Le Comte Ory

Le Comte Ory

Libretto

Eugène Scribe und Charles Gaspare Delestre-Poirson

Uraufführung

1828, Paris

Besetzung

GRAF ORY (Tenor)
ERZIEHER des Grafen (Bass)
ISOLIER, Page des Grafen (Mezzosopran)
RAIMBAUD, ein Freund des Grafen (Bariton)
Zwei GEFÄHRTEN des Grafen (Tenor / Bariton)
GRAF DE FORMOUTIERS (stumme Rolle)
ADÈLE DE FORMOUTIERS de Formoutiers, seine Schwester, eine junge Witwe (Sopran)
RAGONDE, ihre Beschliesserin (Mezzosopran)
ALICE, ein Bauernmädchen (Sopran)

Hofdamen auf Schloss Formoutiers, Ritter und Krieger des Grafen, Begleiter des Grafen Ory, Wachen, Dienerschaft, Landbevölkerung

Ort

Vor und in dem Schloss Formoutiers in der Touraine

Zeit

1250

Rossini, Gioacchino

Rossini, Gioachino (Antonio)
29.2.1792 Pesaro - 13.11.1868 Passy


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Demetrio e Polibio (1806; 18.5.1812 Roma)
La cambiale di matrimonio (3.11.1810 Venezia )
L'equivoco stravagante (26.10.1811 Bologna)
L'inganno felice (8.1.1812 Venezia )
Ciro in Babilonia, o sia La caduta di Baldassare (14.3.1812 Ferrara)
La scala di seta (9.5.1812 Venezia)
La pietra del paragone (26.9.1812 Milano)
L'occasione fa il ladro, ossia Il cambio della valigia (24.11.1812 Venezia)
Il Signor Bruschino, ossia Il figlio per azzardo (27.1.1813 Venezia)
Tancredi (6.2.1813 Venezia)
L'italiana in Algeri (22.5.1813 Venezia)
Aureliano in Palmira (26.12.1813 Milano)
Il turco in Italia (14.8.1814 Milano)
Sigismondo (26.12.1814 Venezia)
Elisabetta Regina d'Inghilterra (4.10.1815 Napoli)
Torvaldo e Dorliska (26.12.1815 Roma)
Almaviva, o sia L'inutile precauzione [Il barbiere di Siviglia](20.2.1816 Roma)
La gazzetta, ossia Il matrimonio per concorso (26.9.1816 Napoli)
Otello, ossia Il moro di Venezia (4.12.1816 Napoli)
La Cenerentola, ossia La bontà in trionfo (25.1.1817 Roma)
La gazza ladra (31.5.1817 Milano)
Armida (11.11.1817 Napoli)
Adelaide di Borgogna, ossia Ottone, re d'Italia (27.12.1817 Roma)
Mosè in Egitto (5.3.1818 Napoli)
Adina, o Il califfo di Bagdad (1818; 22.5.1826 Lisboa)
Ricciardo e Zoraide (3.12.1818 Napoli)
Ermione (27.3.1819 Napoli)
Eduardo e Cristina (24.4.1819 Venezia)
La donna del lago (24.9.1819 Napoli)
Bianca e Falliero, o sia Il consiglio dei tre (26.12.1819 Milano )
Maometto secondo (3.12.1820 Napoli)
Matilde Shabran, o sia Bellezza e Cuor di Ferro [Matilde di Shabran] (24.2.1821 Roma)
Zelmira (16.2.1822 Napoli)
Semiramide (3.2.1823 Venezia)
Il viaggio a Reims, ossia L'albergo del giglio d'oro (19.6.1825 Paris)
Le Siège de Corinthe [rev. Maometto II ] (9.10.1826 Paris)
Moïse et Pharaon, ou Le Passage de la Mer Rouge [rev. Mosè in Egitto](26.3.1827 Paris)
Le Comte Ory (20.8.1828 Paris)
Guillaume Tell (3.8.1829 Paris)
rev = Bearbeitung

ERSTER AKT
Graf Ory hat beschlossen, die Abwesenheit der Kreuzritter auszunutzen und den alleingelassenen Frauen und Mädchen nachzustellen. Er verkleidet sich als Eremit und begibt sich in die leere Einsiedelei nahe Schloss Formoutiers, dessen Bewohnerin, die Gräfin Adèle, seine besondere Aufmerksamkeit erregt. Nach kurzer Zeit kommen Schloss- und Dorfbewohner zu ihm, um Rat und Beistand zu holen. Ragonde, die Beschliesserin auf dem Schloss, bittet den Eremiten, die Gräfin wegen eines unbekannten Leidens anzuhören. Auch Orys Page Isolier vertraut sich arglos dem Gottesmann an: In Liebe zu der jungen Gräfin entbrannt, möchte er sich als Nonne verkleidet Zutritt zum Schloss verschaffen. Zudem bittet er den Eremiten, der Gräfin als Heilmittel die Liebe zu empfehlen. Ory segnet den Burschen und beschliesst, all dies selbst anzuwenden.
Adèle kommt und berichtet dem Eremiten von dem Gelübde, den Rest ihres Lebens in keuscher Witwenschaft zu verbringen. Rasch entbindet sie Ory von diesem Schwur, doch weiter kommt er nicht; sein Erzieher nämlich hat Verdacht geschöpft und entlarvt den falschen Eremiten. Ein Bote meldet die baldige Heimkehr der Kreuzritter.

ZWEITER AKT
Ory ersinnt neue Pläne, die Isolier so weit wie möglich durchkreuzen will. Ory und seine Genossen, als Pilgerinnen verkleidet, bitten während eines schweren Gewitters um Unterschlupf im Schloss. Die Gräfin gewährt dies gern, zumal sie hört, dass Ory auch ihnen nachgestellt hat. Niemand erkennt die Gauner, in deren Namen Ory mit verstellter Stimme überschwenglich dankt.
Die »Pilgerinnen« finden im Keller vorzügliche Weine. Ein Gelage beginnt. Isolier hat sich inzwischen Zutritt zur Gräfin verschafft; er klärt sie auf, um wen es sich bei den Pilgerinnen handelt, und bietet sich an, ihr gegen Orys Nachstellungen Hilfe zu leisten. Dieser zögert nicht, im nächtlichen Dunkel die Gräfin aufzusuchen und sie zu hofieren. Zu spät merkt Ory, dass er die ganze Zeit statt mit der Gräfin mit seinem Pagen gescherzt hat, als Trompeten die Rückkehr des Grafen und seiner Krieger melden. Ory und seine Kumpanen entfliehen, Isolier aber bleibt im Schloss.




Graf Ory



Prélude

ERSTER AKT

ERSTE SZENE
Die Bühne zeigt eine Landschaft.
Links vom Zuschauer aus im Hintergrund das Schloss von Formoutiers mit einer funktionierenden Zugbrücke.
Rechts Büsche, durch die hindurch man den Eingang zu einer Einsiedelei sieht.
Bauern und Bäuerinnen errichten einen Laubengang aus Zweigen und Blumen.


Nr. 1 - Introduktion

RAIMBAUD
Kommt, ihr Mädchen, rasch,
hört den weisen Eremiten,
sogleich wird er hier erscheinen.
Wenn er in die Klause zurückkehrt,
soll er im Vorübergehen unsere
Spenden und Wünsche empfangen.

ALICE, CHOR
Wir achten seine Gelehrsamkeit,
gibt er doch Reichtum, Wissen
und auch einen Mann zur Ehe.

RAIMBAUD
verbirgt unter dem Mantel sein Ordensrittergewand
Schweigt! Ruhe!
Man muss seine Macht fürchten.
Ich habe die Ehre, ihm zu dienen.

ALICE, CHOR
Man muss seine Macht fürchten.

RAIMBAUD
Ihr lacht?

ALICE, CHOR
Ha, ha, ha, was für ein Spass!

RAIMBAUD
Lacht man über meine Macht...

ALICE, CHOR
Herr Robert, beruhigt Euch.

RAIMBAUD
… so beleidigt man den Himmel.

ALICE, CHOR
Wir alle wollen gehorsam sein,
doch besänftigt Euren Zorn.

RAIMBAUD
Stellt nun dort in den Schatten
Früchte, Milch und Käse.

ALICE, CHOR
Wohlan und frisch ans Werk!
Unter dieses Laubwerk lasst uns
unsere schönsten Früchte legen.

RAIMBAUD
Los denn, rasch!

ALICE, CHOR
Geduld!

RAIMBAUD
Schneller doch!

ALICE, CHOR
Geduld,
Herr Robert, nur Geduld!
Vor allem, erregt Euch nicht.

RAlMBAUD
ungeduldig
Stellt auf den Tisch
auch einige Fläschchen alten Weins,
ist's doch ein Geschenk des Himmels.

ALICE, CHOR
Wir stellen auf den Tisch
auch einige Fläschchen alten Weins,
ist's doch ein Geschenk des Himmels.



ZWEITE SZENE

RAGONDE
kommt links aus dem Schloss
Da doch unsre Frau Gräfin
leider so betrübt ist,
warum dann diese Freudenlieder,
angestimmt von ihren Vasallen?
Wenn man seine Herrin liebt,
grämt man sich um ihren Kummer.

Sie will den guten Eremiten
heute noch aufsuchen,
auf dass er sie von dem Übel,
das sie plagt, zu befreien sucht.

ALICE, CHOR
Welches Glück und welche Freude!
Der Himmel hat ihr's eingegeben.

RAIMBAUD
Sie ist gerettet. Ja, die Gräfin
konnte es nicht besser treffen.

RAGONDE
Glaubt ihr, dass seine Wissenschaft
uns wieder hoffen lassen kann?

RAlMBAUD
Nichts kommt seinem Wissen gleich.
Manche Witwe hat dank seiner Hilfe
ihren Gatten wieder gefunden.

RAGONDE
Ach, auch ich will ihn hören.
Ich will zu ihm gehen,
Wenn ein zu liebevolles Herz
durch ihn Heilung finden kann,
wird dieser fromme Mann, zu dem
ich flehe, uns neue Hoffnung geben.

ALICE, RAIMBAUD
Er vermag noch sehr viel mehr
Hier verehrt ihn jedermann,
nichts kommt seiner Macht gleich.

CHOR
Hier verehrt ihn jedermann,
nichts kommt seiner Macht gleich.


DRITTE SZENE

GRAF ORY
als Eremit verkleidet, mit einem langen Bart
Möge das günstige Geschick
eure Bitten erhören!
Der Friede des Himmels, meine Brüder,
sei immer mit euch!

Witwen und junge Mädchen,
kommt in eurem grausamen Schmerz
zu mir, meine Schönen,
gefällig zu sein ist ja so süss!

Ich versöhne die Familien,
and den jungen Mädchen
schenke ich sogar einen Gatten.

Ja, kommt alle, kommt!
Möge das günstige Geschick, usw.

RAGONDE
Ich komme zu Euch.

GRAF ORY
betrachtet sie
Sprecht nur, hochachtbare Dame,
auch ihr, meine Kinder. Euren Wünschen gewogen,
kann ich alles gewähren. Sprecht:
All eure Wünsche werden erfüllt.

CHOR
sich um den Grafen drängend
Ach, welch ein frommer Mann!
Er ist der Wohltäter des Dorfs.

RAGONDE
Ich bitte euch, lasst uns alle
einer nach dem anderen sprechen.

GRAF ORY
Welches ist euer Begehr?
Was erbittet ihr von mir?

ALICE, RAGONOE, RAIMBAUD, CHOR
Sprecht einer nach dem anderen
Ruhe! Seid doch still!

EIN BAUER
Ich verlange,
dass meine Frau
in meiner Ehe
immer folgsam sei.

GRAF ORY
Schon gut, schon gut.

ALICE
Ich bitte Euch,
ich möchte so gerne,
dass man mir
den schönen Julien zum Mann gibt!

GRAF ORY
Schon gut, schon gut.

RAGONDE
Ich erbitte mir
eine grosse Gunst:
dass noch heute
mein geliebter Gatte
hierher zurückkehre
und meine Qual beende;
dass ich ihn zurückerhalte,
ist mein einziges Glück.

GRAF ORY
Gut. Gut.
(Wie doch ein guter Eremit,
den man um etwas bittet,
wie doch ein guter Eremit
verdienstvoll ist!
dreht sich den jungen Mädchen zu
Die jungen Mädchen
und feinen Liebchen
kommen heute Abend
in meine Klause.)

RAIMBAUD
Jetzt lasst uns alle
zur Klause gehen
und seiner Macht
huldigen.

GRAF ORY
(Höchstes Glück!
In meine Klause
kommen die jungen Mädchen
heute Abend.)

ALICE, RAGONDE, CHOR
umringen den Grafen
Ja, guter Eremit,
ich bitte
um eine grosse Gunst,
ich wünsche mir
Zärtlichkeit,
Jugend
und Reichtum:
Erhöret uns.

Das ganze Dorf
huldigt Euch…
Wir werden nun alle
zur Klause gehen.

ALICE, RAGONDE, RAIMBAUD, CHOR
Das ganze Dorf usw.
Lasst uns alle gehen!

GRAF ORY
Das ganze Dorf
huldigt mir …
Kommt alle
zur Klause.
Kommt alle!
Einer nach dem anderen,
meine lieben Kinder!


EIN BAUER
Ich verlange, usw.


RAGONDE
Bitte noch ein Wort. Es geht um Frau Gräfin.
Während unsere tapferen Ritter
in ihrem Streben nach Ruhm
in islamischen Gefilden Sieg auf Sieg erringen
haben ihre Frauen, ihre Schwestern,
wiewohl in den besten Jahren,
wie ich geschworen, ihr Witwenleben
im Schlosse Formoutiers zuzubringen.


GRAF ORY
(Wo so viele Reize gefangen sind.)
Es ist das Schloss der schönen Gräfin…


RAGONDE
… Deren Bruder unseren Streitern
in den Krieg gefolgt ist.
Und diese edle Schlossherrin
will Euch wegen eines rästelhaften
Leidens, das uns Sorgen macht,
heute um Rat fragen.

GRAF ORY
(Oh, welch ein Glück!)
Sie soll nur zu mir kommen,
meine Pflicht ist, ihr zu helfen.
Ich hoffe, ihr durch meine Dienste die
Ruhe zurückzugeben.
Kehrt jetzt zu ihr
zurück, geht an eure Arbeit.
Ich werde unterdessen in meiner
bescheidenen Hütte
die Bitten dieser jungen Schönheiten empfangen.

ALICE, RAGONDE, RAIMBAUD, CHOR
Frommer Mann,
das ganze Dorf
kommt, um Euren Tugenden
zu huldigen.

GRAF ORY
Das ganze Dorf
huldigt mir...
Kommt nun alle
zur Klause.

Gefolgt von allen jungen Mädchen geht der Graf zu seiner Klause.
Ragonde kehrt ins Schloss zurück. Die Bauern entfernen sich.
Der Erzieher und lsolier erscheinen.




VIERTE SZENE

DER ERZIEHER
Ich kann nicht mehr weiter gehen.

ISOLIER
Nun gut! Ruhen wir uns unter diesem
schattig-kühlen Laubwerk aus.

DER ERZIEHER
Warum nur zwangst du mich, unsere
Begleitung zu verlassen,
und brachtest mich hierher?

ISOLIER
(Ich hatte meine Gründe.
Dort liegt das Schloss meiner schönen Kusine!
Könnte ich sie nur flüchtig sehen...
Welch ein Glück!
Doch weit davon, die Leidenschaft zu teilen,
die mich beherrscht,
verschliesst sie der Liebe ihr Schloss
und auch ihr Herz.)
zum Erzieher, der sich hingesetzt hat
Nun, Herr Erzieher,
schöpft Ihr wieder etwas Mut?

DER ERZIEHER
Verfluchte Stellung! Verfluchter Auftrag!
Unser gnädiger Fürst, dem ich gehorsam bin,
befiehlt wir, den Grafen Ory zu suchen,
seinen Sohn, diesen Plagggeist,
meinen Schüler und Herrn,
der ohne meinen Befehl - ach! -
vom Hofe zu verschwinden sich erdreistete.


ISOLIER
(Um einen neuen Streich auszuhecken.)

DER ERZIEHER
Man sagte, er sei hier versteckt.
Wie soll ich ihn hier finden… wie erkennen?

ISOLIER
Ihr sollt alles wissen...
Habt Ihr nicht die Ehre,
sein Erzieher zu sein?

DER ERZIEHER
Ach, was für eine Ehre!


Nr. 2 - Arie

DER ERZIEHER
Unablässig auf der Hut sein,
ständig fürchten müssen
für das Leben seiner Hoheit
oder für mein eigenes Leben.

Das sind für den Erzieher
eines grossen Herrn
Gewinn und Ehre.
Erzieher sein, welch eine Ehre!

Im Krieg wie auf der Jagd,
falls ihm Gefahr droht,
gilt's ihm überall un folgen,
und wenn er mich in den Tod führte!

Unablässig auf der Hut sein,
ständig zittern müssen
um das Leben seiner Hoheit
oder für mein eignes Leben...

Das sind für den Erzieher usw.

Ist er verliebt is eine Schöne,
muss ich hinter ihr herlaufen,
obwohl ich stets ihn warne
vor den Gefahren heftiger Liebe.

Unablässig auf der Hut sein,
ständig laufen
für seine Hoheit
oder seine Geliebten.

Das sind für den Erzieher, usw.



FÜNFTE SZENE

CHOR DER BÄUERINNEN

Euch, unsrer Stütze
und unserem Freund,
recht vielen Dank!
Stets werde ich Euch gern besuchen,
o guter Eremit.

O heiliger Prophet,
seid gesegnet!
Mächtiger Prophet,
seid gesegnet!

Junge Mädchen
haben dank seiner Hilfe
ihr Glück gemacht
und nun einen guten Mann.

DER ERZIEHER
betrachtet die jungen Mädchen
(Ich sehe ein niedliches Ding erscheinen;
ach, mein lieber Herr
muss hier ganz nahe sein.)

Ihr jungen Mädchen, sagt mir bitte,
wann ist der gute Eremit
in dieses Dorf gekommen?

CHOR
Acht Tage ist es her...

DER ERZIEHER
Was hör' ich da?
Acht Tage ist es her...

CHOR
Nicht länger!

DER ERZIEHER
… seit unser Herr verschwand!
Wirklich acht Tage?

CHOR
Ja, acht Tage, nicht länger.

DER ERZIEHER
Acht Tage ist es her,
seit unser Herr verschwand!
Dieser sehr merkwürdige Zufall
birgt in meinen Augen ein Geheimnis.
Ist der gute Eremit, den man verehrt,
im Grunde seines Herzens aufrichtig?

Sollte er, den man so schätzt,
er, zu dem man fleht,
nicht wieder einmal Graf Ory sein?

Einfältiger Betrug,
ich durchschaue dich,
ja, ich bin sicher, er ist es wieder.


CHOR
Was hat er denn, der Reisende?
Er scheint nicht gut gelaunt.
Wir müssen uns entfernen,
nur fort von hier, verschwinden wir.


DER ERZIEHER
Sollte er, den man so schützt, usw.
Er ist es wieder.
Dieser sehr merkwürdige Zuall, usw.


DER ERZIEHER
hält Alice zurück, die als Letzte bleibt
Diesen Eremiten, schönes Kind,
wo könnte ich ihn sehen?


ALICE
Hier.., sogleich
wird er kommen... Frau Gräfin
wünscht, ihn zu befragen.

ISOLIER
Wirklich!

ALICE
Über ein rätselhaftes Leiden,
das sie belastet und bedrückt.

DER ERZIEHER
Danke, mein schönes Kind.
Er muss also gleich kommen*

ISOLIER
(Sie wird gleich kommen!)

DER ERZIEHER
(Diene schöne Gräfin mit dem
verführerischen Blick!
Das scheint mir ein noch stärkerer
Beweis zu sein.)
zu Isolier
Wartet auf mich...
ich gehe zu unserem Gefolge.
(Dann kommen mir gemeinsam zurück,
um meinen Verdacht zu bestätigen
oder zu zerstreuen.)


SECHSTE SZENE

ISOLIER
Ich soll die geliebte Schönheit wieder sehen,
Doch wie diese stolze Tugend entwaffnen?
Wie kann ich heute ihre Gunst gewinnen?
Wenn dieser Eremit, der gute Alte,
mir helfen wollte... Doch nein ...
das wäre zu kühn.
Vorwärts! Bin ich denn nicht der Page
des Grafen Ory?


SIEBTE SZENE

ISOLIER
Seid mir gegrüsst, ehrwürdiger Eremit!

GRAF ORY
mit einer Geste der Überraschung
(Das ist mein Page!
Finden wir heraus, was er plant.)
Was führt Euch zu mir, bester Isolier?

ISOLIER
Er kennt mich!

GRAF ORY
Das ist Ergebnis meiner Weisheit.

ISOLIER
Ein grosses Wissen kann man nicht
genug belohnen.
reicht ihm eine Geldbörse
Doch diese Spende ist nur sehr gering,
meine ich.

GRAF ORY
nimmt die Börse
Das macht nichts... mir könnt tir vertrauen,
sprecht, sprecht nur, schöner Page.


Nr. 3 - Duett

ISOLIER
Eine Dame hoher Abkunft
hält mein Herz in süsser Knechtschaft.
Ich entbrenne vor Liebe zu ihr.

GRAF ORY
Ich sehe darin nichts Schlimmes...
und weiter?

ISOLIER
Ich glaubte schon, ihr zu gefallen.
Doch ihr allzu strenges Herz
entzieht sich meinem Werben.

GRAF ORY
Ich sehe darin nichts Schlimmes...
und weiter?

ISOLIER
Und bs zur Rückkehr ihres Bruders,
der der Fahne der Kreuzfahrer folgt,
darf kein Liebhaber, kein Sterblicher
dieses Schloss betreten.

GRAF ORY
(Das Schloss der Gräfin... o Himmel!)

ISOLIER
Was tun, um dort einzudringen?
Ich hätte wohl ein sehr schönes Mittel,
doch ich glaube, es ist zu gewagt.

GRAF ORY
Sprecht... sprecht nur... schöner Jüngling.

ISOLIER
Ich wollte mir als Pilgerin
mit Mantel end Kapuze
Eintritt ins Schloss verschaffen.

GRAF ORY
Sehr gut… Das Mittel ist mir neu.
(Ich denke, man kann es benutzen.)
Edler Page des Grafen Ory,
Ihr werdet einst seiner würdig sein!
(Seht doch diesen Verräter, der wagt,
sich mit seinem Herrn zu messen!)


ISOLIER
Ich fühle mich wie neu geboren,
welch gutes Mittel,
welch ein Meisterstreich ...

GRAF ORY
(Doch ich habe ihn, man wird sehen,
wer von uns beiden siegt.)

ISOLIER
Ja, ich habe ihn und sehe schon,
dass seine Macht mir nützen wird.
Doch zunächst erfordert der Plan
zur Ausführung Eure Dienste.

GRAF ORY
Wie das?

ISOLIER
Von jener edlen Dame
werdet Ihr sogleich um Rat gefragt.

GRAF ORY
(Er weiss tatsächlich alles.)

ISOLIER
Sagt ihr, dass ihre Kälte
der Grund für ihre Todesqualen sei.

GRAF ORY
Ich höre, ich höre... gar nicht übel.

ISOLIER
Um sie sogleich davon zu kurieren,
sagt ihr, dass sie mich lieben muss.

GRAF ORY
Ich höre, ich höre... gar nicht übel.
Ich sage ihr, dass sie lieben muss...
(Doch nicht meinen Rivalen...)

ISOLIER
Sagt ihr, dass sie lieben muss.


GRAF ORY
Edler Page des Grafen Ory, usw.



ACHTE SZENE


Marsch

GRÄFIN
bemerkt Isolier
Isolier hier an diesem Ort!

ISOLIER
Wegen eines Übels, das mich quält,
kam auch ich, den Eremiten zu befragen

GRAF ORY
Ich schulde allen, die ein Leid bedrückt,
meinen Trost, meinen Rat
und meine Segenswünsche.


Nr. 4 - Arie


GRÄFIN
nähert sich Ory
Der Traurigkeit verfallen,
keinen Rausch mehr erleben
in der Blüte der Jugend,
nichts als Schmerz and Leiden,
das ist mein Geschick.
Stumm dahinwelken,
nur noch den Tod erwarten,
ach, welch Leiden.


O schreckliche Qual!
Ihr geltet als verständnisvoll,
seid doch, wenn's möglich ist, so gut,
das schreckliche Leiden zu heilen,
das mir, ich fühl's, den Tod bringt.
Lindert meinen Schmerz,
lasst mich wieder glücklich sein.

CHOR
Lindert das grosse Leiden,
lindert den grossen Schmerz!
Und möge Euer Wissen
sie wieder glücklich machen.

GRÄFIN
Soll ich an meinem Leiden sterben?
Ach, ach, keine Hoffnung mehr!
Himmel!
O schreckliche Qual! usw.
Lindert meinen Schmerz,
lasst mich wieder glücklich sein.

CHOR
Ach, lindert den grossen Schmerz!

ISOLIER
zum Grafen
Ihr habt ihre zu Herzen gehende Bitte vernommen!
Jetzt ist der Moment.
Verwendet Euch für mich, mein Vater!

GRAF ORY
zur Gräfin
Wenn Ihr zu meiner Hilfe
Vertrauen habt,
kann ich auf Ehre und Gewissen
Euren Schmerz kurieren.

Die Krankheit, die Euch quält,
hat ihren Sitz im Herzen.
Ihr müsst wieder lieben,
um dem Glück erneut zu begegnen.

GRÄFIN
Ewige Witwenschaft
habe ich durch einen Eid gelobt.
Und den sollte ich brechen?
Lieber will ich sterben.

GRAF ORY
Der Himmel entbindet Euch davor.
Er befiehlt, dass Eures Lebens
Flamme sich erneut entzünde
an der Fackel der Liebe.

GRÄFIN
Himmlische Vorsehung,
ich segne dich für deine Güte!

O guter Eremit,
Eure Fähigkeiten
werden in meinem Glück
auf ewig weiterleben.

GRAF ORY, dann ISOLIER
Auf ewig, auf ewig.


GRÄFIN
zu Isolier
Isolier, in deiner Gegenwart,
erfasst mich eine süsse Unruhe.
Mein lieber Isolier, ich will dich lieben,
nur dich allein will ich lieben.

CHOR
Man sieht, dass seine Worte
sie aufzumuntern scheinen.
Das Übel, das sie plagt,
beginnt schon nachzulassen.

GRÄFIN
Schon spüre ich,
wie das glühende Feuer
der Jugend
durch zärtliche Liebe
aufs Neue entbrennt.

O guter Eremit, usw.

ISOLIER
zum Grafen
Sehr gut... Ich bin zufrieden.

GRAF ORY
zur Gräfin
Noch auf ein Wort, ich bitte Euch.
Vor einer grossen, drohenden Gefahr
muss ich Euch warnen! …
Ihr müsst Euch hüten...

GRÄFIN
Vor wem?

GRAF ORY
Vor diesem jungen Isolier.

GRÄFIN
O Himmel!

GRAF ORY
Er ist der treue Page
dieses schlimmen Grafen Ory,
dessen galante Abenteuer...
Doch hier.., vor ihm,
wage ich nicht, noch mehr zu sagen.
Gehen wir doch ins Schloss.

GRÄFIN
Mein Herz erbebte davor!
zum Grafen
O mein Erretter! ...
O meine einzige Stütze,
Kommt, kommt!

Sie nimmt die Hand des Grafen und will ihn ins Schloss führen. Alle Damen folgen. Graf Ory hat schon den Fuss auf der Zugbrücke und macht eine freudige Geste, um Isolier zu verspotten. In diesem Augenblick erscheinen der Erzieher und die Ritter seiner Begleitung.



NEUNTE SZENE

DER ERZIEHER, DIE RITTER
Wir werden ihn schon erkennen.
Also vorwärts...


DER ERZIEHER
erblickt Raimbaud, der als Bauer verkleidet ist
Was sehe ich!... Das ist ja Raimbaud,
Vertrauter und Freund unseres Herrn!

RAIMBAUD
Se schweigt doch, kein Wort mehr.

DER ERZIEHER
Kein Zweitel, kein Geheimnis mehr,
auf den Eremiten zeigend
es ist mein edler Herr! Er ist's!

GRAF ORY
(Elender! Fürchte meinen Zorn!)

DIE RITTER
verneigen sich
Es ist Graf Ory!

DAMEN
weichen erschrocken zurück und flüchten sich in eine Ecke
Graf Ory!

GRAF ORY
Nun ja... ich bin es!



Nr. 5 - Finale


ALLE
Himmel!

GRÄFIN, ALICE, RAGONDE, dann ISOLIER
O Schreck, o tiefste Schmach,
welch nichtswürdige List!
Mein Herz klopft vor Entsetzen und Abscheu.
Welch Entsetzen ergreift mein Herz!
Welch Entsetzen packt mein Herz!
Ja, das Entsetzen lässt mein Herz erbeben.

DER ERZIEHER
O Glück, o höchste Freude!
Die List ist nun erkannt!
Alles widersetzt sich seinem Glück.
Die Hoffnung flieht aus seinem Herzen
(Für mich, welch ein Glück!)
Die Wut rast in seinem Herzen.

GRAF ORY
Keine Hoffnung, o tiefste Schmach!
Alles widersetzt sich meinem Glück.
Ach, die Hoffnung verlässt mich.
Welch Entsetzen, ach!
Die Hoffnung flieht aus meinem Herzen.
Zorn ist in meinem Herzen,
Die Wut lässt mein Herz erheben.


RAIMBAUD
Keine Hoffnung, o tiefste Schmach!
Alles widersetzt sich seinem Glück.
Der Verdruss verstärkt sich noch.
O Schmerz, Himmel!
Welch ein Unglück, welch Entsetzen!
Die Hoffnung flieht aus seinem Herzen.

RAGONDE
Dies Schreiben, edle Herrin,
gelangt zu Euch aus fernem Land
Es bringt sicherlich Nachrichten
von unseren Gatten.


GRAF ORY
(Noch ein Missgeschick.)

ALLE ausser der GRÄFIN
Seid doch so gut, lest.

DER ERZIEHER
Adieu Vergnügen, hoher Herr!

ALICE, RAGONDE, ISOLIER, CHOR
Tut mir den Gefallen.

GRAF ORY, RAIMBAUD, DER ERZIEHER, CHOR
Man muss sich beherrschen.

GRÄFIN
liest
«Geehrte Dame, liebe Schwester,
der Kreuzzug ist zu Ende,
und wir kehren endlich
in die Heimat zurück.«

ALLE ausser der GRÄFIN
freudig
Der Kreuzzug ist zu Ende,
und sie kehren endlich
in die Heimat zurück.

RAIMBAUD, DER ERZIEHER
Welch ein Verhängnis!

GRÄFIN
liest
«Man hat nus furchtlos
das Heilige Land befreien sehen,
und unser Schwert ist noch gefärbt
vom Blut der Sarazenen.«

ALLE ausser der GRÄFIN
Man hat sie furchtlos
das Heilige Land befreien sehen,
und ihr Schwert ist noch gefärbt
vom Blut der Sarazenen.

RAIMBAUD, DER ERZIEHER
Welch ein Verhängnis!

GRÄFIN
liest
«Wir brechen nach Frankreich auf,
und wir werden sicherlich
zwei Tage nach
dieser Botschaft eintreffen.«

ALICE, RAGONDE, ISOLIER, CHOR
Darauf hoffen wir.
Sie werden is Frankreich sicherlich
zwei Tage nach
dieser Botschaft eintreffen.«

GRAF ORY, RAIMBAUD, CHOR
Ach, keine Hoffnung mehr!
Sie werden in Frankreich, usw.

DER ERZIEHER
Für ihn gibt's keine Hoffnung mehr.
Sie werden in Frankreich, usw.

RAGONDE
Herr Graf, Ihr werdet
unsere Freude doch teilen.

GRAF ORY
Ich teile eure Freude.

GRÄFIN
Teilt unsere Freude.


GRAF ORY
(Wir werden meine Schmach
durch neue Erfolge zu tilgen wissen.)
zu Raimbaud
En bleibt mir noch ein Tag,
der soll meinen Plänen dienen.

RAIMBAUD, DER ERZIEHER
Gehen wir.
Lass uns sein Vorhaben überwachen

GRÄFIN
Wenn mein Herz noch zittert
vor seinem grässlichen Plan,
wird der, den allein ich verehre,
mir wieder Frieden schenken

ALICE, ISOLIER
Wenn mein Herz noch zittert
vor seinem grässlichen Plan,
wird der Bruder, den sie verehrt,
ihr wieder Frieden schenken.

RAGONDE
Wenn mein Herz noch zittert
vor seinem grässlichen Plan,
wird der Gatte, den allein ich verehre,
mir wieder Frieden schenken.

GRAF ORY, SEINE GEFÄHRTEN
(Es bleibt mir/uns noch ein Tag,
der soll unseren Plänen dienen.)

CHOR
Ach, ich zittere noch
vor seinem grässlichen Plan.

GRAF ORY
Kommt, Freunde,
wir wollen uns zurückziehen,
und in unsrer Klause
meinen Sieg vorbereiten
und den Schicksalsschlägen trotzen.
In der Nacht,
werden wir lautlos
ungeachtet aller Neider
den Schicksalsschlägen trotzen.


ISOLIER
Allem, was er plant,
stellen wir uns geschickt entgegen,
Wir parieren seine Streiche schon.

GRÄFIN
Schon birgt das harte Schicksal
nichts mehr, was wich schreckt.
Eine Hoffnung voller Zauber
lässt bereits mein Herz erbeben.
Mein Herz pocht schon hoffnungsfroh
vor Freude und Glück.

RAGONDE
Der mein Herz zu rühren wusste,
wird mich wieder glücklich machen.
Ich fühle mein Herz schon erbeben
vor Liebe und Glück.


RAIMBAUD
Gehn wir!
Lasst uns mit Umsicht
im Stillen nachdenken,
dann ist unserer Rache
der Erfolg gewiss.
Lasst uns dem Schlossherrn trotzen.


DER ERZIEHER
Kehren wir still zurück.
Es gilt, mit Umsicht
der Rache des Schlossherrn
zu entgehen.
Ich fürchte den Schlossherrn.

GRAF ORY
Gehen wir.

DAMEN, ISOLIER
Gehen wir nach Hause.

DAMEN, ISOLIER, CHOR
In die Siegeslieder
sollen sich unsre Stimmen mischen.
Besingen wir der Helden Ruhm
und ihre glanzvollen Taten.
Lasst uns alle ihre Taten besingen!

RAIMBAUD, DER ERZIEHER
Lasst uns durch den Sieg
all unsere Rechte sichern.
Ruhm gewinnt man auch
durch unsere galanten Heldentaten.
Auf denn, man wird
von unseren Taten sprechen.

GRAF ORY, SEINE GEFÄHRTEN
Wir wollen sie durch den Sieg
unter unsere Gesetze zwingen.
Ruhm gewinnt man auch
durch unsere galanten Heldentaten.
Auf denn, man wird
von unseren Taten sprechen.

GRAF ORY
Kommt, Freunde, usw.




ZWEITER AKT


ERSTE SZENE

Nr. 6 - Introduktion

Das Schlafzimmer der Gräfin. Links ein Ruhebett und ein Tisch mit einem brennenden Licht.
Rechts vorne ein Fenster. Die Gräfin ist in Gesellschaft von Ragonde und der Damen ihres Gefolges, die mit Handarbeiten beschäftigt sind.


GRÄFIN, RAGDNDE
An diesem stillen, ruhigen Ort
verrinnt unser unschuldiges Leben,
und wir trotzen in diesem Refugium
den Machenschaften der Bösen.

DAMEN
Und wir trotzen in diesem Refugium
den Machenschaften der Bösen.

GRÄFIN
sitzend, einen Schal stickend
Ich zittre noch, wenn ich dran denke;
was für ein Mensch ist dieser Graf Ory!
Für die Tugend und die Unschuld
ist er der schlimmste Feind.

RAGONDE
Also der unsrige... Gott!
Welche Kühnheit!
Als frommer Mann aufzutreten und
mir von meinem Gatten zu sprechen!

GRÄFIN
Zum Glück können mir uns furchtlos
und sicher fühlen in diesem Schloss,
das uns vor ihm beschützt.

GRÄFIN, RAGONDE
An diesem Ort, usw.

DAMEN
Und wir trotzen in diesem Refugium
den Machenschaften der Bösen.
Das Gewitter, das schon zu hören war, wird immer lauter.
Hört! … Der Himmel grollt.

GRÄFIN
Ja, Regen und Hagel
lassen die Scheiben
dieses stolzen Schlosses klirren;
Ich fürchte mich sehr.

RAGONDE, dann DAMEN
Besänftige deinen Zorn,
du grosser Gott, bewahre uns.

RAGONDE
Wir sind in Sicherheit!...
Dem Himmel sei Dank!

GRÄFIN
Wenn das Gewitter heftig tobt,
beklage ich stets aus tiefstem Herzen
das Los der armen Pilgerinnen!

Man hört Stimmen vor der Tür.

STIMMEN
Edle Herrin,
seht unsre Pein;
und in diesem Landsitz,
gütige Dame,
um dem Unglück zu entfliehen,
das uns droht,
bitten wir, uns gnädig
Gastfreundschaft zu gewähren.

GRÄFIN
Seht, wer es sein kann
und wer zu dieser Stande klopft.
Nie hat ein Unglücklicher,
der bittend zu uns kommt,
vergebens Schutz unter dem Dach
dieses alten Hauses gesucht.


Das Gewitter wird stärker.

GRÄFIN, RAGONDE, DAMEN
Grosser Gott, in deiner höchsten Güte!
Besänftige den furchtbaren Sturm!
Den, den ich liebe, trifft gerade jetzt
vielleicht ebenfalls ein Unglück!

STIMMEN
Edle Herrin, usw.


Ragonde geht hinaus.


ZWEITE SZENE

RAGONDE
die erregt zurückkommt
Wann wird des Himmels Rache auf ihn fallen?
Welch ein Schauder!

GRÄFIN
Was habt Ihr?

RAGONDE
Gott! Welch unerhörte Schandtat!

GRÄFIN
Was ist denn?

RAGONDE
Noch ein Streich des Grafen Ory.
Unglückliche Pilgerinnen,
die, vor ihm auf der Flucht,
als Schutzsuchende
ein Obdach für die Nacht erbitten.

GRÄFIN
Bietet ihnen unsere Hilfe an!

RAGONDE
Ich bin Eurem Wunsch zuvorgekommen!
Diese Mühe fiel mir leicht.
Gern nimmt man an Schmerzen Anteil,
die man selbst erlitten...

GRÄFIN
Sind es viele Damen?

RAGONDE
Vierzehn.

GRÄFIN
Das ist viel!

RAGONDE
Doch welch Benehmen! Welche Haltung!

GRÄFIN
Wie alt?

RAGONDE
Vierzig Jahre.

GRÄFIN
Ihr Äusseres?

RAGON E
Schauderhaft!
Graf Ory scheut vor nichts zurück.
Ich habe sie still in die Halle gebeten.
Sie zitterten noch vor Kälte und vor Angst.
Eine von ihnen jedoch in ihrer Dankbarkeit
bittet um die Gunst,
Euch einen Augenblick zu sehen.
Ich glaube, da ist sie schon.

GRÄFIN
Schon gut.
Lasst uns einen Augenblick allein.

RAGONDE
zu Ory, der im Pilgermantel und mit gesenkten Augen erscheint
Tretet näher, fürchtet nichts.

Alle Damen gehen hinaus.


GRÄFIN
Ragonde hatte Recht.
Welch bescheidene Haltung!
So tretet näher, liebe Dame.


DRITTE SZENE

Nr. 7 - Duett

GRAF ORY
Ach, Frau Gräfin, welche Ehrfurcht
vor Eurer Tugend entflammt mich;
erlaubt, dass ich meines Herzens
Glut hier vor Euch bekunde.

GRÄFIN
Des Herzens Glut?

GRAF ORY
Eure Klugheit,
Eure Freundlichkeit
hat unsre Ehre gerettet.

GRÄFIN
Ich bin stolz und glücklich,
eine so kostbare Tugend
vor dem Wüten
eines Schamlosen bewahrt zu haben.

GRAF ORY
Tugend!

GRÄFIN
Ja, ich bin stolz darauf,
dass seinem Wüten
nun so viele Schönheiten entgehen.

GRAF ORY
Unvergesslich sind meinem Herzen
so viel Zauber, so viel Anmut.
Er nimmt ihre Hand.
Diese Hand, die ich jetzt küsse,
bezeugt es Euch auf ewig.

GRÄFIN
Was tut Ihr? Ich bitte Euch!

GRAF ORY
Meiner Dankbarkeit
Überschwang beleidigt Euch!
Doch ohne Eure Hilfe,
ach, wenn ich nur daran denke...
welches Los stand uns bevor! …
Vor Schrecken zittere ich noch ...

GRÄFIN
gütig und ihm die Hand reichend
Beruhigt Euch, beruhigt Euch nur.

GRAF ORY
drückt ihre Hand an seine Lippen
Ach, Madame!

GRÄFIN
lächelnd
Welches Übermass an Angst!
(Welches Übermass an Freude!
Woher kommt nur diese Zärtlichkeit?
Warum diese Zärtlichkeit?
Die Furcht bedrückt sie noch.)
Obwohl so nah bei ihm,
könnt Ihr hier doch ohne Furcht
dem Grafen Ory trotzen.


GRAF ORY
(Ich muss mit Geschick
meine Liebe bezähmen;
welch süsser Rausch
liess mich wider Willen erbeben!)
Wie, Ihr wagt es, hier ohne Furcht
dem Grafen Ory zu trotzen?
Er soll frech und tollkühn sein.

GRÄFIN
Ich trotze seinem Wüten.

GRAF ORY
Man behauptet, dass er Euch liebe.

GRÄFIN
Ah!... Welch unerhörte Frechheit!

GRAF ORY
Wenn er nun, um Verzeihung bittend,
vor Euch auf die Knie fiele,
Madame, was würdet Ihr dann tun?

GRÄFIN
Für eine solche Kühnheit
wären Schande und Verachtung
der Preis.

Dieser Unverschämte,
der uns zu gefallen glaubt,
hofft vergebens,
siegreich zu sein.

Ich ziehe den vor,
der aufrichtig liebt,
der uns seine Liebesglut
zu verschweigen weiss...

Lachen muss man freilich
über den falschen Liebeswahn
und die Qualen
eines Verführers.

Dieser Unverschämte,
der uns zu gefallen glaubt,
hofft vergebens,
siegreich zu sein
und mein Herz zu erobern.

GRAF ORY
(Stolze, Schönheit,
prüde, sittenstreng,
bald hoffe ich
dein Herz zu rühren.

Ich lache schon jetzt
über ihre Gegenwehr;
Widerstand
ist unerlässlich...

Dann kommt die Stunde,
da die Gefangene
schwach und klagend
dem Sieger unterliegt.)

(Stolze, Schönheit,
prüde, sittenstreng,
bald hoffe ich
siegreich zu sein,
dein Herz zu rühren.)

GRÄFIN
Mit Zuversicht
kann man im Voraus
seiner Frechheit
trotzen, glaube ich.


GRAF ORY
Man muss im Voraus
auf der Hut sein;
Zuversicht
ist keine Klugheit,

GRÄFIN
Dieser Unverschämte, usw.

mein Herz zu rühren.

GRAF ORY
Um sich zu rächen,
wird der Verführer
bald Ihr Herz
zu rühren wissen.

(Vergeblich lachst du
über meine Liebesglut,
Ich hoffe noch immer,
siegreich zu sein.
Ja, die Liebe
verspricht mir Glückseligkeit.)

GRÄFIN
Hier sind Eure treuen Gefährtinnen.

GRAF ORY
fängt sich wieder
Ich höre sie... die Brüder,
ich meine, die Schwestern!
blickt nach hinten
(Meine Ritter!
Unter den schlichten Pilgergewändern!)

GRÄFIN
Ich lasse euch Milch und Früchte servieren.

GRAF ORY
Welch himmlische Güte!
Er küsst respektvoll die Hand der Gräfin, die ihn beim Hinausgehen mit Interesse betrachtet.
Der Tischwein ist mässig
und die Mahlzeit bescheiden
für so edlen Appetit.


VIERTE SZENE

Nr. 8 - Chor

Der Erzieher und elf Ritter treten ein; ihr Pilgermantel ist halb offen und lässt darunter ihre Ritterkleidung erkennen.


GRAF ORY, SEINE GEFÄHRTEN
Ah, welch verrückter Streich!
Das ist köstlich, das ist göttlich!
Das Vergnügen selbst lädt uns
zu diesem fröhlichen Festmahl ein.


GRAF ORY
Das Abenteuer ist doch hübsch,
stimmt's etwa nicht, mein Herr Erzieher?

DER ERZIEHER
Ich denke wie mein Herr.
Doch wenn der Herzog…


GRAF ORY
Mein Vater…


DER ERZIEHER
… von dieser Narretei erfährt,
dann bin ich meine Stellung los.
Also gilt es aufzupassen.

GRAF ORY
Nun, das ist doch dein Beruf;
du hältst für uns Wache,
und wir lachen für dich.
Nichts, meine ich, wird uns fehlen,
denn klug wusste ich zu wählen:
meine Gefährten für des Spas,
meinen Erzieher für die Vorsicht.

BER ERZIEHER
Wer brachte Euch nur
auf eine so verrückte Idee?

GRAF ORY
Mein Page Isolier... mein Rivale.

DER ERZIEHER
Der Unbesonnene!

GRAF ORY
Da er das Objekt meiner Liebe nicht kennt,
riet er mir vorhin zu einer solchen Maskerade,
um seine Herrin leicht zu entführen.

DER ERZIEHER
Und dur Himmel straft ihn.

GRAF ORY
Indem er mich belohnt.

GRAF ORY, SEINE GEFÄHRTEN
Ah, welch verrückter Streich, usw.

Sie setzen sich zu Tisch.

DER ERZIEHER
Doch welch triste Observanz!
Weiter nichts als Milch und Früchte.

GRAF ORY
Es ist das Mahl der Unschuld,
meine Damen.

DER ERZIEHER, dann CHOR
Überhaupt kein Wein!...


FÜNFTE SZENE

Raimbaud kommt mit einem Korb unter seinem Pilgermantel.

RAIMBAUD
Hier ist er, meine Freunde.

CHOR
erhebt sich
Es ist Raimbaud!

RAIMBAUD
Ein Abenteuer hab' ich heldenhaft gewagt,
und jetzt will ich mit euch die Beute teilen.
Kommt näher, hört euch an,
welche Taten ich für euch vollbrachte.


Nr. 9 - Arie

RAIMBAUD
An diesem einsamen Ort,
günstig dem süssen Geheimnis,
hatte ich nichts zu tun,
und so schlief ich ein.

In meinem unentschlossenen Gemüt
regte sich Unternehmungslust,
durch das Vorbild gerechtfertigt,
und weckt mich auf.

CHOR
Wie! Raimbaud ist auch dabei!

RAIMBAUD
Es ist das einzige Mittel,
eines solchen Herrn würdig zu sein,
und ich will diesen Landsitz
ganz genau erkunden!

Ich gehe los… ich orientiere mich:
Meinen Augen bietet sich
ein elegantes Zimmer.
Es ist das Arbeitszimmer.

CHOR
Und was für eine Arbeit ist das?

RAIMBAUD
Eine schöne Harfe…
ein Wandteppich;
neben der Stickerei
bemerke ich einen Roman!

Selbst in einem Kämmerchen
habe ich in einem Versteck
die Geschichte des schönen
Tirante el Blanco zu sehen geglaubt!

CHOR
Wie, wahrhaftig, einen Roman!

RAIMBAUD
Ich verlasse das Betzimmer,
und betrete dann den Speiseraum,
wo nichts in mir die Hoffnung
auf ein Festmahl wecken kann.

Auf gut Glück schreite ich
unter einem düsteren Gewölbe voran
und sehe halb den Eingang
zu einem schrecklichen Keller.

CHOR
Einem schrecklichen Keller!

RAIMBAUD
Eine junge Schöne
könnte gefangen dort schmachten.
Ich stürze mich hinein und komme
in einen riesigen Weinkeller,

dessen gewaltige Ausmasse
und tadelloses Aussehen
von der Umsicht
des Herrn auf Formoutiers zeugen.

CHOR
Konnte man es besser treffen?

RAIMBAUD
Fürchterliches Arsenal,
das einem bei Tische
unzähmbaren Mut
gegen den Sarazenen verleiht,

Riesiges, schönes Heer
von ganz neuer Art,
mehr zu fürchten als das Heer
des Sultans Saladin...

CHOR
Das ist köstlich, das ist göttlich!

RAIMBAUD
Neben Weinen aus der Touraine
seh' ich die aus Aquitanien,
und mein unsicherer Blick
verwirrt sich beim Zählen.

Dort seh' ich Deutschland,
hier funkelt Spanien,
dort braust der Champagner
vor Ungeduld in seinem Joch.

CHOR
Das ist göttlich, das ist köstlich!

RAIMBAUD
Ich zaudere... o Gipfel der Verwirrung!
O süsse Gefahr, die ich liebe!
Und allein mit mir selber
stürze ich mich aufs Geratewohl

gegen so viele Feinde.
Ohne zu zählen, beginne ich,
heldenmütig greife ich
zwanzig Länder zugleich an.

Welch eine Eroberung
bietet sich mir an!...
Doch ich halte inne,
ich höre Lärm.

Jemand kommt näher,
stürzt sich auf mich!
Von unserem Laufen
erzittern die Mauern,
sie hallen wider,
man verfolgt mich.

Man schreit: Bleib stehn!
Halt... bleib stehen!
Das Echo wiederholt
die Warnrufe.
Ich entfliehe geschwind.

Welch ein Festtag,
o meine Freunde.
Hier sind die (alle) Früchte
meiner Eroberung.

CHOR
Von seiner Eroberung
ernten wir die Früchte.

RAIMBAUD
Man schreit: Bleib stehen!
Das Echo wiederholt
ihre Schritte, ihre Schreie.
Es zittern die Mauern
und hallen
vom Laut ihrer Schritte wider.
Jemand kommt näher,
stürzt sich auf mich,
aber ich warte nicht so lange.

Welch ein Festtag, usw.

GRAF ORY
Mit dur Frucht seines Sieges
huldigt er der Freundschaft.
An seiner Siegesbeute, seinem Ruhm
wollen mir gern teilhaben.



Nr. 10 - Chor

GRAF ORY, SEINE GEFÄHRTEN
nehmen die Flaschen aus dem Korb
Trinken wir, trinken wir rasch!
Welch guten Wein besass
doch unser Schlossherr!

Während er Krieg
gegen Türken und Sarazenen führt,
trinken wir diesen köstlichen Saft
auf sein teures Wohl.
Trinken wir bis zum Morgen!

Welch süsse Ambrosia!
Feiern wir Zug um Zug
den Wein and die Narretei,
die Lust und die Liebe!

Welch guten Wein besass usw.

GRAF ORY
Da kommt wer... es ist die Pförtnerin!
Ruhe! Still doch!
Stellt euch betend,
oder es ist um uns geschehen


SECHSTE SZENE

GRAF ORY, DREI GEFÄHRTEN
schliessen den Mantel und verstecken ihre Flaschen
Du, den ich verehre,
erhöre mein Gebet.
O schützender Gott,
komm in deiner Güte,
uns die Unschuld zu bewahren,
und möge deine Macht
eines Tages
die Gastfreundschaft belohnen.

Ragonde betrachtet sie gerührt, erhebt die Augen zum Himmel und entfernt sich.

RAIMBAUD
Sie ist verschwunden.
Lasst uns die verlorene Zeit aufholen.

GRAF ORY, SEINE GEFÄHRTEN
Trinken wir, usw.

GRAF ORY
Sie kommt zurück … Ruhe!


SIEBTE SZENE

Die Gräfin erscheint mit mehreren Frauen, die Fackeln tragen.

GRÄFIN
(Welch beschauliche Andacht!
Wie sehr ich sie bewundre!)
zum Grafen und den Rittern
Jetzt ist Zeit zur Nachtruhe.
Mag nun jede von Ihnen, meine Damen,
sich in ihr Gemach zurückziehen.

GRAF ORY
Gott befohlen, edle Gräfin...
Ach, wenn der Himmel mich erhört,
kommt bald vielleicht der Augenblick,
wo ich Euch beweisen kann,
was mein dankbares Herz für Euch empfindet.


Der Graf und die Ritter nehmen den Damen die Fackeln ab and ziehen sich zurück.


ACHTE SZENE

GRÄFIN
beginnt ihren Schleier abzunehmen
Ja, es ist ein guten Werk
und wird unseren Einsatz
glücklich belohnen.
Man läutet im Turm.
Wer kommt jetzt noch?

RAGONDE
blickt aus dem Fenster
Ein Page.

GRÄFIN
Ein Page hier an diesem Ort,
den wir Männern untersagt haben!
Ich will wissen, wer so frech ist...


NEUNTE SZENE

ISOLIER
Ich bin's, schöne Kusine,
und verdiene keineswegs
den stolzen Zorn,
der in Euren schönen Augen funkelt.

GRÄFIN
Wer schickt Euch her?

ISOLIER
Der Herzog, mein Herr,
hat mich beauftragt mitzuteilen,
diesen Damen und auch Euch,
dass heute, in dieser Nacht,
ihre Gatten und Euer Bruder
hier um Mitternacht eintreffen.

ISOLIER, RAGONDE, EINE DAME
Wie, unsre Gatten ... Gütiger Gott! ...

ISOLIER
Sie kehren zurück aus Palästina
und wollen euch heimlich
heute Nacht überraschen.

ISOLIER, RAGONDE, EINE DAME
Ach, diese glückliche Rückkehr
erfüllt all unsere Hoffnungen!

ISOLIER
Der Herzog glaubt es auch;
doch er denkt bei sich,
dass ein kluger Ehemann
stets seine Frau informiert.
Allzu unerwartetes Glück
kann sehr gefährlich sein.

RAGONDE
Wie!
Unsere Gatten kehren endlich zurück!
Der Himmel schuldete sie längst
der Glut unserer zärtlichen Liebe.
Ich eile, unseren liebenswürdigen
Gästen Bescheid zu sagen.


ISOLIER
hält sie auf
Wer sind sie denn?

RAGONDE
Vierzehn tugendsame Damen...
die Euer Herr, der Graf Ory,
verfolgte.

ISOLIER
Angst befällt all meine Sinne.
Haltet ein …
sind es vielleicht Pilgerinnen?

RAGONDE
Ja, in der Tat.

ISOLIER
Es ist um uns geschehn …
In dieser Verkleidung
habt Ihr den Grafen Ory
persönlich empfangen,
und alle seine Ritter.

ISOLIER, RAGONDE, EINE DAME
O Himmel!

GRÄFIN
Gipfel des Entsetzens!

RAGONDE
Was soll ich meinem Mann sagen,
wenn er zu Hause
seine keusche Gattin
mit vierzehn Rittern findet?

GRÄFIN, RAGONDE, EINE DAME
Ach, welche Gefahren
stehen uns noch bevor?

ISOLIER
Nur eine Stunde noch,
und ihr seid gerettet.
Man kommt uns zur Hilfe...
Es gilt, Zeit zu gewinnen.

GRÄFIN, RAGONDE, EINE DAME
Ach, ach, ich zittre!

GRÄFIN
Schrecklicher ist er allein
als die anderen zusammen.
Der Graf Ory… er ist hier…
ich höre ihn.

Die Damen entfliehen mit einem spitzen Schrei. Isolier löscht das Licht auf dem Tischchen, hüllt sich in den Schleier, den die Gräfin gerade abgelegt hat, setzt sich auf das Sofa und bedeutet der Gräfin, zu ihm zu kommen.

ISOLIER
Fürchtet nichts. Koste es mein Leben,
ich verteidige Euch gegen alle.

GRÄFIN
Vor Schrecken bin ich ganz gelähmt.

ISOLIER
Geliebte Dame, Herz meines Lebens,
fürchtet nichts, ich bin in Eurer Nähe.



ZEHNTE SZENE

Nr. 11 - Terzett

GRAF ORY
Im Schutz dieser dunklen Nacht
voran denn und ohne sie zu wecken!
Ich muss dem inneren Drang folgen;
Die Liebe bewegt mich,
und ich finde keinen Schlummer.

Vor Liebe und Hoffnung
klopft mir das Herz;
die Nacht und die Stille
sind Garanten meines Glücks.

ISOLIER
Vor Furcht und Hoffnung
klopft mir das Herz.
Die Nacht und die Stille
führen ihn doppelt in die Irre.

GRÄFIN
durch Isolier verborgen
Vor Furcht und Hoffnung
klopft mir das Herz.
Die Nacht and die Stille
verdoppeln meine Angst.

ISOLIER
leise, zur Gräfin
Sprecht ihn an.

GRÄFIN
Wer ist da?

GRAF ORY
Ich bin's, Schwester Colette,
allein, und in diesem Zimmer,
wo ich nicht schlafen kann,
stört und beunruhigt mich alles.
Ich habe Angst … gestattet mir…
mich Euch … zu nähern.

ISOLIER, dann die GRÄFIN
(Oh! Welch eine Hinterhältigkeit!)

GRAF ORY
geht auf Isolier zu, den er für die Gräfin Adele hält
O Augenblicke voller Zauber!
Zu zweit hat man viel weniger Angst.

ISOLIER
(Ja, zu zweit!)

GRAF ORY
die Hand Isoliers ergreifend, der die Hand der Gräfin Adele ergreift
Ach, ich habe keine Angst mehr.

GRÄFIN
Was tut Ihr?

GRAF ORY
drückt lsoliers Hand
Für mich gibt's keine Angst mehr,
wenn diese Hand
auf meinem Herzen ruht.

GRÄFIN
(Er presst meine Hand auf sein Herz.)

ISOLIER
(zur Gräfin)
Gestrenge Schönheit,
lasst ihn gewähren;
sein Glück kostet Euch nichts.

GRAF ORY
Grosser Gott! Welch ein Glück!
Vor Liebe und Hoffnung, usw.

ISOLIER
Vor Furcht and Hoffnung, usw.

GRÄFIN
Vor Furcht und Hoffnung, usw.
Jetzt bitte ich Euch,
Schwester Colette, geht zurück.

GRAF ORY
zu Isolier
Euch verlassen … heisst zu sterben.
Ja, ich verharre Euch zu Füssen.

GRÄFIN
Ich zittere, Himmel! Was tut Ihr?

GRAF ORY
reisst sich die Verkleidung herunter
So seht das Feuer, das mich verzehrt!
Ein Liebender fleht hier zu Euch.

GRÄFIN
Ach! Grosser Gott! Welch ein Betrug!

GRAF ORY
Die Liebe, die meinen Verstand trübt,
muss mir Verzeihung verschaffen.
zu Isolier, der aufstehen will
Nehmt sie nicht fort, ich bitte Euch,
diese Hand, die meine Liebesglut …

GRÄFIN
Ach, wie Ihr mich drückt!
Lasst wich los.

GRAF ORY
küsst Isolier
So wahr Gott lebt! Madame,
kann man Euch je genug lieben?

In diesem Augenblicke erklingen Trompetensignale am Schlosstor. Die Frauen aus dem Gefolge der Gräfin stürzen mit Fackeln in der Hand ins Zimmer.

GRÄFIN, dann GRAF ORY, dann ISOLIER
Ich höre Waffenlärm,
eben erklang die Trompete.

GRÄFIN, ISOLIER
Keine Angst, kein Schrecken mehr,
endlich kommt man uns zu Hilfe.
Ich höre Waffenlärm, usw.

GRAF ORY
Welche Gefahr muss ich eingehen?
Ich höre Waffenlärm, usw.
Muss ich soviel Liebreiz verlassen?

GRÄFIN, dann GRAF ORY; dann ISOLIER
Ich höre Waffenlärm, usw.

GRAF ORY
O Himmel! Was ist das für ein Lärm?

ISOLIER
sich die Verkleidung abreissend
Die Stunde des Rückzugs,
wir müssen fort, edler Herr.

GRAF ORY
erkennt ihn jetzt
Es ist mein Page Isolier.

ISOLIER
Derjenige, den Schwester Colette
mit so viel Inbrunst küsste.

GRAF ORY
Ich bin betrogen! Fürchte meine Wut!

ISOLIER
Fürchtet lieber die Eures Vaters!
Er trifft soeben in diesem Schloss ein.
Hört Ihr die Freudenrufe?

GRAF ORY
O Himmel!



ELFTE SZENE

GRÄFIN
Ihr, die Ihr gegen Frauen Krieg geführt,
seid jetzt unsere Gefangenen!

GRAF ORY
Ja, wir sind besiegt!
Zu Euren Füssen, edle Dame,
bitte ich um Gnade für alle meine Ritter.
Was fordert Ihr als Lösegeld?

GRÄFIN
Nur eines: Euer Verschwinden…
hütet Euch vor dem Zorn
ihrer Ehemänner.

ISOLIER
Durch einen Geheimgang
führe ich Euch hinaus,
und Euer Page
wird hinter Euch das Tor schliessen.

GRAF ORY
Er hat uns alle zum Narren gehalten.


Nr. 12 - Finale


GRÄFIN
Hört die Siegeslieder,
es sind tapfere Ritter;
Liebe and Ruhm führten sie
nach Hause zurück.

GRAF ORY
Der Sieg gehört der ehelichen Liebe,
sie soll in ihr Heim zurückkehren.

Verlassen wir diese gastliche Stätte.


SEINE GEFÄHRTEN
Verlassen wir diese gastliche Stätte.


Isolier öffnet links eine Geheimtür, durch die Ory und seine Ritter abgehen. In diesem Augenblick wird die die Tür im Hintergrund geöffnet.
Angeführt von ihren Knappen mit Standarten und Waffen, betreten der Herzog und die Ritter, die aus Palästina zurückgekehrt sind, das Zimmer.
Ragonde und die anderen Frauen werfen sich ihren Gatten in die Arme, die Gräfin
umarmt ihren Bruder. Dann küsst Isolier kniend die Hand des Grafen von Formoutiers, der ihn während des folgenden Chors aufhebt und brüderlich umarmt.


ALLE
Ehre den Söhnen des Sieges,
Ehre den tapferen Rittern,
die Liebe und Ruhm
nach Hause zurückführten!

Personnages

LE COMTE ORY, seigneur châtelain (Ténor)
LE GOUVERNEUR, tuteur du comte Ory (Basse)
ISOLIER, page du comte Ory (Mezzo-Soprano)
RAIMBAUD, chevalier et compagnon de folies du comte Ory (Basse)
LA COMTESSE DE FORMOUTIERS (Soprano)
RAGONDE, tourière du château de Formoutiers (Mezzo-Soprano)
ALICE, jeune paysanne (Soprano)

CHOEUR
Paysans et paysannes, Dames d'honneur de la comtesse, Chevaliers, Compagnons du comte Ory, Écuyers




Prélude

ACTE PREMIER

SCÈNE PREMIÈRE

Le théâtre représente un paysage.
Dans le fond, à gauche du spectateur, le château de Formoutiers, dont le pont-levis est praticable.
A droite, bosquets à travers lesquels on aperçoit l'entrée d'un ermitage. Des paysans et des paysannes sont occupés à dresser un berceau de feuillage et de fleurs.



N° 1 - Introduction

RAlMBAUD
Jouvencelles, venez vite,
Ecoutez le sage ermite,
Il va paraître en ces lieux.
Qu'en rentrant à l'ermitage,
Il reçoive à son passage
Nos offrandes et nos voeux.

ALICE, LE CHOEUR
L'on respecte sa science
Car il donne l'opulence,
Le savoir et des époux.

RAIMBAUD
cachant sous son manteau son habit de chevalier
Taisez-vous, du silence;
II faut craindre sa puissance.
J'ai l'honneur de le servir.

ALICE, LE CHOEUR
Il faut craindre sa puissance.

RAIMBAUD
Vous riez?

ALICE, LE CHOEUR
Ah, ah, ah, quel plaisir!

RAIMBAUD
Quand on rit de ma puissance ...

ALICE, LE CHOEUR
Sire Robert, calmez-vous.

RAIMBAUD
… c'est le ciel que l'on offence.

ALICE, LE CHOEUR
Nous allons obéir tous,
Mais apaisez votre courroux.

RAIMBAUD
Placez là sous cet ombrage
Et des fruits et du laitage.

ALICE, LE CHOEUR
Allons, vite à l'ouvrage,
Préparons sous ce feuillage
Nos fruits les plus délicats.

RAIMBAUD
Allons, vite!

ALICE, LE CHOEUR
Patience!

RAIMBAUD
Mais plus vite!

ALICE, LE CHOEUR
Patience,
Sire Robert, patience,
Surtout ne vous fâchez pas.

RAIMBAUD
d'un air d'impatience
Placez aussi sur la table
Quelques flacons de vin vieux;
Car c'est un présent des cieux!

ALICE, LE CHOEUR
Plaçons aussi sur la table
Quelques flacons de vin vieux;
Car c'est un présent des cieux!


SCÈNE DEUXIÈME

RAGONDE
sortant du château, à gauche
Quand Madame la Comtesse
Est, hélas! dans la tristesse,
Pourquoi donc ces chants d'allégresse
De la part de ses vassaux?
Quand on aime sa maîtresse,
On s'afflige de ses maux.

Elle veut au bon ermite
Dans ce jour rendre visite,
Pour que du mal qui l'agite
Il cherche à la délivrer.

ALICE, LE CHOEUR
Quel bonheur, quelle allégresse!
Le ciel vient de l'inspirer.

RAIMBAUD
Elle est sauvée. Oui, la Comtesse
Ne pouvait mieux rencontrer.

RAGONDE
Vues croyez que sa science
Peut nous rendre l'espérance?

RAIMBAUD
Rien n'égale sa science:
Mainte veuve, grâce à lui,
A retrouvé son mari.

RAGONDE
Ah! Je veux aussi l'entendre.
Près de lui je veux me rendre,
S'il est vrai qu'un coeur trop tendre
Par lui puisse être guéri.
Ce saint homme que j'implore
A nos voeux rendre l'espoir!

ALICE, RAIMBAUD
Il pourrait bien plus encore;
Dans ces lieux chacun l'honore,
Rien n'égale son pouvoir!

LE CHOEUR
En ces lieux chacun l'honore,
Rien n'égale son pouvoir!


SCÈNE TROISIÈME

LE COMTE ORY
déguisé en ermite avec une longue barbe
Que les destins prospères
Accueillent vos prières!
La paix du ciel, mes frères,
Soit toujours avec vous!

Veuves ou demoiselles,
Dans vos peines cruelles,
Venez à moi, mes belles,
Obliger est si doux!

J'accorde les familles,
Et même aux jeunes filles
Je donne des époux.

Oui, venez tous, venez.

Que les destins prospères etc.

RAGONDE
Je viens à vous!

LE COMTE ORY
la regardant
Parlez, dame... trop respectable.
Vous aussi, mes enfants. A vos voeux, favorable,
Je puis tout accorder. Parlez:
Tous vos souhaits seront comblés.

LE CHOEUR
se pressant autour du Comte
Ah! quel saint personnage!
C'est le bienfaiteur du village.

RAGONDE
De grâce, parlons tous
L'un après l'autre.

LE COMTE ORY
Quel désir est le vôtre?
Que me demandez-vous?

ALICE, RAGONDE, RAIMBAUD, LE CHOEUR
Parlons l'un après l'autre.
Silence! taisez-vous.

UN PAYSAN
Moi, je réclame
Pour que ma femme
Dans mon ménage
Soit toujours sage.

LE COMTE ORY
C'est bien, c'est bien.

ALICE
Moi, je vous prie,
J'ai tant d'envie
Qu'on me marie
Au beau Julien!

LE COMTE ORY
C'est bien, c'est bien.

RAGONDE
Moi, je demande
Faveur bien grande:
Qu'aujourd'hui même
L'époux que j'aime
Ici revienne
Finir ma peine;
Que je l'obtienne,
C'est mon seul bien.

LE COMTE ORY
Bien. Bon.
(Qu'un bon ermite
Qu'on sollicite,
Qu'un bon ermite
A de mérite!
se retournant vers les jeunes filles
Jeune fillette,
Et bachelette,
Dans ma retraite,
Viendra ce soir.)

RAIMBAUD
Il fautt nous rendre
A l'ermitage.
Rendons hommage
A son pouvoir.

LE COMTE ORY
(Bonheur suprême!
En ma retraite
Jeune fillette
Viendra ce soir.)

ALICE, RAGONDE, LE CHOEUR
entourant le Comte
Oui, bon ermite,
Je sollicite
Faveur bien grande,
Et je demande
De la tendresse,
De la jeunesse,
De la richesse:
Exaucez-nous.

Tout le village
Vous rend hommage...
A l'ermitage
Nous irons tons.

ALICE, RAGONDE, RAIMBAUD, LE CHOEUR
Tout le village, etc.
Allons tous!

LE COMTE ORY
Tout le village
Me rond hommage...
A l'ermitage
Accourez tous.
Venez tous!
L'un après l'autre,
Mes chers enfants!

UN PAYSAN
Moi, je réclame etc.

RAGONDE
De grâce, encore un mot. Il s'agit de Madame.
Tandis que nos preux chevaliers
Que l'amour de la gloire enflamme,
Dans les champs musulmans moissonnent des lauriers,
Leurs femmes et leurs soeurs, bien qu'à la fleur de l'âge,
Ont juré comme moi de passer leur veuvage
Dans le châteaux de Formoutiers.

LE COMTE ORY
(Où tant d'attraits sont prisonniers.)
C'est le château de la belle Comtesse…

RAGONDE
… Dont le frère aux combats a suivi nos guerriers.
Et cette noble châtelaine,
Sur un mal inconnu qui cause notre peine,
Veut aujourd'hui vous consulter.

LE COMTE ORY
(Ah! quel bonheur!) Près de moi qu'elle vienne,
Mon devoir est de l'assister.
J'espère dans mon zèle lui rendre le repos;
Retournez auprès d'elle, allez à vos travaux.
Je vais en attendant dans mon humble chaumière
De ces jeunes beautés accueillir la prière.

ALICE, RAGONDE, RAIMBAUD, LE CHOEUR
Saint personnage,
Tout le village
Vient rendre hommage
A vos vertus.

LE COMTE ORY
Tout le village
Me rend hommage…
A l'ermitage
Accourez tous.

Le Comte remonte à son ermitage, suivi de toutes les jeunes filles.
Ragonde rentre au château. Les paysans s'en vont.
Arrivent le Gouverneur et Isolier.



SCÈNE QUATRIÈME

LE GOUVERNEUR
Je ne puis plus longtemps voyager de la sorte.

ISOLIER
Eh bien! reposons-nous sous ces ombrages frais.

LE GOUVERNEUR
Pourquoi m'avoir forcé de quitter notre escorte
Et m'amener ici?

ISOLIER
(J'avais bien mes projets...
Voilà donc le château de ma belle cousine!
Si je pouvais l'entrevoir... quel bonheur!
Mais, loin de partager l'ardeur qui me domine,
Elle ferme à l'amour son castel et son coeur.)
au Gouverneur, qui s'est assis
Eh bien! monsieur le Gouverneur,
Reprenez-vous un peu courage?

LE GOUVERNEUR
Maudit emploi! maudit message!
Monseigneur notre prince, auquel je suis soumis,
M'ordonne de chercher le comte Ory, son fils,
Ce démon incarné, mon élève et mon maître,
Qui, sans mon ordre, hélas! loin de la cour
S'est avisé de disparaître.

ISOLIER
(Pour jouer quelque nouveau tour.)

LE GOUVERNEUR
On le disait caché dans ce séjour.
Comment l'y découvrir?... comment l'y reconnaître?

ISOLIER
Vous devez tout savoir... d'être son gouverneur
N'avez-vous pas l'honneur?

LE GOUVERNEUR
Ah! quel honneur!

N° 2 - Air

LE GOUVERNEUR
Veiller sans cesse,
Craindre toujours
Pour Son Altesse
Ou peur mes jours.

Du gouverneur
D'un grand seigneur,
Voilà les profits et l'honneur.
Quel honneur d'être gouverneur!

A la guerre, comme à la chasse,
Si quelque péril le menace,
Il faut partout suivre ses pas,
Dût-il vous mener au trépas!

Veiller sans cesse,
Trembler toujours
Pour Son Altesse
Ou pour mes jours...

Du gouverneur etc.

Et s'il est épris d'une belle,
Il me faut courir après elle;
Tout en lui faisant des sermons
Sur le danger des passions.

Veiller sans cesse,
Courir toujours,
Pour Son Altesse
Ou ses amours.

Du gouverneur etc.


SCÈNE CINQUIÈME

CHŒUR DE PAYSANNES
Vous, notre appui,
Et notre ami,
Bien grand merci!
J'irai toujours vous voir,
Ô bon ermite.

Ô saint prophète,
Soyez béni!
Puissant prophète,
Soyez béni!

Jeune fillette
Ah, grâce à lui,
Fortune faite,
Et bon mari.

LE GOUVERNEUR
regardant les jeunes filles
(Je vois paraître
Minois joli;
Ah! mou cher maître
Doit être près d'ici.)

Jeunes fillettes, de grâce dites-moi
Depuis quel tempe dans ce village
Ce bon ermite est-il venu?

LE CHŒUR
Voilà huit jours...

LE GOUVERNEUR
Qu'ai-je entendu?
Voilà huit jours...

LE CHŒUR
Pas davantage!

LE GOUVERNEUR
… que cotre maître a disparu!
C'est bien huit jours?

LE CHŒUR
Oui, c'est huit jours, pas davantage.

LE GOUVERNEUR
Voilà huit jours que autre maître a disparu!

Cette aventure fort singulière
Cache à mes yeux quelque mystère:
Ce bon ermite que l'on révère
Au fondd de l'âme est-il sincere?

Lui qu'on adore,
Lui qu'on implore,
Serait-ce encore le comte Ory?

Ruse anodine,
Je te devine,
Oui j'en suis sûr, c'est encore lui.

LE CHOEUR
Mais qu'a-t-il donc, ce voyageur,
II n'a pas l'air de bonne humeur.
Il faut nous éloigner, aussi
Sortons d'ici, partons d'ici.

LE GOUVERNEUR
Lai qu'on adore, etc.
C'est encore lui.

Cette aventure etc.

LE GOUVERNEUR
retenant Alice, qui reste la dernière
Cet ermite, ma belle enfant,
Où pourrais-je le voir?

ALICE
Ici même... à l'instant
Il va venir... Madame la Comtesse
A désiré le consulter.

ISOLIER
Vraiment!

ALICE
Sur un mal inconnu qui l'accable et l'oppresse.

LE GOUVERNEUR
Merci, ma belle enfant.
Il doit donc venir dans l'instant!

ISOLIER
(Elle va venir dans l'instant!)

LE GOUVERNEUR
(Cette belle Comtesse au minois séduisant!
Ceci me semble encore une preuve plus forte.)
à Isolier
Attendez-moi… je vais retrouver notre escorte.
(Puis ensemble vous reviendrons,
Pour confirmer, ou bien dissiper mes soupçons.)


SCÈNE SIXIÈME

ISOLIER
Je vais revoir la beauté qui m'est chère...
Mais comment désarmer cette vertu si fière?
Comment, en ma faveur, la toucher aujourd'hui?
Si cet ermite, ce bon père,
Voulait m'aider... oh! non ... ce serait trop hardi...
Allons! ... ne suis-je pas page du comte Ory?


SCÈNE SEPTIÈME

ISOLIER
Salut, ô vénérable ermite!

LE COMTE ORY
avec un geste de surprise
(C'est mon page! sachons le dessein qu'il médite.)
Qui vers moi vous amène, ô charmant Isolier?

ISOLIER
II me connaît!

LE COMTE ORY
Tel est l'effet de ma science.

ISOLIER
Un aussi grand savoir ne peut trop se payer,
lui donnant une bourse
Et cette offrande est bien faible, je pense.

LE COMTE ORY
prenant la bourse
N'importe... à moi vous pouvez vous fier:
Parlez, parlez, beau page.


N° 3 - Duo

ISOLIER
Une dame de haut parage
Tient mon coeur en un doux servage,
Et je brûle pour ses attraits.

LE COMTE ORY
Je n'y vois point de mal... après?

ISOLIER
Je croyais avoir su lui plaire;
Et pourtant son cœur trop sévère
Se dérobe à mes projets.

LE COMTE ORY
Je n'y vois point de mal.., après?

ISOLIER
Et jusqu'au retour de son frère,
Qui des croisés suit la bannière,
Aucun amant, aucun mortel
Ne peut entrer dans ce castel.

LE COMTE ORY
(Celui de la Comtesse... ô ciel!)

ISOLIER
Pour y pénétrer, comment faire?
J'avais bien un moyen fort beau;
Mais je le crois trop téméraire.

LE COMTE ORY
Parlez... parlez.., beau jouvenceau.

ISOLIER
Je voulais, d'une pèlerine
Prenant la cape et le manteau,
M'introduire dans ce château.

LE COMTE ORY
Bien! bien.., le moyen est nouveau.
(On peut s'en servir, j'imagine.)

Noble page do comte Ory,
Serez un jour digne de lui!
(Voyez donc, voyez donc le traître!
Oser jouter contre son maitre.)

ISOLIER
A l'instant je me sens renaître:
Quel bon moyen, quel coup de maître...

LE COMTE ORY
(Mais je le tiens, et l'on verra
Qui de nous deux l'emportera.)

ISOLIER
Qui, je le tiens, et vois déjà
Que son pouvoir me servira.

Mais d'abord ce projet réclame
Vos soins pour être exécuté.

LE COMTE ORY
Comment?

ISOLIER
Par cette noble dame
Vous allez être consulté.

LE COMTE ORY
(C'est qu'il sait tout, en vérité.)

ISOLIER
Dites-lui que l'indifférence
Cause, hélas! son tourment fatal.

LE COMTE ORY
J'entends! j'entends... ce c'est pas mal.

ISOLIER
Et pour guérir à l'instant même,
Dites-lui... qu'il faut qu'elle m'aime.

LE COMTE ORY
J'entends! j'entends... ce c'est pas mal.
Je lui dirai qu'il faut qu'elle aime...
(Mais un autre que mon rival…)

ISOLIER
Dites-lui bien qu'il faut qu'elle aime.

LE COMTE ORY
Noble page du comte Ory, etc.


SCÈNE HUITIÈME

Marche

LA COMTESSE
apercevant Isolier
Isolier dans ces lieux!

ISOLIER
Sur le mal qui m'agite
Je venais consulter aussi le bon
ermite.

LE COMTE ORY
Je dois à tous les malheureux
Mes consolations, mes conseils et mes voeux.


N° 4 - Air

LA COMTESSE
s'approchant du comte Ory
En proie à la tristesse,
Ne plus goûter d'ivresse
Au sein de sa jeunesse,
Souffrir, gémir sans cesse,
Voilà quel est mon sort.
Se flétrir en silence,
N'espérer que la mort.
Hélas, quelle souffrance.

Ô peine horrible!
Vous que l'on dit sensible,
Daignez, s'il est possible,
Guérir le mal terrible
Dont je me sens mourir!
Soulagez ma douleur,
Rendez-moi le bonheur.

LE CHOEUR
Calmez tant de souffrance,
Calmez tant de douleur!
Et que votre science
Lui rende le bonheur.

LA COMTESSE
Faut-il mourir de ma souffrance?
Hélas, hélas, plus d'espérance!
Ciel!
Ô peine horrible! etc.
Soulagez ma douleur,
Rendez-moi le bonheur.

LE CHOEUR
Ah, calmez tant de douleur!

ISOLIER
au Comte
Vous avez entendu sa touchante prière!
Voici le vrai moment, soyez à moi, mon père!

LE COMTE ORY
à la Comtesse
Si dans mon assistance
Vous avez confiance,
Je puis en conscience
Guérir votre douleur

Du mal qui vous dévore
La source est dans le coeur.
Aimez, aimez encore
Pour renaître au bonheur.

LA COMTESSE
D'un éternel veuvage
Un serment fut le gaga.
Et j'irais le trahir?
Plutôt, plutôt mourir.

LE COMTE ORY
Le ciel vous en dégage.
Il ordonne que de vos jours
La flamme se ranime
Au flambeau des amours.

LA COMTESSE
Céleste providence,
Je te bénis de ta clémence!

Ô bon ermite,
Votre mérite
En mes beaux jours
Vivra/Viendra toujours.

LE COMTE, puis ISOLIER
Toujours, toujours.

LA COMTESSE
à Isolier
Isolier, que ta présence
Me fait naître un doux émoi.
Cher lsolier, je veux t'aimer,
Je ne veux aimer que toi.

LE CHOEUR
On voit que sa parole
Paraît la ranimer.
Le mai qui la désole
Commence à se calmer.

LA COMTESSE
Déjà je sens
Les feux brûlants
De la jeunesse
Par la tendresse
Se rallumer.

Ô bon ermite, etc.

ISOLIER
au Comte
C'est bien... je suis content.

LE COMTE ORY
à la Comtesse
Encore un mot, de grâce.
D'un grand péril qui vous menace
Je dois vous prévenir! … il faut vous défier...

LA COMTESSE
De qui?

LE COMTE ORY
De ce jeune Isolier.

LA COMTESSE
Ô ciel!

LE COMTE ORY
C'est le fidèle page
De ce terrible comte Ory,
Dont les galants exploits...
Mais ici... devant lui,
Je n'oserais en dire davantage.
Entrons dans ce castel.

LA COMTESSE
Mon coeur en a frémi!
au Comte
Ô mon sauveur!. .. ô mon unique appui!
Venez, venez!

Elle prend le Comte par la main et va l'entraîner dans le château. Toutes
les dames les suivent Le comte Ory a déjà le pied sur le pont-levis et, en
raillant Isolierr, fait un geste de joie.
A ce moment entre te Gouverneur, suivi de tous les chevaliers de son
escorte.



SCÈNE NEUVIÈME

LE GOUVERNEUR, LES CHEVALIERS
Nous saurons bien le reconnaître.
Avançons...

LE GOUVERNEUR
apercevant Raimbaud, qui est en paysan
Qu'ai-je vu!... c'est Raimbaud,
Le confident, l'ami de notre maître!

RAIMBAUD
Taisez-vous donc, ne dites mot.

LE GOUVERNEUR
Plus de doute, plus de mystère,
montrant l'ermite
C'est Monseigneur! c'est lui!

LE COMTE CRY
(Misérable! crains ma colére.)

TOUS LES CHEVALIERS
s'inclinant
C'est le comte Ory!

LES DAMES
s'éloignant avec effroi et se réfugiant dans un coin
Le comte Ory!

LE COMTE ORY
Eh bien! oui … le voici.


N° 5 - Finale

TOUS
Ciel!

LA COMTESSE, ALICE, RAGONDE, puis ISOLIER
Ô terreur, ô peine extrême,
Quel indigne stratagème!
Mon coeur bat d'effroi, d'horreur.
Quel effroi saisit mon coeur!
Quel effroi s'empare de mon coeur!
Oui, l'effroi vient agiter mon coeur.

LE GOUVERNEUR
Ô bonheur (ô plaisir), ô joie extrême,
On connait son stratagème,
Tout s'oppose à son bonheur.
Ciel! L'espoir fuit de son cœur
(Pour moi, quel bonheur!)
La rage est dans son coeur

LE COMTE ORY
Plus d'espoir, ô peine extrême,
Tout s'oppose à mon bonheur.
Ah, l'espoir me fuit encore.
Quel effroi, hélas!
L'espoir fuit de mon coeur
La rage est dans mon coeur,
La fureur vient agiter mon coeur.

RAIMBAUD
Plus d'espoir, ô peine extrême,
Tout s'oppose à son bonheur.
Le dépit augmente encore.
Ô douleur, ciel!
Quel malheur, quel effroi!
L'espoir fuit de son cœur

RAGONDE
Cet écrit, noble châtelaine,
Vous vient de lointains pays.
Il apporte, j'en suis certaine,
Des nouvelles de nos maris.

LE COMTE ORY
(Encore une disgrâce.)

TOUS sauf LA COMTESSE
Lisez, cédez, de grâce.

LE GOUVERNEUR
Seigneur, adieu plaisir!

ALICE, RAGONDE, ISOLIER, LE CHOEUR
Cédez à mon désir.

LE COMTE ORY, RAIMBAUD, LE GOUVERNEUR, LE CHOEUR
Il faut se contenir.

LA COMTESSE
lisant
«Madame et soeur chérie,
La croisade est finie,
Et dans outre patrie
Nous revenons enfin.»

TOUS sauf LA COMTESSE
(avec joie)
Ls croisade eut finie
Et tous dans leur patrie
Ils reviennent enfin.»

RAIMBAUD, LE GOUVERNEUR
Fatal destin!

LA COMTESSE
lisant
«On nous a vus sans crainte
Purger la Terre sainte
Et notre épée est teinte
Du sang du Sarrasin.»

TOUS saut LA COMTESSE
On les a vus sans crainte
Purger la Terre sainte
Et leur épée est teinte
Du sang du Sarrasin.

RAIMBAUD, LE GOUVERNEUR
Fatal destin!

LA COMTESSE
lisant
«Nous partons pour la France
Et nous suivrons, je pense,
A deux jours de distance
Ce message certain.»

ALICE, RAGONDE, ISOLIER, LE CHOEUR
Telle est notre espérance.
Ils suivent vers la France
A deux jours de distance
Ce message certain.

LE COMTE ORY, RAIMBAUD, LE CHOEUR
Hélas, plus d'espérance.
Ils suivent vers la France etc.

LE GOUVERNEUR
Pour lui, plus d'espérance.
Ils suivent vers la France etc.

RAGONDE
Vous viendrez, ô seigneur Comte,
Partager nos transports.

LE COMTE ORY
Je partage vos transports.

LA COMTESSE
Partagez nos transports.

LE COMTE ORY
(Sachons venger ma honte
Par de nouveaux succès.)
à Raimbaud
Un jour me reste encore,
Qu'il serve à mes projets.

RAIMBAUD, LE GOUVERNEUR
Allons, partons.
Surveillons ses projets.

LA COMTESSE
Quand mon coeur tremble encore
De ses affreux projets,
Celui que seul j'adore
Va me rendre la paix.

ALICE, ISOLIER
Quand mon coeur tremble encore
De ses affreux projets,
Le frère qu'elle adore
Va lui rendre la paix.

RAGONDE
Quand mon coeur tremble encore
De ses affreux projets,
L'époux que seul j'adore
Va me rendre la paix.

LE COMTE ORY, SES COMPAGNONS
(Un jour me/nous reste encore,
Qu'il serve à nos projets.)

LE CHOEUR
Hélas! je tremble encore
De ses affreux projets.

LE COMTE ORY
Venez, amis, retirons-nous
Et dans notre retraite
Assurons ma conquête
Et du destin bravons les coups.

La nuit,
sans bruit,
Sachons en dépit des jaloux
Du sort braver les coups.

ISOLIER
A tout ce qu'il projette
Avec adresse opposons-nous.
Sachons parer ses coups.

LA COMTESSE
Déjà le sort dans sa rigueur
N'a plus rien qui m'alarme.
Un espoir plein de charme
Déjà fait battre mon coeur.
Déjà l'espoir fait palpiter mon coeur
De joie et de bonheur.

RAGONDE
Celui qui sut toucher mon coeur
Va me rendre au bonheur.
Je sens (déjà) battre mon coeur,
D'amour et de bonheur.

RAIMBAUD
Allons, sortons,
Allons avec prudence.
Méditer en silence
Et de notre vengeance
Le succès est certain.
Bravons le seigneur châtelain.

LE GOUVERNEUR
Repartons en silence.
Il faut avec prudence
Eviter la vengeance
Du seigneur châtelain.
Je crains le seigneur châtelain.

LE COMTE ORY
Allons, sortons!

LES DAMES, ISOLIER
Allons, rentrons.

LES DAMES, ISOLIER, LE CHOEUR
Aux chants de la victoire
Allons mêler nos voix.
Des preux chantons la gloire
Et les brillants exploits.
Chantons tous leurs exploits!

RAIMBAUD, LE GOUVERNEUR
Sachons par la victoire
Assurer tous nos droits.
On trouve aussi la gloire
Dans nos galants exploits.
Partons, on parlera de nos exploits.

LE COMTE ORY, SES COMPAGNONS
Sachons par la victoire
Les soumettre à nos lois.
On trouve aussi la gloire
Dans nos galants exploits.
Partons, on parlera de nos exploits.

LE COMTE ORY
Venez amis, retirons-nous etc.


ACTE DEUXIÈME

SCÈNE PREMIÈRE

N° 6 - Introduction

La chambre à coucher de la Comtesse. A gauche, un lit de repos et une table sur laquelle brûle une lampe. A droite, une croisée sur le premier plan.
La Comtesse est entourée de Dame Ragonde et des dames de sa suite,
occupées à des ouvrages de femmes.


LA COMTESSE, RAGONDE
Dans ce séjour calme et tranquille
S'écoulent nos jours innocents;
El nous bravons dans cet asile
Les entreprises des méchants.

LES DAMES
Et nous bravons dans cet asile
Les entreprises des méchants,

LA COMTESSE
assise et brodant une écharpe
Je tremble encore quand j'y pense;
Quel homme que ce comte Oryl
De la vertu, de l'innocence
C'est le plus terrible ennemi.

RAGONDE
C'est le nôtre... Dieul quelle audace!
D'un saint homme prendre la place!
Et me parler de mon mari!

LA COMTESSE
Par bonheur nous pouvons sans crainte
Le défier dans cettte enceinte
Oui nous protège contre lui.

LA COMTESSE, RAGONDE
Dans ce séjour etc.

LES DAMES
Et nous bravons dans cet asile
Les entreprises des méchants.
L'orage qui avait commencé à gronder se fait entendre avec plus de
force.

Ecoutez!... le ciel gronde.

LA COMTESSE
Oui, la grêle et la pluie
Ebranlent les vitraux de ce noble castel.
D'effroi je suis saisie.

RAGONDE, puis LES DAMES
Apaise ton courroux,
Grand Dieu, protège-nous.

RAGONDE
Nous sommes à l'abri!...
Que je rends grâce au ciel!

LA COMTESSE
Et moi, lorsque l'orage éclate avec furie,
Au fond du coeur combien je plains
Le sort des pauvres pèlerines!

On entend alors des voix provenant du dehors.

VOIX
Noble châtelaine,
Voyez notre peine;
Et dans ce domaine,
Dame de bonté,

Pour fuir la disgrâce
Dont on nous menace,
Donnez-nous, par grâce,
L'hospitalité.

LA COMTESSE
Voyez gai ce peut être,
et qui frappe à cette heure.
Jamais le malheureux
qui vient nous supplier
N'a de cette antique demeure
Imploré vainement le toit hospitalier.

L'orage redouble.

LA COMTESSE, RAGONDE, LES DAMES
Grand Dieu! dans ta bonté suprême,
Apaise cet orage affreux!
En ce moment celui/l'époux que j'aime
Est peut-être aussi malheureux.

VOIX
Noble chatelaine, etc.

Dame Ragonde sort.


SCÈNE DEUXIÈME

RAGONDE
qui revient avec un air agité
Quand tomberont sur lui les vengeances divines?
Quelle horreur!

LA COMTESSE
Qu'avez-vous?

RAGONDE
Dieu! quel crime inouï!

LA COMTESSE
Mais qu'est-ce donc?

RAGONDE
Encore on trait du comte Ory.
De malheureuses pèlerines
Qui, fuyant sa poursuite, et cherchant un abri,
Pour la nuit seulement demandent un asile.

LA COMTESSE
Que nos secours leur soient offerte!

RAGONDE
J'ai prévenu vos vœux! Ce soin m'était facile.
On aime à compatir one maux qu'on a soufferts...

LA COMTESSE
Ces dames sont-elles nombreuses?

RAGONDE
Quatorze.

LA COMTESSE
C'est beaucoup!

RAGONDE
Mais quel air! quel maintien!

LA COMTESSE
Leur âge?

RAGONDE
Quarante ans.

LA COMTESSE
Leurs figures?

RAGONDE
Affreuses!
Ce comte Ory n'a peur de rien.
Je les ai fait entrer au parloir en silence.
Elles tremblaient encore de froid et de frayeur.
L'une d'elles pourtant, dans sa reconnaissance,
De nous voir un instant demande la faveur.
Mais c'est elle, je pense: Elle approche.

LA COMTESSE
C'est bien.
Laissez-nous un instant.

RAGONDE
au comte Ory, qui paraît en pèlerine et les yeux baissés
Entrez, ne craignez rien.

Toutes les dames sortent

LA COMTESSE
Ragonde avait raison, quel modeste maintien!
Approchez, approchez, Madame.


SCÈNE TROISIÈME

N° 7 - Duo

LE COMTE ORY
Ah! quel respect, Madame,
Pour vos vertus m'enflamme:
Souffrez que de mon âme
J'exprime ici l'ardeur!

LA COMTESSE
L'ardeur?

LE COMTE ORY
Votre prudence,
Votre obligeance
Nous a sauvé l'honneur.

LA COMTESSE
Je suis heureuse et fière
D'avoir d'un téméraire
Soustrait à la colère
Une vertu si chère.

LE COMTE ORY
Vertu!

LA COMTESSE
Oui, je suis fière
Qu'à sa colère
Echappent tant d'attraits.

LE COMTE ORY
En mon cour rien n'efface
Tant de charme et de grâce.
prenant sa main
Celle main que j'embrasse
Vous l'atteste à jamais.

LA COMTESSE
Que faites-vous? Ah, de grâce!

LE COMTE ORY
De ma reconnaissance,
Quoi! l'excès vous offense!
Et sans votre assistance,
Hélas! lorsque j'y pense...
Quel était entre sort!...
D'effroi j'en tremble encor!...

LA COMTESSE
avec bonté, et lui tendant la main
Calmez, calmez votre âme.

LE COMTE ORY
pressant sa main sur ses lèvres
Ah! Madame!

LA COMTESSE
souriant
Quel excès de frayeur!
(Ah, quel excès d'ivresse,
D'où vient celle tendresse?
Pourquoi celle tendresse?
Lu crainte encor l'oppresse.)
Quoique si près de lui,
Ah! vous pouvez sans crainte ici
Braver le comte Ory.

LE COMTE ORY
(Il faut avec adresse
Modérer ma tendresse;
De quelle douce ivresse
Malgré moi j'ai frémi!)
Quoi, vous osez sans crainte ici
Braver le comte Ory?
On le dit téméraire.

LA COMTESSE
Je brave sa colère.

LE COMTE ORY
On prétend qu'il vous aime.

LA COMTESSE
Ah!... Quelle audace extrême!

LE COMTE ORY
Pour obtenir au grâce
S'il tombait à vos genoux,
Madame, que feriez-vous?

LA COMTESSE
D'une pareille audace
La honte et le mépris
Seraient le prix.

Ce téméraire
Qui croit nous plaire,
En vain espère
Être vainqueur.

Moi je préfère
L'amant sincère
Qui sait nous faire
Sa tendre ardeur...

Mais on doit rire
Du faux délire
Et du martyre
D'un séducteur.

Ce téméraire
Qui croit nous plaire,
En vain espère
Être vainqueur,
Séduire mon coeur.

LE COMTE ORY
(Beauté si fière,
Prude, sévère,
Bientôt j'espère
Toucher ton coeur.

Je ris d'avance
De sa défense,
La résistance
Est de rigueur...

Puis l'heure arrive
Où la captive,
Faible et plaintive,
Cède au vainqueur.

Beauté si fière,
Prude, sévère,
Bientôt j'espère
Être vainqueur,
Toucher ton coeur.)

LA COMTESSE
En confiance
On peut d'avance
Braver, je pense,
Son insolence.

LE COMTE ORY
Il faut, d'avance,
Être en défense;
La confiance
N'est pas prudence.

LA COMTESSE
Ce téméraire, etc.

Toucher mon coeur.

LE COMTE ORY
Pour se venger,
Ce séducteur
Saura bientôt
Toucher ton cœur.

(En vain tu ris
De mon ardeur,
J'espère encore
Être vainqueur
Oui, l'amour
Me promet le bonheur.)

LA COMTESSE
Voici vos compagnes fidèles.

LE COMTE ORY
se reprenant
Je les entends... ce sont eux... ce sont elles!
regardant vers le fond
(Mes chevaliers! sous ces humbles habits!)

LA COMTESSE
J'ordonne qu'en vous serve
et du lait et des fruits.

LE COMTE ORY
Quelle bonté céleste!
Il baise avec respect la main de la Comtesse, qui sort en le regardant avec intérêt.
L'ordinaire est frugal et le repas modeste
Pour d'aussi nobles appétits.


SCÈNE QUATRIÈME

N° 8 - Choeur

Entrent le Gouverneur et onze chevaliers, vêtus d'une pèlerine qui est entrouverte et laisse apercevoir leurs habits de chevaliers.

LE COMTE ORY, SES COMPAGNONS
Ah! la bonne folie!
C'est charmant, c'est divin!
Le plaisir nous convie
A ce joyeux festin.

LE COMTE ORY
L'aventure est jolie,
N'est-ce pas vrai?…Monsieur mon gouverneur?

LE GOUVERNEUR
Je pense comme Monseigneur.
Mais si le Duc...

LE COMTE ORY
Mon père...

LE GOUVERNEUR
Apprend cette folie,
Ma place me sera ravie!
Il faut donc prendre garde.

LE COMTE ORY
Eh! mais, c'est ton emploi;
Tu veilleras pour nous,
et nous rirons pour toi.
Rien ne nous manquera, je pense;
Car sagement j'ai su choisir
Mes compagnons, pour le plaisir,
Mon gouverneur, pour la prudence.

LE GOUVERNEUR
Qui peut vous inspirer pareille extravagance?

LE COMTE ORY
C'est mon page Isolier... mon rival...

LE GOUVERNEUR
L'imprudent!

LE COMTE ORY
… Qui, ne connaissant point l'objet de ma tendresse,
M'a conseillé tantôt un tel déguisement
Pour mieux enlever sa maîtresse.

LE GOUVERNEUR
Et le ciel le punit.

LE COMTE ORY
En me récompensant.

LE COMTE ORY, SES COMPAGNONS
Oh! la bonne folie! etc.

Ils se mettent à table.

LE GOUVERNEUR
Eh! mais quelle triste observance!
Rien que du laitage et des fruits.

LE COMTE ORY
C'est le repas de l'innocence,
Mesdames.

LE GOUVERNEUR, puis LE CHOEUR
Point de vin!...


SCÈNE CINQUIÈME

(Arrive Raimbaud, tenant un panier sous son manteau de pèlerine.)

RAIMBAUD
En voici, mes amie.

LE CHOEUR
se levant
C'est Raimbaud!

RAIMBAUD
En héros j'ai tenté l'aventure,
Et je viens avec vous partager ma capture.
Approchez. Ecoutez
Le récit des exploits que peur vous j'ai tentés.

N° 9 - Air

RAIMBAUD
Dans ce lieu solitaire,
Propice au doux mystère,
Moi, qui n'ai rien à faire,
Je m'étais endormi.

Dans mon âme indécise,
Certain goût d'entreprise
Que l'exemple autorise
Vient m'éveiller aussi.

LE CHOEUR
Quoi! Raimbaud s'en mêle aussi!

RAIMBAUD
C'est le seul moyen d'être
Digne d'un pareil maître,
Et je veux reconnaître
Ce manoir en détail!

Je pars.., je m'oriente;
A mes yeux se présente
Une chambre élégante,
C'est celle du travail.

LE CHOEUR
Et quel est ce travail?

RAIMBAUD
Une harpe jolie...
De la tapisserie;
Près de la broderie
J'aperçois un roman!

Même en une chambrette,
J'ai, dans une cachette,
Cru voir l'historiette
Du beau Tyran-le-Blanc!

LE CHOEUR
Quoi, vraiment, un roman!

RAIMBAUD
Je sors de l'oratoire
Et j'entre au réfectoire
Où rien ne me fait croire
A l'espoir d'un festin.

Marchant à l'aventure
Sous une voûte obscure,
J'entrevois l'ouverture
D'un affreux souterrain.

LE CHOEUR
Un affreux souterrain!

RAIMBAUD
Une beauté naïve
Peut y gémir, captive.
Je m'élance et j'arrive
Dans un vaste cellier

Dont l'étendue immense
Et la bonne apparence
Attestent la prudence
Du sire de Formoutiers.

LE CHOEUR
Pouvait-on mieux tomber?

RAIMBAUD
Arsenal redoutable,
Qui fait qu'on puise à table
Un courage indomptable
Contre le Sarrasin.

Armée immense et belle,
D'une espèce nouvelle,
Plus à craindre que celle
Du sultan Saladin...

LE CHOEUR
C'est charmant, c'est divin!

RAIMBAUD
Près des vins de Touraine,
Je vois ceux d'Aquitaine:
Et ma vue incertaine
S'égare on les comptant.

Là, je vois l'Allemagne;
Ici, brille l'Espagne;
Là, frémit le Champagne
Du joug impatient.

LE CHOEUR
C'est divin, c'est charmant!

RAIMBAUD
J'hésite... ô trouble extrême!
Ô doux péril que j'aime!
Et seul, avec moi-même,
Contre tant d'ennemis,

Au hasard, je m'élance.
Sans compter, je commence,
J'attaque avec vaillance
A la fois vingt pays.

Quelle conquête
Pour moi s'apprête!...
Mais je m'arrête,
J'entends du bruit.

Quelqu'un s'avance,
Vers moi s'élance!
De notre course
Les murs frémissent,
Ils retentissent,
On me poursuit.

On crie: arrête!
Arrête.., arrête!
L'écho répète
Ces cris d'alarme,
Je fuis soudain.

Quel jour de fête
Ô mes amis!
De ma conquête
Voilà (tous) les fruits.

LE CHOEUR
De sa conquête
Prenons les fruits.

RAIMBAUD
On crie: arrête!
L'écho répète,
Et leurs pas et leurs cris...
Les murs frémissent
Et retentissent
Sous le bruit de leurs pas;
Quelqu'un s'avance,
Vers moi s'élance,
Mais je ne l'attends pas.

Quel jour de fête etc.

LE COMTE ORY
Du fruit de sa victoire
Il fait hommage à l'amitié.
Dans sa conquête et dans sa gloire
Soyons tous de moitié.

N° 10 - Choeur

LE COMTE ORY, SES COMPAGNONS
ôtant les bouteilles du panier
Buvons, buvons soudain!
Qu'il avait de bons vins
Le seigneur châtelain!

Pendent qu'il fait la guerre
Au Turc, au Sarrasin;
A sa santé si chère
Buvons ce jus divin.
Buvons jusqu'à demain.

Quelle douce ambroisie!
Célébrons tour à tour
Le vin et la folie,
Le plaisir et l'amour

Qu'il avait de bons vins etc.

LE COMTE ORY
On vient... c'est la tourière!..
Silence! taisez-vous!
Mettez-vous en prière,
Ou bien c'est fait de nous.


SCÈNE SIXIÈME

LE COMTE ORY, TROIS COMPAGNONS
fermant leur pèlerine et cachant leur bouteille
Toi que je révère,
Entends ma prière.
Ô Dieu tutélaire,
Viens dans ta bonté
Sauver l'innocence,
Et que ta puissance,
Un jour récompense
L'hospitalité!

Ragonde les regarde d'un air attendri, lève les yeux au ciel et s'éloigne.

RAIMBAUD
Elle a disparu,
Réparons bien le temps perdu.

LE COMTE ORY, SES COMPAGNONS
Buvons, buvons soudain! etc.

LE COMTE ORY
Elle revient... silence!


SCÈNE SEPTIÈME

La Comtesse arrive avec plusieurs femmes portant des flambeaux.

LA COMTESSE
(Quel doue recueillement! combien je les admire!)
au Comte et aux chevaliers
Du repos voice le moment.
Que chacune de vos, Mesdames, se retire
Dans son appartement.

LE COMTE ORY
Adieu, noble Comtesse.., ah! si le ciel m'entend,
Bientôt viendra l'instant, peut-être,
Où je pourrai vous faire connaître
Ce qu'éprouve pour vous mon coeur reconnaissant.

Le Comte et les chevaliers prennent les flambeaux des mains des dames, et se retirent.


SCÈNE HUITIÈME

LA COMTESSE
commençant à défaire son voile
Oui, c'est une bonne oeuvre
et qui, dans notre zèle,
Doit nous porter bonheur.
On sonne à la tourelle,
Qui vient encore?

RAGONDE
regardant par la fenêtre
Un page.

LA COMTESSE
Un page dans ces lieux,
Dont l'enceinte est pas nous aux hommes interdite!
Je veux savoir quel est l'audacieux...


SCÈNE NEUVIÈME

ISOLIER
C'est moi, belle cousine, et point je ne mérite
Le fier courroux qui brille en vos beaux yeux.

LA COMTESSE
Qui vous amène ici?

ISOLIER
Le Duc, mon maître.
Il m'a chargé de vous faire connaître
A ces dames, à vous, qu'aujourd'hui, cette nuit,
Leurs maris, notre frère, arrivent à minuit.

LA COMTESSE, RAGONDE, UNE DAME
Quoi! nos maris.., bonté divine!...

ISOLIER
Ils reviennent de Palestine
Et veulent en secret vous surprendre ce soir.

LA COMTESSE, RAGONDE, UNE DAME
Ah! cet heureux retour comble tout notre espoir!

ISOLIER
Le Duc le croit aussi; mais il pense en son âme
Qu'un mari bien prudent prévient toujours sa femme.
Un bonheur trop subit peut être dangereux.

RAGONDE
Quoi! nos maris enfin reviennent dans ces lieux!
Ah! le ciel les devait à nos vives tendresses.
Je cours en prévenir nos aimables hôtesses.

ISOLIER
l'arrêtant
Et qui donc?

RAGONDE
Quatorze vertus…
Que le comte Ory, votre maître,
Poursuivait.

ISOLIER
De terreur tous mes sens sont émus.
Achevez… ce sont peut-être
Des pèlerines?

RAGONDE
Oui, vraiment.

ISOLIER
C'est fait de nous... Sous ce déguisement
Vous avez accueilli le comte Ory lui-même,
Et tous ses chevaliers.

ISOLIER, RAGONDE, UNE DAME
Ô ciel!

LA COMTESSE
Terreur extrême!

RAGONDE
Que dire à mon mari, trouvant en ses foyers
Sa chaste épouse avec quatorze chevaliers?

LA COMTESSE, RAGONDE, UNE DAME
Hélas! à quel péril sommes-nous réservées?

ISOLIER
Une heure seulement, et vous êtes sauvées.
On va nous secourir... Il faut gagner du temps.

LA COMTESSE, RAGONDE, UNE DAME
Hélas! hélas! je tremble!

LA COMTESSE
Plus terrible à lui seul que les autres ensemble,
Ce comte Ory… le voici… je l'entends.

Toutes les dames s'enfuient en poussant un grand cri. lsolier va souffler la lampe qui est sur le guéridon, puis, s'enveloppant du voile que la Comtesse vient de quitter, il se place sur le canapé et fait signe à la Comtesse de s'approcher de lui.

ISOLIER
Ne craignez rien. Au péril de ma vie
Je vous défendrai contre tous.

LA COMTESSE
D'effroi je suis toute saisie.

ISOLIER
Dame tant chérie, âme de ma vie,
Ne craignez rien, je suis auprès de vous.


SCÈNE DIXIÈME

N°11 - Trio

LE COMTE ORY
A la faveur de cette nuit obscure,
Avançons-nous, et sans la réveiller,
Il taut céder au tourment que j'endure;
Amour me berce, et ne puis sommeiller.

D'amour et d'espérance
Je sens battre mon coeur;
La nuit et le silence
Assurent mon bonheur.

ISOLIER
De crainte et d'espérance
Je sens battre mon coeur.
La nuit et le silence
Redoublent son erreur.

LA COMTESSE
cachée par Isolier
De crainte et d'espérance
Je sens battre mon coeur;
La nuit et le silence
Redoublent ma frayeur.

ISOLIER
bas, à la Comtesse
Parlez-lui.

LA COMTESSE
Qui va là?

LE COMTE ORY
C'est moi: c'est sœur Colette.
Seule, et dans cette chambre ou je ne puis dormir,
Tout me trouble, tout m'inquiète.
J'ai peur... permettez-moi... près de vous... de venir.

ISOLIER, puis LA COMTESSE
(Ah! quelle perfidie!)

LE COMTE ORY
avançant près d'Isolier qu'il prend pour la comtesse Adèle
Ô moments pleins de charmes!
Quand on est deux, on a moins peur.

ISOLIER
(Oui, lorsqu'on est deux!)

LE COMTE ORY
prenant la main d'Isolier, qui prend celle de la comtesse Adèle
Ah! je n'ai plus d'alarmes.

LA COMTESSE
Que faites-vous?

LE COMTE ORY
pressant la main d'lsolier
Pour moi, plus de frayeur!
Quand cette main est sur mon coeur.

LA COMTESSE
(Il presse ma main sur son coeur.)

ISOLIER
à la Comtesse
Beauté sévère,
Laissez-le faire;
Son bonheur ne vous coûte rien.

LE COMTE ORY
(Grand Dieu! quel bonheur est le mien!)

D'amour et d'espérance, etc.

ISOLIER
De crainte et d'espérance, etc.

LA COMTESSE
De crainte et d'espérance, etc.

Maintenant, je vous supplie,
Soeur Colette, rentrez chez vous.

LE COMTE ORY
à lsolier
Vous quitter... c'est perdre la vie ...
Oui, je demeure à vos genoux.

LA COMTESSE
Je tremble, ô ciel! Que faites-vous?

LE COMTE ORY
se démasquant
Sachez le feu qui me dévore!
C'est un amant qui vous implore.

LA COMTESSE
Ah! grand Dieu! quelle trahison!

LE COMTE ORY
L'amour qui trouble ma raison
Doit me mériter mon pardon.
à Isolier qui veut se lever
Ne m'ôtez point, je la réclame,
Cette main que ma vive flamme...

LA COMTESSE
Ah! comme vous mv pressez!
Laissez-moi.

LE COMTE ORY
embrassant lsolier
Vrai Dieu! Madame,
Peut-on vous aimer assez?

En ce moment un bruit de clairons retentit â la porte du château. Les femmes de la Comtesse se précipitent dans l'appartement en tenant des flambeaux.

LA COMTESSE, puis LE COMTE ORY, puis ISOLIER
J'entends d'ici le bruit des armes,
Le clairon vient du retentir.

LA COMTESSE, ISOLIER
Plus de frayeur et plus d'alarmes,
On vient enfin nous secourir.
J'entends d'ici le bruit etc.

LE COMTE ORY
A quel danger faut-il courir?
J'entends d'ici le bruit etc.
Faut-il quitter autant de charmes?

LA COMTESSE, puis LE COMTE ORY, puis ISOLIER
J'entends d'ici le bruit etc.

LE COMTE ORY
Ô ciel! quel est ce bruit?

ISOLIER
jetant son voile
L'heure de la retraite.
Car il faut partir, Monseigneur.

LE COMTE ORY
le reconnaissant
C'est mon page Isolier!

ISOLIER
Celui que soeur Colette
Embrassait avec tant d'ardeur.

LE COMTE ORY
Je suis trahi! crains ma colère!

ISOLIER
Craignez celle de votre père!
Il arrive dans ce castel.
Entendez-vous ces cris de joie?

LE COMTE ORY
Ô ciel!


SCÈNE ONZIÈME

LA COMTESSE
Vous qui faisiez la guerre aux femmes,
Vous voilà donc mes prisonniers!

LE COMTE ORY
Oui, nous sommes vaincus! à tes pieds, noble dame,
Je demande merci pour tous mes chevaliers.
Pour leur rançon, qu'exigez-vous?

LA COMTESSE
Un gage: votre départ!... évitez le courroux
De leurs maris.

ISOLIER
Par un secret passage
Je vais guider vos pas, et votre page
Fermera la porte sur vous.

LE COMTE ORY
C'est lui qui nous a joués tous.


N° 12 - Finale

LA COMTESSE
Ecoutez ces chants de victoire...
Ce sont de braves chevaliers
Que l'amour ainsi que la gloire
Ont ramenés dans leurs foyers.

LE COMTE ORY
A l'hymen cédons victoire,
Et qu'il rentre dans ses foyers.
Quittons ces lieux hospitaliers.

SES COMPAGNONS
Quittons ces lieux hospitaliers.

Isolier ouvre à gauche une porte secrète par laquelle le comte Ory et ses chevaliers disparaissent En ce moment s'ouvrent les portes du fond.
Le Duc et les chevaliers revenant de la Palestine entrent, précédés de leurs écuyers, qui portent des étendards et des faisceaux d'armes.
Dame Ragonde et les autres femmes se précipitent dans les bras de leurs maris, et la Comtesse dans ceux de son frère; puis Isolier va baiser la main du comte de Formoutiers, qui le relève et l'embrasse pendant le choeur suivant.


TOUS
Honneur aux fils de la victoire,
Honneur aux braves chevaliers,
Que l'amour ainsi que la gloire
Ont ramenés dans leurs foyers!

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