Das geheime Königreich

Das geheime Königreich

Märchenoper in einem Akt (zwei Bilder)

Libretto

Ernst Krenek

Uraufführung

6. Mai 1928, Wiesbaden (Staatstheater)

Besetzung

DER KÖNIG (Bariton)
DIE KÖNIGIN (Sopran)
DER NARR (Bariton)
DER REBELL (Tenor)
DIE DREI SINGENDEN DAMEN (Sopran, Mezzosopran, Alt)
ZWEI REVOLUTIONÄRE (Tenor und Bass)
EIN WÄCHTER (Tenor)

Rebellen, Damen der Königin, Tänzer

Ort

Märchenland

Zeit

Märchenzeit

Krenek, Ernst

Krenek, Ernst
23.8.1900 Wien - 22.12.1991 Palm Springs


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Zwingburg (16.10.1924 Berlin)
Der Sprung über den Schatten (9.6.1924 Frankfurt)
Orpheus und Eurydike (27.11.1926 Kassel)
Jonny spielt auf (10.2.1927 Leipzig)
Der Diktator (6.5.1928 Wiesbaden)
Das geheime Königreich (6.5.1928 Wiesbaden)
Schwergewicht oder Die Ehre der Nation (6.5.1928 Wiesbaden)
Leben des Orest (19.1.1930 Leipzig)
Kehraus um St. Stephan (1930)
Karl V (1933; 15.6.1938 Praha)
Cefalo e Procri (15.9.1934 Venezia)
Tarquin (13.5.1941 Poughkeepsie)
What Price Confidence? (1946; 22.5.1962 Saarbrücken)
Dark Waters (5.2.1952 Los Angeles)
Pallas Athene weint (17.10.1955 Hamburg)
The Bell Tower (17.3.1957 Urbana, Ill.)
Ausgerechnet und verspielt (27.6.1962 Wien)
Der goldene Bock (16.6.1964 Hamburg)
Der Zauberspiegel (6.9.1967 München)
Das kommt davon, oder Wenn Sardakai auf Reisen geht (27.6.1970 Hamburg)

EINZIGER AKT
Das Volk will den Herrscher stürzen und ruft die Revolution aus; der König, der nicht weiss, was er zu tun hat, sucht Hilfe beim Narr. Die Königin stürzt erregt herein und berichtet von Übergriffen des Pöbels; vergebens sucht der König bei ihr, die allein regieren will, Hilfe. Schliesslich überlässt der König seine Krone dem Narren und eilt davon. Ein Rebell wird gefangen hereingeführt: Es ist der Führer der Aufständischen. Die Königin will mit dem selbstbewussten Mann, dessen Haltung ihr gefällt, die Macht teilen und lässt dem Narren die Krone entreissen, die sie dem Rebellen übergibt. Bald merkt sie, dass dieser nur an der Macht interessiert ist und bekommt Angst. Mit ihren Damen und der Krone enteilt sie. Der König hat sich unterdessen das Narrengewand angezogen und geht langsam davon. Die Rebellen siegen. Ihr Anführer verfolgt die Flüchtigen, um die Krone zu bekommen.
Der Rebellenführer hat die Königin, die in den Wald geflüchtet ist, eingeholt. Sie versucht, den Rebellen zu verführen, der ihr schliesslich erliegt, doch wird sie zur Bestürzung des Mannes plötzlich in einen Baum verwandelt. Während der Revolutionär entsetzt davonstürzt, schleppt sich der König im Narrengewand auf die Lichtung. Rebellen tauchen auf, die den König totschlagen wollen, in ihrer Trunkenheit aber nicht wissen, wer er ist und mit ihm saufen. Der König gibt sich zu erkennen, wird aber nicht ernst genommen. Die Revolutionäre und der Narr, der die ganze Szene beobachtet hat, gehen grölend davon. Der König will sich erhängen, doch aus dem Baum spricht die Stimme seiner Gattin zu ihm, die ihn zu trösten versucht. Der König schläft langsam ein und erhofft sich ein besseres Leben. Der Narr nimmt seine Kleider wieder an sich. Bevor er verschwindet, drückt er dem König die Krone, die auf der Spitze des Zauberbaums hängt, auf das Haupt und wünscht ihm für die Zukunft mehr Glück.

Aus Gründen des Copyrights darf dieses Libretto leider noch nicht veröffentlicht werden.