Carmen

Carmen

Opéra comique
in vier Akten

Libretto

Henri Meilhac und Ludovic Halévy
nach der Novelle von Prosper Mérimée

Uraufführung

3. März 1875, Paris (Opéra-Comique)

Besetzung

DON JOSÉ, Brigadier (Tenor)
ESCAMILLO, Torero (Bariton)
DANCAIRO, Schmuggler (Bass)
REMENDADO, Schmuggler (Tenor)
MORALÈS, Sergeant (Bariton)
ZUNIGA, Leutnant (Bass)
LILLAS PASTIA, Schankwirt (Sprechrolle)
EIN BERGFÜHRER (Sprechrolle)
CARMEN, Zigeunerin (Mezzosopran)
MICAËLA, Bauernmädchen (Sopran)
FRASQUITA, Zigeunerin (Sopran)
MERCÉDÈS, Zigeunerin (Sopran)
ANDRES, Leutnant (Tenor)
EIN ZIGEUNER (Bass)
EIN SOLDAT (Sprechrolle)
EINE ORANGENVERKÄUFERIN (Alt)

CHOR und BALLETT
Soldaten, Junge Männer, Zigarettenfabrikarbeiterinnen,
Anhänger Escamillos, Zigeuner, Zigeunerinnen,
Fächer- und Orangenverkäuferinnen,
Programm-, Getränke-, Wein- und Zigarettenverkäufer
Polizisten, Stierkämpfer, Volk, Gassenjungen, Der Alcalde

Ort

Spanien (Sevilla)

Zeit

um 1820

Bizet, Georges

Bizet, [Alexandre-César-Léopold] Georges
25.10.1838 Paris - 3.6.1875 Bougival


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

La Maison du docteur (inc; np)
Le Docteur Miracle (9.4.1857 Paris)
Don Procopio (1859; 13.3.1906 Monte Carlo)
La Guzla de l'Émir (1862; np)
Ivan IV (1865; 1946 Tübingen) [Ivan le Terrible] [+ Busser]
Les Pêcheurs de perles (30.9.1863 Paris)
La Jolie fille de Perth (26.12.1867 Paris)
Malbrough s'en va-t-en-guerre (13.12.1867 Paris)
La Coupe du roi de Thulé (1869; 12.7.1955 BBC*)
Noé, ou Le Deluge (1869; 5.4.1885 Karlsruhe) [+ Halévy]
Djamileh (22.5.1872 Paris)
Sol-si-ré-pif-pan (16.11.1872 Paris)
Carmen (3.3.1875 Paris)
inc = Fragment / np = keine Aufführung / * = Radio



ERSTER AKT
Platz in Sevilla mit Zigarettenfabrik und Wache.
Micaëla, ein schüchternes Bauernmädchen, sucht den Sergeanten José auf der Wache, um ihm Grüsse von seiner Mutter zu bringen. Er ist noch nicht anwesend, und so zieht sie sich scheu zurück. Nach der Ablösung der Wache erfährt José, dass ein "Mädchen mit blauen Augen und blonden Zöpfen" nach ihm gefragt habe. Da ertönt das Pausensignal der nahen Zigarettenfabrik, aus der in buntem Gewirr die Arbeiterinnen herausströmen, (--> Dans l'air, nous suivons des yeux de la fumée), unter ihnen, umschwärmt von Verehrern, die Zigeunerin Carmen. Die Liebesbeteuerungen der jungen Leute gleiten an ihrem Spott ab, sie sind ihr gleichgültig (--> L'amour est un oiseau rébelle). Dem einzigen, den ihr aggressiver, verführerischer Charme kalt lässt, Don José, wirft sie eine Blume ins Gesicht und enteilt. Verwirrt betrachtet sie José und sucht sich dem geheimnisvollen Zauber, den sie von der koketten Schönen auf ihn überträgt, zu entziehen. Als Micaëla erscheint, verscheucht sie für kurze Zeit den bösen Zauber durch die Erinnerungen an die ferne Mutter (--> Parle-moi de la mère). Grosses Geschrei aus der Zigarettenfabrik: Carmen hat eine Messerstecherei verursacht und einen Tumult heraufbeschworen. José muss sie auf Befehl seines Offiziers verhaften. Mit ihrer bestrickenden Schönheit und einem aufreizenden Lied (--> Près des remparts de Séville) betört sie den braven Sergeanten so, dass er ihre Fesseln löst. Sie entflieht, und man führt den pflichtvergessenen José ab.

ZWEITER AKT
Schmugglerschenke.
In der berüchtigten Schenke von Lillas Pastia drehen sich die Paare in wildem Tanze. Carmen, Mercedes und Frasquita singen ein hinreissendes Zigeunerlied (--> Les tringles des sistres tintaient, das alle in leidenschaftlichen Taumel versetzt.
Den Schmugglern winkt in dieser Nacht ein grosses Geschäft. Alle sollen bei dem Fang behilflich sein, doch Carmen weigert sich, sie ist verliebt "mit rasender Glut" in José, den sie heute abend noch erwartet, da er aus der Haft entlassen ist. Noch bevor er kommt, kreuzt ein anderer Mann ihren Weg: der Stierkämpfer Escamillo, dessen brutale, sieggewohnte Männlichkeit die sinnliche Carmen stark beeindruckt (--> Toréador, en garde!), obwohl sie mit aller Leidenschaft José erwartet. Der Langersehnte erscheint endlich. Carmen umgarnt ihn mit einem verführerischen Tanz. Sie will nicht nur den Geliebten, sie will ihn auch als Helfershelfer für die Schmugglerbande gewinnen. José bleibt stark, und als das Trompetensignal zum Appell ertönt, will er zur Kaserne zurück. Die enttäuschte und wütende Carmen verhöhnt ihn, obwohl er ihr seine Liebe beteuert (--> La fleur que tu m'as jetée). In diesem Augenblick begehrt sein Offizier Zuniga Einlass bei Carmen. Dem Nebenbuhler aber weicht José nicht - seine Eifersucht ist grösser als sein Pflichtgefühl. José zieht den Degen gegen Zuniga, die Schmuggler helfen ihm und entwaffnen den Offizier. Nach diesem Vorfall gibt es für den Sergeanten kein Zurück mehr; er verfällt Carmen und der Schmugglerbande.

DRITTER AKT
Wilde Gebirgsschlucht.
Die Schmuggler und Zigeuner halten Rast und vertreiben sich die Zeit mit Spiel und Tanz. (--> Notre métier est bon). Frasquita, Mercedes und Carmen legen sich die Karten (--> Mêlons! Coupons!), sie verkünden Carmen den nahen Tod. Carmen verlacht die Gefährtinnen und folgt den Schmugglern, um die Zöllner zu beeinflussen. Während José zur Bewachung der Schmugglerware zurückbleibt, naht Micaëla dem unheimlichen Ort (--> Je dis que rien ne m'épouvante), wird aber durch das Eintreffen Escamillos verscheucht. Dieser sucht Carmen, die er liebt und begehrt. José, rasend vor Eifersucht, geht ihm mit seinem Messer zu Leibe. Escamillo scheint zu unterliegen, da kommen Carmen und die Schmuggler zurück und retten ihm das Leben. Dankbar lädt er alle zum nächsten Stierkampf nach Sevilla ein, des Lohnes gewiss, den ihm Carmens glühende Blicke verheissen. Drohend steht José zwischen ihr und dem zukünftigen Liebhaber. Da wagt sich Micaëla aus ihrem Versteck heraus und fleht José an, zur sterbenden Mutter heimzukehren. Carmen redet ihm spöttisch zu, froh ihn auf diese Weise loszuwerden. Ihre Liebe zu ihm ist längst erkaltet, jetzt treibt sie Escamillo zu. José folgt Micaëla zur Mutter, nicht ohne Carmen seine baldige Rückkehr anzukünden.

VIERTER AKT
Platz vor der Arena in Sevilla.
Das begeisterte Volk begrüsst vor dem Eingang seinen Liebling Escamillo, der mit Carmen erscheint. Bevor der Stierkämpfer die Arena betritt, erklärt er Carmen seine Liebe, die sie glühend erwidert. Sie will der Lohn seines Sieges sein. Zwei Freundinnen warnen sie vor José, den sie in der Nähe gesehen haben. Aber Carmen ist nicht das Weib, das sich fürchtet. Da vertritt ihr José auch schon den Weg in die Arena und fordert sie auf, mit ihm zu geben. Flehentlich bittet er sie, der unwürdigen Umgebung zu entfliehen, demütig zu ihren Füssen spricht er von seiner Liebe und Treue (--> C'est toi? Je ne menace pas). Direkt und aufrichtig erklärt ihm Carmen, dass es aus sei zwischen ihnen und schleudert ihm trotzig seinen Ring vor die Füsse. In diesem Moment ertönt aus der Arena lauter Jubel, welcher Escamillos Sieg verkündet. Aufs höchste erregt, stösst José der Geliebten sein Messer in die Brust und sinkt mit den Worten: "Carmen, du mein angebetet Leben" gebrochen neben ihrer Leiche hin.

ACT I
A square in Seville, with a guardhouse and cigarette factory
Micaela looks for Don José, but he will not be there till the guard is changed. Urchins mock the soldiers at the changing of the guard. The girls from the cigarette factory mingle with the soldiers, but Carmen remains aloof: she can only love one who flees, not one who loves her. Since Don José is ignoring her, she flings a flower in his face and runs off.
He hides it inside his tunic as Micaela returns, bringing a letter from his mother and a kiss, which he returns.
There is a disturbance in the factory, Carmen has stabbed another girl and Zuniga orders Don José to take her to prison, but she bewitches him into letting her escape.

ACT II
The tavern of Lillas Pastia
Carmen rejects the advances of Zuniga. She is waiting for Don José, who is about to be released from prison (he had been demoted and imprisoned for letting her escape). She also seems unimpressed by the toreador Escamillo, who makes advances to her.
As all leave except Carmen and her gypsy friends, Zuniga promises to return, despite her discouragement. She refuses to join the smugglers because she is in love. Hearing Don José's voice, she tells the others to leave. He is jealous when he learns that she has danced for the officers, so she dances for him, but is interrupted by the bugle sounding the retreat. When Don José insists that he must return to barracks she accuses him of not loving her. He produces the faded flower, telling her it has stayed with him through his imprisonment.
If he loves her, she says, he will follow her to the mountains, but he is still resolved to leave. He is still there when Zuniga returns and disobeys Zuniga's order to leave. They come to blows and are separated by the smugglers. Don José now has no choice but to desert and join the smugglers.

ACT III
A pass high in the mountains
The smugglers make camp. Don José regrets his present way of life, particularly as Carmen is disenchanted with him. As Mercédès and Frasquita lightheartedly tell their fortunes, Carmen consults the cards and reads her death in them.
Don José is left on guard as the girls go down to beguile the customs officers while the men take the goods through. Micaela has come in search of Don José. She hides. Escamillo has come in search of Carmen and is discovered by Don José. They fight, and only the return of the smugglers saves Escamillo, as Carmen restrains Don José.
Micaela is discovered. She has brought Don José a message from his dying mother and Carmen scornfully tells him to go. He swears that he will return.

ACT IV
Outside the bullring in Seville
Escamillo arrives for the bullfight, accompanied by Carmen. Warned by her friends that Don José is looking for her, she refuses to beware, but waits outside to confront him. As she continues to resist his entreaties and threats, he kills her as the crowd acclaims the victorious Escamillo. Having killed his beloved Carmen, Don José surrenders to the law.
ACTE I
Face à la manufacture de tabac de Séville, la caserne des dragons d'Alcala, dont les sentinelles observent les passants; Micaela (soprano), une paysanne blonde, s'enquiert en vain de brigadier Don José; lorsque José (ténor) prend sa faction, conduit par le lieutenant Zuniga (basse), les cigarières sortent pour la pause (Dans l'air, nous suivons des yeux); parmi elles, la gitane Carmencita (mezzo-soprano ou soprano), qui fredonne une habanera (L'amour est un oiseau rebelle) et apostrophe José, apparament insensible à son charme. Lorsque Micaela rejoint Don José (duo: Parle moi de ma mère), ce dernier révèle l'empreinte laissée en son âme par Carmen.
Arrêtée à la suite d'un rixe dans la fabrique, la gitane n'aura aucune difficulté à achever la séduction (Séguidille: Près des remparts de Séville) du brigadier, qui favorise son évasion et se laisse conduire en prison.

ACTE II
Dans la taverne de Lilas Pastia, Carmen entonne une chanson bohème (Les tringles des sistres tintaient) en compagnie de Frasquita (soprano) et Mercédès (mezzo-soprano), autres complices de deux aimables contrebandiers, le Dancaire et le Remendado. Dans le quintett qui les réunit (Nous avons en tête une affaire), Carmen reconnaît avoir aussi subi la fascination de l'amour de Don José. Une diversion est créée par la venue du bellâtre Escamillo (baryton-basse), un torero en quête d'aventures (Votre toast). José et Carmen sont maintenant face à face; il se cabre à ses railleries, se livre (romance La fleur que tu m'avais jetée), se reprend. A l'entrée de son lieutenant, Zuniga, venu relancer la belle, il dégaine. Son destin s'accomplira désormais, dans la montagne, avec les contrebandiers, mais auprès de Carmen.

ACTE III
Dans la montagne, où se trame le passage clandestin des marchandises; Carmen cherche à secouer le joug qui la lie à José, puis interroge les cartes (En vain pour éviter): la mort pour tous deux. José demeure en sentinelle, mais c'est Micaela qui surgit à sa recherche (Je dis que rien ne m'épouvante). Escamillo paraît aussi, José lève sa navaja (duo: Enfin ma colère), mais le retour soudain de Carmen sauve le torero du coup fatal, alors que Micaela rappelle José au chevet de sa mère mourante. A l'issu d'une scène finale intense (Dût-il m'en coûter la vie), José s'éloigne, alors que la voix d'Escamillo retentit au loin.

ACTE IV
Devant les arènes de Séville, la foule s'agite. Escamillo paraît au bras de Carmen, mais leur duo d'amour sonne creux (Si tu m'aimes, Carmen). José est là, qui épie; Carmen l'affrontera, seule, sans illusion sur l'issue de leur rencontre (C'est toi? - c'est moi). Elle clame son désir de liberté, face à José tour à tour suppliant et menaçant. C'est la mort qu'elle affronte par sa fierté, et de fait José, enfin, la poignarde.
ATTO PRIMO
A Siviglia verso il 1820. Presso la manifattura di tabacchi, Moralès, capo dei dragoni, osserva l’andirivieni dei passanti. Giunge, dal suo paese di campagna, Micaëla, alla ricerca del brigadiere Don José. Le viene detto che José non è ancora arrivato, anche se non tarderà molto; la giovane quindi si allontana. Una grande animazione accompagna la comparsa sulla piazza delle ragazze, che escono dalla manifattura per la pausa. Solo José, giunto nel frattempo, si mostra disinteressato alle giovani: ama Micaëla e ha promesso alla madre di sposarla. Tutti gli uomini attendono la comparsa di Carmen, e quando finalmente la bella sigaraia compare le si stringono attorno ( habanera : “L’amour est un oiseau rebelle”). Carmen si accorge dell’indifferenza di José e per provocarlo, senza proferir parola, gli lancia un fiore prima di ritornare nella manifattura. José ne è turbato e, quasi inconsciamente, cela il fiore sotto la giubba. Ritorna Micaëla, consegna a José una lettera della madre (“Parle-moi de ma mère”) e prima di tornarsene al paese lo bacia castamente. Grida improvvise s’odono provenire dalla manifattura. Carmen si è azzuffata con una compagna e l’ha ferita al volto. Zuniga, tenente delle guardie, l’arresta e ordina a José di condurla in prigione. Rimasta sola con il brigadiere la donna dà inizio alla sua opera di seduzione: gli promette amore in cambio della libertà ( seguidilla : “Près des rémparts de Séville”). José, definitivamente irretito, l’aiuta a fuggire.

ATTO SECONDO
Un mese è passato. Nella taverna di Lillas Pastia, Carmen attende il ritorno di Don José, che è stato imprigionato per averla lasciata fuggire, danzando con le altre zingare (Carmen, chanson bohème : “Les tringles des sistres tintaient”). Entra, fra le acclamazioni generali, il torero Escamillo, che vuole brindare con gli amici (“Votre toast, je peux vous le rendre... Toréador, en garde”). Egli rivolge qualche frase galante a Carmen, ma il pensiero della donna è rivolto solo a José, e quando gli amici contrabbandieri la invitano a unirsi a loro (“Nous avons en tête une affaire”) per un nuovo colpo, la zingara rifiuta dichiarandosi troppo innamorata per questo genere di imprese. Giunge finalmente José, uscito di prigione, ma s’ode una tromba suonare la ritirata e il brigadiere si accinge a far ritorno in caserma. Grande è allora il dispetto di Carmen, che copre di scherno l’uomo. A nulla valgono le profferte d’amore di José (“La fleur que tu m’avais jetée”) e solo l’improvviso sopraggiungere di Zuniga interrompe il loro litigio. Scoppia una rissa, sedata dall’intervento dei contrabbandieri, e a quel punto José si vede costretto a unirsi a loro disertando l’esercito.

ATTO TERZO
La vita fra le montagne non si confà a Don José, torturato dai rimorsi. Anche il suo rapporto con Carmen non è più quello di un tempo. La zingara interroga le carte (“Parlez encore, parlez, mes belles”); il responso è terribile: la morte (“En vain pour éviter les réponses amères”, Carmen). Micaëla, nel disperato tentativo di redimere l’uomo che ama, giunge nel rifugio dei contrabbandieri (“Je dis que rien ne m’épouvante”) incitando Don José a raggiungere la madre morente. L’uomo la segue, non senza aver prima minacciato Carmen della quale è follemente geloso.

ATTO QUARTO
Di fronte all’arena di Siviglia, il popolo acclama festante il corteo dei toreri. Anche Carmen, ora innamorata di Escamillo, è fra la folla. Celato nella confusione generale vi è anche Don José, pazzo di gelosia. La zingara lo affronta, sola nella piazza deserta poiché tutti stanno assistendo alla corrida. José implora e minaccia. La vuole tutta per sé. Ma la donna gli si nega, la sua mancanza di carattere l’ha annoiata, e in segno di disprezzo gli getta in faccia l’anello che le ha donato. A quel punto, furente e accecato dalla disperazione, José l’uccide (“C’est toi! C’est moi!”).


Personen:
DON JOSÉ, Brigadier (Tenor)
ESCAMILLO, Torero (Bariton)
DANCAIRO, Schmuggler (Bass)
REMENDADO, Schmuggler (Tenor)
MORALÈS, Sergeant (Bariton)
ZUNIGA, Leutnant (Bass)
LILLAS PASTIA, Schankwirt (Sprechrolle)
EIN BERGFÜHRER (Sprechrolle)
CARMEN, Zigeunerin (Mezzosopran)
MICAËLA, Bauernmädchen (Sopran)
FRASQUITA, Zigeunerin (Sopran)
MERCÉDÈS, Zigeunerin (Sopran)
ANDRES, Leutnant (Tenor)
EIN ZIGEUNER (Bass)
EIN SOLDAT (Sprechrolle)
EINE ORANGENVERKÄUFERIN (Alt)

CHOR und BALLETT
Soldaten, Junge Männer, Zigarettenfabrikarbeiterinnen,
Anhänger Escamillos, Zigeuner, Zigeunerinnen,
Fächer- und Orangenverkäuferinnen,
Programm-, Getränke-, Wein- und Zigarettenverkäufer
Polizisten, Stierkämpfer, Volk, Gassenjungen, Der Alcalde



ERSTER AKT

Nr. 1 - Vorspiel

Ein Platz in Sevilla. Rechts das Tor der Tabakfabrik. Im Hintergrund, dem Publikum zugewandt, eine begehbare Brücke, die die Bühne in ihrer ganzen Ausdehnung überspannt. Zu dieser Brücke gelangt man von der Bühne über eine Wendeltreppe, die sich rechter Hand über dem Tor der Tabakfabrik emporwindet. Der Raum unter der Brücke ist begehbar. Links im Vordergrund die Wachstube. Vor der Wachstube, um zwei oder drei Stufen erhöht, eine kleine überdachte Galerie; nahe der Wachstube in einem Ständer die Lanzen der Dragoner mit ihren gelben und roten Fähnchen

Nr. 2 - Szene und Chor

Beim Aufgeben des Vorhangs gruppieren sich etwa fünfzehn Soldaten (Dragoner des Regiments von Almansa) vor der Wachstube. Die einen sitzen und rauchen, die anderen stützen sich mit den Ellenbogen auf die Brüstung der Galerie. Passanten laufen auf dem Platz umher. Eilige, geschäftige Leute kommen, geben, treffen sich, begrüssen einander, drängeln sich usw.

CHOR
Auf dem Platze
geht jedermann seines Wegs,
ein jeder kommt oder geht;
seltsame Leute sind das.
Seltsame Leute! Seltsame Leute!

MORALES
An der Tür der Wachstube
rauchen wir, um die Zeit
totzuschlagen, wir schwatzen, wir
sehen den Vorbeigehenden zu,
Auf dem Platze usw.

CHOR
Auf dem Platze usw.

Seit einigen Minuten ist Micaëla aufgetreten. In ihrem blauen Rock und mit ihren auf die Schultern herabfallenden Zöpfen betrachtet sie zögernd und verlegen die Soldaten, geht vorwärts, weicht zurück, usw.

MORALES
zu den Soldaten
Seht doch dort diese Kleine
die anscheinend mit uns sprechen will.
Seht, seht, sie geht herum, sie zögert.

CHOR.
Wir müssen ihr helfen.

MORALES
zu Micaëla
Was sucht Ihr, meine Schöne?

MICAËLA
Ich! Ich suche einen Brigadier.

MORALES.
Da bin ich schon, hier!

MICAËLA
Mein Brigadier heisst
Don José ... kennt Ihr ihn?

MORALES
Don José, den kennen wir alle.

MICAËLA
Wirklich? Bitte sagt mir, ob er bei Euch ist?

MORALES
Er ist nicht Brigadier in unserer Kompanie.

MICAËLA
traurig
Dann ist er also nicht da?

MORALES
Nein, reizendes Fräulein, er ist nicht da,
aber er wird gleich hier sein.
Ja, gleich wird er hier sein.
Er kommt, wenn die aufziehende Wache
die abtretende Wache ablöst.

ALLE
Er kommt, wenn die aufziehende Wache
die abtretende Wache ablöst.

MORALES
Aber während Ihr darauf wartet, dass er kommt,
mein schönes Kind, macht es Euch etwas aus,
einen Augenblick zu uns hereinzukommen?

MICAËLA
Zu Euch!

CHOR
Zu uns.

MICAËLA
Nicht doch, nicht doch,
vielen Dank, meine Herren Soldaten.

MORALES
Kommt ohne Furcht herein, meine Süsse,
ich verspreche Euch, man wird
für Eure werte Person
allen nötigen Respekt haben.

MICAËLA
Daran zweifle ich nicht;
dennoch werde ich zurückkommen,
ich werde zurückkehren, das ist klüger.
Nimmt lachend den Satz des Feldwebels auf
Ich komme zurück, wenn die aufziehende Wache die abtretende Wache ablöst.

MORALES und CHOR
umringen Micaëla
Ihr müsst bleiben, denn die aufziehende Wache
wird gleich die abtretende Wache ablösen.

MORALES.
Ihr werdet bleiben!

MICAËLA
sucht loszukommen
Nicht doch! Nicht doch!

MORALES und CHOR
Ihr werdet bleiben, Ihr bleibt, Ihr bleibt,
ja, Ihr werdet bleiben, werdet bleiben.

MICAËLA
Nicht doch! Nicht doch! Nein! Nein! Nein! Nein!
Auf Wiedersehen, meine Herren Soldaten.
Sie flüchtet und läuft davon.

MORALES
Der Vogel fliegt davon,
wir kommen darüber hinweg.
Nehmen wir unsern Zeitvertreib wieder auf
und sehen wir den Vorbeigehenden zu.

CHOR
Auf dem Platze usw.


Nr. 2 a - Couplet des Morales

Das Hin- und Hergehen der Passanten, das während der Szene mit Micaëla aufgehört hatte, hat mit einiger Lebhaftigkeit wieder begonnen. Unter den Leuten, die kommen und gehen, ist ein alter Herr, der seinen Arm einer jungen Dame reicht ... Der alte Herr möchte seinen Spaziergang gerne fortsetzen, aber die junge Dame tut alles, um ihn auf dem Platze zurückzuhalten. Sie scheint bewegt, unruhig. Sie blickt nach recht und links. Sie erwartet jemanden, und die-ser jemand kommt nicht. - Diese Pantomime muss sehr genau mit dem folgenden Couplet übereinstimmen.

MORALES
Achtung! Pst! Seien wir still!
Hier kommt ein alter Ehemann
mit misstrauischem Blick und eifersüchtiger Miene;
am Arm hält er seine junge Gattin;
der Liebhaber ist sicher nicht weit;
er wird schon aus irgendeinem Winkel hervorkommen.
In diesem Augenblick tritt in junger Mann eilig auf den Platz.
Ha! Ha! Ha! Ha!
Da ist er schon.
Sehen wir, was daraus entsteht.

Das zweite Couplet ist die Fortsetzung und passt sich genau der Szene an, die von den drei Personen dargestellt wird. Der junge Mann nähert sich dem alten Herrn und der jungen Dame, grüsst und wechselt mit leiser Stimme einige Worte usw.

MORALES
ahmt den beflissenen Gruss des jungen Mannes nach.
Welch ein Glück, Euch hier anzutreffen!
Er nimmt die griesgrämige Miene des alten Ehemannes an.
Ich bin ganz Euer Diener,
Er nimmt wieder die Miene des jungen Mannes an.
Er grüsst, er spricht mit feinem Anstand.
Dann mit der Miene des alten Ehemanns.
Der alte Ehemann zieht eine Grimasse.
Er imitiert das Lächeln der Dame.
Aber mit sehr aufmunterndem Blick
wendet sich die Dame ihrem Galan zu.
Der junge Mann zieht in diesem Augenblick ein Briefchen aus der Tasche, das er der Dame zeigt.
Ha! Ha! Ha! Ha!
So weit ist es schon gekommen.
Sehen wir, was daraus werden wird.
Der Ehemann, die Frau und der Galan machen alle drei sehr langsam eine kleine Runde über den Platz. Der junge Mann versucht dabei, der Dame seinen Liebesbrief zu geben.

MORALES
Sie machen zusammen einige Schritte;
unser Liebhaber hebt den Arm
und zeigt dem Ehemann etwas.
Und der noch immer mürrische Ehemann
guckt in die Luft ... Es hat geklappt,
denn die Dame hat das Briefchen genommen.
Der junge Mann zeigt dem alten Herrn mit einer Hand etwas in der Luft, und mit der anderen gibt er der Dame das Briefchen.
Ha! Ha! Ha! Ha!
Und so ist es,
man sieht, was daraus werden wird.

ALLE
lachend.
Ha! Ha! Ha! Ha! Und so ist es,
man sieht, was daraus werden wird.


Nr. 3 - Chor der Gassenjungen

Man hört in der Ferne, in sehr weiter Ferne, einen Militärmarsch, Trompeten und Querpfeifen. Das ist die aufziehende Wache, die eintrifft. Der alte Herr und der junge Mann drucken sich herzlich die Hand. Respektvoller Gruss des jungen Mannes für die Dame. Ein Offizier tritt aus der Wachstube heraus. Die Soldaten der Wachmannschaft holen ihre Lanzen und stellen sich vor der Wachstube in einer Reihe auf. Die Passanten rechter Hand bilden eine Gruppe, um der Parade beizuwohnen. Der Militärmarsch nähert sich, nähert sich ... Die aufziehende Wache kommt endlich von der linken Seite her zum Vorschein und überquert die Bühne. Zunächst zwei Trompeten und zwei Querpfeifen. Dann eine Schar von kleinen jungen, die sich bemühen, grosse Schritte zu machen, um im Gleichschritt mit den Dragonern zu marschieren. - Die Kinder so klein wie möglich. Hinter den Kindern der Leutnant Zuniga und der Brigadier Don José, dann die Dragoner mit ihren Lanzen.

CHOR DER GASSENJUNGEN
Zusammen mit der aufziehenden Wache
treffen wir ein, da sind wir ...
Erklinge, schmetternde Trompete,
Taratata, taratata;
wir marschieren erhobenen Hauptes
wie kleine Soldaten,
ohne Fehler zu machen,
eins ... zwei ... treten wir auf der Stelle,
die Schultern zurückgenommen
und die Brust heraus,
die Arme auf die bekannte Weise
längs dem Körper herabfallend;
mit der aufziehenden Garde
treffen wir ein, da sind wir!
Erklinge, schmetternde Trompete,
Taratata, taratata.

Die aufziehende Wache stellt sich rechter Hand der abziehenden Wache gegenüber auf. Sobald die kleinen jungen, die rechts vor den Schaulustigen Halt gemacht haben, zu singen aufgehört haben, grüssen sich die Offiziere mit dem Degen und beginnen sich leise zu unterhalten. Die Wachposten werden abgelöst.

Melodram

MORALES
zu Don José
Ein hübsches Junges Mädchen hat nach dir gefragt.
Sie sagte, dass sie wiederkommen werde ...

JOSÉ
Ein hübsches Mädchen?

MORALES
Ja, und niedlich gekleidet, ein blauer Rock,
Zöpfe, die auf die Schultern herabfallen ...

JOSÉ
Das ist Micaëla.
Das kann nur Micaëla sein.

MORALES
Sie hat nicht gesagt, wie sie heisst.

Die Wachposten sind abgelöst. Signalhörner erklingen. Die abziehende Wache passiert die aufziehende Wache. - Die Jungen scharen sich wieder hinter die Signalhörner und die Querpfeifen der abziehenden Wache an der Stelle, die sie hinter den Trommeln und den Querpfeifen der aufziehenden Wache eingenommen hatten.

CHOR DER JUNGEN
Und die abziehende Wache
kehrt heim und geht ab.
Erklinge, schmetternde Trompete,
Taratata, taratata.
Wir marschieren erhobenen Hauptes
wie kleine Soldaten,
ohne Fehler zu machen,
eins ... zwei ... treten wir auf der Stelle.
Taratata ratata usw.

Soldaten, Jungen und Schaulustige entfernen sich im Hintergrund; Chor, Querpfeifen und Signalhörner werden schwächer. Der Offizier der aufziehenden Wache inspiziert währenddessen leise seine Leute. Als der Chor der jungen und die Querpfeifen nicht mehr zu hören sind, sagt der Leutnant: »Präsentiert die Lanzen ... Hoch die Lanzen.Weggetreten.«
Die Dragoner stellen alle ihre Lanzen in den Ständer, dann gehen sie in die Wachstube. Don José und Zuniga bleiben allein auf der Bühne.



Gesprochener Dialog

ZUNIGA
Sagt, Brigadier ...

JOSÉ
steht auf
Herr Leutnant!

ZUNIGA
Ich bin erst seit zwei Tagen im Regiment und bin niemals zuvor nach Sevilla gekommen. Was ist das für ein grosses Gebäude?

JOSÉ
Das ist die Tabakfabrik ...

ZUNIGA
Arbeiten dort Frauen? ...

JOSÉ
Ja, Herr Leutnant. Sie sind jetzt nicht da; gleich nach dem Essen werden sie wiederkommen. Und ich versichere Euch, dann gibt es hier viele Leute, um sie vorbeigehen zu sehen.

ZUNIGA
Sind es viele?

JOSÉ
Weiss Gott, es sind sicher vier- oder fünfhundert, die in einem grossen Saal Zigarren drehen ...

ZUNIGA
Das muss kurios sein.

JOSÉ
Ja, aber Männer dürfen diesen Saal nicht ohne Erlaubnis betreten ...

ZUNIGA
Ah!

JOSÉ
Weil es sich diese Arbeiterinnen bei der Hitze bequem machen, besonders die jungen.

ZUNIGA
Es sind auch junge dabei?

JOSÉ
Aber ja, Herr Leutnant.

ZUNIGA
Und hübsche?

JOSÉ
lachend
Ich nehme es an ... Aber, um die Wahrheit zu sagen, bin ich da nicht ganz sicher, obwohl ich hier schon mehrmals Wache gestanden habe, denn ich habe sie mir niemals besonders angesehen ...

ZUNIGA
Ach was! ...

JOSÉ
Was wollt Ihr? ... Diese Andalusierinnen machen mir Angst. Ich bin ihre Art nicht gewohnt, immer spotten ... niemals ein vernünftiges Wort ...

ZUNIGA.
Und dann haben wir eine Schwäche für blaue Röcke und Zöpfe, die auf die Schultern herabfallen ...

JOSÉ
lachend
Ah! Herr Leutnant hat gehört, was Morales zu mir gesagt hat? ...

ZUNIGA.
Ja

JOSÉ
Ich leugne es nicht… der blaue Rock, die Zöpfe, das ist die Tracht von Navarra… das erinnert mich an meine Heimat…

ZUNIGA
Ihr seid Navarrese?

JOSÉ
Und von reiner christlicher Abstammung. Don José Lizzarabengoa, so heisse ich ... Ich sollte zunächst Priester werden, und man liess mich studieren. Aber ich hatte kaum etwas davon, ich spielte zu gerne Pelota ... Eines Tages, als ich gewonnen hatte, fing ein Bursche aus Alava mit mir Streit an; auch hierbei gewann ich, aber das zwang mich, das Heimatland zu verlassen. Ich wurde Soldat! Ich hatte keinen Vater mehr; meine Mutter folgte mir und liess sich zehn Meilen von Sevilla entfernt nieder ... mit der kleinen Micaëla . . . das ist eine Waise, die meine Mutter zu sich genommen hat und die sich nicht von ihr trennen wollte.

ZUNIGA.
Und wie alt ist die kleine Micaëla?

JOSÉ
Siebzehn Jahre ...

ZUNIGA
Das hättet Ihr gleich sagen sollen ... jetzt verstehe ich, warum Ihr mir nicht sagen konntet, ob die Arbeiterinnen der Fabrik hübsch oder hässlich sind
Man hört die Glocke der Fabrik.

JOSÉ
Da läutet die Glocke, Herr Leutnant, und Ihr könnt selbst urteilen ... Was mich angeht, so werde ich eine Kette herstellen, um die Reinigungsnadel für das Zündloch meines Gewehrs zu befestigen.


Nr. 4 - Chor der Zigarrenarbeiterinnen

Der Platz füllt sich mit jungen Leuten, die sich dort hinstellen, wo die Zigarrenarbeiterinnen vorbeikommen. Die Soldaten verlassen ihren Posten. Don José setzt sich auf einen Stuhl und verharrt dort sehr gleichgültig all dem Hin- und Herlaufen gegenüber, wobei er an seiner Reinigungsnadel arbeitet.

CHOR
Die Glocke hat geläutet, wir lauern
hier auf die Rückkehr der Arbeiterinnen;
und wir werden euch folgen, brünette
Zigarrenarbeiterinnen, und euch Liebesworte zuraunen.
In diesem Augenblick erscheinen die Zigarrenarbeiterinnen, die Zigarette zwischen den Lippen. Sie gehen unter der Brücke hindurch und steigen langsam auf die Bühne herab.

CHOR
Seht sie euch an ... dreiste Blicke,
kokette Miene,
alle lässig ihre
Zigarette rauchend.

ZIGARRENARBEITERINNEN.
In der Luft folgen wir mit
den Augen dem Rauch,
der zum Himmel
aufsteigt,
wohlriechend aufsteigt.
Das steigt angenehm
zu Kopfe;
ganz sanft versetzt das eure Seele in festliche Stimmung.
Rauch ist
das sanfte Sprechen von Liebenden;
Rauch sind ihre Leidenschaften und Schwüre.
Ja, das ist Rauch,
ist Rauch.

JUNGE LEUTE
zu den Zigarrenarbeiterinnen
Ohne die Grausamen zu spielen,
hört uns an, ihr Schönen,
die wir anbeten,
die wir verehren.

ZIGARRENARBEITERINNEN
In der Luft folgen wir mit
den Augen dem Rauch,
dem Rauch.
In der Luft folgen wir mit den Augen
dem Rauch,
der zum Himmel steigt!
Dem Rauch! Dem Rauch!

CHOR
Aber wir sehen die Carmencita nicht.

ZIGARRENARBEITERINNEN und JUNGE LEUTE
Da ist sie,
da ist sie,
da ist die Carmencita.
Carmen tritt auf. Genau das Kostüm und der Auftritt, wie bei Mérimée beschrieben. Sie hat einen Kassienstrauss an ihrem Mieder und eine Kassienblüte im Mundwinkel. Drei oder vier junge Leute treten mit Carmen zusammen auf. Sie folgen ihr, umringen sie, sprechen mit ihr. Sie ziert sich, zieht eine Schnute und schwatzt mit ihnen. Don José hebt den Kopf Er betrachtet Carmen, dann arbeitet er ruhig an seiner Reinigungsnadel weiter.

JUNGE LEUTE
die mit Carmen aufgetreten sind
Carmen, auf Schritt und Tritt eilen wir dir alle nach;
Carmen, sei nett, antworte uns wenigstens,
und sag uns, an welchem Tage du uns lieben wirst.
Carmen, sag uns, an welchem Tage du uns lieben wirst!

CARMEN
betrachtet sie
Wann ich euch lieben werde,
weiss ich wahrhaftig nicht.
Vielleicht niemals, vielleicht morgen;
aber gewiss nicht heute.


Nr. 5 - Habanera

CARMEN
Die Liebe ist ein widerspenstiger Vogel,
den keiner zähmen kann,
und man ruft ihn vergebens,
wenn es ihm nicht zu kommen beliebt.
Nichts hilft dann, Drohen oder Bitten,
der eine kann gut reden, der andere ist ein Schweiger;
und es ist der andere, den Ich vorziehe;
er hat nichts gesagt, aber er gefällt mir.
Die Liebe ist ein Zigeunerkind.
Sie hat niemals, niemals Gesetze gekannt;
wenn du mich nicht liebst, liebe ich dich;
wenn ich dich liebe,
nimm dich in acht!
Der Vogel, den du zu überlisten glaubtest,
schlug mit den Flügeln und flog davon ...
Die Liebe ist fern, du kannst auf sie warten.
Du erwartest sie nicht mehr ... schon ist sie da ...
Ganz um dich herum, schnell, schnell
kommt sie, geht sie davon, kommt dann wieder ...
Du glaubst sie festzuhalten, sie weicht dir aus,
du glaubst ihr auszuweichen, sie hält dich fest.
Die Liebe ist ein Zigeunerkind.
Sie hat niemals, niemals Gesetze gekannt;
wenn du mich nicht liebst, liebe ich dich;
wenn ich dich liebe,
nimm dich in acht!


Nr. 6 - Szene

JUNGE LEUTE
Carmen, auf Schritt und Tritt eilen wir dir alle nach;
Carmen, sei nett, antworte uns wenigstens!
Ein Augenblick der Stille. Die jungen Leute umringen Carmen; diese betrachtet einen nach dem anderen, tritt aus dem Kreis, den sie um sie bilden und geht geradewegs auf Don José zu, der noch immer mit seiner Reinigungsnadel beschäftigt ist.

CARMEN
Na Gevatter, was machst du da?…

JOSÉ
Ich mache aus Messingdraht eine Kette, um meine Reinigungsnadel zu befestigen.

CARMEN
lachend
Deine Reinigungsnadel, wahrhaftig! Deine Reinigungsnadel, mein herzallerliebster Nadelhändler ...
Sie zieht aus ihrem Mieder die Kassienblüte und wirft sie Don José zu. Er steht schnell auf. Die Kassienblüte ist vor seine Füsse gefallen. Allgemeines Gelächter.

CHOR
Die Liebe ist ein Zigeunerkind.
Sie hat niemals, niemals Gesetze gekannt;
wenn du mich nicht liebst, liebe ich dich!
Wenn ich dich liebe, nimm dich in acht!
Die Glocke der Fabrik läutet zum zweiten Mal. Arbeiterinnen und junge Leute gehen ab. Carmen rennt als erste davon und geht in die Fabrik. Die jungen Leute gehen rechts und links ab. Zuniga, der während dieser Szene mit zwei oder drei Arbeiterinnen schwatzte, verlässt sie und geht zum Wachposten, nachdem die Soldaten dorthin zurückgekehrt sind. Don José bleibt allein.


Monolog II

JOSÉ
Was soll dieses Verhalten bedeuten? ... Welche Dreistigkeit! ...
Lächelnd.
All das, weil ich sie nicht beachtet habe! ... Da ist sie gekommen ganz nach der Art von Frauen und Katzen, die nicht kommen, wenn man sie ruft, und die kommen, wenn man sie nicht ruft ...,
Er betrachtet die Kassienblüte auf der Erde, zu seinen Füssen. Er hebt sie auf
Mit welchem Geschick sie sie mir zugeworfen hat, die Blüte ... dorthin, genau zwischen die Augen ... das wirkte auf mich wie eine Kugel, die mich traf ...
Er atmet den Duft der Blüte ein.
Wie stark das ist! ... Gewiss, wenn es Hexen gibt, ist dieses Mädchen eine davon.
Micaëla tritt auf.


Gesprochener Dialog III

MICAËLA
Herr Brigadier?

JOSÉ
versteckt hastig die Kassienblüte
Was? . . . Was gibt's? ... Micaëla! ... Du bist es ...

MICAËLA
Ich bin's!

JOSÉ
Und du kommst von dort? ...

MICAËLA
Und ich komme von dort… Eure Mutter schickt mich…


Nr. 7 - Duett

JOSÉ
Erzähl mir von meiner Mutter!
Erzähl mir von meiner Mutter!

MICAËLA
Ich bringe als treue Botin
von ihr diesen Brief.

JOSÉ
betrachtet den Brief
Einen Brief.

MICAËLA
Und dann ein wenig Geld,
sie gibt ihm eine kleine Börse
zusätzlich zu Eurem Sold,
und dann ...

JOSÉ
Und dann?

MICAËLA
Und dann ... Ich traue mich wirklich nicht,
und dann ... noch etwas anderes,
das mehr wert ist als das Geld und das
für einen guten Sohn
gewiss mehr Wert hat.

JOSÉ
Was ist diese andere Sache?
Sprich doch!

MICAËLA
Ja, ich werde sprechen;
was man mir gegeben hat,
werde ich Euch geben.
Eure Mutter trat mit mir aus der Kapelle,
und da sagte sie zu mir, während sie mich küsste,
du wirst in die Stadt gehen,
die Strecke ist nicht weit;
in Sevilla angekommen,
wirst du meinen Sohn aufsuchen,
meinen José, mein Kind ...
und du wirst ihm sagen, dass seine Mutter
Tag und Nacht an den fernen Sohn denkt ...
dass sie ihn vermisst und dass sie für ihn hofft,
dass sie verzeiht und dass sie wartet;
all das, mein Herzblatt, wirst du
ihm doch von mir sagen,
und diesen Kuss, den ich dir gebe,
wirst du ihm von mir übermitteln.

JOSÉ
sehr bewegt
Einen Kuss meiner Mutter?

MICAËLA
Einen Kuss für ihren Sohn.

JOSÉ
Einen Kuss meiner Mutter?

MICAËLA
Einen Kuss für ihren Sohn!
José, ich übermittle ihn Euch, wie ich es versprach.
Micaëla stellt sich etwas auf die Zehenspitzen und gibt Don José einen sehr offenherzigen, sehr mütterlichen Kuss. Don José, der sehr bewegt ist, lässt sie gewähren. Er sieht ihr tief in die Augen. - Einen Augenblick der Stille.

JOSÉ
sieht Micaëla weiter an
Meine Mutter sehe ich ...
ja, ich sehe mein Dorf wieder!
O Erinnerungen an früher,
süsse Erinnerungen an die Heimat!
Süsse Erinnerungen an die Heimat!
O liebe Erinnerungen!
Ihr erfüllt mein Herz
mit Kraft und Mut.
O liebe Erinnerungen!
Meine Mutter sehe ich, ich sehe mein Dorf wieder!

MICAËLA
Seine Mutter sieht er wieder!
Sein Dorf sieht er wieder!
O Erinnerungen an früher!
Erinnerungen an das Heimatland!
Ihr erfüllt sein Herz
mit Kraft und Mut.
O liebe Erinnerungen!
Seine Mutter sieht er wieder, sein Dorf sieht er wieder!

JOSÉ
heftet die Augen auf die Tabakfabrik
Wer weiss, welches Dämons Beute ich fast wurde!
Selbst aus der Ferne verteidigt mich meine Mutter,
und dieser Kuss, den sie mir schickt,
dieser Kuss, den sie mir schickt,
wendet die Gefahr ab und rettet ihr Kind.

MICAËLA
Welcher Dämon, welche Gefahr?
Ich verstehe nicht recht.
Was heisst das?

JOSÉ
Nichts! Nichts!
Sprechen wir von dir, der Botin.
Du wirst in die Heimat zurückkehren ...

MICAËLA
Ja, noch diesen Abend,
morgen sehe ich Eure Mutter.

JOSÉ
Du wirst ' sie sehen! Nun gut, du wirst ihr sagen,
dass ihr Sohn sie liebt und verehrt
und dass er heute Reue empfindet.
Er möchte, dass dort
seine Mutter mit ihm zufrieden ist!
All das, nicht wahr meine Kleine,
wirst du ihr von mir sagen;
und diesen Kuss, den ich dir gebe,
gibst du ihr von mir zurück.
Er küsst sie.

MICAËLA
Ja, ich verspreche es Euch ...
von ihrem Sohn José
werde ich ihn, wie versprochen,
übermitteln.

JOSÉ
Ich sehe meine Mutter usw.

MICAËLA
Er sieht seine Mutter usw.


Gesprochener Dialog IV

JOSÉ
Warte jetzt einen Moment… ich werde ihren Brief lesen …

MICAËLA
Ich warte, Herr Brigadier, ich warte

JOSÉ
küsst den Brief bevor er zu lesen beginnt
Ah!
Er liest
»Benimm dich weiterhin gut, mein Kind! Man hat dir versprochen, dich zum Quartiermeister zu machen; vielleicht kannst du dann den Dienst quittieren, dir eine kleine Stelle geben lassen und zu mir zurückkommen? Ich werde allmählich recht alt. Du solltest zu mir zurückkommen und dich verheiraten; wir sollten meines Erachtens kein grosses Problem haben, eine Frau für dich zu finden, und ich weiss wohl, was mich betrifft, welche ich dir zu wählen raten würde: Es ist ganz genau die, die dir den Brief bringt ... Es gibt keine sittsamere und nettere . . .«

MICAËLA
unterbricht ihn
Es ist besser, ich bleibe nicht hier! ...

JOSÉ
Warum denn?

MICAËLA
verwirrt
Eben erinnere ich mich, dass Eure Mutter mir einige kleine Einkäufe aufgetragen hat; ich werde mich gleich darum kümmern.

JOSÉ
Warte einen Augenblick, ich bin fertig ...

MICAËLA
Ihr werdet zu Ende lesen, wenn ich nicht mehr da bin ...

JOSÉ
Aber die Antwort? ...

MICAËLA
Ich hole sie vor meiner Abreise und bringe sie Eurer Mutter ... Adieu!

JOSÉ
Micaëla!

MICAËLA.
Nein, nein… Ich komme wieder, ich finde das besser… ich komme wieder, ich komme wieder…
Sie geht ab.

JOSÉ
liest
»Es gibt keine sittsamere, keine nettere ... es gibt vor allem keine, die dich mehr liebt ... und wenn du wolltest ... « ja, meine Mutter, ja, ich tue, was du wünschst ... Ich heirate Micaëla, und was diese Zigeunerin angeht, mit ihren Blüten, die verhexen .. .

In dem Augenblick, in dem er die Blüten von seiner Jacke nehmen will, ertönt grosser Lärm im Innern der Fabrik. - Zuniga tritt auf; ihm folgen Soldaten.


Nr. 8 - Chor

ZUNIGA
Was ist denn da los?
Die Arbeiterinnen kommen schnell und ungeordnet heraus.

CHOR DER ZIGARRENARBEITERINNEN
Hilfe! Hört ihr nicht?
Hilfe! Ihr Herren Soldaten!

ERSTE GRUPPE DER FRAUEN
Das ist die Carmencita.

ZWEITE GRUPPE
Nein, nein, das ist nicht sie.

ERSTE GRUPPE
Das ist die Carmencita.

ZWEITE GRUPPE
Nein, neinn, das ist nicht sie! Ganz und gar nicht!

ERSTE GRUPPE
Sie ist es! Allerdings ist sie es!
Sie hat die ersten Hiebe versetzt.

ALLE FRAUEN
umringen den Leutnant
Hört nicht auf sie, mein Herr, hört auf uns,
hört auf uns, mein Herr, auf uns!

ERSTE GRUPPE
sie ziehen den Offizier auf ihre Seite
Die Manuelita sagte
und wiederholte mit lauter Stimme,
dass sie auf jeden Fall
einen Esel kaufen würde, der ihr gefiel.

ZWEITE GRUPPE
dasselbe Spiel
Da sagte die Carmencita
wie üblich voller Spott:
Einen Esel, wozu?
Ein Besen reicht doch für dich.

ERSTE GRUPPE
Manuelita erwiderte
und sagte zu ihrer Arbeitskollegin:
Für einen bestimmten Spazierritt
wird mein Esel dir zu Diensten sein.

ZWEITE GRUPPE
Und an diesem Tage wirst
du mit Recht stolz sein können;
zwei Lakaien werden dir folgen und mit aller Kraft die
Fliegen von deinen Schultern peitschen.

ALLE FRAUEN
Darüber sind sich alle
Beide in die Haare geraten.

ZUNIGA
Zum Teufel mit diesem ganzen Geschwätz.
Zu Don José
Nehmt zwei Mann, José, und seht
da drinnen nach, wer diesen Lärm macht.

ERSTE GRUPPE
Das ist die Carmencita!

ZWEITE GRUPPE
Nein, nein, die ist es nicht!

ERSTE GRUPPE
Allerdings ist sie das!

ZWEITE GRUPPE
Keineswegs!

ERSTE GRUPPE
Sie hat die ersten Hiebe versetzt!

ZUNIGA
Heda! Schafft mir alle diese Frauen weg.

ALLE FRAUEN
Mein Herr!
Mein Herr!
Hört nicht auf sie! Mein Herr, hört auf uns!

ERSTE GRUPPE
Das ist die Carmencita, die die ersten Hiebe versetzt hat!

ZWEITE GRUPPE
Das ist die Manuelita, die die ersten Hiebe versetzt hat!

ERSTE GRUPPE
Die Carmencita!

ZWEITE GRUPPE
Die Manuelita!

ERSTE GRUPPE
Ja! ja! ja! ja!
Sie hat die ersten Hiebe versetzt!
Das ist die Carmencita!

ZWEITE GRUPPE
Nein! Nein! Nein! Nein!
Sie hat die ersten Hiebe versetzt!
Das ist die Manuelita!

Den Soldaten gelingt es endlich, die Zigarrenarbeiterinnen zurückzudrängen. Die Frauen werden um den Platz herum von einem Spalier von Dragonern auf Distanz gehalten. Carmen erscheint an dem Tor der Fabrik, geleitet von Don José, dem zwei Dragoner folgen.


Gesprochener Dialog V

ZUNIGA
Na also, Brigadier . . . Da wir jetzt ein bisschen Ruhe haben ... was habt Ihr da drinnen vorgefunden? ...

JOSÉ
Ich habe zunächst dreihundert Frauen vorgefunden, die schrien, heulten, gestikulierten und einen Lärm machten, dass man Gottes Donner nicht hätte hören können . . . Auf der einen Seite war eine, die lag auf dem Rücken und schrie: »Nehmt mir die Beichte ab! . . . Ich bin tot ... « Auf dem Gesicht hatte sie ein X, das man ihr soeben mit zwei Messerstichen eingeritzt hatte . . . Der Verletzten gegenüber sah ich ...
Auf einen Blick von Carmen hin hält er inne.

ZUNIGA
Nun?

JOSÉ
Sah ich Mademoiselle ...

ZUNIGA
Mademoiselle Carmencita?

JOSÉ
Ja, Herr Leutnant.

ZUNIGA
Und was sagte Mademoiselle Carmencita?

JOSÉ
Sie sagte nichts, Herr Leutnant; sie biss die Zähne zusammen und rollte mit den Augen wie ein Chamäleon.

CARMEN
Man hatte mich provoziert ... ich habe mich nur verteidigt . . . Der Herr Brigadier wird es Euch sagen ...
Zu José
Nicht wahr, Herr Brigadier?

JOSÉ
nach kurzem Zögern
Alles, was ich inmitten des Lärms habe verstehen können, ist, dass es einen Wortwechsel zwischen diesen beiden Damen gab und dass infolge dieses Wortwechsels Mademoiselle mit dem Messer, mit dem sie das Ende der Zigarren abschnitt, begonnen hatte, Andreaskreuze in das Gesicht ihrer Kollegin zu zeichnen ...
Zuniga betrachtet Carmen; diese ist nach einem Blick auf Don José und einem ganz leichten Schulterzucken wieder gleichmütig geworden.
Der Fall schien für mich klar. Ich bat Mademoiselle, mir zu folgen ... Sie machte zunächst eine Bewegung, als wolle sie Widerstand leisten ... dann hat sie resigniert ... und ist mir gefolgt, sanft wie ein Schaf!

ZUNIGA
Und die Verletzung der anderen Frau?

JOSÉ
Sehr leicht, Herr Leutnant, zwei Schnittwunden auf der Hautoberfläche.

ZUNIGA
zu Carmen
Nun, meine Schöne, habt Ihr den Brigadier gehört! ...
Zu José
Ich brauche Euch nicht zu fragen, ob Ihr die Wahrheit gesagt habt.

JOSÉ
So wahr ich ein Navarreser bin, Herr Leutnant!
Carmen dreht sich unvermittelt um und sieht José noch einmal an.

ZUNIGA
zu Carmen
Nun! ... Habt Ihr gehört? ... Habt Ihr etwas zu antworten? ... Sprecht, ich warte . . .


Nr. 9 - Chanson und Melodram

Anstatt zu antworten, beginnt Carmen zu trällern.

CARMEN
Tra lalalalalalala.
Schneide mich in Stücke, verbrenne mich,
ich sage dir nichts,
tra lalalalalalala.
Ich trotze allem, dem Feuer, dem Eisen
und dem Himmel selbst.

ZUNIGA
Ich will keine Lieder, sondern eine Antwort.

CARMEN
Tra lalalalalalala.
Mein Geheimnis bewahre ich, und ich bewahre es gut.
Tra lalalalalalala.
Ich liebe einen anderen, und noch im Sterben sage ich,
dass ich ihn liebe.'

ZUNIGA
Ha! Ha! Wir schlagen also diesen Ton an ...
Zu José
Es ist nun einmal sicher, nicht wahr, dass es Messerstiche gab und dass sie sie ausgeteilt hat ...

In diesem Augenblick gelingt es fünf oder sechs Frauen auf der rechten Seite, die Linie der Wachposten zu durchbrechen und sich mit dem Ruf auf die Bühne zu stürzen: »Ja, ja, sie ist es!. . . « Eine der Frauen befindet sich dicht bei Carmen. Diese hebt die Hand und will sich auf die Frau stürzen. Don José hält Carmen zurück. Die Soldaten drängen die Frauen ab und schieben sie dieses Mal ganz von der Bühne. Einige Wachposten bleiben weiter sichtbar und bewachen die Zugänge des Platzes.

ZUNIGA
zu Carmen
Ei nun! Ihr habt wirklich ein loses Handgelenk!
Zu den Soldaten
Holt mir einen Strick.

Ein Augenblick der Stille, während der Carmen auf unverschämteste Art wieder zu trällern beginnt und dabei den Offizier ansieht.

EIN SOLDAT
bringt einen Strick
Hier, Herr Leutnant.

ZUNIGA
zu Don José
Bindet damit diese beiden hübschen Hände zusammen.

Carmen leistet nicht den geringsten Widerstand und hält lächelnd Don José ihre beiden Hände hin.

Das ist wirklich schade, denn sie ist hübsch ... Aber so hübsch Ihr auch seid, Ihr werdet dennoch einen Gang ins Gefängnis machen. Dort könnt Ihr dann Eure Zigeunerlieder singen. Der Gefängniswärter wird Euch sagen, was er davon hält.
Carmens Hände sind gebunden, man bringt sie auf einem Hocker vor der Wachstube zum Sitzen. Dort bleibt sie unbeweglich mit gesenkten Augen.
Ich werde den Befehl aufsetzen.
Zu Don José
Ihr werdet sie begleiten.
Er geht ab.

Ein Augenblick der Stille. Carmen hebt die Augen und sieht José an. Dieser wendet sich ab, entfernt sich einige Schritte, dann kommt er zu Carmen zurück, die ihn noch immer ansieht.


Gesprochener Dialog VI

CARMEN
Wo bringt Ihr mich hin?

JOSÉ
Ins Gefängnis, mein armes Kind ...

CARMEN
Ach! Was soll aus mir werden? Herr Offizier, habt Mitleid mit mir ... Ihr seid so nett ...
José antwortet nicht, geht weg und kommt wieder, immer unter Carmens Blicken.
Diesen Strick, wie fest Ihr ihn geschnürt habt ... Meine Handgelenke sind gebrochen.

JOSÉ
nähert sich Carmen
Wenn er Euch verletzt, kann ich ihn lockern ... Der Leutnant hat mir befohlen, Eure Hände zu binden ... Er sagte nicht
Er lockert den Strick.

CARMEN
leise
Lass mich entkommen, ich gebe dir ein Stück vom Bar Lachi, einem kleinen Stein, der alle Frauen in dich verliebt machen wird.

JOSÉ
entfernt sich
Wir sind nicht hier, um Unsinn zu reden ... Ihr müsst ins Gefängnis gehen. Das ist der Befehl, und es gibt keine Abhilfe dagegen.
Stille.

CARMEN
Eben habt Ihr gesagt: Auf das Wort eines Navarresers . . . Ihr seid aus der Gegend? ...

JOSÉ
Ich bin aus Elizondo ...

CARMEN
Und ich aus Echalar ...

JOSÉ
bleibt stehen
Aus Echalar! …Das ist vier Stunden von Elizondo entfernt.

CARMEN
Ja, dort wurde ich geboren ... Ich wurde von Zigeunern nach Sevilla gebracht. Ich arbeitete in der Tabakfabrik, um das zu verdienen, womit ich nach Navarra zurükkehren kann, zu meiner armen Mutter, die nur mich als Stütze hat ... Man hat mich beleidigt, weil ich nicht aus diesem Land der Gauner stamme, der Händler mit verfaulten Orangen, und diese Schurken haben sich gegen mich gewandt, weil ich ihnen sagte, dass alle ihre Maulhelden von Sevilla mit ihren Messern keinem Kerl von uns mit seiner blauen Baskenmütze und seiner Maquila Angst machen können. Kamerad, mein Freund, wollt Ihr nichts für eine Landsmännin tun?

JOSÉ
Ihr seid Navarresin, Ihr?

CARMEN
Ja sicher.

JOSÉ
Ach was ... daran ist kein wahres Wort ... Allein Eure Augen, Euer Mund, Euer Teint ... alles kennzeichnet Euch als Zigeunerin ...

CARMEN
Zigeunerin, glaubst du?

JOSÉ
Ich bin mir sicher ...

CARMEN
In der Tat, warum mache ich mir eigentlich die Mühe, zu lügen ... ja, ich bin Zigeunerin, aber du tust trotzdem, was ich von dir verlange ... Du tust es, weil du mich liebst ...

JOSÉ
Ich!

CARMEN
Jawohl, du liebst mich ... sag nicht nein, ich kenne mich darin aus! Deine Rücksicht, die Art, wie du mit mir sprichst, und diese Blüte, die du aufgehoben hast. Oh! Du kannst sie jetzt wegwerfen ... Das ändert nichts mehr. Sie ist lange genug an deinem Herzen geblieben; der Zauber hat gewirkt.

JOSÉ
wütend
Sprich nicht mehr mit mir, verstehst du, ich verbiete dir, mit mir zu sprechen ...

CARMEN
Sehr wohl, Herr Offizier, sehr wohl.
Ihr verbietet mir zu sprechen, ich spreche nicht mehr ...


Nr. 10 - Seguidilla und Duett

CARMEN
An den Stadtmauern von Sevilla`
bei meinem Freund Lillas Pastia
werde ich die Seguidilla tanzen
und Manzanilla trinken!
Zu meinem Freund Lillas Pastia werde ich gehen.
ja, aber ganz allein langweilt man sich,
und die wahren Vergnügungen sind zu zweit
Um also Gesellschaft zu haben,
werde ich meinen Liebhaber mitbringen
Mein Liebhaber! Der ist zum Teufel
Gestern setzte ich ihn vor die Tür . . .
Mein armes Herz ist leicht zu trösten,
mein Herz ist frei wie die Luft
ich habe Verehrer im Dutzend,
aber sie gefallen mir nicht;
jetzt ist Wochenende,
wer mich lieben will, den liebe ich.
Wer will meine Seele sie ist zu haben
Ihr kommt im rechten Augenblick,
ich habe kaum Zeit zu warten,
denn mit meinem neuen Liebhaber
werde ich an der Stadtmauer von Sevilla
bei meinem Freund Lillas Pastia
die Seguidilla tanzen
und Manzanilla trinken.
Ja, ich gehe zu meinem Freund Lillas Pastia!

JOSÉ
Sei still, ich befehle dir, nicht mehr zu sprechen.

CARMEN
Ich spreche nicht mit dir ... ich singe für mich selbst, und ich denke ... es ist nicht verboten zu denken, ich denke an einen gewissen Offizier, der mich liebt und den ich meinerseits, ja meinerseits auch lieben könnte.

JOSÉ
Carmen! ...

CARMEN
Mein Offizier ist kein Hauptmann,
nicht einmal Leutnant,
er ist nur Brigadier.
Aber das ist für eine Zigeunerin genug,
und ich gebe mich gütigst damit zufrieden!

JOSÉ
löst den Strick, der Carmens Hände fesselt
Carmen, ich bin wie trunken,
wenn ich nachgebe, wenn ich mich ausliefere,
hältst du dann dein Versprechen ...
Ah! Carmen, wenn ich dich liebe,
wirst du mich lieben ...

CARMEN
Ja ...

JOSÉ
Bei Lillas Pastia.

CARMEN
Wir tanzen die Seguidilla
und trinken dabei Manzanilla.

JOSÉ
Du versprichst es!
Carmen! Du versprichst es!

CARMEN
Ah! An den Stadtmauern von Sevilla
bei meinem Freund Lillas Pastia
tanzen wir die Seguidilla
und trinken Manzanilla.
Tra lalalalalalalalalala!

JOSÉ
Der Leutnant! ... Passt auf.

Carmen setzt sich wieder auf ihren Hocker, die Hände hinter dem Rücken. Zuniga kommt zurück.


Nr. 11 - Finale

ZUNIGA
Hier ist der Befehl, geht los und passt gut auf ...

CARMEN
leise zu José
Unterwegs schubse ich dich, ich schubse dich
so sehr, wie ich kann ...
Lass dich fallen ... Der Rest ist meine Sache!

Sie stellt sich zwischen zwei Dragoner, José neben sie. In der Zwischenzeit sind die Frauen und Bürger auf die Bühne zurückgekehrt und werden noch immer von den Dragonern auf Distanz gehalten ... Carmen überquert die Szene von links nach rechts und geht auf die Brücke zu ...

CARMEN
Die Liebe ist ein Zigeunerkind,
sie hat niemals ein Gesetz gekannt;
wenn du mich nicht liebst, liebe ich dich,
wenn ich dich liebe, nimm dich in acht.

Als sie rechts am Treppenaufgang zur Brücke ankommt, schubst Carmen José, der sich fallen lässt. Durcheinander, Unordnung, Carmen flieht. Auf der Mitte der Brücke bleibt sie einen Augenblick stehen, wirft ihren Strick mit Schwung über das Geländer der Brücke und macht sich davon, während auf der Brücke die Zigarrenarbeiterinnen mit grossem Gelächter den Leutnant umringen.


ZWISCHENAKTMUSIK


ZWEITER AKT

Die Taverne von Lillas Pastia. Rechts und links Tische. Carmen, Mercédès, Frasquita, der Leutnant Zuniga, Moralès und ein Leutnant. Das Abendessen ist zu Ende. Der Tisch ist unaufgeräumt. Die Offiziere und die Zigeuner zupfen die Gitarre in einer Ecke der Taverne und zwei Zigeunerinnen tanzen mitten auf der Bühne. - Carmen sitzt und sieht zu, wie die Zigeunerinnen tanzen; der Leutnant spricht leise mit ihr, aber sie nimmt keine Notiz von ihm. Plötzlich erhebt sie sich und beginnt zu singen.

Nr. 12 - Zigeunerlied

CARMEN
Die Stäbe des Sistrums ertönten
mit metallischem Klang,
und bei dieser wundersamen Musik
erhoben sich die jungen Zigeunerinnen.
Baskische Trommeln ertönten darein,
und entfesselte Gitarren
ächzten unter den beharrlichen Griffen,
dasselbe Lied, derselbe Refrain.
Tra lalalalalala, tra lalalala.
Zu diesem Refrain tanzen die Zigeunerinnen.

CARMEN, FRASQUITA und MERCÉDÈS
Tra lalalala, tra lalalala.

CARMEN
Die Ringe aus Kupfer und Silber
glänzten auf schwarzbrauner Haut;
orange- und rotgestreifte Stoffe
flatterten im Wind;
der Tanz vermählte sich dein Gesang
zunächst unentschieden und zaghaft,
dann lebhafter und schneller;
das schwoll an, immer, immer mehr!
Tra lalalalalalala, tra lalalalala.

CARMEN, FRASQUITA und MERCÉDÈS
Tra lalalala, tra lalalala.

CARMEN
Die Zigeuner spielten besessen
mit voller Kraft auf ihren Instrumenten,
und diese prächtige Klangentladung
verhexte die Zigeunerinnen!
Zum Rhythmus des Liedes
liessen sie sich heiss, verrückt
und wie im Fieber berauscht
von dem Taumel forttragen.
Tra lalalalala, tra lalalala.

CARMEN, FRASQUITA und MERCÉDÈS
Tra lalalala, tra lalalala.

Sehr schnelle und sehr heftige Tanzbewegungen. Carmen selbst tanzt und fällt mit den letzten Noten des Orchesters atemlos auf eine Bank der Taverne. Nach dem Tanz beginnt Lillas Pastia die Offiziere mit verlegener Miene zu umkreisen.


Gesprochener Dialog VII

ZUNIGA
Ihr wollt uns etwas sagen, Maître Lillas Pastia?

PASTIA
Ach Gott, meine Herren ...

MORALÈS
Sprich, nun? ...

PASTIA
Es wird allmählich spät ... und ich bin mehr als andere gezwungen, die Vorschriften einzuhalten. Der Herr Corregidor ist auf mich ziemlich schlecht zu sprechen ... Ich weiss nicht, was er gegen mich hat …

ZUNIGA
Ich weiss es sehr wohl. Es ist, weil dein Wirtshaus gewöhnlich der Treffpunkt aller Schmuggler der Provinz ist.

PASTIA
Ob aus diesem oder einem anderen Grunde muss ich vorsichtig sein ... nun, ich sage es Euch noch einmal, es wird allmählich spät.

MORALÈS
Das heisst, dass du uns vor die Tür setzt!

PASTIA.
O nein, meine Herren Offiziere ... o nein! Ich weise euch nur darauf hin, dass mein Wirtshaus seit zehn Minuten geschlossen sein müsste ...

ZUNIGA
Gott weiss, was in deinem Wirtshaus vor sich geht, wenn es erst geschlossen ist ...

PASTIA
Oh! Herr Leutnant ...

ZUNIGA
Kurzum, wir haben noch vor dem Zapfenstreich die Zeit, eine Stunde im Theater zu verbringen ... Ihr kommt mit uns, nicht wahr, ihr Schönen?
Pastia gibt den Zigeunerinnen ein Zeichen abzulehnen.

FRASQUITA
Nein, meine Herren Offiziere, nein, wir bleiben hier.

ZUNIGA
Wie, ihr kommt nicht mit ...

MERCÉDÈS
Es ist unmöglich ...

MORALÈS
Mercédès!

MERCÉDÈS
Ich bedaure ...

MORALÈS
Frasquita!

FRASQUITA
Es tut mir leid

ZUNIGA
Aber du, Carmen, bei dir bin ich sicher, dass du nicht ablehnen wirst ...

CARMEN
Darin täuscht Ihr Euch, mein Leutnant ... Ich lehne ab und das noch deutlicher als die beiden, sofern das möglich ist ...
Während der Leutnant mit Carmen spricht, versuchen Moralès und die beiden anderen Leutnants, Frasquita und Mercédès umzustimmen.

ZUNIGA
Bist du mir böse?

CARMEN
Warum sollte ich Euch böse sein?

ZUNIGA
Weil ich vor einem Monat so grausam war, dich ins Gefängnis zu schicken ...

CARMEN
als ob sie sich nicht daran erinnerte
Ins Gefängnis?

ZUNIGA
Ich hatte Dienst, ich konnte nicht anders.

CARMEN
dasselbe Spiel
Ins Gefängnis ... ich erinnere mich nicht, ins Gefängnis gegangen zu sein ...

ZUNIGA
Ich weiss wahrlich genau, dass du dort nicht hingegangen bist . . . Der Brigadier, der dich auf Befehl abführen sollte, hielt es für angebracht, dich entkommen zu lassen . . . und sich dafür degradieren und ins Gefängnis sperren zu lassen . ...

CARMEN
ernsthaft
Degradieren und ins Gefängnis sperren?

ZUNIGA
Mein Gott, man wollte nicht gelten lassen, dass eine so kleine Hand stark genug war, einen Mann umzuwerfen ...

CARMEN
Oh!

ZUNIGA
Das schien nicht normal ...

CARMEN
Und dieser arme junge ist wieder einfacher Soldat geworden?

ZUNIGA
Ja… er war einen Monat im Gefängnis …

CARMEN
Aber er ist jetzt draussen?

ZUNIGA
Seit gestern erst!

CARMEN
lässt die Kastagnetten klappern
Alles ist gut, da er ja wieder draussen ist, alles ist gut.

ZUNIGA
So ist's recht, du kommst schnell darüber hinweg…

CARMEN
beiseite
Und ich habe recht…
Laut
Wenn Ihr mir glaubt, tut Ihr so wie ich; Ihr wollt uns mitnehmen, wir wollen nicht mitkommen… Ihr kommt darüber hinweg…

MORALÈS
Wir müssen wohl.

Die Szene wird von einem Chor hinter der Bühne unterbrochen.


Nr. 13 - Chor und Ensemble

CHOR
Ein Hoch, ein Hoch auf den Torero!
Ein Hoch, ein Hoch auf Escamillo!
Noch nie hat ein verwegener Mann
durch einen schöneren Stoss
mit schnellerer Hand
den Stier zu Boden gestreckt!
Er lebe hoch, hoch, hoch!

ZUNIGA
Was ist denn das?

MERCÉDÈS
Ein Fackelzug ...

MORALÈS
Und wen geleitet man?

FRASQUITA
Ich erkenne ihn wieder ... Es ist Escamillo ... ein Torero, der bei den letzten Stierkämpfen von Granada auffiel und der dem Ruhm von Montes und Pepe-Hillo gleichzukommen verspricht ...

ZUNIGA
Donnerwetter, den müssen wir kommen lassen ... wir werden auf ihn anstossen!

MORALÈS
Genau, ich werde ihn einladen ...
Er geht zum Fenster
Herr Torero ... würdet Ihr so freundlich sein heraufzukommen? Ihr findet hier Leute, die alle die sehr gern haben, die wie Ihr geschickt und mutig sind ...
Er verlässt das Fenster.
Er kommt . . .

PASTIA
flehend
Meine Herren Offiziere, ich hatte Euch doch gesagt ...

ZUNIGA
Seid so gut und lasst uns in Ruhe, Maître Lillas Pastia, und lasst uns etwas zu trinken bringen

CHOR
Ein Hoch, ein Hoch auf den Torero!
Ein Hoch, ein Hoch auf Escamillo!
Er lebe hoch, hoch, hoch!

Escamillo erscheint.


Gesprochener Dialog VIII

ZUNIGA
Diese Damen und wir danken Euch, dass ihr unsere Einladung angenommen habt; wir wollten Euch nicht ziehen lassen, ohne mit uns auf die grosse Kunst des Stierkampfs angestossen zu haben.

ESCAMILLO
Meine Herren Offiziere, ich danke Euch.


Nr. 14 - Couplet

ESCAMILLO
Euren Toast ... kann ich erwidern,
Señiores, Señiores, denn mit den Soldaten
können sich Toreros gut verstehen.,
Ihr Vergnügen ist der Kampf.
Die Arena ist voll, es ist Feiertag,
die Arena ist von oben bis unten gefüllt.
Die Zuschauer verlieren den Kopf,
die Zuschauer schreien untereinander
mit grossem Lärm: Zurufe, Schreie und Krakeel,
exzessiv bis zur Raserei.
Denn das ist das Fest des Mutes,
es ist das Fest der beherzten Leute.
Auf in den Kampf! Auf! Auf! Ah!
Torero, auf in den Kampf,
Torero, Torero,
und denk daran, ja denk beim Kampf daran,
dass ein schwarzes Aug' dir zusieht
und dass die Liebe dich erwartet.
Torero, die Liebe,
die Liebe erwartet dich!

ALLE
Torero, auf in den Kampf,
Torero, Torero,
beim Kampfe denk daran, dass ein schwarzes Aug' dir zusieht
und dass die Liebe dich erwartet,
Torero, die Liebe, die Liebe erwartet dich!

ESCAMILLO
Plötzlich sind alle still;
alle sind still. Ah, was geschieht?
Keine Schreie mehr; es ist der Augenblick,
da der Stier in Sprüngen aus dem Zwinger herausstürzt…
Er stürzt heraus, er kommt herein, er stösst zu, ein Pferd stürzt zu Boden
und reisst den Picador mit sich.
»Ah, bravo dem Stier!« heult die Menge.
Der Stier läuft hierhin ... läuft dorthin ... läuft und stösst wieder zu!
Er schüttelt die BanderiIlas
voller Wut, er läuft!
Die Arena ist voller Blut;
alles rettet sich, man übersteigt die Gitter;
jetzt bist du an der Reihe.
Auf in den Kampf! Auf! Auf! Ah!
Torero, auf in den Kampf!
Torero, Torero!
Und denk daran, ja denk beim Kampf daran,
dass ein schwarzes Aug' dir zusieht
und dass die Liebe dich erwartet.
Torero, die Liebe erwartet dich!

ALLE
Torero, auf in den Kampf!
Torero! Torero!
Beim Kampfe denk daran, dass ein schwarzes Aug' dir zusieht
und dass dich die Liebe erwartet.
Torero, die Liebe, die Liebe erwartet dich.

MERCÉDÈS
Die Liebe!

ESCAM1LLO
Die Liebe!

FRASQUITA
Die Liebe!

ESCAMILLO
Die Liebe!

CARMEN
Die Liebe!

ESCAMILLO
Die Liebe!

ALLE
Torero, Torero!
Die Liebe erwartet dich!

Man trinkt, man schüttelt dem Torero die Hand.


Gesprochener Dialog IX

PASTIA
Meine Herren Offiziere, ich bitte Euch.

ZUNIGA
Schon gut, schon gut, wir gehen.
Die Offiziere beginnen den Aufbruch vorzubereiten. Escamillo steht bei Carmen.

ESCAMILLO
Sag mir deinen Namen; das erste Mal, wenn ich den Stier treffe, werde ich deinen Namen rufen.

CARMEN
Ich heisse Carmencita.

ESCAMILLO
Die Carmencita?

CARMEN
Carmen, die Carmencita, wie du willst.

ESCAMILLO
Nun gut! Carmen oder die Carmencita, wenn mir einfallen würde, dich zu lieben und von dir geliebt zu werden, was würdest du mir antworten?

CARMEN
Ich würde antworten, du kannst mich lieben, wie du magst, aber von mir zur Zeit geliebt zu werden, daran darfst du nicht denken!

ESCAMILLO
Ah!

CARMEN
So ist das nun einmal.

ESCAMILLO
Dann warte ich und begnüge mich damit, zu hoffen

CARMEN
Es ist nicht verboten zu warten, und es Ist immer angenehm zu hoffen.

MORALÈS
zu Frasquita und Mercédès
Ihr kommt endgültig nicht mit?

MERCÉDÈS und FRASQUITA
auf ein neues Zeichen von Pastia
Aber nein doch, nein ...

MORALÈS
zu Zuniga
Ungünstiger Feldzug, Leutnant.

ZUNIGA
Bah! Die Schlacht ist noch nicht verloren ...
Leise zu Carmen
Hör zu, Carmen, da du nicht mit uns kommen willst, komme ich in einer Stunde hierher zurück.

CARMEN
Hierher? ...

ZUNIGA
Ja, in einer Stunde ... nach dem Appell.

CARMEN
Ich empfehle Euch nicht zurückzukommen ...

ZUNIGA
lachend
Ich komme trotzdem.
Laut
Wir gehen mit Euch, Torero, und wir schliessen uns dem Zug an, der Euch begleitet.

ESCAMILLO,
Das ist eine grosse Ehre für mich; ich werde versuchen, mich dessen nicht unwürdig zu erweisen, wenn ich unter Euren Augen kämpfen werde.

Alle geben ab ausser Carmen, Frasquita, Mercédès und Lillas Pastia.

FRASQUITA
zu Pastia
Warum hattest du es so eilig, sie zum Gehen zu veranlassen, und warum hast du uns Zeichen gemacht, ihnen nicht zu folgen?

PASTIA
Der Dancaire und der Remendado sind soeben eingetroffen . Sie müssen mit euch über ihr Angelegenheiten sprechen, Zigeunerangelegenheiten.

CARMEN
Der Dancaire und der Remendado?

PASTIA
öffnet eine Tür und macht eine einladende Geste
Ja, hier sind sie ... Seht ihr . ».
Der Dancaire und der Remendado treten ein. - Pastia schliesst die Türen, Fensterläden etc.

FRASQUITA
Nun, Neuigkeiten?

DANCAIRE
Nicht zu schlecht die Neuigkeiten; wir kommen aus Gibraltar ...

REMENDADO
Hübsche Stadt Gibraltar! ... Man sieht dort Engländer, viele Engländer; hübsche Männer die Engländer; ein wenig kühl, aber vornehm.

DANCAIRE
Remendado! ...

REMENDADO
Chef?

DANCAIRE
legt die Hand an sein Messer
Ihr versteht?

REMENDADO
Vollkommen, Chef ...

DANCAIRE
Dann seid still. Wir kommen aus Gibraltar, wir haben mit einem Schiffskapitän die Verladung von englischen Waren vereinbart. Wir werden sie nahe der Küste erwarten; einen Teil verstecken wir in den Bergen, und den Rest schmuggeln wir durch. Alle unsere Kameraden sind benachrichtigt ... Sie sind hier versteckt, aber wir brauchen vor allem euch drei ... ihr kommt mit uns

CARMEN
lachend
Wozu? Um euch beim Tragen der Ballen zu helfen? ...

REMENDADO
O nein! Damen Ballen tragen zu lassen ... das wäre nicht vornehm.

DANCAIRE
drohend
Remendado?

REMENDADO
Ja, Chef.

DANCAIRE
Wir werden euch keine Ballen tragen lassen, aber wir brauchen euch für etwas anderes.


Nr. 15 - Quintett

DANCAIRE
Wir haben etwas vor!

MERCÉDÈS und FRASQUITA
Ist es etwas Gutes, wie?

DANCAIRE
Es ist etwas Wunderbares, meine Liebe;
aber wir brauchen euch.

REMENDADO
Ja, wir brauchen euch!

CARMEN
Uns?

DANCAIRE
Euch!

FRASQUITA
Uns?

REMENDADO
Euch.

MERCÉDÈS
Uns?

FRASQUITA, MERCÉDÈS und CARMEN
Wie! Ihr braucht uns?

REMENDADO und DANCAIRE
Ja, wir brauchen euch!
Denn wir gestehen es demütig ein
und voller Respekt,
ja, wir gestehen es demütig ein:
Wenn es um Täuschung,
Betrug, um Diebereien geht,
ist es, weiss Gott, immer gut,
die Frauen dabei zu haben,
und ohne sie,
meine Wunderschönen,
schafft man niemals etwas Gutes.

FRASQUITA, MERCÉDÈS und CARMEN
Wie? Ohne uns nie
etwas Gutes?

DANCAIRE und REMENDADO
Seid ihr nicht dieser Ansicht?

FRASQUITA, MERCÉDÈS und CARMEN
Doch, ich bin dieser Ansicht.
Doch ich bin wahrlich dieser Ansicht.

ALLE FÜNF
Wenn es um Täuschung,
Betrug, um Diebereien geht,
ist es, weiss Gott, immer gut,
die Frauen dabei zu haben.
Und ohne sie, meine Wunderschönen,
schafft man niemals etwas Gutes.

DANCAIRE
Es steht also fest, ihr geht los.

MERCÉDÈS und FRASQUITA
Wann ihr wollt.

REMENDADO
Aber jetzt gleich.

CARMEN
Ah! Mit Verlaub.
Zu Mercédès und Frasquita
Wenn ihr losgehen wollt, geht nur.
Aber ich bin nicht mit von der Partie;
ich gehe nicht weg ... ich gehe nicht weg.

REMENDADO und DANCAIRE
Carmen, mein Liebling, du kommst,
und du hast nicht den Mut,
uns in Schwierigkeiten im Stich zu lassen.

CARMEN
Ich gehe nicht weg ... ich gehe nicht weg.

FRASQUITA und MERCÉDÈS
Ah! Meine Carmen, du kommst schon!

DANCAIRE
Aber du sagst uns wenigstens den Grund, Carmen?

FRASQUITA, MERCÉDÈS, DANCAIRE und REMENDADO
Den Grund! Den Grund! Den Grund! Den Grund!

CARMEN
Ich sag' ihn sicherlich.

DANCAIRE, REMENDADO, FRASQUITA und MERCÉDÈS
Na also! Na also! Na also! Na also!

CARMEN
Der Grund ist, dass ich in diesem Moment…

DANCAIRE und REMENDADO
Nun?

FRASQUITA und MERCÉDÈS
Nun?

CARMEN
Ich bin verliebt.

DANCAIRE und REMENDADO
Was hat sie gesagt?

FRASQUITA und MERCÉDÈS
Sie sagt, sie sei verliebt.

DANCAIRE, REMENDADO, FRASQUITA und MERCÉDÈS
Verliebt! Verliebt!

DANCAIRE
Hör mal, Carmen, sei ernsthaft.

CARMEN
Verliebt bis zum Wahnsinn.

DANCAIRE und REMENDADO
Die Sache erstaunt uns schon,
aber es ist nicht der erste Tag,
an dem Ihr, meine Süsse, nicht
Pflicht und Liebe zusammengebracht hättet.

CARMEN
Meine Freunde, ich würde mich freuen,
mit euch heute abend mitgehen zu können,
aber dieses Mal, nichts für ungut,
muss die Liebe vor der Pflicht rangieren.

DANCAIRE
Das ist doch nicht dein letztes Wort?

CARMEN
Absolut.

REMENDADO
Du musst dich erweichen lassen.

ALLE VIER
Du musst mitkommen, Carmen, du musst mitkommen.
Für unsere Sache
ist es notwendig,
denn unter uns ...

CARMEN
Was das angeht, stimme ich euch zu.

ALLE FÜNF
Wenn es um Täuschung,
Betrug, um Diebereien geht usw.


Gesprochener Dialog X

DANCAIRE
Genug jetzt; ich sagte dir, dass du mitkommen musst, und du kommst mit ... ich bin immerhin der Chef ...

CARMEN
Wie meinst du das?

DANCAIRE
Ich sage dir, dass ich der Chef bin

CARMEN
Und du glaubt, dass ich dir gehorche?

DANCAIRE
wütend
Carmen! ...

CARMEN
sehr ruhig
Nun! ...

REMENDADO
wirft sich zwischen den Dancaire und Carmen
Ich bitte euch ... so vornehme Leute ...

DANCAIRE
gibt ihm einen Fusstritt, dem der Remendado ausweicht
Das ist für dich ...

REMENDADO
richtet sich auf
Chef ...

DANCAIRE
Was gibt es?

REMENDADO
Nichts, Chef!

DANCAIRE
Verliebt ... das ist doch kein Grund.

REMENDADO
Das ist wirklich kein Grund ... ich bin auch verliebt, und das hindert mich nicht, mich nützlich zu machen.

CARMEN
Geht ohne mich ... ich stosse morgen zu euch, aber heute abend bleibe ich ...

FRASQUITA
Ich habe dich noch niemals so gesehen; wen erwartest du denn? ...

MERCÉDÈS
Den Soldaten, der im Gefängnis war?

CARMEN
Ja...

FRASQUITA
Und dem vor vierzehn Tagen der Kerkermeister von dir ein Brot gegeben hat, in dem ein Goldstück und eine Feile steckte? ...

CARMEN
geht wieder zum Fenster
Ja.

DANCAIRE
Hat er sich der Feile bedient?

CARMEN
Nein.

DANCAIRE
Da siehst du's! Dein Soldat wird Angst gehabt haben, noch härter bestraft zu werden, als er schon wurde; auch heute abend wird er noch Angst haben. . - Da kannst du lange die Fensterläden öffnen und nachsehen, ob er kommt; ich wette, er kommt nicht.

CARMEN
Wette nicht, du würdest verlieren.


Nr. 16 - Lied

JOSÉ
mit weit entfernter Stimme
Halt!
Wer da?
Dragoner von Almansa!

CARMEN
Hört! Da ist er!

JOSÉ
Wohin gehst du,
Dragoner von Almansa?
Ich gehe, um
meinen Feind
Staub fressen zu lassen.
Wenn es so ist,
passiert, mein Freund!
Ehrenhändel,
Liebeshändel
für uns liegt alles darin,
Dragoner von Almansa!

Carmen, der Dancaire, der Remendado, Mercédès und Frasquita sehen durch die halbgeschlossenen Fensterläden José kommen.


Gesprochener Dialog XI

MERCÉDÈS
Das ist wahrhaftig ein Dragoner.

FRASQUITA
Und ein schöner Dragoner.

DANCAIRE
zu Carmen
Nun, da du erst morgen kommen willst, weisst du wenigstens, was du tun müsstest?

CARMEN.
Was müsste ich denn tun?

DANCAIRE
Du müsstest deinen Dragoner dazu bringen, mit dir zu kommen und sich uns anzuschliessen.

CARMEN
Ah! ... Wenn das möglich wäre! ... Aber daran ist nicht zu denken ... das ist dummes Zeug ... er ist zu naiv.

DANCAIRE
Warum liebst du ihn, wenn du selbst eingestehst…

CARMEN
Weil er eben ein hübscher Bursche ist und er mir gefällt.

REMENDADO
überheblich
Das versteht der Chef nicht ... dass es genügt, ein hübscher Bursche zu sein, um den Frauen zu gefallen ...

DANCAIRE
Hör mal, hör mal ...
Der Remendado bringt sich in Sicherheit und geht ab. Der Dancaire verfolgt ihn und geht seinerseits ab, wobei er Mercédèis und Frasquita mit sich zieht, die ihn zu beruhigen versuchen.

JOSÉ
die Stimme sehr viel näher
Halt!
Wer da?
Dragoner von Almansa!
Wohin gehst du,
Dragoner von Almansa?
Zuverlässig und treu
gehe ich dorthin, wohin mich
die Liebe meiner Schönen ruft.
Wenn es so ist,
passiert, mein Freund.
Ehrenhändel,
Liebeshändel,
für uns liegt alles darin,
Dragoner von Almansa!

CARMEN
Endlich…da bist du… endlich!

JOSÉ
Ich bin erst vor zwei Stunden aus dem Gefängnis gekommen.

CARMEN
Wer hinderte dich, früher herauszukommen? Ich hatte dir eine Felle und ein Goldstück geschickt … Mit der Felle solltest du den dicksten Gitterstab des Gefängnisses durchsägen ... mit dem Goldstück beim erstbesten Trödler deine Uniform gegen bürgerliche Kleidung eintauschen.

JOSÉ
Das war tatsächlich alles möglich.

CARMEN
Warum hast du es nicht getan?

JOSÉ
Was willst du? Ich habe noch meine Soldatenehre; und zu desertieren, erschiene mir als ein grosses Verbrechen ... Oh! Ich bin dir deshalb nicht weniger dankbar ... Du hast mir eine Feile und ein Goldstück geschickt ... Die Feile wird mir dazu dienen, meine Lanze zu schärfen, und ich behalte sie als Erinnerung an dich.
Er reicht ihr das Goldstück.
Was das Geld angeht ...

CARMEN
Sieh, er hat es aufbewahrt! ... Das trifft sich ausgezeichnet . . .
Sie schreit und stampft mit dem Fuss auf.
Hallo! ... Lillas Pastia, hallo! ... Wir essen alles, du hältst mich frei ... Hallo! Hallo!
Pastia tritt auf.

PASTIA
hindert sie zu schreien
Seht Euch doch vor ...

CARMEN
wirft ihm das Goldstück zu
Da, fang auf ... und bring uns kandierte Früchte, bring uns Konfekt, bring uns Orangen, bring uns Manzanilla ... bring uns von allem, was du hast, von allem, von allem ...

PASTIA
Sofort, Mademoiselle Carmencita.

CARMEN
zu Josè
Du bist mir jetzt böse, und du bedauerst, dass du dich um meiner schönen Augen willen hast ins Gefängnis werfen lassen?

JOSÉ
Was das angeht, nein, nicht doch,

CARMEN
Wirklich?

JOSÉ
Man hat mich ins Gefängnis gesteckt, man hat mich degradiert, aber das ist mir egal.

CARMEN
Weil du mich liebst?

JOSÉ
Ja, weil ich dich liebe, weil ich dich anbete.

CARMEN
legt ihre beiden Hände in die Josés
Ich bezahle meine Schulden ... das ist bei uns Zigeunerinnen Gesetz ... Ich bezahle meine Schulden, ich bezahle meine Schulden ...

Lillas Pastia kommt zurück und bringt ein Tablett mit Orangen, Konfekt, kandierten Früchten, Manzanilla.

CARMEN
Stelle das alles hierher auf einmal, hab keine Angst
Pastia gehorcht, und die Hälfte der Sachen fällt zu Boden.
Das macht nichts, wir heben das alles selbst auf. Verschwinde jetzt, verschwinde, verschwinde.
Pastia geht ab.
Setz dich dorthin, und essen wir von allem! Von allem! Von allem!
Sie sitzt, Don José setzt sich ihr gegenüber.

JOSÉ
Du knabberst das Konfekt wie ein Kind von sechs Jahren ...

CARMEN
Ich mag es eben gern ... Dein Leutnant war eben hier mit anderen Offizieren, sie haben uns die Romalis tanzen lassen.

JOSÉ
Du hast getanzt?

CARMEN
Ja; und als ich getanzt hatte, hat dein Leutnant sich erlaubt, mir zu sagen, dass er mich anbetet ...

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Was hast du? ... Solltest du etwa eifersüchtig sein? ...

JOSÉ
Aber sicher bin ich eifersüchtig ...

CARMEN
Je nun! ... Kanarienvogel, lass gut sein! ... Du bist ein richtiger Kanarienvogel, in Kleidung und Charakter ... nun ärgere dich nicht ... warum bist du eifersüchtig? Weil ich gerade für diese Offiziere getanzt habe ... Nun gut, wenn du willst, tanze ich jetzt für dich, für dich allein.

JOSÉ
Wenn ich will? Ich glaube schon, dass ich will ...

CARMEN
Wo sind meine Kastagnetten? ... Was habe ich mit meinen Kastagnetten gemacht?
Sie lacht.
Du hast sie mir weggenommen, meine Kastagnetten?

JOSÉ
Aber nein!

CARMEN
zärtlich
Aber doch, aber doch ... sicher warst du es ... Ach was! Hier sind Kastagnetten.
Sie zerbricht einen Teller; aus zwei Stücken Steingut macht sie sich Kastagnetten und probiert sie aus.
Ah! Das ist nicht so viel wert wie meine Kastagnetten ... Wo sind sie nur?

JOSÉ
findet die Kastagnetten auf dem Tisch rechts
Sieh, da sind sie ...

CARMEN
lachend
Ah! Siehst du wohl ... du hattest sie genommen ...

JOSÉ
Ah! Wie ich dich liebe, Carmen, wie ich dich liebe!

CARMEN.
Das will ich hoffen.


Nr. 17 - Duett

CARMEN
Ich tanze Euch zu Ehren,
und Ihr werdet sehen, mein Herr,
wie ich selbst meinen Tanz begleiten kann.
Setzt Euch dorthin, Don José, ich beginne.
Tra lalalalalalalalalalala ...

Sie lässt Don José in einer Ecke der Bühne Platz nehmen. Kleiner Tanz. Carmen summt mit gespitztem Mund ein Lied, das sie mit ihren Kastagnetten begleitet. Don José verschlingt sie mit den Augen. Man hört von fern, von sehr weit her die Trompeten, die den Zapfenstreich blasen. Don José horcht. Er glaubt die Trompeten zu hören, aber Carmens Kastagnetten klappern sehr laut. Don José nähert sich Carmen, fasst sie am Arm und zwingt sie aufzuhören.

JOSÉ
Warte ein wenig, Carmen, hör nur einen Augenblick lang auf.

CARMEN
Und warum, bitte schön?

JOSÉ
Mir scheint, da hinten…
Ja, es sind die Trompeten, die den Zapfenstreich blasen.
Hörst du sie nicht?

CARMEN
Bravo! Bravo! Es half nichts ...
Es ist trübsinnig, ohne Orchester zu tanzen.
Es lebe die Musik, die wie gerufen kommt!
La lalalalalalalalala ...

Sie nimmt ihr Lied wieder auf, das nun vom Zapfenstreich, den draussen die Trompeten blasen, rhythmisch untermalt wird. Carmen beginnt wieder zu tanzen, und Don José sieht wieder Carmen zu. Der Zapfenstreich nähert sich ... immer näher ... immer näher . . . geht unter den Fenstern des Wirtshauses vorbei ... entfernt sich dann. Der Klang der Trompeten wird immer schwächer. Neue Anstrengung Don Josés, sich von Carmens Anblick loszureissen ... Er nimmt ihren Arm und zwingt sie wieder innezuhalten.

JOSÉ
Du hast nicht verstanden ... Carmen, das ist der Zapfenstreich ... Ich muss zum Appell ins Quartier zurück.
Die Musik des Zapfenstreichs endet plötzlich.

CARMEN
betrachtet José, der seine Patronentasche wieder umhängt und das Koppel seines Säbels festmacht
Ins Quartier! Zum Appell!
Ah! Ich war wirklich zu dumm!
Ich habe mir ein Bein ausgerissen und mich in Unkosten gestürzt,
um den Herrn zu amüsieren, ich sang ... ich tanzte ...
Ich glaube, Gott möge mir's verzeihen,
dass ich ihn fast liebte ...
Taratata, die Trompete ertönt!
Er geht weg! Er ist schon weg!
Geh doch, Kanarienvogel.
Wütend wirft sie ihm seinen Tschako zu.
Nimm deinen Tschako, deinen Säbel, deine Patronentasche
und geh los, mein Junge,
geh,
kehr in deine Kaserne zurück.

JOSÉ
Das ist nicht recht von dir, Carmen, dich über mich lustig zu machen;
ich leide darunter, zu gehen ... denn niemals,
niemals hat eine Frau,
niemals vor dir,
nein, nein, niemals hat eine
Frau so tief meine Seele aufgewühlt.

CARMEN
Er leidet darunter, zu gehen,
denn niemals hat eine Frau
vor mir so tief
seine Seele aufgewühlt!
Ta ratata, mein Gott das ist der Zapfenstreich,
taratata, ich werde zu spät kommen,
o mein Gott, o mein Gott, das ist der Zapfenstreich!
Ich werde zu spät kommen. Er verliert den Kopf.
Er rennt, und das ist seine Liebe.

JOSÉ
So glaubst du nicht
an meine Liebe?

CARMEN
Aber nein!

JOSÉ
Nun gut! Du wirst mich anhören.

CARMEN
Ich will nichts hören ...

JOSÉ
Du wirst mich anhören!

CARMEN
Du wirst zu spät kommen!
Nein! Nein! Nein! Nein!

JOSÉ
heftig
Du wirst mich anhören! ja, du wirst mich anhören!
Ich will es, Carrnen, du wirst mich anhören!
Mit der linken Hand hat er barsch Carmens Arm gefasst; mit der rechten sucht er unter seiner Uniformjacke die Kassienblüte, die Carmen ihm im ersten Akt zugeworfen hat. Er zeigt Carmen diese Blüte.
Die Blüte, die du mir zugeworfen hattest,
ist mir in meinem Gefängnis geblieben;
verwelkt und trocken bewahrte
diese Blüte stets ihren süssen Duft;
und ganze Stunden lang
auf meinen Augen bei geschlossenen Lidern,
berauschte ich mich an diesem Duft,
und in der Nacht sah ich dich.
Ich begann dich zu verfluchen,
dich zu verachten, mir zu sagen:
Warum musste das Schicksal
sie mir über den Weg schicken?
Dann klagte ich mich der Blasphemie an,
und ich fühlte in mir selbst
nur ein einzig Verlangen, eine einzige Hoffnung,
dich, o Carmen, wiederzusehen, ja, dich wiederzusehen! ...
Denn du hattest nur erscheinen,
nur einen Blick auf mich werfen müssen,
um mein ganzes Wesen in Besitz zu nehmen,
o meine Carmen,
und ich gehörte dir an.
Carmen, ich liebe dich!

CARMEN
Nein, du liebst mich nicht.

JOSÉ
Was sagst du?

CARMEN
Nein, du liebst mich nicht, nein!
Denn, wenn du mich liebtest,
würdest du mir dorthin folgen.

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Ja! Dorthin, dorthin in die Berge ...

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Dorthin, dorthin würdest du mir folgen,
auf dein Pferd nähmst du mich
und wie ein ganzer Kerl` querfeldein würdest du mich
hinter dir auf dem Pferd sitzend davon tragen.
Dorthin, dorthin in die Berge ...

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Dorthin, dorthin würdest du mir folgen.
Du folgtest mir, wenn du mich liebtest.
Dort würdest du von niemandem abhängig sein,
kein Offizier, dem du gehorchen musst
kein Zapfenstreich, der ertönt,
um dem Liebhaber zu sagen, dass es Zeit ist zu gehen.
Der Himmel offen, das Leben ungebunden,
als Heimatland das Universum und als Gesetz deinWille
und vor allem die berauschendste Sache:
Die Freiheit! Die Freiheit!

JOSÉ
Mein Gott!

CARMEN
Dorthin, dorthin in die Berge ...

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Dorthin, dorthin, wenn du mich liebtest ...

JOSÉ
Schweig!

CARMEN
Dorthin, dorthin würdest du mir folgen!
Auf dein Pferd würdest du mich nehmen,
und wie ein ganzer Kerl querfeldein
würdest du mich davontragen,
wenn du mich liebtest!

JOSÉ
Ach Carmen, ach schweig doch! Schweig!
Mein Gott!
O weh! O weh! Hab Mitleid, Carmen!
O mein Gott! O weh!

CARMEN
Ja, nicht wahr?
Dorthin, dorthin wirst du mir folgen,
dorthin, dorthin wirst du mir folgen.
Du liebst mich, und du folgst mir.
Dorthin nimm mich mit fort!

JOSÉ
Ach! Schweige doch!
Entwindet sich schroff Carmens Armen.)
Nein, ich will dir nicht mehr zuhören ...
Meine Fahne verlassen ... desertieren ...
Das ist schändlich, das ist unehrenhaft,
davon will ich nichts wissen!

CARMEN
Nun gut, geh!

JOSÉ
Carmen, ich bitte dich…

CARMEN
Nein, ich liebe dich nicht mehr, geh! Ich hasse dich!

JOSÉ
Hör doch! Carmen!

CARMEN
Lebe wohl! Aber lebe wohl für immer!

JOSÉ
Nun gut, es sei! … Lebe wohl, lebe wohl für immer.

CARMEN
Geh!

JOSÉ
Carmen! Lebe wohl, lebe wohl für immer!

CARMEN
Lebe wohl!

Er rennt bis zur Tür… Im Augenblick, da er anlangt, klopft es… Don José bleibt stehen. Stille. Es klopft noch einmal.

Nr. 18 - Finale

ZUNIGA
Hallo! Carmen! Hallo! Hallo!

JOSÉ
Wer klopft? Wer kommt da?

CARMEN
Still! ... Still!

ZUNIGA
bricht die Tür auf
Ich öffne mir selbst und trete ein.
Er tritt ein und sieht Don José. Zu Carmen.
Ah! Pfui, meine Schöne,
die Wahl ist nicht glücklich; das ist eine Mésalliance,
den Soldaten zu nehmen, wenn man den Offizier hat.
Zu Don José
Los! Hau ab!

JOSÉ
Nein.

ZUNIGA
Doch, du gehst.

JOSÉ
Ich gehe nicht.

ZUNIGA
schlägt ihn
Halunke!

JOSÉ
stürzt sich auf seinen Säbel
Potz Blitz! Jetzt regnet es Hiebe!
Zuniga zieht blank bis zur Hälfte.

CARMEN
wirft sich zwischen die beiden
Zum Teufel mit dem Eifersüchtigen.
sie ruft.
Zu Hilfe! Zu Hilfe!
Der Dancaire, der Remendado und die Zigeuner erscheinen von allen Seiten. Mit einer Geste weist Carmen die Zigeuner auf Zuniga hin; der Dancaire und der Remendado werfen sich auf ihn und entwaffnen ihn.

CARMEN
Mein feiner Offizier, mein feiner Offizier,
die Liebe spielt Euch in diesem Augenblick einen ziemlich üblen Streich;
Ihr kommt sehr ungelegen, und wir sind gezwungen,
weil wir nicht angezeigt werden wollen,
Euch wenigstens eine Stunde lang hier zu behalten.

DANCAIRE und REMENDADO
Mein werter Herr, mein werter Herr,
wir werden mit Verlaub diesen Ort verlassen.
Kommt Ihr mit uns? Kommt Ihr mit uns?

CARMEN
Das ist ein Spaziergang.

DANCAIRF und REMENDADO
Seid Ihr einverstanden? Seid Ihr einverstanden?
Antwortet, Kamerad!

ZUNIGA
Gewiss,
umso mehr, da euer Argument
eines von denen ist,
denen man sich kaum widersetzen kann.
Aber für später nehmt euch in acht.

DANCAIRE
philosophisch
Krieg, das bedeutet Krieg.
Inzwischen, Herr Offizier,
geht voran, ohne Euch lange bitten zu lassen.

REMENDADO und CHOR
Geht voran, ohne Euch lange bitten zu lassen.
Der Offizier geht ab, von vier Zigeunern mit der Pistole in der Hand abgeführt.

CARMEN
zu Don José
Gehörst du jetzt zu uns?

JOSÉ
Ich muss wohl!

CARMEN
Ah! Das klingt nicht freundlich,
aber was soll's, schon gut, du wirst dich
daran gewöhnen, wenn du siehst,
wie schön das ungebundene Leben ist,
als Heimat das Universum,
als Gesetz dein eigener Wille
und vor allem das Berauschendste:
Die Freiheit! Die Freiheit!

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN und DIE FRAUEN
Folge uns querfeldein,
komm mit uns in die Berge,
folge uns und du wirst dich daran gewöhnen,
wenn du siehst,
wie schön das ungebundene Leben ist,
als Heimat das Universum,
als Gesetz dein eigener Wille
und vor allem das Berauschendste:
Die Freiheit!

REMENDADO, DANCAIRE und DIE MÄNNER
Freund, folge uns ins offene Land,
komm mit uns in die Berge usw.

JOSÉ
Ah!

ALLE
Der Himmel ist offen, das Leben ungebunden,
als Heimat das ganze Universum,
als Gesetz dein eigener Wille
und vor allem das Berauschendste:
Die Freiheit! Die Freiheit!


DRITTER AKT

Der Vorhang hebt sich über einer Felsenlandschaft ... einer pittoresken und wilden Gegend ... Vollkommene Einsamkeit und schwarze Nacht. Musik als Vorspiel.
Nach einigen Augenblicken erscheint ein Schmuggler oben auf dem Felsen, dann ein anderer, dann zwei weitere, dann noch zwanzig hier und da, die die Felsen hinabsteigen und -klettern. Männer tragen dicke Ballen auf den Schultern.



Nr. 19 - Sextett und Chor

CHOR
Hör, Kamerad, hör zu,
das Glück liegt dort unten, dort unten,
aber Pass unterwegs auf,
pass auf, dass du nicht strauchelst

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN, JOSÉ, REMENDADO und DANCAIRE
Unser Geschäft ist in Ordnung, aber um es auszuüben,
muss man Seelenstärke besitzen,
und die Gefahr, die Gefahr lauert dort oben,
sie lauert unten, sie lauert oben,
sie ist Überall, was macht das schon?
Wir ziehen dahin, unbekümmert um den Wildbach,
unbekümmert um das Gewitter,
unbekümmert um den Soldaten, der uns dort unten erwartet
und uns beim Vorbeigehen auflauert.
Unbekümmert gehen wir vorwärts!
Hör, Kamerad, hör zu,
das Glück liegt dort unten, dort unten . . .
aber pass unterwegs auf,
pass auf, dass du nicht strauchelst.
Pass auf! Pass auf!

Gesprochener Dialog XII

DANCAIRE.
Halt! Wir werden hier haltmachen ... Wer müde ist, kann eine halbe Stunde schlafen ...

REMENDADO
streckt sich wohlig aus.
Ah!

DANCAIRE
Ich meinerseits werde nachsehen, ob es ein Mittel gibt, die Waren in die Stadt zu bringen ... Eine Bresche hat sich in der' Stadtmauer gebildet, und wir können dort durch; dummerweise hat man einen Wachtposten hingestellt, um die Bresche zu bewachen.

JOSÉ
Lillas Pastia hat uns wissen lassen, dass der Wachtposten diese Nacht auf unserer Seite sein wird ...

DANCAIRE
Ja, aber Lillas Pastia kann sich geirrt haben ... Der Wachtposten, den er meint, kann ausgewechselt worden sein ... Ehe wir weitergehen, finde ich es gut, mich selbst zu überzeugen ...
Er ruft.
Remendado!

REMENDADO
wacht auf
Nun?

DANCAIRE
Steh auf, du kommst mit mir ...

REMENDADO
Aber, Chef ...

DANCAIRE
Was ist noch?

REMENDADO
erhebt sich
Bin schon da, Chef, bin schon da!

DANCAIRE
Los, geh voran.

REMENDADO
Und ich träumte davon, schlafen zu können ... Das war ein Traum, leider! Das war ein Traum!
Er geht ab, der Dancaire folgt ihm. Während der Szene zwischen Carmen und José machen einige Zigeuner ein Feuer, an das sich Mercédès und Frasquita dann setzen; die anderen rollen sich in ihre Mäntel ein, legen sich nieder und schlafen ein.

JOSÉ
Hör mal, Carmen ... wenn ich zu hart mit dir gesprochen habe, bitte ich dich um Verzeihung; machen wir Frieden.

CARMEN
Nein.

JOSÉ
Du liebst mich also nicht mehr?

CARMEN
Jedenfalls liebe ich dich viel weniger als früher ... und wenn du dich weiter so aufführst, werde ich dich schliesslich gar nicht mehr lieben ... Ich will nicht drangsaliert und vor allem nicht herumkommandiert werden. Was ich will, ist, frei zu sein und zu tun, was mir gefällt.

JOSÉ
Bist du der Teufel, Carmen?

CARMEN
Ja. Wonach schaust du da, woran denkst du?

JOSÉ
Ich sage mir, dass dort unten ... höchstens sieben oder acht Meilen von hier ein Dorf liegt, und in diesem Dorf lebt eine gute alte Frau, die glaubt, dass ich noch ein anständiger Mensch bin ...

CARMEN
Eine gute alte Frau?

JOSÉ
Ja, meine Mutter.

CARMEN
Deine Mutter ... Nun denn, aufrichtig gesagt, tätest du gut daran, zu ihr zurückzukehren, denn du bist entschieden nicht dafür gemacht, mit uns zu leben ... Hund und Wolf leben nicht lange gut zusammen ...

JOSÉ
Carmen ...

CARMEN
Ausserdem ist das Geschäft nicht ohne Gefahr für die, die sich wie du nicht verstecken wollen, wenn sie Gewehrschüsse hören ... mehreren von uns ist es an den Kragen gegangen; du wirst auch drankommen.

JOSÉ
Und du auch ... wenn du weiter davon sprichst, uns zu trennen, und wenn du dich mit mir nicht so aufführst, wie ich will, dass du es tust ...

CARMEN
Würdest du mich vielleicht töten? ...
José antwortet nicht.
Recht so! ... Ich habe mehrfach in den Karten gelesen, dass wir zusammen enden müssen.
Sie klappert mit ihren Kastagnetten.
Ach was! Es gehe, wie es wolle ...

JOSÉ
Bist du der Teufel, Carmen?

CARMEN
Aber ja, Ich habe es dir schon gesagt

Sie dreht José den Rücken zu und setzt sich neben Mercédès und Frasquita. - Nach einem Augenblick der Unschlüssigkeit geht José seinerseits weg und streckt sich auf den Felsen aus. - Während der letzten Repliken der Szene haben Mercédès und Frasquita die Karten vor sich ausgebreitet.


Nr. 20 - Terzett

MERCÉDÈS
Mischen wir!

FRASQUITA
Mischen wir!

MERCÉDÈS
Heben wir ab!

FRASQUITA
Heben wir ab!

MERCÉDÈS
Gut, in Ordnung!

FRASQUITA
Gut, in Ordnung!

MERCÉDÈS
Drei Karten hierher ...

FRASQUITA
Drei Karten hierher ...

MERCÉDÈS
Vier dorthin!

FRASQUITA
Vier dorthin!

MERCÉDÈS und FRASQUITA.
Und Jetzt sprecht, meine Schönen,
berichtet Neues aus der Zukunft;
sagt uns, wer uns verraten wird,
sagt uns, wer uns lieben wird.
Sprecht, sprecht! Sprecht, sprecht!
Sagt uns., wer uns verraten wird,
sagt uns, wer uns lieben wird.

FRASQUITA
Sprecht! Sprecht!

MERCÉDÈS
Sprecht! Sprecht!

FRASQUITA
Ich sehe einen jungen Verliebten,
der mich liebt, wie es stärker nicht möglich ist.

MERCÉDÈS
Der meine ist sehr reich und sehr alt,
aber er spricht von Hochzeit.

FRASQUITA
Er setzt mich auf sein Pferd
und zieht mit mir in die Berge.

MERCÉDÈS
In einem fast königlichen Schloss
etabliert mich der meine als Fürstin.

FRASQUITA
Liebe ohne Ende,
jeden Tag neue Ausschweifungen.

MERCÉDÈS
Gold, so viel ich fassen kann,
Diamanten ... Geschmeide.

FRASQUITA
Meiner wird ein berühmter Kommandeur,
hundert Leute marschieren hinter ihm.

MERCÉDÈS
Meiner - soll ich meinen Augen trauen ...
ja ... er stirbt! Ah, ich bin Witwe,
und ich erbe.

FRASQUITA und MERCÉDÈS
Sprecht weiter, sprecht, meine Schönen,
berichtet Neues aus der Zukunft;
sagt uns, wer uns verraten wird,
sagt uns, wer uns lieben wird.
Sprecht weiter! Sprecht weiter!
Sie beginnen wieder die Karten zu befragen.

MERCÉDÈS
Reichtum!

FRASQUITA
Liebe!

Seit Beginn der Szene verfolgt Carmen das Spiel von Merédès und Frasquita mit ihren Blicken.

CARMEN
Nun also, jetzt versuche ich es meinerseits.
Sie beginnt die Karten aufzuschlagen.
Karo, Pik ... der Tod!
Ich habe richtig gelesen ... zuerst ich.
Sie zeigt auf den schlafenden José.
Dann er ... für alle beide der Tod.
Leise, wobei sie fortfährt, die Karten zu mischen.
In der vergeblichen Absicht, bittere Antworten
zu vermeiden, wirst du vergebens mischen,
das führt zu nichts, die Karten sind aufrichtig
und werden nicht lügen.
Wenn in dem Buch dort oben
deine Seite Glück enthält,
mische und hebe ohne Furcht ab,
die Karte wird sich unter deinen Händen
günstig legen
und dir das Glück verkünden.
Aber wenn du sterben musst, wenn das
furchtbare Wort vom Schicksal geschrieben ist,
fange zwanzig Mal wieder an ...
Die unerbittliche Karte
wiederholt: Der Tod!
Ja, wenn du sterben musst,
beginne zwanzig Mal ...
Die unerbittliche Karte
wiederholt: Der Tod!
Noch einmal! Noch einmal! Immer der Tod!

FRASQUITA und MERCÉDÈS
Sprecht noch einmal,
sprecht, meine Schönen,
berichtet Neues aus der Zukunft;
sagt uns, wer uns verraten wird,
sagt uns, wer uns lieben wird.
Reichtum! Liebe!

CARMEN
Noch einmal! Noch einmal!
Die Verzweiflung!
Der Tod, der Tod. Noch einmal
Der Tod. Immer wieder der Tod!

MERCÉDÈS
Reichtum!

FRASQUITA
Liebe!

CARMEN
Immer wieder der Tod!

ALLE DREI
Noch einmal! Noch einmal!

Der Dancaire und der Remendado kommen zurück.


Gesprochener Dialog XIII

CARMEN
Nun? ...

DANCAIRE
Nun, ich hatte recht, den Auskünften von Lillas Pastia nicht zu trauen; wir haben seinen Wachtposten nicht gefunden, aber dafür haben wir drei Zöllner bemerkt, die die Bresche bewachten und die sie, weiss Gott, gut bewachten.

CARMEN
Kennt Ihr die Namen dieser Zöllner?

REMENDADO
Sicher wissen wir ihre Namen; wer sollte die Zöllner kennen, wenn nicht wir? Es waren Eusebio, Perez und Bartolomé.

FRASQUITA
Eusebio ...

MERCÉDÈS
Perez ...

CARMEN
und Bartolomé…
Sie lacht.
Habt keine Angst, Dancaire, wir nehmen uns Eurer dreier Zöllner an

JOSÉ
wütend
Carmen!

DANCAIRE
Ach du, du wirst uns mit deiner Eifersucht in Ruhe lassen ...
Der Tag bricht an, und wir haben keine Zeit zu verlieren ... Auf, Kinder ...
Man beginnt die Ballen aufzunehmen.
Was dich angeht,
wendet sich zu José
ich vertraue dir die Wache über die Waren an, die wir nicht mitnehmen ... Du wirst dich dort, auf dieser Anhöhe, aufstellen ... Da bist du ausgezeichnet plaziert, um zu sehen, ob wir verfolgt werden ... ; wenn du jemanden bemerkst, gestatte ich dir, deine Wut an dem Vorwitzigen auszulassen. - Sind wir soweit?

REMENDADO
Ja, Chef.

DANCAIRE
Also los ...
Zu den Frauen
Aber ihr bildet euch nichts ein, ihr nehmt euch wirklich der drei Zöllner an?

CARMEN
Hab keine Angst, Dancaire.


Nr. 21 - Ensemble

FRASQUITA MERCÉDÈS und CARMEN
Was den Zöllner angeht, das ist unsere Sache,
wie jeder andere will er gefallen,
er will den Galan spielen.
Ah! Lasst uns vorangehen.

CARMEN, MERCÉDÈS, FRASQUITA und DIE FRAUEN
Was den Zöllner angeht, das ist unsere Sache.
Wie jeder andere will er gefallen.
Er will den Galan spielen.
Ah! Lasst uns vorangehen.

ALLE
Er will gefallen!

MERCÉDÈS
Der Zöllner wird milde sein!

ALLE
Er ist galant!

CARMEN
Der Zöllner wird charmant sein!

ALLE
Er will gefallen!

FRASQUITA
Der Zöllner wird galant sein!

MERCÉDÈS
Ja, der Zöllner wird sogar zum Draufgänger!

ALLE
Ja, der Zöllner, das ist unsere Sache!
Wie jeder andere will er gefallen,
er will den Galan spielen.
Lasst uns/sie vorangehen!

FRASQUITA, MERCÉDÈS und CARMEN
Es handelt sich um keine Schlacht mehr,
nein, es geht ganz einfach darum,
sich um die Taille fassen zu lassen
und ein Kompliment zu hören.
Wenn wir so weit gehen müssen, zu lächeln,
dann werden wir eben lächeln,
und ich kann voraussagen,
die Schmuggelware wird passieren.

CHOR
Und ich kann voraussagen,
die Schmuggelware wird passieren!

FRASQUITA, MERCÉDÈS und CARMEN
Vorwärts! Gehen wir! Los! Vorwärts!
Der Zöllner, das ist unsere Sache! usw.

Alle gehen ab. - José geht als letzter hinterher und prüft dabei den Zünder seines Karabiners, kurz bevor er abgeht, sieht man einen Mann seinen Kopf über den Felsen hinausstrecken. Es handelt sich um einen Bergführer.


Gesprochener Dialog XIV

BERGFÜHRER
geht behutsam vorwärts, dann macht er Micaëla, die man noch nicht sieht, ein Zeichen
Wir sind da.

MICAËLA
tritt auf
Hier ist es?

BERGFÜHRER
Ja, ein hässlicher Ort, nicht wahr, und wirklich unheimlich.

MICAËLA
Ich sehe niemanden.

BERGFÜHRER
Sie sind eben fortgegangen, aber sie kommen bald wieder, denn sie haben nicht alle ihre Waren mitgenommen ... ich kenne ihre Gewohnheiten ... Nehmt Euch in acht ... einer von ihnen muss irgendwo auf Wache stehen, und wenn man uns bemerkt hat

MICAËLA
Ich hoffe sehr, dass man mich bemerken wird …weil ich eben deshalb hierher gekommen bin, um mit … um mit einem der Schmuggler zu sprechen…

BERGFÜHRER.
Also wirklich, Ihr könnt von Glück sagen, Mut zu haben . . . eben, als wir uns inmitten der Herde von wilden Stieren befanden, die der berühmte Escamillo führte, habt Ihr nicht gezittert ... und jetzt diesen Zigeunern so einfach gegenüberzutreten ...

MICAËLA
Man erschreckt mich nicht so leicht.

BERGFÜHRER
Ihr sagt das, weil ich in Eurer Nähe bin, aber wenn Ihr alleine wärt ...

MICAËLA
Ich hätte keine Angst, seid dessen sicher.

BERGFÜHRER
Wirklich? ...

MICAËLA
Wirklich ...

BERGFÜHRER
in schlichtem Ton
Dann bitte ich Euch um die Erlaubnis, zu gehen. - Ich habe zugestimmt, Euch als Führer zu dienen, weil Ihr mich gut bezahlt habt; aber nun, da Ihr angekommen seid ... Wenn es Euch recht ist, erwarte ich Euch dort, wo Ihr mich gemietet habt ... in dem Gasthof, der am Fusse des Berges liegt.

MICAËLA
Einverstanden, wartet auf mich!

BERGFÜHRER.
Ihr wollt wirklich bleiben?

MICAËLA
Ja, ich bleibe!

BERGFÜHRER
Dann mögen Euch alle Heiligen des Paradieses beistehen, aber Eure Idee ist schon merkwürdig ...


Nr. 22 - Arie

MICAËLA
Ich sprach, dass ich furchtlos mich fühle,
ich sagte, ach, dass ich für mich einstehe
aber vergebens spiele ich die Tapfere,
im Grunde meines Herzens sterbe ich vor Schrecken . . .
Allein an diesem wilden Ort,
ganz allein habe ich Angst,
aber zu Unrecht habe ich Angst.
Ihr werdet mir Mut geben,
Ihr werdet mich schützen, Herr . . .
Ich werde diese Frau aus der Nähe sehen,
deren verwünschte Ränke
schliesslich einen Ehrlosen aus dem
gemacht haben, den ich einst liebte;
sie ist gefährlich, sie ist schön,
aber ich will keine Furcht haben.
Nein, ich will keine Furcht haben!
Ich werde laut und deutlich vor ihr sprechen.
Ach Herr ... Ihr werdet mich beschützen.
Ah! Ich sprach, dass ich furchtlos mich fühle etc.
Beschützt mich, o Herr!
Gebt mir Mut!
Beschützt mich, o Herr!
Beschützt mich, Herr!


Gesprochener Dialog XV

MICAËLA
Aber ... ich täusche mich nicht ... hundert Schritte von hier ... auf diesem Felsen, das ist Don José…
Sie ruft.
José, José!
Erschrocken.
Aber was tut er? ... Er schaut nicht hierher …er lädt seinen Karabiner, er zielt…er feuert…
Man hört einen Schuss.
Ach mein Gott, ich habe meinen Mut überschätzt… ich habe Angst . . . ich habe Angst.

Sie verschwindet hinter den Felsen. In demselben Augenblick tritt Escamillo auf mit dem Hut in der Hand.

ESCAMILLO
betrachtet seinen Hut
Ein bisschen tiefer ... und das wäre beim nächsten Stierkampf nicht ich gewesen, der das Vergnügen gehabt hätte, mit den Stieren zu kämpfen, die ich gerade treibe.

JOSÉ
mit dem Messer in der Hand
Wer seid Ihr? Antwortet.

ESCAMILLO
sehr ruhig
Na, na ... gemach!


Nr. 23 - Duett

ESCAMILLO
Ich bin Escamillo,
Torero aus Granada.

JOSÉ
Escamillo!

ESCAMILLO
Der bin ich.

JOSÉ
steckt sein Messer wieder in den Gürtel
Ich kenne Euren Namen.
Seid willkommen; aber wahrhaftig, Kamerad,
Ihr hättet drauf gehen können.

ESCAMILLO
Da ist etwas Wahres dran,
aber ich bin verliebt, mein Lieber, bis zum Wahnsinn,
und der wäre ein armer Tropf,
der nicht sein Leben riskierte,
um seine Liebe zu sehen.

JOSÉ
Ist sie hier, die Ihr liebt?

ESCAMILLO
Ganz recht.
Das ist eine Zigeunerin, mein Lieber.

JOSÉ
Wie heisst sie?

ESCAMILLO
Carmen.

JOSÉ
Carmen!

ESCAMILLO
Carmen! Ja, mein Lieber.
Sie hatte einen Soldaten
als Geliebten, der einst
für sie desertiert ist.

JOSÉ
Carmen!

ESCAMILLO
Sie liebten sich,
aber das ist aus, glaube ich.
Carmens Liebschaften
dauern keine sechs Monate.

JOSÉ
Dennoch liebt Ihr sie ...

ESCAMILLO
Ich liebe. sie.
Ich liebe sie, ja, mein Lieber,
ich liebe sie bis zum Wahnsinn!

JOSÉ
Aber weisst du nicht, dass man dafür bezahlen muss,
wenn man uns unsere Zigeunerinnen entführt?

ESCAMILLO
Sei's drum, man wird bezahlen.

JOSÉ
Und dass der Preis mit Navaja-Stössen bezahlt wird?

ESCAMILLO
überrascht
Mit Navaja-Stössen?

JOSÉ
Versteht Ihr?

ESCAMILLO
Die Worte sind sehr deutlich.
Dieser Deserteur, dieser schöne Soldat, den sie liebt
oder den sie zumindest liebte,
seid also Ihr?

JOSÉ
Ja, ich selbst.

ESCAMILLO
Ich bin entzückt, mein Lieber, und die Runde ist vollzählig.
Alle beide hüllen sich, die Navaja in der Hand, in ihre Mäntel.

JOSÉ
Endlich gerät
meine Wut an den Rechten.
Ja, das Blut wird,
hoffe ich, bald fliessen.

ESCAMILLO
Welch ein Missgriff;
ich könnte wirklich lachen!
Die Angebetete zu suchen
und deren Liebhaber zu finden.

JOSÉ und ESCAMILLO
Stellt Euch zum Kampf
und nehmt Euch in acht.
Schlimm für den,
der die Stösse zu spät pariert.
En garde, los!
Nehmt Euch in acht! Nehmt Euch in acht!

Sie stellen sich in einer bestimmten Entfernung in Kampfstellung auf

ESCAMILLO
Ich kenne sie,
deine navarresische Kampfstellung,
und ich warne dich als Freund,
dass sie nichts taugt…
Ohne zu antworten, geht Don José auf Escamillo los
Wie dir's beliebt,
ich habe dich wenigstens gewarnt.

Kampf; Escamillo, sehr ruhig, sucht sich nur zu verteidigen.

JOSÉ
Du machst nicht ernst, Verfluchter.

ESCAMILLO
Bei diesem Messerspielchen
bin ich zu stark für dich.

JOSÉ
Das werden wir sehen.

Schnelles und sehr lebhaftes Gefecht Mann gegen Mann. José ist in der Gewalt Escamillos, der nicht zustösst.

ESCAMILLO
Sachte,
dein Leben gehört mir, aber im Grunde
ist mein Metier, den Stier zu töten,
nicht das Menschenherz zu durchbohren.

JOSÉ
Stoss zu oder stirb ...
Das hier ist kein Spiel.

ESCAMILLO
macht sich los
Schön, aber hole wenigstens etwas Luft.

JOSÉ
En garde! Achtung!

JOSÉ und ESCAMILLO
Stellt Euch zum Kampf
und nehmt Euch in acht!
Schlimm für den,
der die Stösse zu spät pariert.
En garde, los!
Nehmt Euch in acht! Nehmt Euch in acht!

Nach dem letzten Ensemble wird der Kampf wieder aufgenommen. Escamillo gleitet aus und fällt.
Carmen und der Dancaire treten auf; Carmen fällt Don José in den Arm.
Der Remendado, Mercédès, Frasquita und die Schmuggler kommen währenddessen zurück.



Nr. 24 - Finale

CARMEN
Hallo! Hallo! José …

ESCAMILLO
erhebt sich
Wahrhaftig, meine Seele ist entzückt,
dass Ihr das seid, Carmen,
die mir das Leben gerettet habt.
Was dich betrifft, schöner Soldat,
zwischen uns steht es unentschieden,
und wir kämpfen die Entscheidungsschlacht
an dem Tage, an dem
du den Kampf wiederaufnehmen willst.

DANCAIRE
Gut, gut, keinen Streit mehr,
wir, wir gehen jetzt los.
zu Escamillo
Und dir… und dir, Freund, guten Abend.

ESCAMILLO
Gestattet mir wenigstens,
bevor ich euch auf Wiedersehen sage,
euch alle zu den Stierkämpfen von Sevilla einzuladen.
Ich denke dort meinerseits
bestens zu brillieren,
und wer mich liebt, kommt dorthin!
Er sieht Carmen an.
Und wer mich liebt, kommt dorthin!
Zu Don José, der ihm droht.
Freund, halte dich still, ich habe alles gesagt,
ja, ich habe alles gesagt und ich habe hier nur noch Abschied zu nehmen.

Bühnenspiel. Don José will sich auf den Torero stürzen. Der Dancaire und der Remendado halten ihn zurück, Escamillo geht sehr langsam ab.

JOSÉ
zu Carmen
Nimm dich in acht,
Carmen… ich habe es satt, zu leiden.
Carmen antwortet ihm mit einem leichten Achselzucken und entfernt sich von ihm.

DANCAIRE
Los ... Los…
Wir müssen losgehen.

ALLE
Los ... Los ...
Wir müssen losgehen.

REMENDADO
Halt! ... Irgend jemand
versucht sich dort zu verstecken.

Er führt Micaëla herbei.

CARMEN
Eine Frau!

DANCAIRE
Wahrhaftig, eine schöne Überraschung.

JOSÉ
erkennt Micaëla
Micaëla! ...

MICAËLA
Don josé! ...

JOSÉ
Unselige! Was tust du hier?

MICAËLA
Ich, ich hole dich.
Dort unten ist das kleine Bauernhaus,
wo, unablässig betend,
eine Mutter, deine Mutter,
ach, über ihr Kind weint ...
Sie weint und ruft dich,
sie weint und streckt die Arme nach dir aus;
du wirst dich ihrer erbarmen, José,
ach José, du folgst mir, du folgst mir.

CARMEN
Geh! Geh! Du tust gut daran,
unser Metier ist nichts für dich.

JOSÉ
zu Carmen
Du rätst mir, ihr zu folgen?

CARMEN
Ja, du solltest gehen.

JOSÉ
Du rätst mir, ihr zu folgen,
damit du deinem neuen
Liebhaber nachlaufen kannst.
Nein, wahrhaftig,
sollte es auch mein Leben kosten,
nein, ich werde nicht gehen,
und die Bande, die uns verbinden,
werden uns bis zum Tode vereinen.
Sollte es auch mein Leben kosten,
nein, nein, nein, ich gehe nicht!

MICAËLA
Hör mich an, ich bitte dich darum,
deine Mutter streckt die Arme nach dir aus,
diese Bande, die dich binden,
José, du wirst sie zerreissen. Ach, José!

ALLE
Es wird dich das Leben kosten,
José, wenn du nicht gehst,
und die Bande, die euch verbinden,
wird dein Tod zerreissen.

JOSÉ
Lass mich,
denn ich bin verdammt!

ALLE
José, nimm dich in acht!

JOSÉ
Ah! Ich halte dich fest, verfluchtes Weib,
ich halte dich fest,
und ich werde dich zwingen,
die Bestimmung zu ertragen,
die dein Los an meines schmiedet.
Sollte es mein Leben kosten,
nein, nein, nein, ich gehe nicht!

ALLE
Ah! Nimm dich in acht, nimm dich in acht, Don José

MICAËLA
Noch ein Wort! Es ist das letzte.
Deine Mutter, ach, deine Mutter liegt im Sterben,
und deine Mutter
möchte nicht sterben,
ohne dir verziehen zu haben.

JOSÉ
Meine Mutter ... sie liegt im Sterben

MICAËLA
Ja, Don José.

JOSÉ
Gehen wir ... Ach, gehen wir!
zu Carmen.
Sei zufrieden, ich gehe,
aber wir sehen uns wieder.

Er zieht Micaëla mit sich fort.

ESCAMILLO
in der Ferne
Torero, auf in den Kampf,
Torero, Torero,
und denk daran, ja denk beim Kampf daran,
dass ein schwarzes Aug' dir zusieht
und dass die Liebe dich erwartet,
Torero, die Liebe erwartet dich.
José bleibt im Hintergrund in den Felsen stehen ... Er zögert. Carmen lauscht und beugt sich über die Felsen.

Zwischenaktmusik

VIERTER AKT

Ein Platz in Sevilla. Im Hintergrund der Bühne die Umfassungsmauern einer alten Stierkampfarena. Der Eingang zur Arena wird durch ein langes Zeltdacb abgeschlossen.
Es ist der Tag eines Stierkampfes. Lebhaftes Treiben auf dem Platz. Wasser-, Orangen- und Fächerverkäufer usw.


Nr. 25 - Chor

CHOR
Zu zwei Cuartos
Fächer, um sich Luft zuzufächeln,
Orangen zum Naschen,
das Programm mit den Details!
Wein! Wasser!
Zigaretten!
Zu zwei Cuartos!
Seht hier! Zu zwei Cuartos!
Damen und Herren.

Während des ersten Chores sind die beiden Offiziere aus dem ersten Akt aufgetreten, am Arm die beiden Zigeunerinnen Mercédès und Frasquita.

ZUNIGA
Orangen, schnell.

MEHRERE VERKÄUFER
stürzen herbei
Hier sind sie. Nehmt, nehmt, meine Fräulein.

EIN VERKÄUFER
zum Offizier, der bezahlt
Danke, Herr Offizier, danke.

DIE ANDEREN VERKÄUFER
Die hier, mein Herr, sind schöner ...
Fächer, um sich Luft zuzufächeln!
Orangen zum Naschen!
Das Programm mit den Details!
Wein! Wasser!
Zigaretten!

ZUNIGA
Hallo! Fächer.

EIN ZIGEUNER
stürzt herbei
Wollt Ihr auch Ferngläser?

CHOR
Zu zwei Cuartos,
zu zwei Cuartos,
seht hier zu zwei Cuartos,
Damen und Herren!
Seht hier! Seht hier!

Gesprochener Dialog XVI

ZUNIGA
Wo ist eigentlich Carmencita geblieben? Ich sehe sie nicht.

FRASQUITA
Wir sehen sie gleich ... Escamillo ist hier, Carmencita kann nicht weit sein.

ZUNIGA
Ah! Es ist jetzt also Escamillo?

MERCÉDÈS
Sie ist verrückt nach ihm ...

FRASQUITA
Und weiss man, was aus ihrem ehemaligen Liebhaber José geworden ist? ...

ZUNIGA
Er ist wieder in dem Dorf aufgetaucht, wo seine Mutter wohnte ... Es war sogar der Befehl ergangen, ihn festzunehmen, aber als die Soldaten hinkamen, war José nicht mehr da ...

MERCÉDÈS
Demnach ist er frei?

ZUNIGA
Ja, im Augenblick.

FRASQUITA
Hm! An Carmens Stelle wäre ich nicht ruhig, überhaupt nicht ruhig.

Man hört von draussen grosses Geschrei ... Fanfaren, etc. Die Cuadrilla kommt an.


Nr. 26 - Marsch und Chor

KINDER
Da sind sie! Das sind sie!
Da kommt die Cuadrillal

CHOR
Da sind sie! Da sind sie! ja, da sind sie!
Da ist die Cuadrilla!
Die Cuadrilla der Toreros,
die Lanzen reflektieren die Sonne,
in der Luft Mützen und Hüte!
Da sind sie, da ist die Cuadrilla,
die Cuadrilla der Toreros.
Da sind sie! Da sind sie! Da sind sie!

Vorbeizug der Cuadrilla. Während des Vorbeizugs singt der Chor das folgende Stück.

KINDER und CHOR
Da kommt auf den Platz,
da kommt zunächst, gemessen schreitend,
der Alguacil mit dem gemeinen Gesicht.
Nieder! Nieder! Nieder! Nieder!
Nieder mit dem Alguacil! Nieder!
Nieder! Nieder! Nieder! Nieder!

CHOR
Auftritt der Chulos und der Banderilleros
Und dann begrüssen wir bei ihrem Vorbeizug,
begrüssen wir die wagemutigen Chulos,
bravo! Vivat! Ruhm ihrem Mut.
Hier sind die wagemutigen Chulos!
Hier sind die Banderilleros,
seht welch verwegenes Aussehen!
Seht! Seht! Seht!
Welche Blicke und in welcher Pracht
die Stickerei ihres Kostüms
funkelt!
Hier sind die Banderilleros!
Die Picadores treten auf.
Eine andere Cuadrilla kommt näher.
Seht die Picadores! Wie schön sie sind!
Wie sie bald mit dem Eisen ihrer Lanze
die Weiche des Stiers reizen werden.
Der Matador! Der Matador!

KINDER und CHOR
Escamillo!

Zuletzt erscheint Escamillo, neben ihm Carmen strahlend und in prächtigem Kostüm.

KINDER und CHOR
Escamillo! Escamillo! Escamillo! Escamillo!
Das ist der Matador, ein guter Stierfechter,
derjenige, der alles schliesslich beendet,
der am Ende des Dramas erscheint
und den letzten Stoss setzt.
Es lebe Escamilloi Es lebe Escamilloi
Ah! Bravo!
Da sind sie! Da ist die Cuadrilla,
die Cuadrilla der Toreros!
Die Lanzen reflektieren die Sonne.
In die Luft, in die Luft, in die Luft Mützen und Hüte!
Es lebe Escamillo!
Bravo! Er lebe hoch! Bravo! Bravo!

ESCAMILLO
zu Carmen
Wenn du mich liebst, Carmen,
kannst du gleich
stolz auf mich sein.
Wenn du mich liebst! Wenn du mich liebst!

CARMEN
Ah! Ich liebe dich, Escamillo,
ich liebe dich, und ich möchte sterben,
wenn ich je jemanden
so sehr wie dich geliebt habe.

CARMEN und ESCAMILIO
Ah! Ich liebe dich.
Ja, ich liebe dich.

VIER ALGUACILS
Platz! Platz! Platz für den Herrn Alkalden!

Kleiner Marsch im Orchester. Zu diesem Marsch zieht sehr langsam im Hintergrund der Alkalde vorbei! Vor und hinter ihm Alguacils. Währenddessen nähern sich Carmen, Frasquita und Mercédès.

FRASQUITA
Carmen, ein guter Rat,
bleib nicht hier.

CARMEN
Und warum nicht, bitteschön?

MERCÉDÈS
Er ist da.

CARMEN
Wer denn?

MERCÉDÈS
Er,
Don José…er verbirgt sich in der Menge;
sieh nur.

CARMEN
Ja, ich sehe ihn.

FRASQUITA
Nimm dich in acht.

CARMEN
Ich bin nicht die Frau,
die vor ihm zittert ...
Ich erwarte ihn ... und ich werde mit ihm sprechen.

MERCÉDÈS
Carmen, glaube mir,
nimm dich in acht!

CARMEN
Ich fürchte nichts!

FRASQUITA
Nimm dich in acht!

Der Alkalde hat die Arena betreten. Hinter dem Alkalden nimmt der Zug der Cuadrilla seinen Aufmarsch wieder auf und betritt die Arena. Die Volksmenge folgt. Die Menge hat bei ihrem Weggehen Don José sichtbar werden lassen ... Carmen bleibt allein im Vordergrund zurück. Alle beide sehen sich an, während die Menge sich zerstreut und das Marschthema im Orchester schwächer wird und erstirbt. Bei den letzten Tönen bleiben Carmen und Don José allein einander gegenüberstehend zurück.


Nr. 27 - Duett und Schlusschor

CARMEN
Bist du's?

JOSÉ
Ich bin's.

CARMEN
Man hatte mich gewarnt,
dass du nicht fern seist,
dass du unweigerlich kommen würdest;
man hatte mir sogar gesagt,
ich müsse um mein Leben fürchten,
aber ich bin tapfer
und habe nicht fliehen wollen.

JOSÉ
Ich drohe nicht, ich flehe, ich bitte demütig;
unsere Vergangenheit, Carmen,
unsere Vergangenheit, ich vergesse sie.
Ja, wir werden zusammen
ein neues Leben beginnen,
fern von hier, in einem anderen Land.

CARMEN
Du verlangst Unmögliches,
Carmen hat niemals etwas vorgemacht,
ihre Seele bleibt unbeugsam,
zwischen ihr und dir ist alles aus.
Niemals habe ich etwas vorgemacht;
zwischen uns ist alles aus.

JOSÉ
Carmen, noch ist Zeit,
ja, noch ist Zeit ...
O meine Carmen, lass mich
dich retten, dich, die ich anbete,
und mich mit dir retten.

CARMEN
Nein, ich weiss wohl, das ist der Zeitpunkt,
ich weiss wohl, dass du mich töten wirst.
Aber ob ich lebe oder sterbe,
nein, nein, nein, ich gebe nicht nach.

JOSÉ
Carmen! Noch ist Zeit.
Ja, noch ist Zeit ...
O meine Carmen, lass mich dich retten,
dich, die ich anbete!
Ah, lass mich dich retten
und mich mit dir retten,
o meine Carmen, noch ist Zeit ...
Ah! Lass mich dich retten, Carmen,
ah, lass mich dich retten, dich, die ich anbete,
und mich mit dir retten.

CARMEN
Warum kümmerst du dich noch
um mein Herz, das dir nicht mehr gehört?
Nein, dieses Herz gehört dir nicht mehr.
Vergebens sagst du: »Ich bete dich an.«
Von mir erhältst du nichts, nein nichts.
Ah! Es ist vergebens ...
Du erhältst nichts von mir!

JOSÉ
Du liebst mich also nicht mehr?
Carmen schweigt, und José wiederholt.
Du liebst mich also nicht mehr?

CARMEN
Nein, ich liebe dich nicht mehr.

JOSÉ
Aber ich, Carmen, ich liebe dich noch;
Carmen, Carmen, ich bete dich an.

CARMEN
Wozu das alles?
Welch überflüssige Worte!

JOSÉ
Carmen, ich liebe dich, ich bete dich an!
Nun gut, wenn es, um dir zu gefallen, sein muss,
bleibe ich Bandit, alles, was du willst,
alles, verstehst du, alles,
verstehst du ... alles.
Aber verlass mich nicht,
o meine Carmen.
Ach, erinnere dich, erinnere dich an die Vergangenheit!
Wir liebten uns noch vor kurzem!
Ach, verlass mich nicht, Carmen,
verlass mich nicht!

CARMEN
Carmen gibt niemals nach;
frei ist sie geboren,
und frei wird sie sterben.

CHOR
in der Arena
Vivat! Vivat! Der Stierkampf ist schön,
auf dem blutigen Sand
stürmt der Stier, den man reizt,
in Sprüngen voran.
Vivat! Bravo! Sieg!

Während dieses Chors schweigen Carmen und José ... Beide hören zu ... Als sie die Schreie »Sieg, Sieg« hörte, entschlüpfte Carmen ein »ah« des Stolzes und der Freude ... Don José lässt Carmen nicht aus den Augen ... Als der Chor endet, macht Carmen einen Schritt in Richtung Arena.

JOSÉ
stellt sich ihr in den Weg
Wohin gehst du? ...

CARMEN.
Lass mich.

JOSÉ
Dieser Mann, dem sie applaudieren,
ist dein neuer Liebhaber.

CARMEN
will vorbeigehen
Lass mich ... Lass mich ...

JOSÉ
Bei meiner Seele,
du kommst nicht vorbei,
Carmen, du wirst mir folgen!

CARMEN
Lass mich, Don José! ...
Ich folge dir nicht.

JOSÉ
Du gehst wieder zu ihm, sag ...
Du liebst ihn also?

CARMEN
Ich liebe ihn, ich liebe ihn, und selbst im Augenblick des Todes
werde ich noch wiederholen, dass ich ihn liebe.

CHOR
in der Arena
Vivat! Bravo! Sieg!
Genau ins Herz getroffen!
Der Stier fällt!
Ruhm dem siegreichen Torero!
Sieg!

JOSÉ
So habe ich das Heil meiner
Seele verloren, damit du
davongehst, Verruchte,
um in seinen Armen über mich zu lachen.
Nein, bei meiner Seligkeit, du gehst nicht,
Carmen, du folgst mir!

CARMEN
Nein! Nein! Niemals!

JOSÉ
Ich habe es satt, dir zu drohen.

CARMEN
Dann also! Stich mich doch nieder
oder lass mich vorbei!

CHOR
in der Arena
Sieg!

JOSÉ
Zum letzten Mal, Dämon,
willst du mir folgen?

CARMEN.
Nein! Nein!
Diesen Ring hattest du mir
seinerzeit gegeben; da hast du ihn.

Sie wirft ihn in hohem Bogen durch die Luft.

JOSÉ
mit dem Dolch in der Hand auf Carmen zugehend
Nun dann, Verruchte ...

Carmen weicht zurück ... José verfolgt sie ... Während dieser Zeit Fanfaren und Chor in der Arena.

CHOR
in der Arena
Torero, auf in den Kampf, Torero, Torero,
und denk daran, ja denk im Kampf daran,
dass ein schwarzes Aug' dir zusieht
und dass dich die Liebe erwartet,
Torero, die Liebe,
die Liebe erwartet dich!

José hat Carmen niedergestochen ... Sie fällt tot zu Boden …
Der Zeltvorbau geht auf. Die Menge verlässt die Arena.


JOSÉ
Ihr könnt mich festnehmen ...
Ich habe sie getötet.

Escamillo erscheint auf den Stufen der Arena ... José wirft sich über Carmens Leichnam.

JOSÉ
Ach! Carmen! Meine angebetete Carmen!

Personnages:
DON JOSE, brigadier (ténor)
ESCAMILLO, toréador (baryton)
LE DANCAÏRE, contrebandier (baryton)
LE REMENDADO, contrebandier (ténor)
ZUNIGA, lieutenant (basse)
MORALES, sergent (baryton)
LILLAS PASTIA, cabaretier (rôle parlé)
UN GUIDE (rôle parlé)
CARMEN, bohémienne (mezzo-soprano)
MICAËLA, jeune paysanne (soprano)
FRASQUITA, bohémienne (soprano)
MERCEDEs, bohémienne (mezzo-soprano)

L'action est située en Espagne vers 1820




No 1 - Prélude

PREMIER ACTE

Une place à Séville. À droite, la porte de la manufacture de tabac. Au fond, face au public, pont praticable traversant la scène dans toute son étendue. De la scène on arrive à ce pont par un escalier tournant qui fait sa révolution à droite au-dessus de la porte de la
manufacture de tabac. Le dessous du pont est praticable. A gauche, au premier plan, le corps de garde. Devant le corps de garde, une petite galerie couverte, exhaussée de deux ou trois marches; près du corps de garde, dans un râtelier, les lances des
dragons avec leurs banderolles jaunes et rouges.


No 2 - Scène et choeur

Au lever du rideau, une quinzaine de soldats (Dragons du régiment d'Almanza) sont groupés devant le corps de garde.
Les uns assis et fumant, les autres accoudés sur la balustrade de la galerie. Mouvement de passants sur la place. Des gens pressés, affairés vont, viennent, se rencontrent, se saluent, se bousculent, etc.


CHOEUR
Sur la place
Chacun passe,
Chacun vient, chacun va;
Drôles de gens que ces gens-là.
Drôles de gens! Drôles de gens!

MORALES
A la porte du corps de garde,
Pour tuer le temps,
On fume, on jase, l'on regarde
Passer les passants.
Sur la place, etc.

CHOEUR
Sur la place, etc.


Depuis quelques minutes Micaëla est entrée. Jupe bleue, nattes tombant sur les épaules, hésitante, embarrassée, elle regarde les soldats, avance, recule, etc.

MORALES
aux soldats
Regardez donc cette petite
Qui semble vouloir nous parler.
Voyez, voyez, elle tourne, elle hésite.

CHOEUR
À son secours il faut aller.

MORALES
à Micaëla
Que cherchez-vous, la belle?

MICAËLA
Moi! Je cherche un brigadier.

MORALES
Je suis là,
Voilà!

MICAËLA
Mon brigadier, à moi, s'appelle
Don José ... le connaissez-vous?

MORALES
Don José, nous le connaissons tous.

MICAËLA
Vraiment? Est-il avec vous, je vous prie?

MORALES
Il n'est pas brigadier dans notre compagnie.

MICAËLA
désolée
Alors il n'est pas là.

MORALES
Non, ma charmante, il n'est pas là,
Mais tout à l'heure il y sera.
Oui, tout à l'heure il y sera.
Il y sera quand la garde montante
Remplacera la garde descendante.

TOUS
Il y sera quand la garde montante
Remplacera la garde descendante.

MORALES
Mais en attendant qu'il vienne,
Voulez-vous, la belle enfant,
Voulez-vous prendre la peine
D'entrer chez nous un instant?

MICAËLA
Chez vous!

CHOEUR
Chez nous.

MICAËLA
Non pas, non pas.
Grand merci, messieurs les soldats.

MORALES
Entrez sans crainte, mignonne,
Je vous promets qu'on aura
Pour votre chère personne
Tous les égards qu'il faudra.

MICAËLA
Je n'en doute pas;
Cependant je reviendrai,
Je reviendrai, c'est plus prudent.
Reprenant en riant la phrase du sergent.
Je reviendrai quand la garde montante
Remplacera la garde descendante.

MORALES et LE CHOEUR
entourant Micaëla
Il faut rester, car la garde montante
Va remplacer la garde descendante.

MORALES
Vous resterez!

MICAËLA
cherchant à se dégager
Non pas! Non pas!


MORALES et LE CHOEUR
Vous resterez, vous resterez, vous resterez.
Oui vous resterez, vous resterez.

MICAËLA
Non pas! Non pas! Non! Non! Non! Non!
Au revoir, messieurs les soldats.


Elle s'échappe et se sauve en courant.

MORALES
L'oiseau s'envole,
On s'en console.
Reprenons notre passe-temps,
Et regardons passer les gens.


CHOEUR
Sur la place, etc.



No 2 a - Couplets de Morales

Le mouvement des passants qui avait cessé pendant la scène de Micaëla a repris avec une certaine animation. Parmi les gens qui vont et viennent, un vieux monsieur donnant le bras à une jeune dame... Le vieux monsieur voudrait continuer sa promenade, mais la jeune dame fait tout ce qu'elle peut pour le retenir sur la place. Elle paraît émue, inquiète. Elle regarde à droite, à gauche. Elle attend quelqu'un et ce quelqu'un ne vient pas. - Cette pantomime doit cadrer très exactement avec le couplet suivant.

MORALES
Attention! Chut! Taisons-nous!
Voici venir un vieil époux,
Oeil soupçonneux, mine jalouse!
Il tient au bras sa jeune épouse;
L'amant sans doute n'est pas loin;
Il va sortir de quelque coin.
En ce moment un jeune homme entre rapidement sur la place.
Ah! Ah! Ah! Ah!
Le voilà.
Voyons comment ça tournera.


Le second couplet continue et s'adapte fidèlement à la scène mimée par les trois personnages. Le jeune homme s'approche du vieux monsieur et de la jeune dame, salue et échange quelques mots à voix basse, etc.

MORALES
imitant le salut empressé du jeune homme.
Vous trouver ici, quel bonheur!
Prenant l'air rechigné du vieux mari.
Je suis bien votre serviteur.
Reprenant l'air du jeune homme.
Il salue, il parle avec grâce.
Puis l'air du vieux mari.
Le vieux mari fait la grimace;
imitant les mines souriantes de la dame
Mais d'un air très encourageant
La dame accueille le galant.
Le jeune homme, à ce moment, tire de sa poche un billet qu'il fait voir à la dame.
Ah! Ah! Ah! Ah!
L'y voilà.
Voyons comment ça tournera.
Le mari, la femme et le galant font tous les trois très lentement un petit tour sur la place. Le jeune homme cherchant à remettre son billet doux à la dame.

MORALES
Ils font ensemble quelques pas;
Notre amoureux, levant le bras,
Fait voir au mari quelque chose,
Et le mari toujours morose
Regarde en l'air ... Le tour est fait,
Car la dame a pris le billet.
Le jeune homme, d'une main, montre quelque chose en l'air au vieux monsieur et, de l'autre, passe le billet à la dame.
Ah! Ah! Ah! Ah!
Et voilà,
On voit comment ça tournera.

TOUS
riant
Ah! Ah! Ah! Ah!
Et voilà,
On voit comment ça tournera.



No 3 - Choeur des gamins

On entend au loin, très au loin, une marche militaire, clairons et fifres. C'est la garde montante qui arrive. Le vieux monsieur et le jeune homme échangent une cordiale poignée de main. Salut respectueux du jeune homme à la dame. Un officier sort du poste. Les soldats du poste vont prendre leurs lances et se rangent en ligne devant le corps de garde. Les passants à droite forment un
groupe pour assister à la parade. La marche militaire se rapproche, se rapproche ... La garde montante débouche enfin
venant de la gauche et traverse le pont. Deux clairons et deux fifres d'abord. Puis une bande de petits gamins qui s'efforcent de faire de grandes enjambées pour marcher au pas des dragons. - Aussi petits que possible les enfants.
Derrière les enfants, le lieutenant Zuniga et le brigadier Don José, puis les dragons avec leurs lances.


CHOEUR DES GAMINS
Avec la garde montante
Nous arrivons, nous voilà
Sonne, trompette éclatante,
Ta ra ta ta, ta ra ta ta;
Nous marchons la tête haute
Comme de petits soldats,
Marquant sans faire de faute,
Une ... deux ... marquant le pas.
Les épaules en arrière
Et la poitrine en dehors,
Les bras de cette manière
Tombant tout le long du corps;
Avec la garde montante
Nous arrivons, nous voilà!
Sonne, trompette éclatante,
Ta ra ta ta, ta ra ta ta.


La garde montante va se ranger à droite en face de la garde descendante. Dès que les petits gamins qui se sont arrêtes à droite devant les curieux ont fini de chanter, les officiers se saluent de l'épée et se mettent à causer à voix basse. On relève les sentinelles.



Mélodrame

MORALES
à Don José
Il y a une jolie fille qui est venue te demander.
Elle a dit qu'elle reviendrait


JOSÉ
Une jolie fille?

MORALES
Oui, et gentiment habillée, une jupe bleue, des nattes tombant sur les épaules ...

JOSÉ
C'est Micaëla.
Ce ne peut être que Micaëla.


MORALES
Elle n'a pas dit son nom.

Les factionnaires sont relevés. Sonneries des clairons. La garde descendante passe devant la garde montante. - Les gamins en troupe reprennent derrière les clairons et les fifres de la garde descendante la place qu'ils occupaient derrière les tambours et les
fifres de la garde montante.


CHOEUR DES GAMINS
Et la garde descendante
Rentre chez elle et s'en va.
Sonne, trompette éclatante,
Ta ra ta ta, ta ta ta ta.
Nous marchons la tête haute
Comme de petits soldats,
Marquant sans faire de faute,
Une ... deux ... marquant le pas.
Ta ta ta ta, ta ta ta ta, etc.


Soldats, gamins et curieux s'éloignent par le fond; choeur fifres et clairons vont diminuant. L'officier de la garde montante, pendant ce temps, passe silencieusement l'inspection de ses hommes. Quand le choeur des gamins et les fifres ont cessé de se faire entendre, le lieutenant dit.
«Présentez lances ... Haut lances ... Rompez les rangs».
Les dragons vont tous déposer leurs lances dans le râtelier, puis ils rentrent dans le corps de garde. Don José et Zuniga restent seuls en scène.

Dialogue parlé

ZUNIGA
Dites-moi, brigadier?

JOSÉ
se levant
Mon lieutenant.


ZUNIGA
Je ne suis dans 'e régiment que depuis deux jours et jamais je n'étais venu à Séville. Qu'est-ce que c'est que ce grand bâtiment?

JOSÉ
C'est la manufacture de tabacs …

ZUNIGA
Ce sont des femmes qui travaillent là?

JOSÉ
Oui, mon lieutenant. Elles n'y sont pas maintenant; tout à l'heure, après leur dîner; elles vont revenir. Et je vous réponds qu'alors il y aura du monde pour les voir passer.

ZUNIGA
Elles sont beaucoup?

JOSÉ
Ma foi, elles sont bien quatre ou cinq cents qui roulent des cigares dans une grande salle…

ZUNIGA
Ce doit être curieux.

JOSÉ
Oui, mais les hommes ne peuvent pas entrer dans cette salle sans une permission …

ZUNIGA
Ah!

JOSÉ
Parce que, lorsqu'il fait chaud, ces ouvrières se mettent à leur aise, surtout les jeunes.

ZUNIGA
Il y en a des jeunes?

JOSÉ
Mais oui, mon lieutenant.

ZUNIGA
Et de jolies?

JOSÉ
en riant
Je le suppose ... Mais à vous dire vrai, et bien que j'aie été de garde ici plusieurs fois déjà, je n'en suis pas bien sûr, car je ne les ai jamais beaucoup regardées…

ZUNIGA
Allons donc!

JOSÉ
Que voulez-vous? ... Ces Andalouses me font peur. Je ne suis pas fait à leurs manières, toujours à railler ... jamais un mot de raison …

ZUNIGA
Et puis nous avons un faible pour les jupes bleues et pour les nattes tombant sur les épaules…


JOSÉ
riant
Ah! Mon lieutenant a entendu ce que me disait Moralès?…

ZUNIGA
Oui

JOSÉ
Je ne le nierai pas ... la jupe bleue, les nattes, c'est le costume de la Navarre ... ça me rappelle le pays .

ZUNIGA
Vous êtes Navarrais?

JOSÉ
Et vieux chrétien. Don José Lizzarabengoa, c'est mon nom ... On voulait que je fusse d'église, et l'on m'a fait étudier. Mais je ne profitais guère, j'aimais trop jouer à la paume ... Un jour que j'avais gagné, un gars de l'Alava me chercha querelle; j'eus encore l'avantage, mais cela m'obligea de quitter le pays. Je me fis soldat! Je n'avais plus mon père; ma mère me suivit et vint s'établir à dix lieues de Séville ... avec la petite Micaëla ... c'est une orpheline que ma mère a recueillie, et qui n'a pas voulu se séparer d'elle.


ZUNIGA
Et quel âge a-t-elle, la petite Micaëla?

JOSÉ
Dix-sept ans…

ZUNIGA
Il fallait dire cela tout de suite ... Je comprends maintenant pourquoi vous ne pouvez pas me dire si les ouvrières de la manufacture sont jolies ou laides…


La cloche de la manufacture se fait entendre.

JOSÉ
Voici la cloche qui sonne, mon lieutenant, et vous allez pouvoir juger par vous-même ... Quant à moi je vais faire une chaîne pour attacher mon épinglette.


No 4 - Choeur des cigarières

La place se remplit de jeunes gens qui viennent se placer sur le passage des cigarières. Les soldats sortent du poste. Don José s'assied sur une chaise, et reste là fort indifférent à toutes ces allées et venues, travaillant à son épinglette.

CHOEUR
La cloche a sonné, nous, des ouvrières
Nous venons ici guetter le retour;
Et nous vous suivrons, brunes cigarières,
En vous murmurant des propos d'amour.


A ce moment paraissent les cigarières, la cigarette aux lèvres. Elles passent sous le pont et descendent lentement en scène.

CHOEUR
Voyez-les ... Regards impudents,
Mine coquette
Fumant toutes du bout des dents
La cigarette.

LES CIGARIÈRES
Dans l'air, nous suivons des yeux
La fumée,
Qui vers les cieux
Monte,
Monte parfumée.
Cela monte gentiment
À la tête;
Tout doucement
Cela vous met l'âme en fête.
Le doux parler des amants
C'est fumée;
Leurs transports et leurs serments
C'est fumée.
Oui c'est fumée,
C'est fumée.

LES JEUNES GENS
aux cigarières
Sans faire les cruelles,
Écoutez-nous, les belles
Vous que nous adorons,
Que nous idolâtrons.

LES CIGARIÈRES
Dans l'air,
Nous suivons des yeux la fumée,
La fumée.
Dans l'air, nous suivons des yeux
La fumée
Qui monte en tournant vers les cieux!
La fumée! La fumée!

CHOEUR
Mais nous ne voyons pas la Carmencita.

LES CIGARIÈRES et LES JEUNES GENS
La voilà,
La voilà,
Voilà la Carmencita.

Entre Carmen. Absolument le costume et l'entrée indiqués par Mérimée. Elle a un bouquet de cassie à son corsage et une fleur de cassie dans le coin de la bouche.
Trois ou quatre jeunes gens entrent avec Carmen. Ils la suivent, l'entourent, lui parlent. Elle minaude et caquette avec eux. Don José lève la tête. Il regarde Carmen, puis se remet à travailler tranquillement à son épinglette.


LES JEUNES GENS
entrés avec Carmen
Carmen, sur tes pas, nous nous pressons tous;
Carmen, sois gentille, au moins réponds-nous
Et dis-nous quel jour tu nous aimeras.
Carmen, dis-nous quel jour tu nous aimeras!

CARMEN
les regardant
Quand je vous aimerai, ma foi, je ne sais pas.
Peut-être jamais, peut-être demain;
Mais pas aujourd'hui, c'est certain.


No 5 - Habanera

CARMEN
L'amour est un oiseau rebelle
Que nul ne peut apprivoiser,
Et c'est bien en vain qu'on l'appelle
S'il lui convient de refuser.
Rien n'y fait; menace ou prière,
L'un parle bien, l'autre se tait;
Et c'est l'autre que je préfère,
Il n'a rien dit, mais il me plaît.
L'amour est enfant de Bohème,
Il n'a jamais, jamais connu de loi;
Si tu ne m'aimes pas, je t'aime;
Si je t'aime,
Prends garde à toi!
L'oiseau que tu croyais surprendre
Battit de l'aile et s'envola
L'amour est loin, tu peux l'attendre
Tu ne l'attends plus ... il est là
Tout autour de toi, vite, vite,
Il vient, s'en va, puis il revient
Tu crois le tenir, il t'évite,
Tu crois l'éviter, il te tient.
L'amour est enfant de Bohème,
Il n'a jamais connu de loi;
Si tu ne m'aimes pas, je t'aime;
Si je t'aime,
Prends garde à toi!


No 6 - Scène

LES JEUNES GENS.
Carmen, sur tes pas, nous nous pressons tous;
Carmen, sois gentille, au moins réponds-nous!
Réponds-nous! Réponds-nous!
O Carmen! Sois gentille, au moins réponds-nous!


Moment de silence. Les jeunes gens entourent Carmen,celle-ci les regarde l'un après l'autre, sort du cercle qu'ils forment autour d'elle et s'en va droit à Don José, qui est toujours occupé de son
épinglette.


CARMEN
Eh! compère, qu'est-ce que tu fais là? …

JOSÉ
Je fais une chaîne avec du fil de laiton, une chaîne pour attacher mon épinglette.


CARMEN
riant
Ton épinglette, vraiment! Ton épinglette, épinglier de mon âme...


Elle arrache de son corsage la fleur de cassie et la lance à Don José. Il se lève brusquement. La fleur de cassie est tombée à ses pieds. Eclat de rire général.


CHOEUR
L'amour est enfant de Bohème,
Il n'a jamais, jamais connu de loi,
Si tu ne m'aimes pas, je t'aime!
Si je t'aime, prends garde à toi!


La cloche de la manufacture sonne une deuxième fois.
Sortie des ouvrières et des jeunes gens. Carmen sort la première en courant et elle entre dans la manufacture. Les jeunes gens sortent à droite et à gauche. Zuniga qui, pendant cette scène bavardait avec deux ou trois ouvrières, les quitte et rentre dans le poste après que les soldats y sont rentrés. Don José reste seul.




Monologue

JOSÉ
Qu'est-ce que cela veut dire, ces façons-là? ... Quelle effronterie! ...
En souriant.
Tout ça parce que je ne faisais pas attention à elle! Alors, suivant l'usage des femmes et des chats qui ne viennent pas quand on les appelle et qui viennent quand on ne les appelle pas, elle est venue …
Il regarde la fleur de cassie qui est par terre, à ses pieds. Il la ramasse.
Avec quelle adresse elle me l'a lancée, cette fleur ... là, juste entre les deux yeux ... ça m'a fait l'effet d'une balle qui m'arrivait ...
Il respire le parfum de la fleur.
Comme c'est fort! ... Certainement s'il y a des sorcières, cette fille-là en est une.

Entre Micaëla.



Dialogue parlé

MICAËLA
Monsieur le brigadier?

JOSÉ
cachant précipitamment la fleur de cassie
Quoi?… Qu'est-ce que c'est?… Micaëla! …C'est toi…


MICAËLA
C'est moi!

JOSÉ
Et tu viens de là-bas?

MICAËLA
Et je viens de là-bas ...
C'est votre mère qui m'envoie…



No 7 - Duo

JOSÉ
Parle-moi de ma mère!
Parle-moi de ma mère!

MICAËLA
J'apporte de sa part, fidèle messagère,
Cette lettre.

JOSÉ
regardant la lettre
Une lettre.

MICAËLA
Et puis un peu d'argent
elle lui remet une petite bourse
Pour ajouter à votre traitement,
Et puis

JOSÉ
Et puis?

MICAËLA
Et puis? ... Vraiment je n'ose,
Et puis ... encore une autre chose
Qui vaut mieux que l'argent et qui,
Pour un bon fils,
Aura sans doute plus de prix.

JOSÉ
Cette autre chose, quelle est-elle?
Parle donc.

MICAËLA
Oui, je parlerai;
Ce que l'on m'a donné,
Je vous le donnerai.
Votre mère avec moi sortait de la chapelle,
Et c'est alors qu'en m'embrassant,
Tu vas, m'a-t-elle dit, t'en aller à la ville:
La route n'est pas longue,
Une fois à Séville,
Tu chercheras mon fils,
Mon José, mon enfant
Et tu lui diras que sa mère
Songe nuit et jour à l'absent
Qu'elle regrette et qu'elle espère,
Qu'elle pardonne et qu'elle attend;
Tout cela, n'est-ce pas? mignonne,
De ma part tu le lui diras,
Et ce baiser que je te donne
De ma part tu le lui rendras.


JOSÉ
très ému
Un baiser de ma mère?

MICAËLA
Un baiser pour son fils.

JOSÉ
Un baiser de ma mère?

MICAËLA
Un baiser pour son fils!
José, je vous le rends, comme je l'ai promis.


Micaëla se hausse un peu sur la pointe des pieds et donne à Don José un baiser bien franc, bien maternel. Don José très ému la laisse faire. Il la regarde bien dans les yeux. - Un moment de silence.

JOSÉ
continuant de regarder Micaëla
Ma mère, je la vois
Oui je revois mon village!
O souvenirs d'autrefois,
Doux souvenirs du pays!
Doux souvenirs du pays!
O souvenirs chéris!
Vous remplissez mon coeur
De force et de courage.
O souvenirs chéris!
Ma mère je la vois, je revois mon village!

MICAËLA
Sa mère, il la revoit!
Il revoit son village!
Ô souvenirs d'autrefois!
Souvenirs du pays!
Vous remplissez son coeur
De force et de courage.
O souvenirs chéris!
Sa mère il la revoit, il revoit son village!


JOSÉ
les yeux fixés sur la manufacture
Qui sait de quel démon
J'allais être la proie!
Même de loin,
Ma mère me défend,
Et ce baiser qu'elle m'envoie,
Ce baiser qu'elle m'envoie
Ecarte le péril et sauve son enfant.

MICAËLA
Quel démon, quel péril?
Je ne comprends pas bien.
Que veut dire cela?

JOSÉ
Rien! Rien!
Parlons de toi, la messagère
Tu vas retourner au pays…

MICAËLA
Oui, ce soir même,
Demain je verrai votre mère.

JOSÉ
Tu la verras! Eh bien tu lui diras:
Que son fils l'aime et la vénère,
Et qu'il se repent aujourd'hui.
Il veut que là-bas sa mère
Soit contente de lui!
Tout cela, n'est-ce pas? mignonne,
De ma part, tu le lui diras;
Et ce baiser que je te donne,
De ma part tu le lui rendras.


Il l'embrasse.

MICAËLA
Oui, je vous le promets
De la part de son fils
José, je le rendrai
Comme je l'ai promis.

JOSÉ
Ma mère, je la vois! etc.

MICAËLA
Sa mère, il la revoit! etc.


Dialogue parlé

JOSÉ
Attends un peu maintenant ... je vais lire sa lettre…

MICAËLA
J'attendrai, monsieur le brigadier, j'attendrai…

JOSÉ
embrassant la lettre avant de commencer à lire

Ah!
Lisant
«
MICAËLA
l'interrompant
Il vaut mieux que je ne sois pas là!…


JOSÉ
Pourquoi donc?…

MICAËLA
troublée
Je viens de me rappeler que votre mère m'a chargé de quelques petits achats: je vais m'en occuper tout de suite.

JOSÉ
Attends un peu, j'ai fini…

MICAËLA
Vous finirez quand je ne serai plus là…

JOSÉ
Mais la réponse?

MICAËLA
Je reviendrai la prendre avant mon départ et je la porterai à votre mère ... Adieu!


JOSÉ
Micaëla!

MICAËLA
Non, non ... je reviendrai, j'aime mieux cela ... je reviendrai, je reviendrai ...
Elle sort.

JOSÉ
lisant
«Il n'y en a pas de plus sage, ni de plus gentille ... il n'y en a pas surtout qui t'aime davantage ... et si tu voulais ... ' Oui, ma mère, oui, je ferai ce que tu désires… J'épouserai Mïcaëla, et quant à cette bohémienne, avec ses fleurs qui ensorcellent …


Au moment où il va arracher les fleurs de sa veste, grande rumeur dans l'intérieur de la manufacture. - Entre Zuniga suivi des soldats.



No 8 - Choeur

ZUNIGA
Que se passe-t-il donc là-bas?

Les ouvrières sortent rapidement et en désordre.

CHŒUR DES CIGARIÈRES
Au secours! N'entendez-vous pas?
Au secours, messieurs les soldats!

PREMIER GROUPE DE FEMMES
C'est la Carmencita.

DEUXIÈME GROUPE DE FEMMES
Non, non, ce n'est pas elle.

PREMIER GROUPE
C'est la Carmencita.

DEUXIÈME GROUPE
Non, non, ce n'est pas elle! Pas du tout!

PREMIER GROUPE
C'est elle! Si fait, si fait c'est elle!
Elle a porté les premiers coups.

TOUTES LES FEMMES
entourant le lieutenant
Ne les écoutez pas, monsieur, écoutez-nous,
Ecoutez-nous, monsieur, écoutez-nous!

PREMIER GROUPE
elles tirent l'officier de leur côté
La Manuelita disait
Et répétait à voix haute
Qu'elle achèterait sans faute
Un âne qui lui plaisait.

DEUXIÈME GROUPE
même jeu
Alors la Carmencita
Railleuse à son ordinaire,
Dit: Un âne, pour quoi faire?
Un balai te suffira.

PREMIER GROUPE
Manuelita riposta
Et dit à sa camarade:
Pour certaine promenade
Mon âne te servira.

DEUXIÈME GROUPE
Et ce jour-là tu pourras
A bon droit faire la fière;
Deux laquais suivront derrière
T'émouchant à tour de bras.

TOUTES LES FEMMES
Là-dessus toutes les deux
Se sont prises aux cheveux.

ZUNIGA
Au diable tout ce bavardage.
à Don José
Prenez, José, deux hommes avec vous
Et voyez là-dedans qui cause ce tapage.

PREMIER GROUPE
C'est la Carmencita!

DEUXIÈME GROUPE
Non, non ce n'est pas elle!

PREMIER GROUPE
Si fait, si fait c'est elle!

DEUXIÈME GROUPE
Pas du tout!

PREMIER GROUPE
Elle a porté les premiers coups!

ZUNIGA
Holà!
Eloignez-moi toutes ces femmes-là.

TOUTES LES FEMMES
Monsieur!
Monsieur!
Ne les écoutez pas! Monsieur, écoutez nous!

PREMIER GROUPE
C'est la Carmencita qui porta les premiers coups!

DEUXIÈME GROUPE
C'est la Manuelita qui porta les premiers coups!

PREMIER GROUPE
La Carmencita!


DEUXIÈME GROUPE
La Manuelita!

PREMIER GROUPE
Si! Si! Si! Si!
Elle a porté les premiers coups!
C'est la Carmencita!

DEUXIÈME GROUPE
Non! Non! Non! Non!
Elle a porté les premiers coups!
C'est la Manuelita!


Les soldats réussissent enfin à repousser les cigarières. Les femmes sont maintenues à distance autour de la place par une haie de dragons. Carmen paraît, sur la porte de la manufacture, amenée par Don José et suivie par deux dragons.


Dialogue parlé

ZUNIGA
Voyons, brigadier ... Maintenant que nous avons un peu de silence ... qu'est-ce que vous avez trouvé là-dedans?

JOSÉ
J'ai d'abord trouvé trois cents femmes, criant, hurlant, gesticulant, faisant un tapage à ne pas entendre Dieu tonner ... D'un côté il y en avait une, les quatre fers en l'air, qui criait: Confession! Confession! ... Je suis morte… Elle avait sur la figure un X qu'on venait de lui marquer en deux coups de couteau ... en face de la blessée j'ai vu ...
Il s'arrête sur un regard de Carmen.

ZUNIGA
Eh bien?

JOSÉ
J'ai vu mademoiselle ...

ZUNIGA
Mademoiselle Carmencita?

JOSÉ
Oui, mon lieutenant

ZUNIGA
Et qu'est-ce qu'elle disait, Mademoiselle Carmencita?

JOSÉ
Elle ne disait rien, mon lieutenant, elle serrait les dents et roulait des yeux comme un caméléon.

CARMEN
On m'avait provoquée... je n'ai fait que me défendre… Monsieur le brigadier vous le dira ...
à José
N'est-ce pas, monsieur le brigadier?

JOSÉ
après un moment d'hésitation
Tout ce que j'ai pu comprendre au milieu du bruit, c'est qu'une discussion s'était élevée entre ces deux dames, et qu'à la suite de cette discussion, mademoiselle, avec le couteau dont elle coupait le bout des cigares, avait commencé à dessiner des croix de saint André sur le visage de sa camarade .
Zuniga regarde Carmen; celle-ci, après un regard à DonJosé et un très léger haussement d'épaules, est redevenue impassible.
Le cas m'a paru clair. J'ai prié mademoiselle de me suivre…Elle a d'abord fait un mouvement comme pourrésister ... puis elle s'est
résignée ... et m'a suivi, douce comme un mouton!

ZUNIGA
Et la blessure de l'autre femme?

JOSÉ
Très légère, mon lieutenant, deux balafres à fleur de peau.


ZUNIGA
à Carmen
Eh bien! La belle, vous avez entendu le brigadier? ...
à José
Je n'ai pas besoin de vous demander si vous avez dit la vérité.

JOSÉ
Foi de Navarrais, Mon lieutenant!
Carmen se retourne brusquement et regarde encore une fois José.


ZUNIGA
à Carmen
Eh bien! ... Vous avez entendu? ... Avez-vous quelque chose à répondre? ... Parlez, j'attends…


No 9 - Chanson et mélodrame

Carmen, au lieu de répondre se met à fredonner.

CARMEN
Tra la la la la la la la
Coupe-moi, brûle-moi,
Je ne te dirai rien,
Tra la la la la la la la
Je brave tout, le feu, le fer
Et le ciel même.

ZUNIGA
Ce ne sont pas des chansons que je te demande, c'est une réponse.

CARMEN
Tra la la la la la la la
Mon secret je le garde et je le garde bien:
Tra la la la la la la la
J'en aime un autre et meurs en disant que je l'aime.

ZUNIGA
Ah! Ah! Nous le prenons sur ce ton-là ...
à José
Ce qui est sûr, n'est-ce pas, c'est qu'il y eut des coups de couteau, et que c'est elle qui les a donnés .

En ce moment cinq ou six femmes à droite réussissent à forcer la ligne des factionnaires et se précipitent sur la scène en criant: «Oui, oui, c'est elle! ... s' Une de ces femmes se trouve près de Carmen. Celle-ci lève la main et veut se jeter sur la femme. Don José arrête Carmen. Les soldats écartent les femmes, et les repoussent cette fois tout à fait hors de la scène. Quelques sentinelles continuent à rester en vue gardant les abords de la place.

ZUNIGA
à Carmen
Eh! Eh! Vous avez la main leste décidément.
aux soldats
Trouvez-moi une corde.

Moment de silence pendant lequel Carmen se remet à fredonner de la façon la plus impertinente en regardant l'officier.

UN SOLDAT
apportant une corde
Voilà, mon lieutenant.

ZUNIGA
à Don José
Prenez et attachez-moi ces deux jolies mains.
Carmen, sans faire la moindre résistance, tend en souriant ses deux mains à Don José.
C'est dommage vraiment, car elle est gentille ... Mais si gentille que vous soyez, vous n'en irez pas moins faire un tour en prison. Vous pourrez y chanter vos chansons de bohémienne. Le porte-clefs vous dira ce qu'il en pense.
Les mains de Carmen sont liées, on la fait asseoir sur un escabeau devant le corps de garde. Elle reste là immobile, les yeux à terre.
Je vais écrire l'ordre.
à Don José
C'est vous qui la conduirez …

Il sort.
Un petit moment de silence. Carmen lève les yeux et regarde Don José. Celui-ci se détourne, s'éloigne de quelques pas, puis revient à Carmen qui le regarde toujours.


Dialogue parlé

CARMEN
Où me conduirez-vous?...

JOSÉ
À la prison, ma pauvre enfant ...

CARMEN
Hélas! que deviendrai-je? Seigneur officier, ayez pitié de moi ... Vous êtes si gentil ...
José ne répond pas, s'éloigne et revient, toujours sous le regard de Carmen.
Cette corde, comme vous l'avez serrée, cette corde…
J'ai les poignets brisés.

JOSÉ
s'approchant de Carmen
Si elle vous blesse, je puis la desserrer ... Le lieutenant m'a dit de vous attacher les mains ... il ne m'a pas dit…
Il desserre la corde.

CARMEN
bas
Laisse-moi m'échapper, je te donnerai un morceau de la bar lachi, une petite pierre qui te fera aimer de toutes les femmes.

JOSÉ
s'éloignant
Nous ne sommes pas ici pour dire des balivernes ... Il faut aller à la prison. C'est la consigne, et il n'y a pas de remèdes.


Silence.

CARMEN
Tout à l'heure vous avez dit: foi de Navarrais ... vous êtes des Provinces? …

JOSÉ
Je suis d'Elizondo…

CARMEN
Et moi d'Etchalar…


JOSÉ
s'arrêtant
D'Etchalar! ... c'est à quatre heures d'Elizondo, Etchalar.


CARMEN
Oui, c'est là que je suis née… J'ai été emmenée par des bohémiens à Séville. Je travaillais à la manufacture pour gagner de quoi retourner en Navarre, près de ma pauvre mère qui n'a que moi pour soutien ... On m'a insultée parce que je ne suis pas de ce pays de filous, de marchands d'oranges pourries, et ces coquines se sont mises contre moi parce que je leur ai dit que tous leurs Jacques de Séville avec leurs couteaux ne feraient pas peur à un gars de chez nous avec son béret bleu et son maquila. Camarade, mon ami, ne ferez-vous rien pour une payse?


JOSÉ
Vous êtes Navarraise, vous?

CARMEN
Sans doute.


JOSÉ
Allons donc ... il n'y a pas un mot de vrai ... vos yeux seuls, votre bouche, votre teint ... Tout vous dit bohémienne…

CARMEN
Bohémienne, tu crois?


JOSÉ
J'en suis sûr…

CARMEN
Au fait, je suis bien bonne de me donner la peine de mentir ... Oui, je suis bohémienne, mais tu n'en feras pas moins ce que je te demande ... Tu le feras parce que tu m'aimes…


JOSÉ
Moi!

CARMEN
Eh! oui, tu m'aimes ... ne me dis pas non, je m'y connais! Tes égards, la facon dont tu me parles. Et cette fleur que tu as gardée. Oh! Tu peux la jeter maintenant ... cela n'y fera rien. Elle est restée assez de temps sur ton coeur; le charme a opéré ...

JOSÉ
avec colère
Ne me parle plus, tu entends, je te défends de me parler…

CARMEN
C'est très bien, seigneur officier, c'est très bien. Vous me défendez de parler, je ne parlerai plus .


No 10 - Séguedille et duo

CARMEN
Près des remparts de Séville,
Chez mon ami Lillas Pastia,
J'irai danser la séguedille
Et boire du Manzanilla!
J'irai chez mon ami Lillas Pastia.
Oui, mais toute seule on s'ennuie,
Et les vrais plaisirs sont à deux .
Donc pour me tenir compagnie,
J'emmènerai mon amoureux
Mon amoureux! ... Il est au diable
Je l'ai mis à la porte hier .
Mon pauvre coeur très consolable,
Mon coeur est libre comme l'air .
J'ai des galants à la douzaine,
Mais ils ne sont pas à mon gré;
Voici la fin de la semaine,
Qui veut m'aimer je l'aimerai.
Qui veut mon âme ... elle est à prendre .
Vous arrivez au bon moment,
Je n'ai guère le temps d'attendre,
Car avec mon nouvel amant
Près des remparts de Séville.
Chez mon ami Lillas Pastia,
J'irai danser la séguedille
Et boire du Manzanilla.
Oui, j'irai chez mon ami
Lillas Pastia!


JOSÉ
Tais-toi, je t'avais dit de ne pas me parler.


CARMEN
Je ne te parle pas ... je chante pour moi-même,
Et je pense ... il n'est pas défendu de penser,
Je pense à certain officier qui m'aime,
Et qu'à mon tour, oui qu'à mon tour
Je pourrais bien aimer!


JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Mon officier n'est pas un capitaine,
Pas même un lieutenant,
Il n'est que brigadier.
Mais c'est assez pour une bohémienne,
Et je daigne m'en contenter!

JOSÉ
déliant la corde qui attache les mains de Carmen
Carmen, je suis comme un homme ivre,
Si je cède, si je me livre,
Ta promesse, tu la tiendras .
Ah! Si je t'aime, Carmen,
Carmen tu m'aimeras .

CARMEN
Oui…

JOSÉ
Chez Lillas Pastia.

CARMEN
Nous danserons la séguedille
En buvant du manzanilla.


JOSÉ
Tu le promets!
Carmen! Tu le promets!

CARMEN
Ah! Près des remparts de Séville
Chez mon ami Lillas Pastia,
Nous danserons la séguedille
Et boirons du Manzanilla.
Tra la la la la la la la la la la!


JOSÉ
Le lieutenant! ... Prenez garde.


Carmen va se replacer sur son escabeau, les mains derrière le dos. Rentre Zuniga.


No 11 - Final

ZUNIGA
Voici l'ordre, partez et faites bonne garde…

CARMEN
bas, à José
En chemin je te pousserai, je te pousserai
Aussi fort que je le pourrai
Laisse-toi renverser ... le reste me regarde!


Elle se place entre les deux dragons. José à côté d'elle.
Les femmes et les bourgeois pendant ce temps sont rentrés en scène toujours maintenus à distance par les dragons .
Carmen traverse la scène de gauche à droite allant vers le pont...


CARMEN
L'amour est enfant de Bohème,
Il n'a jamais connu de loi;
Si tu ne m'aimes pas, je t'aime,
Si je t'aime, prends garde à toi.


En arrivant à l'entrée du pont à droite, Carmen pousse José qui se laisse renverser. Confusion, désordre, Carmen s'enfuit. Arrivée au milieu du pont, elle s'arrête un instant, jette sa corde à la volée par-dessus le parapet du pont et se sauve pendant que sur la scène, avec de grands éclats de rire, les cigarières entourent le lieutenant.
Entracte

DEUXIÈME ACTE

La taverne de Lillas Pastia. Tables à droite et à gauche. Carmen, Mercédès, Frasquita, le lieutenant Zuniga, Morales et un lieutenant. C'est la fin d'un dîner. La table est en désordre. Les officiers et les bohémiens raclent de la guitare dans un coin de la taverne et deux bohémiennes, au milieu de la scène, dansent.
Carmen est assise regardant danser les bohémiennes, le lieutenant lui parle bas, mais elle ne fait aucune attention à lui. Elle se lève tout à coup et se met à chanter.



No 12 - Chanson bohème

CARMEN
Les tringles des sistres tintaient
Avec un éclat métallique.
Et sur cette étrange musique
Les zingarellas se levaient.
Tambours de basque allaient leur train.
Et les guitares forcenées
Grincaient sous des mains obstinées,
Même chanson, même refrain.
Tra la la la la la la, Tra la la la la.


Sur ce refrain, les bohémiennes dansent.

CARMEN, FRASQUITA et MERCÉDÈS
Tra la la la la, Tra la la la la.

CARMEN
Les anneaux de cuivre et d'argent
Reluisaient sur les peaux bistrées;
D'orange ou de rouge zébrées
Les étoffes flottaient au vent:
La danse au chant se mariait
D'abord indécise et timide.
Plus vive ensuite et plus rapide,
Cela montait, montait, montait!
Tra la la la la la la la, Tra la la la la la.

CARMEN, FRASQUITA et MERCÉDÈS
Tra la la la la, Tra la la la la.

CARMEN
Les bohémiens à tour de bras,
De leurs instruments faisaient rage,
Et cet éblouissant tapage,
Ensorcelait les zingaras!
Sous le rythme de la chanson,
Ardentes, folles, enfiévrées,
Elles se laissaient, enivrées,
Emporter par le tourbillon!
Tra la la la la la la, Tra la la la la.

CARMEN, FRASQUITA et MERCÉDÈS
Tra la la la la, Tra la la la la.

Mouvement de danse très rapide, très violent. Carmen elle-même danse et vient, avec les dernières notes de l'orchestre, tomber haletante sur un banc de la taverne. Après la danse, Lillas Pastia se met à tourner autour des officiers d'un air embarrassé.


Dialogue parlé


ZUNIGA
Vous avez quelque chose à nous dire, maître Lillas Pastia?

PASTIA
Mon Dieu, messieurs…

MORALÈS
Parle, voyons…

PASTIA
Il commence à se faire tard ... et je suis, plus que personne, obligé d'observer les règlements. Monsieur le corrégidor étant assez mal disposé à mon égard ... je ne sais pas pourquoi il est mal disposé ...


ZUNIGA
Je le sais très bien, moi. C'est parce que ton auberge est le rendez-vous ordinaire de tous les contrebandiers de la province.

PASTIA
Que ce soit pour cette raison ou pour une autre, je suis obligé de prendre garde ... or, je vous le répète, il commence à se faire tard.

MORALÈS
Cela veut dire que tu nous mets à la porte!…

PASTIA
Oh! non, messieurs les officiers ... oh! non ... je vous fais seulement observer que mon auberge devrait être fermée depuis dix minutes …

ZUNIGA
Dieu sait ce qui s'y passe dans ton auberge une fois qu'elle est fermée…

PASTIA
Oh! mon lieutenant …

ZUNIGA
Enfin, nous avons encore, avant l'appel, le temps d'aller passer une heure au théâtre ... vous y viendrez avec nous, n'est-ce pas, les belles?


Pastia fait signe aux bohémiennes de refuser.

FRASQUITA
Non, messieurs les officiers, non, nous restons ici, nous.

ZUNIGA
Comment, vous ne viendrez pas

MERCÉDÈS
C'est impossible ...

MORALÈS
Mercédès!

MERCÉDÈS
Je regrette …

MORALÈS
Frasquita! …

FRASQUITA
Je suis désolée…

ZUNIGA
Mais toi, Carmen, je suis bien sûr que tu ne refuseras pas …

CARMEN
C'est ce qui vous trompe, mon lieutenant ... Je refuse et encore plus nettement qu'elles deux si c'est possible …


Pendant que le lieutenant parle à Carmen, Moralès et les deux autres lieutenants essayent de fléchir Frasquita et Mercédès.

ZUNIGA
Tu m'en veux?

CARMEN
Pourquoi vous en voudrais-je?

ZUNIGA
Parce qu'il y a un mois, j'ai eu la cruauté de t'envoyer à la prison …

CARMEN
comme si elle ne se rappelait pas
A la prison?

ZUNIGA
J'étais de service, je ne pouvais pas faire autrement.

CARMEN
même jeu
A la prison ... je ne me souviens pas d'être allée à la prison …

ZUNIGA
Je sais pardieu bien que tu n'y es pas allée ... le brigadier qui était chargé de te conduire ayant jugé à propos de te laisser échapper ... et de se faire dégrader et emprisonner pour cela ...

CARMEN
sérieuse
Dégrader et emprisonner? ...

ZUNIGA
Mon Dieu oui ... on n'a pas voulu admettre qu'une aussi petite main ait été assez forte pour renverser un homme...

CARMEN
Oh!

ZUNIGA
Cela n'a pas paru naturel …

CARMEN
Et ce pauvre garçon est redevenu simple soldat?

ZUNIGA
Oui ... et il a passé un mois en prison …

CARMEN
Mais il en est sorti?

ZUNIGA
Depuis hier seulement!

CARMEN
faisant claquer ses castagnettes
Tout est bien, puisqu'il en est sorti, tout est bien.

ZUNIGA
À la bonne heure, tu te consoles vite …

CARMEN
à part
Et j'ai raison ...
Haut
Si vous m'en croyez, vous ferez comme moi, vous voulez nous emmener, nous ne voulons pas vous suivre ... vous vous consolerez …

MORALÈS
Il faudra bien.

La scène est interrompue par un choeur chanté dans la coulisse.


No 13 - Choeur

CHOEUR
Vivat! Vivat le torero!
Vivat! Vivat Escamillo!
Jamais homme intrépide
N'a par un coup plus beau
D'une main plus rapide
Terrassé le taureau!
Vivat! Vivat! Vivat!

ZUNIGA
Qu'est-ce que c'est que ça?

MERCÉDÈS
Une promenade aux flambeaux …

MORALÈS
Et qui promène-t-on?

FRASQUITA
Je le reconnais ... c'est Escamillo ... un torero qui s'est fait remarquer aux dernières courses de Grenade et qui promet d'égaler la gloire de Montes et de Pepe Illo …

ZUNIGA
Pardieu, il faut le faire venir... nous boirons en son honneur!

MORALÈS
C'est cela, je vais l'inviter.
Il va êi la fenêtre.
Monsieur le torero ... voulez-vous nous faire l'amitié de monter ici? Vous y trouverez des gens qui aiment fort tous ceux qui, comme vous, ont de l'adresse et du courage …
Quittant la fenêtre
Il vient …


PASTIA
suppliant
Messieurs les officiers, je vous avais dit …

ZUNIGA
Ayez la bonté de nous laisser tranquilles, maître Lillas Pastia, et faites-nous apporter de quoi boire ...

CHOEUR
Vivat! Vivat le torero!
Vivat! Vivat Escamillo!
Vivat! Vivat! vivat!


Paraît Escamillo.

Dialogue parlé

ZUNIGA
Ces dames et nous, vous remercions d'avoir accepté notre invitation; nous n'avons pas voulu vous laisser passer sans boire avec vous au grand art de la tauromachie.

ESCAMILLO
Messieurs les officiers, je vous remercie.


No 14 - Couplets

ESCAMILLO
Votre toast ... je peux vous le rendre,
Señors, Señors, car avec les soldats
Oui les toreros peuvent s'entendre,
Pour plaisirs ils ont les combats.
Le cirque est plein, c'est jour de fête,
Le cirque est plein du haut en bas.
Les spectateurs perdant la tête,
Les spectateurs s'interpellent à grands fracas:
Apostrophes, cris et tapage
Poussés jusques à la fureur.
Car c'est la fête du courage,
C'est la fête des gens de cour.
Allons en garde! Allons! Allons! Ah!
Toréador, en garde,
Toréador, toréador,
Et songe bien, oui songe en combattant
Qu'un oeil noir te regarde
Et que l'amour t'attend.
Toréador, l'amour,
L'amour t'attend!

TOUS
Toréador en garde,
Toréador, toréador
En combattant songe qu'un oeil noir te regarde
Et que l'amour t'attend,
Toréador, l'amour, l'amour t'attend!

ESCAMILLO
Tout d'un coup on fait silence;
On fait silence. Ah que se passe-t-il?
Plus de cris; c'est l'instant
Le taureau s'élance en bondissant hors du toril …
Il s'élance, il entre, il frappe, un cheval roule
Entraînant un picador.
«Ah bravo toro!», hurle la foule.
Le taureau va ... il vient ... il vient et frappe encor!
En secouant ses banderilles,
Plein de fureur, il court!
Le cirque est plein de sang;
On se sauve, on franchit les grilles;
C'est ton tour maintenant.
Allons en garde! Allons! Allons! Ah!
Toréador, en garde!
Toréador, toréador!
Et songe bien, oui songe en combattant
Qu'un oeil noir te regarde
Et que l'amour t'attend.
Toréador, l'amour t'attend!

TOUS
Toréador en garde!
Toréador! Toréador!
En combattant songe qu'un oeil noir te regarde,
Et que l'amour t'attend.
Toréador, l'amour, l'amour t'attend!


MERCÉDÈS
L'amour!

ESCAMILLO
L'amour!

FRASQUITA
L'amour!

ESCAMILLO
L'amour!

CARMEN
L'amour!

ESCAMILLO
L'amour!

TOUS
Toréador, Toréador!
L'amour t'attend!


On boit, on échange des poignées de main avec le toréador.


Dialogue parlé

PASTIA
Messieurs les officiers, je vous en prie.

ZUNIGA
C'est bien, c'est bien, nous partons.

Les officiers commencent à se préparer à partir. - Escamillo se trouve près de Carmen.

ESCAMILLO
Dis-moi ton nom, et la première fois que je frapperai le taureau, ce sera ton nom que je prononcerai.

CARMEN
Je m'appelle la Carmencita.

ESCAMILLO
La Carmencita?

CARMEN
Carmen, la Carmencita, comme tu voudras.

ESCAMILLO
Eh bien! Carmen ou la Carmencita, si je m'avisais de t'aimer et d'être aimé de toi, qu'est-ce que tu me répondrais?

CARMEN
Je répondrais que tu peux m'aimer tout à ton aise, mais que quant à être aimé de moi pour le moment, il n'y faut pas songer!

ESCAMILLO
Ah!

CARMEN
C'est comme ça.

ESCAMILLO
J'attendrai alors et je me contenterai d'espérer …

CARMEN
Il n'est pas défendu d'attendre et il est toujours agréable d'espérer.

MORALÈS
à Frasquita et à Mercédès
Vous ne venez pas décidément?


MERCÉDÈS ET FRASQUITA
sur un nouveau signe de Pastia
Mais non, mais non …

MORALÈS
à Zuniga
Mauvaise campagne, lieutenant.

ZUNIGA
Bah! La bataille n'est pas encore perdue ...
Bas à Carmen
Ecoute-moi, Carmen, puisque tu ne veux pas venir avec nous, c'est moi qui dans une heure reviendrai ici.

CARMEN
Ici?

ZUNIGA
Oui, dans une heure ... après l'appel.

CARMEN
Je ne vous conseille pas de revenir …

ZUNIGA
riant
Je reviendrai tout de même.
haut
Nous partons avec vous, torero, et nous nous joindrons au cortège qui vous accompagne.


ESCAMILLO
C'est un grand honneur pour moi, je tâcherai de ne pas m'en montrer indigne lorsque je combattrai sous vos yeux.


Tout le monde sort, excepté Carmen, Frasquita, Mercédès et Lillas Pastia.

FRASQUITA
à Pastia
Pourquoi étais-tu si pressé de les faire partir et pourquoi nous as-tu fait signe de ne pas les suivre?

PASTIA
Le Dancaïre et le Remendado viennent d'arriver ... ils ont à vous parler de vos affaires, des affaires d'Egypte.

CARMEN
Le Dancaïre et le Remendado?

PASTIA
ouvrant une porte et appelant du geste
Oui, les voici ... tenez …

Entrent le Dancaïre et le Remendado. - Pastia ferme les portes, met les volets, etc.

FRASQUITA
Eh bien, les nouvelles?

LE DANCAÏRE
Pas trop mauvaises, les nouvelles; nous arrivons de Gibraltar …

LE REMENDADO
Jolie ville, Gibraltar! ... On y voit des Anglais, beaucoup d'Anglais, de jolis hommes les Anglais; un peu froids, mais distingués.

LE DANCAÏRE
Remendado!

LE REMENDADO
Patron?

LE DANCAÏRE
mettant la main sur son couteau

Vous comprenez?


LE REMENDADO
Parfaitement, patron …

LE DANCAÏRE
Taisez-vous, alors. Nous arrivons de Gibraltar, nous avons arrangé, avec un patron de navire, l'embarquement de marchandises anglaises. Nous irons les attendre près de la côte, nous en cacherons une partie dans la montagne et nous ferons passer le reste. Tous nos camarades ont été prévenus ... ils sont ici,
cachés, mais c'est de vous trois surtout dont nous avons besoin ... vous allez partir avec nous...

CARMEN
riant
Pour quoi faire? Pour vous aider à porter des ballots?…

LE REMENDADO
Oh! Non ... faire porter des ballots à des dames ... ça ne serait pas distingué.

LE DANCAÏRE
menaçant
Remendado?

LE REMENDADO
Oui, patron.

LE DANCAÏRE
Nous ne vous ferons pas porter de ballots, mais nous avons besoin de vous pour autre chose.


No 15 - Quintette

LE DANCAÏRE
Nous avons en tête une affaire.

MERCÉDÈS et FRASQUITA
Est-elle bonne, dites-nous?

LE DANCAÏRE
Elle est admirable, ma chère
Mais nous avons besoin de vous.

LE REMENDADO
Oui, nous avons besoin de vous!

CARMEN
De nous?


LE DANCAÏRE
De vous!

FRASQUITA
De nous?

LE REMENDADO
De vous!

MERCÉDÈS
De nous?

FRASQUITA, MERCÉDÈS et CARMEN
Quoi! Vous avez besoin de nous?

LE REMENDADO et LE DANCAÏRE
Oui, nous avons besoin de vous!
Car nous l'avouons humblement,
Et fort respectueusement,
Oui nous l'avouons humblement:
Quand il s'agit de tromperie,
De duperie, de volerie,
Il est toujours bon, sur ma foi,
D'avoir les femmes avec soi,
Et sans elles,
Mes toutes belles,
On ne fait jamais rien de bien.

FRASQUITA, MERCÉDÈS et CARMEN
Quoi! Sans nous jamais rien
De bien?

LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
N'êtes vous pas de cet avis?

FRASQUITA, MERCÉDÈS et CARMEN
Si fait, je suis de cet avis.
Si fait vraiment je suis de cet avis.


TOUS LES CINQ
Quand il s'agit de tromperie,
De duperie, de volerie
Il est toujours bon sur ma foi
D'avoir les femmes avec soi.
Et sans elles, les toutes belles,
On ne fait jamais rien de bien.

LE DANCAÏRE
C'est dit alors, vous partirez.

MERCÉDÈS et FRASQUITA
Quand vous voudrez.

LE REMENDADO
Mais tout de suite.

CARMEN
Ah! Permettez, permettez.
à Mercédès et à Frasquita
S'il vous plaît de partir, partez.
Mais je ne suis pas du voyage;
Je ne pars pas ... je ne pars pas.

LE REMENDADO et LE DANCAÏRE
Carmen, mon amour, tu viendras,
Et tu n'auras pas le courage
De nous laisser dans l'embarras.

CARMEN
Je ne pars pas, je ne pars pas.

FRASQUITA et MERCÉDÈS
Ah! Ma Carmen tu viendras!

LE DANCAÏRE
Mais au moins la raison, Carmen tu la diras?

FRASQUJTA, MERCÉDÈS, LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
La raison! La raison! La raison! La raison!

CARMEN
Je la dirai certainement.

LE DANCAIRE, LE REMENDADO, FRASQUITA et MERCÉDÈS
Voyons! Voyons! Voyons! Voyons!

CARMEN
La raison c'est qu'en ce moment ...

LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
Eh bien?

FRASQUITA et MERCÉDÈS
Eh bien?


CARMEN
Je suis amoureuse.

LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
Qu'a-t-elle dit? Qu'a-t-elle dit?

FRASQUITA et MERCÉDÈS
Elle dit qu'elle est amoureuse!

LE DANCAÏRE, LE REMENDADO, FRASQUITA et MERCÉDÈS
Amoureuse! Amoureuse!

LE DANCAÏRE
Voyons, Carmen, sois sérieuse.

CARMEN
Amoureuse à perdre l'esprit.

LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
La chose certes nous étonne,
Mais ce n'est pas le premier jour
Où vous aurez su, ma mignonne.
Faire marcher de front le devoir et l'amour.

CARMEN
Mes amis, je serais fort aise
De pouvoir partir avec vous ce soir,
Mais cette fois, ne vous déplaise,
Il faudra que l'amour passe avant le devoir.

LE DANCAÏRE
Ce n'est pas là ton dernier mot?

CARMEN
Absolument.

LE REMENDADO
Il faut que tu te laisses attendrir.

TOUS LES QUATRE
Il faut venir, Carmen, il faut venir.
Pour notre affaire,
C'est nécessaire,
Car entre nous ...

CARMEN
Quant à cela, je l'admets avec vous.


TOUS LES CINQ
Quand il s'agit de tromperie,
De duperie, de volerie, etc.


Dialogue parlé

LE DANCAÏRE
En voilà assez; je t'ai dit qu'il fallait venir, et tu viendras … je suis le chef …

CARMEN
Comment dis-tu ça?

LE DANCAÏRE
Je te dis que je suis le chef …

CARMEN
Et tu crois que je t'obéirai?

LE DANCAÏRE
furieux
Carmen! …

CARMEN
très calme
Eh bien!

LE REMENDADO
se jetant entre le Dancaïre et Carmen
Je vous en prie ... des personnes si distinguées …

LE DANCAÏRE
envoyant un coup de pied que le Remendado évite.
Attrape ça, toi …

LE REMENDADO
se redressant
Patron

LE DANCAÏRE
Qu'est-ce que c'est?

LE REMENDADO
Rien, patron!

LE DANCAÏRE
Amoureuse ... ce n'est pas une raison, cela.

LE REMENDADO
Le fait est que ce n'en est pas une ... moi aussi je suis amoureux et ça ne m'empêche pas de me rendre utile.


CARMEN
Partez sans moi … j'irai vous rejoindre demain, mais pour ce soir je reste…


FRASQUITA
Je ne t'ai jamais vue comme cela; qui attends-tu donc?…

MERCÉDÈS
Ce soldat qui était en prison?

CARMEN
Oui

FRASQUITA
Et à qui, il y a quinze jours, le geôlier a remis de ta part un pain dans lequel il y avait une pièce d'or et une lime?

CARMEN
remontant vers la fenêtre
Oui.

LE DANCAÏRE
Il s'en est servi de cette lime?

CARMEN
Non.

LE DANCAÏRE
Tu vois bien! Ton soldat aura eu peur d'être puni plus rudement qu'il ne l'avait été; ce soir encore il aura peur … tu auras beau entr'ouvrir les volets et regarder s'il vient, je parierais qu'il ne viendra pas.

CARMEN
Ne parie pas, tu perdrais …


No 16 - Chanson

JOSÉ
la voix très éloignée
Halte-là!
Qui va là?
Dragon d'Almanza …

CARMEN
Écoutez! Le voilà!


JOSÉ
Où t'en vas-tu par là,
Dragon d'Almanza!
Moi je m'en vais faire
Mordre la poussière
À mon adversaire.
S'il en est ainsi,
Passez mon ami.
Affaire d'honneur,
Affaire de cour,
Pour nous tout est là.
Dragon d'Almanza!


Carmen, le Dancaïre, le Remendado, Mercédès et Frasquita, par les volets entr'ouverts, regardent venir Don José.



Dialogue parlé

MERCÉDÈS
C'est un dragon, ma foi.

FRASQUITA
Et un beau dragon.

LE DANCAÏRE
à Carmen
Eh bien, puisque tu ne veux venir que demain, sais-tu au moins ce que tu devrais faire?

CARMEN
Qu'est-ce que je devrais faire?

LE DANCAÏRE
Tu devrais décider ton dragon à venir avec toi et à se joindre à nous.

CARMEN
Ah! ... Si cela se pouvait! ... mais il n'y faut pas penser ce sont des bêtises . . . il est trop niais.

LE DANCAÏRE
Pourquoi l'aimes-tu puisque tu conviens toi-même …

CARMEN
Parce qu'il est joli garçon donc et qu'il me plaît.


LE REMENDADO
avec fatuité
Le patron ne comprend pas ça, lui … qu'il suffise d'être joli garçon pour plaire aux femmes …

LE DANCAÏRE
Attends un peu, toi, attends un peu …

Le Remendado se sauve et sort. Le Dancaïre le poursuit et sort à son tour entraînant Mercédès et Frasquita qui essaient de le calmer.

JOSÉ
la voix beaucoup plus rapprochée
Halte-là!
Qui va là?
Dragon d'Almanza!
Où t'en vas-tu par là,
Dragon d'Almanza?
Exact et fidèle, je vais où m'appelle
L'amour de ma belle.
S'il en est ainsi,
Passez mon ami,
Affaire d'honneur,
Affaire de coeur,
Pour nous tout est là.
Dragon d'Almanza!

CARMEN
Enfin ... te voilà ... C'est bien heureux!

JOSÉ
Il y a deux heures seulement que je suis sorti de prison.

CARMEN
Qui t'empêchait de sortir plus tôt? Je t'avais envoyé une lime et une pièce d'or ... avec la lime il fallait scier le plus gros barreau de ta prison ... avec la pièce d'or il fallait, chez le premier fripier venu, changer ton uniforme pour un habit bourgeois.


JOSÉ
En effet, tout cela était possible.

CARMEN
Pourquoi ne l'as-tu pas fait?

JOSÉ
Que veux-tu? J'ai encore mon honneur de soldat, et déserter me semblerait un grand crime ... Oh! Je ne t'en suis pas moins reconnaissant... Tu m'as envoyé une lime et une pièce d'or ... La lime me servira pour affiler ma lance et je la garde comme souvenir de toi. Lui tendant la pièce d'or.
Quant à l'argent …

CARMEN
Tiens, il l'a gardé … Ça se trouve à merveille …
Criant et frappant
Holà! … Lillas Pastia, holà! … nous mangerons tout, tu me régales ... Holà! Holà!


Entre Pastia

PASTIA
l'empêchant de crier
Prenez donc garde …

CARMEN
lui jetant la pièce
Tiens, attrape ... et apporte-nous des fruits confits; apporte-nous des bonbons, apporte-nous des oranges, apporte-nous du Manzanilla ... apporte-nous de tout ce que tu as, de tout, de tout …

PASTIA
Tout de suite, Mademoiselle Carmencita.


CARMEN
à José
Tu m'en veux alors et tu regrettes de t'être fait mettre en prison pour mes beaux yeux?

JOSÉ
Quant à cela non, par exemple.

CARMEN
Vraiment?


JOSÉ
L'on m'a mis en prison, l'on m'a ôté mon grade, mais ça m'est égal.

CARMEN
Parce que tu m'aimes?

JOSÉ
Oui, parce que je t'aime, parce que je t'adore.

CARMEN
mettant ses deux mains dans les mains de José
Je paie mes dettes ... c'est notre loi à nous autres bohémiennes ... Je paie mes dettes, je paie mes dettes …


Rentre Lillas Pastia apportant sur un plateau des oranges, des bonbons, des fruits confits, du Manzanilla.

CARMEN
Mets tout cela ici … un seul coup, n'aie pas peur …
Pastia obéit et la moitié des objets roule par terre.
Ça ne fait rien, nous ramasserons tout cela nous-mêmes.
Sauve-toi maintenant, sauve-toi, sauve-toi.
Pastia sort.
Mets-toi là et mangeons de tout! De tout! De tout!


Elle est assise; Don José s'assied en face d'elle.

JOSÉ
Tu croques les bonbons comme un enfant de six ans …

CARMEN
C'est que je les aime ... Ton lieutenant était ici tout à l'heure, avec d'autres officiers, il nous ont fait danser la Romalis …

JOSÉ
Tu as dansé?

CARMEN
Oui; et quand j'ai eu dansé, ton lieutenant s'est permis de me dire qu'il m'adorait ...


JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Qu'est-ce que tu as? ... Est-ce que tu serais jaloux, par hasard?

JOSÉ
Mais certainement, je suis jaloux …

CARMEN
Ah bien! ... Canari, va! . Tu es un vrai canari d'habit et de caractère ... allons, ne te fâche pas ... pourquoi es-tu jaloux? Parce que j'ai dansé
tout à l'heure pour ces officiers ... Eh bien, si tu le veux, je danserai pour toi maintenant, pour toi seul.

JOSÉ
Si je le veux, je crois bien que je le veux …

CARMEN
Où sont mes castagnettes? ... Qu'est-ce que j'ai fait de mes castagnettes?
en riant
C'est toi qui me les a prises, mes castagnettes?

JOSÉ
Mais non!

CARMEN
tendrement
Mais si, mais si ... je suis sûre que c'est toi ... ah bah! En voilà des castagnettes.

Elle casse une assiette, avec deux morceaux de faïence se fait des castagnettes et les essaie ...
Ah! Ça ne vaudra jamais mes castagnettes … Où sont-elles donc?

JOSÉ
trouvant les castagnettes sur la table à droite
Tiens, les voici .

CARMEN
riant
Ah! Tu vois bien ... c'est toi qui les avais prises ...

JOSÉ
Ah! Que je t'aime, Carmen, que je t'aime!

CARMEN
Je l'espère bien.



No 17 - Duo

CARMEN
Je vais danser en votre honneur
Et vous verrez, seigneur,
Comment je sais moi-même accompagner ma danse,
Mettez-vous là, Don José, je commence.
La la la la la la la la la la la la …

Elle fait asseoir Don José dans un coin du théâtre. Petite danse. Carmen du bout des lèvres fredonne un air qu'elle accompagne avec ses castagnettes. Don José la dévore des yeux. On entend au loin, très loin, des clairons qui sonnent la retraite. Don José prête l'oreille. Il croit entendre les clairons, mais les castagnettes de Carmen claquent très bruyamment. Don José s'approche de Carmen, lui prend le bras, et l'oblige à s'arrêter.

JOSÉ
Attends un peu, Carmen, rien qu'un moment, arrête.

CARMEN
Et pourquoi, s'il te plaît?

JOSÉ
Il me semble, là-bas …
Oui, ce sont nos clairons qui sonnent la retraite.
Ne les entends-tu pas?

CARMEN
Bravo! Bravo! J'avais beau faire …
Il est mélancolique
De danser sans orchestre. Et vive la musique qui nous tombe du ciel!
La la la la la la la la la la …


Elle reprend sa chanson qui rythme sur la retraite sonnée au dehors par les clairons. Carmen se remet à danser et Don José se remet à
regarder Carmen. La retraite approche … approche... approche... passe sous les fenêtres de l'auberge … puis s'éloigne …
Le son des clairons va s'affaiblissant. Nouvel effort de Don José pour s'arracher à cette contemplation de Carmen ... Il lui prend le bras
et l'oblige encore à s'arrêter.


JOSÉ
Tu ne m'a pas compris … Carmen, c'est la retraite ...
Il faut que, moi, je rentre au quartier pour l'appel.


Le bruit de la retraite cesse tout à coup.


CARMEN
regardant Don José qui remet sa giberne et rattache le ceinturon de son sabre.
Au quartier! Pour l'appel!
Ah! j'étais vraiment trop bête!
Je me mettais en quatre et je faisais des frais
Pour amuser monsieur, je chantais ... je dansais .
Je crois, Dieu me pardonne,
Qu'un peu plus, je l'aimais
Ta ta ta ta, c'est le clairon qui sonne!
Il part! Il est parti!
Va-t'en donc, canari.
Avec fureur, lui envoyant son shako à la volée.
Prends ton shako, ton sabre, ta giberne.
Et va-t'en, mon garçon,
Va-t'en,
Retourne à ta caserne.

JOSÉ
C'est mal à toi, Carmen, de te moquer de moi;
Je souffre de partir ... car jamais,
Jamais femme,
Jamais femme avant toi
Non, non jamais, jamais femme avant toi
Aussi profondément n'avait troublé mon âme.


CARMEN
Il souffre de partir
Car jamais femme avant moi
Aussi profondément
N'avait troublé son âme!
Ta ta ta ta, mon Dieu ... c'est la retraite.
Ta ra ta ta, je vais être en retard,
Ô mon Dieu, ô mon Dieu c'est la retraite!
Je vais être en retard. Il perd la tête.
Il court, et voilà son amour.

JOSÉ
Ainsi tu ne crois pas
À mon amour?

CARMEN
Mais non!

JOSÉ
Eh bien! Tu m'entendras.

CARMEN
Je ne veux rien entendre …

JOSÉ
Tu m'entendras!

CARMEN
Tu vas te faire attendre!
Non! Non! Non! Non!


JOSÉ
violemment
Tu m'entendras! Oui, tu m'entendras!
Je le veux, Carmen, tu m'entendras!


De la main gauche il a saisi brusquement le bras de Carmen; de la main droite, il va chercher sous sa veste d'uniforme la fleur de cassie que Carmen lui a jetée au premier acte. Il montre cette fleur à Carmen.

JOSÉ
La fleur que tu m'avais jetée,
Dans ma prison m'était restée,
Flétrie et sèche, cette fleur
Gardait toujours sa douce odeur;
Et pendant des heures entières,
Sur mes yeux fermant mes paupières
De cette odeur je m'enivrais
Et dans la nuit je te voyais.
Je me prenais à te maudire
À te détester, à me dire:
Pourquoi faut-il que le destin
L'ait mise là sur mon chemin?
Puis je m'accusais de blasphème
Et je ne sentais en moi-même
Qu'un seul désir, un seul espoir,
Te revoir, ô Carmen, oui te revoir! …
Car tu n'avais eu qu'à paraître,
Qu'à jeter un regard sur moi
Pour t'emparer de tout mon être,
Ô ma Carmen.
Et j'étais une chose à toi.
Carmen, je t'aime!

CARMEN
Non, tu ne m'aimes pas.

JOSÉ
Que dis-tu?

CARMEN
Non, tu ne m'aimes pas, non!
Car si tu m'aimais,
Là-bas, là-bas tu me suivrais.

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Oui! Là-bas, là-bas dans la montagne …

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Là-bas, là-bas tu me suivrais,
Sur ton cheval tu me prendrais,
Et comme un brave à travers la campagne,
En croupe, tu m'emporterais.
Là-bas, là-bas dans la montagne …

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Là-bas, là-bas tu me suivrais.
Tu me suivrais, si tu m'aimais.
Tu n'y dépendrais de personne,
Point d'officier à qui tu doives obéir,
Et point de retraite qui sonne
Pour dire à l'amoureux qu'il est temps de partir.
Le ciel ouvert, la vie errante,
Pour pays l'univers, et pour loi ta volonté,
Et surtout la chose enivrante,
La liberté! La liberté!

JOSÉ
Mon Dieu!

CARMEN
Là-bas, là-bas dans la montagne …

JOSÉ
Carmen!

CARMEN
Là-bas, là-bas, si tu m'aimais …

JOSÉ
Tais-toi!

CARMEN
Là-bas, là-bas tu me suivrais!
Sur ton cheval tu me prendrais,
Et comme un brave à travers la campagne,
Oui, tu m'emporterais
Si tu m'aimais!

JOSÉ
Ah! Carmen, hélas, tais-toi! Tais-toi!
Mon Dieu!
Hélas! Hélas! Pitié! Carmen!
Pitié!
Ô mon Dieu! Hélas!

CARMEN
Oui, n'est-ce pas?
Là-bas, là-bas tu me suivras.
Là-bas, là-bas tu me suivras.
Tu m'aimes et tu me suivras.
Là-bas, là-bas emporte-moi!

JOSÉ
Ah! Tais-toi! Tais-toi!
S'arrachant brusquement des bras de Carmen.
Non, je ne veux plus t'écouter
Quitter mon drapeau ... déserter
C'est la honte, c'est l'infamie,
je n'en veux pas!

CARMEN
Eh bien, pars!

JOSÉ
Carmen, je t'en prie .

CARMEN
Non, je ne t'aime plus, va! Je te hais!

JOSÉ
Écoute! Carmen!

CARMEN
Adieu! Mais adieu pour jamais.

JOSÉ
Eh bien, soit! ... Adieu, adieu pour jamais.

CARMEN
Va-t'en!

JOSÉ
Carmen! Adieu, adieu pour jamais!

CARMEN
Adieu!

Il va en courant jusqu'à la porte... Au moment où il y arrive, on frappe... Don José s'arrête. Silence. On frappe encore.


No 18 - Final

ZUNIGA
Holà! Carmen! Holà! Holà!

JOSÉ
Qui frappe? Qui vient là?

CARMEN
Tais-toi! ... Tais-toi!

ZUNIGA
faisant sauter la porte.
J'ouvre moi-même et j'entre.
II entre et voit Don José. A Carmen.
Ah fi! Ah! Fi la belle,
Le choix n'est pas heureux; c'est se mésallier
de prendre le soldat quand on a l'officier.
à Don José
Allons! Décampe.

JOSÉ
Non.

ZUNIGA
Si fait, tu partiras.

JOSÉ
Je ne partirai pas.

ZUNIGA
le frappant
Drôle!

JOSÉ
sautant sur son sabre
Tonnerre! Il va pleuvoir des coups.

Zuniga dégaine à moitié.

CARMEN
se jetant entre eux deux
Au diable le jaloux!
appelant
À moi! À moi!

Le Dancaïre, le Remendado et les bohémiens paraissent de tous les côtés. Carmen d'un geste montre Zuniga aux bohémiens; le Dancaïre et le Remendado se jettent sur lui, le désarment.

CARMEN
Bel officier, bel officier, l'amour
Vous joue en ce moment un assez vilain tour,
Vous arrivez fort mal et nous sommes forcés,
Ne voulant être dénoncés,
De vous garder au moins pendant une heure.

LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
Mon cher monsieur, mon cher monsieur,
Nous allons s'il vous plaît quitter cette demeure.
Vous viendrez avec nous?
Vous viendrez avec nous?

CARMEN
C'est une promenade.

LE DANCAÏRE et LE REMENDADO
Consentez-vous? Consentez-vous?
Répondez camarade!

ZUNIGA
Certainement,
D'autant plus que votre argument
Est un de ceux auxquels
On ne résiste guère.
Mais gare à vous plus tard.

LE DANCAÏRE
avec philosophie
La guerre, c'est la guerre.
En attendant, mon officier,
Passez devant sans vous faire prier.

LE REMENDADO et LE CHOEUR
Passez devant sans vous faire prier.

L'officier sort, emmené par quatre bohémiens, le pistolet à la main.

CARMEN
à Don José
Es-tu des nôtres maintenant?

JOSÉ
Il le faut bien.

CARMEN
Ah! Le mot n'est pas galant,
Mais qu'importe, va, tu t'y feras
Quand tu verras
Comme c'est beau la vie errante,
Pour pays l'univers,
Pour loi ta volonté,
Et surtout la chose enivrante:
La liberté! La liberté!

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN et LES FEMMES
Suis-nous à travers la campagne,
Viens avec nous dans la montagne,
Suis-nous et tu t'y feras, tu t'y feras
Quand tu verras, là-bas,
Comme c'est beau la vie errante,
Pour pays l'univers;
Et pour loi sa volonté!
Et surtout la chose enivrante:
La liberté!

LE REMENDADO, LE DANCAÏRE et LES HOMMES
Ami, suis-nous dans la campagne,
Viens avec nous à la montagne, etc.

JOSÉ
Ah!

TOUS
Le ciel ouvert, la vie errante,
Pour pays tout l'univers
Pour loi ta volonté,
Et surtout la chose enivrante:
La liberté! La liberté!

Entr'acte

TROISIÈME ACTE

Le rideau se lève sur des rochers ... site pittoresque et
sauvage ... Solitude complète et nuit noire. Prélude musical.
Au bout de quelques instants, un contrebandier paraît au haut des rochers, puis un autre, puis deux autres, puis vingt autres çà et là, descendant et escaladant des rochers. Des hommes portent de gros ballots sur les épaules.



No 19 - Sextuor et choeur

CHOEUR
Écoute, écoute, compagnon, écoute,
La fortune est là-bas, là-bas,
Mais prends garde pendant la route,
Prends garde de faire un faux pas.

FRASQUITA, MERCÉDÈS, CARMEN, JOSÉ, LE REMENDADO et LE DANCAÏRE
Notre métier est bon, mais pour le faire il faut
Avoir une âme forte,
Et le péril, le péril est en haut,
Il est en bas, il est en haut,
Il est partout qu'importe!
Nous allons devant nous, sans souci du torrent,
Sans souci de l'orage,
Sans souci du soldat, qui là-bas nous attend,
Et nous guette au passage.
Sans souci, nous allons en avant!
Écoute, compagnon, écoute,
La fortune est là-bas, là-bas ...
Mais prends garde pendant la route,
Prends garde de faire un faux pas.
Prends garde! Prends garde!


Dialogue parlé

LE DANCAÏRE
Halte! Nous allons nous arrêter ici ... ceux qui ont sommeil pourront dormir pendant une demi-heure …


LE REMENDADO
s'étendant avec volupté
Ah!

LE DANCAÏRE
Je vais, moi, voir s'il y a moyen de faire entrer les marchandises dans la ville ... une brèche s'est faite dans le mur d'enceinte et nous pourrions passer par là; malheureusement on a mis un factionnaire pour garder cette brèche.

JOSÉ
Lillas Pastia nous a fait savoir que, cette nuit, ce factionnaire serait un homme à nous …

LE DANCAÏRE
Oui, mais Lillas Pastia a pu se tromper ... le factionnaire qu'il veut dire a pu être changé ... Avant d'aller plus loin je ne trouve pas mauvais de m'assurer moi-même ...
appelant
Remendado!

LE REMENDADO
se réveillant
Hé?

LE DANCAÏRE
Debout, tu vas venir avec moi …

LE REMENDADO
Mais, patron …

LE DANCAÏRE
Qu'est-ce que c'est?

LE REMENDADO
se levant
Voilà, patron, voilà! …

LE DANCAÏRE
Allons, passe devant.

LE REMENDADO
Et moi qui rêvais que j'allais pouvoir dormir … C'était un rêve, hélas! C'était un rêve! ...


Il sort suivi du Dancaïre.


Pendant la scène entre Carmen et José, quelques
bohémiens allument un feu près duquel Mercédès et Frasquita viennent s'asseoir, les autres se roulent dans leurs manteaux, se couchent et s'endorment.


JOSÉ
Voyons, Carmen ... si je t'ai parlé trop durement, je t'en
demande pardon, faisons la paix.

CARMEN
Non.

JOSÉ
Tu ne m'aimes plus, alors?

CARMEN
Ce qui est sûr, c'est que je t'aime beaucoup moins qu'autrefois ... et que si tu continues à t'y prendre de
cette façon-là, je finirai par ne plus t'aimer du tout ... Je ne veux pas être tourmentée ni surtout commandée. Ce que je veux, c'est être libre et faire ce qui me plaît.

JOSÉ
Tu es le diable, Carmen?

CARMEN
Oui. Qu'est-ce que tu regardes là, à quoi penses-tu?

JOSÉ
Je me dis que là-bas ... à sept ou huit lieues d'ici tout au plus, il y a un village, et dans ce village une bonne
vieille femme qui croit que je suis encore un honnête homme...

CARMEN
Une bonne vieille femme?

JOSÉ
Oui; ma mère.

CARMEN
Ta mère ... Eh bien là, vrai, tu ne ferais pas mal d'aller
la retrouver, car décidément tu n'es pas fait pour vivre
avec nous ... chien et loup ne font pas longtemps bon
ménage …

JOSÉ
Carmen …

CARMEN
Sans compter que le métier n'est pas sans péril pour ceux qui, comme toi, refusent de se cacher quand ils entendent des coups de fusil ... plusieurs des nôtres y ont laissé leur peau, ton tour viendra.

JOSÉ
Et le tien aussi ... si tu me parles encore de nous séparer et situ ne te conduis pas avec moi comme je veux que tu te conduises…

CARMEN
Tu me tuerais, peut-être?
José ne répond pas.
A la bonne heure … j'ai vu plusieurs fois dans les cartes que nous devions finir ensemble.
Faisant claquer ses castagnettes.
Bah! Arrive qui plante …

JOSÉ
Tu es le diable, Carmen? ...

CARMEN
Mais oui, je te l'ai déjà dit …


Elle tourne le dos à José et va s'asseoir près de Mercédès et de Frasquita. - Après un instant d'indécision, José s'éloigne à son tour et va s'étendre sur les rochers. - Pendant les dernières répliques de
la scène, Mercédès et Frasquita ont étalé des cartes
devant elles.



No 20 - Trio

MERCÉDÈS
Mêlons!

FRASQUITA
Mêlons!

MERCÉDÈS
Coupons!


FRASQUITA
Coupons.

MERCÉDÈS
Bien, c'est cela.

FRASQUITA
Bien, c'est cela.

MERCÉDÈS
Trois cartes ici…

FRASQUITA
Trois cartes ici…

MERCÉDÈS
Quatre là!

FRASQUITA
Quatre là.

MERCEDES et FRASQUITA
Et maintenant, parlez, mes belles,
De l'avenir donnez-nous des nouvelles;
Dites-nous qui nous trahira,
Dites-nous qui nous aimera.
Parlez, parlez!
Parlez, parlez!
Dites-nous qui nous trahira,
Dites-nous qui nous aimera.

FRASQUITA
Parlez! Parlez!

MERCÉDÈS
Parlez! Parlez!

FRASQUITA
Moi, je vois un jeune amoureux
Qui m'aime on ne peut davantage.

MERCÉDÈS
Le mien est très riche et très vieux
Mais il parle de mariage.

FRASQUITA
Il me campe sur son cheval,
Et dans la montagne il m'entraîne.


MERCÉDÈS
Dans un château presque royal,
Le mien m'installe en souveraine.

FRASQUITA
De l'amour à n'en plus finir,
Tous les jours nouvelles folies.

MERCÉDÈS
De l'or tant que j'en puis tenir,
Des diamants ... des pierreries.

FRASQUITA
Le mien devient un chef fameux,
Cent hommes marchent à sa suite.

MERCÉDÈS
Le mien, en croirai-je mes yeux
Oui ... Il meurt! Ah je suis veuve
Et j'hérite.

FRASQUITA et MERCÉDÈS
Parlez encor, parlez, mes belles,
De l'avenir donnez-nous des nouvelles;
Dites-nous qui nous trahira,
Dites-nous qui nous aimera.
Parlez encor! Parlez encor!


Elles recommencent à consulter les cartes.

MERCÉDÈS
Fortune!

FRASQUITA
Amour!

Carmen depuis le commencement de la scène suivant du regard le jeu de Mercédès et de Frasquita.

CARMEN
Voyons, que j'essaie à mon tour.
Elle se met à tourner les cartes.
Carreau, pique ... la mort!
J'ai bien lu ... moi d'abord.
Montrant Don José endormi.
Ensuite lui ... pour tous les deux la mort.
À voix basse, tout en continuant à mêler les cartes.

En vain pour éviter les réponses amères,
En vain tu mêleras,
Cela ne sert à rien, les cartes sont sincères
Et ne mentiront pas.
Dans le livre d'en haut,
Si ta page est heureuse,
Mêle et coupe sans peur,
La carte sous tes doigts
Se tournera joyeuse
T'annonçant le bonheur.
Mais si tu dois mourir, si le mot redoutable
Est écrit par le sort,
Recommence vingt fois
La carte impitoyable
Répétera: la mort!
Oui, si tu dois mourir,
Recommence vingt fois
La carte impitoyable
Répétera: la mort.
Encor! Encor! Toujours la mort.

FRASQUITA et MERCÉDÈS
Parlez encor
Parlez, mes belles,
De l'avenir donnez-nous des nouvelles;
Dites-nous qui nous trahira,
Dites-nous qui nous aimera.
Fortune! Amour!

CARMEN
Encor! Encor!
Le désespoir!
La mort, la mort. Encor!
La mort. Toujours la mort.

MERCÉDÈS
Fortune!


FRASQUITA
Amour!

CARMEN
Toujours la mort!

TOUTES LES TROIS
Encor! Encor! Encor! Encor!

Rentrent le Dancaïre et le Remendado.


Dialogue parlé

CARMEN
Eh bien?

LE DANCAÏRE
Eh bien, j'avais raison de ne pas me fier aux renseignements de Lillas Pastia; nous n'avons pas trouvé son factionnaire, mais en revanche nous avons aperçu trois douaniers qui gardaient la brêche et qui la gardaient bien, je vous assure.

CARMEN
Savez-vous leurs noms à ces douaniers?

LE REMENDADO
Certainement nous savons leurs noms; qui est-ce qui
connaîtrait les douaniers si nous ne les connaissions pas? Il y avait Eusebio, Perez et Bartolomé.

FRASQUITA
Eusebio …

MERCÉDÈS
Perez …

CARMEN
Et Bartolomé ...
en riant
N'ayez pas peur, Dancaïre, nous vous en répondons de vos trois douaniers …

JOSÉ
furieux
Carmen!

LE DANCAÏRE
Ah! toi, tu vas nous laisser tranquilles avec ta jalousie … le jour vient et nous n'avons pas de temps à perdre... En route, les enfants .
On commence à prendre les ballots.
Quant à toi …
s'adressant à José
je te confie la garde des marchandises que nous n'emportons pas ... Tu vas te placer là, sur cette hauteur ... tu y seras à merveille pour voir si nous sommes suivis ... dans le cas où tu apercevrais quelqu'un, je t'autorise à passer ta colère sur l'indiscret. - Nous y sommes?

LE REMENDADO
Oui, patron.

LE DANCAÏRE
En route alors ...
aux femmes
Mais vous ne vous flattez pas, vous me répondez vraiment de ces trois douaniers?

CARMEN
N'ayez pas peur, Dancaïre.


No 21 - Morceau d'ensemble

FRASQUITA, MERCÉDÈS et CARMEN
Quant au douanier c'est notre affaire,
Tout comme un autre il aime à plaire,
Il aime à faire le galant.
Ah! Laissez-nous passer en avant.

CARMEN, MERCÉDÈS, FRASQUITA et LES FEMMES
Quant au douanier c'est notre affaire.
Tout comme un autre il aime à plaire.
Il aime à faire le galant,
Ah! Laissez-nous passer en avant.

TOUS
Il aime à plaire!

MERCÉDÈS
Le douanier sera clément!

TOUS
Il est galant!

CARMEN
Le douanier sera charmant!


TOUS
Il aime à plaire!

FRASQUITA
Le douanier sera galant!

MERCÉDÈS
Oui le douanier sera même entreprenant!

TOUS
Oui le douanier c'est notre/leur affaire!
Tout comme un autre il aime à plaire,
Il aime à faire le galant.
Laissez-nous/les passer en avant!

FRASQUITA, MERCÉDÈS et CARMEN
Il ne s'agit plus de bataille,
Non, il s'agit tout simplement
De se laisser prendre la taille
Et d'écouter un compliment.
S'il faut aller jusqu'au sourire,
Que voulez-vous? on sourira,
Et d'avance je puis le dire,
La contrebande passera.

CHŒUR
Et d'avance je puis le dire
La contrebande passera!

FRASQUITA, MERCÉDÈS et CARMEN
En avant! Marchons! Allons! En avant!
Le douanier c'est notre affaire! etc.


Tout le monde sort. - José ferme la marche et sort en examinant l'amorce de sa carabine; un peu avant qu'il soit sorti, on voit un homme passer sa tête au-dessus du rocher. C'est un guide.


Dialogue parlé

LE GUIDE
il s'avance avec précaution, puis fait un signe à Micaëla que l'on ne voit pas encore.
Nous y sommes.


MICAËLA
entrant
C'est ici?

LE GUIDE
Oui, vilain endroit, n'est-ce pas, et pas rassurant du tout?

MICAËLA
Je ne vois personne.

LE GUIDE
Ils viennent de partir mais il reviendront bientôt, car ils n'ont pas emporté toutes leurs marchandises ... je connais leurs habitudes … Prenez garde … un des leurs doit être en sentinelle quelque part et si l'on nous apercevait …


MICAËLA
Je l'espère bien qu'on m'apercevra ... puisque je suis venue ici tout justement pour parler à ... pour parler à un de ces contrebandiers …

LE GUIDE
Eh bien là, vrai, vous pouvez vous vanter d'avoir du courage ... tout à l'heure quand nous nous sommes trouvés au milieu de ce troupeau de taureaux sauvages que conduisait le célèbre Escamillo, vous n'avez pas tremblé … Et maintenant venir affronter ces bohémiens

MICAËLA
Je ne suis pas facile à effrayer.

LE GUIDE
Vous dites cela parce que je suis près de vous, mais si vous étiez toute seule .

MICAËLA
Je n'aurais pas peur, je vous assure.

LE GUIDE
Bien vrai?

MICAËLA
Bien vrai ...

LE GUIDE
naïvement
Alors je vous demanderai la permission de m'en aller. -
J'ai consenti à vous servir de guide parce que vous m'avez bien payé; mais maintenant que vous êtes arrivée ... si ça ne vous fait rien, j'irai vous attendre là, où vous m'avez pris . . . à l'auberge qui est au bas de la montagne.

MICAËLA
C'est cela, allez m'attendre!

LE GUIDE
Vous restez décidément?

MICAËLA
Oui, je reste!

LE GUIDE
Que tous les saints du paradis vous soient en aide alors,mais c'est une drôle d'idée que vous avez là .


No 22 - Air

MICAËLA
Je dis que rien ne m'épouvante,
Je dis hélas que je réponds de moi,
Mais j'ai beau faire la vaillante,
Au fond du cour, je meurs d'effroi
Seule, en ce lieu sauvage
Toute seule, j'ai peur,
Mais j'ai tort d'avoir peur,
Vous me donnerez du courage,
Vous me protégerez, Seigneur .
Je vais voir de près cette femme
Dont les artifices maudits
Ont fini par faire un infâme
De celui que j'aimais jadis;
Elle est dangereuse, elle est belle,
Mais je ne veux pas avoir peur,
Non, non je ne veux pas avoir peur!
Je parlerai haut devant elle,
Ah! Seigneur ... Vous me protégerez.
Ah! Je dis que rien ne m'épouvante, etc.

Protégez-moi! O Seigneur!
Donnez-moi du courage!
Protégez-moi! O Seigneur!
Protégez-moi! Seigneur!


Dialogue parlé

MICAËLA
Mais ... je ne me trompe pas ... à cent pas d'ici ... sur ce rocher, c'est Don José.
appelant
José, José!
Avec terreur.
Mais que fait-il? ... Il ne regarde pas de mon côté ... il arme sa carabine, il ajuste ... il fait feu …
On entend un coup de feu.
Ah! Mon Dieu j'ai trop présumé de mon courage …j'ai
peur … j'ai peur.

Elle disparaît derrière les rochers. Au même moment entre Escamzllo tenant son chapeau à la main.

ESCAMILLO
regardant son chapeau
Quelques lignes plus bas ... et ce n'est pas moi qui, à la course prochaine, aurais eu le plaisir de combattre les taureaux que je suis en train de conduire.


JOSÉ
son couteau à la main
Qui êtes-vous? Répondez.


ESCAMILLO
très calme
Eh là ... doucement!


No 23 - Duo

ESCAMILLO
Je suis Escamillo,
Torero de Grenade.

JOSÉ
Escamillo!

ESCAMILLO
C'est moi.


JOSÉ
remettant son couteau à sa ceinture.
Je connais votre nom,
Soyez le bienvenu; mais vraiment, camarade,
Vous pouviez y rester.

ESCAMILLO
Je ne vous dis pas non,
Mais je suis amoureux, mon cher, à la folie,
Et celui-là serait un pauvre compagnon
Qui, pour voir ses amours,
Ne risquerait sa vie.

JOSÉ
Celle que vous aimez est ici?

ESCAMILLO
Justement.
C'est une zingara, mon cher.

JOSÉ
Elle s'appelle?

ESCAMILLO
Carmen.

JOSÉ
Carmen!

ESCAMILLO
Carmen! Oui, mon cher.
Elle avait pour amant
Un soldat qui jadis
A déserté pour elle.

JOSÉ
Carmen!

ESCAMILLO
Ils s'adoraient,
Mais c'est fini, je crois.
Les amours de Carmen
Ne durent pas six mois.

JOSÉ
Vous l'aimez cependant …


ESCAMILLO
Je l'aime.
Je l'aime, oui, mon cher
Je l'aime à la folie!

JOSÉ
Mais pour nous enlever nos filles de Bohème,
Savez-vous bien qu'il faut payer?

ESCAMILLO
Soit, on paiera.

JOSÉ
Et que le prix se paie à coups de navaja.

ESCAMILLO
surpris
A coups de navaja?

JOSÉ
Comprenez-vous?

ESCAMILLO
Le discours est très net.
Ce déserteur, ce beau soldat qu'elle aime
Ou du moins qu'elle aimait,
C'est donc vous?

JOSÉ
Oui, c'est moi-même.

ESCAMILLO
J'en suis ravi, mon cher, et le tour est complet.

Tous les deux, la navaja la main, se drapent dans leurs manteaux.

JOSÉ
Enfin ma colère
Trouve à qui parler.
Oui, le sang, je l'espère,
Va bientôt couler.

ESCAMILLO
Quelle maladresse;
J'en rirais vraiment!
Chercher la maîtresse
Et trouver l'amant.


JOSÉ et ESCAMILLO
Mettez-vous en garde
Et veillez sur vous.
Tant pis pour qui tarde
A parer les coups.
En garde, allons!
Veillez sur vous! Veillez sur vous!


Ils se mettent en garde à une certaine distance.

ESCAMILLO
Je la connais,
Ta garde navarraise,
Et je te préviens en ami,
Qu'elle ne vaut rien …
Sans répondre, Don José marche sur Escamillo.
A ton aise.
Je t'aurai du moins averti.


Combat; Escamillo très calme cherche seulement à se défendre.


JOSÉ
Tu m'épargnes, maudit.

ESCAMILLO

A ce jeu de couteau
Je suis trop fort pour toi.


JOSÉ
Voyons cela.


Rapide et très vif engagement corps à corps. José se trouve à la merci d'Escamillo qui ne le frappe pas.

ESCAMILLO
Tout beau.
Ta vie est à moi, mais en somme
J'ai pour métier de frapper le taureau,
Non de trouer le cour de l'homme.


JOSÉ
Frappe ou bien meurs
Ceci n'est pas un jeu.

ESCAMILLO
se dégageant
Soit, mais au moins respire un peu.

JOSÉ
En garde!

JOSÉ et ESCAMILLO
Mettez-vous en garde
Et veillez sur vous!
Tant pis pour qui tarde
A parer les coups.
En garde, allons!
Veillez sur vous! Veillez sur vous!


Après le dernier ensemble, reprise du combat. Escamillo glisse et tombe. - Entrent Carmen et le Dancaïre; Carmen arrête le bras de Don José. - Le Remendado, Mercédès, Frasquita et les contrebandiers rentrent pendant ce temps.


No 24 - Final

CARMEN
Holà! Holà! José! …

ESCAMILLO
se relevant
Vrai, j'ai l'âme ravie
Que ce soit vous, Carmen,
Qui me sauviez la vie.
Quant à toi, beau soldat,
Nous sommes manche à manche
Et nous jouerons la belle
Le jour où tu voudras
Reprendre le combat.

LE DANCAÏRE
C'est bon, c'est bon, plus de querelle,
Nous, nous allons partir.
à Escamillo
Et toi ... et toi, l'ami, bonsoir.

ESCAMILLO
Souffrez au moins
Qu'avant de vous dire au revoir,
Je vous invite tous aux courses de Séville.
Je compte pour ma part y briller
De mon mieux,
Et qui m'aime y viendra.
regardant Carmen
Et qui m'aime y viendra!
à Don José qui fait un geste de menace.
L'ami, tiens-toi tranquille, j'ai tout dit,
Oui, j'ai tout dit et je n'ai plus ici qu'à faire mes adieux …
Jeu de scène. Don José veut s'élancer sur le torero. Le Dancaïre et le Remendado le retiennent. Escamillo sort très lentement.

JOSÉ
à Carmen
Prends garde à toi,
Carmen ... je suis las de souffrir …


Carmen lui répond par un léger haussement d'épaules et s'éloigne de lui.

LE DANCAÏRE
En route ... en route …
Il faut partir

TOUS
En route ... en route …
Il faut partir.

LE REMENDADO
Halte! ... Quelqu'un est là
Qui cherche à se cacher.

Il amène Micaëla.

CARMEN
Une femme!


LE DANCAÏRE
Pardieu, la surprise
est heureuse.


JOSÉ
reconnaissant Micaëla
Micaèla!

MICAËLA
Don José!

JOSÉ
Malheureuse!
Que viens-tu-faire ici?

MICAËLA
Moi, je viens te chercher.
Là-bas est la chaumière
Où, sans cesse priant,
Une mère, ta mère,
Pleure hélas sur son enfant …
Elle pleure et t'appelle,
Elle pleure et te tend les bras;
Tu prendras pitié d'elle, José,
Ah! José, tu me suivras, tu me suivras.

CARMEN
Va-t'en! Va-t'en! Tu feras bien,
Notre métier ne te vaut rien.


JOSÉ
à Carmen
Tu me dis de la suivre?

CARMEN
Oui, tu devrais partir.

JOSÉ
Tu me dis de la suivre
Pour que toi tu puisses courir
Après ton nouvel amant.
Non, vraiment,
Dût-il m'en coûter la vie,
Non, je ne partirai pas,
Et la chaîne qui nous lie
Nous liera jusqu'au trépas ...
Dût-il m'en coûter la vie
Non, non, non je ne partirai pas!

MICAËLA
Écoute-moi, je t'en prie,
Ta mère te tend les bras,
Cette chaîne qui te lie,
José, tu la briseras.
Hélas, José!

TOUS
Il t'en coûtera la vie,
José, si tu ne pars pas,
Et la chaîne qui vous lie
Se rompra par ton trépas.

JOSÉ
Laisse-moi,
Car je suis condamné!

TOUS
José, prends garde!

JOSÉ
Ah! Je te tiens, fille damnée,je te tiens,
Et je te forcerai bien
À subir la destinée
Qui rive ton sort au mien.
Dût-il m'en coûter la vie,
Non, non, non je ne partirai pas!

TOUS
Ah! Prends garde, prends garde Don José!

MICAËLA
Une parole encor! ...
Ce sera la dernière.
Ta mère, hélas, ta mère se meurt,
Et ta mère
Ne voudrait pas mourir
Sans t'avoir pardonné.

JOSÉ
Ma mère ... elle se meurt …


MICAËLA
Oui, Don José.

JOSÉ
Partons ... Ah! Partons!
à Carmen
Sois contente, je pars,
Mais nous nous reverrons.


Il entraîne Micaëla.

ESCAMILLO
au loin
Toréador, en garde,
Toréador, Toréador
Et songe bien, oui songe en combattant
Qu'un oeil noir te regarde
Et que l'amour t'attend.
Toréador, l'amour t'attend.


José s'arrête au fond dans les rochers ... Il hésite, Carmen écoute et se penche sur les rochers.

Entr'acte

QUATRIÈME ACTE


Une place à Séville. Au fond du théâtre les murailles de vieilles arènes. L'entrée du cirque est fermée par on long velum.
C'est le jour d'un combat de taureaux. Grand mouvement sur la place. Marchands d'eau, d'oranges, d'éventails etc.



No 25 - Choeur

CHOEUR
A deux cuartos,
Des éventails pour s'éventer,
Des oranges pour grignoter,
Le programme avec les détails!
Du vin! De l'eau!
Des cigarettes!
A deux cuartos!
Voyez! À deux cuartos!
Señoras et Caballeros.


Pendant ce premier choeur sont entrés les deux officiers du deuxième acte, ayant au bras les deux bohémiennes Mercédès et Frasquita.

ZUNIGA
Des oranges, vite.

PLUSIEURS MARCHANDS
se précipitant
En voici.
Prenez, prenez, mesdemoiselles.

UN MARCHAND
à l'officier qui paie
Merci, mon officier, merci.

LES AUTRES MARCHANDS
Celles-ci, señor, sont plus belles ...
Des éventails pour s'éventer!
Des oranges pour grignoter!
Le programme avec les détails!
Du vin! De l'eau!
Des cigarettes!

ZUNIGA
Holà! Des éventails.

UN BOHÉMIEN
se précipitant
Voulez-vous aussi des lorgnettes?

CHOEUR
A deux cuartos,
À deux cuartos,
Voyez à deux cuartos,
Senoras et Caballeros!
Voyez! Voyez!


Dialogue parlé

ZUNIGA
Qu'avez-vous fait de la Carmencita? Je ne la vois pas.

FRASQUITA
Nous la verrons tout à l'heure … Escamillo est ici, la Carmeneita ne doit pas être loin.

ZUNIGA
Ah! C'est Escamillo, maintenant? …

MERCÉDÈS
Elle en est folle …

FRASQUITA
Et son ancien amoureux José, sait-on ce qu'il est devenu?


ZUNIGA
Il a reparu dans le village où sa mère habitait …ordre avait même été donné de
l'arrêter, mais quand les soldats sont arrivés, José n'était plus là ...

MERCÉDÈS
En sorte qu'il est libre?


ZUNIGA
Oui, pour le moment.

FRASQUITA
Hm! je ne serais pas tranquille à la place de Carmen, je ne serais pas tranquille du tout.


On entend de grands cris au dehors. . des fanfares, etc.
C'est l'arrivée de la Cuadrilla.



No 26 - Marche et choeur

ENFANTS
Les voici! les voici!
Voici la quadrille!

CHOEUR
Les voici! Les voici! Oui les voici!
Voici la quadrille!
La quadrille des toreros,
Sur les lances le soleil brille,
En l'air toques et sombreros!
Les voici, voici la quadrille,
La quadrille des toreros,
Les voici! Les voici! Les voici!


Défilé de la Cuadrilla.
Pendant ce défilé, le choeur chante le morceau suivant.


ENFANTS et CHOEUR
Voici, débouchant sur la place,
Voici, d'abord, marchant au pas,
L'alguazil à vilaine face,
À bas! À bas! À bas! À bas!
À bas l'Alguazil! À bas!
À bas! À bas! À bas! À bas!

CHOEUR
entrée des chulos et des banderilleros
Et puis saluons au passage,
Saluons les hardis chubs,
Bravo! Viva! Gloire au courage.
Voici les hardis chubs!
Voyez les banderilleros,
Voyez quel air de crânerie!
Voyez! Voyez! Voyez!
Quels regards et de quel éclat
Étincelle la broderie
De leur costume de combat!
Voici les banderilleros!
Entrée des picadors.
Une autre quadrille s'avance,
Voyez les picadors! Comme ils sont beaux!
Comme ils vont du fer de leur lance
Harceler le flanc des taureaux.
L'Espada! L'Espada!

ENFANTS et CHOEUR
Escamillo!

Paraît enfin Escamillo, ayant près de lui Carmen radieuse et dans un costume
éclatant.


ENFANTS et CHOEUR
Escamillo! Escamillo!
Escamillo! Escamillo!
C'est l'Espada, la fine lame,
Celui qui vient terminer tout,
Qui paraît à la fin du drame
Et qui frappe le dernier coup.
Vive Escamillo! Vive Escamillo!
Ah! Bravo!
Les voici! Voici la quadrille,
La quadrille des toreros!
Sur les lances le soleil brille.
En l'air, en l'air, en l'air
toques et sombreros!
Vive Escamillo!
Bravo! Viva! Bravo! Bravo!


ESCAMILLO
à Carmen
Si tu m'aimes, Carmen,
Tu pourras tout à l'heure
Etre fière de moi.
Si tu m'aimes! Si tu m'aimes!


CARMEN
Ah! Je t'aime, Escamillo,
je t'aime et que je meure
Si j'ai jamais aimé quelqu'un
Autant que toi.

CARMEN et ESCAMILLO
Ah! Je t'aime.
Oui je t'aime.

QUATRE ALGUAZILS
Place! Place! Place au
seigneur alcade!

Petite marche à l'orchestre.
Sur cette marche défile très lentement au fond l'alcade précédé et suivi des alguazils. Pendant ce temps Frasquita et Mercédès s'approchent de Carmen.


FRASQUITA
Carmen, un bon conseil,
Ne reste pas ici.

CARMEN
Et pourquoi, s'il te plaît?

MERCEDES.
Il est là.

CARMEN
Qui donc?

MERCÉDÈS
Lui,
Don José ... dans la foule il se cache;
Regarde.

CARMEN
Oui, je le vois.

FRASQUITA
Prends garde.

CARMEN
Je ne suis pas femme
A trembler devant lui ...
Je l'attends ... et je vais lui parler.


MERCÉDÈS
Carmen, crois-moi,
Prends garde!

CARMEN
Je ne crains rien!

FRASQUITA
Prends garde!

L'alcade est entré dans le cirque. Derrière l'alcade, le cortège de la quadrille reprend sa marche et entre dans le cirque. Le populaire skit. La foule en se retirant a dégagé Don José ... Carmen reste seule au premier plan. Tous
deux se regardent pendant que la foule se dissipe et que le motif de la marche va diminuant et se mourant l'orchestre. Sur les dernières notes, Carmen et Don José restent seuls, en présence l'un de l'autre.



No 27 - Duo et choeur final
CARMEN
C'est toi?

JOSÉ
C'est moi.

CARMEN
L'on m'avait avertie
Que tu n'étais pas loin,
Que tu devais venir,
L'on m'avait même dit
De craindre pour ma vie,
Mais je suis brave
Et n'ai pas voulu fuir.

JOSÉ
Je ne menace pas, j'implore, je supplie;
Notre passé, Carmen,
Notre passé je l'oublie,
Oui, nous allons tous deux
Commencer une autre vie,
Loin d'ici, sous d'autres cieux.

CARMEN
Tu demandes l'impossible,
Carmen jamais n'a menti,
Son âme reste inflexible,
Entre elle et toi, tout est fini.
Jamais je n'ai menti;
Entre nous tout est fini.

JOSÉ
Carmen, Il en est temps encore,
Oui, il est temps encore …
O ma Carmen, laisse-moi
Te sauver, toi que j'adore,
Et me sauver avec toi.

CARMEN
Non, je sais bien que c'est l'heure,
je sais bien que tu me tueras.
Mais que je vive ou que je meure
Non! Non! Non! Je ne céderai pas.

JOSÉ
Carmen! Il est temps encore.
Oui, il est temps encore …
Ô ma Carmen, laisse-moi te sauver,
Toi que j'adore!
Ah laisse-moi te sauver
Et me sauver avec toi,
O ma Carmen, il est temps encore …
Ah! Laisse-moi te sauver, Carmen,
Ah laisse-moi te sauver, toi que j'adore!
Et me sauver avec toi!

CARMEN
Pourquoi t'occuper encore
D'un cour qui n'est plus à toi?
Non, ce cour n'est plus à toi.
En vain, tu dis «Je t'adore»!
Tu n'obtiendras rien, non rien de moi,
Ah! C'est en vain …
Tu n'obtiendras rien de moi!

JOSÉ
Tu ne m'aimes donc plus?
Silence de Carmen et Don José répète
Tu ne m'aimes donc plus?

CARMEN
Non, je ne t'aime plus.

JOSÉ
Mais moi, Carmen, je t'aime encore;
Carmen, Carmen, moi je t'adore.

CARMEN
A quoi bon tout cela?
Que de mots superflus!

JOSÉ
Carmen, je t'aime, je t'adore!
Eh bien, s'il le faut, pour te plaire,
Je resterai bandit, tout ce que tu voudras,
Tout, tu m'entends, tout,
Tu m'entends ... Tout.
Mais ne me quitte pas,
O ma Carmen.
Ah! Souviens-toi, souviens-toi du passé!
Nous nous aimions naguère!
Ah! Ne me quitte pas, Carmen,
Ah ne me quitte pas!

CARMEN
Jamais Carmen ne cédera,
Libre elle est née
Et libre elle mourra.

CHOEUR
dans le cirque
Viva! Viva! La course est belle.
Sur le sable sanglant
Le taureau, qu'on harcèle
S'élance en bondissant
Viva! Bravo! Victoire!


Pendant ce choeur, silence de Carmen et de Don José..
Tous deux écoutent … En entendant les cris de «Victoire, victoire», Carmen a laissé échapper un «Ah!» d'orgueil et de joie ... Don José ne perd pas Carmen de vue ... Le choeur terminé, Carmen fait un pas du côté du cirque.


JOSÉ
se plaçant devant elle
Où vas-tu?

CARMEN
Laisse-moi.

JOSÉ
Cet homme qu'on acclame,
C'est ton nouvel amant!

CARMEN
voulant passer
Laisse-moi ... Laisse-moi .

JOSÉ
Sur mon âme,
Tu ne passeras pas,
Carmen, c'est moi que tu suivras!

CARMEN
Laisse-moi, Don José! …
Je ne te suivrai pas.

JOSÉ
Tu vas le retrouver, dis …
Tu l'aimes donc?

CARMEN
Je l'aime, je l'aime, et devant la mort même,
Je répéterai que je l'aime.


CHOEUR
dans le cirque
Viva! Bravo! Victoire!
Frappé juste en plein coeur!
Le taureau tombe!
Gloire au Toréador vainqueur!
Victoire!

JOSÉ
Ainsi, le salut de mon âme,
Je l'aurai perdu pour que toi,
Pour que tu t'en ailles, infâme!
Entre ses bras, rire de moi.
Non, par le sang, tu n'iras pas,
Carmen, c'est moi que tu suivras!

CARMEN
Non! Non! Jamais!

JOSÉ
Je suis las de te menacer.

CARMEN
Eh bien! Frappe-moi donc
Ou laisse-moi passer.

CHOEUR
dans le cirque

Victoire!

JOSÉ
Pour la dernière fois, démon,
Veux-tu me suivre?

CARMEN
Non! Non!
Cette bague autrefois
Tu me l'avais donnée, tiens.


Elle la jette à la volée.

JOSÉ
le poignard à la main, s'avancant sur Carmen.
Eh bien, damnée …

Carmen recule... José la poursuit... Pendant ce temps fanfares et choeur dans le cirque.

CHOEUR
dans le cirque
Toréador, en garde, Toréador, Toréador,
Et songe bien, oui songe en combattant
Qu'un oeil noir te regarde
Et que l'amour t'attend,
Toréador, l'amour
L'amour t'attend!

JOSÉ

Vous pouvez m'arrêter
C'est moi qui l'ai tuée.

Escamillo paraît sur les marches du cirque... José se jette sur le corps de Carmen.
Ah! Carmen! Ma Carmen adorée!

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