Beatrice di Tenda

Beatrice di Tenda

Libretto

Felice Romani

Uraufführung

16. März 1833, Venedig (La Fenice)

Besetzung

FILIPPO MARIA VISCONTI, Herzog von Mailand, (Bariton)
BEATRICE DITENDA, seine Gattin (Sopran)
AGNESE DEL MAINO, Filippos Geliebte (Mezzosopran)
OROMBELLO, Signore di Ventimiglia (Tenor)
ANICHINO, sein Freund (Tenor)
RIZZARDO DEL MAINO, Bruder von Agnese, Vertrauter des Herzogs (Bass)

CHOR
Hofstaat, Richter, Offiziere, Bewaffnete

Ort

Im Kastell von Binasco

Zeit

1418

Bellini, Vincenzo

Bellini, Vincenzo (Salvatore Carmelo Francesco)
3.11.1801 Catania - 23.9.1835 Puteaux (Paris)


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Adelson e Salvini (12.2.1825 Napoli)
Bianca e Gernando (30.5.1826 Napoli)
Il pirata (27.10.1827 Milano)
Bianca e Fernando [rev. Bianca e Gernando] (7.4.1828 Genova)
La straniera (14.2.1829 Milano)
Zaira (16.5.1829 Parma)
I Capuleti e i Montecchi (11.3.1830 Venezia)
La sonnambula (6.3.1831 Milano)
Norma (26.12.1831 Milano)
Beatrice di Tenda (16.3.1833 Venezia)
I puritani di Scozia (24.1.1835 Paris)
rev = Bearbeitung



Beatrice von Tenda


ERSTER AKT
Beatrice hat durch ihre Mitgift und das Heer ihres ersten, verstorbenen Gatten, Facino Cane, Filippo zur Herzogswürde verholfen. Dieser ist ihrer längst überdrüssig, liebt die junge Agnese und will seine Gattin daher beseitigen. Agnese wiederum liebt heimlich Orombello, der sie verschmäht, weil er die Herzogin liebt. Die eifersüchtige Agnese lockt dieses Geheimnis aus ihm heraus, berichtet es dem Herzog und übergibt ihm Papiere, die Beatrices Untreue und Rebellionsversuche beweisen sollen. Als Orombello Beatrice seine Liebe erklärt, tritt der Herzog mit seinem Hofstaat ein und lässt beide wegen Ehebruchs und Verrats gefangennehmen.

ZWEITER AKT
Beatrice und Orombello stehen vor Gericht und werden nun zum Tode verurteilt, obwohl Orombello sein durch die Folter erzwungenes Geständnis widerruft und die Unschuld von Beatrice beteuert und sie gleichzeitig um Vergebung bittet. Agnese bereut und bittet Beatrice ebenfalls um Vergebung und muss im Hintergrund Orombellos klagende Stimme hören, der gerade zur Hinrichtung geführt wird. Beatrice verzeiht auch ihrer Feindin, die zusammenbricht, als sie sieht, wie die Herzogin würdevoll und endlich frei zum Schafott geht.
Agnese, amante di Filippo, in cuor suo innamorata di Orombello che a sua volta ama in segreto Beatrice, accusa costei di essere infedele al duca e di amare il cugino. Sconvolta dalla gelosia, con il duca non solo Agnese scopre insieme Beatrice e Orombello, ma produce pure alcune lettere di dubbia interpretazione, che costeranno ai presunti amanti la condanna. Orombello è infatti torturato ripetutamente e in un primo tempo confessa la colpa non commessa, poi ritratta; ma ciò non basta a evitare il supplizio. Il duca, incurante delle implorazioni della pentita Agnese e dei fedelissimi della moglie che reclamano la salvezza per l’amata contessa, decreta il patibolo per Beatrice e Orombello. La contessa, impavida e fiera, affronta la morte perdonando Agnese, sicura della propria innocenza e dell’amore divino.


Beatrice von Tenda


Personen:
FILIPPO MARIA VISCONTI, Herzog von Mailand
BEATRICE VON TENDA, seine Gemahlin
AGNESE DEL MAINO
OROMBELLO, Herr von Ventimiglia
ANICHINO, ehemaliger Minister des Facino Cane
RIZZARDO DEL MAINO, Agnesens Bruder

CHOR:
Höflinge, Richter, Bewaffnete, Hofdamen, Wachen

Die Handlung spielt im Castell Binasco, im Jahre 1418.

ERSTER AKT

ERSTE SZENE
Innere Halle im Schlosse Binasco.
Einige Höflinge. Filippo.


Nr. 1 - Introduktion

CHOR
Wie, Gebieter! das Fest der Freude
Wolltet Ihr so schnell verlassen?

FILIPPO
Lasst, o lasst mich! was dort ich sehe,
Muss ich fliehen, muss ich hassen!

CHOR
Beatrice?

FILIPPO
Ja! Wie drückend
Sind die Fesseln, die mich binden!
Meine Herrschaft beschränkt zu finden,
Lieb' und Treue ihr zu lügen,
Ihren Launen mich zu fügen,
Wenn aus ihr der Argwohn spricht!
Dieser Qual muss ich erliegen –
Nein, ich trag' es länger nicht!

CHOR
Ja, die Last ist schwer zu tragen!
Doch des Zwanges könnt Ihr Euch entheben!

FILIPPO
O wie gerne!

CHOR
Wer könnt' es wagen,
Euerm Wunsch zu widerstreben?
Nein nicht länger dürft Ihr schweigen,
Eilt, als Herrscher Euch zu zeigen!
Die Vasallen, die ihr dienen,
Könnten leicht sich sonst erkühnen,
Ihren Herzog zu verrathen,
Fielen treulos von Euch ab,
Pochend auf der Fürstin Staaten,
Die als Gattin sie Euch gab.

AGNESE
Wahn ist's, dass auf dem Throne
Des Lebens Glück Dir blühet.
Wenn uns die Liebe fliehet,
Kann uns kein Thron erfreu'n!

FILIPPO
Agnese! Wie treffend!

CHOR
In Eure Gefühle stimmt ihr Gesang mit ein.

AGNESE
Was mag das Herz beglücken
Fern von der Lieb' Entzücken?
Den Pfad mit Blumen schmücken
Kann Liebe nur allein!

FILIPPO
Auf meinen Wegen
Sprosst keine Blume der Freude!

CHOR
Eilt dem Glück entgegen!
Wagt nur die läst'gen Bande
Mit fester Hand zu trennen,
Dann werden alle Herzen
Liebend für Euch entbrennen.
Keine wird Euch verschmähen, –
Alle besieget Ihr.

FILIPPO
Alle? (Du holde Agnese!
Ach, Du genügtest mir.
Was Du mir bist, o Theure,
Kann nur mein Herz Dir sagen!
Du stillst des Kummers Plagen,
Linderst der Sehnsucht Schmerz.
Könnt' ich zum höchsten Throne
An meiner Hand Dich führen!
Doch keine Erdenkrone
Lohnte Dein edles Herz!)

CHOR
Lasst die Hoffnung nicht entschwinden,
Von dem Zwang Euch zu erretten.
Schmachtend bald in schönern Ketten,
Lächelt Euch die Lieb' auf's Neu!

FILIPPO und CHOR
Nicht verzagt! Vielleicht im Stillen
Ist das Glück mit mir / Euch im Bunde
Nütz' ich / Nützt Ihr nur die günst'ge Stunde,
Steht auch seine Gunst mir / Euch bei!

Alle ab.

ZWEITE SZENE
Agnesens Gemach.

OROMBELLO
So bin ich denn am neidenswerthen Orte,
Der, theure Beatrice, Dich umfängt;
Dich, die dem Himmel mir zum Trost entstiegen;
Der hat gnädig Gott die Wunderkraft geschenkt,
Das Zürnen meines Schicksals zu besiegen.
O Heissgeliebte! wie viel Schmerzensthränen
Entladest meinem Auge Du allein;
Ja, Du wirst ewig meines Herzens Sehnen,
Die Seele meines ganzen Lebens sein.
Den Himmel seh' ich sich vor mir erschliessen,
Blickst Du mich an, und lächelst Du mir zu;
Lass mich als Edens Engel Dich begrüssen,
Der Schutzgeist meines Daseins bist ja Du.
Ha! als ich Dich zum Erstenmal gesehen,
Und wonn'entflammt in's Antlitz Dir geschaut,
Da wagt' ich still »O liebe mich« zu flehen,
Doch stumm blieb Deiner Lippen süsser Laut.
Allein in Deinem Auge konnt ich lesen,
Was schüchtern mir verschwieg Dein holder Mund;
Da schien es mir, Du angebetet Wesen,
Als lächle mir das ganze Weltenrund.


DRITTE SZENE
Agnese, der Vorige.

Nr. 2 - Rezitativ und Duett

AGNESE
Saget, was soll dies Staunen?
Kommt doch näher!

OROMBELLO
Verzeihung!
Von fern vernahm ich – die holden Töne –
Und das Verlangen, zu wissen,
Wessen Hand sie entströmten,
Liess mich wagen – Verzeihung, Agnese!

AGNESE
Wie, Ihr entfernt Euch? O bleibet!
Kommt näher!

OROMBELLO
(O Gott!)

AGNESE
Ich bitte!
Und nur der Neugier dank' ich diese Freude,
Euch hier zu sehen?

OROMBELLO
(Was sag' ich ihr?)

AGNESE
Und war es kein and'res Sehnen?

OROMBELLO
Welch' and'res Sehnen?

AGNESE
Kann nicht in dieser Stunde,
Vertieft in Schwärmerei'n, ein fühlend Herz
noch wachen,
Und, unter Seufzern, der verschwieg'nen Laute
Ein theures Wort vertrauen, –
Den Namen Orombello?

OROMBELLO
Wie? Meinen Namen? Unmöglich

AGNESE
Weg mit Verstellung! Ihr müsst es wissen!

OROMBELLO
(O Himmel!)

AGNESE
Sah ich vielleicht am Hofe
Euch nie erscheinen? Drangen Eure Seufzer
Nie in mein Ohr?

OROMBELLO
(Was muss ich hören!)

AGNESE
Erst neulich verrieth mir Euer Auge,
Was Ihr empfindet. – Er liebet,
So sprach ich! Mehr als ein Andrer,
Ist er der Liebe würdig, –
Mehr als sein stolzer Nebenbuhler!

OROMBELLO
Was sagt Ihr?

AGNESE
Mag ihn Glanz und Hoheit auch umschweben!

OROMBELLO
(Gott, was hör' ich?)

AGNESE
Eitler Schimmer!
Eine Seele, Euch treu ergeben, –
Sie entsagt dem Glanz auf immer!
Hand in Hand mit Euch zu gehen,
Wäre ihr das höchste Glück.

OROMBELLO
(Alles darf ich ihr gestehen, –
Längst durchschaute mich ihr Blick.)

AGNESE
Nun, was sagt Ihr?

OROMBELLO
Agnese!

AGNESE
Gelangte
Nicht ein Blatt in Eure Hände?

OROMBELLO
Ja! – O lasst mich Euch vertrauen,
Ja, ich lieb', und diese Liebe
Ist mein Hoffen, ist mein Glück!

AGNESE
(Welch Geständniss, welch frohe Kunde
Tönet mir aus seinem Munde!)

OROMBELLO
Beatrice, Du mein Alles!

AGNESE
Himmel!

OROMBELLO
Agnese!

AGNESE
Ich bin verloren!

OROMBELLO
Weh! was that ich?

AGNESE
Für sie schlägt sein Herz!
Sie geliebet! ich verhöhnet,
Hintergangen! Unsel'ger Irrthum!

OROMBELLO
Ach, Erbarmen! Ihre Ehre, ihr Leben
Sind in Eure Hand gegeben!

AGNESE
Und mein Leben, meine Ehre
Kann nicht Deine Sorg' erregen?
Lass den Sturm, den Du erwecket,
Erst in meiner Brust sich legen, –
Diesen Schimpf mach' ungeschehen, –
Meiner Qual lass mich entgehen!
Dann vielleicht fühl' ich Erbarmen –
Dann vielleicht kann ich verzeih'n!

OROMBELLO
Nur Dein Herz hat Dich betrogen,
Darum magst Du mir vergeben
Gern, um Deine Qual zu lindern,
Gäb' ich selbst mein Blut, mein Leben.
Ach, umsonst hab' ich gerungen,
Von der Schönheit Reiz bezwungen, –
Drum verzeih', o hab' Erbarmen!
Liebe trägt die Schuld allein.

AGNESE
Schweige, schweige!

OROMBELLO
Ach nein!

AGNESE
Entfliehe!
Blutig soll ihr Schicksal enden!

OROMBELLO
Unglücksel'ge! – Ach, ihr Leben
Ruht allein in Deinen Händen.

AGNESE
Diesen Schimpf mach' ungeschehen, –
Meiner Qual lass mich entgehen!
Dann vielleicht fühl' ich Erbarmen,
Dann vielleicht kann ich verzeih'n!

OROMBELLO
Ach, umsonst hab' ich gerungen,
Von der Schönheit Reiz bezwungen!
Drum verzeih', o hab' Crbarmen!
Liebe trägt die Schuld allein.

Beide ab.


VIERTE SZENE
Ein Bosket im herzoglichen Garten.
Beatrice und ihre Frauen.


Nr. 3 - Chor und Kavatine

BEATRICE
Frei athm' ich hier! Im Schatten dieser Zweige,
Umweht von süssen Düften –
O wie erquickend scheint mir des Tages Strahl.

CHOR DER FRAUEN
Sieh', wie die Blüthen sich am Morgen
Mit neuem Glanz erheben!
So möge frei von Sorgen,
Neu sich Dein Herz beleben!

BEATRICE
Ach, meine Lieben!
Neigt, vom Sturme gebrochen, ihr Kelch sich nieder,
Dann erhebt keine Sonne die Blume wieder.
Dies ist mein Schicksal! so welkt, vom Sturm gebrochen,
Meine Blüthe dahin! – So nicht Filippo,
Wolltest Du mir vergelten, als ich Dich schützte,
Meine Liebe Dir schenkte, und meine Krone!

CHOR DER FRAUEN
Wahrheit ist's, was sie spricht!

BEATRICE
Welch Loos, Du Undankbarer! ward mir zum Lohne?
Nicht allein hab' ich dies Loos zu tragen,
Nicht allein vertraur' ich so mein Leben!
O mein Land! ich höre Deine Klagen!
Wessen Hand hab' ich Dich übergeben!
Solchem Jammer Dich zu weihen,
Traf mein Herz die rasche Wahl.

CHOR DER FRAUEN
(Seht, sie weinet!)

BEATRICE
(O meine Treuen!)

CHOR DER FRAUEN
(Klagt und seufzet –!)

BEATRICE
(O welche Qual!)
Auch die Meinen floh das Glück,
Dessen sie sich einst erfreut.
Und der Herrin Missgeschick
Ward für sie zu bitterm Leid!
Doch uns schützt des Ew'gen Hand,
Mild sein Auge auf uns ruht!
Wenn die Hoffnung uns entschwand,
Bleibt, zu dulden, uns der Muth.

CHOR DER FRAUEN
(Nicht verlassen bleibt für immer
Wer die Tugend sich erkor.
Bald hebt sie mit neuem Schimmer
Aus dem Dunkel ihn empor.)

Ab.

FÜNFTE SZENE
Filippo und Rizzardo.

Nr. 4 - Rezitativ und Duett

FILIPPO
Wohin kann sie entfliehen,
Dass nicht mein Auge sie
Erreichet? Geh, sie einzuholen.
Rizzardo ab.
Mein Zorn erwacht auf's Neue!
Und – dass sie mich verrathen,
Schmerzte mich so? wünschte ich es nicht schon lange?
Und die Beweise – sind sie mir nicht willkommen?


SECHSTE SZENE
Beatrice. Filippo

BEATRICE
Du hier, Filippo?

FILIPPO
Wo anders
Bist Du zu finden, als an düstern Orten,
Um Dein geheimes Treiben
Scheu zu verbergen?

BEATRICE
Ja! keine Zeugen
Will ich für meine Thränen!
Und Du, vor Allen Andern,
Sollst sie nicht schauen!
Denn schon seit langer Zeit sind sie Dir lästig.

FILIPPO
Nicht lästig hätt' ich sie gefunden,
Wenn Du die wahre Quelle
Mir nicht verschwiegen.

BEATRICE
Du kennst sie lange!
Und tiefer muss es mich schmerzen,
Dass Du Dich stellst, sie nicht zu kennen!

FILIPPO
Ich sollte sie nicht kennen!
So wisse! Dein heimlich Trachten,
Dein sträflich Sinnen, das Du zu bergen wähnest,
Les' ich auf Deiner Stirn', im Herzen, im Blicke.

BEATRICE
Du? mein sträflich Sinnen? und welches?

FILIPPO
Welches? – Unwürd'ge! Falschheit und Tücke!

BEATRICE
Falschheit und Tücke! Undankbarer!
Dies kannst Du selbst nicht wähnen!
Kummer, getäuschtes Sehnen,
Magst Du im Aug' mir lesen, –
Betrog'ner Hoffnung Thränen,
Gekränkter Liebe Schmerz.

FILIPPO
Wohl kenn' ich diese Liebe!
Du kannst sie nicht verhehlen!
Die kühne Brust beseelen
Der Herrschsucht stolze Triebe,
Und Schaam und Reue quälen
Dein schuldbelad'nes Herz.

BEATRICE
Filippo!

FILIPPO
Ja, Ungetreue!
Kein Schein soll mich mehr blenden!

BEATRICE
Filippo!

FILIPPO
Die sichern Proben
Hab' ich in meinen Händen!

BEATRICE
Filippo, halt' ein!!

FILIPPO
Zitt're! Sieh! Dein Verbrechen ist hier!

BEATRICE
Gott! – Wie, meine Siegel
Wagst Du zu verletzen?

FILIPPO
Ich? Ja!
Klagen empörter Knechte, –
Straflos kannst Du sie hören, –
Zürnst nicht, wenn freche Knaben
Der Treue Eid Dir schwören.
Und wagst mich anzuklagen
Als Schöpfer Deiner Plagen?
In Schuld so tief gesunken,
Nein, nein, – glaubt' ich Dich nicht!

BEATRICE
Klagen bedrängter Völker
Enthalten diese Schreiben, –
Wenn ich sie hört', Unseliger!
Würdest Du Herrscher bleiben?
Sage, sind dies die Gründe,
Dass ich so streng' Dich finde?
Liebst Du mich nicht, so achte mich,
Raub' mir die Ehre nicht!
Die Blätter, Filippo, o gieb sie mir wieder!
Vermeide die Schande.

FILIPPO
Umsonst ist Dein Flehen.

BEATRICE
Nein, keine Verräth'rin kannst Du in mir sehen.

FILIPPO
Ja, Alles verklagt Dich, die Schande trifft Dich.

BEATRICE
Filippo!

FILIPPO
Hinweg!

BEATRICE
Ich flehe in Thränen –
Gieb lieber den Tod mir.

FILIPPO
Erwarte ihn! Fort!

BEATRICE
Ha, Unmensch, Verleumder! Dein grausam Betragen
Ermuthigt mich wieder, – verstummet, ihr Klagen!
Die Unschuld soll Stärke und Kraft mir verleih'n.
Die Welt sei mein Zeuge, sie möge entscheiden,
Sie mag mich vertheid'gen, mir Richterin sein.

FILIPPO
Unwürd'ge, vertilge die Spur der Verbrechen,
Dann magst Du Dich brüsten, zu droh'n Dich erfrechen!
Verweg'ne, dann kannst Du von Schmach Dich befrei'n.
Die Welt soll es wissen, sie möge entscheiden,
Sie wird Dich verdammen, mir Rächerin sein!

Beide ab.


SIEBENTE SZENE
Entlegener Theil im Schlosse Binasco.
Eine Abtheilung Bewaffneter.



Nr. 5 - Soldatenchor

ERSTER CHOR
Nun, Ihr saht ihn?

ZWEITER CHOR
Ja, Verwirrung
Malte sich in seinen Zügen.

ERSTER CHOR
Und was sprach er?

ZWEITER CHOR
Durch die Gänge
Eilt er ängstlich, still, verschwiegen!

ERSTER CHOR
Wohin ging er?

ZWEITER CHOR
Wie ohne Absicht,
Schlich er an den Wänden hin!

ERSTER CHOR
Doch umsonst, – er mag sich hüten,
Seine Pläne verrathen ihn.

ALLE
Gleiche List lasst uns gebrauchen, –
Nichts vermag uns zu entgehen,
Lasst uns lauschen, lasst uns spähen,
Doch vermeidet den Verdacht.
Nein, so dunkel ist kein Schleier,
Unser Blick wird ihn durchdringen, –
Leicht fällt er in unsre Schlingen,
Glaubt er sich nur unbewacht!

Sie gehen ab.



ACHTE SZENE
Beatrice allein, dann Orombello.


Nr. 6 - Erstes Finale

BEATRICE
Hier will ich sie verbergen, des Schmerzes Thränen,
Des Kummers Klagen! Ach! könnt' ich, o Facino,
Auch Dir sie bergen, Dir, den kaum verschieden,
Die Gattin so bald vergessen, der meinen Jammer,
Des Leichtsinns Strafe schaut, und seine Rache.
Hast Du mich einst geliebet, o so vergieb,
Du Edler! Einsam, verlassen und hülflos,
Liess ich zu bald mich verblenden, –
Ach, allzuschwer büsst mein Herz für seine Schwäche!
Orombello tritt auf.
Alles fliehet vor mir!

OROMBELLO
O nein! Ein Freund ist nahe!

BEATRICE
Wen seh' ich? Orombello!
Du hier? – und heimlich!

OROMBELLO
Alle hör' ich jammern über Dein Schicksal,
Ich werde handeln! Nicht länger darfst Du zaudern,
Lass Deine Zweifel schwinden,
Benütze Deine Macht! Alle Provinzen
Hab' ich bereits durchzogen, und tausend Arme,
Dir treu ergeben, zu Deinem Schutz bewaffnet.
Komm und erhebe siegreich Facino's Banner,
Räche als Fürstin des Volks gekränkte Rechte,
Und Deine eig'ne Schmach!

BEATRICE
Sie ruft um Rache,
Und volle Rache soll ihr werden!
OROMBELLO
O Wonne! – Sobald es dunkelt,
Flieh'n wir aus diesen Mauern,
Tortona's Wälle nehmen schirmend
Uns auf! Harrend empfängt Dich
Der Getreuen tapfre Schaar. Gieb Dein Versprechen,
Durch keinen neuen Aufschub die That zu hindern.

BEATRICE
Ach, welchen Rath willst Du mir geben?

OROMBELLO
Noch kannst Du wanken?

BEATRICE
Nein, nicht Du darfst mich beschützen, –
Selbst den Schein muss ich vermeiden.

OROMBELLO
Welch ein Wort!

BEATRICE
Der Argwohn lauschet, –
Meine Ehre darf nicht leiden!

OROMBELLO
Deine Ehre?

BEATRICE
Mein Vertrauen
Gilt dem Neid für Gunst der Liebe;
Deiner Ehrfurcht zarte Triebe
Für geheimer Neigung Gluth!

OROMBELLO
Ja, ich weiss!

BEATRICE
Du? und kannst es dulden?

OROMBELLO
Allzuwahr ist das Gerücht!

BEATRICE
Welche Sprache?

OROMBELLO
O zürne nicht!

BEATRICE
Ha, verstumme! Ach, weh mir!

OROMBELLO
Seit mein Auge Dich gesehen,
Konnt' ich nimmer widerstehen!
Täglich wuchsen diese Flammen,
Nährten sich an Deinem Schmerz.
Kannst Du dies Gefühl verdammen,
Dann erliegt mein wundes Herz!

BEATRICE
Schweige! flieh'! Verweg'ner!
Wem, ach wem kann ich vertrau'n?

OROMBELLO
O Verzeihung!

BEATRICE
Fliehe!


NEUNTE SZENE
Vorige. Filippo, Rizzardo. Agnese mit Gefolge,
Anichino; dann Ritter, Frauen und Soldaten.


AGNESE
Siehst Du?

FILIPPO
Ha, Verräther!

BEATRICE, OROMBELLO
O Gott!

FILIPPO
Ihr seyd ertappt!
Wachen!

BEATRICE
Halt' ein!

FILIPPO
O schweige!
Hoffe nicht, mich zu bethören!
Dein Verbrechen –

BEATRICE
Mein Verbrechen
Lebet nur in Deinem Wahne,
Ach, ich kenne Dich!

FILIPPO
Auch Dich erkennet
Nun die Welt zu meiner Schmach!

OROMBELLO
(Sie ist verloren!)

BEATRICE
O schwarze Seele!

FILIPPO
Zeig' Dich schuldlos!

CHOR
(O Schreckenstag!)

BEATRICE
Meine Ehre willst Du mir rauben!
Schuldig kannst Du mich nicht finden!
Nein, die Welt, sie wird nicht glauben,
Was Verleumdung aus Dir spricht! –
Dass ich ihn zu mir erhoben,
Bringt Verderben mir und Schande!
Er zerreisst die zarten Bande,
Mir zum Fluch ward der Verein!

FILIPPO
Wehe mir, in solchen Händen
Ruhte einst mein Glück, mein Leben, –
Meine Ehre seh' ich schänden!
Schimpf und Schmach bleibt mir allein!

OROMBELLO
(Grosser Gott, welch schrecklich Leiden
Hat mein Wagniss ihr bereitet!
Gern wollt' ich vom Leben scheiden,
Könnt' ich sie von Schmach befrei'n!)

AGNESE
(Armes Herz! an seinen Qualen
Magst Du jubelnd Dich nun weiden!
Seinen Hohn will ich bezahlen!
Das Verderben harret sein.)

ANICHINO
Mit Gefahr des eig'nen Lebens
Wollt ich von der Schmach sie retten.
Meine Sorge war vergebens,
Das Verderben brach herein!

CHOR
Ach! zu ihrem Untergange
Hat sich alle Welt verschworen.
Grosser Gott, sie ist verloren!
Allzugern glaubt er dem Schein.

FILIPPO
Ihre Strafe zu erwarten,
Führt sie Beide in's Gefängniss.

BEATRICE
Und Du wagst es?

FILIPPO
Es ist beschlossen!

BEATRICE
O des Frevels!

OROMBELLO
Herzog, hört' mich!
Nur Verleumdung darf es wagen,
Eines Fehls sie anzuklagen!
Sie ist schuldlos –

FILIPPO
Nicht für ihr Verbrechen,
Für Dich selber magst Du sprechen.
Fort!

BEATRICE
Filippo! geh nicht weiter!
Ach, zu spät wirst Du's bereu'n.

FILIPPO
Fort! Gehorcht!

DIE ANDERN
Nichts kann sie retten,
Allzugern glaubt er dem Schein!

BEATRICE
Steht hier Niemand mir zur Seite,
Einem Weibe Schutz zu geben?
Will für mich im offnen Streite
Keiner seinen Arm erheben?
Nun, so hör' es, ew'ger Rächer!
Mein Vertrau'n setz' ich auf Dich!

OROMBELLO
Ach, ein Schwerdt nur lasst mir reichen
Rächend sei's im Kampf erhoben!
Und ich will mit blut'gen Streichen
Ihre Unschuld Euch erproben!
Ach, vergebens ist mein Wüthen!
Und die Edle fällt durch mich!

FILIPPO
Frevler, Euerm eitlen Grimme
Ueberlassen bleibt Ihr Beide, –
Fort, dass des Gerichtes Stimme
Ueber Euer Loos entscheide.
Eine Welt, des Spruches harrend,
Richtet ihren Blick auf mich!

AGNESE
Also rächt des Weibes Seele
Sich an einem Undankbaren!
Welche Mittel ich erwähle,
Sollst Du zitternd bald erfahren!
Unglückselig sind wir Beide,
Aber Du noch mehr als ich!

ANICHINO und CHOR
Dieser Adel in den Zügen,
Diese Gluth in ihren Blicken, –
Strafet die Verleumdung Lügen,
Muss den Argwohn unterdrücken.
Ihre Unschuld Du enthülle,
Ew'ger Gott, wir bau'n auf Dich!

ZWEITER AKT
Gerichtsaal im Schlosse Binasco. Wachen an den
Eingängen.


ERSTE SZENE
Filippo, Anichino und Soldaten.
Beatricens Damen und Höflinge.


FILIPPO
Von nun soll unbeschränkt über ihr Schicksal
Das Gesetz nur entscheiden!

ANICHINO
Und welch Gesetz wiche nicht Euerm Spruche?
Ach, ich beschwöre Euch, Herzog,
Bei Euerm Wohle! Bedenket doch die Folgen
Dieses Gerichts! Schon kam davon die Kunde
In die nahen Provinzen! Der Pöbel murret,
Und fühlet Mitleid!

FILIPPO
Mich soll dies nicht schrecken!
Die Thore von Binasco bleiben geschlossen
Bis zum nächsten Morgen! Keinem sei der Eintritt
In's Schloss gestattet! Wenn die bethörte Menge
In ihrem Abgott die Frevlerin erkennet,
Preis't sie als Recht, was jetzt Gewalt ihr dünket.

ANICHINO
Und wer vermag als Richter
Einen Ausspruch zu fällen,
Da, wo der Herzog die Klage führet?

FILIPPO
Genug! Spare Deine Worte –
Zu weit führt Dich Dein Eifer!
Die Sitzung beginnt!

ANICHINO
(O Himmel! ich bebe!)


ZWEITE SZENE
Vorige. Die Richter. Rizzardo. Filippo Damen und
Ritter. Agnese


Nr. 9 - Szene, Chor und Quintett

ANICHINO
(Ach! taub für meine Warnung
War Orombello! Meine Furcht hat sich bewährt!)

AGNESE
(Der Rach' ersehnte Stunde
Ist nun erschienen! Doch kann ich mich nicht freuen!
Tief regt in banger Angst sich mein Gewissen!)

FILIPPO
Wie, Richter, habt Ihr ernst'ren Grundes willen
Vor meinem Angesicht Euch noch versammelt;
Es gilt, zu richten heut so schwarze That,
Dass ich, der Herzog selbst, gezwungen ward,
Dem Spruch des Rechtes sie zu unterwerfen.
Wer auch die Schuld'ge sei, wer ihr Verkläger;
Lasst Eurem Spruch es keinen Eintrag thun;
Bedenkt nur Eins: dass ich ein Urtheil ford're,
Wie es der höchsten Macht im Staat gebührt.

RICHTER
Sei denn die Schuldige uns vorgeführt.


DRITTE SZENE
Vorige. Beatrice von Wachen umgeben.

CHOR DER RICHTER
Die Klage schwerer Frevel lastet
Auf Euerm Haupte. Ihr mögt vor dem Gerichte
Von der Schuld Euch befrei'n!

BEATRICE
Und wer gab Euch das Recht,
Ueber mich Gericht zu halten?
Wohin ich immer den Blick mag wenden,
Seh' ich in diesem Kreise nur meine Vasallen

FILIPPO
Und siehst Du nich
Den Herzog, den verrath'nen Gemahl?

BEATRICE
Einen Verräther, der meine Huld und Milde
Mit Undank lohnet, meine Liebe mit Schande!

FILIPPO
Du nennest Liebe – Verbindung
Mit den Feinden, – Empörung
Der Vasallen – und dann am Hofe
Die üppigen Gelage
Mit Zitherschlägern und frechen Harfenspielern?
Himmel! dies nennst Du Liebe?

BEATRICE
Schweige! – o schweige!
Jede Beschuldigung vernehm' ich unerschüttert,
Doch mein Herz empört die Klage
So niedern Frevels. O wag' es nicht, Filippo!
So schwer mich zu beschimpfen,
Lascari's Tochter, die Wittwe eines Helden!

CHOR DER RICHTER
Dein Mitgefang'ner
Nennet Dich schuldig! Bringt Orombello!

BEATRICE
O Himmel! verleih' mir Kraft und Stärke!

CHOR DER RICHTER
Hier ist er!


VIERTE SZENE
Vorige. Orombello mit Wachen.

AGNESE
(Weh mir! ach, wie elend
Ist der Arme durch meine Rache!)

OROMBELLO
Zu welcher neuen Qual will man mich führen?

CHOR DER RICHTER
Tritt näher! – Ihr gegenüber rede!
Bekräft'ge Dein Geständniss!

BEATRICE
Orombello!

OROMBELLO
Die Stimme, – sie ist es!
Und warum muss ich noch leben?

BEATRICE
Unglücksel'ger! Dein falsch Bekenntniss –
Welchen Vortheil konnt' es Dir geben?
Darfst Du hoffen, dass, wenn ich sterbe,
Sie vom Tode Dich befrei'n?
Du wirst sterben, als Verbrecher
Wird man Dich dem Tode weih'n!

OROMBELLO
Schon', o schone! – ach, wenn Du wüsstest –
Ja mir selber bin ich ein Gräuel!
Höllenqualen hab' ich erduldet,
Die kein Mensch vermag zu fassen, –
Und die Kraft, sie zu ertragen,
Musste endlich mich verlassen.
Nur der Schmerz hat mich bezwungen,
Das Geständniss mir entrungen.
Doch hier – hier in Deiner Nähe,
Wo den Tod ich vor mir sehe,
Werde laut vor allen Zeugen
Deine Unschuld offenbar.

BEATRICE
Dank, o Gott!

AGNESE
(Ha! mein Gewissen!)

ANICHINO
(Hört, o Herzog!)

FILIPPO
(Ich hör' den Frechen!)

CHOR DER RICHTER
Allzuweit bist Du gegangen!
Schweig' und zitt're!

OROMBELLO
Nimmer soll der Tod mich schrecken,
Wenn die Edle mir verzeiht!

CHOR DER RICHTER
Um die Wahrheit zu entdecken,
Steht die Folter noch bereit!

BEATRICE
Volle Sühnung hast Du gegeben –
Deine Schuld ist abgetragen!
Makellos schliesst sich mein Leben –
Und der Tod macht mich nicht zagen!
Möge huldvoll, wie ich vergeben,
Auch der Himmel Dir verzeih'n!

OROMBELLO
Du wirst leben! nein! die Vorsicht
Duldet nicht ein solch Verbrechen.
Nur an mir, dem Lebensmüden,
Mag sich Hass und Bosheit rächen.
O wie gern, da Du vergeben,
Duld' ich nun des Todes Pein!

FILIPPO und CHOR DER RICHTER
(Mächtig spricht in diesen Tönen
Eine Stimme mir zum Herzen!
Doch ich liesse mich versöhnen,
Rühren mich durch ihre Schmerzen?
Nein, hier walte nur die Strenge,
Fern soll uns das Mitleid sein!)

AGNESE und CHOR DER FRAUEN
(Das Geschick der Tiefgebeugten
Flösst mir Angst und Mitleid ein!)

FILIPPO
Weil der Schuld'ge widerrufet,
Wollt Ihr darum nicht entscheiden?

ANICHINO
Schenke Freiheit ihnen Beiden!

FILIPPO
Freiheit?

AGNESE
O Wonne!

CHOR DER RICHTER
Nein, unmöglich!
Das Gesetz sei nicht umgangen!
Um Gewissheit zu erlangen,
Tritt auf's Neu' die Folter ein!

ANICHINO, AGNESE und FRAUEN
(Welch Entsetzen!)

BEATRICE
(Ungeheuer!)

OROMBELLO
Ha, wer wagt's, sie zu verletzen?
Ew'ger Rächer, Deine Blitze
Schleud're Du auf sie herab!

CHOR DER RICHTER
Führet ihn zur Folter ab!

BEATRICE
Haltet! Haltet! – Ach nur zwei Worte!
Keine Klage sollst Du hören!
Dies bedenke: Es lebt ein Rächer!

FILIPPO und CHOR DER RICHTER
Strafe ziemet dem Verbrecher!
Ja, sie soll vollzogen sein!

BEATRICE
Komm', o Freund, uns winket Beiden
Ew'ger Lohn nach kurzen Leiden.
Frommer Muth – er wird besiegen
Folterqual und Todespein!

OROMBELLO
Ja, ich folge!

AGNESE
Ich muss erliegen!

ANICHINO
Keine Macht kann sie befrei'n!

FILIPPO und CHOR DER RICHTER
Kann die Reu' Euch nicht bewegen,
Das Geständniss abzulegen,
Nun so mag, es zu erzwingen,
Euch die Folter sich erneu'n!

AGNESE
Könnt' ich Rettung ihnen bringen!

ANICHINO und CHOR DER FRAUEN
Schützen kann sie Gott allein!

BEATRICE
Ist die Tugend hier auf Erden
Roher Willkühr übergeben,
Dann entsag' ich gern dem Leben,
Tod, Du sollst willkommen sein!

OROMBELLO und BEATRICE
Nein, mein Herz soll nicht erbeben,
Jenseits schwindet jede Pein!

Ab.


FÜNFTE SZENE
Filippo allein, dann Anichino, Damen und Höflinge.

Nr. 11 - Arie Filippo mit Chor

FILIPPO
Sie fühlt Gewissens bisse? Wenn ich sie nicht empfinde,
Wer dürft' es? Und wer sie fühlt, mag sie verbergen!
Sie mir zeigen, heisst mich verdammen! Ruhig und heiter
Will ich erscheinen. Bin ich's vielleicht? Kann ich es sein?
Nein! Von geheimen Grau'n bebt mir die Brust!
Ha! Gleich einem Nachtgespenst starrt es mich an!
Eine Grabesstimme – schaurig mir drohend,
Zittert durch die Lüfte! – Ist es Täuschung?
Traf nicht mein Ohr ein leises Jammern?
Sie ist es! sie selber, die von der Folter
Zum Kerker wanket! o halt' ein, bange Klage!
Ha! wer nahet?

ANICHINO
Mein Herzog! Beatrice bekannte nicht.
Doch die Versammlung verdammt sie zum Tode!
Nur noch Dein hoher Name
Fehlt hier auf diesem Blatte!

FILIPPO
Sie bekannte nicht?

ANICHINO
Die Unschuld beugt keine Marter.

CHOR
In Deiner Hand, Gebieter,
Ruht das Geschick der Armen,
O zeige Huld, Erbarmen, –
Ach höre unser Fleh'n!

FILIPPO
Nein! ich bin entschlossen,
Das verhängnissvolle Blatt, – ich will es unterschreiben!
Ha! unmöglich! Ich fühle mein Herz sich sträuben!
Als ein Flüchtling irrt' ich im Lande,
Sie erhob mich zu Glanz und Ehre!
Und ich lohn' ihr mit Schmach und Schande,
Ich bereite ihr – das Beil!
Flieh'n muss ich der Menschheit Blicke,
Die sich schaudernd von mir kehret.
Meine Ruhe ist zerstöret,
Und dahin mein ewig Heil!
Ja, sie lebe! – Welch' ein Lärm!
Ha, wer nahet? Geht und sehet!

CHOR DER FRAUEN
Welch' ein Schrecken?

FILIPPO
Sprecht!

CHOR
O Herr!
Lasst die Thore schnell verwahren!
Denn die alten Kriegerbanden,
Die im Sold Facino's standen,
Sammeln sich zu dichten Schaaren,
Um die Fürstin zu befrei'n!

FILIPPO
Und schon hört' ich des Mitleids Stimme,
War entschlossen, ihr zu verzeih'n?
Ja, das Urtheil sei vollzogen!

CHOR
Gnade, Herr! hört unser Flehen!

FILIPPO
Diese Kühnheit der wilden Menge
Stürzt die Schuld'ge in's Verderben;
Ihr Verbrechen, nicht meine Strenge,
Führet sie zum Blutgerüst!
Tief in's Grab mit ihr versinket
Jeder Kampf um Reich und Krone.
Ja, sie falle, – auf meinem Throne
Fasst der Raum uns Beide nicht!

CHOR
Höret doch den Ruf der Gnade,
Der zu Euerm Herzen spricht.

Alle ab.


SECHSTE SZENE
Vorhof zu den Gefängnissen des Schlosses.
Frauen und Diener der Beatrice. Schildwachen.


Nr. 12 - Zweites Finale

CHOR DER FRAUEN und DIENER
Sie betet!
Nichts soll die arme Dulderin
In ihrer Andacht stören!
Nie stiegen rein're Bitten
Auf zu des Himmels Sphären!
Nie blickte Gott hernieder
Auf ein so reines Herz,
Heilig durch frommen Glauben,
Und durch erlitt'nen Schmerz.
Mög' in der letzten Stunde
Treu sich ihr Muth bewähren,
Dass selbst des Todes Qualen
Nicht ihr Vertrauen stören.
Und ihre hohe Tugend,
Die mit verruchten Händen
Die Bosheit wagt zu schänden,
Besiegle ein frommer Tod.


SIEBTE SZENE
Vorige. Beatrice.

BEATRICE
Stumm war die Lippe!
Mit nie gekanntem Muthe stärkte mich
Der Himmel! und nichts bekannt' ich!
O Wonne! Ich besiegte den Schmerz! –
Ich sterbe, Ihr Freunde!
Doch ruhmvoll sterb' ich, und hell umstrahlet
Vom Glanze der Tugend. Nicht so jene Frevler!
Die mit der Bosheit Waffen die Unschuld verfolgen,
Ihr ruchloses Urtheil
Mag die Nachwelt bestrafen!

CHOR
So sei's! –

BEATRICE
Mein Tod bring' Filippo Schande,
Mein Blut, vom Beil vergossen,
Fall' auf des Frevlers Haupt!
Wer es auch sei, der zu meinem Sturze
Sich mit ihm verbunden!


ACHTE SZENE
Vorige. Agnese

AGNESE
Ha!

ALLE
Agnese!

AGNESE
Halt' ein! Lass Deine Zunge
Mich nicht verdammen! Im Stanb zu Deinen Füssen
Lass mich vor Reue, vor Angst vergehen!

BEATRICE
Agnese, Dich quälet Reue?

AGNESE
Ja, ew'ge Reue! Durch mich gehst Du zum Tode –
Ich liebte Orombello!

BEATRICE
Ha, was sagst Du?

AGNESE
Ich wähnte, er sei Dir theuer!
Ich schlich in Deine Zimmer,
Stahl Deine Briefe, und kaufte Dein Verderben
Mit meiner Ehre.

BEATRICE
Schändliche! –
Schweige, fliehe! meide meine Blicke
Dass in dieser Stunde,
Wo mein Leben sich endet,
Ein Fluch die Lippe nicht entweiht!

AGNESE
Erbarmen!

OROMBELLO
Ach, eine Engelsstimme
Dringet in diese Mauern.
Sie wehrt den Todesschauern,
Und – lehret mich verzeih'n!

AGNESE
Hört, er verzeiht!

BEATRICE
Lass uns in Frieden scheiden,
Da Dir sein Mund vergeben!
Mag Dir, versöhnt mit Beiden,
Die Ruhe sich erneu'n!

AGNESE
Dass ich mein Dasein trage,
Hast Du mir Kraft gegeben!
Ich will mein ganzes Leben
Nur weinen und bereu'n!

ANICHINO und CHOR
O Gott, sieh die Thränen,
Du wollest ihr verzeih'n.

BEATRICE
Was hör' ich?

AGNESE
Weh' mir!

BEATRICE
Ich sehe
Des Trauerzuges Nähe!


LETZTE SZENE
Vorige. Rizzardo mit Hellebardieren und Gerichtspersonen.

ALLE
Ach! die Hoffnung entschwand!

BEATRICE
Lasst meinen Muth jetzt nicht erliegen!
Nur noch ein Tropfen, ihr Freunde!
Und endlich ist er ausgetrunken
Dieser Kelch bitt'rer Leiden! –

ALLE
O nimm ihn, Allmächt'ger, o nimm ihn von ihr! –

BEATRICE
Ihn ganz zu leeren,
Hat Gott mir Kraft verliehen! –
Ich bin bereit!

AGNESE
Weh mir, ich sterbe!

BEATRICE
So lebt denn wohl!
Wenn man mir ein Grab vergönnet,
Lasst ein Blümchen ihm entblühen,
Betet dort auf Euern Knieen,
Für Filippo, nicht für mich! –
Dieser Armen mögt ihr verkünden,
Dass ich sterbend sie umarmet!
Lass, o Gott, sie Ruhe finden!
Ihrer Qual erbarme Dich! –

ANICHINO und CHOR
Unglücksel'ge! – Dies zu sehen
Hat das Schicksal uns erlesen!
Weh dem Land, wo solch ein Wesen
Durch das Henkerbeil erblich!

BEATRICE
Nur für die, die hier verweilen,
Betet, Freunde, nicht für mich!
Kommt, ich folge!

CHOR
Ach! Euern Segen!
Euern Segen, eh' Ihr scheidet!

BEATRICE
Seyd gesegnet! Ach, hemmt die Thränen!

CHOR
Wer erwehrt der Thränen sich?

BEATRICE
Nein, der Tod ist mir kein Leiden!
Einen Sieg hab' ich errungen,
Gleich dem Sclaven, dem's gelungen,
Seinen Banden zu entflieh'n.
Ohne Kummer, ohne Reue
Scheid' ich von der Erde Freuden,
Bringe nur der Meinen Treue
Vor den Thron des Höchsten hin!

CHOR
Möge dort zum Lohn der Leiden
Ew'ge Wonne Dir erblüh'n!

Personaggi:
FILIPPO MARIA VISCONTI, duca di Milano (Baritono)
BEATRICE DI TENDA, di lui moglie (Soprano)
AGNESE DEL MAINO, amata da Filippo, e in segreto amante di Orombello (Mezzosoprano)
OROMBELLO, signore di Ventimiglia (Tenore)
ANICHINO, antico ministro di Facino e amico di Orombello (Tenore)
RIZZARDO DEL MAINO, fratello di Agnese e confidente di Filippo (Basso)

CORO:
Comparse, Cortigiani, Giudici, Uffiziali, Armigeri, Dame, Damigelle, Soldati

La scena è nel Castello di Binasco.
L'epoca è dell'anno 1418.



ATTO PRIMO

SCENA PRIMA
Atrio interno nel castello di Binasco. Un'ala di palazzo è illuminata. Tutto indica che in quello ha luogo una festa. Alcuni cortigiani attraversano la scena, e s'incontrano in Filippo

No. 1 - Introduzione

CORO
Tu, signor! lasciar sì presto
Così splendida assemblea?

FILIPPO
M'è importuna... io la detesto...
Per colei che n'è la dea.

CORO
Beatrice!

FILIPPO
Si: di peso
Emmi il nodo a cui son preso.
Non regnar che per costei!
Simular gli affetti miei!
Un molesto amor soffrire,
Un geloso rampognar!
È tal noia, è tal martire
Ch'io non basto a tollerar.

CORO
Sì: ben parli... è grave il giogo...
Ma spezzarlo non potrai?

FILIPPO
Io lo bramo.

CORO
E pieno sfogo
A tua brama a che non dai?
Sei Visconti... Duca sei,
Sei maggior, signor di lei...
Se più soffri, se più taci,
Non mai paghi, ognor più audaci
I vassalli in lei fidanti
Ponno un dì mancar di fè.
Non lasciar che più si vanti
Degli stati che ti diè.

Sono interrotti dalla musica che parte dal palazzo. Porgono attentamente l'orecchio: odesi la voce di Agnese che canta la seguente romanza

FILIPPO e CORO
Ascoltiam!

AGNESE
I.
Ah! non pensar che pieno
Sia nel poter diletto:
Senza un soave affetto
Pena anche in trono un cor.

FILIPPO
O Agnese! è vero.

CORO
Il suo canto seconda il tuo pensiero.

AGNESE
II.
Dove non ride amore
Giorno non v'ha sereno:
Non ha la vita un fiore,
Se non lo nutre amor.

FILIPPO
Né più fia lieta
D'un sol fiore la mia!

CORO
Beatrice il vieta.
Ah! se tu fossi libero
Come gioir potresti!
Di quante belle ha Italia
Nobil desio saresti:
Tutte a piacerti intese,
Tutte le avresti al piè.

FILIPPO
Tutte! O divina Agnese!
Tu basteresti a me.
Come t'adoro, e quanto
Solo il mio cor può dirti:
Gioja mi sei nel pianto,
Pace nel mio furor.
Se della terra il trono
Dato mi fosse offrirti,
Ah! non varrebbe il dono,
Cara del tuo bel cor).

CORO
Di spezzar gli odiati nodi
Il pensier depor non déi:
Se d'un'altra amante sei,
L'arti sue t'insegni amor.

FILIPPO e CORO
Forse già disposti i modi
Ne ha fortuna in suo segreto;
E non manca a far mi/ti lieto.
Che sorprenderne il favor.
Partono

SCENA SECONDA

ANICHINO
Soli siam qui - Liberamente io posso
Svelarti il mio timor.

OROMBELLO
Che temi?

ANICHINO
Io temo
Il cieco amor che ognun ti legge in volto.
O figlio in te rivolto
Era ogni sguardo, e più di tutti Agnese
Di spiar non cessava i moti tuoi:
Ah! Beatrice e te perder tu vuoi.

OROMBELLO
Salvarla io voglio. - In propria corte schiava
La compiangon le genti: e quanti han prodi
Del Tanaro le sponde e del Ticino
Che dell'eroe Facino
La videro sul trono, apprestan l'armi
A vendicarla ed a spezzar suoi nodi.

ANICHINO
Di Filippo non sai l'arti e le frodi?
E dove ancor sovrana
Foss'ella appieno, l'alta donna è troppo
Gelosa di sua fama
Per nutrire tue speranze...

OROMBELLO
Ella pur m'ama.

ANICHINO
Che dici tu? t'ama?

OROMBELLO
Sì, m'ama... il credi...

ANICHINO
Tremar mi fai.

OROMBELLO
Mira.
Mostra un biglietto

ANICHINO
Qual foglio!

OROMBELLO
Un paggio
Mel diè furtivo, e mi sparì d'innanti.
Odi... Fra pochi istanti,
Prima dell'alba, ella in segreta stanza
Mi attenderà... Scorta mi ho sommesso
Un suono di liuto...

ANICHINO
Orombello!... ah! se vai, tu sei perduto.
De' suoi nemici e tuoi
Insidia è forse...

OROMBELLO
E per un dubbio speri
Che a mia ventura io manchi?... Oh! Vedi... intorno
Regna silenzio, e spente son le faci.
Lasciami.

ANICHINO
Incauto!...

OROMBELLO
Ah! Taci…
Non turbar la mia gioia... In quelle soglie
Morte pur sia... la sfido.

ANICHINO
Oh! forsennato!:..
Abbi di te pietà.

OROMBELLO
Me tragge il fato.

Si scioglie da Anichino, ed entra frettolosamente nel palazzo. Anichino si allontana dolente


SCENA TERZA
Appartamento di Agnese. Agnese siede inquieta ad un tavolino: un liuto è sovr'esso. Dopo alcuni momenti si alza, e va spiando alla porta come persona che attende qualcuno

AGNESE
Verrà - non mente il paggio...
Gioir lo vide, e l'amoroso foglio
Premersi al cor - Oh! sì, verrà. - Ti calma,
Dubbiosa e timid'alma,
Né sospetto ti dia breve dimora;
Forse ogni loggia non è sgombra ancora.
Regna una volta, o sonno... E tu più tardo
Le tenebre a fugar t'affaccia, o giorno.

No. 2 - Recitativo e Duetto

AGNESE
Silenzio - È notte intorno,
Profonda notte. -Del liuto il suono
Ti sia duce, amor mio.
Prelude sul liuto, indi si arresta e porge l'orecchio
Udiamo. - Alcun s'appressa.


SCENA QUARTA
Orombello entra frettoloso, e guardingo. Appena scopre Agnese si ferma maravigliato e guardando d'intorno

OROMBELLO
Ove son io?

AGNESE
Onde così sorpreso?
Inoltrate.

OROMBELLO
Perdono. - Udìa... passando...
Soavi note... e me traea vaghezza
Di saper da che man venian destate.
Perdono, Agnese...
Per partire

AGNESE
Uscite voi? - Restate. -
Sedete.

OROMBELLO
O ciel!.

AGNESE
Sedete. - E fia pur vero
Che curiosa brama
Sol vi spingesse?

OROMBELLO
Oh! incauto me!

AGNESE
Null'altro
Desir fu il vostro?

OROMBELLO
E qual, Contessa?

AGNESE
E in queste
Ore sì tarde non può forse un core
Vegliar co' suoi pensieri... e sospirando
Confidar al liuto un caro nome...
Il nome d'Orombello?

OROMBELLO
Il nome mio?
Chi mai?

AGNESE
Che val tacerlo? Avvi.

OROMBELLO
Gran Dio!

AGNESE
Voi fra il ducal corteggio
Non veggo io forse?
Sospirar non v'odo?
Gemer sommesso?...

OROMBELLO
Oh! che mai sento?.

AGNESE
Un giorno
Si riscontrar i nostri occhi intenti e fissi
Egli ama, egli ama, io dissi...
Degno è d'amor, più che non sia mortale...
Più che l'altero suo rival...

OROMBELLO
alzandosi
Rivale!

AGNESE
Sì: rival... regnante.

OROMBELLO
Ciel! che ascolto!

AGNESE
Ma che giova?
Nulla è un regno ad alma amante:
Più che un trono in voi ritrova...
Ogni ben che in terra è dato
È per essa il vostro amor.

OROMBELLO
Tutto, ah! tutto è a lei svelato...
Simular che giova ancor?

AGNESE
Né vi basta?...

OROMBELLO
O Agnese!

AGNESE
E un foglio
Un suo foglio non aveste?

OROMBELLO
L'ebbi... ah! sì... fidar mi voglio...
Amo, è vero, e in questo amore
È riposto il ciel per me.

AGNESE
Al piacer resisti, o core.
Chi beato al par di te?

OROMBELLO
Oh! celeste Beatrice!

AGNESE
con un grido
Ella!

OROMBELLO
Agnese!...
correndo a lei sbigottito

AGNESE
Oh! me infelice!

OROMBELLO
Ciel! che feci?

AGNESE
con disperazione
Amata ell'è!
Ella amata! ed io schernita!...
Io delusa!... ahi crudo arcano!

OROMBELLO
Ah! pietade... la sua vita,
La sua fama è in vostra mano!

AGNESE
E la mia?... la mia... spietato!
Nulla è dunque agli occhi tuoi?
Ah! l'incendio in me destato
Spegni in pria, se tu lo puoi...
Fa che un'ombra, un sogno sia
La mia pena e. l'onta mia...
Ed allora... allor capace
Di pietà per lei sarò.

OROMBELLO
M'odi, ah! m'odi.. ah! tu non sei
Né oltraggiata, né schernita.
Per calmarti io spenderei
Il mio sangue, la mia vita...
Me perdona se costretto
Da potente immenso affetto
Tutto il prezzo del tuo core
Il mio cor sentir non può.

AGNESE
Taci, taci.

OROMBELLO
Ah! no...

AGNESE
T'invola...
L'ira mia di più s'accende.

OROMBELLO
Ah! crudele, da te sola
La sua vita omai dipende.

AGNESE
Fa che un'ombra, un sogno sia
La mia pena e l'onta mia,
Ed allora, allor capace
Di pietà per lei sarò.

OROMBELLO
Ah! perdona se costretto
Da potente, immenso affetto,
Tutto il prezzo del tuo core
Il mio cor sentir non può.
Agnese lo accommiata minacciosa, Orombello si allontana

SCENA QUINTA

AGNESE
sola
Ogni mia speme è al vento...
A vano amore
Sottentrò la vendetta...
Essa, o Filippo,
A te mi getta in braccio - Ah! negli abissi
Mi getti ancora, perché sia punito
Chi mi schernì, purché non resti inulto
Il mio rossore estremo, e il mio cordoglio
Mi fia compenso d'Orombello... un soglio.
Parte


SCENA SESTA
Boschetto nel Giardino Ducale. Beatrice esce correndo; le sue Damigelle la seguono

No. 3 - Coro e Cavatina

BEATRICE
Respiro io qui...
Fra queste piante ombrose,
All'olezzar de' fiori, a me più dolce
Sembra il raggio del dì.
Siede

DAMIGELLE
Come ogni cosa
Il suo sorriso allegra,
A voi dolente ed egra
Rechi conforto ancor!

BEATRICE
Oh! mie fedeli!
Quando offeso il suo stelo il fior vien meno,
Più ravvivar nol puote il Sol sereno,
Quel fior son io: così languir m'è forza,
Lentamente perir. - Ah! non è questa
La mercé ch'io sperai d'averti accolto
E difeso, o Filippo, e al soglio alzato!

DAMIGELLE
Misera! è ver.

BEATRICE
Che non mi dee l'ingrato?
Mala sola, oimè! son io,
Che penar per lui si veda?
O mie genti! o suol natio!
Di chi mai vi diedi in preda?
Ed io stessa, ed io potei
Soggettarvi a tal signor?

DAMIGELLE
Ella piange.

BEATRICE
Oh! regni miei!.

DAMIGELLE
Smania, freme....

BEATRICE
Oh! mio rossor!
Ah! la pena in lor piombò
Dell'amor che mi perdé;
I martir dovuti a me
Il destino a lor serbò.
Ma se in ciel sperar si può
Un sol raggio di pietà,
La costanza a noi darà,
Se la pace ne involò.

DAMIGELLE
Ah! per sempre non sarà
Vilipesa la virtù:
Più contenta e bella più
Dalle pene sorgerà.


SCENA SETTIMA
Mentre Beatrice si allontana colle sue damigelle, entrano Filippo e Rizzardo.
Ambidue l'osservano in silenzio da lontano


RIZZARDO
Vedi?... La tua presenza
Fugge sdegnosa.

FILIPPO
Ove fuggir può tanto
Che non la segua il mio vegliante sguardo?
Va, la raggiungi.
Rizzardo parte
Io fremo d'ira ed ardo.
D'esser da lei tradito
Duolmi così? Non lo bramai finora?
Non ne cercai, non ne sperai le prove?


SCENA OTTAVA
Beatrice e Filippo

BEATRICE
Tu qui, Filippo?

FILIPPO
E altrove
Poss'io trovarti, che in segreti luoghi,
Ove misteriosa ognor t'aggiri?

BEATRICE
Sì... non vo' testimoni a' miei sospiri.
E a te celarli io tento,
Più che ad altrui.
Troppo ti son molesti
Già da gran tempo.

FILIPPO
Né molesti mai
Stati sarian, se la cagion verace
Detta ne avessi.

BEATRICE
Oh! ben ti è nota... e grave
Più me la rende il simular che fai
Tu d'ignorarla.

FILIPPO
E ch'io la ignori speri?
Non sai che i tuoi pensieri,
E i più segreti, e i più gelosi e rei
Io ti leggo cogli occhi, in fronte, in core?

BEATRICE
Io rei pensieri!!! e quali?

FILIPPO
Odio e livore.

BEATRICE
Odio e livore! - ingrato!
Né il pensi tu, né il credi,
Duolo d'un cor piagato,
Pianto d'amor vi vedi,
Speme delusa, e smania
Di gelosia crudel.

FILIPPO
Smania gelosa, è vero,
Negli occhi tuoi si stampa...
Ma gelosia d'impero,
Ma d'altro amore è vampa,
Ma l'ira insieme e l'onta
D'un'anima infedel.

BEATRICE
Filippo!

FILIPPO
Sì: spergiura!
Più simular non giova.

BEATRICE
Filippo!!

FILIPPO
Ho in man sicura
Del tuo fallir la prova.
Trema.

BEATRICE
Filippo!!! Basti.

FILIPPO
La tua perfidia è qui...
Cava un portafogli

BEATRICE
Ciel!... violare osasti...
Tu i miei segreti?

FILIPPO
Io... Si.
Qui di ribelli sudditi
Soffri le mire audaci:
D'un temerario giovane
Qui dell'ardor ti piaci...
E a me delitti apponi?
E a me d'amor ragioni?
Oh! non ti avrei sì perfido
Giammai creduto il cor.

BEATRICE
Questi d'amanti popoli
Voti e lamenti sono.
S'io gli ascoltassi, o barbaro
Meco saresti in trono?
Oh! non voler fra questi
Vili cercar pretesti.
Se amar non puoi, rispettami...
Mi lascia almen l'onor.
Quei fogli, o Filippo - quei fogli mi rendi.
Infami il tuo nome.

FILIPPO
E tanto pretendi?

BEATRICE
Non farti quest'onta: io sono innocente...

FILIPPO
No, tutto t'accusa: tua l'onta sarà.

BEATRICE
Filippo!
Supplichevole

FILIPPO
Ti scosta.

BEATRICE
Tel chiedo piangente...
La morte piuttosto...

FILIPPO
Attendila... va.

BEATRICE
sorgendo
Spietato! codardo! eccesso cotanto
Mi rende a me stessa, impietra il mio pianto:
Paventa lo sdegno d'un'anima offesa,
Il grido d'un core che macchia non ha.
Il mondo che invoco, che io chiamo in difesa,
Il mondo d'entrambi giustizia farà.

FILIPPO
Del fallo cancella, distruggi la traccia...
Annientala; indegna! poi fremi e minaccia...
Poi vanta costanza, poi spera che illesa
Sarà la tua vita, tua fama sarà.
Il mondo che invochi, che chiami in difesa,
Il mondo d'entrambi vendetta farà!
Beatrice parte

SCENA NONA
Filippo e Rizzardo

FILIPPO
Udisti?

RIZZARDO
Udii.

FILIPPO
Libero troppo all'ira
Il freno io diedi. Se Orombel movesse
Antica fè soltanto!... e se delusa,
O menzognera, mi traesse Agnese
A fallo estremo, a irreparabil danno!

RIZZARDO
E sospettar d'inganno
Potresti, Agnese?
Oltre ogni cosa in terra
Prova pur dianzi a te non dava?

FILIPPO
È vero.

RIZZARDO
Fra Beatrice a lei
Se' tu sospeso ancor?

FILIPPO
No... ma più grave,
Onde giusto apparir d'Italia al guardo,
Vuolsi cagione che non sia pretesto.

RIZZARDO
E l'avrai tale, e presto,
Se vinci i dubbii tuoi, se intera fede
Riponi in me.

FILIPPO
Tanto prometti?

RIZZARDO
E tanto
Pur d'eseguir confido.

FILIPPO
E sia. Vieni: a tua suora, e a te mi fido.
Partono


SCENA DECIMA
Parte rimota nel castello di Binasco: da un lato è la statua di Facino Cane.
Un drappello d’Armigeri esce dal corridoio e s'innoltra guardingo


No. 5 - Coro d'Amigeri

CORO
Lo vedeste?
Sì: fremente
Ei ci parve, e insiem confuso.
Nulla ei disse?
No: tacente
Ei si tenne, e in sé rinchiuso.
Or dov'è?
Qua e là s'aggira,
Qual chi scopo alcun non ha.
Finge invan: l'amore o l'ira
A tradirsi il porterà.

TUTTI
Arte egual si ponga in opra;
Nulla sfugga agli occhi nostri,
Ma spiarlo alcun non mostri,
Né seguirlo ovunque va.
Vel non fra, per quanto il copra,
Che da noi non sia squarciato,
S'ei si stima inosservato,
S'ei si crede in securtà.
Si allontanano


SCENA UNDICESIMA
Beatrice sola, indi Orombello

No. 6 - Finale Primo

BEATRICE
Il mio dolore, e l'ira... inutil ira...
S'asconda a tutti. - Oh! potess'io celarla
A te, Facino!... a te obbliato, o prode,
Appena estinto, a te, che forse or miri
Siccome tua vendetta ogni mio scorno.
Si prostra sul monumento
Deh! se mi amasti un giorno,
Non m'accusar - Sola, deserta, inerme
Io mi lasciai sedurre... e caro assai
Della mia debolezza io pago il fio.
Esce Orombello
Mi abbandona ciascun.

OROMBELLO
Ciascun non io.

BEATRICE
Chi vedo? tu Orombello!
Tu qui furtivo?

OROMBELLO
Della tua sventura
Favellan tutti - Opro sol io - Le lunghe
Dubbiezze tue vincer tu devi alfine,
Usar del tuo poter.
Io tutto ho corse
Le terre a te sogette, e mille in tutte
Fedeli braccia a tua difesa armai.
Vieni - Si spieghi ormai
Di Facino il vessillo; e di tue genti
Vendica i dritti offesi e i propri insulti.

BEATRICE
Son essi al colmo, e non saranno inulti
.
OROMBELLO
Oh! gioja! Appena annotti,
Fuggirem queste mura e di Tortona
Ci accorranno i ripari... Ivi raggiunta
Dai più prodi sarai... Solo prometti,
Che non porrai più inciampo al mio disegno,
Che meco in salvo ti vedrà l'aurora.

BEATRICE
Oh! che mai mi consigli?

OROMBELLO
E indugi ancora?

BEATRICE
A ciascun fidar vorrei,
Fuor che a te la mia difesa.

OROMBELLO
Che dì tu?

BEATRICE
Sospetto sei...
La mia fama io voglio illesa.

OROMBELLO
La tua fama!

BEATRICE
Sì - la fede
Che in te pongo... amor si crede;
La pietà che tu nudrisci...
Tua pietà... creduta è amor.

OROMBELLO
Io.. lo So.

BEATRICE
Né inorridisci?

OROMBELLO
Ah! non legger nel mio cor.

BEATRICE
Qual favella!

OROMBELLO
Ah! tu v'hai letto.

BEATRICE
Io! t'acqueta... intesi... intesi...

OROMBELLO
Sì: d'immenso, estremo affetto
Da' primi anni in te m'accesi...
Coll'età si fè maggior...
Si nutrì del tuo dolore...
Mi sforzai celarlo invano...
O perdono o morte avrò.

BEATRICE
Taci... parti... audace! insano!
Oh! in qual cor più fiderò?

OROMBELLO
prostrandosi
Deh! perdona.

BEATRICE
Sorgi.


SCENA DODICESIMA
Filippo, Rizzardo, Agnese con seguito, Anichino, indi Cavalieri, Dame e soldati

AGNESE
a Filippo
Vedi?

FILIPPO
Traditori!

BEATRICE e OROMBELLO
Oh! ciel!

FILIPPO
V'ho colti.
Guardie!

BEATRICE
Arresta.

FILIPPO
Ed osi… e credi
Poter sì che ancor t'ascolti?
La tua colpa...

BEATRICE
Non seguire.
Ella esiste in tuo desire.
Ti conosco.

FILIPPO
E a mia vergogna
Conosciuta or sei tu qui.

OROMBELLO
L'ho perduta!

BEATRICE
O vil rampogna!

FILIPPO
Puoi scolparti?

CORO
Oh! infausto dì!

BEATRICE
Al tuo core, al reo tuo core
Lascio, indegno, il discolparmi;
Cerchi invano, o traditore,
D'avvilirmi, d'infamarmi.
Ah! tal onta io meritai
Quando a me quest'empio alzai.
Dell'amor che mi ha perduta
Sol tal frutto a me restò.

FILIPPO
A ben tristo e amaro prezzo
Di tal donna ebb'io l'amore:
Se il disprezzo è in me maggiore
O lo sdegno io dir non so.

OROMBELLO
Sconsigliato! in qual la trassi
Di miseria abisso orrendo!
Giusto ciel, neppur morendo
L'error mio scontar potrò.

AGNESE
Godi, esulta, o cor sprezzato,
Del dolor di questo ingrato:
Vide il tuo, lo vide estremo,
Né pietà per te provò.

ANICHINO
Ciel, tu sai com'io volea
Prevenir sì ria sventura!
Ah! fu vana ogni mia cura...
Il destino l'affrettò.

CORO
Tutto, ah! tutto a farla rea
Qui congiura a un tempo istesso:
Giusto ciel, d'innanzi ad esso
Come mai scolpar si può?

FILIPPO
Al castigo a lor dovuto
Ambo in ferri custodite.

BEATRICE
E tu l'osi?

FILIPPO
Ho risoluto.

BEATRICE
L'empio l'osa!!

OROMBELLO
Duca, udite...
Innocente è la duchessa...
Insultata a torto è d'essa...
Calunniata...

FILIPPO
Te, non lei,
Traditor, difender déi.
Va...

BEATRICE
Filippo! è troppo eccesso...
Pensa ancor: ti puoi pentir.

FILIPPO
alle guardie
Ubbidite!

CORO
Ah! certo è desso,
Certo appien del suo fallir..

BEATRICE
Né fra voi, fra voi si trova
Chi si levi in mia difesa?
Uom non avvi che si muova
A favor di donna offesa?
Ah! se onor più non ragiona,
Se la terra m'abbandona,
A te, vindice supremo,
Io mi volgo e fido in te.

OROMBELLO
Deh! un momento un sol momento
Un acciaro a me porgete,
Se è colpevole, s'io mento,
Alme perfide, vedrete.
Oh! furor! inerme io fremo...
Ah! più fè, più onor non v'è.

FILIPPO
Ite, iniqui! all'impossente
Ira vostra io v'abbandono.
Ogni core è qui fremente,
Sa ciascun che offeso io sono:
Pena estrema a fallo estremo
Terra e ciel domanda a me.

AGNESE
Questo, ingrato, il primo è questo
Colpo in te di mia vendetta:
Altro in breve, e più funesto
Più terribile ne aspetta.
Ambo miseri saremo;
Sì... ma tu... più assai di me.

ANICHINO e CORO
Ah! quel nobile suo sdegno,
Quel rossor di cui s'accende,
D'innocenza è certo pegno,
D'ogni accusa la difende...
A te, giudice supremo,
Noto è solo il reo qual è.
Beatrice e Orombello sono circondati dalle guardie. Cala il sipario.

ATTO SECONDO

SCENA PRIMA
Sala nel castello di Binasco preparata per tener tribunale. Guardie alle porte. Damigelle di Beatrice e Cortigiani

No. 7 - Coro d'Introduzione

DAMIGELLE
Lassa! E può il ciel permettere
Questo giudizio infame?

CORO
Ella non può sottrarsene:
Già cominciò l'esame.
Possa dinanzi ai giudici
Darvi fedele amore
Forza e virtù maggiore
Che ad Orombel non diè!

DAMIGELLE
Come! L'incauto, il debole
Forse al timor cedè?

CORO
Dal tenebroso carcere,
Ove rinchiuso ei venne,
Al tribunal terribile
Fermo si presentò.
Quivi minacce e insidie
Intrepido sostenne;
Quivi martiri e spasimi,
Quanti potea, sfidò.

DAMIGELLE
Ahi! sventurato! ahi misero!
Né i barbari placò!

CORO
Tratto tre volte in aere,
Tre volte in giù sospinto,
Sol con profondi gemiti
Prima il suo duol mostrò.
Quindi spossato e livido,
D'atro pallor dipinto,
China la fronte e mutolo,
Esanime sembrò.

DAMIGELLE
Ahi ferrei cori! Ahi barbari!
Tanto il meschin penò?

CORO
Ma poi che gli occhi languidi
Ebbe dischiusi appena...
Quando il feroce strazio
Anco apprestar mirò...
Più non potendo reggere
All'insoffribil pena:
Sé confessò colpevole,
Complice lei gridò.

DAMIGELLE
Ahi! sventurata! ahi misera!
Niuno salvar la può.
Si allontanano


SCENA SECONDA
Filippo, Anichino, soldati

FILIPPO
Omai del suo destino arbitra solo
Esser deve la legge.

ANICHINO
E qual v'ha legge
Che a voi non ceda? - Oh! ve ne prego, o Duca,
Per l'util vostro. A voi funesto io temo
Questo giudizio: già ne corse il grido
Per le vicine terre, e il popol freme,
E lei compiange.

FILIPPO
Né Filippo il teme.
Fino al novello dì sian di Binasco
ai soldati
Chiuse le porte, né venir vi possa,
Né uscirne alcuno. - Allor che il popol veda
Quest'idol suo di tanto error convinto,
Dirà giustizia quel che forza or dice.

ANICHINO
E chi di Beatrice
Retto giudice fia dove l'accusa
Filippo intenti?

FILIPPO
Or basta...
Omai pon modo al tuo soverchio zelo.
Il Consiglio s'aduna.

ANICHINO
(Oh! istante! io gelo.

SCENA TERZA
Escono i Giudici, e si vanno a collocare ai loro posti. Rizzardo presiede al consiglio. Filippo siede in un seggio elevato. La scena si empie di dame e di cavalieri: in mezzo alle dame vedesi Agnese

No. 9 - Scena, Coro e Quintetto

ANICHINO
(O troppo a mie preghiere
Sordo Orombello! Fu presago jeri
Il mio timor).
Va a sedersi anch'esso

AGNESE
(Di mia vendetta è giunta
L'ora bramata... eppur non sono io lieta,
Qual mi sgomenta il cor voce segreta!).

SCENA QUARTA
Beatrice fra le guardie, e detti

GIUDICE
Di grave accusa il peso
Pende sul capo vostro - A noi d'innanzi
Vi possiate scolpar!

BEATRICE
E chi vi diede
Di giudicarmi il dritto? Ovunque io volga
Gli occhi sorpresi, altro non veggio intorno
Che miei vassalli.

FILIPPO
E il tuo sovran non vedi?
Il tradito tuo sposo?

BEATRICE
Io veggo un empio
Che i beneficii miei paga d'infamia,
L'amor mio di vergogna.

FILIPPO
Amor tu dici
Tramar co' miei nemici,
Ribellarmi i vassalli e far mia corte
Campo di tresche oscene
Con citaredi, quanto abbietti, audaci,
Chiami Filippo amar?

BEATRICE
Taci, deh! taci.
Ferma udir posso ogni altra
Accusa tua... ma il cor si scote e freme
A sì vil taccia. Oh! non voler, Filippo,
De' Lascari la figlia, e d'un eroe
La vedova avvilir.

GIUDICE
Il reo t'accusa
Complice tuo. - Venga Orombello.

BEATRICE
(Oh cielo!
La mia virtù sostieni).

GIUDICE
Eccolo.


SCENA QUINTA
Orombello fra le guardie, e detti

AGNESE
(Oh! come
Lo ridusse infelice il furor mio!).

OROMBELLO
A quai nuovi martir tratto son io!

GIUDICE
Ti rinfranca: a noi t'appressa.
Parla: e il ver conferma a lei.
Orombello appoggiato sulle guardie s'innoltra lentamente

BEATRICE
Orombello!

OROMBELLO
(Oh! voce! è dessa...
E morire io non potei!).

BEATRICE
Orombello!! – Oh sciagurato!
Dal mentir che hai tu sperato?
Viver forse? ah! dove io moro
Vita speri da costoro?
Tu morrai con me morrai,
Ma qual reo, qual traditor.

OROMBELLO
Cessa, cessa. - Ah tu non sai...
Di me stesso io son l'orror.
Io soffrii... soffrii tortura
Cui pensiero non comprende...
Non poté la fral natura
Sopportar le pene orrende...
La mia mente vaneggiava...
Il dolor, non io, parlava...
Ma qui, teco, al mondo in faccia,
Or che morte ne minaccia,
Innocente io ti proclamo,
Grido perfidi costor.

BEATRICE
Grazie, o cielo!

AGNESE
(Oh! mio rimorso!).

ANICHINO
(L'odi o Duca?).

FILIPPO
(L'odo e fremo).

GIUDICE
Troppo omai tu sei trascorso:
Bada e trema.

OROMBELLO
Io più non tremo.
Sol ch'io mora perdonato
Da quest'angelo d'amor!

FILIPPO e GIUDICE
V'han supplizii, o forsennato,
A strapparti il vero ancor.
Orombello si strascina verso Beatrice: essa gli va incontro e lo regge

BEATRICE
Al tuo fallo ammenda festi
Generosa, inaspettata.
Il coraggio mi rendesti,
Moro pura ed onorata...
Ti perdoni il ciel clemente,
Col mio labbro, col mio cor.

OROMBELLO
Non morrai: né ciel, né terra
Soffrirà sì nero eccesso.
A me stanco in tanta guerra,
A me sia morir concesso.
Mi offrirò col tuo perdono
Lieto innanzi al mio signor.

FILIPPO e GIUDICI
(In quegli atti, in quegli accenti
V'ha poter ch'io dir non posso,
Cederesti ai lor lamenti,
Ne saresti o cor commosso?
No: sottentri a vil pietade
Inflessibile rigor).

AGNESE e DAMIGELLE
(Ah! sul cor, sul cor mi cade
Quel compianto e quel dolor).

FILIPPO
Poi che il reo smentì se stesso,
Fia sospesa la sentenza?

ANICHINO
Sciorgli entrambi è mio pensiero:
Fia giustizia la clemenza.

FILIPPO
Sciorgli?

AGNESE
Oh! gioja!

GIUDICI
No: non puoi,
Vuol la legge i dritti suoi.
Nuovo esame infra i tormenti
Denno in pria subir costor.

AGNESE, ANICHINO e DAMIGELLE
(Ella pure!).

BEATRICE
(O iniqui!).

OROMBELLO
Oh! mostri!
Chi porrà su lei le mani?
Tuoni pria sui capi vostri,
Tuoni il cielo...

GIUDICI
Si allontani.

BEATRICE
ai Giudici
Deh! un istante...
a Filippo
Un solo accento
Non temer di udir lamento...
Sol t'avverto... Il ciel ti vede...
O Filippo! hai tempo ancor.

FILIPPO
Va: pei rei non v'è mercede...
Ti abbandono al suo rigor.

BEATRICE
si volge ad Orombello e a lui si avvicina
Vieni, amico... insiem soffriamo:
A soffrir per poco abbiamo.
Il destin per breve pena
Ci riserba eterno onor.

OROMBELLO
Teco io sono.

AGNESE
(Io reggo appena).

ANICHINO
(Oh! pietà! si spezza il cor).

TUTTI, FILIPPO e GIUDICI
Ite entrambi, e poi che il vero
rimorso non vi detta,
supplizio che vi aspetta.
Vi costringa, e strappi il vel.

AGNESE e ANICHINO
(Chi mi cela al mondo intero?).
(O misfatto! ho in core un gel!).

BEATRICE
Ah! se in terra a tai tiranni
È virtude abbandonata,
D'una vita sventurata
È la morte men crudel.

OROMBELLO e BEATRICE
Di costanza armiamo il core:
Qui supplizii, onore in ciel.
Orombello e Beatrice partono fra le guardie
da' lati opposti. Il consiglio si scioglie



SCENA SESTA
Agnese e Filippo. Filippo rimane pensoso, e passeggia a lunghi passi. Agnese si avvicina ad esso tremante

No. 10 - Recitativo

AGNESE
Filippo!

FILIPPO
Tu! - Ti appressa...
D'uopo ho d'udir tua voce.

AGNESE
Oh! al cor ti scenda
Pietosa sì, che al perdonar lo pieghi.

FILIPPO
Sei tu che preghi, Agnese! E per chi preghi?
Vieni: ogni tema sgombra:
Il regal serto è tuo.

AGNESE
Serto! Ah! piuttosto
Si aspetta a me de' penitenti il velo.

FILIPPO
Agnese!

AGNESE
Innanzi al cielo,
Innanzi al mondo, io rea mi sento... rea
Della morte cui danni un'innocente.

FILIPPO
Qual dubbi or volgi, strani dubbi, in mente?
Io sol rispondo, io solo
Di quel reo sangue - Omai t'acqueta, e pensa
Che ad altri tu non dei, fuor che all'amore,
Di Beatrice il soglio.
Ritratti.

AGNESE
Ah! mio Signor!...

FILIPPO
severamente
Ritratti... il voglio.
Agnese parte piangendo


SCENA SETTIMA
Filippo solo, indi Anichino, Dame, Cortigiani

No. 11 - Aria di Filippo e Coro

FILIPPO
Rimorso in lei?... Dove io non ho rimorso
Altri lo avrà? - Dove alcun l'abbia, il celi:
Il mostrarlo è accusarmi. Esser tranquillo,
Sereno io voglio - E il sono io forse, e il posso!
No da terror percosso
Mi sento io pur, qual se vicino avessi
Terribil larva, qual se udissi intorno
Una minaccia rimbombar sul vento -
M'inganno?... o mi colpi flebil lamento!
Porge l'orecchio
No, non m'inganno... è dessa,
Ch'io non n'oda la voce - Oh! chi s'appressa!
All'uscir di Anichino si ricompone

ANICHINO
Filippo, la duchessa
Non confessò... pur la condanna a morte
Tutto il consiglio, e il nome tuo sol manca
Alla mortal sentenza.
Filippo riceve la sentenza

FILIPPO
Non confessò!!

ANICHINO
Costante è l'innocenza.

CORO
È in vostra man, signore,
Dell'infelice il fato:
Ceda il rigor placato
Al grido di pietà.

FILIPPO
No... si resista...
Il decreto fatal si segni alfine...
Si appressa al tavolino per segnare la sentenza: si arresta
Ah! non poss'io: mi si solleva il crine.
Qui mi accolse oppresso, errante,
Qui dié fine a mie sventure...
Io preparo a lei la scure!
Per amor supplizio io do!
Ah! mai più d'uman sembiante
Sostener potrò l'aspetto:
Ah! nel mondo maledetto,
Condannato in ciel sarò.

CORO
(Ella è salva, se un istante
Il rimorso udire ei può).

FILIPPO
Ella viva.
Per stracciare la sentenza
Qual fragore!
Chi si appressa? - Ite - vedete.
I cortigiani escono frettolosi

DAMIGELLE
Crudo inciampo!

FILIPPO
Ebben?

CORO
Signore,
Alle mura provvedete.
Di Facin le bande antiche
Si palesano nemiche,
Osan chieder la duchessa,
E Binasco minacciar.

FILIPPO
Ed io, vil, gemea per essa!
M'accingeva a perdonar!
Si eseguisca la sentenza.
Sottoscrive

CORO
Ah! Signor pietà, clemenza.

FILIPPO
Non son'io che la condanno:
È la sua, l'altrui baldanza.
Empia lei, non me tiranno
Alla terra io mostrerò.
(Cada alfine, e tronco il volo
Sia così di sua fidanza.
Un sol trono, un regno solo
Vivi entrambi unir non può).

CORO
(Ah! per lei non v'ha speranza.
Il destin l'abbandonò).
Partono


SCENA OTTAVA
Vestibolo terreno che mette alle prigioni del castello. Grand'arco a cui si ascende per una gradinata e dà accesso a lungo corridoio esterno. Damigelle, e famigliari di Beatrice escono dalle prigioni. Sono tutti vestiti a lutto. - D'ogni lato sentinelle

No. 12 - Finale Secondo

CORO
Prega. - Ah! non sia la misera
Nel suo pregar turbata.
Mai non salì di martire
Prece al Signor più grata:
Né mai più puro spirito
Ei contemplò dal cielo,
Santo d'amor, di zelo,
Santo del suo soffrir.
Oh! la costanza impavida
Onde sfidò i tormenti,
Data le sia negli ultimi
Terribili momenti!
E la virtù che tentano
Macchiare i suoi tiranni,
Provin gli estremi affanni,
Suggelli un pio morir!


SCENA NONA
Beatrice esce dalla prigione umilmente vestita, e coi capelli sugli omeri: passeggia lentamente e a fatica. Tutti la circondano inteneriti e in silenzio

BEATRICE
Nulla diss'io... Di sovrumana forza
Mi armava il cielo... Io nulla dissi, oh, giòja!
Trionfai del dolor. - Perché piangete!
Né con me v'allegrate? Io moro, o amici!
Ma gloriosa, ma di mia virtute
Nel manto avvolta. Non così gl'iniqui,
Che calpestata e afflitta han l'innocenza!...
Dell'iniqua sentenza
L'universo gli accusi.

CORO
Ah! sì.

BEATRICE
Mia morte
Filippo infami, e il sangue mio versato
Piombi sul traditor, qualunque ei sia,
Che dell'indegno complice si rese.
Dio lo punisca... colla vita.


SCENA DECIMA
Agnese dall'alto ode le parole di Beatrice, getta un grido e scende rapidamente

AGNESE
Ah!

TUTTI
Agnese!

AGNESE
Pietà... la mia condanna
Non proferir... a piedi tuoi mi lascia
Morir d'angoscia e di rimorso.

BEATRICE
Oh! Agnese!
Rimorso in te!

AGNESE
Rimorso eterno. A morte
Ti spingo io sola... Io d'Orombello ardea.

BEATRICE
Oh! che dì tu?

AGNESE
Credea
Te la mia rivale... e violai tue stanze,
Furai tuoi scritti... e il sangue tuo comprai
Coll'onor mio...

BEATRICE
Perfida!... cessa... fuggi
Ch'io non ti vegga... ch'io non sia costretta
In quest'ora funesta
Col cor morente a maledir...

AGNESE
Oh! arresta...
Odesi dalle torri un flebile suono. Beatrice si scuote

BEATRICE
Qual suon!

CORO e ANICHINO
Un'altra vittima
L'ultimo canto intuona.

OROMBELLO
dalle torri
Angiol di pace all'anima
La voce tua mi suona.
Segui, o pietoso, e inspirami
Virtù di perdonar...

AGNESE
Egli... perdona!...
Beatrice vivamente commossa si ap pressa ad Agnese. Segue il canto di Orombello

BEATRICE
Con quel perdono, o misera,
Ricevi il mio perdono.
Salga con queste lagrime
A un Dio di pace e amor.

AGNESE
Ah! la virtù di vivere
Da te ricevo in dono...
Vivrò, vivrò per piangere
Finché si spezzi il cor.

ANICHINO e CORO
Salga quel pianto al trono
D'un Dio di pace e amor.
Odesi marcia funebre

BEATRICE
Chi giunge?

AGNESE
Oimè!

BEATRICE
Lo veggio...
Il funebre corteggio...

SCENA ULTIMA
Rizzardo con Alabardieri e Uffiziali si presenta sulla gradinata

AGNESE, ANICHINO, CORI
E più speme non v'è!

BEATRICE
La mia costanza
Non mi togliete. Anche una stilla, e poi
Fia vuotato del tutto e inaridito
Questo calice amaro.

TUTTI
E Iddio ritrarlo
Dal labbro tuo non può!

BEATRICE
Mi dié coraggio
Per consumarlo Iddio.
Rizzardo s'innoltra cogli alabardieri
Eccomi pronta...

AGNESE
Io più non reggo
sviene

BEATRICE
Addio
Deh! se un'urna è a me concessa
Senza un fior non la lasciate,
E sovr'essa il ciel pregate
Per Filippo, e non per me.
Si avvicina ad Agnese svenuta
Raccontate a questa oppressa
Che morendo io l'abbracciai:
Che all'Eterno il core alzai
A implorar per lei mercé.

ANICHINO e CORO
Oh! infelice! Oh a qual serbate
Fur le genti orrendo esempio!
Tristo il suolo in cui lo scempio
Di tal donna, o Dio, si fe'!

BEATRICE
Per chi resta il ciel pregate,
Per chi resta, e non per me.

BEATRICE
ai soldati
Io vi seguo.

CORI
Deh! un amplesso...
Un amplesso concedete...

BEATRICE
Io vi abbraccio... non piangete...

CORI
Chi non piange non ha cor.

BEATRICE
Ah! la morte a cui m'appresso
È trionfo, e non è pena.
Qual chi fugge a sua catena,
Lascio in terra il mio dolor.
È del Giusto al sommo seggio
Ch'io già miro e già vagheggio,
Della vita a cui m'involo
Porto solo - il vostro amor.
Beatrice si allontana fra le guardie, si volge dall'alto e pronunzia l'ultimo Addio.Tutti gli astanti s'inginocchiano

CORI
Il suo spirto, o ciel, ricevi,
E perdona all'uccisor.

Cala il sipario

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