La Damnation de Faust

La Damnation de Faust

Fausts Verdammung / Fausts Verdammnis
Musikalische Legende in vier Teilen


Libretto

Hector Berlioz, Almire Gandonnière, Gérard de Narval
(teilweise nach Johann Wolfgang von Goethe)

Uraufführung

6. Dezember 1846, Paris (Opéra comique)

Besetzung

FAUST (Tenor)
MEPHISTO (Bariton oder Bass)
MARGARETE (Mezzo-Sopran)
BRANDER (Bass)
DIE FÜRSTEN DER FINSTERNIS (Bässe)
EINE STIMME VON OBEN (Sopran)

CHOR
Bauern, Christen, Zecher, Sylphen und Gnomen, Soldaten, Studenten
Irrlichter, Nachbarn, Höllengeister, Seraphim, himmlische Geister

Ort

Ungarn, Norddeutschland, Leipzig

Zeit

16. Jahrhundert

Berlioz, Hector

Berlioz, (Louis-)Hector
11.12.1803 La Côte-Saint-André, Isère - 8.3.1869 Paris


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Estelle et Némorin (1823 np)
Les Francs-juges (1826 np)
Benvenuto Cellini (10.9.1838 Paris)
La Nonne sanglante (1847 inc)
Les Troyens (1860; 26-27.12.1906 Bruxelles; 3.5.1969 Glasgow)
- La Prise de Troie (6.12.1890 Karlsruhe)
- Les Troyens à Carthage (4.11.1863 Paris)
Béatrice et Bénédict (9.8.1862 Baden-Baden)
inc = Fragment / np = keine Aufführung



ERSTER TEIL
Faust sehnt sich nach Ruhe und Frieden und begrüsst freudig den erwachenden Frühling. Die tanzenden Bauern singen frohe Lieder, Soldaten, dürstend nach Ruhm und Ehre, ziehen vorbei. Faust steht solchem Tun verschlossen und kalt gegenüber.

ZWEITER TEIL
Faust ist des Lebens überdrüssig in sein Studierzimmer nach Deutschland zurückgekehrt; frohe Ostergesänge hindern ihn am Selbstmord. Mephisto erscheint und verspricht ihm die Erfüllung aller Wünsche, Macht, Glanz und ewige Jugend. Er führt ihn zu trinkenden Studenten in Auerbachs Keller. Faust gefällt dieses Treiben nicht. Mephisto führt ihn an die Elbe und lässt das wunderschöne Bild von Margarethe erscheinen. Faust verlangt, sie zu sehen, und kommt vor ihr Haus. Durch die nächtliche Stadt wandern, singend und scherzend, Soldaten und Studenten.

DRITTER TEIL
Faust betritt entzückt Margarethes Zimmer und wird von Mephisto, der sieht, dass sie heimgekehrt ist, hinter einem Vorhang versteckt. Margarethe kommt und denkt sehnsüchtig an den im Traum gesehenen Geliebten. Mephisto verzaubert die Szene durch Geister und Irrlichter. Margarethe, die zu träumen glaubt, sieht Faust und gibt sich ihm hin. Die Nachbarn sind durch das Ständchen Mephistos wach geworden, bemerken, dass jemand bei Margarethe ist, und spotten. Mephisto und Faust fliehen. Faust verspricht, am folgenden Tag wieder zu kommen.

VIERTER TEIL
Margarethe sehnt sich nach Faust, der sein Versprechen gebrochen und sie verlassen hat. Auch Faust, weit entfernt, denkt an Margarethe. Mephisto teilt ihm mit, dass er ihr für die Mutter einen Schlaftrunk gegeben hat, der Gift enthielt. Margarethe ist wegen Mordes zum Tode verurteilt worden und erwartet im Kerker ihre Hinrichtung. Faust beschwört Mephisto, sie zu retten, und verspricht ihm dafür seine Seele. Beide jagen auf Geisterpferden in die Nacht und werden von der Hölle verschlungen, während Margarethe in den Himmel entrückt wird.

QUATRE PARTIES
Faust (ténor) erre dans les plaines de Hongrie (Le vieil hiver). Des paysan dansent et chantent: on entend éclater la "marche hongroise". Faust médite dans son cabinet (Sans regrets, j'ai quitté) et s'apprête à boire un poison lorsque résonne au-dehors l'hymne de la fête de Pâques.
Méphistophélès (baryton ou basse) parait, propose à Faust d'être son guide dans un monde de plaisir dont le savant ignore tout, et l'entraîne. Dans la cave d'Auerbach, Brander (basse) chante "la chanson du rat" et les étudiants, ivres, improvisent un "amen"-fugué. Méphisto leur chante la "chanson de la puce", puis emmène Faust sur les bords de l'Elbe, l'endort (Voici des roses) et lui fait apparaître en rêve Marguerite tandis que le berce le "ballet des sylphes".
Dans la chambre de Marguerite, Faust s'émeut (Merci, doux crépuscule). Il se cache à l'entrée de la jeune fille (soprano) qui chante une "ballade gothique" (Autre-fois un roi de Thulé). Méphisto envoûte Marguerite grâce à la "danse des Follets" et chante sa narquoise sérénade: (Devant la maison). Faust et Marguerite s'avouent Ieur amour (duo: Ange adoré), mais le choeur des voisins oblige Faust à déguerpir.
Longtemps après, Marguerite attend Faust en vain: (D'amour, l'ardente flamme). Devant les forêts et les cavernes, celui-ci chante son "Invocation à la nature" (Nature immense, impénétrable et fière).
Méphisto vient l'avertir que Marguerite est en prison pour meurtre: attendant chaque soir Faust, elle versait un narcotique à sa mère, tant et si bien que celle-ci en est morte. C'est là seulement que Méphisto demande à Faust de signer avec lui un pacte par lequel Marguerite pourrait être sauvée.
La "course à l'abîme" entraîne Faust. Un choeur de démons chante le Pandaemonium en "langage infernal". Sur terre et dans les cieux, un choeur d'anges appelle l'âme de Marguerite.


Fausts Verdammung / Fausts Verdammnis


Personen:
FAUST (Tenor)
MEPHISTO (Bariton oder Bass)
MARGARETE (Mezzo-Sopran)
BRANDER (Bass)
DIE FÜRSTEN DER FINSTERNIS (Bässe)
EINE STIMME VON OBEN (Sopran)

CHOR
Bauern, Christen, Zecher, Sylphen und Gnomen, Soldaten, Studenten
Irrlichter, Nachbarn, Höllengeister, Seraphim, himmlische Geister

ERSTER TEIL

ERSTE SZENE
Ebene in Ungarn

FAUST
allein bei Sonnenaufgang
Der Winter floh, der holde Lenz ist da,
Frei von Eis rauschen Strom und Bäche;
Und sieh', von des Himmels Dom hernieder
Strahlt rein und mild neuen Licht's gold'ner Glanz. -
Ich fühle sanft den Hauch der linden Morgenlüfte,
Und meine heisse Brust saugt atmend süsse Düfte.
Wie zart tönt mir ins Herz holder Vögel Gesang!
Erfrischt fühl' ich von Bach und Wald mich hier umrauscht!
O Wonne, zu geniessen der Ruh' friedlicher Fluren,
Fern aller Menschen Kämpfe und fern ihrem Gewühle!

Ferne ländliche und kriegerische Klänge ertönen - Bruchstücke des folgenden Bauerntanzes und des Rakoczy-Marsches.

ZWEITE SZENE

Bauerntanz

CHOR
Der Schäfer putzte sich zu Tanz
Mit bunter Jacke, Band und Kranz;
Heisa! He!
Schmuck war er angezogen!
Schon um die Linde war es voll,
Und Alles tanzte schon wie toll,
Juchheisa! Heisa!
He! Tra la la,
So ging der Fiedelbogen.

FAUST
Was tönt von fern? - Gesang vernimmt mein Ohr! - Den Tag, der neu erwacht, feiert fröhlich das Volk mit Tanz und mit Gesang dort auf grünendem Plane. Um ihre Lust muss ich Armer sie neiden. -

CHOR
Doch hurtig in dem Kreise ging's,
Sie tanzten rechts, sie tanzten links.
Heisa! He!
Und alle Röcke flogen.
Sie wurden rot, sie wurden warm,
Und ruhten atmend Arm in Arm,
Juchheisa! Heisa!
He! Tra la la,
Und Hüft' an Ellenbogen.

Und tu' mir doch nicht so vertraut!
Wie mancher hat nicht seine Braut,
Belogen und betrogen!
Er schmeichelte sie doch bei Seit',
Und von der Linde scholl es weit,
Juchheisa! Heisa!
He! Tra la la,
Geschrei und Fiedelbogen.


DRITTE SZENE
Ein anderer Teil der Ebene mit vorüberziehenden Kriegerscharen

FAUST
Welch kriegerischer Glanz blitzt durch neblichte Ferne? -
Ha, die Söhne der Donau, zum Kampfe gerüstet! -
Mit Stolz schreiten freudig sie hin, zu streiten für die Heimat, für die Freiheit, für Recht!
Im Siegesrausche erglüh'n ihre Herzen. -
Nur das meine bleibt kalt, selbst dem Ruhme verschlossen! -

Ungarischer Marsch
Das Heer zieht vorüber. - Faust entfernt sich.

ZWEITER TEIL

VIERTE SZENE
In Norddeutschland

FAUST
allein in seinem Studierzimmer
Ich verliess ohne Reu' jene lachenden Auen,
Wo ich die Ruh' nicht fand.
Freudlos kehr' ich zurück zu den ragenden Gipfeln;
Freudlos wieder zu dir, du mein väterlich Haus.
O, ich leide, ich leide!
Und die Nacht ohne Sterne, die bang herniedersinkt,
Alles weithin umdüsternd,
Erhöht des Herzens unnennbare Qual.
O Erde, die für alle blüht, nur nicht für mich,
Wo, ach, find' ich den Trost meinem freudlosen Leben? -
Suche ich denn umsonst? Vergeblich all' mein Hoffen!
Nun wohl, so sei's getan! - Doch, ich wanke! -
Warum erbeben vor dem Abgrund, der offen mir gähnt? -
O Schale, die so gern sonst meine Hand erfasste,
Komm, komm, edler Krystall, diesen Saft nimm ihn auf!
Der Trank bringe mir Licht, oder Tod meinem Sein!

Er setzt die Schale an den Mund - Glockenklang - Gesang in der Kirche

Osterhymne

CHOR
Christ, Christ ist heut' uns erstanden!

FAUST
Was hör' ich?

CHOR
Entsteigend der Nacht seines dumpfen Grabes
Schwebt verklärt er auf zum himmlischen Reich;
Zu den Wonnen sel'gen Lebens zu
Erhob er sich glorreich empor.
Seine treuen Jünger
Liess schmachtend er hier zurück.
Weh'! Wehe! Schutzlos liess er die Jünger,
Tief gebeugt von zehrendem Schmerz.
O ew'ger Meister, dein Triumph,
Er brachte uns nur bittere Leiden!
O, ew'ger Meister, du lässt
Schmachtend tief gebeugt uns Jünger zurück!

FAUST
Selig' Erinnern!
O, ihr himmlischen Lieder,
Mein tief erhebend Herz, zu Gott tragt es empor.
Der schwankende Glaube erstarkt,
Bringt aus der Jugendzeit den Frieden mir.
Holde, sel'ge Kindheit, wie süss war dein Gebet! -
O, reine Himmelfreude, im Lenz auf blum'ger Au,
ber grünende Felder, durch den Wald, durch die Fluren
Wie im Traume zu geh'n. -
Sel'ger Kuss süsser Himmelsliebe,
Du fülltest mir das Herz mit ahnungsvoller Lust
Und verbanntest die Gefahr dunkler, böser Triebe.

CHOR
Christ, Christ ist heut uns erstanden!
Entsteigend der Nacht seines dumpfen Grabes
Schwebt verklärt er auf zum himmlischen Reich.
Zu den Wonnen sel'gen Lebens hier
Erhob er sich glorreich empor.
Seine treuen Jünger
Liess schmachtend er hier zurück
Doch fegt wir glauben an sein Erbarmen,
Sein heilig Trosteswort,
An die himmlische Heimat, die er uns verheissen.
Hosanna!

FAUST
Doch ach! warum denn weckt ihr himmlischen Gesänge
Mich Verlorenen auf?
Inbrünstige Gebete, was kommt ihr jetzt,
Zu hindern den festen Entschluss?
Wie der liebliche Klang mir belebet das Herz!
Heil'ge Morgengesänge, o, tönet weiter!
Heiss quillt die Träne mir vom Aug',
Erde, nimm mich zurück!


FÜNFTE SZENE

MEPHISTO
plötzlich erscheinend
O, Rührung wundersam!
Du unschuldvolles Kind! Ich bewund're dich traun!
Denn das fromme Gebimmel dieser Glocken vom Dom scheint dem Doktor ja Seele und Hirn zu betören!

FAUST
Wer bist du, sprich!
Du, dessen Flammenblick so schneidend scharf wie die Spitze des Dolch's und glutsprüh'ndes Feuer brennt und senget die Seele.

MEPHISTO
Ho, Ho! Der weise Doktor zeigt heimliche Neugierd'! - Ich bin der Geist des Lebens, bin der Geist, der dir Trost bringt: ich schaffe Alles dir: Macht und Glanz, Glück und Lust, erfülle jeden Wunsch, den sehnend du erdenkst.

FAUST
Wohlan, seltsamer Gast, deine Wunder lass sehen!

MEPHISTO
Wunder sollen dein Aug' und Ohr völlig berücken! Statt zu verschmachten hier, elend, gleich einem Wurm der sich vom Staub ernährt. - Auf, hinaus, in die Welt!

FAUST
Ja, es sei!

MEPHISTO
Lass uns zieh'n:
Lebensfreud' zu erjagen!
Dem Alter lass den Gram,
Froh geniesse die Jugend!

Sie fahren durch die Luft ab


SECHSTE SZENE
Auerbachs Keller in Leipzig

CHOR DER ZECHER
Holla, schafft Wein! Den Wein vom Rhein!

MEPHISTO
eintretend
Komm nur, Faust! 's ist 'ne Schenke voll von lust'gen Burschen.
Mit Liedern, Wein und Scherz eilt den Frohen der Tag hin!

CHOR
Ha, wie ist's schön,
Wenn's draussen wild vom Himmel wettert,
Zu schlürfen des Rheines edlen Saft,
Voll wie ein Fass, sich zu betrinken!
Gott Bacchus soll heut' Wunder tun!
Hoch, hoch der Wein, der süsse Tröster,
Er schwemmt die Sorgen mir hinweg!
Schon der Pathe bei meiner Taufe
Galt als ein Trinker stramm und fest. -
Ha, wie ist's schön,
Wenn's draussen wild vom Himmel wettert,
Zu schlürfen des Rhein's edlen Saft!
Voll wie ein Fass im Keller drunten, sich zu betrinken!
Wunder soll Gott Bacchus heut' tun!
Hoch, Gott Bacchus hoch!
Hoch der Rhein!
Hoch, hoch der Wein!

EINIGE
Wer singt uns nun ein lustig' Liedchen?
Witz und Scherze würzen den Wein!

EIN ANDERER
An Brandern ist's!

MEHRERE
Dem entschwand sein Gedächtnis!

BRANDER
trunken
Nein, ich weiss was, - ich selbst hab's erdacht.

ALLE
Ei, der Daus! Was denn?

BRANDER
Wenn ihr's begehret, so sing' ich es Euch; gebet Acht!

ALLE
Wohlan, gebt Acht!

Brander's Lied

BRANDER
Es war eine Ratt' im Kellernest,
Lebte nur von Fett und Butter,
Hatte sich ein Ränzlein angemäst't
Als wie der Doktor Luther.
Die Köchin hatt' ihr Gift gestellt;
Da ward's so eng ihr in der Welt,
Als hätte sie Lieb im Leibe.

CHOR
Als hätt' sie Lieb', ja Lieb im Leib.

BRANDER
Sie fuhr herum, sie fuhr heraus,
Und soff aus allen Pfützen,
Zernagt', zerkratzt' das ganze Haus,
Wollte nichts ihr Wüten nützen;
Sie tät gar manchen Aengstesprung;
Bald hatte das arme Tier genung,
Als hätt' es Lieb' im Leibe.

CHOR
Als hätt' sie Lieb', ja Lieb' im Leib.

BRANDER
Sie kam vor Angst am hellen Tag
Der Küche zugelaufen,
Fiel an den Herd und zuckt' und lag
Und tät erbärmlich schnaufen.
Da lachte die Vergifterin noch:
Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch,
Als hätte sie Lieb' im Leibe.

CHOR
Als hätt' sie Lieb', ja Lieb' im Leib.
Requiescat in pace! Amen.

BRANDER
Nun stimmt an über's "Amen" eine Fuge im Chor!
Ein akademisches Stück soll es sein!

MEPHISTO
Nun spitze fein das Ohr, und balde zeigt sich uns die Bestialität in ihrer vollen Pracht.

Fuge über das Motiv in Brander's Lied

BRANDER, CHOR
Amen!

MEPHISTO
Schön Gruss, ihr Herrn! - Euer Sang ist erbaulich; so rührend, dass man wähnt, in der Kirche zu sein. Erlaubt mir, Euch zu sagen: Die Fug' war höchst gelahrt, ihr Styl weih'voll sogar. Ich kenne nichts, was würd'ger wär' für jenes tiefe Wort, mit dem die gläubigen Seelen die Andacht inbrünstig beschliessen. - Aber jetzt, wenn es Euch recht, singe ich Euch ein Lied, das wohl nicht minder rührsam ist, als das Eure.

CHOR
Sag' mir, spottet er, verhöhnt er uns? - Wer kennt den Menschen? Ha, wie er bleich ist, wie rot seine Haare glüh'n! - Doch sei es! Meinethalb, singt Euer Lied! - Nur zu! Fangt an! -

Mephisto's Lied

MEPHISTO
Es war einmal ein König,
Der hatt' einen grossen Floh,
Den liebt' er gar nicht wenig,
Als wie seinen eig'nen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran:
"Da, miss dem Junker Kleider,
Und miss ihm Hosen an!"

In Sammet und in Seide,
War er nun angetan,
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt' auch ein Kreuz daran,
Und war sogleich Minister,
Und hatt' einen grossen Stern.
Da wurden seine Geschwister
Bei Hof auch grosse Herr'n.

Und Herr'n und Frau'n am Hofe,
Die waren sehr geplagt,
Die Königin und die Zofe,
Gestochen und genagt!
Und durften sie nicht knicken
Und weg sie jucken nicht.
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.

CHOR
Ha, bravo, das war schön!
Ja so soll's jedem Floh ergeh'n!
Wir knicken und ersticken
Doch gleich, wenn einer sticht.

FAUST
Rasch fort von diesem Ort, wo jedes Wort beleidigt, der Menschen Frohsinn und Witz mich verstimmt. Weisst du nicht and're Freuden, kein trauliches Plätzchen mehr für mich, du, der Hölle Gesell'?

MEPHISTO
Nun, da dies dir missfällt - hinweg!
Sie fahren ab.


SIEBENTE SZENE
Gebüsch und Auen am Ufer der Elbe

MEPHISTO
Sieh' diese Rosen,
Die über Nacht erblühten
Auf diesem duftigen Beet.
O, mein teuerster Faust,
Hier ruhe!
Versink' in wollustvollen Traum,
Wenn dich entzückt der ros'gen Lippen heisser Kuss,
Wenn die Blumen die Kelche voll Sehnsucht dir öffnen;
Und dein Ohr höre himmlisch berauschende Klänge.
O lausche, wie die Geister der Erde, der Luft,
Mit süssem Singen wiegen in Schlaf sanft dich ein

Faust's Traum

CHOR DER SYLPHEN UND GNOMEN
Schlaf', schlaf', sel'ger Faust!
Gar bald schliesst in Schlaf
Ein duftiger Schleier dein Aug',
Gold und azurgewebt
Hüllt er dich Sel'gen ein.
Hell strahlt dein Stern
Am Dome des Himmels dir.
Träumend schlürft
Liebeswonne dein Herz.
Entzückendes Geländ',
So weit der Himmel blauet,
Wohin das Auge schauet,
Erfreut der Blumen Pracht
Und stille schatt'ge Lauben,
Wo Liebespaare traut
Hinwandeln in Gedanken. -
Und weithin sind bedeckt
Die Zweig' der Rebengänge
Mit Knospen, Blüt' an Blüt'
Und roten, vollen Trauben.
Sieh' durch das schöne Tal
Die Liebespaare wandeln,
Vergessend ganz der Welt
Im Dunkel frischen Laubes.
Ein schönes Mädchen naht
Gedankenvoll und still,
Verstohl'ner Tränen Glanz
Ihr Auge weich verklärt.
Dies Mädchen dort, sie wird dein Liebchen sein!

MEPHISTO
Sel'ger Faust!
Bald entschliesset ein Schleier,
Golden und azurgewebet
Dein Aug'. -
Hell strahlt dein Stern
Dir am Dome des Himmels. -
Sieh' dieses schöne Mädchen!
Sie wird dein Liebchen sein!

FAUST
Ach, auf die Augen
Gleitet sanft ein Schleier. -
Träumend
Margarete!

CHOR
Des Sees Fluten breiten
Sich rings um die Hügel,
Munt're Bäche sich schlängeln
Durch die grünenden Au'n.
Hell in jauchzenden Chören
Den Ufern schallt's entlang, ha -
Jubelnd finden sich And're
Zum freud'gen Tanz vereint.
Die Berge zu erklimmen
Treibt Manchen froher Mut, ha -
Lustige Schwimmer spielen
In silberheller Flut.

FAUST
Bald entschliesset ein Schleier,
Golden und azurgewebet
Dein Aug'. -
Hell strahlt dein Stern
Dir am Dome des Himmels. -
Sieh' dieses schöne Mädchen!
Sie wird dein Liebchen sein!

FAUST
Ach, auf die Augen
Gleitet sanft ein Schleier. -
Träumend
Margarete!

CHOR
Des Sees Fluten breiten
Sich rings um die Hügel,
Munt're Bäche sich schlängeln
Durch die grünenden Au'n.
Hell in jauchzenden Chören
Den Ufern schallt's entlang, ha -
Jubelnd finden sich And're
Zum freud'gen Tanz vereint.
Die Berge zu erklimmen
Treibt Manchen froher Mut, ha -
Lustige Schwimmer spielen
In silberheller Flut.

FAUST
Margarete, o Margarete!

CHOR
Des Sees Fluten breiten
Sich rings um die Hügel,
Munt're Bäche sich schlängeln
Durch die grünenden Au'n.
Fernhin flatternde Vögel
Suchen Schatten und Rast,
Fliehen schnellesten Fluges
Hin zu kühl feuchtem Grund.
Lebensgenuss lacht Allen,
Forschen im Himmelsraum
Nach dem leuchtenden Stern,
Der Glück dir verheissend strahlt.

FAUST
Margarete!

CHOR
Sie ist es, die Wonnige,
Die dir dein Stern beschied.
Schlaf', schlaf',
Sel'ger Faust, schlaf', schlaf'!

MEPHISTO
Der Zauber wirkt,
Bald ist er mein! -
Gut, gut, sehr gut, mein junges Volk,
Ihr habt mein Lob verdient!
Wiegt sanft ihn ein,
Sanft in seligen Traum!

Sylphentanz

Die Geister schweben noch eine Weile um den schlafenden Faust und verschwinden dann allmählich

FAUST
erwachend
Margarete! Welch' ein Traum! Ist es wahr? Ha, welch' ein reizend Wesen, welch' lieblich Engelsbild! - Wo find' ich sie, mich ihr zu weihen, anbetungsvoll ihr zu Füssen?

MEPHISTO
Schon gut - ich führ' sogleich dich hin: zum berauschend süss duftenden Stübchen, wo sie ruht, die so heiss Geliebte. Dieser Schatz, Glücklicher, ist dein! - Dort kommt ein lust'ger Schwarm von Studenten und Kriegern, der an ihrem Häuschen wohl vorbeizieht. Der Jugend tolle Lust und freudiger Gesang sollen verkürzen uns den Weg. - Zähm' die innere Glut, Folg' getrost meinem Rat.


ACHTE SZENE

Soldatenchor

Soldaten und Studenten durch die Stadt wandernd

Stolze Burgen,
Mauernumringt, hoch umwallt, Ihr Mädel
So reizend, wenn auch spröd ihr seid,
Die sichersten Siege
Winken hier uns'rem Mut!
Wenn schwer auch das Mühen,
Doch herrlich der Lohn!
Beim Klang der Trompeten
Der Tapf're zieht aus
Zum fröhlichen Fest
Wie zum grimmigen Strauss!
Und Mädchen und Wälle,
So sehr sie sich sträuben,
Ergeben sich doch bald uns,
Ergeben sich doch,
Wenn schwer auch das Mühen,
Doch herrlich der Lohn!

Burgen mit hohen
Mauern und Zinnen:
Mädchen mit stolzen,
Höhnenden Sinnen
Möcht' ich gewinnen!
Kühn ist das Müh'n,
Herrlich der Lohn!
Und die Trompete
Lassen wir werben,
Wie zu der Freude,
So zum Verderben.
Das ist ein Stürmen!
Das ist ein Leben!
Mädchen und Burgen
Müssen sich geben.
Kühn ist das Mühen,
Herrlich der Lohn!
Und die Soldaten
Ziehen davon.)

Studentenlied

STUDENTENCHOR
Jam nox stellata velamina pandit:
nunc bibendum et amandum est!
Vita brevis fugaxque voluptas.
Gaudeamus igitur, gaudeamus!
Nobis subridente luna
per urbem quaerentes puellas eamus:
ut cras, fortunati Caesares, dicamus:
veni vidi, vici!
Gaudeamus igitur, gaudeamus!

Schon breitet die Nacht ihren bestirnten Schleier aus;
nun gilt's zu trinken und zu lieben!
Kurz ist das Leben, flüchtig die Freude.
Drum lasst uns lustig sein!
Beim lächelnden Monde
durchstreifen wir nach Mägdlein spähend die Stadt,
auf dass, gleich glücklichem Cäsar, wir am Morgen sagen können;
Ich kam, sah und siegte!
So lasst uns fröhlich sein!

Soldatenchor und Studentenlied zusammen

DRITTER TEIL

NEUNTE SZENE
In der Ferne Zapfenstreich. Abends in Margaretens Zimmer.

Fausts Lied

FAUST
Hab' Dank, dämmernder Abend,
O, herzlich grüss' ich dich!
Erschliesse endlich mir
Dieses heil'ge Gemach.
Um die Schläfe mir weht's
Wie holde, süsse Träume.
Gleich lindem Morgenduft
Kühlt es sanft mir die Stirne!
Liebe bist du's?
Ist's die ersehnte Liebe? -
Was auch die Seele trübt,
Jede Sorg' hier entflieht,
Und heit're, sel'ge Ruhe
Zieht leise mir ins wogende Herz. -
Anmutig' Mädchen, innig Geliebte,
Du mein Leben, mein Heil, mein Engel!
Welches Gefühl durchbebt mich in diesem Augenblick!
Entzücken, ach, zu schau'n,
Wo die Unschuld verweilt.
Reinste Luft, die ich atme! -
Allgüt'ger Gott,
Nach solch' bitteren Schmerzen,
Welch' reines Glück!

Langsam umherschreitend, betrachtet Faust mit leidenschaftlicher Neugier das Innere des Gemachs.


ZEHNTE SZENE

MEPHISTO
herbeieilend
Horch, sie naht! Der Vorhang hier verberg' dich vor ihr!

FAUST
Gott! Die Freude sprenget mir mein Herz!

MEPHISTO
Den Augenblick nimm wahr - Leb' wohl! Sei nicht zu rasch, sonst schreckst du sie! Faust verbirgt sich. So, meine Schar und ich, wollen jetzt euch ein schönes Hochzeitsliedchen singen.
Ab

FAUST
Fassung, mein armes Herze!


ELFTE SZENE

MARGARETE
mit einer Lampe. Faust ist verborgen. Mephisto geht hinaus.

Wie schwül ist hier die Luft! - Mir bangt wie einem Kind! - Seit dem gestrigen Traume bin ich ganz verwandelt. Im Schlafe sah ich ihn, der all mein Sehnen nun. Wie war er schön! Gott, er liebt mich, o Wonne! Und wie lieb' ich auch ihn! - Werd' jemals ich ihn seh'n in diesem Leben? - O, Torheit!

Ballade
Sie singt, indem sie sich auskleidet

Es war ein König in Thule,
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen gold'nen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert' ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus,

Und als er kam zu sterben,
Zählt' er seine Städt' im Reich,
Gönnt' Alles seinen Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er sass beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale,
Dort auf dem Schloss am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.

Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer.
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.
Ah!
tiefer Seufzer


ZWÖLFTE SZENE

MEPHISTO
vor Margaretens Haus

Beschwörung

Der Flackerflammen irre Geister eilt herbei, helfen sollt ihr mir! Eilt herbei, eilt herbei! - Mit eurem falschen Schein, euren tückischen Flammen, kommt, betört dieses Kind, dass es der Sünd' verfall'! In Teufels Nam', nun tanzet! Und ihr, streichet fest mir die Weise, der Hölle Fiedler ihr, sonst lösch' ich flugs euch aus.

Tanz (Menuett) der Irrlichter

MEPHISTO
die Bewegung eines spielenden Leiermanns machend
Lasst uns jetzt dem unschuldigen Kind ein sittsam Liedchen singen, wir verderben sie sicher so!

Mephisto's Ständchen mit dem Chor der Irrlichter

Was machst du mir
Vor Liebchens Tür,
Kath'rinchen, hier
Bei frühem Tagesblicke?
Lass, lass es sein!
Er lässt dich ein,
Als Mädchen ein,
Als Mädchen nicht zurücke.

Nehmt euch in Acht!
Ist es vollbracht,
Dann gute Nacht
Ihr armen, armen Dinger!
Habt ihr euch lieb,
Tut keinem Dieb
Nur nichts zu Lieb',
Als mit dem Ring am Finger!

MEPHISTO
Schweigt, vergeht in Nichts!
Die Irrlichter verschwinden
Jetzt Ruhe! Lasst uns lauschen dem Turteltaubenpaar!


DREIZEHNTE SZENE
Margaretes Zimmer

MARGARETE
Faust erblickend
O Gott! was seh' ich! Ist er es selbst? - Trügt mein Auge mich nicht?

FAUST
Dein himmlisch Bild,
Du hehrer, lichter Engel,
War Sonne meinem Herzen,
Noch eh' ich dich erschaut'.
Nun endlich nahst du mir:
Und jene neid'sche Wolke,
Die dich mir noch verbarg,
Ist verscheucht von der Liebe.
Margarete, Geliebte!

MARGARETE
Du kennst meinen Namen?
Den deinen hab' oft schon ich genannt:
Faust!

FAUST
So heiss' ich, du Traute!
Doch anders auch,
Wenn dir ein and'rer werter scheinet.

MARGARETE
Im Traume sah ich dich
So, wie du vor mir stehst.

FAUST
Im Traume - sahst du mich?

MARGARETE
Hört' auch der Stimme Laut,
Den Klang der süssen Worte.

FAUST
Liebtest du mich?

MARGARETE
Ich hofft' auf dich -

FAUST
Margarete, o Göttin!

MARGARETE
Und in ahnendem Sehnen
Ward ich liebend dein!

FAUST
Margarete ist mein!

MARGARETE
Dein edles Bild,
Herrlichster, heiss Geliebter.

FAUST
Dein himmlisch Bild,
Du hehrer, lichter Engel,

BEIDE
War Sonne meinem Herzen,
Noch eh' ich dich erschaut'!
Nun endlich nahst du mir:
Und jene neid'sche Wolke,
Die dich mir noch verbarg,
Ist verscheucht von der Liebe,
Sie verschwand vor dem Glanz deines Licht's.

FAUST
Margarete, mein Leben,
O stille meines Wunsches Ungestüm,
Der zu dir mich geführt.

MARGARETE
Welcher Taumel der Wonne
Zieht zu ihm, zieht zu ihm dahin!
Auflodern Liebesgluten,
Zu dir zieht's mich dahin!
Ein schmachtend Bangen
Füllet meine Seele!

FAUST
Das höchste Glück, Herz an Herz,
Winkt uns wonnig. Komm, o komm!

MARGARETE
In dem Aug' die Trän' -
Alles schwindet - o Gott -
Ich vergehe! ach, Geliebter!


VIERZEHNTE SZENE

MEPHISTO
hastig eintretend
Fort, Fort! es ist schon spät!

MARGARETE
Wer ist der Mensch dort?

FAUST
Ein Schelm!

MEPHISTO
Nein, ein Freund!

MARGARETE
Wie sein Blick mir beklemmet das Herz

MEPHISTO
Verzeihung, wenn ich störe -

FAUST
Was hat dich hergeführt?

MEPHISTO
Es gilt dein Lieb zu retten!
Schon hat unser Gesang alle Nachbarn erweckt;
Herbei eilen sie, zeigen mit Fingern aufs Haus.
Margarete verhöhnend, rufen laut sie die Mutter;
Schon naht die Alte sich.

FAUST
Was tun wir?

MEPHISTO
Flieh'n wir von hier!

FAUST
Hölle und Tod!

MEPHISTO
Könnt euch ja morgen sehn:
Das sei heut' euer Trost,
Schmerzen stillender Balsam.

MARGARETE
Morgen, ja, liebster Freund!
In der Kammer hier neben
Schon hör' ich die Mutter.

FAUST
Dahin die schöne Nacht,
Die kaum uns erst begonnen,
Dahin der Liebe Glück,
Das uns ihr Schutz gewährt!

MEPHISTO
Fort, fort! schon graut der Tag!

FAUST
Wann kehrst du wieder mir,
Schnell entflohene Stunde,
Wo mein Herz hehrstes Glück,
Der Liebe Wonnen fand?

CHOR DER NACHBARN
Holla, Frau Nachbarin,
Schaut doch nach Eurem Gretchen!
Der gute Rat kommt grad' zur Zeit,
Hört, ins Haus schlich Euch ein Galan.
Lasst Ihr der Sach' den Lauf,
Wird's Eurer Ehre schaden!

MEPHISTO
Schon naht die Menge. - Eilen rasch wir von hier!

MARGARETE
Gott, Gott! Du hörst ihren Spott.
O, du Himmel, ich sterbe, wenn sie dich jetzt hier sehn!

MEPHISTO
Horch', man pocht an die Türe!

FAUST
Missgeschick!

MEPHISTO
Welche Torheit!

MARGARETE
Leb' wohl, leb' wohl!
Durch jene Tür in den Garten entflieh!

FAUST
Ach, bis morgen, mein Lieb!

MEPHISTO
Ganz gewiss, morgen Nacht!

FAUST
Endlich erkenn' ich wieder den Wert dieses Lebens!
Liebe ist's, sonnig hell,
Ihrem Ruf folg' ich gern
Zu dir, wo mein Heil.
Du, o Göttin, erfüllst meine Seele mit Entzücken,
Wonnig gewährst du mir,
Was je ersehnt mein Herz!

MARGARETE
O, mein Freund, teurer Faust! nimm mein Leben zu eigen!
Liebe füllt mir das Herz mit beglückender Wonne;
Sie erhält mich; dich lassen wär' mein Tod.

MEPHISTO
Jetzt verschlingt Dich die Lust dieses Lebens, stolzer Geist!
Nah' ist schon die Stunde, wo für ewig du mein!
Nie Gewährung schafft den Wünschen Ruh:
Der Sinne toll Begehr im Genuss nur sich mehret!

CHOR DER NACHBARN
Hört, in's Haus schlich Euch ein Galan!
Lasst Ihr der Sach' den Lauf,
Wird's schaden Eurer Ehre.
Holla! Frau Nachbarin!
Seht doch nach Eurem Gretchen!
Holla, ha, ha, ha!

VIERTER TEIL

FÜNFZEHNTE SZENE

Romanze

MARGARETE
allein in ihrem Zimmer

Der Liebe heisse Flamme
Verzehret meinen Leib,
Und der Friede der Seele
Für ewig starb dahin.

Seine Flucht, sein Entfernen
Wecken mir bitt're Schmerzen,
Und ohne seine Nähe
Weint um mich her die Welt.

Verwirrt sind meine Sinne,
Die Gedanken verstört,
Mein Herz in bangem Zagen
Wird so kalt, ach, wie Eis.

Sein Schreiten, wie so edel,
Wie herrlich die Gestalt;
So süss war des Mundes Lächeln,
So sanft seiner Augen Glanz.

Es klang so hold die Stimme,
Wenn sein Arm mich umschlang,
Ich empfand seiner Hand zartes Schmeicheln
Und ach! ach! seinen Kuss!

Der Liebe heisse Flamme
Verzehret meinen Leib,
Und der Friede der Seele
Für ewig starb dahin!

Ich eile zu dem Fenster,
Vor die Türe, Tag um Tag,
Um endlich ihn zu sehen,
Ob er wieder zu mir kehret.

Mein Herz schlägt ihm entgegen,
Sobald es ahnet, dass er sich nahet.
O, führte meine Liebe
Ihn wieder mir zurück!

Wonneglühend' Entzücken!
O dürfte nur einmal noch
Ich mich berauschen an seinem Kuss
Und dann vor Lust vergeh'n!

In der Ferne Trommeln und Trompeten, zur Ruhe blasend.

Chor der Soldaten und Studenten

CHOR DER SOLDATEN
Beim Klang der Trompeten
Der Tapf're zieht aus,
Zum fröhlichen Fest
Wie zum grimmigen Strauss.
Wenn schwer auch das Mühen,
Doch herrlich der Lohn.

CHOR DER STUDENTEN
Jam nox stellata velamina pandit.
Per urbem quaerentes puellas eamus.

MARGARETE
Der Tag neigt seinem Ende, und die Stadt geht zur Ruhe. - Dem abendlichen Ruf der Trommeln und Trompeten vermischt sich froher Sang. So auch war's jene Nacht, wo zuerst ihn ich sah! - Doch er kommt nicht - kehrt nicht zurück! - Weh mir! - o Tod!


SECHZEHNTE SZENE

Wald und Höhlen
Beschwörung der Natur

FAUST
allein
Natur, du mächt'ge, ew'go und allgewaltige,
Die einzig du gewährest Rast meinem steten Schmerz,
Lieg' ich dir an der Brust, fühl' mein Elend ich minder,
Neu erfasst mich das Leben, kräftigen Wollens Macht. -
Ja, wild heule Orkan, und kracht, ihr Riesenwälder!
Stürz' ein, du starrer Fels! Du Strom, lass deine Wogen brausen!
Freudig eint sich mein Ruf eures Tosens Gewalt!
O Wald, o Fels, o Strom, euch bet' ich staunend an!
Funkelndes Sternenheer, empor zu dir schwingt sich mein Wunsch;
Das bange Sehnen einer Seele, die lechzet nach dem Glück, das sie floh.


SIEBZEHNTE SZENE
Rezitativ und Jagd

MEPHISTO
zu Faust auf den Felsen steigend
An dem blauen Himmel schautest du wohl gar der treuen Liebe Stern? Es könnt' sein, Einfluss, Freundchen, grad' jetzt uns wohl nützen! Denn du träumst ruhig hier und dort das arme Kind, Margarete -

FAUST
O, schweig!

MEPHISTO
Natürlich sollt' ich schweigen: Du liebst nicht mehr! Und doch - geschleppt zum dumpfen Kerker, und als Mörd'rin der Mutter zum Tode verurteilt -

FAUST
Wie!

MEPHISTO
Die Hörner der Jäger erschallen im Wald.

FAUST
Vollende! Hört' ich recht? - Margarete in Haft!

MEPHISTO
Ein bräunliches Getränke, ein ganz unschuld'ges Gift, das sie von dir erhielt, die Mutter einzuschläfern, wenn Nachts euch die Liebe berauscht', ist am Unglücke schuld! Süsse Freuden ersehnend, jede Nacht dich erwartend, gab sie es ihr stets. Einmal reicht' sie zu viel und den Tod gab's der Alten. Nun, verstehst du wohl jetzt?

FAUST
Himmel und Hölle!

MEPHISTO
Und dahin hat die Liebe für dich sie gebracht!

FAUST
Rette sie! Eile, hilf ihr, Verworf'ner!

MEPHISTO
Ha! bin ich jetzt der Schuld'ge? Wie feige und erbärmlich die Menschen doch sind! - Was liegt d'ran! - Wohl hab' ich Macht genug, diesen Kerker zu öffnen. - Doch, was empfing ich schon von Dir für diesen Dienst?

FAUST
Was forderst du?

MEPHISTO
Von dir? - Nur ein paar kurze Worte hier auf dies Pergament. Ich rette Margarete sofort, wenn du schwörst und den Pakt du unterschreibst, dass morgen du mir dienst.

FAUST
Was kümmert mich das Morgen, wenn heute ich leide. Nimm hin! Er unterzeichnet. Die Unterschrift! - Ohne Zögern nun eilen wir zum Kerker sogleich. - O unsagbares Wehe! - Margarete zu dir!

MEPHISTO
Zu mir, Vortex, Giaour! Steigt auf dieses Pferd, schnell fliegt es wie der Blitz. Und nun, fort, im Galopp, denn das Blutgericht säumt nicht!


ACHTZEHNTE SZENE

Die Höllenfahrt
Faust und Mephisto auf schwarzen Rossen dahinbrausend

FAUST
Schmerzlich tönt mir ins Herz der Armen wehvoll Klagen! - O schmählich Verlass'ne!

CHOR VON LANDLEUTEN
vor einem Kreuze auf dem Felde knieend
Sancta Maria, ora pro nobis!
Sancta Magdalena, ora pro nobis!

FAUST
O störe nicht die Kinder und Frauen, die betend knien vor dem Kreuz!

MEPHISTO
Was geht's uns an? Fort, vorbei!

CHOR
Sancta Margarita - ah!
Frauen und Kinder stürzen entsetzt davon

FAUST
Gott, ein grauenvoll Gespenst folget heulend uns nach!

MEPHISTO
Du träumest!

FAUST
Was will dort der nächt'gen Vögel
Schwarm? - Hörst du den Schrei? Ihre Schwingen mich peitschen!

MEPHISTO
sein Ross bändigend
Die Todtenglocke hör' ich schon erklingen für sie Hast du Furcht? Kehr'n wir um!
Sie halten an

FAUST
Vorwärts, nur fort, zu ihr!
Die Rosse stürmen rascher dahin

MEPHISTO
sein Ross antreibend
Hop! Hop! Hop!

FAUST
Schau, dort rings um uns her ein unendlich Gedränge, tanzend Totengebein mit grässlich hohlem Grinsen schlüpfet nickend vorbei!

MEPHISTO
Hop! Jetzt gilt es, sie zu retten. Lach' des Geisterspuck's! Hop! Hop!

FAUST
in wachsendem Grauen, atemlos
Die Rosse sie schaudern, sie sträuben die Mähnen, zerreissen den Zaum! Ich fühle, o Graus, erbeben die Erde, und furchtbarer Donner rollt wild in der Tiefe!

MEPHISTO
Hop! Hop!

FAUST
Es regnet Blut! - -

MEPHISTO
mit donnernder Stimme
Der Hölle mächt'ge Scharen, lasst dröhnend eure Siegestrompeten schallen; denn er ist mein!
Sie stürzen in einen Abgrund

FAUST
Entsetzlich! Ha!

MEPHISTO
Sieger bin ich!


NEUNZEHNTE SZENE
Hölle, Chor in einer unbekannten Sprache

CHOR DER TEUFEL UND DER VERDAMMTEN
Has! Irimiru Karabrao! Has! Has! Has!

DIE FÜRSTEN DER FINSTERNIS
Mephisto, bist du Gebieter
Und Sieger über diese so stolze Seele
Für immer?

MEPHISTO
Ich bin ihr Gebieter für immer!

DIE FÜRSTEN DER FINSTERNIS
Faust hat also freiwillig die entscheidende Urkunde
Unterzeichnet, die ihn dem Feuer überliefert?

MEPHISTO
Er unterschrieb freiwillig.

CHOR
Has! Has!

Die Teufel tragen Mephistopheles im Triumphzug

CHOR
Tradioun marexil fir tru dinxé burrudixé.
Fory my dinkorlitz,
O mérikariu! O mévix~! Mérikariba!
O mérikariu! o mi dara caraibo lakinda, merondor dinkorlitz,
Merondor dinkorlitz, merondor.
Tradioun marexil,
Tradioun burrudixé,
Trudinxe caraibo.
Fir ome vixe merondor
Mit aysko, merondor, mit aysko! oh! oh!

Die Teufel tanzen um Mcphistopheles

Diff! diff! merondor, merondor aysko!
Has! Has! Satan! has! has! Belphégor!
Has! has! Méphisto!
Has!has! Kroix!
Diff! diff! Astaroth!
Diff! diff! Belzébuth!
Belphégor! Astaroth! Méphisto!
Sat, sat rayk ir kimour.
Has! has! Méphisto!
Has! has! Méphisto!
Has! has! has.
Irirniru karabrao.


ZWANZIGSTE SZENE
Epilog auf der Erde

EINE STIMME
Also schwieg die Hölle.
Nur das schreckliche Brodeln
Ihrer grossen Flammenmeere
Und das Zähneknirschen derer,
Die die Seelen martern,
War noch zu hören,
Und in ihren Tiefen
Vollzog sich
Ein schauderhaftes Geheimnis.

HALBCHOR
Wehe, wehe!


EINUNDZWANZIGSTE SZENE
Himmel

Seraphim, sich vor dem Allerhöchsten beugend

CHOR DER HIMMLISCHEN GEISTER
Laus! Laus! Hosanna! Hosanna!
Herr, sie hat sehr geliebt.

EINE STIMME
Margarete!

Margaretes Apotheose

CHOR
Steig' auf zum Himmel, kindliche Seele,
Die die Liebe in die Irre leitete;
Nimm deine frühere Schönheit wieder an,
Die ein Irrtum entstellte.
Komm, die himmlischen Jungfrauen,

CHOR DER HIMMLISCHEN GEISTER UND CHOR DER KINDER
Komm, die himmlischen Jungfrauen
Deine Schwestern, die Seraphim,
Werden deine Tränen trocknen,
Die die Erdensorgen dir noch hervorquellen lassen.
Bewahre die Hoffnung,
Und lächle dem Glück zu.
Komm, Margarete!

EINE STIMME
Margarete!

CHOR
Komm, Margarete!
Komm! Komm! Komm! Komm!

Personnages:
MARGUERITE (mezzo-soprano)
FAUST (ténor)
MÉPHISTOPHÉLÈS (basse ou baryton)
BRANDER (basse)
Chœurs



PREMIÈRE PARTIE

SCÈNE I
Plaines de Hongrie

FAUST
seul dans les champs au lever du soleil
Le vieil hiver a fait place au printemps;
La nature s’est rajeunie;
Des cieux la coupole infinie
Laisse pleuvoir mille feux éclatants.
Je sens glisser dans l’air la brise matinale;
De ma poitrine ardente un souffle pur s’exhale.
J’entends autour de moi le réveil des oiseaux,
Le long bruissement des plantes et des eaux.
Oh! qu’il est doux de vivre au fond des solitudes,
Loin de la lutte humaine et loin des multitudes!


SCÈNE II
Ronde des paysans

CHŒUR
Les bergers laissent leurs troupeaux;
Pour la fête ils se rendent beaux;
Fleurs des champs et rubans sont leur parure;
Sous les tilleuls, les voilà tous,
Dansant, sautant comme des fous.
Ha! ha! ha! ha! Landerira!
Suivez donc la mesure!

Ha! ha! ha! ha! Landerira!
Tra la la la la la la la! Ha! ha!

FAUST
Quels sont ces cris? quel est ce bruit lointain?

CHŒUR
Tra la la la la la la la! Ha! ha!

FAUST
Ce sont des villageois, au lever du matin,
Qui dansent en chantant sur la verte pelouse.
De leurs plaisirs ma misère est jalouse.

CHŒUR
Ils passaient tous comme l’éclair,
Et les robes volaient en l’air;
Mais bientôt on fut moins agile:
Le rouge leur montait au front;
Et l’un sur l’autre dans le rond.
Ha! ha! ha! ha! Landerira!
Tous tombaient à la file.
Ha! ha! ha! ha! Landerira!
"Ne me touchez donc pas ainsi!"
à demi-voix
"– Paix! ma femme n’est point ici!
Profitons de la circonstance!"
Dehors il l’emmena soudain,
Et tout pourtant allait son train.
Ha! ha! ha! ha! Landerira!
La musique et la danse.
Ha! ha! ha! ha! Landerira!
Tra la la la la la la la! Ha! ha!


SCÈNE III
Une autre partie de la plaine. Une armée qui s’avance

FAUST
Mais d’un éclat guerrier les campagnes se parent.
Ah! les fils du Danube aux combats se préparent!
Avec quel air fier et joyeux
Ils portent leur armure! et quel feu dans leurs yeux!
Tout cœur frémit à leur chant de victoire;
Le mien seul reste froid, insensible à la gloire.


Marche hongroise
Les troupes passent. Faust s’éloigne


DEUXIÈME PARTIE

SCÈNE IV
Nord de l’Allemagne

FAUST
seul dans son cabinet de travail
Sans regrets j’ai quitté les riantes campagnes
Où m’a suivi l’ennui;
Sans plaisirs je revois nos altières montagnes;
Dans ma vieille cité je reviens avec lui.
Oh! je souffre! et la nuit sans étoiles,
Qui vient d’étendre au loin son silence et ses voiles,

Ajoute encore à mes sombres douleurs.
Ô terre! pour moi seul tu n’as donc pas de fleurs!
Par le monde, où trouver ce qui manque à ma vie?
Je chercherais en vain, tout fuit mon âpre envie!

Allons! il faut finir!... Mais je tremble... Pourquoi
Trembler devant l’abîme entr’ouvert devant moi?
Ô coupe trop longtemps à mes désirs ravie,
Viens, viens, noble cristal, verse-moi le poison
Qui doit illuminer ou tuer ma raison.

Il porte la coupe à ses lèvres. Sons des cloches. Chants religieux dans l’église voisine

Chant de la Fête de Pâques

CHŒUR
Christ vient de ressusciter!

FAUST
Qu’entends-je ?

CHŒUR
Quittant du tombeau
Le séjour funeste,
Au parvis céleste
Il monte plus beau.
Vers les gloires immortelles
Tandis qu’il s’élance à grands pas,
Ses disciples fidèles
Languissent ici-bas.
Hélas! c’est ici qu’il nous laisse
Sous les traits brûlants du malheur.
Ô divin Maître! ton bonheur
Est cause de notre tristesse.
Ô divin Maître! tu nous laisses
Sous les traits brûlants du malheur.

FAUST
Ô souvenirs!

CHŒUR
Christ vient de ressusciter!
Hosanna!

FAUST et CHŒUR
ensemble

FAUST
avec le chœur
Ô mon âme tremblante!
Sur l’aile de ces chants vas-tu voler aux cieux?
La foi chancelante
Revient, me ramenant la paix des jours pieux,
Mon heureuse enfance,
La douceur de prier,

CHŒUR
Quittant du tombeau
Le séjour funeste,
Au parvis céleste
Il monte plus beau.
Vers les gloires immortelles
Tandis qu’il s’élance à grands pas,

FAUST
avec le chœur
La pure jouissance
D’errer et de rêver
Par les vertes prairies,
Aux clartés infinies
D’un soleil de printemps!

CHŒUR
Ses disciples fidèles
Languissent ici-bas.

FAUST
avec le chœur
Ô baiser de l’amour céleste
Qui remplissais mon cœur de doux pressentiments
Et chassais tout désir funeste!

CHŒUR
Mais croyons en sa parole éternelle,
Nous le suivrons un jour
Au céleste séjour
Où sa voix nous appelle.
Hosanna! Hosanna! Hosanna!

FAUST
seul
Hélas! doux chants du ciel, pourquoi dans sa poussière
Réveiller le maudit? Hymnes de la prière,
Pourquoi soudain venir ébranler mon dessein?
Vos suaves accords rafraîchissent mon sein.
Chants plus doux que l’aurore
Retentissez encore,
Mes larmes ont coulé, le ciel m’a reconquis.


SCÈNE V

MÉPHISTOPHÉLÈS
apparaissant brusquement
Ô pure émotion! Enfant du saint parvis!
Je t’admire, docteur! Les pieuses volées
Des ces cloches d’argent
Ont charmé grandement
Tes oreilles troublées!

FAUST
Qui donc es-tu, toi dont l’ardent regard
Pénètre ainsi que l’éclat d’un poignard,
Et qui, comme la flamme,
Brûle et dévore l’âme?

MÉPHISTOPHÉLÈS
Vraiment pour un docteur, la demande est frivole!
Je suis l’esprit de vie, et c’est moi qui console.
Je te donnerai tout, le bonheur, le plaisir,
Tout ce que peut rêver le plus ardent désir!

FAUST
Eh bien! pauvre démon, fais-moi voir tes merveilles!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Certes! j’enchanterai tes yeux et tes oreilles.
Au lieu de t’enfermer, triste comme le ver
Qui ronge tes bouquins, viens! suis-moi! change d’air!

FAUST
J’y consens.

MÉPHISTOPHÉLÈS
Partons donc pour connaître la vie.
Et laisse le fatras de la philosophie!

Ils disparaissent dans les airs


SCÈNE VI
La cave d’Auerbach à Leipzig

BUVEURS
À boire encor! du vin
Du Rhin!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Voici, Faust, un séjour de folle compagnie.
Ici vins et chansons réjouissent la vie.

Chœur de buveurs

BUVEURS
Oh! qu’il fait bon, quand le ciel tonne,
Rester près d’un bol enflammé,
Et se remplir comme une tonne,
Dans un cabaret enfumé!
J’aime le vin et cette eau blonde
Qui fait oublier le chagrin.
Quand ma mère me mit au monde
J’eus un ivrogne pour parrain.

Oh! qu’il fait bon, quand le ciel tonne, etc.

QUELQUES BUVEURS
Qui sait quelque plaisante histoire?
En riant le vin est meilleur.

AUTRES BUVEURS
À toi, Brander!

QUELQUES BUVEURS
Il n’a plus de mémoire!

BRANDER
ivre
J’en sais une, et j’en suis l’auteur.

BUVEURS
Eh bien donc! vite!

BRANDER
Puis qu’on m’invite,
Je vais vous chanter du nouveau.

BUVEURS
Bravo! bravo!

Chanson de Brander

BRANDER
Certain rat, dans une cuisine
Établi, comme un vrai frater,
S’y traitait si bien que sa mine
Eût fait envie au gros Luther.
Mais un beau jour le pauvre diable,
Empoisonné, sauta dehors
Aussi triste, aussi misérable
Que s’il eût eu l’amour au corps!

BUVEURS
Que s’il eût eu l’amour au corps!

BRANDER
Il courait devant et derrière;
Il grattait, reniflait, mordait,
Parcourait la maison entière;
La rage à ses maux ajoutait,
Au point qu’à l’aspect du délire
Qui consumait ses vains efforts,
Les mauvais plaisants pouvaient dire:
Ce rat a bien l’amour au corps!

BUVEURS
Ce rat a bien l’amour au corps!

BRANDER
Dans le fourneau le pauvre sire
Crut pourtant se cacher très bien;
Mais il se trompait, et le pire,
C’est qu’on l’y fit rôtir enfin.
La servante, méchante fille,
De son malheur rit bien alors!
Ah! disait-elle, comme il grille!
Il a vraiment l’amour au corps!

BUVEURS
Il a vraiment l’amour au corps!
Requiescat in pace. Amen.

BRANDER
Pour l’Amen une fugue! une fugue, un choral!
Improvisons un morceau magistral!

MÉPHISTOPHÉLÈS
bas à Faust
Écoute bien ceci ! nous allons voir, docteur,
La bestialité dans toute sa candeur.

Fugue
sur le thème de la chanson de Brander

BRANDER et BUVEURS
Amen, amen, amen etc.

MÉPHISTOPHÉLÈS
Vrai Dieu, messieurs, votre fugue est fort belle,
Et telle
Qu’à l’entendre on se croit aux saints lieux!
Souffrez qu’on vous le dise:
Le style en est savant, vraiment religieux;
On ne saurait exprimer mieux
Les sentiments pieux
Qu’en terminant ses prières l’Église
En un seul mot résume. Maintenant,
Puis-je à mon tour riposter par un chant
Sur un sujet non moins touchant
Que le vôtre?

BUVEURS
Ah ça! mais se moque-t-il de nous?
Quel est cet homme?
Oh! qu’il est pâle, et comme
Son poil est roux!
N’importe! Volontiers! Autre chanson! À vous!

Chanson de Méphistophélès

MÉPHISTOPHÉLÈS
Une puce gentille
Chez un prince logeait.
Comme sa propre fille,
Le brave homme l’aimait,
Et, l’histoire l’assure,
À son tailleur, un jour,
Lui fit prendre mesure
Pour un habit de cour.

L’insecte, plein de joie,
Dès qu’il se vit paré
D’or, de velours, de soie,
Et de croix décoré,
Fit venir de province
Ses frères et ses sœurs
Qui, par ordre du prince,
Devinrent grands seigneurs.

Mais ce qui fut bien pire,
C’est que les gens de cour,
Sans en oser rien dire,
Se grattaient tout le jour.
Cruelle politique!
Ah! plaignons leur destin,
Et, dès qu’une nous pique,
Écrasons-la soudain!

BUVEURS
Bravo! bravo! bravo!
Ha! ha! bravo! bravissimo!
Oui, écrasons-la soudain!

FAUST
Assez! fuyons ces lieux, où la parole est vile,
La joie ignoble et le geste brutal!
N’as-tu d’autres plaisirs, un séjour plus tranquille
À me donner, toi, mon guide infernal?

MÉPHISTOPHÉLÈS
Ah! ceci te déplaît? suis-moi!

Ils partent dans les airs


SCÈNE VII
Bosquets et prairies du bord de l’Elbe

Air de Méphistophélès

MÉPHISTOPHÉLÈS
Voici des roses,
De cette nuit écloses.
Sur ce lit embaumé,
Ô mon Faust bien-aimé,
Repose!
Dans un voluptueux sommeil
Où glissera sur toi plus d’un baiser vermeil,
Où des fleurs pour ta couche ouvriront leurs corolles,
Ton oreille entendra de divines paroles.
Écoute! écoute! Les esprits de la terre et de l’air
Commencent pour ton rêve un suave concert.

Chœur de gnomes et de sylphes - Songe de Faust

GNOMES ET SYLPHES
Dors, dors, heureux Faust;
Bientôt, oui, bientôt, sous un voile
D’or et d’azur, heureux Faust,
Tes yeux vont se fermer,
Au front des cieux va briller ton étoile,
Songes d’amour vont enfin te charmer.

De sites ravissants
La campagne se couvre,
Et notre œil y découvre
Des fleurs, des bois, des champs,
Et d’épaisses feuillées,
Où de tendres amants
Promènent leurs pensées.

MÉPHISTOPHÉLÈS
avec le chœur
Heureux Faust,
Bientôt, sous un voile
D’or et d’azur, tes yeux vont se fermer.

GNOMES ET SYLPHES
Mais plus loin sont couverts
Les longs rameaux des treilles
De bourgeons, pampres verts,
Et de grappes vermeilles.

FAUST
avec le chœur
Ah! sur mes yeux
Déjà s’étend un voile...

MÉPHISTOPHÉLÈS
avec le chœur
Au front des cieux
Va briller ton étoile.

GNOMES ET SYLPHES
Vois ces jeunes amants,
Le long de la vallée,
Oublier les instants
Sous la fraîche feuillée!
Une beauté les suit
Ingénue et pensive;
À sa paupière luit
Une larme furtive.
Faust, elle t’aimera.

MÉPHISTOPHÉLÈS
avec le chœur
Une beauté les suit.
Faust, elle t’aimera.

FAUST
endormi
Margarita!

MÉPHISTOPHÉLÈS, GNOMES et SYLPHES
Le lac étend ses flots
À l’entour des montagnes;
Dans les vertes campagnes
Il serpente en ruisseaux.

GNOMES ET SYLPHES
Là, de chants d’allégresse
La rive retentit. Ha!
D’autres chœurs là sans cesse
La danse nous ravit.
Les uns gaiement s’avancent
Autour des coteaux verts! Ha!
De plus hardis s’élancent
Au sein des flots amers.

FAUST
rêvant
Margarita! ô Margarita!

MÉPHISTOPHÉLÈS, GNOMES et SYLPHES
Le lac étend ses flots
À l’entour des montagnes;
Dans les vertes campagnes
Il serpente en ruisseaux.

GNOMES ET SYLPHES
Partout l’oiseau timide,
Cherchant l’ombre et le frais,
S’enfuit d’un vol rapide
Au milieu des marais.

MÉPHISTOPHÉLÈS
avec le chœur
Le charme opère; il est à nous!

GNOMES ET SYLPHES
Tous, pour goûter la vie,
Tous cherchent dans les cieux
Une étoile chérie
Qui s’alluma pour eux.
C’est elle, si belle,
Qu’Amour te destina.
Dors, dors, dors, heureux Faust, dors, dors!

FAUST
avec le chœur
Margarita!

MÉPHISTOPHÉLÈS
avec le chœur
C’est bien, c’est bien, jeunes esprits,
Je suis content de vous.
Bercez, bercez son sommeil enchanté!

Ballet des sylphes

Les esprits de l’air se balancent quelque temps en silence autour de Faust endormi et disparaissent peu à peu

FAUST
s’éveillant en sursaut
Margarita!
Qu’ai-je vu ! qu’ai-je vu!
Quelle céleste image! quel ange
Au front mortel!
Où le trouver? Vers quel autel
Traîner à ses pieds ma louange?

MÉPHISTOPHÉLÈS
Eh bien! il faut me suivre encor
Jusqu’à cette alcôve embaumée
Où repose ta bien-aimée.
À toi seul ce divin trésor!
Des étudiants voici la joyeuse cohorte
Qui va passer devant sa porte;
Parmi ces jeunes fous, au bruit de leurs chansons,
Vers ta beauté nous parviendrons.
Mais contiens tes transports et suis bien mes leçons.


SCÈNE VIII

Final

Chœur d’étudiants et de soldats marchant vers la ville

Chœur de soldats

SOLDATS
Villes entourées
De murs et remparts,
Fillettes sucrées,
Aux malins regards,
Victoire certaine
Près de vous m’attend;
Si grande est la peine,
Le prix est plus grand.
Au son des trompettes,
Les braves soldats
S’élancent aux fêtes
Ou bien aux combats;
Fillettes et villes
Font les difficiles;
Bientôt tout se rend.
Si grande est la peine,
Le prix est plus grand.

Chanson d’étudiants

ÉTUDIANTS
Jam nox stellata velamina pandit;
Nunc, nunc bibendum et amandum est!
Vita brevis fugaxque voluptas.
Gaudeamus igitur, gaudeamus!
Nobis subridente luna, per urbem quaerentes puellas eamus!
Ut cras, fortunati Caesares, dicamus:
Veni, vidi, vici!
Gaudeamus igitur!

Chœur de soldats et chanson des étudiants ensemble

SOLDATS
Villes entourées, etc

ÉTUDIANTS, FAUST et MÉPHISTOPHÉLÈS
avec les étudiants

Jam nox stellata, etc.


TROISIÈME PARTIE


SCÈNE IX
Tambours et trompettes sonnant la retraite

Air de Faust

Chambre de Marguerite. Le soir

FAUST
Merci, doux crépuscule! Oh! sois le bienvenu!
Éclaire enfin ces lieux, sanctuaire inconnu,
Où je sens à mon front glisser comme un beau rêve,
Comme le frais baiser d’un matin qui se lève.
C’est de l’amour, j’espère.
Oh! comme on sent ici
S’envoler le souci!
Que j’aime ce silence, et comme je respire
Un air pur!...
Ô jeune fille! ô ma charmante!
Ô ma trop idéale amante!
Quel sentiment j’éprouve en ce moment fatal!
Que j’aime à contempler ton chevet virginal!
Quel air pur je respire!
Seigneur! Seigneur!
Après ce long martyre,
Que de bonheur!

Faust, marchant lentement, examine avec une curiosité passionnée l’intérieur de la chambre de Marguerite


SCÈNE X

MÉPHISTOPHÉLÈS
accourant
Je l’entends!
à demi-voix
Sous ces rideaux de soie
Cache-toi.

FAUST
à demi-voix
Dieu! mon cœur se brise dans la joie!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Profite des instants.
Adieu, modère-toi,
Ou tu la perds.
Méphistophélès cache Faust sous les rideaux
Bien. Mes follets et moi
Nous allons vous chanter un bel épithalame.
Il sort

FAUST
Oh! calme-toi, mon âme!


SCÈNE XI
Entre Marguerite une lampe à la main. Faust caché

MARGUERITE
Que l’air est étouffant! J’ai peur comme une enfant.
C’est mon rêve d’hier qui m’a toute troublée...
En songe je l’ai vu... lui... mon futur amant.
Qu’il était beau! Dieu! j’étais tant aimée!
Et combien je l’aimais!
Nous verrons-nous jamais
Dans cette vie?...
Folie!...


Chanson gothique: Le roi de Thulé

MARGUERITE
elle chante en tressant ses cheveux
Autrefois un roi de Thulé,
Qui jusqu’au tombeau fut fidèle,
Reçut, à la mort de sa belle,
Une coupe d’or ciselé.
Comme elle ne le quittait guère,
Dans les festins les plus joyeux,
Toujours une larme légère
À sa vue humectait ses yeux.

Ce prince, à la fin de sa vie,
Lègue ses villes et son or.
Excepté la coupe chérie
Qu’à la main il conserve encor.
Il fait, à sa table royale,
Asseoir ses barons et ses pairs,
Au milieu de l’antique salle
D’un château que baignaient les mers.

Le buveur se lève et s’avance
Auprès d’un vieux balcon doré;
Il boit, et soudain sa main lance
Dans les flots le vase sacré.
Le vase tombe; l’eau bouillonne,
Puis se calme aussitôt après.
Le vieillard pâlit et frissonne:
Il ne boira plus désormais.
Elle se laisse tomber dans le fauteuil
Autrefois un roi de Thulé...
Qui jusqu’au tombeau... fut fidèle...
Profond soupir
Ah! Elle s’endort


SCÈNE XII
Une rue devant la maison de Marguerite

Évocation

MÉPHISTOPHÉLÈS
Esprits des flammes inconstantes,
Accourez! j’ai besoin de vous.
Accourez! accourez!
Follets capricieux, vos lueurs malfaisantes
Vont charmer une enfant et l’amener à nous.
Au nom du Diable, en danse!
Et vous, marquez bien la cadence,
Ménétriers d’enfer, ou je vous éteins tous.

Menuet des follets

Les follets exécutent des évolutions et des danses bizarres autour de la maison de Marguerite

MÉPHISTOPHÉLÈS
il fait le mouvement d’un homme qui joue de la vielle
Maintenant,
Chantons à cette belle une chanson morale,
Pour la perdre plus sûrement.

Sérénade
de Méphistophélès avec chœur de follets

MÉPHISTOPHÉLÈS
Devant la maison
De celui qui t’adore,
Petite Louison,
Que fais-tu dès l’aurore?
Au signal du plaisir,
Dans la chambre du drille,
Tu peux bien entrer fille,
Mais non fille en sortir.

Devant la maison, etc.

CHŒUR DE FOLLETS
Que fais-tu?
avec un éclat de rire sec et strident
Ha!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Il te tend les bras:
Près de lui tu cours vite.
Bonne nuit, hélas!
Ma petite, bonne nuit!

CHŒUR DE FOLLETS
Bonne nuit!

MÉPHISTOPHÉLÈS et FOLLETS
Près du moment fatal
Fais grande résistance,
S’il ne t’offre d’avance
Un anneau conjugal!
Il te tend les bras, etc. Ha!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Chut! disparaissez!
Les follets disparaissent
Silence! Allons voir roucouler nos tourtereaux.


SCÈNE XIII
Chambre de Marguerite

Final: Duo, Trio et Chœur

MARGUERITE
apercevant Faust
Grands Dieux!
Que vois-je! est-ce bien lui? dois-je en croire mes yeux?...

FAUST
Ange adoré dont la céleste image
Avant de te connaître illuminait mon cœur,
Enfin je t’aperçois, et du jaloux nuage
Qui te cachait encor mon amour est vainqueur.
Marguerite, je t’aime!

MARGUERITE
Tu sais mon nom? Moi-même
J’ai souvent dit le tien!
timidement
Faust!...

FAUST
Ce nom est le mien;
Un autre le sera, s’il te plaît davantage.

MARGUERITE
En songe je t’ai vu tel que je te revois.

FAUST
En songe!... tu m’as vu?

MARGUERITE
Je reconnais ta voix
Tes traits, ton doux langage...

FAUST
Et tu m’aimais?

MARGUERITE
Je... t’attendais.

FAUST
Marguerite adorée!

MARGUERITE
Ma tendresse inspirée
Était d’avance à toi.

FAUST
Marguerite est à moi!

MARGUERITE
avec Faust
Mon bien-aimé, ta noble et douce image, ...

FAUST
avec Marguerite
Ah! Ange adoré
Dont la céleste image ...

MARGUERITE, FAUST
ensemble
... Avant de te connaître, illuminait mon cœur !
Enfin je t’aperçois, et du jaloux nuage
Qui te cachait encor ton amour est vainqueur.

Avant de te connaître, illuminait mon cœur!
Enfin je t’aperçois, et du jaloux nuage
Qui te cachait encor ton/mon amour est vainqueur.

FAUST
avec élan
Marguerite, ô tendresse!

MARGUERITE
Je ne sais quelle ivresse...

FAUST
Cède à l’ardente ivresse...

MARGUERITE
... Dans ses bras me conduit.

FAUST
... Qui vers toi m’a conduit.
Marguerite, ô tendresse!

MARGUERITE
Je ne sais quelle ivresse...

FAUST
Cède à l’ardente ivresse...

MARGUERITE
... Brûlante enchanteresse
... Dans ses bras me conduit.

FAUST
... Qui vers toi m’a conduit.

MARGUERITE
Quelle langueur s’empare de mon être!

FAUST
Au vrai bonheur dans mes bras tu vas naître,
Viens!

MARGUERITE
Dans mes yeux...

FAUST
Viens!

MARGUERITE
... Des pleurs...
Tout s’efface... Je meurs... Tout s’efface...
Ah! je meurs...

FAUST
Viens! Viens! Viens!
Viens! Viens!


SCÈNE XIV

Trio et Chœur

MÉPHISTOPHÉLÈS
entrant brusquement
Allons, il est trop tard!

MARGUERITE
Quel est cet homme?

FAUST
Un sot.

MÉPHISTOPHÉLÈS
Un ami.

MARGUERITE
Son regard
Me déchire le cœur.

MÉPHISTOPHÉLÈS
Sans doute je dérange...

FAUST
Qui t’a permis d’entrer?

MÉPHISTOPHÉLÈS
Il faut sauver cet ange!
Déjà tous les voisins, éveillés par nos chants,
Accourent, désignant la maison aux passants;
En raillant Marguerite, ils appellent sa mère.
La vieille va venir...

FAUST
Que faire?

MÉPHISTOPHÉLÈS
Il faut partir!

FAUST
Damnation!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Vous vous verrez demain; la consolation
Est bien près de la peine.

MARGUERITE
Oui, demain, bien-aimé!
Dans la chambre prochaîne
Déjà j’entends du bruit.

FAUST
Adieu donc, belle nuit
À peine commencée!
Adieu, festin d’amour
Que je m’étais promis!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Partons, voilà le jour!

FAUST
Te reverrai-je encor,
Heure trop fugitive,
Où mon âme au bonheur allait enfin s’ouvrir!

VOISINS
dans la rue
Holà! mère Oppenheim, vois ce que fait ta fille!

MÉPHISTOPHÉLÈS
La foule arrive.

VOISINS
L’avis n’est pas hors de saison:
Un galant est dans ta maison...

MÉPHISTOPHÉLÈS
Hâtons nous de partir!

VOISINS
... Et tu verras dans peu s’accroître ta famille.
Holà!

MARGUERITE
Ciel!

VOISINS
Holà!

MARGUERITE
Ciel! entends-tu ces cris?
Devant Dieu, je suis morte
Si l’on te trouve ici!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Viens! on frappe à la porte!

FAUST
Ô fureur!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Ô sottise!

MARGUERITE
Adieu, adieu, par le jardin
Vous pouvez échapper.

FAUST
Ô mon ange! à demain!

MÉPHISTOPHÉLÈS
À demain! à demain!

Tous trois ensemble

FAUST
Je connais donc enfin tout le prix de la vie,
Le bonheur m’apparaît, il m’appelle et je vais le saisir.
L’amour s’est emparé de mon âme ravie,
Il comblera bientôt mon dévorant désir.

MÉPHISTOPHÉLÈS
Je puis donc à mon gré te traîner dans la vie,
Fier esprit! Le moment approche où je vais te saisir.
Sans combler ton dévorant désir,
L’amour en t’enivrant doublera ta folie.
Et le moment approche où je vais te saisir.

MARGUERITE
Ô mon Faust bien-aimé! Je te donne ma vie!
L’amour s’est emparé de mon âme ravie,
Il m’entraîne vers toi, te perdre, c’est mourir!

VOISINS
dans la rue
Un galant est dans ta maison, etc.

Holà! mère Oppenheim, etc.

QUATRIÈME PARTIE


SCÈNE XV
Chambre de Marguerite

Romance

MARGUERITE
seule
D’amour l’ardente flamme,
Consume mes beaux jours.
Ah! la paix de mon âme
A donc fui pour toujours!
Son départ, son absence
Sont pour moi le cercueil,
Et, loin de sa présence
Tout me paraît en deuil.
Alors ma pauvre tête
Se dérange bientôt,
Mon faible cœur s’arrête,
Puis se glace aussitôt.
Sa marche que j’admire,
Son port si gracieux,
Sa bouche au doux sourire,
Le charme de ses yeux,
Sa voix enchanteresse,
Dont il sait m’embraser,
De sa main la caresse,
Hélas! et son baiser,
D’une amoureuse flamme,
Consument mes beaux jours!
Ah! le paix de mon âme
A donc fui pour toujours!
Je suis à ma fenêtre,
Ou dehors, tout le jour,
C’est pour le voir paraître,
Ou hâter son retour.
Mon cœur bat et se presse
Dès qu’il le sent venir,
Au gré de ma tendresse
Puis-je le retenir!
Ô caresses de flamme!
Que je voudrais un jour
Voir s’exhaler mon âme
Dans ses baisers d’amour!

Tambours et trompettes sonnant la retraite. Chœurs de soldats et d’étudiants qui se font entendre dans le lointain

CHŒUR DE SOLDATS
derrière la scène
Au son des trompettes,
Les braves soldats
S’élancent aux fêtes
Ou bien aux combats.

MARGUERITE
Bientôt la ville entière au repos va se rendre...

SOLDATS
Si grande est la peine,
Le prix est plus grand.

MARGUERITE
Clairons, tambours du soir déjà se font entendre
Avec des chants joyeux,
Comme au soir où l’amour offrit Faust à mes yeux.

CHŒUR D’ÉTUDIANTS
dans le lointain
Jam nox stellata velamina pandit...

MARGUERITE
Il ne vient pas...

ÉTUDIANTS
Per urbem quaerentes puellas eamus!

MARGUERITE
Il ne vient pas,
Hélas!


SCÈNE XVI
Forêts et cavernes

Invocation à la nature

FAUST
seul
Nature immense, impénétrable et fière,
Toi seule donnes trêve à mon ennui sans fin.
Sur ton sein tout-puissant je sens moins ma misère,
Je retrouve ma force, et je crois vivre enfin.
Oui, soufflez, ouragans! Criez, forêts profondes!
Croulez, rochers! Torrents, précipitez vos ondes!

À vos bruits souverains ma voix aime à s’unir.
Forêts, rochers, torrents, je vous adore! Mondes
Qui scintillez, vers vous s’élance le désir
D’un cœur trop vaste et d’une âme altérée
D’un bonheur qui la fuit.


SCÈNE XVII

Récitatif et chasse

MÉPHISTOPHÉLÈS
gravissant les rochers
À la voûte azurée
Aperçois-tu, dis-moi, l’astre d’amour constant?
Son influence, ami, serait fort nécessaire,
Car tu rêves ici, quand cette pauvre enfant,
Marguerite...

FAUST
Tais-toi!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Sans doute il faut me taire,
Tu n’aimes plus! Pourtant en un cachot traînée,
Et pour un parricide à la mort condamnée...

FAUST
Quoi!

MÉPHISTOPHÉLÈS
J’entends des chasseurs qui parcourent les bois.

FAUST
Achève, qu’as-tu dit? Marguerite en prison?

MÉPHISTOPHÉLÈS
posément
Certaine liqueur brune, un innocent poison,
Qu’elle tenait de toi, pour endormir sa mère
Pendants vos nocturnes amours,
A causé tout le mal. Caressant sa chimère,
T’attendant chaque soir, elle en usait toujours.
Elle en a tant usé que la vieille en est morte.
Tu comprends maintenant!..

FAUST
Feux et tonnerre!

MÉPHISTOPHÉLÈS
En sorte
Que son amour pour toi la conduit...

FAUST
avec fureur
Sauve-la., sauve-la, misérable!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Ah! je suis le coupable!
On vous reconnaît là,
Ridicules humains! N’importe!
Je suis le maître encor de t’ouvrir cette porte;
Mais qu’as-tu fais pour moi
Depuis que je te sers?

FAUST
Qu’exiges-tu?

MÉPHISTOPHÉLÈS
De toi?
Rien qu’une signature
Sur ce vieux parchemin.
Je sauve Marguerite à l’instant, si tu jures
Et signes ton serment de me servir demain.

FAUST
Eh! que me fait demain quand je souffre à cette heure?
Donne!
Il signe
Voilà mon nom! Vers sa sombre demeure
Volons donc maintenant! Ô douleur insensée!
Marguerite, j’accours!

MÉPHISTOPHÉLÈS
À moi, Vortex! Giaour!
Sur ces deux noirs chevaux, prompts comme la pensée,
Montons et au galop! La justice est pressée.
Ils partent



SCÈNE XVIII
Plaines, montagnes et vallées

La course à l’abîme - Faust et Méphistophélès galopant sur deux chevaux noirs

FAUST
Dans mon cœur retentit sa voix désespérée...
Ô pauvre abandonnée!

PAYSANS
agenouillés devant une croix champêtre
Sancta Maria, ora pro nobis.
Sancta Magdalena, ora pro nobis.

FAUST
Prends garde à ces enfants, à ces femmes priant
Au pied de cette croix.

MÉPHISTOPHÉLÈS
Eh! qu’importe! en avant!

PAYSANS
Sancta Margarita...
cri d’effroi
Ah!!!
Les femmes et les enfants se dispersent épouvantés

FAUST
Dieux! un monstre hideux en hurlant nous poursuit!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Tu rêves!

FAUST
Quel essaim de grands oiseaux de nuit!
Quels cris affreux!... ils me frappent de l’aile!

MÉPHISTOPHÉLÈS
retenant son cheval
Le glas des trépassés sonne déjà pour elle.
As-tu peur? retournons! Ils s’arrêtent

FAUST
Non, je l’entends, courons!
Les chevaux redoublent de vitesse

MÉPHISTOPHÉLÈS
excitant son cheval
Hop! hop! hop!

FAUST
Regarde, autour de nous, cette ligne infinie
De squelettes dansant!
Avec quel rire horrible ils saluent en passant!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Hop! pense à sauver sa vie,
Et ris-toi des morts!
Hop! hop!

FAUST
de plus en plus épouvanté et haletant
Nos chevaux frémissent,
Leurs crins se hérissent,
Ils brisent leurs mors!
Je vois onduler
Devant nous la terre;
J’entends le tonnerre
Sous nos pieds rouler!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Hop! hop!

FAUST
Il pleut du sang!!!

MÉPHISTOPHÉLÈS
d’une voix tonnante
Cohortes infernales!
Sonnez, sonnez vos trompes triomphales,
Il est à nous! Ils tombent dans un gouffre

FAUST
Horreur! Ah!

MÉPHISTOPHÉLÈS
Je suis vainqueur!


SCÈNE XIX
Pandaemonium

Chœur en langue infernale

DAMNÉS ET DÉMONS
Has! Irimiru Karabrao!
Has! Has! Has!

LES PRINCES DES TÉNÈBRES
De cette âme si fière
À jamais es-tu maître et vainqueur, Méphisto?

MÉPHISTOPHÉLÈS
J’en suis maître à jamais.

LES PRINCES DES TÉNÈBRES
Faust a donc librement
Signé l’acte fatal qui le livre à nos flammes?

MÉPHISTOPHÉLÈS
Il signa librement.

DAMNÉS ET DÉMONS
Has! Has!
Les démons portent Méphistophélès en triomphe
Tradioun Marexil fir trudinxé burrudixé!
Fory my dinkorlitz.
O mérikariu! O mévixé! Méri kariba!
O mérikariu! O midara caraibo lakinda, merondor dinkorlitz, merondor
Tradioun marexil,
Tradioun burrudixé
Trudinxé caraibo.
Fir omévixé merondor.
Mit aysko, merondor, mit aysko! Oh!
Les démons dansent autour de Méphistophélès
Diff! Diff! merondor, merondor aysko!
Has! Has! Satan.
Has! Has! Belphégor,
Has! Has! Méphisto,
Has! Has! Kroïx
Diff! Diff! Astaroth,
Diff! Diff! Belzébuth, Belphégor, Astaroth, Méphisto!
Sat, satrayk irkimour.
Has! Has! Méphisto!
Has! Has! Has! Has!
Irimiru Karabrao!


EPILOGUE

Sur la terre

QUELQUES VOIX
Alors l’enfer se tut.
L’affreux bouillonnement de ces grands lacs de flammes,
Les grincements de dents de ses tourmenteurs d’âmes,
Se firent seuls entendre; et dans ses profondeurs,
Un mystère d’horreur s’accomplit.

PETIT CHŒUR
Ô terreurs!

Dans le ciel

CHŒUR D’ESPRITS CÉLESTES
Séraphins inclinés devant le Très-Haut
Laus! Laus! Hosanna! Hosanna!
Elle a beaucoup aimé, Seigneur!

SOPRANO SOLO
des hauteurs du ciel
Margarita!


Apothéose de Marguerite

CHŒUR D’ESPRITS CÉLESTES
Remonte au ciel, âme naïve
Que l’amour égara;
Viens revêtir ta beauté primitive
Qu’une erreur altéra.
Viens, les vierges divines,

CHŒUR D’ESPRITS CÉLESTES et CHŒUR D’ENFANTS
Viens, les vierges divines,
Tes sœurs, les Séraphines,
Sauront tarir les pleurs
Que t’arrachent encor les terrestres douleurs.
Conserve l’espérance
Et souris au bonheur.
Viens, Margarita, viens!

SOPRANO SOLO
Margarita!

ESPRITS CÉLESTES, ENFANTS
Viens, Margarita!

SOPRANO SOLO
Margarita!

ESPRITS CÉLESTES, ENFANTS
Viens!

SOPRANO SOLO
Margarita! Viens!

ESPRITS CÉLESTES, ENFANTS
Viens! Viens!
Viens!
Viens!

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Partitur

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Klavierauszug

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