Die schöne Galathee

Die schöne Galathee

Libretto

Poly Henrion

Uraufführung

1865: Wien (Carl-Theater)

Besetzung

GALATHEE, ein Standbild (Sopran)
PYGMALION, ein Bildhauer (Tenor)
GANYMED, sein Gehilfe (Alt)
MYDAS, ein Kunsthändler (Tenor)

Ort

Zeit

Altertum (Mythologie)

Suppé, Franz von

EINZIGER AKT
Der Bildhauer Pygmalion hat eine vielgerühmte Statue der Nymphe Galathee geschaffen. Der reiche Mydas möchte das Kunstwerk erwerben, doch Pygmalion, der sich in sein Geschöpf verliebt hat, wirft ihn hinaus.
Er bittet Aphrodite, die Göttin der Liebe, dem toten Marmor Leben zu verleihen. Pygmalions Bitte wird erhört; leider aber zeigt sich Galathee nicht von der besten Seite. Während sie ihren Schöpfer und Liebhaber ständig mit neuen Wünschen plagt, kokettiert sie mit Ganymed, der ihr sehr viel besser gefällt.
Als Pygmalion die beiden nach einem Gastmahl in zärtlicher Umarmung überrascht, fleht er die Göttin an, Galathee wieder zurückzuverwandeln. Dies geschieht. Pygmalion verkauft die Statue sofort an Mydas, der befriedigt von dannen zieht.


Personen:
PYGMALION, ein junger Bildhauer (Tenor)
GANYMED, sein Diener - (Mezzosopran / Bariton)
MYDAS, ein Kunstsammler (Bass)
GALATHÉE, eine Statue (Sopran)



EINZIGER AKT
Im Studio des Bildhauers Pygmalion

Nr. 1 - Chor

CHOR
Aurora ist erwacht im Strahlenschein,
hinaus ihr Mädchen all' zum Myrthenhain
Herbei! Herbei mit frohem Sang,
zur Venus hin führet Euch nun der Freudengang,
der Morgenstern so hell und klar
sei unser Hort, führ uns fort
zu der Göttin Altar.

GANYMED
Zieht in Frieden! Viel Vergnügen,
ich bleib noch ein wenig liegen!
Mich lasst aus! Ob einer mehr dabei,
ist Venus einerlei, ich bleib' bleib, zu Haus:
Eilt nach Cypris mit Veilchen, Rosen,
schmückt den Tempel mit Pracht,
huldigt Venus mit Schwärmen, Kosen,
ich geniess hier die Nacht.
Gleich den Erz-Schlaraffen
schnarch' ich, statt zu gaffen
ich rühre kein Glied,
lieg sorglos allein, säusle mein Lied,
säusle mein Lied und lulle mich ein,
la la la la la la la la,
wie süss, ach du göttlicher Schlaf,
wie süss, wie süss.


Nr. 2 - Ariette

MYDAS
Meinem Vater Gordios, meiner Mutter Cybeles
hab ich es zu danken dass ich so ein feiner Mann,
denn der Vater Gordios und die Mutter Cybeles
fingen mich zu bilden schon in frühen Jahren an!

Für's Ballet, au wei, diese Schwärmerei;
Lidi, Fidi, Pini, Tini, Mini, Nini mit mir kokettieren;
wo ich immer bin, lachen alle hin,
Lidi, Fidi, Pini, Tini, Mini, Nini alle seh'n auf mir, ha!
Erste Bank nur setz' ich mir, dass sie seh'n ich appaudir'
hab' die Taschen niemals leer, Künstlerinnen lieb'n das sehr,
Spiel mit Brazeletten und mit gold'nen Ketten,
ich der Mäcenasius!
Gottes wunder wunder wunder wunder wunder wunder
wunder wunder wunder wunder,
meinem Vater Gordios, meiner Mutter Cybeles
hab ich es zu danken dass ich so ein feiner Mann,
denn der Vater Gordios un die Mutter Cybeles
fingen mich zu bilden schon im frühen Keime an!

Geh' in Circus ich, ach da sieht man mich
knapp am Eingang stehen, wo heraus sie gehen;
Alle mich begrüssen! Selbst der Elefant nickt mir zu galant,
und im Galoppieren alle kokettieren, es ist eine Schand', ha!
Da die schöne Reiterin, dort die schlanke Tänzerin,
hier die kühne Springerin, jede eine Schwärmerin!
alle nach mir schmachten, alle nach mir trachten,
bin der Mäcenasius!
Gottes wunder wunder wunder wunder wunder wunder
wunder wunder wunder wunder,
meinem Vater Gordios, meiner Mutter Cybeles
hab ich es zu verdanken dass ich so ein feiner Mann,
denn der Vater Gordios un die Mutter Cybeles
fingen mich zu bilden schon im frühen Keime an!

Ja ich liebe Künstlerinnen, ob sie Sängerinnen,
ob sie Tänzerinnen, ob sie Reiterinnen,
jedes Kunstwerk ich sogleich auch haben muss,
denn ich bin Künstler Mäcenasius.
Ja ich lieb' die Künstlerinnen, ob sie Sängerinnen,
ob sie Tänzerinnen, ob sie Reiterinnen,
jedes Kunstwerk ich sogleich auch haben muss,
denn ich bin Künstler Mäcenasius,
ich bin der grosse Künstler Mäcenasius,
ich bin der grosse Künstler Mäcenasius.


Nr. 3 - Terzetto

GANYMED
Au weh! Herrje! Graus!
Fort, sonst nimmt er uns beim Kragen,
schleudert uns zur Tür hinaus!

PYGMALION
Hinaus! Hinaus! Hinaus!
sonst nehm ich dich beim Kragen,
schleudre dich zur Tür hinaus.

MYDAS
Ha! Was sind das für Manieren?
Mich so grob zu expedieren?
Unerhört ist das betragen!
Soll sich einer unterstehen! Ich muss bitten!

GANYMED
Weh Gezeter! Donnerwetter,
pochen, kochen fühl' ich's innen.
Fassung kann ich kaum gewinnen,
immer schneller, immer greller
wächst sein Zorn mit wildem Drange,
ha, nun wird mir wahrlich bange,
schnelle Flucht nur kann ihm frommen,
Hiebe soll er sonst bekommen.
Ja die Keckheit dieses Frechen
wird nun fürchterlich sich rächen.
Für sein Leben steh' ich nicht,
bleibet länger noch der Wicht,
für sein Leben steh' ich nicht,
bleibet länger noch der Wicht,
für sein Leben steh' ich nicht,
bleibet länger noch der Wicht,
ja bleibet länger, ja bleibet länger noch der Wicht.

PYGMALION
Weh Gezeter! Donnerwetter,
pochen, kochen fühl' ich's innen.
Fassung kann ich kaum gewinnen,
immer schneller, immer greller
wächst der Zorn mit wildem Drange,
halten kann ich micht nicht lange,
schnelle Flucht nur kann ihm frommen,
Hiebe wird er sonst bekommen.
Ja die Keckheit dieses Frechen
wird nun fürchterlich sich rächen.
Für sein Leben steh' ich nicht,
bleibet länger noch der Wicht,
für sein Leben steh' ich nicht,
bleibet länger noch der Wicht,
für sein Leben steh' ich nicht,
bleibet länger noch der Wicht,
ja bleibet länger, ja bleiber länger noch der Wicht.

MYDAS
Bin Mäcen, bin angesehen, wohl gelitten!
Pochen, kochen, fühl' ich's innen,
Fassung kann ich kaum gewinnen!
Schändlich! Grässlich! Mir das? So was?
Schnelle Flucht nur kann mir frommen.
Pavian! Grobian!
Ha, wie ärgert mich der Wicht,
meinem Zorn entgehst du nicht
warte nur, du kecker Wicht,
meinem Zorn entgehst du nicht
warte nur, du kecker Wicht,
ja warte nur, ja warte nur, du kecker Wicht.

MYDAS
Waih geschrie'n, welch' ein schändliches Gebahren,
mich den feinen Mann so grob anzufahren
ja die ganze Welt wird drüber Zeter schreien
vor Entrüstung über die Flegeleien.
Pi, waih geschrie'n! Meiner Bildung,
meiner Feinheit, solch ein Spott!
Meinem Vater Gordiois, meiner Mutter Cybeles,
hab' ich es zu danken, dass ich so ein feiner Mann,
denn der Vater Gordios, und die Mutter Cybeles
fingen mich zu bilden schon inm frühen Keime an.

GANYMED
Oh weh! Herrje! Ich drück mich beiseite,
sonst trifft es mich auch!
Oh weh! Herrje! Ich drück mich beiseite,
sonst trifft es mich auch!
ja sonst trifft es mich auch!
ja sonst trifft es mich auch!

PYGMALION
Hinaus! Hinaus! hinaus bei der Türe,
du lüsterner Gauch!
Hinaus! Hinaus! hinaus bei der Türe,
du lüsterner Gauch!
ja du lüsterner Gauch!
ja du lüsterner Gauch!

MYDAS
Ja ich liebe Künstlerinnen,
ob sie Sängerinnnen,
ob sie Reiterinnen,
jedes Kunstwerk ich sogleich
auch haben muss,
denn ich bin Künstler Mäcenasius.
Ja ich liebe Künstlerinnen,
ob sie Sängerinnnen,
ob sie Reiterinnen,
jedes Kunstwerk ich sogleich
auch haben muss,
denn ich bin Künstler Mäcenasius.
Ich bin der grosse Künstler Mäcenasius,
ich bin der grosse Künstler Mäcenasius.


Nr. 4a - Chor und Preghiera

PYGMALION
Zum Altar zieht die Schaar mit frohem Sang,
es dringt in's Herz mir der weihevolle Klang,
zieht liebevoll mich hin zu dir!
Venus zu dir flehe ich hier,
sieh' von der Sehnsucht mein Auge betaut.

CHOR
Aurora ist erwacht im Strahlenschein,
hinaus ihr Mädchen all', hinaus zum Myrthenhain,
zum Myrthenhain

PYGMALION
Flösse dem Stein Leben hier ein,
leih' ihr der Stimme so holden Laut.
Du kannst ihr geben wonniges Leben,
kannst mich beglücken mit ihren Blicken,
Göttin, erwärme den Stein,
erwärme den Stein,
flösse ihm Leben ein.
Venus ja zu dir fleh' ich in Liebesschmerz
gewähr die Bitte, gib dem Marmor
ein fühlendes Herz.

CHOR
Herbei, herbei mit frohem Sang,
zur Venus hin führet uns heut' der Gang,
der Morgenstern so hell und klar,
sei unser Hort, führ uns fort
zu der Göttin Altar.


Nr. 4b - Erwachen der Galathée und Duett

GALATHÉE
Ah! Ah! Lichter Schein umstrahlet mich!
Es tagt, es tagt, warm und mild
durchströmet mich das Leben!
Ha! Ich lebe, ich bin erwacht!

PYGMALION
Sie regt sich! Sie erwacht!
Sie erbebt! Ach, sie bebt!
Welch Wunder ist gescheh'n,
kaum wag' ich's hinzuseh'n!
Ja sie lebt, ach welche Wonne:
Galathée!
Wie herrlich strahlt des Glückes Sonne,
wie hoch entzückt steh' ich nun hier,
mein höchster Wunsch erfüllt sich mir!

GALATHÉE
Gefühl, so warm, so süss,
ah - was ist's,
das mich so heiss durchglüht?
Mein Herz, es pocht, ach ja,
gewiss ach - ich fühl's,
dies' süsse Leben - ah,
so hold o Glück, es ist das Leben,
das mächtig mich durchströmt.

PYGMALION
Welch zarter Klang.
Mir schwillt die Brust in Liebeslust.
Galathée!
O mächtig süsser Drang!
Mir schwillt die Brust in Liebeslust.
Welch zarter Klang, o süsser Drang.
Galathée!

GALATHÉE
Ah! - Ich fühl's so warm, so heiss, so süss,
ich fühl's so warm, so heiss, so süss - ah.
Doch wer bin ich?

PYGMALION
Bist ein Weib, das ich erflehte,
das ich anbete,
das meiner Liebe höchstes Ziel.

GALATHÉE
Die Lieb', ich fühl' es,
wenn man das Liebe nennet,
was hier so heftig brennet,
du liebst mich? Ist's wahr, ist's wahr?
Ach süsses trautes Fühlen.
Diese Wonne, diese Seligkeit,
sollt' das Liebe sein?

PYGMALION
Du bist mein Alles,
meine einzige Wonne,
mein höchstes Glück,
bist meine strahlende Sonne,
ach ja, diese Wonne, diese Seligkeit,
soll das Liebe sein?
Fass' es kaum!

GALATHÉE
Ach trautes Fühlen! Ist's wahr?
Ist'S wahr, du liebst mich?
Ja, ich fühl's, die Liebe,
die heftig brennet,
ja ach, diese Wonne, diese Seligkeit,
dass du liebend mein,
fass' ich kaum!

PYGMALION und GALATHÉ
Was meinem Herzen Glück verleiht,
ja, es ist allein,
es ist allein die Lieb',
o einz'ger Himmelstraum,
die Lieb' allein,
o schönster Traum,
die Lieb' allein,
o einz'ger Traum, Himmelstraum!


Nr. 5 - Rezitativ

GALATHÉE
Was sagst du? Ich lausche
und kann dich nicht verstehen?
Sprich doch! Töne fort!
Höre mein Flehen! Zu deinen
Zaubertönen erhebt sich mein Gemüt;
o klinge fort, ja mein Dasein zu verschönern,
vergönne mir dein lieblich Lied.

Leise bebt und zaubrisch schwebt
der Saiten leises Klingen sanft empor
zum Sternenchor die Seele aufzuschwingen.
Sehnsucht und Freude erweckt der Klang,
blad froh und bang schwirrt er in die Weite.
Wie er so tief in's Herz mir dringt,
darinnen mild sein Echo klingt, ah ...

Wenn bewegt von Schmerz erregt,
das Herz nach Trost sich sehnet,
greifet still zum Saitenspiel,
das tröstend ihm ertönet.
Klinge, ach klinge, ich lausche dir,
antworte mir, wenn ich mit dir singe.
Wie mir dein Ton in's Herze dringt,
darinnen mild sein Echo klingt, ah ...


Nr. 6 - Couplet

MYDAS
Wir Griechen, wir sind sicherlich
bei Weibern etwas liederlich,
wir Griechen, wir Griechen,
wir haben uns're Lais,
ja die Phryne und die Aspasia,
wir Griechen, wir Griechen.

Die Dichter in Apollos Hain
begeistern wir mit Lesbos Wein,
wir Griechen, wir Griechen,
wir zollen gern mit frohem Mut,
dem Sänger feurigen Tribut,
wir Griechen, wir Griechen.

Wir leben hier in Hellas Flur
von Ackerbau und Viehzucht nur,
wir Griechen, wir Griechen,
wir bau'n auch der Paläste viel
im edelsten und reinsten Stil,
wir Griechen, wir Griechen.

Vor allem halten wir enorm
auf Plastik in der Körperform,
wir Griechen, wir Griechen,
der alten Esculap gebeut
daher vor Allem Mässigkeit,
uns Griechen, uns Griechen.

Wir spielen auch Comödie
und Sophokles Tragödie,
wir Griechen, wir Griechen,
dir Frauenrollen wie der Held
sind nur von Männern dargestellt,
bei Griechen, bei Griechen.

Wir bauen mächtig, stolz und hehr
'nen Tempel unserm Jupiter,
wir Griechen, wir Griechen,
und mitten drin als höchste Zier
haben ein Orakel wir,
wir Griechen, wir Griechen.

Doch könnt' man verschlafen ein paar tausend Jahr,
wie wird es da wohl ausseh'n? Gar sonderbar.

Da gibt es wohl keine Aspasien mehr,
vielleicht zur Entschädigung, gibt's Debardeur,
die fescher dann tanzen in and'rer Manier;
Doch! Doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,
doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,

Da sitzen die Dichter in Bierhallen traut
und preisen den Saft, der in Liesing gebraut,
da wer'n die Poeten wohl dicker vom Bier;
Doch! Doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,
doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,

Da handeln die Griechen mit Knoppern und Woll,
und machen auf der Börse in Dukaten wie toll,
und bau'n sich dann Zinshäuser, drei oder vier;
Doch! Doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,
doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,

Da hungern nach Benting die nobelsten Herrn,
dass ihnen die Fracks zehn Ellen z'weit wer'n,
krieg'n Wadeln, so schlank, wie ein preuss'scher Offizier;
Doch! Doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,
doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,

Da werden am Ende, was sich doch nicht ziemt,
die Männerpartien von Damen gemimt,
Couplets wer'ns auch singen in ihrer Manier;
Doch! Doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,
doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,

Vielleicht statt Orakeln, geh'n d'Leut dann , o Graus,
nach Sievring zum Bündel auf Nummern hinaus,
die Leut' wer'n sich foppen in and'rer Manier;
Doch! Doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,
doch so klassisch, klassisch, klassisch,
doch so klassisch nicht wie wir,


Nr. 7 - Terzett

MYDAS
Seht den Schmuck, den ich für Euch gebracht,
voller pracht, voller Glanz, dies Collier von Perlen ganz,
und hier den Diamant, wie gross und brilliant

GALATHÉE und GANYMED
Nur weiter, weiter, schneller doch!
Was gibt's denn noch?

MYDAS
Langsam! Hier ein Armband, prächtig, feinstes Gold,
wunderhold, num'ro drei, die Facon, wie fein und neu!
Es kostet mich fürwahr vierhundert Taler bar.

GALATHÉE
Wie schön, ach seht nur wie herrlich mir das steht,
das leuchtet, glänzt und flirrt, dass es die Sinn' verwirrt.
Es schmückt mit Zauberschein mich Gold und Edelstein,
fürwahr nicht leicht mir jetzt wohl eine gleicht!

GANYMED und MYDAS
Das Glänzen, das Flimmern, betört ihre Sinne,
das Leuchten, das Schimmern verblendet sie ganz!

GALATHÉE
Fürwahr Ihr seid galant, recht am&umml;sant, und ganz charmant!
Nobel find' ich eure Art, ja recht fein und zart!
Ein Arband hier, ne Kette da. Nun, nun? Sonst nichts, sonst nichts. Ist das Alles? Sonst nichts, sonst nichts?

MYDAS
Sicher werd ich mein Ziel bald erreichen.
Ihre Sprödigkeit wird bald sie erweichen!
Nun, nun?

GALATHÉE
S'ist kaum der Rede wert! Warte nur, mit schlauer List
will ich dir widerstehen, wenn du noch so pfiffig bist,
da heisst es vorgesehen!

GANYMED
Ha, ha, ho, ho, das find' ich viel begehrt.
Warte nur, mit schlauer List wird sie doch widerstehn,
wenn du noch so pfiffig bist, sie hat sich vorgesehen!

MYDAS
Ha, ha, ho, ho, das ist doch unerhört.
Warte nur, der schlauen List wirst du nicht widerstehn,
wenn du noch so pfiffig bist, ich hab mich vorgesehen!

GALATHÉE
Legt Ihr auch des Goldes Schein verlockend seine Schlingen,
auf der Hut doch will ich sein. Du sollst micht nicht erringen.
Warte nur, ja warte nur behutsam sein, nun heisst es fein,
mit schlauer List sich vorgeseh'n.

GANYMED
Legt Ihr auch des Goldes Schein verlockend seine Schlingen,
auf der Hut doch ist sie fein und leicht nicht zu erringen!
Warte nur, ja warte nur behutsam sein, muss sie nun fein,
mit schlauer List stets vorgeseh'n.

MYDAS
Legt dir nun des Goldes Schein verlockend feine Schlingen,
wir es nicht so schwierig sein, dich sicher zu erringen!
Ja warte nur, ja warte nur, behutsam sein,
hab mich mit List schon vorgeseh'n;

GALATHÉE
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch will ich sein!
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch will ich sein,
ja warte nur, ja warte nur!

GANYMED
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch ist sie fein!
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch ist sie fein,
ja warte nur, ja warte nur!

MYDAS
warte nur, warte nur, mir wird's nicht so schwierig sein!
Warte nur, warte nur, mir wird's nicht so schwierig sein,
ja warte nur, ja warte nur!

MYDAS
Hier noch etwas, das ich Euch will präsentieren,
seht wie niedlich, gar so reizend, wunderschön!
S'ist ein Ringlein, mit dem könnt Ihr paradieren,
solchen Stein hat wohl die Welt noch nicht geseh'n!
Hier 'ne Broche mit Topassen und Rubinen,
Ohrgehänge nach der Mode, ganz famos!
Und dazu, um Millionen zu gewinnen,
acht Promessen und ein Esterhazy Los!
Und das alles, teure Schöne,
leg ich hier zu deinen Füssen
weil ich mich unbändig sehne,
dass du spendest mir ein Küsschen,
ja das wär' ein Hochgenuss!
Nimm alles, alles, alles, alles für den Kuss!

GALATHÉE
Fürwahr, ihr seid galant, recht amüsant,
und ganz charmant! Nobel find' ich Eure Art
ach ja, recht fein und zart.
Ein Ringlein hier! 'ne Brosche da!

MYDAS
Sicher werd' mein Ziel ich bald erreichen,
ihre Sprödigkeit, bald wird sie weichen!
Nun, nun?

GALATHÉE
Nun, nun? Sonst nichts? Sonst nichts? Ist das alles?
Ist das alles? Sonst nichts, sonst nichts?
Kaum der Rede wert. Warte nur,
mit schlauer List will ich dir widerstehen;
wenn du noch so pfiffig bist, da heisst es vorgesehen!
Legt mir auch des Goldes Schein verlockend seine Schlingen,
auf der Hut doch will ich sein, du sollst mich nicht erringen!

GANYMED
Ha, ha! Ho, ho! Das find' ich viel begehrt
Warte nur, mit schlauer List wird sie doch wiederstehen;
wenn du noch so pfiffig bist, sie hat sich vorgesehen!
Legt ihr auch des Goldes Schein verlockend seine Schlingen,
auf der Hut doch ist sie dein, und leicht nicht zu erringen!

MYDAS
Ha, ha! Ho, ho! Das ist doch unerhört!
Warte nur, den schlauen List wirst du nicht wiederstehen;
wenn du noch so pfiffig bist, ich hab mich vorgesehen!
Legt dir nun des Goldes Schein verlockend seine Schlingen,
wird es nicht so schwierig sein, dich sicher zu erringen!
Es wird nicht schwierig sein!

GALATHÉE
Ach wie hässlich, fad und grässlich,
ach wie öde, und wie blöde!
Solch ein Popanz, solch ein fader Wicht,
ei welch' ein altes Schafsgesicht!
Ach wie hässlich, fad und grässlich,
ach wie öde, und wie blöde!
Solch ein Popanz, solch ein fader Wicht,
ei welch' ein altes Schafsgesicht!

GANYMED
Ach wie hässlich, fad und grässlich,
ach wie öde, und wie blöde!
Solch ein Popanz, solch ein fader Wicht,
ei welch' ein altes Schafsgesicht!
Ach wie hässlich, fad und grässlich,
ach wie öde, und wie blöde!
Solch ein Popanz, solch ein fader Wicht,
ei welch' ein altes Schafsgesicht!

MYDAS
Ich bin hässlich, fad und grässlich,
Ich bin öde, ich bin blöde!
Ich ein Popanz, ich ein Wicht,
ein fades altes Schafsgesicht!
Ich bin hässlich, fad und grässlich,
Ich bin öde, ich bin blöde!
Ich ein Popanz, ich ein Wicht,
ein fades altes Schafsgesicht!

GALATHÉE
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch will ich sein!
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch will ich sein,
warte nur, ja warte nur, will pfiffig auf der Hut ich sein.

GANYMED
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch ist die fein!
Warte nur, warte nur, auf der Hut doch ist die fein,
warte nur, ja warte nur, sie ist auf ihrer Hut ganz fein.

MYDAS
Warte nur, warte nur, mir wird's nicht so schwierig sein!
Warte nur, warte nur, mir wird's nicht so schwierig sein,
warte nur, ja warte nur, mir wird's fürwahr nicht schwierig sein.


Nr. 8 - Trinklied

GALATHÉE
Hell im Glas da schäumt das duft'ge Nass,
goldig rein erglüht der edle Wein.
Rebensaft verbirgt der Wahrheit Kraft,
drum stosse an, wack'rer Kumpan, stoss an!
Und schneller, immer schneller weckt der Wein
die heissen Triebe, und heller, immer heller
brennt die Flamme süsser Liebe.
Herbei das Nass, füllt schnell das Glas, ja,
denn klar und heller macht allein der klare, helle, edle Wein.

GANYMED und PYGMALION
Schenkt ein, schenkt ein! Stoss an!

MYDAS
Schenkt ein! Stoss an!

GALATHÉE
Feuergeist, er macht uns kühn und dreist,
Feuerwein verklärt mein goldnem Schein.
Heldenmut erweckt des Weines Glut,
drum stosse an, wack'rer Kumpan, stoss an!
Und schneller, immer schneller schärft der Wein
des Urteils Spitze, und heller, immer heller
schiessen auf des Witzes Blitze.
Herbei das Nass, füllt schnell das Glas, ja,
denn klar und heller macht allein der klare, helle, edle Wein.

GANYMED und PYGMALION
Schenkt ein, schenkt ein! Stoss an!

MYDAS
Schenkt ein! Stoss an!

GANYMED, PYGMALION und MYDAS
Herbei, herbei, herbei und schneller, immer schneller
weckt der Wein die heissen Triebe
und heller, immer heller brennt die Flamme süsser Liebe
Herbei das Nass, füllt schnell das Glas,
denn klar und heiter macht allein der helle. klare Wein,

GALATHÉE
Herbei das Nass, füllt schnell das Glas,
ja denn hell und heiter macht allein der helle, klare Wein.

GANYMED, PYGMALION und MYDAS
Herbei, herbei, herbei und schneller, immer schneller
schärft der Wein des Urteils Spitze,
und heller, immer heller schiessen auf des Witzes Blitze.
Herbei das Nass, füllt schnell das Glas,
denn klar und heiter macht allein der helle. klare Wein,


Nr. 9 - Kuss-Duett

GALATHÉE
Ach mich zieht's zu dir, du zuckersüsses Püppchen,
folge mir, entfliehen wir, süss' Liebchen, lass dich drücken
voll Entzücken, holder Schelm!

GALATHÉE
Ach komm! Ach komm! Ach komm! Komm,
folge mir, du holder Schelm, folg' mir!
Nur fort, nur fort, versäume nicht die Zeit,
o komm, okomm, uns winkt Glückseligkeit, ja!
Komm! Komm!

GANYMED
Nein nein, entfliehen mag ich nicht,
s'bringt viele Not, ist nicht komod, drum bleib ich hier,
leb' meiner Pflicht, leg mich in's Bett und schnarch!
Ich bleib, leg' mich in's Bett und schnarch!

GALATHÉE
Ach mich zieht's zu dir, du zuckersüsses Püppchen,
folge mir, entfliehen wir, süss' Liebchen, lass dich drücken
voll Entzücken, holder Schelm!
Schau, schau, sehr schlau weiss er, weiss zu halten sich,
muss fein nun sein, ich fang' ihn sicherlich, ja sicherlich,
es gibt der Männer wohl noch mehr,
sie zu bezaubern ist nicht schwer,
ist man so rosig und so nett, ein wenig schnippig und kokett.
Weiss man mit Seufzern umzugehn, sie recht sympatisch anzuseh'n,
ein wenig Kunst und Schelmerei, dann gibt's 'ne art'ge Spielerei! Jenun?

GANYMED
Zuckersüsses Püppchen, locke nur fein Liebchen!
Klug bin ich, hüte mich! Schau, schau,
sehr schlau kann sie verstellen sich,
muss fein nun sein, sonst entführt sie mich.
Es gibt der Männer wohl noch mehr,
ich darf mich zieren nicht zu sehr,
sie ist so rosig und so nett, ein wenig schnippig und kokett.
Versteht mit Seufzern umzugehn und mich sympatisch anzuseh'n,
sie ist voll Scherz und Schelmerei das gibt 'ne art'ge Spielerei!
Ach je, je doch! Je nun?

GALATHÉE
Setz dich zu mir! Jenun? Was sinnst du hier? jenun?
Nun was? So komm, kü:sse mich,
das schmeckt fürwahr entzückend! Küsse mich!
Welch ein Genuss, ach Teurer! Noch einmal,
wie ist dies Spiel beglückend,
köstlich, ach herrlich ist so ein Kuss!

GANYMED
Nun ja! Jedoch! Küsse mich!
Das schmeckt füwahr entzückend! Küsse mich!
Welch ein Genuss, ach Teure! Noch einmal,
wie ist dies Spiel beglückend,
köstlich, herrlich ist, herrlich, so ein Kuss!

GALATHÉE
Es blüht ein Liebesparadies an deiner Seite mir gewiss.
Ja folge mir, schnell fort von hier, schnell fort!
Ach komm, küsse mich!
Das schmeckt fürwahr entzückend! Küsse mich!
Welch ein Genuss, ach Teurer! Noch einmal,
wie ist dies Spiel beglückend,
köstlich, ach herrlich ist so, ja ist so ein Kuss!

GANYMED
Nun denn, ich will mit dir entflieh'n,
in ferne Lande mit dir zieh'n.
Ich folge dir, schnell fort von hier, nur fort,
schnell fort! Küsse mich!
Das schmeckt füwahr entzückend! Küsse mich!
Welch ein Genuss, ach Teure! Noch einmal,
wie ist dies Spiel beglückend,
köstlich, herrlich ist, herrlich, so ein Kuss!

GALATHÉE
Ach liebliches Glück verklärt meinen Blick,
dem Teuren zur Seite blüht Seligkeit mir.
Es wallet mein Blut mit feurigem Mut,
die Liebe geleite uns glücklich von hier!
Ach ja mit dir vereint zu sein, ist Wonne,
herrliches Leben, auf ewig gewinne ich dich mein;
es schwillt die Brust in hoher Lust, ja,
ja Seligkeit blüht mir bei dir.

GANYMED
Der Spass ist nicht schlecht, ist mir wahrlich ganz recht,
der Spass ist nicht schlecht, ist mir wahrlich ganz recht,
die Erob'rung ist fein, kann zufrieden wohl sein,
die Erob'rung ist fein, sehr fein, mir ganz recht.
Hübsch fein und galant, int'ressant, amüsant,
hübsch fein und galant, int'ressant, amüsant,
intrigant und pikant, intrigant und pikant,
hübsch gewandt und charmant, mir ganz recht,
mir ganz recht, fein, fein, fein, charmant, bin zufrieden,
wahrlich nicht schlecht, fein, fein, fein,
der Spass gar nicht schlecht, mir ganz recht,
der Spass ist nicht schlecht, ist mir wahrlich ganz recht!
Ja hübsch und gewandt und galant,
dieser Spass ist nicht schlecht, ist mir wahrlich ganz recht,
pikant, gewandt, galant, charmant.


Nr. 10 - Finale

PYGMALION
O Venus! Lass sie werden, was sie war,
wie du sie belebt, so erstarre sie wieder zu Stein.
Galathée!

GANYMED
Ist wieder Statue.

MYDAS
Meine Brazeletten sind versteinert!

PYGMALION
Wollen sie sie noch? Ich verkauf' sie Ihnen.

MYDAS
Sie geben? Ich nehme! Hier meine Karte:
Les chevalier Alphonse de Mydas,
né Hérsch, Wolf, Schweigeles!

MYDAS
Meinem Vater Gordios, meiner Mutter Cybeles
hab' ich es zu danken dass ich so ein feiner Mann,
denn der Vater Gordios und die Mutter Cybeles
fingen mich zu bilden schon im frühen Keime an!

PYGMALION, GANYMED, MYDAS, CHOR
Herbei, Herbei mit frohem Sang zur Venus hin
führet uns heut' der Freudengang,
der Morgenstern so hell und klar sei unser Hort,
führ uns fort zu der Göttin Altar.