Mephistopheles


MEPHISTOPHELES
Faust finster anblickend
Steig'aufwärts, hochfliegender Geist,
Der Tod ist dir nahe!
Steig'aufwärts in stolzen Gedanken.

FAUST
Nur noch Erinnrung!
Erhebt sich, wie in Verzückung
Alles hab'ich durchforschet,
Der Erde Wunder ...
Was ich nur wünschte,
Bot sich meinen Blicken:

MEPHISTOPHELES
Gedanken, Erinnrung
An Wunder, Glück und Ehren,
Steigt auf in seinem Geiste
Und bringet Verderben ihm.
Du begehrtest und genossest
Und begehrtest von Neuem wieder,
Und noch nicht sagtest du
Zum Augenblicke:
Du bist so schön, verweile!

FAUST
Was Sterbliche beglückt ward mir zu Theile:
Das Glück, was mir die Wirklichkeit verlieh',
Das, was ersehnt des Menschen Phantasie.
Des ird'schen Weibes Lieb'hab'ich genossen,
Der Göttin Liebeshuld ward mir erschlossen.
Die ird'sche Liebe brachte Pein und Schuld,
Ein Traum nur war der Göttin Liebeshuld.
Nicht mehr kann ich entfliehen
Der Sterblichen Geschick,
In Traumes Phantasien
Find'ich das höchste Glück.
Herr von Thälern und Bergen
Eröffn'ich Raum Millionen,
Sie folgen meinem Rufe,
Dort thätig frei zu wohnen.

MEPHISTOPHELES
Durchforschen muss ich ihn.

FAUST
Weisheit soll sie dort regieren,
Den Herrscher Milde zieren,
Bald lebt auf meiner Erde
Behaglich Mensch und Heerde.

MEPHISTOPHELES
Ah, herbei Versuchers Macht!

FAUST
Freude wird dort verbreitet
Durch mich überall
Und dieser Traum bereitet
Mein höchstes Ideal.
Im Hintergrunde zeigt sich eine Erscheinung von seligen Menschen
Heil mir, das Aug'erhellt sich,
Schon kann klar ich sehen.

MEPHISTOPHELES
Ha wie! welch heller Schein
Durchzuckt des Greises Nacht?

FAUST
Wie die Fluren erblühen,
Wie die Städte erstehen.

MEPHISTOPHELES
Schon sieht das Gute er erstehen.

FAUST
Himmelschöre, erschallt!

MEPHISTOPHELES
Auf, herbei! Versuchers Gewalt!

FAUST
Wie so gross fühl'ich mich
In diesen erhab'nen Gedanken!
Wie bringen sie hohe
Seligkeit ohne Schranken.

MEPHISTOPHELES
Auf! Herbei!
Schwanken wird lange der Kampf
Zwischen Satanas und Gott.
Zu Faust, indem er den Mantel ausbreitet
Wir breiten nur den Mantel aus,
Der soll uns durch die Lüfte tragen.

FAUST
Himmel!
Die Erscheinung wird heller

HIMMLISCHE HEERSCHAAR
»Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brüdersphären Wettgesang ...«

Die Erscheinung verdunkelt sich

MEPHISTOPHELES
beschwörend gegen den Alkoven; es erscheinen Sirenen, in warmer Beleuchtung
Hör'der Liebe Gesang,
Der so süss einst dir klang,
Erfrische Haupt und Glieder
Durch der Sirenen Lieder.
Folg mir!

Die Sirenen verschwinden. Die Erscheinung der Seligen wird wieder heller

FAUST
Wie schön bist du! Verweile!

MEPHISTOPHELES
Schaue um dich!

FAUST
wendet sich mit Hohheit zu dem Evangelienbuche
Meine Burg ist das Wort Gottes.
Sinkt auf die Knie und betet über die Bibel gebeugt
Allbarmherziger Gott, erlöse
Von der Hölle Hohn den Sünder,
Führe mich nicht in Versuchung.
In Begeisterung
Tönet laut Engelspsalmen,
Rauscht tröstend Siegespalmen!
Heiliger Augenblick,
So hoch beseligend,
Verweile!

MEPHISTOPHELES
Welch hässlich Geklimper, welch Pfeifen,
Jetzt muss nach der Seele ich greifen.

FAUST
Zu mir komm', Herr, dein Reich!
Er stirbt

HIMMLISCHE HEERSCHAAREN
»Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
Ihr Anblick giebt den Engeln Stärke,
Wenn Keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich, wie am ersten Tag.«

MEPHISTOPHELES
Des Bösen Gewalt
Wird gebrochen von Gott,
Welch töricht Verzeihn!
Ein Regen von Rosen fällt auf Faust nieder.
Mephistopheles sich mit den Rosen herumschlagend

Ich fühle nur Qualen
Bei ihrem Gesange
Und Blumen und Strahlen
Versengen den Leib.
Ich seh' das Gedränge der Engel,
Ich höre die Siegesgesänge,
Mir bleibt nichts als Fluchen.
Der Sieg ist des Herrn,
Mir bleibt nichts als Fluchen.
Er versinkt

CHOR DER ENGEL
Rosen streuend
«Rosen, ihr blendenden,
Balsamversendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweigleinbeflügelte,
Knospenentsiegelte,
Eilet zu blühn!
Dringt es gewaltig ein,
Müssen wir tüchtig sein;
Liebe nur Liebende
Führet herein!

HIMMLISCHE HEERSCHAAREN
Ihr Anblick giebt den Engeln Stärke,
Wenn Keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich, wie am ersten Tag.»

Pleni sunt cœli et terra gloria tua.

Personaggi:
MEFISTOFELE (Basso)
FAUST (Tenore)
MARGHERITA (Soprano)
MARTA (Contralto)
WAGNER (Tenore)
ELENA (Soprano)
PANTALIS (Contralto)
NEREO (Tenore)

Falangi celesti, chorus mysticus, cherubini, penitenti, passeggiatori, balestrieri, cacciatori, studenti, villici, popolane, borghesi, streghe, stregoni, coretidi grechi, sirene, doridi, corifei, Greci, guerrieri



PROLOGO

FALANGI CELESTI
Ave Signor
Degli angeli e dei santi,
Ave Signor, Signor degli angeli,
O Signor degli angeli
E dei volanti cherubini d'or, ecc.
Ave, ave Signor.
Dall'eterna armonia dell'Universo
Nel glauco spazio immerso
Emana un verso
Di supremo amor.
E s'erge a Te
Per l'aure azzurre e cave
In un suon soave.
Ave, ave, ave, ave.

Comparisce Mefistofele

MEFISTOFELE
Coi piè fermi sul lembo del suo mantello
Ave Signor.
Perdona se il mio gergo
Si lascia un po' da tergo
Le supreme teodfe del paradiso;
Perdona se il mio viso
Non porta il raggio
Che inghirlanda i crini
Degli alti cherubini;
Perdona se dicendo
Io corro rischio
Di buscar qualche fischio.
Il Dio della piccina terra
Ognor traligna ed erra,
E, a par di grillo
Saltellante, a caso
Spinge fra gli astri il naso,
Poi con tenace fatuità superba
Fa il suo trillo nell'erba.
Boriosa polve! Tracotato atomo!
Fantasima dell'uomo
E tale il fa
Quell'ebbra illusione
Che'egli chiama: Ragion, Ragion.
Ah! Sì, Maestro divino,
In buio fondo
Crolla il padron del mondo,
E non mi dà più il cuor,
Tant' è fiaccato,
Di tentarlo al mal.

CHORUS MYSTICUS
interno
T' è noto Fauste?

MEFISTOFELE
Il più bizzarro pazzo
Ch'io mi conosca;
In curiosa forma
Ei ti serve da senno.
Inassopita bramosia di saper
Il fa tapino ed anelante;
Egli vorrebbe quasi traasumanar
E nulla scienze
Al cupo suo delirio è confine.
Io mi sobbarco ad aescarlo
Per modo ch'ei si trovi
Nelle mie reti;
Vuoi tu farne sommessa?

CHORUS MYSTICS
E sia.

MEFISTOFELE
Sia! Vecchio Padre!
A un rude gioco t'avventurasti.
Ei morderà nel dolce
Pomo de'vizi
E sovra il Re del ciel
Avrò vittoria!

FALANGI CELESTI
Sanctus! Sanctus! Sanctus! Sanctus!
Sanctus!

MEFISTOFELE
Di un tratto
M' è piacevol cosa
Vedere il Vecchio
E dal guastarmi seco
Molto mi guardo;
E' bello udir l'Eterno
Col Diavolo parlar
Sì umanamente

CHERUBINI
dietro la nebulosa
Siam nimbi volanti dai limbi,
Nei santi splendori vaganti,
Siam cori di bimbi, d'amori.
Siam nimbi volanti dai limbi, ecc.

MEFISTOFELE
E' lo sciame legger
Degli angioletti;
Come dell'api n'ho ribrezzo e noia.
Scompare

CHERUBINI
Fratelli, teniamci per mano,
Fin l'utimo cielo lontano
Noi sempre dobbiamo danzar;
Fratelli, le morbide penne
Non cessino il volo perenne
Che intorno al Santissimo Altar.
Fratelli, teniamci per mano, ecc.
La danza in angelica spira
Si gira, si gira, si gira, ecc.
Siam nimbi volanti dai limbi,
Nei santi splendori vaganti,
Siam cori di bimbi, d'amori,
Siam nimbi volanti dai limbi, ecc.

LE PENITENTI
dalla terra
Salve Regina!
S'innalzi un eco
Dal mondo cieco
Alla divina reggia del ciel.
Col nostro canto
Col nostro pianto,
Domiam l'intenso
Foco del senso,
Col nostro canto mite e fedel.

CHERUBINI
Sugli astri, sui venti, sui mondi,
Sui limpidi azzurri profondi,
Sui raggi del sol,
La danza in angelica spira
Si gira, si gira, si gira, ecc.
Ave Maria, gratia plena.

LE PENITENTI
Odi la pia,
La pia prece serena.
Ave Maria, gratia plena,
Odi la pia prece serena.
Ave Maria, gratia plena.

FALANGI CELESTI
Oriam, oriam.
Oriam per quei morienti,
Per quei morienti oriam, ecc.
Ave Maria, gratia plena.

LE PENITENTI
Il pentimento lagrime spande.
Di queste blande
Turbe il lamento
Accolga il ciel.

FALANGI CELESTI
Oriam per quelle
Di morienti ignave
Anime schiave,
Sì per quell'anime
Schiave preghiam.

CHERUBINI
Siam nimbi volanti dai limbi,
Nei santi splendori vaganti,
Siam cori di bimbi, d'amori
Siam nimbi, volanti dai limbi.

LE PENITENTI, CHERUBINI, FALANGI CELESTI
Odi la pia,
La pia prece serena.
Ave, ave, ave, ecc.
Ah! ah! ah! ecc.
Ave Signor,
Signor degli angeli e dei santi
E delle sfere erranti,
E dei volanti cherubini d'or.

LE PENITENTI, FALANGI CELESTI
Dall'eterna armonia dell'Universo
Nel glauco spazio immerso
Emana un verso di supremo amor.

CHERUBINI
Ave, ave,
Signor degli angeli e dei santi,
Ave Signor.

LE PENITENTI, CHERUBINI, FALANGI CELESTI
E s'erge a Te
Per l'aure azzurre e cave
In suon soave.
Ave, ave.

ATTO PRIMO

SCENA PRIMA
Francoforte sul Meno. Porta e bastioni. Passeggiatori d'ogni sorta ch'escono dalla città a gruppi. Chiacchiere, risate, grida, mormorio di folla, andirivieni. A intervalli campane di festa. Poi Faust e Wagner.

GRUPPO 1
Perchè di la?

GRUPPO 2
Volgiam verso il casin di caccia.

GRUPPO 1
E noi verso il mulino.

OTTO FANCIULLE
traversando la scena cantando
Del vago. April la traccia
Brilla e ride d'intorno
Baldezza e leggiadria.

Le fanciulle passano

GRUPPO 2
Che fate voi, compari?

GRUPPO 1
Stiam colla compagnia.

GRUPPO 2
Messeri, andiamo a Burgdorf.
Costà son le piì buffe mattie,
La miglior birra,
Le donne e le baruffe
Più dilettose.

GRUPPO 1
Pazzi! Pazzi!
Vi prude ancor la schiena?

Un banditore con una scritta in mano e a suon di tromba attrae la folla dei passeggiatori; sta con lui un araldo. Dalla parte opposta un cerrettano seguito da Hanswurst. La passeggiata diventa sempre più vivace. Un gruppo di balestrieri e popolani, avvicnandosi ad un rivenditore di birra.

GRUPPO 1
Qua il bicchier!

GRUPPO 2
Vogliam ber!

GRUPPO 1
E fare un brindisi.

GRUPPO 2
Ai folli amor!

GRUPPO 1
E alla beltà corriva!

GRUPPO 2
Evviva!

GRUPPO 1 2
Beviam, ridiamo, cantiamo.

Un frate grigio col cappuccio sul volto cammina tra la folla; alcuni lo inchinano, altri lo sfuggono.

LA FOLLA
traendo verso un lato della scena
Guarda!
Là! Quanti focosi destrieri
Scalpitan là!
C'è il buffon,
C'è il falconier,
C'èil buffon.
Rendiam omaggio al prence!
Fate omaggio al prence!
Largo, largo al suo passaggio!
Che abbarbaglio di gualdane!
Gloria al …
Principe!
Che rastuono di campane!
Vien la folla a onde, a onde,
S'arrabatta, si confonde …

Largo!
Che abbarbaglio di gualdane!
Largo!
Che frastuono di campane!
Guarda là! Ah!

Risate, frastuono, la cavalcata passa. Alla sua testa il Principe elettore, dame, dignitari, paggi, il buffone, il falconiere, ecc. Molti passeggiatori seguono curiosamente la cavalcata.

LA FOLLA
Quanti focosi destrier!
Quanti bei cavalier!
I focosi destrieti scalpitan là!
Fate omaggio al principe,
Fate omaggio, omaggio al prence.
Ah!

si disperdono. Faust e Wagner discendono da un'altura.

FAUST
Al soave raggiar
Di primavera
Si scoscendono i ghiacci
E già rinverda
Di speranza la valle;
Il vecchio inverno fugge al monte
E il sol rallegra e avviva
Forme e color;
Se per anco al pianto
Non isbocciano i fior,
La somma luce
Fa pullulare in cambio
I bei borghesi
Azzimati da festa.

Entra rumorosamente una frotta di popolani e popolane.

WAGNER
Movere a diporto
Con voi, Dottor,
E' onorevole e saggio;
Pur da me solo,
Qui mi schiferei
Fra questa gente.
M'è di noia il vulgo.

Faust e Wagner si ritirano nel fondo.

POPOLANI
Juhè! Juhè! Juheisa! Juhè!
Hè! Ah! Hè!
Il bel giovanetto
Sen vien alla festa,
Coi nastri al farsetto,
Coi fior sulla testa.
E sotto ad un pioppo,
Fanciulle e compar
Si danno a danzar
Un matto galoppo.

Incominciano a danzare l'Obertas.

Juhè! Juhè!
Juhè! Juhè!
Ah! Tutti vanno alla rinfusa
Sulla musica confusa, ecc.
Tra la la ra la ra la, ecc.
Alla rinfusa tutti van,
Danziamo,
Alla rinfusa tutti van,
Cantiamo,
La danza scolpita sul suol,
La danza scolpita sul suol.
Tutti vano alla rinfusa
Heisa! Hè!
Tutti vanno alla rinfusa.
Juhè! Juhè! Juheisa! ecc.
Heisa! Hè! Ah! Hè!
Sorridon le donne
Al bel torneamento,
Svolazzan le donne
Portate dal vento.
Il bruno e la bionda
Son stretti in un vol.
E scalpita al suol
La danza rotonda,
E sotto ad un pioppo
Danzan fanciulle e compar,

Ah, sì, ecc.
Si danno a danzare
Un matto galoppo, ecc.

Popolani e danzatrici s'allontanano

FAUST
a Wagner
Sediam sovra quel sasso.
Osserva come
Fulgoreggian a vespro
Le capanne;
Declina il giorno.

WAGNER
E l'ora degli spettri;
Essi sen vanno, fra i vapor
Della sera, ordendo reti
Sotti i piedi dell'uom.
Andiam;
S'impregna l'orizzonte di nebbia.

CORO
Ah!

WAGNER
A notte bruna
Torna dolce la casa.
A che sogguardi,
Nel crespuscolo assorto
Immoblimente?

Ritorna il Frate grigio e si dirige lento e spettrale alla volta di Faust.

FAUST
Vedi quel frate grigio
In mezzo i campi
Vagolante laggiù?

WAGNER
Da lungo tratto,
Maestro, l'avvisai;
Nulla di strano appare in esso.

FAUST
Aguzza ben lo sguardo.
Per chi tieni quel frate?

WAGNER
E' un questuante
Che va alla cerca.

FAUST
Lo contempla.
Ei move in tortuose spire
E s'avvicina
Lento alla nostra volta.
Oh! se non erro,
Orme di foco imprime al suol!

WAGNER
Ah! No! Fantasma quest'è,
Quest'è del tuo cervello,
Io non iscorgo
Che un frate grigio.

FAUST
Par vada filando
De' lacci intorno a noi.

WAGNER
Timidamente va per la sua via,
Due sconosciuti noi siam per esso.
Ah! Fantasma quest'è,
Quest'è del tuo cervello.

FAUST
La spira si stringe.
Ei n'è vicin … ah!

WAGNER
freddamente
L'osserva.
E' un frate grigio,
Non è uno spettro;
Brontola orazioni
Rigirando un rosario.
Andiam, Maestro.

Faust e Wagner escono. Il frate li seque.

POPOLANE
lontanissime
Il bel giovinetto
Sen vien alla festa.
Il bruno e la bionda
Son stretti in un vol.


SCENA SECONDA
Officina di Faust. Alcova. Notte

VOCI
lontanissime
Ah! Ah! Ah!

Faust entrando. Il Frate grigio lo segue e si nasconde entro l'alcova.

FAUST
Dai campi, dai prati
Che innonda la notte,
Dai queti sentier
Ritorno e di pace,
Di calma profonda
Son pieno, di sacro mister.
Le torve passioni del core
S'assonnano in placido oblio,
Mi ferve soltanto
L'amore dell'uomo!
L'amore di Dio!
Ah! Dai campi, dai prati
Ritorno e verso all'Evangel
Mi sento attratto,
M'accingo a meditar.

Apre un Vangelo posto su d'un alto leggio. Mentre si accinge a meditare è scosso dall'urlo del Frate che esce dall'alcova

Olà Chi urla?
Il frate! Che vegg'io?
Divider la mia cella
Io t'acconsento, frate,
Se tu non muggi.
E che? Mi guarda e non fa motto.
Che orribile fantasma
Trascinai dietro di me?
Furia, demonio o spettro,
Sarai mio!
Sulla tua razza è onnipotente
Il segno di Salomon.

All'ultime parole di Faust il Frate si trasforma e appare Mefistofele in abito da cavaliere con un mantello nero sul braccio.

MEFISTOFELE
Che baccano!
Messer, mi comandate.

FAUST
Questo era dunque
Il nocciuol del frate?
Un cavalier!
Mi fa rider la facezia.
Come ti chiami?

MEFISTOFELE
La domanda
E'inezia puerile
Per tale che gli argomenti
Sdegna del Verbo
E crede sol agli Enti.

FAUST
In voi, messeri,
Il nome ha tal virtù
Che rivela l'Essenza.
Dimmi or su,
Chi sei tu dunque?

MEFISTOFELE
Una parte vivente
Di quella forza
Che perpetuamente
Pensa il Male e fa il Bene.

FAUST
E che dir vuole
Codesto gioco di strane parole?

MEFISTOFELE
Son lo Spirito
Che nega sempre, tutto;
L'astro, il fior.
Il mio ghingno e la mia bega
Turbano gli ozi al Creator.
Voglio il Nulla e del Creato
La ruina universal,
E' atmosfera mia,
E' atmostera mia vital,
Ciò che chiamasi,
Ciò che chiamasi peccato,
Morte e Mal.
Rido e avvento questa sillaba:
"No!"
Struggo, tento, ruggo, sibilo:
"No!"
Mordo, invischio,
Struggo, tento, ruggo, sibilo:
Fischio! Fischio! Fischio!
Eh!

Fichia violentemente colle dita fra le labbra.

Parte son d'una latebra
Del gran tutto: Oscurità.
Son figliuol della Tenebra
Che Tenebra tornerà.
S'or la luce usurpa e afferra
Il mio scettro a ribellion,
Poco andrà,
Poco andrà la sua tenzon:
V'è sul Sol,
V'è sul Sole e sulla Terra,
Distruzion!
Rido e avvento questa sillaba:
"No!" ecc.

Fischia violentemente colle dita fra le labbra.

FAUST
Strano figlio del Caos.

MEFISTOFELE
E tu, se brami farti mio socio,
Di buon grado accetto
Fin da quest'ora
E tuo compar mi chiamo,
O, se ti piace,
Tuo schiavo, tuo servo.

FAUST
E quali patti in ricambio
Adempier deggio?

MEFISTOFELE
V'è tempo a ciò.

FAUST
No, i patti
E parla chiaro.

MEFISTOFELE
Io qui mi lego
Ai tuoi servigi
E senza tregua accorro
Alle tue voglie;
Ma laggiù (m'intendi?)
La vece muterà.

FAUST
Per l'altra vita
Non mi turba pensier.
Se tu mi doni
Un'ora di riposo
In cui s'acqueti l'alma.
Se sveli al mio buio pensier
Me stesso e il mondo.
Se avvien ch'io dica
All'attimo fuggente:
Arrestati, sei bello!
Allor ch'io muoia
E m'inghiotta l'averno.

MEFISTOFELE
Sta ben!

FAUST
Venga il contratto.

MEFISTOFELE
si danno la mano
Top, è già fatto.
Fin da stanotte,
Nell'orgie ghiotte
Del mio messer,
Da camerier,
Da camerier lo servirò.
Fin da stanotte, ecc.

FAUST, MEFISTOFELE
Fin da stanotte
Nell'orgie ghiotte,
Del suo/mio messer,
Da cameriere lo servirà/servirò.
Fin da stanotte, ecc.

FAUST
E quando s'incomincia?

MEFISTOFELE
Tosto.

FAUST
Or ben, presto, a noi, Dove andiam?

MEFISTOFELE
Dove t'aggrada.

FAUST
Come s'esce di qua?
Dove i cavalli,
Le carrozze, i staffier?

MEFISTOFELE
Pur ch'io distenda
Questo mantel;
Noi viaggeremo sull'aria.

ATTO SECONDO

SCENA PRIMA
Un giardino di rustica apparenza. Faust - sotto il nome di Enrico -, Margherita, Mefistofele e Marta passeggiano due a due in lungo e in largo.

MARGHERITA
Cavaliero illustre e saggio,
Come mai vi può allettar
La fanciulla del villaggio
Col suo rustico parlar?

FAUST
Dalle labbra imporporate
Spandi accento sovruman.
Parla, parla.
baciandole la mano

MARGHERITA
Ah! Non baciate
Questa ruvida mia man,
No, no, no, cavalier.

passano

MEFISTOFELE
a Marta
Sta ben al nubile
Correr giocondo,
In traccia d'ilari venture,
Il mondo,
In traccia d'ilari venture,
Il mondo.

MARTA
ridendo
Ah! Ah! Ah! Ah!

MEFISTOFELE
Ma quando lugubre
Tempo verrà,
Vecchio nel vedovo letto morrà,
Purtroppo! E Trepido
Vedo quell'ora.

Ah! Sì! Ah! Sì! Ahimè!
Baie! Pensateci,
C'è tempo ancora.

Faust e Margherita ritornano.

FAUST
Mi perdona l'ardimento
Che dal labbro mi sfuggi
Quando il magico portento
Del tuo viso m'appari.

MARGHERITA
Fui dolente, fui turbata,
Dubatai nel mio pensier
Che fanciulla scostumata
Piansi molto, .Piansi molto . . .

MEFISTOFELE, poi MARTA
ridendo
Ah! Ah!

MARGHERITA
… ma rimasemi nel cor
Sempre fiso il vostro volto.

FAUST
Segui, segui, mio tesor.

Margherita e Faust passano.

MEFISTOFELE
Da un'antichissimo detto s'impara
Che moglie saggia è cosa rara.

MARTA
Davver?

MEFISTOFELE
Rara davver.

MARTA
Davver! Nè in trappola
Cadeste ancor?

MEFISTOFELE
Non so, credetelo,
Che sia l'amor.

MARTA
Nè mai d'un palpito,
Nè mai d'un sogno,
V'arse bisogno fascinator?

MEFISTOFELE
Non so, credetelo,
Che sia l'amor.
Non so credetelo.

MARTA
Ah! Ah! Ah! Ah!

Passano. Margherita ritorna con Faust.

MARGHERITA
Dimmi se credi, Enrico
Nella religione.

FAUST
Non vo' turbar le fedi
Delle coscienze buone.
D'altro parliam;
Darei per chi amo, fanciulla,
Sangue e vita.

MARGHERITA
Non basta.
Creder bisogna
E a nulla tu credi, Enrico.

FAUST
Ascolta, vezzoso angelo mio.
Chi oserbbe affermar tal detto:
Credo in Dio?
Le parole dei santi
Son beffe al ver ch'io chiedo,
E qual uomo oserebbe
Tanto da dir: non credo?
Colma il tuo cor d'un palpito
Ineffabile e vero d'amor
E chiama poi quell'estasi
Natura! Amor! Mistero!
Vita! Dio! Vita! Dio!
Non è che fumo e fola
In paragon del senso
Il nome e la parola.
Ah! Chiama tu poi quell'estasi
Natura! Amor! Mistero!

MARGHERITA
Convien che vada, Addio.

FAUST
Vita! Dio!

MARGHERITA
Addio, convien ch'io vada.
fa per allontanarsi

FAUST
Dimmi,
In casa sei sola sovente?

MARGHERITA
E' piccioletta la nostra famigliola.
Io veglio all'orto,
Al desco ed allo staio,
Attendo ad ogni cura,
Filo sull'arcolaio.
E' assai minuziosa la mamma,
Eppur, beate
Placidamente passo
Tutte le mie giornate.

FAUST
Di', non potrò giammai
Dolce un'ora d'amore
Viver teco e confondere
Il mio cuore col tuo cuore?

MARGHERITA
Non dormo sola e in lieve
Sopor mia madre giace;
S'ella t'udisse
Credo, ne morrei.

FAUST
Datti pace. A te;
porgendole un'ampollina
Di questo succo
Tre sole gocce ponno
Addormentare in placido,
In letargico sonno.

MARGHERITA
prende l'ampolla
Porgi. Ne può venire
Alcun male a mia madre?

FAUST
Nessuno, nessuno, angiol soave
Dalle guance leggiarde! Ah!

Marta e Mefistofele rientrano.

MARTA
Ah! Davver? Nè in trappola,
Nè in trappola cadeste ancor,
Ancor? Davver? Nè in trappola … ecc.
Ah! Sì.

MEFISTOFELE
Non so, credetelo,
Che sia l'amore,
Non so, credetelo, ecc.
Moglie saggia
E' cosa rara davver, davver.

MARGHERITA
Dio clemente, nuova, ignara
Son del mondo, dell'amore;
Sento un'aura arcana e cara
Che mi penetra nel core,
Sento un'aura arcana … ecc.
Ah! Sento …

FAUST
E' l'anelito supremo,
Il miracolo divino
Della vita!
Senza freno, senza fine!
E' il miracolo d'amor, sì.

MARGHERITA
Ah! Sento un'aura arcana e cara.

FAUST
Ah! Sento un'aura arcana e cara.

MARGHERITA
si svincola dalle mani di Faust
Addio! Fuggo, fuggo, lesta, lesta.

FAUST
insegue Margherita
Resta, resta Margherita.

MEFISTOFELE
insegue Marta
Marta! Marta!

MARTA
Corri, corri, lesto, lesto.

FAUST
Margherita, resta, resta.

MARGHERITA
Fuggo, fuggo, lesta, lesta.

MEFISTOFELE
Marta! Marta!

MARTA
Fuggo, fuggo, corri, corri.

FAUST
Amor mio, vieni, vieni,
Dove corri? Dove fuggi?
Margherita! Margherita!
Dove corri?
Afferando Margherita
Tu sei colta,
Ah! Ah! Ah! Ah! Ah!
T'amo! T'amo!

MEFISTOFELE
Dove corri? Dove corri?
Marta! Marta! Marta! Marta!
Dove corri? Dove corri?
afferando Marta
Tu sei colta,
Ah! Ah! Ah! Ah! Ah!
Ah! T'amo!

MARGHERITA
Fuggo, fuggo,
Ah! Ah! Ah! Ah! Ah!
Fuggo, fuggo, ah! Ah!
Fuggo, fuggo,
scroscio di risa
Ah! Ah! Ah! Ah!
T'amo! T'amo!

MARTA
Corri, corri, ecc.
Ah! Ah!
T'amo! T'amo!

Tutti sì disperdono.


SCENA SECONDA
Scena deserta e selvaggia nella valle di Schirk, costeggiata dagli spaventosi culmini del Brocken (monte delle streghe). I sinistri profili di roccie staccano in nero sul cielo grigio; un'aurora rossiccia di luna illumina stranamente la scena. Una caverna da un lato. Il picco di Rosstrappe a sinistra. Il vento soffia nei burroni.

Mefistofele aizza Faust a salir sulla montagna.

MEFISTOFELE
lontano
Su cammina, cammina, cammina;
Buio è il cielo,
Scoscesa è la china;
Su cammina, cammina, cammina.

MEFISTOFELE, CORO
come un eco
Su cammina, cammina, cammina,
Che lontano, lontano, lontan
S'erge il monte del vecchio Satan.
Buio è il cielo,
Scoscesa è la china;
Su cammina.

Appariscono dei fuochi fatui, uno di questi si dirige alla volta di Faust e di Mefistofele.

FAUST
Folletto!

MEFISTOFELE
Folletto!

FAUST
Folletto, folletto,
Veloce, leggier.
Che splendi soletto
Per l'ermo sentier,
A noi t'avvicina,
Che buia è la china,
Folletto, folletto,
A noi t'avvicina.

MEFISTOFELE
Cammina, cammina, cammina.

FAUST, poi MEFISTOFELE
Folletto, folletto,
Veloce, leggier,
Che splendi soletto, ecc.

FAUST
Folletto …

MEFISTOFELE
Cammina …

FAUST
… folletto.

MEFISTOFELE
… cammina.

Mefistofele e Faust appariscono sovra un'alta roccia isolati ed immobili.

MEFISTOFELE
Ascolta.
S'agita il bosco
E gli alti pini antichi
Cozzan furenti
Colle giganti braccia.

VOCI
Ah!

MEFISTOFELE
Ascolta, ascolta!

VOCI
Ah!

MEFISTOFELE
Ad imo della valle
Un ululato di mille voci
Odo sonar.

VOCI
Ah!

MEFISTOFELE
S'accosta l'infernale congrega.

VOCI
Ah!

MEFISTOFELE
Oh! Meraviglia!
Già i nembi, il monte,
Le boscaglie, i cieli
Un furioso intuonar
Magico carme!

STREGHE
dalla montagna
Rampiamo, rampiamo
Che il tempo ci gabba,
E il ballo perdiamo
di Re Belzebù;
E' notte fatale,
La notte del Sabba;
Il primo che sale
Ha un premio in più;
Su! Su! Su! Su!

STREGONI
Su! Su! Su! Su!

STREGHE
Su! Su! Su! Su!

STREGONI
Su! Su! Su! Su!

STREGHE, STREGONI
E' notte tremenda
La notte del Sabba.

STREGONI
Su svelti, su forti
Che il tempo ci gabba;
Le nostre consorti
Son giunte lassù.
E' notte tremenda
La notte del Sabba;
E il primo che ascenda
Ha un premio di più.

STREGHE, STREGONI
Su! Su! Su! Su! ecc.
irrompono freneticamente
Siam salvi in tutta l'eternità!
Sì!
Saboè! Saboè! Saboè! Saboè!

MEFISTOFELE
fendendo la folla
Largo, largo a Mefistefoele,
Al vostro Re!
O razza putrida,
Vuota di fè.
Che ognun m'adori
Ed umile si prostri al Re.
O razza putrida,
Vuota di fè.

STREGHE, STREGONI
inginocchiati in circolo attorno a Mefistofele
Ci prostriamo a Mefistofele,
Al nostro Re;
Ognuno atterrasi dinanzi a te,
Ci prostriamo a Mefistofele,
Al nostro Re.

MEFISTOFELE
su d'un sasso in forma di trono, con ampollosità
Popoli! E scettro e clamide
Non date al Re sovrano?
La formidabil mano
Vuota dovrò serrar?

STREGHE
porgendo una clamide a Mefistofele
Ecco la clamide,
Non t'adirar.

STREGONI
Or t'ubbidiscono ciel,
Terra e mar.

STREGHE
Non t'adirar.

STREGONI
Non t'adirar.

MEFISTOFELE
Ho soglio,
Ho scettro e despota
Son del mio regno fiero.
Ma voglio il mondo interno
Nel pugno mio serrar.

STREGHE, STREGONI
correndo intorno ad una caldaia
Sotto la pentola
Corri a soffiar,
Entro la pentola
Corri a mischiar,
Sopra la pentola
Corri a danzar.
porgendo a Mefistofele un globo di vetro
Eccoti, o principe,
Il mondo inter.

MEFISTOFELE
col globo di vetro in mano
Ecco il mondo,
Vuoto e tondo,
S'alza, scende,
Balza e splende.
Fa carole intorno al sole,
Trema, rugge, dà e distrugge,
Ora sterile or fecondo.
Ecco il mondo.
Sul suo grosso
Antico dosso
V'è una schiatta
E sozza e matta,
Fiera, vile, ria, sottile,
Che ad ogn'ora si divora
Dalla cima sino al fondo
Del reo mondo.
Fola vana è a lei Satana,
Riso e scherno
E' a lei l'inferno,
Scherno e riso il Paradiso.
Oh per Dio!
Che or rido anch'io,
Oh per Dio! ecc.
Nel pensare ciò
Che le ascondo.
Ah! Ah! Ah! Ah!
Ecco il mondo!
getta con impeto il globo di vetro che sì frange.

STREGHE, STREGONI
Riddiamo! Riddiamo!
Che il mondo è caduto!
Riddiamo! Riddiamo!
Che il mondo è perduto!
Sui morti frantumi
Del globo fatal
S'accenda, s'intrecci
La ridda infernal.
Riddiamo! Riddiamo!
Che il mondo è caduto,
Riddiamo, riddiamo
Che il mondo è caduto,
Riddiamo, riddiamo
Per lungo, per tondo riddiam!
Riddiam, riddiamo, ecc.

FAUST
Stupor! Stupor!
Là nel lontano,
Nel nebuloso ciel,
Una fanciulla pallida,
Mesta, la scerni?
Il piede lento conduce
E di catene avvinto!
Ahi, pietosa vision,
Mi rassomiglia
Quella dolce figura
A Margherita.

MEFISTOFELE
Torci il guardo,
Quello è spettro seduttor,
E' fantasma maliardo,
Che a chi il fissa ammorba il cor.
Torci il guardo,
Anima illusa,
Dalla testa di Medusa!

FAUST
Quell'occhio da celeste
Spalancato cadavericamente!
E il bianco sen
Che tanti ebbe da me
Baci d'amor!
Sì, è Margherita,
L'angelo mio, ah!

MEFISTOFELE
Torci il guardo! Nella fata
Sogna ognun colei che amò.

FAUST
Ah, strano vezzo
Il collo le circonda
D'una riga sanguigna.

MEFISTOFELE
Ha la testa distaccata,
Perseo fu che la tagliò.

STREGHE, STREGONI
Ah! Su! Riddiamo, riddiamo,
Che il tempo ci gabba;
Sui vecchi rottami
Del globo fatal;
E' notte tremenda
La notte del Sabba;
Rimbombi sul monte
La ridda infernal,
E' notte tremenda, ecc.
Sabba, Sabba, Saboè!
E' notte tremenda, ecc.
Tuoni sul monte,
Tuoni la ridda monte,
Riddiam, riddiam, ecc.

ATTO TERZO

Scena a terra su di un giaciglio di paglia, canticchiando e vaneggiando. Notte. Una lampada accesa inchiodata al muro. Un cancello nel fondo.

MARGHERITA
L'altra notte in fondo al mare
Il mio bimbo hanno gittato,
Or per farmi delirare dicon ch'io
L'abbia affogato.
L'aura è fredda,
Il carcer fosco,
E la mesta anima mia
Come il passero del bosco
Vola, vola, vola via.
Ah! Pietà di me!
In letargico sopore
E' mia madre addormentata,
E per colmo dell'orrore dicon ch'io
L'abbia attoscata.
L'aura è fredda,
Il carcer fosco, ecc.

FAUST
fuori dal cancello
Salvala!

MEFISTOFELE
fuori dal cancello
E chi la spinse nell'abisso?
Io? O tu?
Ciò che posso farò.
Ecco le chiavi.
Dormono i carcerieri,
I puledri fatati
Son pronti alla fuga …
apre il cancello e parte

Faust entra in carcere.

MARGHERITA
Dio di pietà!
Son essi …
Eccoli, aita!
Dura cosa è il morir …

FAUST
Pace … pace!
Io son un che ti salva.

MARGHERITA
Un uom … tu sei …
Di carità …
L'abbi per me …

FAUST
Silenzio, Margherita!

MARGHERITA
Cielo!
Ah! Parla ancora!
Ah! Parla!
Ah! Tu mi salvi!
Ah! M'hai salvata!
Ecco, la strada è questa
Dov'io ti vidi
Per la prima volta!
Ecco il giardin di Marta …

FAUST
Ah! Vieni ,
Ah! Vieni …

MARGHERITA
Resta ancor, resta ancor . . .

FAUST
T'affretta o a prezzo tremendo
Pagherem l'indugio.

MARGHERITA
E non mi baci?
E non mi baci?
Ah! Le tue labbra son gelo …
Che festi dell'amor tuo?

FAUST
Cessa!

MARGHERITA
Tu mi togli pietoso
Alle catene?
E ignori chi tu salvi,
O pietoso?
Ho avvelenata …
La mia povera madre …
Ed ho affogato …
Il fantolino mio …
Qua … la tua mano …
Vien … vo'narrarti …
Il tetro ordin di tombe …
Che doman scaverai …
Là …
Fra le zolle più verdeggianti …
Stenderai mia madre
Nel più bel sito del cimiter …
Discosto … ma pur vicino …
Scaverai la mia …
La mia povera fossa …
E il mio bambino
Poserà sul mio sen.

FAUST
Deh! Ti scongiuro, fuggiamo.

MARGHERITA
No. Sta l'inferno a quella porta …
Ah! Perchè fuggi?
Perchè non t'arresti?
Non ti posso seguir …
E poi …
La vita per me è dolor;
Che far sulla terra?
Mendicare il mio pane
A frusto a frusto
Dovrò colla coscienza
Paurosa de' miei delitti.

FAUST
Rivolgi a me lo sguardo!
Ah! Odi
La voce dell'amor che prega!
Vieni … fuggiam.

MARGHERITA
Sì, fuggiamo …
Già sogno un incantato
Asil di pace,
Dove soavemente uniti ognor vivrem.

Faust e Margherita avvinti, guardandosi negli occhi e mormorando languidamente insieme.

MARGHERITA, FAUST
Lontano, lontano, lontano,
Sui flutti d'un ampio oceano,
Fra i roridi effluvi del mar,
Fra l'alghe,fra i fior,
Fra le palme,
Il porto dell'intime calme,
L'azzurra isoletta m'appar.
M'appare sul cielo sereno
Ricinta d'un arcobaleno
Specchiante il sorriso del sol.
La fuga dei liberi amanti speranti,
Migranti, raggianti,
Dirige a quell'isola il volo,
La fuga dei liberi amanti, ecc.
Lontano, lontano, lontano.

MEFISTOFELE
comparendo dal fondo
Sorge il di!

MARGHERITA
Ah! Satana rugge!

FAUST
Ah! Deh! T'affretta,
Il tempo fugge!

MARGHERITA
a Faust
Ah! No, Non lasciarmi in abbandono!

MEFISTOFELE
Squilla già da quelle porte
La fanfara, la fanfara
Della morte.

MARGHERITA
Ahimè! Gran Dio,
staccandosi da Faust
Tu allontana la mia tentazion!
Mi strazian le membra
Con dure ritorte.
O Dio, tu m'aiuta,
Mi guidano a morte,
O ciel! Ah! Già sul mio capo,
Sul mio capo la scure brillò,
La scure, ah! brillò!

MEFISTOFELE
accanto a Faust
Cessate, cessate le vane parole,
Dal ciel d'oriente
Già levasi il sole,
De' neri puledri
Già s'ode il nitrire,
C'è d'uopo fuggir,
Fuggiam, ah! fuggiam, fuggiam.

FAUST
Serena, fanciulla,
Lo spirto sconvolto;
Ch'io vegga tranquillo
Quel pallido volto;
Pon freno alla foga
De' vani sospiri,
C'è d'uopo fuggir,
Ah! Sì, c'è d'uopo fuggir.
Ah! Non fossi mai nato!

MEFISTOFELE
Ebben?

MARGHERITA
Chi s'erge?
Chi s'erge dalla terra?
E' il mostro! Misericordia!
In questo santo asilo,
Che vuole il maledetto?
Ah! lo disaccia,
E' forse me ch'ei vuol!

FAUST
Ah! Vieni e vivi, deh!
Vivi, Margherita.

MEFISTOFELE
Mi segui, o entrambi
V'abbandono alla mannaia.

Luce d'alba. Mefistofele va ad esplorare nel fondo, sul cancello. Margherita, affranta, agonizzando nelle braccia di Faust.

MARGHERITA
Spunta … l'aurora pallida …
L'ultimo di già viene …
Esser doveva …
Il fulgido giorno …
Del nostro imene …
Tutto è finito
In vita.

FAUST
O strazio crudel!

MARGHERITA
Taci … ad ognun s'asconda,
S'asconda che amasti Margherita
E ch'io ti diedi il cor.
Ah! A questa moribonda perdonerai . . .
Signor … perdonerai, Signor.
Padre santo …
Mi salva … e voi, celesti,
Proteggete! Questa che a voi si volge.

MEFISTOFELE
E' giudicata.

FAUST
O strazio!

MARGHERITA
Enrico . . .
cade
Mi fai ribrezzo!

FALANGI CELESTI
E' salva! . . .

MEFISTOFELE
A me, Faust!

Faust e Mefistofele scompaiono. Nel fondo il carnfice circondato da sgherri.

ATTO QUARTO

Il fiume Penèjos. Acque limpide, cespugli folti, fiori e fronde. La luna immobile allo Zenuit spande sulla scena una luce incantevole. Un tempio con due sfingi a sinistra. Nel fondo Elena a Pantalis, in una cimba di madreperla e d'argento; un gruppo di sirene intorno alla barca. Faust giacerà assopito sulle zolle fiorite

ELENA
La luna
Immobile innonda l'etere …

PANTALIS
Canta.

ELENA
… d'un raggio pallido.

PANTALIS
Caldo Balsamo stillan le ramora …

ELENA
Canta.

PANTALIS
… dai cespi roridi.

ELENA
Doridi e
Silfidi, cigni e nereidi …

PANTALIS
Canta.

ELENA
… vagan sull'alighe.
L'aura è serena,
La luna è piena,
Canta, o sirena,
La serenata!

PANTALIS
Canta, canta,
Canta, sirena, canta.

FAUST
dietro le quinte
Elena, Elena, Elena, Elena!

ELENA
Viandante
Languido, t'appressa al margine …

PANTALIS
Canta.

ELENA
… del flutto flebile.

PANTALIS
Debile
Cantico t'invita; è florida …

ELENA
Canta.

PANTALIS
… la via di mammole.

ELENA
Cantan le
Tenere sirene, amabili …

PANTALIS
Canta.

ELENA
…Grazie del mar.
L'aura è serena,
La luna è piena,
Canta, sirena,
La serenata!

PANTALIS
Canta, Canta,
Canta, sirena, canta!

Partono

FAUST
sempre dietro le quinte
Elena, Elena, Elena, Elena!

MEFISTOFELE
entrando con Faust
Ecco la notte del classico Sabba.
Gran ventura per te
Che cerchi vita
Nel regno delle favole;
Nel regno delle favole tu sei.
Saggio consiglio
E' di spiar ciascun
Nostra fortuna
Per opposto sentier.

FAUST
Delibo l'aura
Del suo vago idioma cantatrice!
Son sul suol di Grecia!
Ogni mia fibra
E' posseduta dall'amor.

Faust esce

MEFISTOFELE
Al Brocken,
Fra le streghe del Nord,
Ben io sapevo farmi obbedir,
Ma qui, fra stranie larve,
Più me stesso non trovo.
Atri vapori dell'irto Harz,
O prediletti alle mie nari!
Un'orma di voi non fiuto
In quest'attica terra.
Ma qual s'inoltra
Volante o danzante
Gaietto sciame femminil?
Vediamo.

Entrano le Coretidi. Danze in cerchi. Mefistofele, confuso ed annoiato, esce.


Andantino danzante
Entra Elena seguita dalle Coretidi

CORETIDI
Ah!
Trionfi ad Elena,
Carmini, corone,
Danze patetiche,
Ludi di cetera.
Circonfusa di sol
Il magico viso,
Tu irradi l'anime,
Riverberi il cielo.

ELENA
assorta in una fatale visione
Notte cupa, truce,
Senza fine, funebre!
Orrida notte d'Illio!
Implacato rimorso!
Nugoli d'arsa
Polvere al vento
Surgono e fanno
Più cieca la tenebra.

CORETIDI
Pace!

ELENA
Di cozzantisi scudi
E di carri scroscianti
E di catapulte sonanti
L'etere è scossa!
Sì muta il suol
In volutabro di sangue.

CORETIDI
Numi! Numi!

ELENA
I numi terribili
Già ruggono,
L'ire inferocendo
Della pugna;
L'ispide torri
Ergonsi tragiche, negre,
Fra la caligin densa.

CORETIDI
Elena!

ELENA
L'incendio già lambe le case.
Veggonsi l'ombre degli Achei
Proiette bui profili giganti
Vagolar le pareti
In mezzo ai roghi.
Ahimè! Ah!
Alto silenzio
Regna poscia
Dove fu Troia.

Entra Faust splendidamente vestito coll'abito dei Cavalieri del XV secolo; è seguito da Mefistofele, Nero, Pantalis, di piccoli Fauni e da Sirene.

CORETIDI
Chi vien?
Chi vien?
O strana, o mirabile vista!
Un eroe tutto splendido s'inoltra!
Sul suo viso mestissimo
Sì legge: Amor!
Volgiti, Regina!
Regina, volgiti e guarda.

FAUST
inchinato davanti ad Elena
Forma ideal purissima
Della bellezza eterna!
Un uom ti si prosterna
Innamorato al suolo.
Volgi vêr me,
Di tua pupilla bruna,
Vaga come la luna,
Ardente come il sole.
Un uom ti si prosterna,
Innamorato, innamorato al suol.

ELENA
Dal tuo respiro
Prendo e mi chiamo beata
Ch' unica fra tutte
Le troadi e le argive ninfe
Spargo i voluttuosi
Fascini su cotanto amante!
Dal suo respiro pendo,
E mi chiamo beata, ah! beata.

FAUST
La tranquilla immagine
Della fanciulla blanda
Ch'amai, là fra le nebbie
D'una perduta landa
Già disvanì;
Un più sublime sguardo,
Un più folgorato viso,
E tremo ed ardo!
Adoro e tremo ed ardo!
Conquiso m'ha.
Più sublime amor, ecc.

CORETIDI
Quivi l'amor li aduna!
Prodigo! Li aduna l'amor!
O stupor!
O celeste coppia!
Sembran Endimione e Luna!
La dea deliba l'alito
Dell'eroe rapito!
Li aduna qui l'amor!
Lo contempla! O stupor! ecc.
Quasi lo bacia, o stupor!
O coppia del ciel!
Quivi l'amor li aduna, l'amor!

MEFISTOFELE
O stupore! Prodigo!
Quivi l'amor li aduna!
Stupor! Stupor!
Guarda!
Ah! Qui li aduna l'amor!
alle coretidi
Zitti lassù! Zitti lassù!
Quivi l'amor, li aduna
Sì, l'amor!

PANTALIS
Ah! Quivi l'amor li aduna!
Guarda!
Coppia del ciel!
O coppia celeste!

NEREO
Prodigo, prodigo!
O prodigo!
Stupor! Celeste coppia!
Qui li aduna l'amor!
Sì, quivi l'amor li aduna,
L'amor, l'amor!

Mefistofele, Pantalis, Nero e le Coretidi s'allontanano.

ELENA
O incantesimo!
Parla! Parla!
Qual magico soffio
Cotanto bea la tua dolce
Loquela d'amore?
Il suon tu inserti al suon,
Quasi alito d'eco
D'estasi piena.
Dimmi, como farò a palar
L'idioma soave?

FAUST
Frugo nel cor
E ti rispondo: Ave!

ELENA
E mi rispondi: Ave.

FAUST
Così tu pur come
Augello a richiamo,
Frughi nel cor e mi rispondi:
T'amo!
T'amo!
Ah! T'amo, t'amo!

ELENA
T'amo! T'amo, t'amo!

ELENA, FAUST
Ah! Amore! Mistero celeste,
Profondo!
Già il tempo dilegua
Cancellasi il mondo!
Già l'ore dai tetri mortali contate
Ramingan serene
Per plaghe beate!

ELENA
Per plaghe beate
Ramingan serene!

FAUST
Amore!

ELENA
E brividi ignoti
Mi cercan le vene.

FAUST
Amore!

FAUST, poi ELENA
E un'aura di cantici
Esala il mio core.
Guardandoci in viso,
Cantiamo l'amore!

FAUST
Cantiamo l'amore
Guardandoci in viso!

ELENA
Cantiam l'amor!
Ah! L'amore, l'amore delirio!

ELENA, FAUST
L'amore sorriso!

FAUST
Ah! L'amore visione . . .
L'amore canzone,
Sia sempre nel tardo
Futuro sommerso
L'estremo suo canto
L'estremo suo verso!
Cantiamo l'amor!
Ah! Cantiamo l'amor!
Mister! L'amor, l'amor!

ELENA
Ah! L'amore canzone,
Sia sempre nel tardo
Futuro sommerso
L'estremo suo verso!
Amor! Amor! Amore! Mister! Amor!

CORETIDI, CORIFEI
Poesia libera,
T'alza pe' cieli!
Voli di folgore!
Impeti d'aquila!
Spinganti all'ultime
Regge del sol, poesia!
Sì, spinganti a vol!
allontanandosi
Ah! Ah!

ELENA
mormorato
Giace in Arcadia
Una placida valle …

FAUST
mormorato
Ivi insieme vivrem.

ELENA
E avrem per nido
Le grotte delle ninfe …
E per guanciale …

FAUST
Le tue morbide chiome …

ELENA
E i fior di prato …

Sì perdono, mormorando, fra i cespugli.

CORETIDI, CORIFEI
Ah!

EPILOGO

Laboratorio di Faust come nell'atto primo ma qua e là diroccato dal tempo. Voci magiche sparse nell'aria. Faust, seduto sul seggiolone e conturbato, medita. Mefistofele gli sta dietro come un incubo. Notte. Una lampada arde languidamente; scena quasi oscura. Il Vangelo aperto, come nel primo atto, sul leggio.

MEFISTOFELE
fissando Faust
Cammina, cammina,
Superbo, pensier.

FAUST
alzondosi, come assorto in un' estatica visione
O rimembranza!

MEFISTOFELE
(La morte è vicina,
Cammina, cammina,
Superbo pensiero.)

FAUST
Corsi attraverso il mondo
E i suoi miraggi!
Ghermii pel crine
Il desiderlo alato!

MEFISTOFELE
(O canti! O memorie
D'incanti e di glorie,
Guidate a ruina
Quell'animo altier.)
a Faust
Hai bramato,
Gioito e poi brammato novellamente,
Né ancor dicesti
All'attimo fuggente:
Arrestati: sei bello!

FAUST
Ogni mortal mister gustai,
Il Real, l'Ideale,
L'Amore della vergine,
L'Amore della Dea . . . sì.
Ma il Real fu dolore
E l'Ideal fu sogno . . .
Giunto sul passo estremo
Della più estrema, età,
In un sogno supremo
Sì bea l'anima già,
In un sogno supremo, ecc.
Re d'un placido mondo,
D'una landa infinita,
A un popola fecondo
Voglio donar la vita.

MEFISTOFELE
(Spiar voglio il suo cor.)

FAUST
Sotto una savia legge
Vo'che surgano a mille
A mille e genti e gregge
E case e campi e ville.

MEFISTOFELE
(Ah! All'erta, tentator!)

FAUST
Ah! Voglio
Che questo sogno
Sia la santa poesia
E l'ultimo bisogno
Dell'esistenza mia.
Voglio che questo sogno
Sia la santa poesia
Dell'esistenza!
Ecco . . .
La nuova turba
Al guardo mio si svela!

MEFISTOFELE
(Ah! Qual baglior contruba
Il muto tenebror?!)

FAUST
S'ode un cantico in ciel.

MEFISTOFELE
(All'erta!)

FAUST
S'ode un cantico in ciel.

MEFISTOFELE
(All'erta tentator!)

FAUST
Già mi beo nell'augusto raggio
Di tanta aurora!
Già nell'idea pregusto
L'alta ineffabil ora!

MEFISTOFELE
(All'erta, all'erta!
E' la battaglia incerta
Fra Satana ed il Ciel.)
a Faust, dispiegando il mantello come nell'atto primo
Vien! Io distendo questo mantel . . .

FAUST
Cielo!

MEFISTOFELE
… e volerem sull'aria!
Faust! Faust! Faust!

FALANGI CELESTI
Ah!
Ave Signor,
Signor degli angeli,
Dei santi, delle sfere . . .

MEFISTOFELE
esoriczzando verso l'alcova dove appariscono le Sirene in mezzo ad una luce calda
Odi il canto d'amor
Che un dì beò il tuo cor!
Vieni a inebbriar le vene
Sul sen delle Sirene!
Vieni!
Le Sirene scompaiono

FALANGI, CELESTI
… delle sfere, dei volanti,
… e dei santi, dei volanti,
E dei volanti cherubini d'or
Ave, Signor!

FAUST
Arrestati, sei bello!

CHERUBINI
Ave!

MEFISTOFELE
Torci il guardo,
Torci il guardo!

Faust con un gesto possente va ad afferrare il Vangelo

FALANGI CELESTI
E dei volanti cherubini d'or.
Ave, Signor degli angeli.

FAUST
Baluardo m' è il Vangelo!

CHERUBINI
Ave!

MEFISTOFELE
Torci il guardo,
Torci il guardo!

FAUST
Dio clemente, m'allontana
Dal demonio mio beffardo,
Non indurmi in tentazione!
rapito nell'estasi della visione
Vola il cantico ardente
Del celestial drappello!

FALANGI CELESTI
Dall'eterna armonia
Dell'Universo
Nel glauco spazio immerso . . .

MEFISTOFELE
Già strilla l'angelico stuolo,
Ghermiamo quell'anima al volo.
Già l'opra del male distrugge
Iddio col suo stolto perdon,
Col suo stolto perdon!

FAUST
Sacro attimo fuggente,
Arrestati, sei bello!
A me l'eternità! muore

FALANGI CELESTI
… emana un verso,
Un verso di supremo amor …

Scende una pioggia di rose sulla salma di Faust.

CHERUBINI
Spargiamo un profluvio di rose,
Un nembo di foglie ordorose,
Un effluvio di fior.

FALANGI, CELESTI
… e s'erge a Te.

MEFISTOFELE
sotto i raggi e sotto la pioggia di rose dibattendosi e irridendo e sprofondandosi nella terra a poco a poco
Diluvian le rose
Sull'arsa mia testa,
Le membra ho corrose
Dai raggi dai fior.

CHERUBINI
Oriamo, la povera salma s'invola,
Redenta quell'alma nel mistico amor.

FALANGI CELESTI
S'erge a Te per l'aure . . .

MEFISTOFELE
M'assale la mischia
Di mille angioletti.
Trionfan gli eletti,
Ma il reprobo fischia!

CHERUBINI
Spargiamo un diluvio
Di rose sul mostro,
Le gelide e irose
Sue membra contorca …

FALANGI CELESTI
… in suon soave.

MEFISTOFELE
Trionfa il Signor,
Ma il reprobo fischia!
Eh!!!

CHERUBINI
… furente in mezzo
Alla pioggia rovente,
Alla pioggia rovente che spargon
I cherubi d'oro.
Siam nimbi volanti dai limbi,
Nei santi splendori vaganti.

FALANGI CELESTI
Ave, ave!

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Klavierauszug

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