Der Freischütz

Der Freischütz

The Free-Shooter / The Marksman


Romantic opera in three acts

Libretto

Friedrich Kind

Premiere

18 June 1821, Berlin (Royal Schauspielhaus)

Cast

MAX /tenor)
KILIAN (baritone)
CUNO (bass)
CASPAR (bass)
ÄNNCHEN (soprano)
AGATHE (soprano)
SAMIEL (spoken role)
4 Briedesmaids (soprano)
OTTOKAR (baritone)

CHORUS
hunters, peasants, spirits, bridesmaids, followers of the Prince

Place

Bohemia

Time

Soon after the end of the Thirty Years War

Weber, Carl Maria von

Weber, Carl Maria (Friedrich Ernst) von
18?.11.1786 Eutin - 5.6.1826 London


Works for stage
with date/place of first performance:

Die Macht der Liebe und des Weins (1798; np) [lost]
Das Waldmädchen [Das stumme Waldmädchen; Das Mädchen im Spessartwalde] (24.11.1800 Freiberg in Sachsen)
Peter Schmoll und seine Nachbarn (3?.1803 Augsburg)
Rübezahl (1805)
Silvana [rev. Das Waldmädchen] (16.9.1810 Frankfurt am Main)
Abu Hassan (4.6.1811München)
Der Freischütz (18.6.1821 Berlin)
Die drei Pintos (1821; 20.1.1888 Leipzig) [+ Mahler]
Euryanthe (25.10.1823 Wien)
Oberon, or The Elf King's Oath (12.4.1826 London)
rev = revised / np = not performed



ERSTER AKT
Vor einer Waldschenke wird Max, der beim Preisschiessen leer ausgegangen ist, von Kilian, dem Sieger, gehänselt (Schau der Herr mich an als König!). Kuno trennt die Streitenden und führt Max die Wichtigkeit des Probeschusses am folgenden Tag vor Augen, bei dessen Gelingen ihm die Erbförsterei übertragen werde und er Kunos Tochter Agathe heiraten dürfe. Max, der Agathe seit langem liebt, wird von Zweifeln gequält, ob ihm der Schuss gelingt (Oh, diese Sonne); er fühlt sich von dunklen Mächten umgarnt (Nein, länger trag ich nicht die Qualen - Durch die Wälder, durch die Auen). Der finstere Kaspar lädt den widerstrebenden Max zum Trinken ein (Hier im ird'schen Jammertal) und weist ihm einen Weg, wie er immer treffen könne: durch "geheime Kräfte der Natur". Zum Beweis lässt er Max mit Kaspars Büchse auf den grössten Steinadler zielen. Max trifft, kaum dass er richtig angelegt hat. Agathe vor Augen, willigt er widerstrebend ein, sich um Mitternacht in der verrufenen Wolfsschlucht bei Kaspar einzufinden, um selbst eine solche treffsichere Freikugel zu erhalten. Kaspar verpflichtet ihn zu striktem Schweigen (Schweig, damit dich niemand warnt!) und triumphiert: Weil Agathe ihn, Kaspar, abgewiesen hat, soll Max das Opfer von Höllengeistern werden.

ZWEITER AKT
Im Forsthaus versucht Ännchen alles, mit heiteren Ideen Agathe, die von unbestimmten trüben Ahnungen verfolgt wird, aufzuheitern (Kommt ein schlanker Bursch gegangen). Bevor sie sich zur Ruhe begibt, erwartet Agathe ihren Max (Wie, nahte mir der Schlummer), der verwirrt und erschreckt wirkt, auch rasch wieder aufbricht, weil er in die Wolfsschlucht müsse, um einen erlegten Hirsch zu bergen. Ihn des Nachts in dieser "Schreckensschlucht" zu wissen, erfüllt Agathe und Ännchen mit banger Sorge (Wie? Was? Entsetzen!).
In der Schlucht sind unheildrohende Zauberformeln unsichtbarer Geister bei bleichem Vollmond zu hören, Kaspar ruft Samiel herbei. Er will ihm Max als neues Opfer zuführen, um so sein eigenes an den "schwarzen Jäger" verpfändetes Leben zu retten. Sechs treffsichere Freikugeln soll Max dafür erhalten, eine Siebente aber soll Samiel lenken - auf Agathe, wünscht Kaspar. Max betritt den Rand der Schlucht. Ihm erscheint seine tote Mutter als warnendes Bild, aber auch eine verzweifelte Agathe. Er steigt zu Kaspar hinab, der die Freikugeln am offenen Feuer unter Zaubersprüchen zu giessen beginnt. Von Kugel zu Kugel steigert sich eine Grauen erregende Bewegung in der Natur. Bei der Siebenten tobt ein Sturm und bebt die Erde, Samiel erscheint, der Blitz schlägt ein - und Stille. Die beiden Jäger liegen wie tot am Boden.

DRITTER AKT
Max hat bei der Probe bereits drei gute Schüsse getan. Er bittet Kaspar, ihm die restlichen Freikugeln zu überlassen, doch Kaspar weigert sich, verbraucht höhnisch alle Kugeln bis auf die Letzte, damit Max seinen Probeschuss mit der siebenten, der Samiel geweihten Kugel absolvieren muss.
Agathe, schon im Brautkleid, sucht Beruhigung im Vertrauen auf Gott ( Und ob die Wolke sie verhülle). Ännchen dagegen hofft, sie durch eine Gruselgeschichte, in der sich ein Ungeheuer als der Kettenhund Nero herausstellt, aufzuheitern (Einst träumte meiner sel'gen Base). Die bedrückende Atmosphäre können auch die Brautjungfern nicht verjagen (Wir winden dir den Jungfernkranz), und als Ännchen die Schachtel mit dem Brautkranz öffnet, findet sie eine Totenkrone. Aus den Rosen, die ein Eremit Agathe gegeben hat, windet Ännchen rasch einen frischen Kranz.
Die Jäger haben sich auf dem Schiessplatz im Wald eingefunden; Kaspar schaut von einem Baum herab zu (Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen). Fürst Ottokar bestimmt eine weisse Taube als Ziel für den Probeschuss. Als Max schiesst, schreit Agathe auf: "Schiess nicht! Ich bin die Taube!" Im gleichen Moment fällt Kaspar vom Baum, Agathe sinkt ohnmächtig nieder. Max hat Kaspar getroffen. Mit einem Fluch auf den Himmel und Samiel stirbt dieser. Max muss dem Fürsten bekennen, dass er sich Kaspar und dessen bösem Zauber verschrieben hatte und Freikugeln benutzte. Ottokar will ihn zornig des Landes verweisen, so sehr auch Agathe, Kuno und die Jäger für ihn um Nachsicht bitten. Doch letztlich kann der Eremit den Fürsten überzeugen, dass nicht ein einziger Schuss über die Zukunft zweier Menschen entscheiden darf. Max wird ein Probejahr bewilligt, in dem er sich bewähren kann, bevor er Agathe heiraten und die Försterei übernehmen darf.

ACT I
The young gamekeeper Max loves Agathe and is to become the successor to Kuno, the head ranger and Agathe's father. But a test of skill in marksmanship is required, the trial to be held the following day.
At a target shooting, Max loses to the young peasant Kilian, who is proclaimed "King of marksmen." ("Victoria! der meister soll leben" / "Schau der Herr…")
Because Max has had ill luck for several days he easily falls under the influence of Kaspar, who persuades Max to cast seven magic bullets to be used in the contest. Kaspar, whose soul on the morrow is to be forfeited to the devil, hopes to obtain three more years of grace by substituting Max in his place. (Trio: "O diese Sonne".)
Left alone, Max sinks into deep melancholy at the thought of losing Agathe through failure at the shooting contest. (Aria: "Durch die Wälder".) Kaspar with weird incantations tries to imbue him with courage. (Song: "Hier im ird'schen Jammerthal".)
He hands Max his gun loaded with a magic bullet, and to his own astonishment Max kills an eagle soaring at a great height. He resolves to go with Kaspar at midnight to the terrible Wolf’s Glen to cast the magic bullets, which will kill anything the shooter wants, in order to win the prize. Kaspar, left alone, triumphs. (Aria: "Schweig! damit dich Niemand warrant").

ACT II

Scene 1: Agathe’s chamber
Agathe is filled with sad forebodings. She sings of her meeting with a hermit in the forest, who told her that in some danger which menaced her, she would be protected by her bridal wreath. At the moment when Max shoots the magic bullet, the picture of Agathe’s ancestor hanging against the wall falls to the floor, slightly wounding her. Agathe's cousin and companion Ännchen replaces it. (Duet: "Schelm, halt fest!"). Agathe is still more disturbed, but Ännchen endeavours to cheer her with jests. (Arietta: "Kommt ein schlanker Bursch gegangen").
Agathe left alone awaits Max with the news of his success, which she decides to interpret as a favourable omen. (Recitative and aria: "Wie nahte mir der Schlummer … Leise, leise).
Max arrives; he acknowledges that he has not been the victor, but explains that he has killed a deer, which he will bring this evening from the Wolf’s Glen. Notwithstanding the prayers of Agathe and Ännchen, Max departs. (Trio: "Wie? Was? Entsetzen!").

Scene 2: The Wolf’s Glen at night
Kaspar calls upon Zamiel, the black ranger, for assistance, and prepares the casting of the magic bullets. Max arrives and is warned by the spirit of his mother to abandon the project. Zamiel conjures up the shape of Agathe, representing her as drowning herself in despair at Max’s ill success, whereupon he plunges into the glen and with demoniacal noise the casting of the bullets is begun.


ACT III

Scene 1: Agathe’s chamber
Agathe is praying. (Aria: "Und ob die Wolke sie verhülle"). Her doubts have returned, owing to a dream of ill omen, but Ännchen again cheers her with laughter and song. (Romance and aria, subsequently added by Weber: " Einst träumte meiner sel'gen Base"). The bridesmaids arrive with the bridal wreath. (Song: "Wir winden dir den Jungfern-Kranz"). When Ännchen opens the box, however, she finds within a funeral wreath, which still further increases Agathe’s misgivings. She is somewhat comforted by the memory of the hermit’s promise that she shall be protected by her bridal wreath.

Scene 2: The meeting of the marksmen
Having split the seven bullets between them, Max has used four and Kaspar has used three. Max demands Kaspar give him his last bullet to use in the final shooting contest, but Kaspar refuses. As Max leaves, Kaspar shoots a fox, thus making Max's bullet the seventh and controlled by the Evil One.

Scene 3: The prize shooting
Duke Ottokar awaits Max at his tent. (Chorus of foresters: "Was gleicht wohl auf Erden"). Max is now to shoot a dove. As he takes aim, Zamiel, the black huntsman, appears to guide the bullet, and causes Max to fire at Agathe, who is apparently wounded. (Finale: "Schaut, o schaut"). Agathe falls, but her bridal wreath has deflected the bullet, which struck Kaspar. Agathe revives from her faint. Kaspar, seeing a holy hermit by her side, realizes that he has failed. Zamiel grasps him instead of Max, whereupon Kaspar expires with a curse upon his lips. Duke Ottokar orders the corpse to be thrown into the Wolf’s Glen, then demands and receives an explanation from Max. In spite of pleas from Kuno, Agathe, peasants, and huntsman, the infuriated duke pronounces the sentence of banishment. Before this can be carried out, however, the hermit enters into their midst. The duke acknowledges the holy man, and asks for his counsel. The hermit explains that the combined effects of love for Agathe, and fear of losing her should he fail the shooting trial are what caused Max to stray from a life that was formerly without fault. The hermit goes on to condemn the trial shot, suggests a probationary year as penalty, and asks who among the assembled has looked into their own heart and would be willing to cast the first stone. If Max lives a faultless life, he will gain forgiveness and be permitted to marry Agathe. The Duke commends the hermit for his wisdom saying a higher power speaks through him. The duke ends his pronouncement by saying he, himself, will place the hand of Agathe in that of Max when the probation is over. The opera ends with the ensemble singing prayers of thanks.
Le Freischütz / Le franc-tireur
ACTE I
En Bohème au XVlle siècle. Une clairière. Max (ténor) aime Agathe, fille d'un chef de forestiers, Cuno (basse). Pour l'épouser, Max doit se montrer digne de remplir plus tard les fonctions de Cuno, et il lui faudra le lendemain gagner un concours de tir or Max, longtemps tireur d'élite, semble avoir perdu son adresse; Évoquant ses triomphes passés, il se désole à la pensée que la victoire et, avec elle, Agathe, risquent fort de lui échapper (Durch die Wälder, durch die Auen). Caspar (basse), qui s'est vendu au démon Samiel et recherche des âmes à perdre, prétend pouvoir fournir à Max des balles magiques infaillibles. Max consent à l'accompagner, la nuit même, à la Gorge-aux-Loups où ces balles seront fondues. Caspar exulte: (Triumph! Die Rache gelingt!).

ACTE II
Dans la chambre d'Agathe, celle-ci (soprano) et sa cousine Ännchen (soprano) évoquent l'avertissement donné peu avant à Agathe par un vieil ermite: un danger la menace. Ännchen tente de chasser les idées noires (Kommt ein schlanker Bursch gegangen), mais Agathe s'abandonne à la mélancolie et à la prière (Wie nahte mir der Schlummer … Leise, leise, fromme Weise). Max vient lui apprendre qu'il va, soi-disant pour récupérer un trophée de chasse, se rendre à la Gorge-aux-Loups, et l'inquiétude d'Agathe redouble, car c'est un lieu maudit.
Dans la Gorge-aux-Loups, à minuit, parmi des apparitions fantastiques et des choeurs d'esprits invisibles, Caspar évoque Samiel (rôle parlé), obtient son aide, puis, à l'arrivée de Max, procède à la fonte de 7 balles: 6 obéiront à la volonté de Max, mais la dernière à celle de Samiel. Max ignore que c'est Agathe que le démon désire frapper de cette balle.

ACTE III
Chez Agathe, qui prie de nouveau dans la tristesse (Und ob die Wolke sie verhülle). Elle raconte un mauvais rêve à Ännchen, qui la console avec une histoire de fantôme pour rire (Einst träumte meiner sel'gen Base). Des jeunes filles apportent à Agathe une couronne de fiançailles (Wir winden dir den Jungfernkranz, mais lorsqu'on ouvre la boîte, c'est une couronne mortuaire qui apparaît.
Le dernier tableau montre le pré du concours, où le matin même Max s'est distingué, un dernier exploit et il sera déclaré vainqueur: Le prince Ottokar (baryton) lui demande d'abattre une colombe blanche. Max tire sa dernière balle, celle du démon, au moment où Agathe paraît. Elle s'effondre, mais c'est seulement l'émotion qui l'a terrassée, car le saint Ermite (basse) a détourné la balle sur Caspar, qui tombe mortellement frappé et dont Samiel vient sans plus tarder chercher l'âme. Max confesse avoir fait pacte avec le démon et Ottokar le bannit, mais l'Ermite obtient que la sentence soit commuée en une année d'épreuve au terme de laquelle il pourra épouser Agathe.
ATTO PRIMO
La gara di tiro con il fucile, che si tiene presso una taverna, viene vinta dal contadino Kilian, portato in trionfo dal popolo (introduzione “Ah, ah! Brav! Herrlich getroffen!”). Il cacciatore Max, suo avversario sconfitto, resta in disparte amareggiato, mentre Kuno e gli altri cacciatori discutono sulla causa di questa sconfitta, l’ennesima da un po’ di tempo. L’inquietante Kaspar – segretamente felice della sfortuna di Max – suggerisce allora al ragazzo di recarsi nella foresta ed evocare una figura demoniaca, il Grande Cacciatore. Kuno intanto spiega che la gara del giorno successivo (il suo vincitore otterrà il posto di guardia forestale e potrà scegliere per sé la pura ragazza di cui è innamorato) trae origine dalla leggenda sorta attorno a una certa pallottola magica ( Freikugel ). Esorta allora Max a non lasciarsi abbattere e a prepararsi per l’importante contesa, mentre questi viene preso dallo sconforto (terzetto con coro di cacciatori “Oh, diese Sonne”). Partiti Kuno e i cacciatori, Kilian invita Max al ballo. Cala la sera: il ragazzo rievoca la felicità passata ora svanita, mentre alle sue spalle si aggira inquietante la figura di Samiel, il cacciatore nero (valzer, recitativo e aria di Max “Nein, länger trag ich nicht die Qualen – Durch die Wälder, durch die Auen”). Rimasto dunque solo, Max viene raggiunto da Kaspar, che lo invita a bere, esaltando sfacciatamente i suoi bassi ideali di vita (il vino, le donne e il gioco) e urtando così la sensibilità del serissimo Max (Lied di Kaspar “Hier im ird’schen Jammertal”). Kaspar fa però anche capire di poter essere d’aiuto: Max prova il fucile di Kaspar e, benché sia buio pesto, una superba aquila reale viene abbattuta all’istante. Si è trattato – dice Kaspar – di una pallottola magica, l’ultima in suo possesso; se all’amico ne occorressero per la gara dell’indomani, Max dovrà solamente recarsi a mezzanotte nella famigerata, maledetta Gola del lupo, dove Kaspar lo aiuterà a fonderne di nuove. Convinto per amore di Agathe, Max accetta e cade così nella trappola tesa da Kaspar: il ragazzo servirà infatti al malvagio personaggio come vittima da offrire a Samiel in cambio della propria anima, secondo il patto stretto da Kaspar con lo spirito maligno del cacciatore nero. Kaspar sente di stringere ormai in pugno la situazione (aria di Kaspar “Schweig, schweig, damit dich niemand warnt!”).

ATTO SECONDO
In una sala della casa di Kuno, Agathe aiuta Ännchen a fissare al muro il ritratto dell’antenato, che è appena caduto ferendo Agathe. In questa occasione emergono i differenti caratteri delle due ragazze: la spensieratezza di Ännchen e il timore di Agathe (duetto “Schelm, halt fest!”). Quest’ultima è preoccupata per il comportamento di Max, che tarda a raggiungerla, e l’ambiente misterioso dell’antica casa le incute un sottile terrore; ma Ännchen non se ne cura, e loda la gioventù e l’amore (arietta “Kommt ein schlanker Bursch gegangen”). Agathe in mattinata ha fatto visita a un eremita, che le ha donato delle rose consacrate e l’ha avvertita di un grave pericolo che la sovrasta. Ora, più serena, può coricarsi mentre osserva pregando il cielo stellato (scena e aria di Agathe “Wie nahte mir der Schlummer” - “Leise, leise”). Giunge nel frattempo Max, che viene informato dalle ragazze che il ritratto è caduto esattamente nell’ora in cui aveva colpito l’aquila con la pallottola incantata. Annuncia allora che deve recuperare un cervo da lui abbattuto nella Gola del lupo. Agathe e Ännchen cercano disperatamente di dissuaderlo dall’impresa pericolosa, ma invano (terzetto “Wie? Was? Entsetzen!”).
Ci troviamo ora nella Gola del lupo, in un paesaggio spettrale, minacciato da due temporali incombenti da opposte direzioni. Kaspar traccia un cerchio sul terreno con delle pietre nere attorno a un teschio, mentre spiriti invisibili popolano la scena (finale “Milch des Mondes fiel aufs Kraut!”). Scoccata la mezzanotte, evoca Samiel e gli offre l’anima di Max in cambio della propria. A questo scopo deve poter fondere sette pallottole fatate, l’ultima delle quali dovrà colpire Agathe e portare così Max alla disperazione. Samiel acconsente e scompare. Sfidando il terrore di quei luoghi, giunge anche Max, deciso ad assecondare il proprio destino. Il ragazzo, convinto da Kaspar, attende intrepido l’incantesimo. Kaspar pronuncia lo scongiuro e conia le sette pallottole, mentre fenomeni naturali sempre più inquietanti accompagnano i suoi gesti. Alla sesta pallottola la tempesta si scatena violenta e la terra trema. Kaspar è stato gettato per terra: allora, per chiedere la settima pallottola, interviene Max stesso, che afferra un ramo della quercia leggendaria, che si trasforma improvvisamente nel Nero cacciatore. Max, terrorizzato, si fa il segno della croce: Samiel allora scompare, mentre domina improvviso il silenzio.

ATTO TERZO
È ormai giorno. Nel bosco un gruppo di cacciatori incontra Kaspar e Max. I due, lasciati soli, litigano a proposito delle pallottole magiche: a Max è rimasta solo la settima e invano ne chiede un’altra a Kaspar, il quale, piuttosto che dargliela, l’esplode contro una volpe. Nella sua camera Agathe, vestita da sposa, sta pregando (cavatina “Und ob die Wolke sie verhülle”). Confida le sue preoccupazioni ad Ännchen circa un sogno premonitore che ha appena avuto: era stata trasformata in colomba e Max le sparava. Ma, una volta colpita, la colomba si trasformava nuovamente in Agathe e al suo posto giaceva nel sangue un rapace nero. Ännchen, per confortarla, le fornisce un’interpretazione innocua del sogno e le racconta un’umoristica storia di spettri (romanza, recitativo e aria di Ännchen “Einst träumte meiner Sel’gen Base”). Mentre Ännchen va a prendere la corona nuziale, giunge un corteo di damigelle (canto popolare “Wir winder dir der Jungfernkranz”). Torna Ännchen e annuncia che nella notte il quadro del progenitore è caduto nuovamente, frantumandosi. Agathe, già preoccupata, impallidisce di fronte a una nuova, macabra sorpresa: la corona nuziale contenuta nella scatola che le viene porta, è in realtà una corona da morto. Ännchen cerca di sdrammatizzare, esortando le damigelle a proseguire nel loro canto. Tutti i personaggi partecipano al banchetto di fronte al padiglione del principe, dove i cacciatori inneggiano ai piaceri della loro vita (coro di cacciatori “Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen”). Ci si prepara alla gara di tiro, quando il principe invita Max a colpire la bianca colomba appollaiata su un ramo. In quel mentre compare Agathe, affermando di essere lei stessa la colomba e supplicando Max di non sparare. Ma è troppo tardi: il colpo parte, la colomba vola via, Agathe e Kaspar crollano al suolo (finale “Schaut, o schaut!”). Agathe, che era stata protetta dall’eremita, è salva; Kaspar, invece, colpito, è moribondo e maledice Samiel e il cielo. Il principe ordina che il suo cadavere sia abbandonato nella Gola del lupo e, quando Max confessa la propria frequentazione con le forze del male, lo condanna all’esilio, negandogli la mano di Agathe. Se a nulla vale l’intercessione dei vari personaggi, decisivo è l’intervento dell’eremita: questi convince il principe a concedere a Max un anno per provare la sua virtù e chiede l’abolizione della prova di tiro. L’opera termina con una preghiera di affidamento all’Altissimo.


Personen:
OTTOKAR, böhmischer Fürst (Bariton)
KUNO, fürstlicher Erbförster (Bass)
AGATHE, seine Tochter (Sopran)
ÄNNCHEN, eine junge Verwandte (Sopran)
KASPAR, erster Jägerbursche (Bass)
MAX, zweiter Jägerbursche (Tenor)
Ein EREMIT (Bass)
KILIAN, ein reicher Bauer (Bass)
Vier BRAUTJUNGFERN (Sopran)
SAMIEL, der schwarze Jäger (Sprechrolle)
Erster, zweiter und dritter fürstlicher JÄGER (Sprechrollen)

CHOR
Jäger und fürstliches Gefolge; Landleute und Musikanten; Schenkmädchen; Brautjungfern; Erscheinungen



ERSTER AUFZUG

Ouvertüre

Nr. 1 - Introduktion

Platz vor einer Waldschenke, sogenanntem Schenkgiebel, die geräumig, doch bloss mit Schoben gedeckt ist. Im Hintergrunde eine Vogelstange, von Volksgetümmel umgeben. Böhmische Bergmusik.

ERSTER AUFTRITT
Kilian. Max. Landleute.

Max sitzt allein im Vordergrunde an einem Tisch, vor sich den Krug. In dem Augenblicke, da der Vorhang aufgeht im 11. Takte, fällt ein Schuss, und das letzte Stück einer Sternscheibe fliegt herunter.


DAS VOLK
ruft
Ah, ah, brav, herrlich getroffen!
Jubelt und klatscht

MAX
bis jetzt die geballte Faust vor der Stirn, schlägt damit heftig auf den Tisch, ausrufend
Glück zu, Bauer!

CHOR DER LANDLEUTE
Viktoria! Viktoria! der Meister soll leben,
Der wacker dem Sternlein den Rest hat gegeben!
Ihm gleichet kein Schütz von fern und von nah!
Viktoria! Viktoria! Viktoria!

Allgemeiner Jubel. Die Stange wird herabgelassen

MAX
Immer frisch! Schreit! schreit!
Er stampft mit der Büchse auf den Boden und lehnt sie an einen Baum
War ich denn blind? Sind denn die Sehnen dieser Faust erschlafft?

Es ordnet sich ein Zug. Voran die Musikanten, den folgenden Marsch spielend; dann Bauernknaben, die das letzte Stück der Scheibe auf einem, alten Degen und mancherlei neues Zinngerät als Gewinn tragen. Hierauf Kilian, als Schützenkönig, mit gewaltigem Strauss und Ordensband, worauf die von ihm getroffenen Sterne befestigt sind. Schützen mit Büchsen, mehrere mit Sternen auf Mützen und Hüten; Weiber und Mädchen folgen. Der Zug geht im Kreise herum, und alle, die bei Max vorbeikommen, deuten höhnisch auf ihn, verneigen sich, flüstern und lachen. Zuletzt bleibt Kilian vor Max stehen, wirft sich in die Brust und singt.

KILIAN
Schau' der Herr mich an als König!
Dünkt Ihm meine Macht zu wenig?
Gleich zieh Er den Hut, Mosjeh!
Wird Er, frag' ich, he, he, he?

MÄDCHEN
aushöhnend, Rübchen schabend, mit den Fingern auf Max deutend
Hehehehehehehehehehe!

MÄNNER
Wird Er - frag' ich? Wird Er - frag ich?
Gleich zieh Er den Hut, Mosjeh!
Wird Er, frag' ich, wird Er, hehehe?

KILIAN
Stern und Strauss trag' ich vorm Leibe!
Kantors Sepherl trägt die Scheibe!
Hat Er Augen nun, Mosjeh?
Was traf Er denn, he, he, he?

Chor wiederholt die letzten Zeilen

KILIAN
Darf ich etwa Eure Gnaden
's nächste Mal zum Schiessen laden?
Er gönnt andern was, Mosjeh!
Nun, Er kommt doch, he, he, he?

Chor wie oben

MAX
springt auf, zieht den Hirschfänger und fasst Kilian bei der Brust
Lasst mich zufrieden, oder -!

Getümmel, auf Max eindringend

ZWEITER AUFTRITT
Kuno. Kaspar und mehrere Jäger mit Büchsen und Jagdspiessen. Die Vorigen

KUNO
Was gibt's hier? Pfui, dreissig über einen! Wer untersteht sich, meinen Burschen anzutasten?

KILIAN
von Max losgelassen, aber noch furchtsam
Alles in Güte und Liebe, werter Herr Erbförster, gar nicht böse gemeint! Es ist Herkommen bei uns, dass, wer stets gefehlt hat, vom Königsschuss ausgeschlossen und dann ein wenig gehänselt wird - alles in Güte und Liebe.

KUNO
heftig
Stets gefehlt? Wer? Wer hat das?

KILIAN
Es ist freilich arg, wenn der Bauer einmal über den Jäger kommt - aber fragt ihn nur selbst.

MAX
beschämt und verzweifelnd
Ich kann's nicht leugnen; ich habe nie getroffen.

KASPAR
für sich
Dank, Samiel!

KUNO
Max! Max! Ist's möglich? Du, sonst der beste Schütze weit und breit! Seit vier Wochen hast du keine Feder nach Hause gebracht, und auch jetzt -? Pfui der Schande!

KASPAR
Glaube mir, Kamerad, es ist, wie ich gesagt habe: Es hat dir jemand einen Weidmann gesetzt, und den musst du lösen, oder du triffst keine Klaue.

KUNO
Possen!

KASPAR
Das meine ich eben, so etwas ist leicht gemacht; lass dir raten, Kamerad! Geh am nächsten Freitag auf einen Kreuzweg, zieh mit dem Ladestock oder einem blutigen Degen einen Kreis um dich und rufe dreimal den grossen Jäger -

KILIAN
Gott bewahr' uns! Einen von des Teufels Heerscharen!

KUNO
Schweig, vorlauter Bube! Ich kenne dich längst. Du bist ein Tagedieb, ein Schlemmer, ein falscher Würfler - hüte dich, dass ich nicht noch Ärgeres von dir denke.
Kaspar macht eine kriechende Bewegung, als wolle er sich entschuldigen
Kein Wort, oder du hast auf der Stelle den Abschied! Aber auch du, Max, sieh dich vor! Ich bin dir wie ein Vater gewogen; es freut mich, dass der Herr Fürst Sohnesrecht auf den Eidam übertragen will, aber, wenn du morgen beim Probeschuss fehltest, müsst' ich dir doch das Mädchen versagen. Wollt ihr in der Irre herumlaufen?

MAX
Morgen! morgen schon!

EINIGE JÄGER
Was ist das eigentlich mit dem Probeschuss? Schon oft haben wir davon gehört.

KILIAN
Ja, auch wir. Aber noch hat uns niemand die rechte Bewandtnis zu sagen gewusst.

ANDERE JÄGER
O erzählt's uns, Herr Kuno!

KUNO
Meinetwegen! Zum Hoflager kommen wir noch zeitig genug.
setzt sich
Mein Urältervater, der noch im Forsthause abgebildet steht, hiess Kuno, wie ich, und war fürstlicher Leibschütz. Einst trieben die Hunde einen Hirsch heran, auf dem ein Mensch angeschmiedet war - so bestrafte man in alten Zeiten die Waldfrevler. Dieser Anblick erregte das Mitleid des damaligen Fürsten. Er versprach demjenigen, welcher den Hirsch erlege, ohne den Missetäter zu verwunden, eine Erbförsterei, und zur Wohnung das nah gelegene Waldschlösschen. Der wackere Leibschütz, mehr aus eigenem Erbarmen als wegen der grossen Verheissung, besann sich nicht lange. Er legte an und befahl die Kugel den heiligen Engeln. Der Hirsch stürzte, und der Wilddieb war, obwohl im Gesicht vom Dorngebüsch derb zerkrazt, doch im übrigen unversehrt.

DIE WEIBER
Gott sei Dank! der arme Wildschütz!

DIE MÄNNER
Brav, brav! Das war ein Meisterschuss!

KASPAR
Oder ein Glücksfall, wenn nicht vielleicht gar -

MAX
Ich möchte der Kuno gewesen sein!
Er starrt zu Boden und versinkt in sich selbst

KUNO
Auch mein Urvater freute sich sehr über die Rettung des Unglücklichen, und der Fürst erfüllte in allem seine Zusage.

KILIAN
So? Also davon schreibt sich der Probeschuss her, Nachbarn und Freunde! Nun weiss man's doch auch!

KUNO
Hört noch das Ende! Es ging damals wie jetzt,
mit einem Blick auf Kaspar
dass der böse Feind immer Unkraut unter den Weizen säet. Kunos Neider wussten es an den Fürsten zu bringen, der Schuss sei mit Zauberei geschehen, Kuno habe nicht gezielt, sondern eine Freikugel geladen.

KASPAR
Dacht' ich's doch!
für sich
Hilf zu, Samiel!

KILIAN
zu einigen Bauern
Eine Freikugel? Das sind Schlingen des bösen Feindes; meine Grossmutter hat mir's einmal erklärt. Sechse treffen, aber die siebente gehört dem Bösen; der kann sie hinführen, wohin's ihm beliebt.

KASPAR
Alfanzerei! Nichts als Naturkräfte!

KUNO
Aus diesem Grunde machte der Fürst bei der Stiftung den Zusatz: "Dass jeder von Kunos Nachfolgern zuvor einen Probeschuss ablege, schwer oder leicht, wie es der regierende Fürst oder sein Abgeordneter anzubefehlen geruht." Auch will es das Herkommen, dass der junge Förster an demselben Tag mit seiner Erwählten getraut wird, die aber völlig unbescholten sein und im jungfräulichen Ehrenkränzlein erscheinen muss. Doch genug nun!
Zu den Jägern, die mit ihm gekommen
Wir wollen uns wieder auf den Weg machen! Du aber, Max, magst noch einmal zu Hause nachsehen, ob sämtliche Treibleute angelangt sind. Nimm dich zusammen! Der Weidmann, der dir gesetzt ist, mag die Liebe sein. Noch vor Sonnenaufgang erwarte ich dich beim Hoflager.

Nr. 2 - Terzett mit Chor

MAX
der erst bei Kunos Anrede aus seiner Zerstreuung zurückgekommen ist
Oh, diese Sonne,
Furchtbar steigt sie mir empor!

KUNO
Leid oder Wonne,
Beides ruht in deinem Rohr!

MAX
Ach, ich muss verzagen,
Dass der Schuss gelingt!

KUNO
Dann musst du entsagen!
Leid oder Wonne,
Beides ruht in deinem Rohr!

KASPAR
zu Max, mit bedeutungsvoller Heimlichkeit
Nur ein keckes Wagen
Ist's; was Glück erringt!

MAX
Agathen entsagen,
Wie könnt' ich's ertragen?
Doch mich verfolget Missgeschick!

CHOR
Seht, wie düster ist sein Blick!
Ahnung scheint ihn zu durchbeben!

DIE JÄGER
zu Max
O lass Hoffnung dich beleben,
Und vertraue dem Geschick!

KUNO UND DIE FRAUEN
O lass Hoffnung dich beleben,
Und vertraue dem Geschick!

MAX
Weh mir! mich verliess das Glück!

KUNO UND CHOR
O vertraue!

MAX
Unsichtbare Mächte grollen,
Bange Ahnung füllt die Brust!

CHOR
O vertraue dem Geschick!

MAX
Unsichtbare Mächte grollen,
Bange Ahnung füllt die Brust!
Nimmer trüg' ich den Verlust!

KUNO
So's des Himmels Mächte wollen,
Dann trag männlich den Verlust!

KASPAR
Mag Fortunas Kugel rollen;
Wer sich höhrer Kraft bewusst,
Trotzt dem Wechsel und Verlust!

MAX
Agathen entsagen,
Wie könnt' ich's ertragen!
Nimmer trüg' ich den Verlust! Nimmer!

CHOR
Nein, nein, nimmer trüg er den Verlust! Nein!

KUNO
fasst Max bei der Hand
Mein Sohn, nur Mut!
Wer Gott vertraut, baut gut! -
zu den Jägern
Jetzt auf! In Bergen und Klüften
Tobt morgen der freudige Krieg!

CHOR DER JÄGER
Das Wild in Fluren und Triften,
Der Aar in Wolken und Lüften
Ist unser, und unser der Sieg!

CHOR DER LANDLEUTE
Lasst lustig die Hörner erschallen!

CHOR DER JÄGER
Wir lassen die Hörner erschallen!

ALLE
Wenn wiederum Abend ergraut,
Soll Echo und Felsenwand hallen:
Sa! Hussah, dem Bräut gam, der Braut!

Kuno mit Kaspar und den Jägern ab


DRITTER AUFTRITT
Die Vorigen ohne Kuno und sein Gefolge

KILIAN
Ein braver Mann, der Herr Förster! Aber nun kommt auch in den Schenkgiebel, es wird schon recht dämmrig und schaurig.
zu Max
Wir wollen gute Freunde bleiben, wackerer Bursch! Ich gönne Ihm morgen das beste Glück! Jetzt schlag Er sich die Grillen aus dem Kopf, nehm Er ein Mädchen und tanze Er mit hinein!

MAX
Ja, es wäre mir wie tanzen!

KILIAN
Nun, wie's beliebt!

Er nimmt eine der Frauen und tanzt. Die anderen folgen. Böhmischer Walzer. Die meisten drehen sich tanzend in dem Schenkgiebel, die übrigen zerstreuen sich ausserhalb desselben. Es ist düster geworden.


VIERTER AUFTRITT
Max allein. Später Samiel, von beinahe übermenschlicher Grösse, dunkelgrün und feuerfarb mit Gold gekleidet. Der grosse, mit einer Hahnfeder verzierte Hut bedeckt fast das ganze schwarzgelbe Gesicht.

Nr. 3 - Walzer und Arie

MAX
Nein, länger trag' ich nicht die Qualen,
Die Angst, die jede Hoffnung raubt!
Für welche Schuld muss ich bezahlen?
Was weiht dem falschen Glück mein Haupt?

Durch die Wälder, durch die Auen
Zog ich leichten Sinns dahin;
Alles, was ich konnt' erschauen,
War des sichern Rohrs Gewinn,
Abends bracht' ich reiche Beute,
Und wie über eignes Glück,
Drohend wohl dem Mörder, freute
Sich Agathens Liebesblick!

Hat denn der Himmel mich verlassen?
Samiel tritt, fast bewegungslos, im Hintergrund einen Schritt aus dem Gebüsch
Die Vorsicht ganz ihr Aug' gewandt?
mit verzweiflungsvoller Gebärde
Soll das Verderben mich erfassen?
Verfiel ich in des Zufalls Hand?
Samiel verschwindet wieder
Jetzt ist wohl ihr Fenster offen,
Und sie horcht auf meinen Tritt,
Lässt nicht ab vom treuen Hoffen;
Max bringt gute Zeichen mit!
Wenn sich rauschend Blätter regen,
Wähnt sie wohl, es sei mein Fuss;
Hüpft vor Freuden, winkt entgegen -
Nur dem Laub, nur dem Laub den Liebesgruss.
Samiel schreitet im Hintergrund mit grossen Schritten langsam über die Bühne
Doch mich umgarnen finstre Mächte!
Mich fasst Verzweiflung! foltert Spott! -
O dringt kein Strahl durch diese Nächte?
Herrscht blind das Schicksal? Lebt kein Gott?
Samiel, schon ganz an der entgegengesetzten Seite, macht bei dem letzten Worte eine zuckende Bewegung und ist verschwunden
Mich fasst Verzweiflung! foltert Spott!


FÜNFTER AUFTRITT
Max. Kaspar, herbeischleichend. Samiel, grösstenteils unsichtbar. Ein Schenkmädchen.

KASPAR
sobald Max ihn gewahr wird
Da bist du ja noch, Kamerad. Gut, dass ich dich finde.

MAX
Horchst du schon wieder herum?

KASPAR
Ist das mein Dank? Es fiel mir unterwegs ein guter Rat für dich ein; aus treumeinendem Herzen stehle ich mich fort, laufe mich fast ausser Atem! Ich kann's, kann's nicht verschmerzen, dass du hier zum Spott der Bauern geworden bist. Teufel, die mögen gelacht haben! Ha, ha, ha! Aber was hilft's? Schlag dir's aus den Gedanken, Bruderherz!
Er greift nach dem Krug
Wie? Was? Bier hast du? Das taugt nicht zum Sorgenbrecher!
In den Schenkgiebel rufend
Wein! Wein! Zwei Passgläser! - Kamerad! und kostete es mich den letzten Heller, ich kann dich nicht so traurig sehen! du musst mit mir trinken.
Ein Schenkmädchen hat indes das Geforderte gebracht

KASPAR
zu dem Mädchen
Lass ankreiden!

Mädchen geht mit unwilligem Blick ab

MAX
Damit verschone mich! Mein Kopf ist ohnedies wüst genug.
Er legt den Kopf in die Hände

KASPAR
tropft geschwind aus einem Fläschchen etwas in das für Max bestimmte Glas; für sich.
So, Freundchen! da brauchst du wenig!
Er giesst schnell Wein ein
Hilf, Samiel!
Samiel schaut mit dem Kopf aus dem Busch, an welchem sie sitzen

KASPAR
erschrocken
Du da?
Samiel verschwindet

MAX
auffahrend
Mit wem sprachst du?

KASPAR
Ich? Mit niemand. Ich sagte: "So, Freundchen!" weil ich dir einschenkte.

MAX
Ich mag aber nichts.

KASPAR
Der Herr Förster soll leben! Die Gesundheit deines Lehrherrn wirst du doch mittrinken?
Er reicht Max das Glas mit den Tropfen

MAX
So sei's!
Sie stossen an und trinken

KASPAR
Nun lass uns eins singen! - "Semper fröhlich nunquam selig, immerhin!"
Max bezeigt seinen Unwillen
Das gefällt dir nicht? Nun denn, ein andres!

Nr. 4 - Lied

KASPAR
Hier im ird'schen Jammertal
Wär' doch nichts als Plack und Qual,
Trüg' der Stock nicht Trauben;
Darum bis zum letzten Hauch
Setz' ich auf Gott Bacchus Bauch
Meinen festen Glauben!
Ei, du musst mitsingen!

Er trinkt

MAX
Lass mich!

KASPAR
Jungfer Agathe soll leben! Wer die Gesundheit seiner Braut ausschlüg', war' doch wahrlich ein Schuft!

MAX
Du wirst unverschämt.

Sie stossen an und trinken

KASPAR
Eins ist eins, und drei sind drei!
Drum addiert noch zweierlei
Zu dem Saft der Reben;
Kartenspiel und Würfellust
Und ein Kind mit runder Brust
Hilft zum ew'gen Leben!
Mit dir ist aber auch gar nichts anzufangen!

Er trinkt

MAX
Wie kannst du mir zumuten, in so etwas einzustimmen?

KASPAR
Unser Herr Fürst soll leben! Wer nicht dabei ist, ist ein Judas!

MAX
Nun denn, aber dann auch keinen Tropfen mehr!
Sie stossen an und trinken. Max weht sich mit dem Hute Luft zu und gibt sonst zu erkennen, dass ihm heiss sei.

KASPAR
Ohne dies Trifolium
Gibt's kein wahres Gaudium
Seit dem ersten Übel.
Fläschchen sei mein Abc,
Würfel, Karte, Katherle,
Meine Bilderfibel!

MAX
Elender! Agathe hat recht, wenn sie mich immer vor dir warnt.
Er will fort. Man merkt ihm von jetzt eine gewisse Heftigkeit an, einem leichten, aber bösen Rausche gleich.

KASPAR
Wie kannst du auch gleich so in Harnisch geraten, Bruderherz? Ich diente noch als Milchbart unter dem Altringer und Tilly, und war mit beim Magdeburger Tanz; unterm Kriegsvolk lernt man solche Schelmliedlein.
Die Dorfuhr schlägt. Max steht auf
Willst du schon nach Hause?

MAX
Ja, es wird Zeit. Das schlug sieben!

KASPAR
Zu Agathe? Da weiss ich doch nicht! - du könntest sie erschrecken! Weisst du nicht, dass sie auf einen Gewinn als gute Vorbedeutung für morgen hofft?

MAX
Ach, die Arme! Und ich selbst! Morgen!

KASPAR
Bleib noch und lass dir raten! Deshalb hab' ich dich eigentlich aufgesucht. Dir könnte gar wohl geholfen werden!

MAX
Mir geholfen?

KASPAR
geheimnisvoll
Um dir ganz meine Freundschaft zu beweisen, könnte ich dir unter vier Augen - nicht umsonst habe ich gegen dich zuweilen ein Wort fallen lassen. - Es gibt allerdings gewisse geheime Kräfte der Natur - gewisse unschuldige Jagdkünste - diese Nacht, wo sich die Mondscheibe verfinstert, ist zu grossen Dingen geschickt! - Ein alter Bergjäger hat mir einmal vertraut -

Man sieht Samiel von Zeit zu Zeit lauschen, ohne dass ihn die Sprechenden bemerken

MAX
Du missest mir das Gift tropfenweis' zu -

KASPAR
Wie wär's, Kamerad, wenn ich dir noch heute zu einem recht glücklichen Schuss verhülfe, der Agathe beruhigte und zugleich euer morgendes Glück verbürgte?

MAX
Du fragst wunderbar. Ist das möglich?

KASPAR
Mut! Mut! Was die Augen sehen, glaubt das Herz. Da, nimm meine Büchse!

MAX
Was soll ich damit?

KASPAR
Geduld!
Er sieht nach dem Himmel
Zeigt sich denn nichts?
Schnell, indem er ihm das Gewehr gibt
Da! da! Siehst du den Stösser dort? Schiess!

MAX
Bist du ein Narr, oder glaubst du, ich bin's? Es ist ganz düster, der Vogel schwebt wie ein schwar zer. Punkt in der Luft, wolkenhoch über der Schussweite!

KASPAR
Schiess ins T - Schellobers Namen! Ha, ha!

MAX
berührt wie im Zweifel den Stecher, das Gewehr geht los. In demselben Augenblick hört man gellendes Gelächter, so dass sich Max erschrocken nach Kaspar umsieht.
Was lachst du? Wie Fittiche der Unterwelt kreist's dort oben -
Ein mächtiger Steinadler schwebt einen Augenblick wirbelnd in der Luft und stürzt dann tot zu Maxens Füssen
Was ist das?

KASPAR
der ihn aufhebt
Der grösste Steinadler, den es gibt! Was für Fänge, und wie herrlich getroffen! Gleich unterm Flügel, sonst nichts verletzt! Kannst ihn ausstopfen lassen, Bruder, für ein Naturalienkabinett.

MAX
Aber ich begreife nicht - diese Büchse ist doch wie jede andere -

KASPAR
Viktoria! das wird dich bei den Bauern in Respekt setzen! das wird Agathe erfreuen!
Er rauft einige der grössten Federn aus und steckt sie auf Maxens Hut
So, Kamerad, dies als Siegeszeichen.

MAX
Was machst du? - Wird mir doch ganz schauerlich! - Was hast du geladen? Was war das für eine Kugel?

KASPAR
Gar keine Kugel, Närrchen! Eine trächtige Blindschleiche! die trifft allemal.

MAX
Träum' ich denn, oder bin ich berauscht? So etwas ist mir noch nie begegnet! - Kaspar, ich bitte dich, ich beschwöre dich!
Er fasst ihn
Kaspar, ich bringe dich um! Sag', was war das für eine Kugel?

KASPAR
Bist du verwirrt vor Freuden? Ich teile sie mit dir!
Er umarmt ihn
Nicht, Freundchen! das war ein Schuss? Lass mich los!

MAX
lässt ihn los
Wo hast du die Kugel her?

KASPAR
Nun, wenn du Vernunft annimmst - so sag' mir - du, der wackerste Jäger, bist du oder stellst du dich nur so unerfahren? Wüsstest du wirklich nicht, was eine Freikugel sagen will?

MAX
Albernes Geschwätz!

KASPAR
Da lernt man's doch besser unter dem Kriegsvolk. Ha, ha! wie kämen die Scharfschützen zurecht, die ihren Mann aus dem dicksten Pulverdampf herausschiessen? Oder hast du nie nachgedacht, wie der Schwedenkönig, trotz seines Kollers von Elenshaut, bei Lützen gefallen ist? Zwei silberne Kugeln hiess es. Ja, ja, der Gescheite kennt das! Doch zu so etwas bedarf's anderer Künste, als bloss zu zielen und loszudrücken.

MAX
den Adler betrachtend
Der Schuss ist unglaublich - in trüber Dämmerung - aus den Wolken herabgeholt! So wäre es doch wahr?

KASPAR
Zudem ist's wohl zweierlei, einem armen Erdensohn aus dem Hinterhalt das Lebenslicht ausblasen und sich eine Erbförsterei und ein allerliebstes Mädchen erschiessen!

MAX
vor sich selbst brütend
Hast du noch mehr solche Kugeln?

KASPAR
Es war die letzte - sie haben gerade ausgereicht.

Pause

MAX
Bist du doch auf einmal so wortkarg! - Ausgereicht! Wie verstehst du das?

KASPAR
Weil sie in dieser Nacht zu bekommen sind.

MAX
In dieser Nacht?

KASPAR
Ja doch! Drei Tage hintereinander steht jetzt die Sonne im Schützen, und heut ist der mittelste; heut, wenn sich die Tage scheiden, gibt's eine totale Mondfinsternis. Max! Kamerad! Dein Schicksal steht unter dem Einfluss günstiger Gestirne! Du bist zu hohen Dingen ersehen! Heute, gerade in der Nacht zuvor, ehe du den Probeschuss tun, Amt und Braut dir gewinnen sollst, wo du der Hilfe unsichtbarer Mächte so sehr bedarfst, beut die Natur selbst sich zu deinem Dienst!

MAX
Wohl! Mein Geschick will's! Schaff' mir so eine Kugel!

KASPAR
Mehr als du brauchst! Aber bedarf der Mann eines Vormunds?

MAX
Wie erlangt man sie?

KASPAR
Das will ich dich lehren. Sei punkt zwölf Uhr in der Wolfsschlucht!

MAX
Um Mitternacht - in der Wolfsschlucht? Nein! Die Schlucht ist verrufen, und um Mitternacht öffnen sich die Pforten der Hölle.

KASPAR
Pah! - Wie du denkst! Und doch kann ich dich deinem Unstern nicht überlassen - ich bin dein Freund! ich will dir giessen helfen.

MAX
Auch das nicht!

KASPAR
So mach' dich morgen zum Landesgespött! Verlier die Försterei und Agathe! - Ich bin dein Freund, ich will selbst für dich giessen; aber dabei musst du sein!

MAX
Deine Zunge ist glatt. Nein, an solche Dinge muss ein frommer Jäger nicht denken!

KASPAR
Feigling! Also nur durch fremde Gefahr, gäb's anders dergleichen, möchtest du dein Glück erkaufen? Glaubst du, dann wäre deine Schuld, gäb' es dergleichen, geringer? Glaubst du, diese Schuld, gäb' es dergleichen, laste nicht schon auf dir?
Den Adler an den Fittichen ausspreizend
Glaubst du, dieser Adler sei dir geschenkt?

MAX
Furchtbar, wenn du recht hättest!

KASPAR
Sonderbar, wie du fragst! Doch Undank ist der Welt Lohn. Ich will mir hier einen Flederwisch abhauen, dass ich wenigstens etwas davontrage.
Er haut einen Flügel ab
Drollig! um Agathe zu trösten, wagtest du den Schuss, sie zu erwerben, fehlt es dir an Herzhaftigkeit! Das würde sich das Wachspüppchen, das mich um deinetwillen verwarf, schwerlich einbilden!
für sich
Es soll gerochen werden!

MAX
Elender! Mut hab' ich -

KASPAR
So bewähr' ihn! Brauchtest du schon eine Freikugel, so ist's ja ein Kinderspiel, welche zu giessen. Was dir bevorsteht ohne diese Hilfe, kannst du aus deinen bisherigen Fehlschüssen leicht abnehmen. Das Mädchen ist auf dich versessen, kann nicht ohne dich leben: sie wird verzweifeln! Du wirst, allen Menschen ein Spott, herumschleichen, vielleicht aus Verzweiflung -
Er drückt sich die Faust in die Augen, als träte das Wasser hinein
Schäme dich, rauher Weidmann, dass du ihn mehr liebst, als er sich selbst!
für sich
Hilf zu, Samiel!

MAX
Agathe sterben! Ich in einen Abgrund springen! Ja, das wär' das Ende!
Er gibt Kaspar die Hand
Bei Agathes Leben! ich komme!

Samiel der bei den letzten Worten von links hervorgelauscht hat, nickt und verschwindet

KASPAR
Schweig gegen jedermann! Es könnte dir und mir Gefahr bringen. Ich erwarte dich! Glock zwölf!

MAX
Ich dich verraten? Glock zwölf! Ich komme!
Schnell ab. Es ist indessen ganz dunkel geworden


SECHSTER AUFTRITT
Kaspar allein

Nr. 5 - Arie

KASPAR
höhnisch Max nachsehend
Schweig, schweig - damit dich niemand warnt!
Schweige, damit dich niemand warnt!
Der Hölle Netz hat dich umgarnt!
Nichts kann vom tiefen Fall dich retten,
Nichts kann dich retten vom tiefen Fall!
Umgebt ihn, ihr Geister mit Dunkel beschwingt!
Schon trägt er knirschend eure Ketten!
Triumph! Triumph! Triumph! die Rache gelingt!

Auf der entgegengesetzten Seite ab



ZWEITER AUFZUG

Vorsaal mit Seiteneingängen im Forsthause

Hirschgeweihe und düstere Tapeten mit Jagdstücken geben ihm ein altertümliches Ansehen und bezeichnen ein ehemaliges fürstliches Waldschloss. In der Mitte ein mit Vorhängen versehener Ausgang, der zu einem Altan führt. Auf einer Seite Ännchens Spinnrad, auf der andern ein grosser Tisch, worauf ein Lämpchen brennt und ein weisses Kleid mit grünem Band liegt.



ERSTER AUFTRITT
Agathe. Ännchen.

Nr. 6 - Duett

ÄNNCHEN
steht auf einem Fusstritt, hat das Bild des ersten Kuno wieder aufgehängt und hämmert den Nagel fest
Schelm! halt fest;
Ich will dich's lehren!
Spukerei'n kann man entbehren
In solch altem Eulennest.

AGATHE
bindet einen Verband von der Stirn
Lass das Ahnenbild in Ehren!

ÄNNCHEN
Ei, dem alten Herrn
Zoll' ich Achtung gern;
Doch dem Knechte Sitte lehren,
Kann Respekt nicht wehren -

AGATHE
Sprich, wen meinst du? Welchen Knecht?

ÄNNCHEN
Nun, den Nagel! Kannst du fragen?
Sollt' er seinen Herrn nicht tragen?
Liess ihn fall'n! War das nicht schlecht?

AGATHE
Ja, gewiss, das war nicht recht.

ÄNNCHEN
Liess ihn fall'n, war das nicht schlecht?
Gewiss, das war recht schlecht!
Sie steigt herab

AGATHE.
Alles wird dir zum Feste,
Alles beut dir Lachen und Scherz?
O wie anders fühlt mein Herz!

ÄNNCHEN
Grillen sind mir böse Gäste!
Immer mit leichtem Sinn
Tanzen durchs Leben hin,
Das nur ist Hochgewinn!
Sorgen und Gram muss man verjagen!
Immer mit leichtem Sinn!
Grillen sind mir böse Gäste!
Immer mit leichtem Sinn
Tanzen durchs Leben hin,
Das nur ist Hochgewinn!

AGATHE
Wer bezwingt des Busens Schlagen?
Wer der Liebe süssen Schmerz?
Stets um dich, Geliebter, zagen.
Muss dies ahnungsvolle Herz.

ÄNNCHEN
Grillen sind mir böse Gäste!
Immer mit leichtem Sinn
Tanzen durchs Leben hin,
Das nur ist Hochgewinn!
Sorgen und Gram muss man verjagen!
Das nur ist Hochgewinn!
Grillen sind mir böse, böse Gäste!

Sie besieht sich das Bild
So! nun wird der Altvater wohl wieder ein Jahrhundertchen festhängen. Da oben mag ich ihn recht gern leiden!
zu Agathe gekehrt
Aber du hast das Tuch schon abgebunden? Das Blut ist doch völlig gestillt?

AGATHE
Sei ohne Sorgen, liebes Ännchen! Der Schreck war das schlimmste! - Wo nur Max bleibt?

ÄNNCHEN
Nun kommt er gewiss bald. Herr Kuno sagte ja bestimmt, dass er ihn noch einmal heimsenden werde.

AGATHE
Es ist recht still und einsam hier.

ÄNNCHEN
Unangenehm ist's freilich, in einem solchen verwünschten Schloss am Polterabend fast mutterseelenallein zu sein, zumal wenn sich so ehrwürdige, längst vermoderte Herrschaften mir nichts, dir nichts, von den Wänden herabbemühen. Da lob' ich mir die lebendigen und jungen!

Nr. 7 - Ariette

ÄNNCHEN
mit lebhafter Pantomime
Kommt ein schlanker Bursch gegangen,
Blond von Locken oder braun,
Hell von Aug' und rot von Wangen,
Ei, nach dem kann man wohl schaun.

Zwar schlägt man das Aug' aufs Mieder
Nach verschämter Mädchenart;
Doch verstohlen hebt man's wieder,
Wenn's das Herrchen nicht gewahrt.

Sollten ja sich Blicke finden,
Nun, was hat das auch für Not?
Man wird drum nicht gleich erblinden,
Wird man auch ein wenig rot.

Blickchen hin und Blick herüber,
Bis der Mund sich auch was traut!
Er seufzt: Schönste! Sie spricht: Lieber!
Bald heisst's Bräutigam und Braut.

Immer näher, liebe Leutchen!
Wollt ihr mich im Kranze sehn?
Gelt, das ist ein nettes Bräutchen,
Und der Bursch nicht minder schön?

AGATHE
die während des Liedchens angefangen hat, das Kleid mit Band zu besetzen, fällt am Schluss mit ein
Und der Bursch nicht minder schön!

ÄNNCHEN
So recht! So gefällst du mir, Agathe! So bist du doch, wie ich sein werde, wichtig wenn ich einmal Braut bin.

AGATHE
Wer weiss! Doch ich gönne dir's von Herzen, ist auch mein Brautstand nicht ganz kummerlos. Besonders seit ich heute von dem Eremiten zurückkam, hat mir's wie ein Stein auf dem Herzen gelegen. Jetzt fühle ich mich um vieles leichter.

ÄNNCHEN
Wieso? Erzähle doch! Noch weiss ich gar nicht, wie dein Besuch abgelaufen ist, ausser dass dir der fromme Greis diese geweihten Rosen geschenkt hat.

AGATHE
Er warnte mich vor einer unbekannten grossen Gefahr, welche ihm ein Gesicht offenbart habe. Nun ist seine Warnung ja in Erfüllung gegangen. Das herabstürzende Bild konnte mich töten!

ÄNNCHEN
Gut erklärt! So muss man böse Vorbedeutungen nehmen! Mein Vater war einst ein tapferer Degen und sehr unzufrieden, dass ich's nicht auch werden konnte. Er meinte, man müsse die Furcht nur verspotten, dann fliehe sie, und das wahre Sprüchlein, sich festzumachen, bestehe in den Worten: Halunke, wehre dich!

AGATHE
Die Rosen sind mir nun doppelt teuer, und ich will ihrer auf das treueste pflegen.

ÄNNCHEN
Wie wär's, wenn ich sie in die Nachtfrische vors Fenster setzte? Es wird ohnedies Zeit, mich auszukleiden.

AGATHE
Tue das, liebes Ännchen!

ÄNNCHEN
Aber dann lass uns auch zu Bette gehn!

AGATHE
Nicht eher, bis Max da ist.

ÄNNCHEN
Hat man nicht seine Not mit euch Liebesleutchen!
Sie geht ab


ZWEITER AUFTRITT
Agathe allein.

Nr. 8 - Szene und Arie

AGATHE
Wie nahte mir der Schlummer,
Bevor ich ihn gesehn?
Ja, Liebe pflegt mit Kummer
Stets Hand in Hand zu gehn!
Ob Mond auf seinem Pfad wohl lacht?

Sie öffnet die Altantür, so dass man in eine sternenhelle Nacht sieht

Welch schöne Nacht!

Sie tritt in den Altan und erhebt in frommer Rührung ihre Hände

Leise, leise,
Fromme Weise!
Schwing dich auf zum Sternenkreise.
Lied erschalle!
Feiernd walle
Mein Gebet zur Himmelshalle!

Hinausschauend

O wie hell die goldnen Sterne,
Mit wie reinem Glanz sie glühn!
Nur dort in der Berge Ferne,
Scheint ein Wetter aufzuziehn.
Dort am Wald auch schwebt ein Heer
Dunkler Wolken dumpf und schwer.
Zu dir wende
Ich die Hände,
Herr ohn' Anfang und ohn' Ende!
Vor Gefahren
Uns zu wahren
Sende deine Engelscharen! -

Wieder hinausschauend

Alles pflegt schon längst der Ruh';
Trauter Freund, wo weilest du?
Ob mein Ohr auch eifrig lauscht,
Nur der Tannen Wipfel rauscht;
Nur das Birkenlaub im Hain
Flüstert durch die hehre Stille -
Nur die Nachtigall und Grille
Scheint der Nachtluft sich zu freun. -
Doch wie? Täuscht mich nicht mein Ohr?
Dort klingt's wie Schritte!
Dort aus der Tannen Mitte
Kommt was hervor!
Er ist's! er ist's!
Die Flagge der Liebe mag wehn!

Sie winkt mit einem weissen Tuch

Dein Mädchen wacht
Noch in der Nacht! -
Er scheint mich noch nicht zu sehn!
Gott, täuscht das Licht
Des Monds mich nicht,
So schmückt ein Blumenstrauss den Hut!
Gewiss, er hat den besten Schuss getan!
Das kündet Glück für morgen an!
O süsse Hoffnung! Neu belebter Mut! -
All meine Pulse schlagen,
Und das Herz wallt ungestüm,
Süss entzückt entgegen ihm!
Konnt' ich das zu hoffen wagen?
Ja, es wandte sich das Glück
Zu dem teuern Freund zurück:
Will sich morgen treu bewähren! -
Ist's nicht Täuschung? - Ist's nicht Wahn?
Himmel, nimm des Dankes Zähren
Für dies Pfand der Hoffnung an!
All meine Pulse schlagen,
Und das Herz wallt ungestüm,
Süss entzückt entgegen ihm.


DRITTER AUFTRITT
Agathe, Max, verstört und heftig eintretend. Ännchen gleich rach ihm, in Nachtkleidern.

AGATHE
Bist du endlich da, lieber Max!

MAX
Meine Agathe!
Sie umarmen sich. Agathe tritt still zurück, als sie statt des gehofften Strausses den Federbusch erblickt.
Verzeiht, wenn ihr meinetwegen aufgeblieben seid! Leider komm' ich nur auf wenig Augenblicke.

AGATHE
Du willst doch nicht wieder fort? Es sind Gewitter im Anzug.

MAX
Ich muss!
Er wirft den Hut auf den Tisch, dass das Lämpchen von dem Federbusch ausgelöscht wird. Die Gegend, in die man aus dem Altan hinaussieht, zeigt sich schon in dunklerer Beleuchtung.

ÄNNCHEN
Gut, dass der Mond scheint; sonst sässen wir im Finstern.
Sie schlägt Feuer und brennt das Lämpchen wieder an.
Zu Max

Wir sind ja recht lebhaft! Vermutlich getanzt?

MAX
Ja! ja! Vermutlich!

AGATHE
furchtsam, mit allen Zeichen getäuschter Hoffnung
Du scheinst übel gelaunt. Wieder unglücklich gewesen?

MAX
Nein! nein! Im Gegenteil!

AGATHE
Nicht? Gewiss nicht?

ÄNNCHEN
zu Max
Was hast du gewonnen? Wenn's ein Band ist, Vetter, musst du mir's schenken. Bitte, bitte! Agathe hat schon Bänderkram genug von dir!

AGATHE
Was hast du getroffen, Max. Heute ist mir's von Wichtigkeit.

MAX
mit ängstlicher Verlegenheit
Ich habe - ich war gar nicht beim Sternschiessen!

AGATHE
Und sagst doch, du seist glücklich gewesen?

MAX
Ja doch! wunderbar, unglaublich glücklich. Sieh!
Er zeigt ihr mit solcher Heftigkeit den Federbusch auf dem Hut, dass sie zurückfährt
Den grössten Raubvogel hab' ich aus den Wolken geholt!

AGATHE
Sei doch nicht so hastig, du fährst mir in die Augen!

MAX
Vergib!
Er bemerkt Blut an ihrer Stirn
Aber was ist das? Du bist verwundet, deine Locken sind blutig, um aller Heiligen willen, was ist dir begegnet?

AGATHE
Nichts! soviel als nichts, es heilt noch vorm Brautgang.
sich sanft an ihn schmiegend
Du sollst dich drum deines Bräutchen nicht schämen!

MAX
Aber so sagt doch nur -

ÄNNCHEN
Das Bild dort fiel herunter -

MAX
Dort, der Urvater Kuno?

AGATHE
Wie bist du? Es ist sonst kein Bild hier.

MAX
Der wackere, gottesfürchtige Kuno?

ÄNNCHEN
Halb und halb war Agathe selbst schuld. Wer hiess ihr auch, schon nach sieben Uhr immer ans Fenster zu laufen! Da liess sich doch kaum erwarten, dass du schon heimkämst.

MAX
Um sieben Uhr?

ÄNNCHEN
Du hörst's ja! die Turmuhr drüben im Dorf hatte kaum ausgeschlagen.

MAX
Seltsam!
für sich
Um diese Zeit schoss ich den Bergadler.

AGATHE
Du sprichst mit dir selbst. Was hast du?

MAX
Nichts! nichts auf der Welt!

AGATHE
Bist du unzufrieden mit mir?

MAX
mit steigender Verlegenheit
Nein! wie könnt' ich - Ja denn! ich bringe dir eine Bürgschaft meines wiederkehrenden Glücks - sie hat mich viel gekostet, und du - du freust dich nicht einmal darüber. Ist das auch Liebe?

AGATHE
Sei nicht ungerecht, Max! Noch weiss ich ja nicht - so grosse Raubvögel, wie ich diesen mir denken muss, haben immer etwas Furchtbares.

ÄNNCHEN
Das dächt' ich nicht! Mir sehn sie recht stattlich aus.

AGATHE
zu Max
O steh nicht so in dich gekehrt! Ich liebe dich ja so innig. Solltest du morgen nicht glücklich sein, würdest du mir, ich dir entrissen, o gewiss, der Gram tötete mich!

MAX
Drum - ebendarum - muss ich wieder fort!

AGATHE
Aber was treibt dich?

MAX
Ich habe - ich bin noch einmal glücklich gewesen -

AGATHE
Noch einmal?

MAX
Ja doch! ja!
ohne Agathe ansehen zu können
Ich hab' in der Dämm'rung einen Sechzehnender geschossen; der muss noch hereingeschafft werden, sonst stehlen ihn des Nachts die Bauern.

AGATHE
Wo liegt der Hirsch?

MAX
Ziemlich weit - im tiefen Wald - bei der Wolfsschlucht!

Nr. 9 - Terzett

AGATHE
Wie? Was? Entsetzen!
Dort in der Schreckensschlucht?

ÄNNCHEN
Der wilde Jäger soll dort hetzen,
Und wer ihn hört, ergreift die Flucht.

MAX
Darf Furcht im Herz des Weidmanns hausen?

AGATHE
Doch sündigt der, der Gott versucht!

MAX
Ich bin vertraut mit jenem Grausen,
Das Mitternacht im Walde webt;
Wenn sturmbewegt die Eichen sausen,
Der Häher krächzt, die Eule schwebt.
Er nimmt Hut, Jagdtasche und Büchse

AGATHE
Mir ist so bang, o bleibe!
O eile nicht so schnell.
O eile, eile, eile nicht!
Mir ist so bang!

ÄNNCHEN
Ihr ist so bang, o bleibe!
O eile nicht so schnell!
O eile, eile nicht so schnell!
O eile, eile nicht!

MAX
nach dem Altan hinten schauend, düster für sich
Noch trübt sich nicht die Mondenscheibe;
Noch strahlt ihr Schimmer klar und hell;
Doch bald wird sie den Schein verlieren -

ÄNNCHEN
Willst du den Himmel observieren?
Das wär' nun meine Sache nicht!

AGATHE
So kann dich meine Angst nicht rühren?

MAX
Mich ruft von hinnen Wort und Pflicht,
Mich rufen Wort und Pflicht!

AGATHE, MAX UND ÄNNCHEN
Leb' wohl! Lebe wohl!

MAX
geht hastig fort, kehrt aber in der Tür noch einmal zurück
Doch hast du auch vergeben
Den Vorwurf, den Verdacht?

AGATHE
Nichts fühlt mein Herz als Beben,
Nimm meiner Warnung acht!

ÄNNCHEN
So ist das Jägerleben!
Nie Ruh' bei Tag und Nacht! -

AGATHE
Weh mir, ich muss dich lassen!
Denk' an Agathens Wort!

MAX
düster
Bald wird der Mond erblassen,
Mein Schicksal reisst mich fort!

ÄNNCHEN
zu Agathe
Such', Beste, dich zu fassen!
zu Max
Denk' an Agathens Wort!

Max den Hut tief in die Augen drückend, stürzt heftig ab.
Agathe und Ännchen ab



Verwandlung

Furchtbare Waldschlucht, grösstenteils mit Schwarzholz bewachsen, von hohen Gebirgen rings umgeben. Von einem derselben stürzt ein Wasserfall. Der Vollmond scheint bleich. Zwei Gewitter von entgegengesetzter Richtung sind im Anzug. Weiter vorwärts ein vom Blitz zerschmetterter, ganz verdorrter Baum, inwendig faul, so dass er zu glimmen scheint. Auf der andern Seite, auf einem knorrigen Ast, eine grosse Eule mit feurig rädernden Augen. Auf anderen Bäumen Raben und anderes Waldgevögel.

VIERTER AUFTRITT
Kaspar. Unsichtbare Geister von verschiedenen Seiten.

KASPAR
ohne Hut und Oberkleid, doch mit Jagdtasche und Hirschfänger, ist beschäftigt, mit schwarzen Feldsteinen einen Kreis zu legen, in dessen Mitte ein Totenkopf liegt; einige Schritte davon der abgehauene Adlerflügel, Giesskelle und Kugelform.

Nr. 10 - Finale

STIMMEN UNSICHTBARER GEISTER
Milch des Mondes fiel aufs Kraut!
Uhui! Uhui!
Spinnweb' ist mit Blut betaut!
Uhui! Uhui!
Eh' noch wieder Abend graut -
Uhui! Uhui!
Ist sie tot, die zarte Braut!
Uhui! Uhui!
Eh' noch wieder sinkt die Nacht,
Ist das Opfer dargebracht!
Uhui! Uhui! Uhui!


FÜNFTER AUFTRITT
Kaspar. Bald darauf Samiel.

Die Uhr schlägt ganz in der Ferne zwölf. Der Kreis von Steinen ist vollendet.


KASPAR
reisst heftig den Hirschfänger heraus, stösst ihn in den Totenkopf, erhebt den Hirschfänger mit dem Totenkopf, dreht sich dreimal herum und ruft.
Samiel! Samiel! erschein'!
Bei des Zaubrers Hirngebein!
Samiel! Samiel! erschein'!

Er stellt beides wieder in die Mitte des Kreises.

SAMIEL
tritt aus dem Felsen
Was rufst du?

KASPAR
wirft sich vor Samiel nieder. Kriechend.
Du weisst, dass meine Frist
Schier abgelaufen ist -

SAMIEL
Morgen!

KASPAR
Verlängre sie noch einmal mir -

SAMIEL
Nein!

KASPAR
Ich bringe neue Opfer dir -

SAMIEL
Welche?

KASPAR
Mein Jagdgesell, er naht -
Er, der noch nie dein dunkles Reich betrat!

SAMIEL
Was sein Begehr?

KASPAR
Freikugeln sind's, auf die er Hoffnung baut!

SAMIEL
Sechse treffen, sieben äffen.

KASPAR
Die siebente sei dein!
Aus seinem Rohr lenk' sie nach seiner Braut;
Dies wird ihn der Verzweiflung weihn,
Ihn - und den Vater -

SAMIEL
Noch hab' ich keinen Teil an ihr!

KASPAR
bange
Genügt er dir allein?

SAMIEL
Das findet sich!

KASPAR
Doch schenkst du Frist? und wieder auf drei Jahr',
Bring ich ihn dir zur Beute dar!

SAMIEL
Es sei. - Bei den Pforten der Hölle!
Morgen er oder du!

Samiel verschwindet unter dumpfem Donner.


SECHSTER AUFTRITT
Kaspar. Bald darauf Max. Späterhin Erscheinungen, die jedoch sämtlich den Zauberkreis nicht berühren. Zuletzt Samiel.

KASPAR
richtet sich langsam und erschöpft auf und trocknet sich den Schweiss von der Stirn. Der Totenkopf mit dem Hirschfänger ist verschwunden, an dessen Stelle kommt ein kleiner Herd mit glimmenden Kohlen, dabei einige Reisbunde, aus der Tiefe. Als er sie erblickt.
Trefflich bedient!
Er tut einen Zug aus der Jagdflasche
Gesegn' es, Samiel! Trinkt. - Er hat mir warm gemacht! - Aber wo bleibt Max? - Sollte er wortbrüchig werden. Samiel, hilf!
Er geht nicht ohne Beängstigung im Kreise hin und her; die Kohlen drohen zu verlöschen; er kniet zu ihnen nieder, legt Reis auf und bläst an. Die Eule und andere Vögel heben dabei die Flügel, als wollten sie anfachen. Das Feuer raucht und knistert.

MAX
wird auf einer Felsenspitze, dem Wasserfall gegenüber, sichtbar und beugt sich in die Schlucht herab.
Ha! - Furchtbar gähnt
Der düstre Abgrund, welch ein Graun!
Das Auge wähnt
In einen Höllenpfuhl zu schaun! -
Wie dort sich Wetterwolken ballen,
Der Mond verliert von seinem Schein!
Gespenst'ge Nebelbilder wallen,
Belebt ist das Gestein!
Und hier - husch, husch!
Fliegt Nachtgevögel auf im Busch!
Rotgraue narb'ge Zweige strecken
Nach mir die Riesenfaust!
Nein! ob das Herz auch graust,
Ich muss! Ich trotze allen Schrecken!

Er klettert einige Schritte herab.

KASPAR
richtet sich auf und erblickt ihn
Dank, Samiel! die Frist ist gewonnen!
Zu Max
Kommst du endlich, Kamerad? Ist das auch recht, mich so allein zu lassen? Siehst du nicht, wie mir's sauer wird!
Er hat das Feuer mit dem Adlerflügel angefacht und erhebt diesen im Gespräch gegen Max.

MAX
nach dem Adlerflügel starrend.
Ich schoss den Adler aus hoher Luft;
Ich kann nicht rückwärts - mein Schicksal ruft! -
Er klettert einige Schritte, bleibt dann wieder stehen und blickt starr nach dem gegenüberliegenden Felsen. Der Geist seiner Mutter erscheint im Felsen.
Weh mir!

KASPAR
So komm doch, die Zeit eilt!

MAX
Ich kann nicht hinab!

KASPAR
Hasenherz! Klimmst ja sonst wie eine Gemse!

MAX
Sieh dorthin! Sieh!
Er deutet nach dem Felsen, man erblickt eine weissverschleierte Gestalt, die die Hand erhebt.
Was dort sich weist,
Ist meiner Mutter Geist!
So lag sie im Sarg, so ruht sie im Grab! -
Sie fleht mit warnendem Blick!
Sie winkt mir zurück!

KASPAR
für sich
Hilf, Samiel!
Laut
Alberne Fratzen! - Hahaha! Sieh noch einmal hin, damit du die Folgen deiner feigen Torheit erkennest.

Die verschleierte Gestalt ist verschwunden, man erblickt Agathens Gestalt mit aufgelösten Locken und wunderlich mit Laub und Stroh aufgeputzt. Sie gleicht völlig einer Wahnsinnigen und scheint im Begriff, sich in den Wasserfall herabzustürzen.

MAX
Agathe! Sie springt in den Fluss! Hinab! Hinab! ich muss!

Die Gestalt verschwindet, Max klimmt vollends herab, der Mond fängt an sich zu verfinstern.

KASPAR
höhnisch für sich
Ich denke wohl auch!

MAX
heftig zu Kaspar
Hier bin ich! Was hab' ich zu tun?

KASPAR
wirft ihm die Jagdflasche zu, die Max weglegt.
Zuerst trink! die Nachtluft ist kühl und feucht. Willst du selbst giessen?

MAX
Nein! das ist wider die Abrede.

KASPAR
Nicht? So bleib ausser dem Kreise, sonst kostet's dein Leben!

MAX
Was hab' ich zu tun, Hexenmeister?

KASPAR
Fasse Mut! Was du auch hören und sehen magst, verhalte dich ruhig.
Mit eigenem heimlichen Grauen
Käme vielleicht ein Unbekannter, uns zu helfen, was kümmert's dich? Kommt was andres, was tut's? So etwas sieht ein Gescheiter gar nicht!

MAX
Oh, wie wird das enden!

KASPAR
Umsonst ist der Tod! Nicht ohne Widerstand schenken verborgene Naturen den Sterblichen ihre Schätze. Nur wenn du mich selbst zittern siehst, dann komm mir zu Hilfe und rufe, was ich rufen werde, sonst sind wir beide verloren.

MAX
macht eine Bewegung des Einwurfs.

KASPAR
Still! Die Augenblicke sind kostbar! Der Mond ist bis auf einen schmalen Streif verfinstert.
Kaspar nimmt die Giesskelle.
Merk' auf, was ich hineinwerfen werde, damit du die Kunst lernst.
Er nimmt die Ingredienzien aus der Jagdtasche und wirft sie nach und nach hinein.
Hier erst das Blei. - Etwas gestossenes Glas von zerbrochenen Kirchenfenstern; das findet sich! - Etwas Quecksilber! - Drei Kugeln, die schon einmal getroffen! - Das rechte Auge eines Wiedehopfs! - Das linke eines Luchses! Probatum est! - Und nun den Kugelsegen!
In drei Pausen sich gegen die Erde neigend.
Schütze, der im Dunkeln wacht!
Samiel! Samiel! hab' acht!
Steh mir bei in dieser Nacht,
Bis der Zauber ist vollbracht!
Salbe mir so Kraut, als Blei,
Segn' es sieben, neun und drei,
Dass die Kugel tüchtig sei!
Samiel! Samiel! herbei!

Die Masse in der Giesskelle fängt an zu gären und zu zischen und gibt einen grünlichweissen Schein. Eine Wolke läuft über den Mondstreif, dass die ganze Gegend nur noch von dem Herdfeuer, den Augen der Eule und dem faulen Holz des Baums beleuchtet ist.

KASPAR
giesst, lässt die Kugel aus der Form fallen und ruft:
Eins!

DAS ECHO
wiederholt
Eins!

Waldvögel kommen herunter, setzen sich um den Kreis, hüpfen und flattern.

KASPAR
giesst und zählt
Zwei!

ECHO
Zwei!

Ein schwarzer Eber raschelt durchs Gebüsch und jagt wild vorüber.

KASPAR
stutzt und zählt
Drei!

ECHO
Drei!

Ein Sturm erhebt sich, beugt und bricht Wipfel der Bäume, jagt Funken vom Feuer usw.

KASPAR
zählt ängstlich
Vier!

ECHO
Vier!

Man hört Rasseln, Peitschengeknall und Pferdegetrappel; vier feurige funkenwerfende Räder rollen vorüber, ohne dass man wegen der Schnelligkeit ihre eigentliche Gestalt oder den Wagen gewahr werden kann.

KASPAR
immer ängstlicher, zählt
Fünf!

ECHO
Fünf!

Hundegebell und Wiehern in der Luft; Nebelgestalten von Jägern zu Fuss und zu Ross, Hirschen und Hunden ziehen auf der Höhe vorüber.

CHOR
unsichtbar
Durch Berg und Tal, durch Schlund und Schacht,
Durch Tau und Wolken, Sturm und Nacht!
Durch Höhle, Sumpf und Erdenkluft,
Durch Feuer, Erde, See und Luft,
Joho! Wauwau! ho! ho! ho! ho! ho! hol ho! ho!

KASPAR
Wehe! Das wilde Heer! Sechs! Wehe!

ECHO
Sechs! Wehe!

Der ganze Himmel wird schwarze Nacht, die vorher miteinander kämpfenden Gewitter treffen zusammen und entladen sich mit furchtbaren Blitzen und Donnern; Platzregen fällt; dunkelblaue Flammen schlagen aus der Erde; Irrlichter zeigen sich auf den Bergen; Bäume werden prasselnd aus den Wurzeln gerissen; der Wasserfall schäumt und tobt; Felsenstücke stürzen herab; von allen Seiten Wettergeläut; die Erde scheint zu schwanken.

KASPAR
zuckend und schreiend
Samiel! - Samiel!
Er wird zu Boden geworfen
Hilf! - Sieben!

MAX
gleichfalls vom Sturm hin und her geschleudert springt aus dem Kreis, fasst einen Ast des verdorrten Baumes und schreit
Samiel!

In demselben Augenblicke fängt das Ungewitter an, sich zu beruhigen, an der Stelle des verdorrten Baumes steht der schwarze Jäger, nach Maxens Hand fassend.

SAMIEL
mit furchtbarer Stimme
Hier bin ich!

Max schlägt ein Kreuz und stürzt zu Boden.

Es schlägt eins. Plötzliche Stille. Samiel ist verschwunden, Kaspar liegt noch mit dem Gesicht zu Boden, Max richtet sich konvulsivisch auf.




Nr. 11 - Entre-Akt



DRITTER AUFZUG

Kurze Waldszene. Tag.
Man hört hinter der Szene von Zeit zu Zeit Jagdmusik.


ERSTER AUFTRITT
Zwei fürstliche Jäger. Späterhin Max und Kaspar. Zuletzt noch ein fürstlicher Jäger.

ERSTER JÄGER
Es ist herrliches Jagdwetter!

ZWEITER JÄGER
Nimmermehr hätt' ich das geglaubt; bis gegen Morgen war ein Mordlärm!

ERSTER JÄGER
Besonders in der Wolfsschlucht soll ganz und gar der böse Feind gehaust haben.

ZWEITER JÄGER
Das ist ein für allemal seiner Grossmutter Lustwäldchen.

ERSTER JÄGER
Dort gibt's Windbrüche! Mannsdicke Stämme sind zersplittert wie Rohrstäbe, Riesentannen strecken die Wurzeln gen Himmel.

ZWEITER JÄGER
Ja, ja, man weiss schon, wer dort sein Wesen treibt.

ERSTER JÄGER
Mit deinen Fratzen! lass uns gehen!

Max etwas erhitzt, kommt mit Kaspar.

ERSTER JÄGER
zu ihnen im Vorübergehen
Guten Tag!

ZWEITER JÄGER
zieht vor Max den Hut
Glück zu, Herr Expektant!

MAX
Gute Jagd!

ZWEITER JÄGER
den ersten noch zurückhaltend und auf Max deutend
Hör', sei höflich gegen den! Das ist ein Mordskerl! Er hat drei Schüsse getan - unsereiner kann nicht so weit sehen, geschweige denn treffen! Die Durchlaucht ist ganz versessen auf ihn. Das Glücksrädchen dreht sich wunderlich. Läuft's so fort, kann er noch Landjägermeister werden.

ERSTER JÄGER
Meinethalben! Komm!
Sie gehen.

MAX
zu Kaspar
Gut, dass wir allein sind! Hast du noch von den Glückskugeln? Gib!

KASPAR
Das wär' mir! Bedenk', drei nahm ich, vier für dich! Kann ein Bruder redlicher teilen?

MAX
Aber ich habe nur noch eine! Der Fürst hatte mich ins Auge gefasst. Drei Schüsse hab' ich getan zum Erstaunen. Was hast du denn mit den Kugeln angefangen?

KASPAR
Es macht mir Spass, so einen Galgenvogel herunterzulangen! Was kümmert mich die ganze fürstliche Jagd!

MAX
Bist du toll?
dringend
So hast du noch eine; gib mir sie!

KASPAR
Dass ich kein Narr war'! Ich noch eine - du noch eine! Die heb' dir fein auf zu dem Probeschuss.

MAX
Gib mir deine dritte!

KASPAR
Ich mag nicht -

MAX
Kaspar!

DRITTER JÄGER
tritt ein, zu Max
Der Fürst verlangt Euch, aber augenblicklich! Es ist ein Streit entstanden, wie weit Euer Gewehr trifft
Er geht ab.

MAX
Sogleich!
Zu Kaspar, dringend
Gib mir die dritte!

KASPAR
Nein, und wenn du mir zu Füssen fielst -!

MAX
Schuft!
Ab.

KASPAR
Immerhin! - Jetzt geschwind die sechste Kugel verbraucht.
Er ladet
Die siebente, die Teufelskugel, hebt er mir schon zum Probeschuss auf! Hahaha! Das Exempel ist richtig. Wohl bekomm's der schönen Braut! - Dort läuft ein Füchslein; dem die sechste in den Pelz!
Er legt im Abgehen an; man hört alsbald ausserhalb den Schuss fallen.


Verwandlung

Agathens Stübchen, altertümlich, doch niedlich verziert. An einer Stelle ein kleiner Hausaltar, worauf in einem Blumentopf der Strauss weisser Rosen, von dem durch das Fenster hereinfallenden Sonnenstrahl beleuchtet.

ZWEITER AUFTRITT
Agathe allein.

AGATHE
bräutlich und blendend weiss, mit grünem Band gekleidet, kniet an dem Altar, steht auf und wendet sich dann vorwärts mit wehmütiger Andacht.

Nr. 12 - Kavatine

Und ob die Wolke sie verhülle,
Die Sonne bleibt am Himmelszelt;
Es waltet dort ein heil'ger Wille,
Nicht blindem Zufall dient die Welt!
Das Auge, ewig rein und klar,
Nimmt aller Wesen liebend war!

Für mich auch wird der Vater sorgen,
Dem kindlich Herz und Sinn vertraut,
Und wär' dies auch mein letzter Morgen,
Rief' mich sein Vaterwort als Braut:
Sein Auge, ewig rein und klar,
Nimmt meiner auch mit Liebe wahr!


DRITTER AUFTRITT
Agathe. Ännchen, geschmückt, doch nicht mit Blumen oder Zweigen.

ÄNNCHEN
Ei, du hast dich dazugehalten! - Aber du bist ja so wehmütig; ich glaube gar, du hast geweint? Brauttränen und Frühregen, sagt das Sprichwort, währen nicht lange. Nun, das weiss der Himmel, Regen genug hat's gegeben! Oft dacht' ich, der Sturm würde das alte Jagdschlösschen ganz über den Haufen blasen!

AGATHE
Und Max war in diesem schrecklichen Wetter im Walde! Zudem habe ich so quälende Träume gehabt.

ÄNNCHEN
Träume? Ich habe immer gehört, was einen vor dem Hochzeitstage träumt, muss man sich merken. Solche Träume sollen, wie Laubfrösche, das ganze liebe Ehestandswetter verkündigen. Was träumtest du denn?

AGATHE
Es klingt wunderbar. Mir träumte, ich sei in eine weisse Taube verwandelt und fliege von Ast zu Ast, Max zielte nach mir, ich stürzte; aber nun war die weisse Taube verschwunden, ich war wieder Agathe, und ein grosser schwarzer Raubvogel wälzte sich im Blute.

ÄNNCHEN
klatscht in die Hände
Allerliebst! allerliebst!

AGATHE
Wie kannst du dich nur über so etwas freuen?

ÄNNCHEN
Nun, der schwarze Raubvogel - da hast du ja die ganze Bescherung: du arbeitest noch spät an dem weissen Brautkleide und dachtest gewiss vor dem Einschlafen an deinen heutigen Staat; da hast du die weisse Taube! Du erschrakst vor den Adlerfedern auf Maxens Hut, es schauert dir überhaupt vor Raubvögeln; da hast du den schwarzen Vogel! Bin ich nicht eine geschickte Traumdeuterin?

AGATHE
Deine Liebe zu mir macht dich dazu, liebes, fröhliches Kind! Gleichwohl - hast du nie gehört, dass Träume in Erfüllung gingen?

ÄNNCHEN
für sich
Fällt mir denn nichts ein, sie zu zerstreuen? Laut mit scheinbarer Ernsthaftigkeit und Furcht. Freilich, alles kann man nicht verwerfen! Ich selbst weiss da ein grausenerregendes Beispiel.

Nr. 13 - Romanze und Arie

ÄNNCHEN
Einst träumte meiner sel'gen Base,
Die Kammertür eröffnete sich,
Und kreideweiss ward ihre Nase,
Denn näher, furchtbar näher schlich
Ein Ungeheuer
Mit Augen wie Feuer,
Mit klirrender Kette -
Es nahte dem Bette,
In welchem sie schlief -
Ich meine die Base
Mit kreidiger Nase -
Und stöhnte, ach! so hohl! und ächzte, ach! so tief!
Sie kreuzte sich, rief,
Nach manchem Angst- und Stossgebet:
Susanne! Margaret! Susanne! Margaret!
Und sie kamen mit Licht -
Und - denke nur! - und -
Erschrick mir nur nicht! -
Und - graust mir doch! - und -
Der Geist war: - Nero - der Kettenhund!

Agathe wendet sich unwillig ab.

ÄNNCHEN
zärtlich
Du zürnest mir?
Doch kannst du wähnen,
Ich fühle nicht mit dir?
Nur ziemen einer Braut nicht Tränen!
Trübe Augen,
Liebchen, taugen
Einem holden Bräutchen nicht.
Dass durch Blicke
Sie erquicke
Und beglücke,
Und bestricke,
Alles um sich her entzücke,
Das ist ihre schönste Pflicht.
Lass in öden Mauern
Büsserinnen trauern,
Dir winkt ros'ger Hoffnung Licht!
Schon entzündet sind die Kerzen
Zum Verein getreuer Herzen!
Holde Freundin zage nicht!

Nun muss ich aber auch geschwind den Kranz holen. Die alte Elsbeth hat ihn eben aus der Stadt mitgebracht, und ich vergessliches Ding liess ihn unten. Horch, da kommen die Brautjungfern schon!
Im Abgehen
Guten Tag, liebe Mädchen! Da, singt immer die Braut an. Ich komme gleich wieder.
Sie geht ab.


VIERTER AUFTRITT
Agathe. Brautjungfern in ländlicher Feiertracht, doch gleichfalls ohne Kränze und Blumen.

Nr. 14 - Volkslied. Chor

EINE BRAUTJUNGFER
Wir winden dir den Jungfernkranz
Mit veilchenblauer Seide;
Wir führen dich zu Spiel und Tanz,
Zu Glück und Liebesfreude!

ALLE
einen Ringelreihn um Agathe tanzend
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!
Veilchenblaue Seide! Veilchenblaue Seide!

EINE BRAUTJUNGFER
Lavendel, Myrt' und Thymian,
Das wächst in meinem Garten;
Wie lang bleibt doch der Freiersmann?
Ich kann es kaum erwarten.

ALLE
wie oben
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!
Veilchenblaue Seide! Veilchenblaue Seide!

EINE BRAUTJUNGFER
Sie hat gesponnen sieben Jahr'
Den goldnen Flachs am Rocken,
Die Schleier sind wie Spinnweb' klar,
Und grün der Kranz der Locken.

ALLE
wie oben
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!
Veilchenblaue Seide! Veilchenblaue Seide!

EINE BRAUTJUNGFER
Und als der schmucke Freier kam,
War'n sieben Jahr' verronnen;
Und weil sie der Herzliebste nahm,
Hat sie den Kranz gewonnen.

ALLE
wie oben
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!
Veilchenblaue Seide! Veilchenblaue Seide!


FÜNFTER AUFTRITT
Die Vorigen. Ännchen.

ÄNNCHEN
mit einer zugebundenen runden Schachtel, fällt noch mit ein.
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz! Nun, da bin ich wieder! Aber fast wär' ich auf die Nase gefallen. Kannst du dir's denken, Agathe? Der alte Herr Kuno hat schon wieder gespukt.

AGATHE
beklommen
Was sagst du?

ÄNNCHEN
Dass ich über das alte Bild fast die Beine gebrochen hätte. Es ist diese Nacht zum zweitenmal von der Wand gefallen und hat ein tüchtiges Stück Kalk mit heruntergenommen. Der ganze Rahmen ist zertrümmert.

AGATHE
Fast könnte es mich ängsten! Er war der Urvater unsers Stammes.

ÄNNCHEN
Du zitterst auch vor einer Spinne! In einer so tollen Nacht, wo alle Pfosten krachen, ist's da zu verwundern? Auch führ' ich wohl keinen sonderlichen Hammer, und der alte Nagel war ganz verrostet. Nun frisch, noch einmal das Ende des Liedchens!
Sie schneidet den Bindfaden entzwei, kniet tändelnd vor Agathe nieder und überreicht ihr die Schachtel, während sie mit den andern singt.
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!
Veilchenblaue Seide -

AGATHE
öffnet und fährt zurück
Ach!

Alle ausser Ännchen, die noch kniet, fahren gleichfalls erblassend zurück.

ÄNNCHEN
Nun, was ist denn?
Agathe nimmt den Kranz heraus; es ist ein silberner Totenkranz. Selbst erschrocken.
Eine Totenkrone! Himmel, das ist -
aufspringend und ihre Verlegenheit verbergend
das ist nicht zum Aushalten! Da hat die alte halbblinde Botenfrau, oder die Verkäuferin, gewiss die Schachteln vertauscht!
Die Brautjungfern sehen einander bedenklich an. Agathe blickt still vor sich nieder und faltet die Hände.
Aber was fangen wir nun an?
Sie macht schnell die Schachtel zu und verbirgt sie.
Weg damit! Einen Kranz müssen wir haben!

AGATHE
Vielleicht ist dies ein Wink von oben; der fromme Eremit gab mir die weissen Rosen so ernst und bedeutend; windet daraus die Brautkrone!

ÄNNCHEN
Vor dem Altar und im Sarg mag die Jungfrau weisse Rosen tragen.
Sie nimmt die Rosen schnell aus dem Blumentopf und verschlingt sie zu einem Kranz.
Ein herrlicher Einfall! Sie verschlingen sich von selbst
sie setzt den Kranz Agathe auf
und stehen dir allerliebst! - Doch nun lasst uns auch gehen, unsere Begleiter werden sonst ungeduldig - Singt! singt!

BRAUTJUNGFERN UND ÄNNCHEN
im Abgehen mit gedämpfter Stimme
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!
Veilchenblaue Seide! Veilchenblaue Seide!


Verwandlung

Eine romantisch schöne Gegend

Auf der einen Seite und in der Hälfte des Hintergrundes die fürstlichen Jagdzelte, worin vornehme Gäste und Hofleute, alle Brüche auf den Hüten, bankettieren. Auf der andern Seite sind Jäger und Treibleute gelagert, welche gleichfalls schmausen; hinter ihnen Hirsche, Eber und anderes Wildbret in Haufen aufgetürmt.


SECHSTER AUFTRITT

Ottokar. Kuno. Max. Kaspar. Jäger. Treibleute. Zuletzt Agathe, Ännchen, der Eremit, die Brautjungfern und ein Zug von Landleuten. Ottokar im Hauptzelt an der Tafel; am untersten Platz Kuno. Max in Kunos Nähe, doch ausserhalb, auf seine Büchse gestützt. Auf der entgegengesetzten Seite Kaspar hinter einem Baum lauschend.

Nr. 15 - Jägerchor

CHOR DER JÄGER
Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen,
Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich?
Beim Klange der Hörner im Grünen zu liegen,
Den Hirsch zu verfolgen durch Dickicht und Teich
Ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen,
Erstarket die Glieder und würzet das Mahl.
Wenn Wälder und Felsen uns hallend umfangen,
Tönt freier und freud'ger der volle Pokal!
Jo ho! Tralalalala!

Diana ist kundig, die Nacht zu erhellen,
Wie labend am Tage ihr Dunkel uns kühlt.
Den blutigen Wolf und den Eber zu fällen,
Der gierig die grünenden Saaten durchwühlt,
Ist fürstliche Freude, ist männlich Verlangen,
Erstarket die Glieder und würzet das Mahl.
Wenn Wälder und Felsen uns hallend umfangen,
Tönt freier und freud'ger der volle Pokal!
Jo ho! Tralalalala!

Anstossen der Gläser und lautes Gejubel.

OTTOKAR
Genug der Freuden des Mahls, werte Freunde und Jagdgenossen! Und nun noch zu etwas Ernstem. Ich genehmige sehr gern die Wahl, welche Ihr, mein alter wackerer Kuno, getroffen habt. Der von Euch erwählte Eidam gefällt mir.

KUNO
Ich kann ihm in allem das beste Zeugnis geben; gewiss wird er sich stets beeifern, Eurer Gnade würdig zu sein.

OTTOKAR
Das hoff' ich. Sagt ihm, dass er sich bereit halte!

Kuno geht aus dem Zelt, spricht mit Max und geht dann wieder hinein.

KASPAR
für sich
Wo bleibt nur das Döckchen? Hilf, Samiel!
Er klettert auf den Baum und sieht sich um.

OTTOKAR
Wo ist die Braut? Ich habe so viel zu ihrem Lobe gehört, dass ich auf ihre Bekanntschaft recht neugierig bin.

KUNO
Nach dem Beispiel Eurer erlauchten Ahnen war't Ihr immer sehr huldreich gegen mich und mein Haus.

MAX
hält die Kugel in der hohlen Hand und blickt starr auf sie hin; für sich
Dich sparte ich auf - Unfehlbare! Glückskugel! Aber du lastest jetzt zentnerschwer in meiner Hand.

KUNO
Der Zeit nach muss meine Tochter bald hier sein. Doch wollt Ihr mir gnädig Gehör schenken, Herr Fürst, so lasst den Probeschuss vor ihrer Ankunft ablegen. Der gute Bursch hat seit einiger Zeit, wo freilich die Entscheidung seines Glücks immer mehr herannahete, ganz besondern Unstern gehabt. Ich fürchte, die Gegenwart der Braut könne ihn in Verwirrung setzen.

OTTOKAR
lächelnd
Er scheint allerdings für einen Weidmann noch nicht kaltes Blut genug zu besit zen. Solang' ich ihn nur aus der Ferne beobachtete, tat er drei Meisterschüsse. Aber seit dem Augenblick, da ich ihn rufen liess, hat er stets gefehlt.

KUNO
Das steht nicht zu leugnen, und doch war er früher stets der Geschickteste.

OTTOKAR
Wer weiss, Alter, ob's uns beiden am Hochzeitstag besser gegangen wäre! Indes, alte Gebräuche muss man ehren! Zudem -
lächelnd und laut, dass es Max vernehmen soll
habt Ihr ja noch einen ältern Jägerburschen, Kuno! dem, wenigstens den Jahren nach, der Vorzug gebührte.

KUNO
Dieser - gnädigster Herr - erlaubt mir -

MAX
für sich
Kaspar hat vielleicht noch seine letzte Freikugel. Er könnte wohl gar -
er ladet hastig und stösst die Kugel in den Lauf
Noch einmal und nimmer wieder!

OTTOKAR
Nun, es ist bloss, um das Herkommen zu beobachten und meine Gunst zu rechtfertigen.
Er tritt aus dem Gezelt. Gäste und Hofleute folgen. Die Jäger erheben sich und treten auf die andere Seite.
Wohlauf, junger Schütz! einen Schuss, wie heut früh deine drei ersten, und du bist geborgen!
Nachdem er sich umgeschaut.
Siehst du dort auf dem Zweig die weisse Taube? Die Aufgabe ist leicht. Schiess!

Max legt an. In dem Augenblick, da er losdrücken will, tritt Agathe mit den übrigen zwischen den Bäumen heraus, wo die weisse Taube sitzt.

AGATHE
schreit
Schiess nicht! Ich bin die Taube!

Die Taube flattert auf und nach dem Baum, von welchem Kaspar eilig herabklettert. Max folgt mit dem Gewehr; der Schuss fällt. Die Taube fliegt fort. Sowohl Agathe als Kaspar schreien und sinken. Hinter der ersten tritt der Eremit hervor, fasst sie auf und verliert sich dann wieder unter dem Volk. Dies alles ist das Werk eines Augenblicks. Sowie der Schuss fällt, fängt das Finale an.

Nr. 16 - Finale

Ännchen, Max, Ottokar, Kuno und einige Landleute sind um Agathe im Hintergrund beschäftigt. Der übrige Chor steht in angstvollen Gruppen verteilt, nach Agathe und Kaspar blickend.

CHOR DER HOFLEUTE, JÄGER UND LANDLEUTE
Schaut! o schaut!
Er traf die eigne Braut!

EINIGE
Der Jäger stürzte vom Baum!

CHOR
Wir wagen's kaum,
Nur hinzuschaun!
O furchtbar Schicksal, o Graun!
Unsre Herzen beben, zagen!
Wär' die Schreckenstat geschehn?
Kaum will es das Auge wagen,
Wer das Opfer sei, zu sehn.

Ottokar und seine nähere Umgebung sind zu Agathe geeilt; geringere Jäger zu Kaspar. Agathe wird in den Vordergrund auf eine Rasenerhöhung gebracht. Alle sind um sie beschäftigt. Max liegt vor ihr auf den Knien.

AGATHE
erwacht aus schwerer Ohnmacht
Wo bin ich?
War's Traum nur, dass ich sank?

ÄNNCHEN
O fasse dich!

MAX UND KUNO
Sie lebt!

MAX, KUNO UND CHOR
Den Heil'gen Preis und Dank!
Sie hat die Augen offen!

EINIGE
auf Kaspar zeigend
Hier dieser ist getroffen,
Der rot vom Blute liegt!

KASPAR
sich krampfhaft krümmend
Ich sah den Klausner bei ihr stehn;
Der Himmel siegt!
Es ist um mich geschehn!

AGATHE
sich nach und nach erholend und aufstehend
Ich atme noch, der Schreck nur warf mich nieder,
Ich atme noch die liebliche Luft,
Ich atme noch!

KUNO
Sie atmet frei!

MAX
Sie lächelt wieder!

AGATHE
O Max!

MAX
Die süsse Stimme ruft!

AGATHE
O Max, ich lebe noch!

MAX
Agathe, du lebest noch!

ALLE
Den Heil gen Preis und Dank!

Samiel kommt hinter Kaspar aus der Erde, von den übrigen ungesehen.

KASPAR
erblickt Samiel
Du, Samiel! schon hier?
So hieltst du dein Versprechen mir?
Nimm deinen Raub! Ich trotze dem Verderben!
Er hebt die geballte Faust drohend gen Himmel.
Dem Himmel Fluch! - Fluch dir!

Er stürzt unter heftigen Zuckungen zusammen. Samiel verschwindet.

CHOR
von Grausen ergriffen
Ha! - Das war sein Gebet im Sterben?

KUNO
Er war von je ein Bösewicht!
Ihn traf des Himmels Strafgericht!

CHOR UND KUNO
Er war von je ein Bösewicht!
Ihn traf des Himmels Strafgericht!
Er hat dem Himmel selbst geflucht!
Vernahmt ihr's nicht? Er rief den Bösen!

OTTOKAR
Fort! stürzt das Scheusal in die Wolfsschlucht!

Einige Jäger tragen den Leichnam fort.

OTTOKAR
zu Max
Nur du kannst dieses Rätsel lösen,
Wohl schwere Untat ist geschehn!
Weh dir! wirst du nicht alles treu gestehn!

MAX
Herr! unwert bin ich Eurer Gnade;
Des Toten Trug verlockte mich,
Dass aus Verzweiflung ich vom Pfade
Der Frömmigkeit und Tugend wich;
Vier - Kugeln - die ich heut verschoss -
Freikugeln sind's, die ich mit jenem goss.

OTTOKAR
zornig
So eile, mein Gebiet zu meiden,
Und kehre nimmer in dies Land!
Vom Himmel muss die Hölle scheiden,
Nie, nie - empfängst du diese reine Hand!

MAX
Ich darf nicht wagen,
Mich zu beklagen;
Denn schwach war ich, obwohl kein Bösewicht,

KUNO
Er war sonst stets getreu der Pflicht!

AGATHE
O reisst ihn nicht aus meinen Armen!

JÄGER
Er ist so brav, voll Kraft und Mut!

CHOR
O er war immer treu und gut!

ÄNNCHEN
Gnädiger Herr, o habt Erbarmen!

KUNO UND CHOR
Gnäd'ger Herr, o habt Erbarmen!

ÄNNCHEN
O habt Erbarmen!

OTTOKAR
Nein, nein, nein!
Agathe ist für ihn zu rein!
zu Max
Hinweg, hinweg aus meinem Blick!
Dein harrt der Kerker, kehrst du je zurück!

Der Eremit tritt auf. Alles weicht ehrerbietig zurück und begrüsst ihn demutsvoll, selbst der Fürst entblösst sein Haupt.

EREMIT
Wer legt auf ihn so strengen Bann!
Ein Fehltritt, ist er solcher Büssung wert?

OTTOKAR
Bist du es, heil'ger Mann!
Den weit und breit die Gegend ehrt?
Sei mir gegrüsst, Gesegneter des Herrn!
Dir bin auch ich gehorsam gern;
Sprich du sein Urteil; deinen Willen
Will freudig ich erfüllen.

EREMIT
Leicht kann des Frommen Herz auch wanken
Und überschreiten Recht und Pflicht,
Wenn Lieb' und Furcht der Tugend Schranken,
Verzweiflung alle Dämme bricht.
Ist's recht, auf einer Kugel Lauf
Zwei edler Herzen Glück zu setzen?
Und unterliegen sie den Netzen,
Womit sie Leidenschaft umflicht,
Wer höb' den ersten Stein wohl auf?
Wer griff' in seinen Busen nicht?
Drum finde nie der Probeschuss mehr statt!
Ihm - Herr -
mit finsterm Blick auf Max
der schwer gesündigt hat,
Doch sonst stets rein und bieder war,
Vergönnt dafür ein Probejahr!
Und bleibt er dann, wie ich ihn stets erfand,
So werde sein Agathens Hand!

OTTOKAR
Dein Wort genüget mir,
Ein Höh'rer spricht aus dir.

ALLE
Heil unserm Fürst, er widerstrebet nicht
Dem, was der fromme Klausner spricht!

OTTOKAR
zu Max
Bewährst du dich, wie dich der Greis erfand,
Dann knüpf' ich selber euer Band!

MAX
Die Zukunft soll mein Herz bewähren,
Stets heilig sei mir Recht und Pflicht!

AGATHE
zu Ottokar
O lest den Dank in diesen Zähren;
Das schwache Wort genügt ihm nicht!

OTTOKAR UND EREMIT.
Der über Sternen ist voll Gnade;
Drum ehrt es Fürsten, zu verzeihn!

KUNO
zu Max und Agathe
Weicht nimmer von der Tugend Pfade,
Um eures Glückes wert zu sein!

ÄNNCHEN
zu Agathe
O dann, geliebte Freundin, schmücke
Ich dich aufs neu zum Traualtar!

EREMIT
Doch jetzt erhebt noch eure Blicke
Zu dem, der Schutz der Unschuld war!

Er kniet nieder und erhebt die Hände. Agathe, Kuno, Max, Ännchen und mehrere des Volkes folgen seinem Beispiel.

ALLE MIT DEM CHOR
Ja, lasst uns zum Himmel die Blicke erheben,
Und fest auf die Lenkung des Ewigen baun! -

AGATHE, ÄNNCHEN, MAX, KUNO, OTTOKAR UND EREMIT
Wer rein ist von Herzen und schuldlos im Leben,
Darf kindlich der Milde des Vaters vertraun!

ALLE
Ja, lasst uns die Blicke erheben,
Und fest auf die Lenkung des Ewigen baun,
Fest der Milde des Vaters vertraun!
Wer rein ist von Herz und schuldlos im Leben,
Darf kindlich der Milde des Vaters vertraun!

The Free-Shooter / The Marksman



Cast:
MAX, a forester (Tenor)
KASPAR, another forester (Bass)
KILIAN, a rich peasant (Tenor)
CUNO, the head forester (Bass)
AGATHE, his daughter (Soprano)
ANNCHEN, her cousin (Soprano)
PRINCE OTTOKAR (Baritone)
A HERMIT (Bass)
SAMIEL, the wild huntsman (Speaking part)
FOUR BRIDESMAIDS (Soprano)

CHORUS
Hunters, Peasants, Spirits, Bridesmaids, Followers of the Prince

ACT 1

Overture

The scene is laid in front of a gabled woodland tavern. There is a perch in the background, surrounded by a throng of people. Bohemian mountain music.

Kilian, Max, Countryfolk


No. 1 - Introduction

MAX
is sitting in the foreground at a table by himself, with a mug in front of him. Soon after the rise of the curtain Kilian fires a shot, and the last fragment of a piece of star drops down.

KILIAN
exclaims joyfully

THE CROWD
calls out
Ah!

sounds of rejoicing and applause

MAX
who has been sitting with his fist clenched on his forehead, pounds the table violently with it.

CHORUS OF COUNTRYFOLK
Victory! Victory! Long live the winner,
Who boldly put paid to the star.
Near or far there's no shot to equal him!
Victory! Victory! Victory!

General rejoicing. The perch is dismantled.

MAX
bangs his rifle on the ground and leans it against a tree.

A procession is formed. In front the musicians playing the march now heard. Next the farmer's boys who carry the last piece of the target on an old sword, and sundry new pieces of tin trinkets as trophies. Then Kilian as King of the marksmen, with an enormous bunch of flowers and a medal of honour to which his bullseyes have been fixed. Marksmen with rifles, some of them with bullseyes on their hats and caps; womenfolk and girls follow after. The procession moves round in a circle and everyone who passes Max, points scornfully at him, bows, whispers and laughs. Finally Kilian halts in front of Max, puffs out his chest and sings:


KILIAN
Now Sir, look at me, the king!
Do you think my power too small?
Take off your hat, then, by Gum!
I wonder if you will, will he, ha ha?

GIRLS
mocking, jeering, pointing with their fingers at Max
Hee hee! Hee hee! Hee hee!

MEN
I wonder if you will? Will he ? I am asking
Take off your hat, then, by Gum!
I wonder if you will, will he, ha ha.

KILIAN
I'm carrying a bullseye and a bouquet,
Joe, the cantor's son, holding the pieces!
Have you got eyes in your head, by Gum?
What did you hit, ha, ha!?

CHORUS
repeats the last lines

KILIAN
May I perhaps invite your Highness
To a shooting match next time?
You owe it to the others, by Gum!
You will come then, wo'nt you? Ha, ha!

CHORUS
as before

MAX
jumps up and seizes Kilian by the chest
Leave me in peace or I'll?

Enter Kuno, Kaspar and other huntsmen.

KUNO
What it this? Who dares to lay hands on one of my lads?

KILIAN
still cowed, though Max has let him go
Please, Sir, head ranger, it was not meant so badly. It is a tradition among us that anyone who has missed every shot is excluded from the King's shot and after that we tease him a little.

KUNO
sharply
Missed every shot? Who has done that?

KILIAN
Max! Ask him yourself.

MAX
shamefaced and despairing
I cannot deny it, I havn't made one hit.

KASPAR
aside
Thanks to Samiel!

KUNO
Max! Is this possible?

KASPAR
Take my advice, comrade! Go to a crossroads next Friday and call three times on the great huntsman

KUNO
Silence, Kaspar!
Kaspar makes a cringing gesture of apparent apology
or you're dismissed on the spot. But you, Max, take heed too. I like you, like a father does, but if you were to fail in the trial shot tomorrow. I would have, even so, to forbid you Agatha.

MAX
As early as tomorrow?

KILIAN
What's actually the meaning of the trial shot? Tell us, Kuno, Sir.

KUNO
I will.
he sits down
My ancestor whose portrait still hangs in the forester's lodge, was called Kuno as I am and he was gamekeeper to the prince. One day at a hunt the dogs were chasing a stag to which a man was fettered ? that's how cruelly they used to punish forest offenders in the old days. The sight of this roused the pity of the then prince. He promised a hereditary post of ranger to anyone who could lay the stag low without wounding the criminal. The bold gamekeeper didn't stop to think, he took aim ? the stag dropped, and the forest thief was uninjured.

KILIAN
That was a master?shot!

KUNO
My ancestor was glad too that the wretched man was saved. Now hear the end of the story.
with a glance at Kaspar
Kuno's enviers brought it to the prince's ears that he hadn't aimed, but had loaded a freebullet.

KASPAR
aside
Just as I thought. Help, Samiel!

KILIAN
to a few peasants
A free bullet! Six hit, but the seventh belongs to the Evil One who can guide it wherever he pleases.

KASPAR
Nothing but natural powers.

KUNO
Because of this the Prince made the appointment with the condition "that each of Kuno's successors should first make a trial shot". But enough of that.
To the huntsmen who have accompanied him
We will be on our way. And you Max, pull yourself together. Before sunrise I will expect you at the court lodge.


No. 2 - Trio with Chorus

MAX
who has only come out of his preoccupation when Kuno addressed him
Oh this sun,
It rises fearfully before me!

KUNO
Sorrow or joy,
Both are contained in your barrel.

MAX
Alas I must despair
Of a successful shot.

KUNO
Then you must give up.
Sorrow or joy, Both are contained in your barrel!

KASPAR
to Max with meaningful secrecy
It is only bold daring
That achieves happiness!

MAX
Give up Agatha,
How could I bear it?
But misfortune dogs me!

CHORUS
Look how glum is his face!
Foreboding seems to shudder through him.

HUNTSMEN
to Max
O let hope inspire you,
And trust your fate!

KUNO AND CHORUS
O let hope inspire you,
And trust your fate!

MAX
Woe's me! Luck has forsaken me.

KUNO AND CHORUS
O trust!

MAX
Invisible powers are angry,
Dread foreboding fills my breast!

CHORUS
And trust to your fate!

MAX
Invisible powers are angry
Dread foreboding fills my breast!
I could never bear the loss!

KUNO
If heaven's powers will it,
Then bear the loss like a man.

CHORUS
No! He could never bear the loss!

KASPAR
Let the lucky bullet spin;
He who knows of higher powers
Defies all change and loss!

MAX
Give up Agatha,
How could I bear it?
I could never bear the loss! Never!

KUNO
Bear it!

CHORUS
No, no, he'd never bear the loss!
No!

KUNO
clasps Max by the hand
Courage, my son!
Who trusts in God, builds well!
to the huntsmen
Up now! In mountains and ravines
The joyful battle will rage tomorrow!

CHORUS OF HUNTSMEN
The game in meadows and pastures,
The bird of prey in clouds and breezes
Is ours, and ours the victory!

CHORUS OF RUSTICS
Let the horns bray lustily!

HUNTSMEN'S CHORUS
We'll let the horns bray!

ALL
When evening next grows grey,
Echo and rocky face will resound:
Rah, Hurrah for the bridegroom and bride!

Exit Kuno with Kaspar and the huntsmen.
The others remain.


KILIAN
He's a fine chap, our head forester. But let's all go into the tavern.
to Max
Get yourself a girl, and come dancing in there.

He takes one of the women and dances. The others follow. Bohemian waltz. Most of them dance themselves into the pub, but the rest disperse outside. During the dance it becomes dark.

Max is alone. Later Samiel enters, almost superhuman in height, dressed in dark green and flame colour with gold. His tall hat decked with a cock's feather almost hides the whole of his dark yellow face.



No. 3 - Waltz, Recitative and Aria

Recitative
MAX
No, I can no longer bear the misery,
The fear that robs me of all hope.
What is the guilt that I must pay for?
Why is my head fated to ill luck?

Aria
Through the forests, through the meadows
I used to go with a light heart;
Everything I could set eyes on
Was winnings for my sure barrel.
At evening I brought back a rich bag,
And as if over her own luck,
Dangerous as it was for the slayer,
Agatha's loving gaze rejoiced.

Recitative
Has heaven forsaken me then?
Samiel, almost motionsless, takes a step out of the bushes in the background.
Foresight turned away its eyes?
in desperation
Must ruin overtake me?
Have I fallen into the hands of chance?

Samiel disappears again

Aria
Her window is open now,
And she is listening for my step;
Do not let real hopes be:
Max brings good omens with him!
When the leaves rustle and stir,
She will know it is my feet;
Jumps for joy, waves towards me –
But her loving greeting is only for the leaves.
In the background Samiel walks across the stage with long steps.
But powers of darkness are weaving about me.
Despair clutches, mockery torments me!
O will no ray pierce through this night?
Does fate rule blind? Is there no God?
Samiel, now at the opposite side, makes a convulsive gesture at the last word and vanishes.
Despair clutches, mockery torments me!

Kaspar sidles up to Max. Samiel is largely invisible.

KASPAR
There you are, comrade. Good that I've found you.

MAX
Are you eavesdropping again?

KASPAR
Is that the thanks I get? I had a good suggestion for you as I was on my way. I can't bear for you to be the butt of the farmers here. Hell, how they laughed! Ha, ha! I can't see you so sad, comrade, and you must have a drink with me, if it costs me my last farthing.

MAX
Spare me that.
He puts his head in his hand

KASPAR
quickly drops something from a flask into the glass for Max, he at once pours wine into it.
Help me, Samiel!

Samiel's head peeps from the bushes, then disappears.

MAX
starting up
To whom were you speaking?

KASPAR
I? ? to nobody. Long life to our head ranger! You'll surely drink a health to your mentor with me!

He hands the doped glass to Max. They clink glasses and drink.

No. 4 - Song

KASPAR
Here in this earthly vale of tears
There would be nothing but toil and misery
Did not the stalk bear grapes;
Therefore to my last breath
I lay upon god Bacchus' belly my firm faith!
Hey, you must sing too!

he drinks

MAX
Leave me alone!

KASPAR
Long life to mistress Agatha. The man who declined his bride's health would truly be a villain.

MAX
You are shameless!

They clink glasses and drink

KASPAR
One is one and three is three!
Two things then are added
To the juice of the vine;
Cards and dice
And a child with round breasts
help to eternal life!
But there's nothing to be done with you.

He drinks

MAX
How can you expect me to join in such a thing?

KASPAR
Long life to our Lord the Prince! Anyone who doesn't subscribe to that is a Judas.

MAX
All right then, but then not another drop!

They clink glasses and drink. Max fans himself with his hat and generally indicates that he is hot.

KASPAR
Without this trio
There's been no real joy
Since the fall of man.
Let the bottle be my ABC,
Dice, cards and pretty Kate
my three Rs!

MAX
Wretch! Agatha's right always to warn me against you.
He makes to go. From this point a certain vehemence is to be remarked in him, like a light but malicious drunkeness. The village clock strikes. Max stands up.
I must go to her, the clock struck seven.

KASPAR
To Agatha?
confidentially
How would it be, comrade, if even now, I helped you to a really lucky shot that would put Agatha's mind at rest and also guarantee you luck tomorrow?

MAX
How's that possible?

KASPAR
Here, take my gun.

MAX
What shall I do with it?

KASPAR
Looks into the sky. Quickly as he gives him the gun.
There, there ? d'you see that hawk there? Shoot!

MAX
Are you a fool? The bird's flying up in the clouds beyond bullet range!

KASPAR
Shoot, in the devil's name! Ha, ha!

MAX
Doubtfully pulls the trigger, the gun goes off. In the same moment a peal of laughter is heard. Max turns round aghast to Kaspar.
What are you laughing at?
A huge eagle hangs wheeling in the air, then drops dead at Max's feet.
What is that?

KASPAR
picking it up
The largest golden eagle that there is; and bravely hit.

MAX
But I don't understand, isn't this rifle like any other? What did you load it with? Kaspar, I adjure you, tell me what sort of bullet that was?

KASPAR
Are you really so ignorant, or just pretending? Didn't you really know what a free?bullet is?

MAX
brooding to himself
Have you any more bullets like it?

KASPAR
It was the last one, they've only just lasted me.

MAX
Lasted? What d'you mean?

KASPAR
Because ? this is the only night that you get them.

MAX
Kaspar, get me a bullet like that!

KASPAR
More than you need. Tonight, when the moonlight fades, is destined for great things. Be in the Wolf's Glen punctually at twelve.

MAX
At midnight in the Wolf's Glen? No, at midnight the gates of Hell open up.

KASPAR
Pah! So you only wanted to buy your happiness by endangering another.
Spreading out the eagles wings.
Do you think this eagle was a present to you? You dared shoot to comfort Agatha, but you lack the courage to win her.

MAX
Courage I have.

KASPAR
Then master it!

MAX
Gives Kaspar his hand.
For Agatha's sake I'll come.

SAMIEL
who has been listening from the left, nods at these words and disappears.

KASPAR
Don't tell a soul, it could bring you as well as me into danger. I'll await you at twelve of the clock!

Kaspar alone

No. 5 - Aria

KASPAR
Hush, hush, that none may warn you!
Hush, that none may warn you!
Hell has entwined you in its net!
Nothing can save you from the precipitous fall
From the precipitous fall can nothing save you!
Surround him, you spirits, winged with darkness
Already he gnashes his teeth to wear your chains!
Triumph, triumph, triumph! Revenge is achieved!

ACT 2

Front room in the ranger's house with side entrances.

Stag's antlers and dark hangings with hunting pieces give it an old fashioned aspect and suggest what was once a prince's hunting lodge.

Centre an exit covered by a curtain and leading to a balcony. At one side Annchen's spinning wheel, at the other a big table with a lamp burning on it and a white dress with a green ribbon.

Agatha and Annchen


No. 6 - Duet

ANNCHEN
standing on a ladder, hanging up the portrait of the first Kuno, hammering the nail home
Stick fast, you wretch!
I'll teach you!
We don't want ghoulery
In this old owl's nest.

AGATHA
taking a bandage from her forehead
Have some respect for our forebear's picture!

ANNCHEN
Oh, the old man
I treat him politely with pleasure;
But teaching the servants manners,
doesn't call for respect.

AGATHA
Tell me whom you mean. What servant?

ANNCHEN
The nail of course. Why did you ask?
Hasn't he got to carry his master?
Wasn't it bad to let him drop?

AGATHA
Of course it was bad.

ANNCHEN
Wasn't it bad to let him drop?
Certainly, it was bad!

She climbs down

AGATHA
Everything is a party for you,
Everything's an excuse for laughing and jokes!
O how different my heart feels!

ANNCHEN
Whims are bad guests of mine!
Always a light heart
Dancing on through life,
That's the only way to success!
Worries and troubles have to be driven away!
Always a light heart!
Whims are bad guests of mine!
Always a light heart
Dancing on through life,
That's the only way to success!

AGATHA
Who can control a beating breast?
Who the sweet sufferings of love?
For you, beloved, always
This anxious heart must fear.

ANNCHEN
Whims are bad guests of mine!
Always a light heart
Dancing on through life,
That's the only way to success!
Worries and troubles have to be driven away!
That's the only way to success!
Whims are bad guests of mine!

She looks at the picture
There, now, the old man'll hang safe for another hundred years.

AGATHA
Where can Max be? It's so quiet and lonely here.

ANNCHEN
Unattractive it certainly is when gentry long out of date come away from the walls; that's why I prefer living young ones.

No. 7 - Arietta

ANNCHEN
mimicking vivaciously
When a slim boy comes along,
Whether fair or dark-headed,
Bright eyed, rosy-cheeked,
Well, it's worth having a look at him.
Of course you drop your glance at your bodice,
After the fashion of bashful girls;
But you stealthily look up again
If the young man wasn't aware of it.
If you do exchange glances,
Well, what harm's done?
No one's going to turn blind on the spot,
Even if someone turns red.
A glance here, a glance there,
Till the mouth says something too!
He sighs: Fairest! She says: Dear one!
Soon they're called bride and bridegroom.
Come closer, dear people!
If you want to see me with a bridal wreath.
Isn't that a nice bride,
And the boy no less beautiful?

AGATHA
who has started putting ribbons on the dress, during the song, joins in at the end
And the boy no less beautiful!

ANNCHEN
That's how I like you, Agatha!
Now tell me! I still don't know how your visit went off, only that the pious old man gave you these sanctified roses.

AGATHA
He warned me of a great danger. When the picture fell down it could have killed me. Now his warning has been fulfilled.

ANNCHEN
Yes! One must take notice of evil omens.

AGATHA
Now the roses are doubly dear to me.

ANNCHEN
But now let's go to bed.

AGATHA
No! Max wanted to come here.

ANNCHEN
Exit

Agatha is alone

No. 8 - Scena and Aria

AGATHA
How did sleep come to me
Before I saw him?
Yes love and anxiousness take care
Always to go hand in hand.
Is the moon too laughing on its course?

She opens the balcony door to reveal a star-bright night.

What a beautiful night!

Goes on to the balcony and raises her hands in pure rapture.

Softly, softly,
My pure song!
Waft yourself to the region of stars.
Resound, my song!
Solemnly float
My prayer to the halls of heaven!

looking out

O how bright the golden stars are,
With how pure a gleam they glow!
There only, in the distant mountains
A storm seems to be brewing up.
There too in the forest hovers a clump
Of dark clouds, brooding and heavy.
To you I turn
My hands,
Lord without beginning or end!
From dangers
To guard us
Send your hosts of angels!

Looking out again

All things have long betaken themselves to rest.
Dear friend, where are you tarrying?
Even when my ear listens keenly,
Only the tops of the firtrees rustle.
Only the birchleaves in the grove
Whisper through the wondrous silence.
Only the nightingale and cricket
Seem to enjoy the night air.
And yet? Do my ears deceive me?
That sounds like footsteps!
From the middle of the firs there
Someone is coming!
It is he, it is he!
Let love's banner flutter!

She waves with a white kerchief.

Your maiden is watching
Even thought it is night!
He does not seem to see me yet!
God, if the moonlight
Does not deceive me,
A bunch of flowers adorns his hat!
For sure he has made the best shot!
That tells of good luck for tomorrow!
O sweet hope, o courage new revived!
All my pulses are beating,
And my heart pants wildly,
Full of sweet enchantment at his approach!
Could I dare to hope it?
Yes, luck has returned
Back to my dear friend,
And will stay faithful tomorrow!
Is it no mistake? Is it no madness?
Heaven, receive these tears of thanks
For this pledge of hope!
All my pulses are beating,
And my heart pants wildly,
Full of sweet enchantment at his approach!
Enchanted at his approach!

Agatha. Max enters, distraught and violent. Annchen in nightdress follows behind him.

AGATHA
There are you at last, dear Max!

MAX
My Agatha!
They embrace, then Agatha steps silently back, seeing the plume of feathers and not the bunch of flowers that she had hoped for.
Forgive me if you stayed up for my sake. Unfortunately I have only come for a few moments.

AGATHA
You aren't going away again already?

MAX
I must!

He throws his hat on the table, and the featherplume puts the lamp out.
The landscape seen from the balcony is now darkly lit.


ANNCHEN
strikes a tinder and lights the lamp again

AGATHA
fearfully, with all the signs of hope betrayed
Were you unlucky again?

MAX
No, on the contrary!

AGATHA
What did you hit? Today it's very important to me.

MAX
anxious and embarrassed
I wasn't at the star-shooting at all.

AGATHA
Yet do you say, you were lucky?

MAX
Yes, incredibly lucky! Look!
He shows the plume of feathers on his hat, so violently that she steps back.
I fetched down the greatest bird of prey out of the clouds.
He notices blood on her forehead.
But what's that? Are you wounded? By all the saints, what has happened to you?

AGATHA
Nothing, as good as nothing.
She draws him softly towards her

MAX
But do just tell me -

ANNCHEN
That picture there fell down. Agatha herself was half to blame. just after seven o'clock something made her keep running to the window. She could hardly expect you to be coming home already.

MAX
Strange!
aside
It was at that time that I shot the mountain eagle.

AGATHA
What did you say?

MAX
Oh, nothing!

AGATHA
to Max
Don't be so wrapped up in yourself. I love you, after all, so deeply. If you weren't lucky tomorrow you would be parted from me, I from you - and the grief would kill me!

MAX
Because of that I must be off again.
unable to look at Agatha
I shot a 16-footer at twilight, and it must be brought in.

AGATHA
Where is the stag lying?

MAX
Quite far away - near the Wolf Glen.

No. 9 - Trio

AGATHA
What? Where? Appalling!
There in the glen of terror?

ANNCHEN
The wild huntsman rages there, they say,
And he who hears him, flees.

MAX
Can fear dwell in the huntsman's heart?

AGATHA
But he who tempts God, sins!

MAX
Can fear dwell in the huntsman's heart?
I am aquainted with that horror,
The midnight murmuring in the forest,
When oaks rustle in the storm,
And jay squawks, the owl hovers.

He takes his hat, his hunting bag and rifle.

AGATHA
I am so afraid, do stay!
Don't hurry away so fast.

ANNCHEN
She is so afraid, do stay!
Don't hurry away so fast.

MAX
gazing at the balcony beyond
The moonlight is not waning yet;
Its shimmer still beams clear and bright;
But soon it will lose its gleam -

ANNCHEN
D'you want to observe the heavens?
That wouldn't be up my street!

AGATHA
Cannot my fear, then move you?

MAX
My word and my duty call me hence!

AGATHA, MAX and ANNCHEN
Farewell! Farewell!

MAX
hurring out, turns round at the door
But have you really forgiven
The reproaches, the suspicion?

AGATHA
My heart feels only its quaking.
Take heed of my warning!

ANNCHEN
That's a huntsman's life,
No rest, day or night!

AGATHA
Alas, I must leave you!
Think on Agatha's words!

MAX
Soon the moon will grow pale,
My destiny tears me away!

ANNCHEN
to Agatha
Try to take hold of yourself, dear one!
to Max
Think on Agatha's words!

MAX
cramming his hat over his eyes, rushes out violently


Change of scene

A terrible woodland glen

largely planted with pines, and surrounded by high mountains. A waterfall rushes down from one of them. The full moon shines wanly. Nearer to us a tree struck by lightening and withened, decayed inside so that it seems to glow. On a gnarled branch at the other side sits a huge owl with fiery, circling eyes. Crows and other woodbirds on other trees.

Kaspar and invisible spirits.


KASPAR
without hat or overmantle, but with hunting bag and knife, is busy with black boulders, laying out a circle in the middle of which a skull lies; a few paces away are the excised eagle's wings, a casting-ladle, and a bullet mould.

No. 10 - Finale: The Wolf's Glen

CHORUS OF INVISIBLE SPIRITS
Moonmilk fell on weeds!
Uhui!
Spiders web is dewed with blood!
Uhuil
Ere the evening falls again -
Uhui!
Will the gentle bride be slain!
Uhui!
E're the next descent of night,
Will the sacrifice be done!
Uhui! Uhui!

Kaspar. Shortly afterwards, Samiel. The clock strikes 12 in the distance.
The circle of stones is complete.


KASPAR
rips his hunting knife out, plunges it into the skull, raises the knife with the skull, turns round three times and calls out
Samiel! Samiel! Appear!
By the wizards cranium,
Samiel, Samiel, appear!

He puts both back in the centre of the circle.

SAMIEL
comes from the rock
Why do you call?

KASPAR
throws himself, cringing, down before Samiel
You know that my term
Is almost run out -

SAMIEL
Tomorrow!

KASPAR
If it might be extended once more -

SAMIEL
No!

KASPAR
I bring you a new sacrifice -

SAMIEL
What?

KASPAR
My hunting companion, he is coming –
He who has never penetrated your dark realm.

SAMIEL
What does he want?

KASPAR
It is magic bullets on which he builds his hopes!

SAMIEL
Six hit, seven befool!

KASPAR
The seventh shall be yours!
Speed it from his barrel to his bride.
Despair will make him yours,
Him - and the father -

SAMIEL
I have no stake in her yet!

KASPAR
fearful
Is he alone enough for you?

SAMIEL
That we shall see!

KASPAR
But you will set a term. And for another three years,
I'll bring him to you as your prey!

SAMIEL
So be it - By the gates of hell!
Tomorrow he or you!

He disappears. Dull thunder.
Kaspar. To him Max. Later apparitions which do not disturb the magic circle. Last of all Samiel.


KASPAR
raises himself up, - slowly and exhausted, and wipes the sweat from his brow. The skull with the hunting knife has disappeared; in its place a little fire with glowing coals comes up from below, and some bundles of rushes. Kaspar sees them:
Excellent service!
He takes a draught from the hunting flask.
Blessings on you, Samiel!
drinks
He has made me warm! - But where ist Max! Could he break his word? Samiel, help!

He walks up and down inside the circle, not without anxiety; the coals threaten to go out; he kneels down by them, lays rushes on top and blows on them. The owl and other birds raise their wings at this as if to kindle them. The fire smokes and crackles.

MAX
is seen on the rocky peak above the waterfall, peering down into the glen.
Ha! Fearful yawns
The gloomy chasm. What horror!
My eyes fancy themselves
Gazing into a slough of hell!
Look how the stormclouds cluster there,
The moon gives up its beams!
Ghostly mist-shapes waver,
The rock is alive!
And here - hush, hush!
Nightbirds fly up in the bushes!
Branches, ruddy-grey and scarred, stretch
Out gigantic arms at me!
No! Though my heart be horrified,
I must! I defy all terrors!

He climbs down a few paces.

KASPAR
standing up and looking at him
Thanks, Samiel. My term is achieved.
to Max
Have you come at last, comrade? Was it right too to leave me all alone? Can't you see how distasteful it is for me?

He has been fanning the fire with the eagle's wing and points it at Max as he speaks.

MAX
staring at the eagle's wing
I shot the eagle out of the lofty air;
I cannot turn back - my destiny calls!
He climbs down a few paces, then stops again and gazes fixedly at the rocks on the other side. His mother's ghost appears on the rock.
Woe is me!

KASPAR
Come on, time is flying!

MAX
I can't get down!

KASPAR
Rabbit! You usually climb like any chamois!

MAX
Look over there! Look!
He points to the rock; a form veiled in white is seen raising its hand.
What shows itself there
Is my mother's ghost.
So she lay in her coffin, so she rests in her grave.
She looks, and weeps, and warns me.
She is waving me back!

KASPAR
aside
Help, Samiel!
aloud
Ridiculous fancies! - Haha! Look again, and you'll see what comes of your cowardly stupidity.

The veiled form has vanished, and Agatha's form is seen, with dishevelled hair strangely adorned with leaves and straw. She is exactly like a mad person and seems about to throw herself into the waterfall.

MAX
Agatha! She's jumping into the water!
Down! Down! I must!

The image vanishes. Max climbs all the way down, and the moon begins to grow dark.

KASPAR
aside, mocking
I think so too!

MAX
to Kaspar, impetuously
Here I am! What have I got to do?

KASPAR
throwing him the hunting flask, which Max sets down
First have a drink! The night air is cold and damp. Will you do the casting yourself?

MAX
No, that goes against our agreement. What have I got to do?

KASPAR
Nothing. Whatever you may see or hear, keep quiet.
Disguising his own horror
If someone unknown to you should come and help us, what matter to you? But if you see me tremble, then come and help me, and call out what I call out, otherwise we're both lost.

MAX
with a gesture of objection
Kaspar!

KASPAR
Hush! Every moment is precious!
The moonlight has dwindled to a tiny beam. Kaspar takes the casting ladle.
Watch me so that you learn the art.
He takes the ingredients out of his hunting bag and throws them in one after another.
First the lead -some ground glass from broken church windows; you can find that! - Some quicksilver! - Three bullets that have hit their mark! The right eye of a hoopoe, the left one of a lynx! Probatum est! Now the blessing of the bullets!
Bowing to the earth in each of three pauses.
Protect us, you who watch in darkness!
Samiel, Samiel! Give ear!
Stand by me in this night
Till the spell is complete!
Bless for me the herb and lead,
Bless them by seven, nine and three,
That the bullet be obedient!
Samiel, Samiel, to me!

The mixture in the mortar begins to foment and bubble and gives out a greeny-white glow. A cloud passes over the moon, so that the whole surroundings are only lit by the fire, the owl's eyes and the rotten stump of the tree.

KASPAR
pours, lets the bullets fall out of their mould, and calls
One!

ECHO
repeats
One!

Woodbirds fly down, settle round the circle, hop and flutter.

KASPAR
pouring, then counting
Two!

ECHO
Two!
A black boar breaks through the bushes and chases on.

KASPAR
stops short and counts
Three!

ECHO
Three!
A storm arises, bends and breaks the tops of the trees and draws sparks from the fire.

KASPAR
counting anxiously
Four!

ECHO
Four!

A rustling is heard. Crack of whips and trample of horse's hooves; four fiery wheels run past, throwing off sparks, though, at their speed, one cannot trace their real form or the shape of any waggon.

KASPAR
counting, still more anxiously
Five!

ECHO
Five!

Barking of dogs and neighing in the air; misty images of hunters on foot and horseback, stags and dogs fly past overhead.

KASPAR
Alas! The savage pack!
Six!

ECHO
Six!

CHORUS
invisible
Over hill, over dale, through abyss and pit,
Over dew and clouds, tempest and night,
Over chasm, bog and abyss,
Through fire, earth, sea and air,
Yahoo, way a way, ho ho!

The whole sky turns black as night, the storms, which were previously impacted, clash and pour down terrible thunder and lightning, torrential rain pours down; the -earth spouts dark blue flames; will-o-the wisps appear on the mountains; trees crack and are torn out by the roots; the waterfall bubbles and looms up; the rocks avalanche; tempestous sounds on all sides; the earth seems to quake.

KASPAR
shuddering and calling out
Samiel! - Samiel! - Samiel!
He is thrown to the ground.
Help! - Seven!

MAX
buffeted hither and thither by the storm, as he is, jumps out of the circle, seizes a branch of the - rotten tree and calls out
Samiel!

At this very moment the storm begins to calm down, and in the place of the rotten tree there stands the black huntsman, reaching out for Max's hand.

SAMIEL
with a terrible voice
Here I am!

MAX
makes the sign of the cross and falls to the ground.

The clock strikes one. Sudden silence. Samiel has disappeared. Kaspar is still lying with his face to the ground. Max gets to his feet convulsively.


ACT 3

Agatha's room.

It is decorated in an old fashioned but neat manner. In one spot there is a little priedieu with the bunch of white roses in a vase on it; they are lit up by the sunlight coming in at the window.

Agatha is alone.


AGATHA
dressed in bridal white with green ribbon, kneeling at the priedieu. She gets up and sings with melancholy devotion

No. 12 - Cavatina

AGATHA
Even when clouds hide it,
The sun still shines in the tent of heaven;
One holy will rules there;
No blind chance governs the world.
That eye, eternally pure and clear,
Looks lovingly after all creation!
Our Father will care for me too,
With my childlike heart and trusting mind,
Even if this were my last morning,
If his paternal word would call for me, a bride:
His eye, for ever pure and clear
Looks upon me too with love.

Enter Annchen, in her finery

ANNCHEN
Have you been crying? Bridal tears and early rain do not linger long. Come now, we've had enough rain.

AGATHA
I had such tormenting dreams last night. I'd been turned into a white dove, and was flying from branch to branch. Max aimed at me, and I fell. But now the white dove vanished. I was Agatha again, and a great black bird of prey was weltering in its own blood.

ANNCHEN
How delightful!

AGATHA
Annchen!

ANNCHEN
There you have the whole lot; you were working late on your white wedding dress ? that's the white dove! You were scared by the eagle's feathers on Max's hat ? that's the black bird. Aren't I a clever interpreter of dreams?

AGATHA
Have you never heard of dreams coming true?

ANNCHEN
aside
Can't I think of anything to calm her?
aloud, with apparent seriousness and fear
It's true one can't repudiate everything. I myself know a spine?chilling example.

No. 13 - Romance, Recitative and Aria

Romance

ANNCHEN
My late cousin once dreamed
That her bedroom door opened,
And her nose turned as white as chalk
Because there crept nearer, and terribly nearer,
A monster
With eyes like fire,
With clanking chains,
It came up to the bed
She was sleeping in –
I'm talking about cousin
With her chalky nose –
And moaned oh, so hollowly
And groaned oh, so deep!
She crossed herself, called out,
Susanna, Margaret, Susanna, Margaret!
And they came with lights –
And - just imagine - and –
Now don't be terrified! –
And - though it appals me - and –
the ghost was: ? Nero, the watchdog!

AGATHA
turns away displeased

Recitative

ANNCHEN
tenderly
Are you cross with me?
But can you say
I don't feel for you?
Only  tears don't become a bride!

Aria

Sad eyes,
Darling one, don't suit
A blessed bride.
With her glances
She should refresh
And delight
And captivate,
And enchant everyone about her –
That is her most lovely duty.
Within their bare walls let
Penitents mourn;
To you the light of rosy hope is beckoning!
Already the candles are lit up
For the union of true hearts!
Dearest friend, do not be downhearted.
The bridesmaids are coming, Agatha.

She goes out.

Agatha. To her, bridesmaids in festal local costume but without wreath or flowers.

No. 14 - Folksong

1st BRIDESMAID
We're twining the maiden's wreath for you
With violet?blue silk;
We're leading you to games and dancing,
To happiness and joys of love!

ALL
dancing round Agatha in a circle
Lovely green, lovely green maiden's wreath!
Violet?blue silk! Violet?blue silk!

2nd BRIDESMAID
Lavender, myrtle and thyme,
They grow in my garden.
But how long will the suitor tarry?
I can hardly wait for it.

ALL
Lovely green maiden's wreath!
Violet?blue silk!

1st BRIDESMAID
And when the handsome suitor came
Seven years passed by;
And as he's taken the darling
She's won the wreath.

ALL
Lovely green maiden's wreath!
Violet?blue silk.

The above and Annchen

ANNCHEN
comes in with a round box tied up.
Here I am back. And I almost fell on my nose. Last night that old picture fell off the wall for the second time. The whole frame is ruined.

AGATHA
It might almost make me afraid.

ANNCHEN
You're scared even by a spider! Come on, the end of the song once again!

She cuts the string in two, kneels playfully down before Agatha and hands her the box, while singing with the others.

ALL
Lovely green maiden's wreath!
Violet?blue silk?

AGATHA
Opens it and starts back
Oh!

ALL
except Annchen who is still kneeling, turn pale, and step back too.

ANNCHEN
What is it then?
Agatha takes out the wreath; it is a silver funeral wreath. Annchen herself is frightened.
A funeral wreath? No!
Jumping up and concealing her embarrassment
That isn't to be borne! The old, half?blind delivery woman must have got the boxes mixed up!
The bridesmaids look questioningly at one another. Agatha gazes down silently in front of her and clasps her hands. Annchen quickly shuts the box and hides it.
Away with it! We must have another wreath!

AGATHA
Perhaps it is a sign from heaven. The holy hermit was so serious when he gave me the white roses - make my bridal crown out of them.

ANNCHEN
Takes the roses out of the vase and twines them into a wreath.
Look! The roses twine almost of their own accord into a wreath.
She puts the wreath on Agatha
Sing now! Sing!

BRIDESMAID AND ANNCHEN
going off with muffled voices
Lovely green maiden's wreath!
Violet?blue silk!


Change of scene

A romantically beautiful neighbourhood.

At one side the prince's hunting tents, in which noble guests and courtiers, all with green twigs in their hats, are banqueting. On the other side huntsmen and beaters are camped, also carousing; behind them are stags, boars and other game as hunting trophy.

Ottokar, Kuno, Max, Kaspar, Hunters, Beaters. Eventually Agatha, Annchen, the Hermit, the bridesmaids and a procession of country folk. Ottokar is in the main tent seated at table, at the lowest place sits Kuno. Max is in Kuno's vicinity, but outside, leaning on his rifle. On the opposite side Kaspar is listening behind a tree.


No. 15 - Huntsmen's Chorus

CHORUS OF HUNTSMEN
What pleasure on earth can compare with the hunter's?
Whose cup of life sparkles so richly?
To lie in the verdure while the horns sound,
To follow the stag through thicket and pond,
Is joy for a prince, is a real man's desire,
Is strengthens your limbs and spices your food.
When woods and rocks resound all about us,
A full goblet sings a freer and happier song!
Yo ho! Tralala!

Diana is present to brighten the night;
Her darkness cools us like any refreshment in the day.
To fell the bloody wolf, and the boar
who greedily roots through the green crops,
Is joy for a prince, is real man's desire,
It strengthens your limbs and spices your food.
When woods and rocks resound all about us,
A full goblet sings a freer and happier song!
Yo, ho! Trala!

Clinking of glasses and shouts of joy.

OTTOKAR
Enough of the pleasures of the table, worthy  friends and hunting companions. Now something serious. I gladly approve the choice which you, my brave old Kuno, have made. I am pleased with the suitor you have chosen. Tell him to be ready.

KUNO
leaves the tent, talks to Max, then returns inside

OTTOKAR
Where is the bride? I have heard so much to her credit.

KASPAR
aside
Where is the doll, then? Help, Samiel!
He climbs up the tree, and looks about him.

MAX
holds the bullet in the hollow of his hand and gazes blankly at it.

KUNO
According to the time, my daughter should be here soon. But if you would graciously accept my advice, my Lord prince, then let the trial shot take place before she arrives. I'm afraid the bride's presence might confuse Max.

OTTOKAR
Who knows, old man, if we would both have carried ourselves better on our wedding day?

KUNO
continues to talk softly to the prince

MAX
hastily loads and pushes the bullet in the barrel

OTTOKAR
Now then!
He leaves the tent. Guests and courtiers follow. The huntsmen get up and move to the other side.
Young marskman! One shot like your first three early this morning, and you are a made man!
Looking about him
Do you see there, on the branch, that white dove? The task is easy. Shoot!

MAX
aims. At the moment when he is about to pull the trigger, Agatha and the others emerge through the trees where the white dove is sitting.

AGATHA
calls out
Don't shoot, Max! The dove is me!

The dove flutters up and past the tree from which Kaspar clambers down hurriedly. Max follows with his gun; the shot rings out. The dove flies away. Agatha and Kaspar both drop. The hermit comes out from behind the former, raises her up and then is lost amid the crowd. This is all the work of a moment. As the shot rings out, the finale begins.


No. 16 - Finale

Annchen, Max, Ottokar, Kuno and some of the countryfolk busy themselves in the background about Agatha. The rest of the chorus stands apart in anxious groups, looking at Agatha and Kaspar.

CHORUS OF COURTIERS, HUNTSMEN and PEASANTS
Look,oh look!
He hit his own bride!

SOME
The huntsman  fell  from the tree!

CHORUS
We hardly dare
Even to look!
O terrible fate, o horror!
Our hearts tremble, stop beating!
Did this deed of fear happen?
Our eyes will hardly dare
To see who was the sacrifice.

Ottokar and those next to him have hurried to Agatha, the huntsmen to Kaspar. Agatha is carried to a grassy hummock in the foreground. Max is on his knees in front of her.

AGATHA
awakes from deep unconsciousness
Where am I? Was it only a dream that I fell?

ANNCHEN
O have courage!

MAX and KUNO
She's alive!

MAX, KUNO and CHORUS
Praise and thanks to the Saints!
Her eyes are open!

SOME
pointing to Kaspar
This one here is hit,
Who's lying red with his own blood.

KASPAR
writhing convulsively
I saw the recluse standing by her;
Heaven has conquered!
All's up with me!

AGATHA
gradually recovering and standing up
I still breathe; it was only feat that knocked me down.
I still breathe the lovely air,
I still breathe!

KUNO
She's really breathing!

MAX
She smiles again!

AGATHA
O Max!

MAX
Her sweet voice calls!

AGATHA
O Max, I'm still living!

MAX
Agatha you're still living!

ALL
Praise and thanks to the Saints!

SAMIEL
unseen by the rest, rises from the earth behind Kaspar

KASPAR
sees Samiel
You, Samiel, here already?
Did you keep your promise to me?
Take your plunder! I defy destruction!
He raises his clenched fist menacingly toward heaven.
Cursed be Heaven! ? Curses on you!

He collapses. Samiel disappears.

CHORUS
gripped by terror
Ha! Was that his dying prayer?

KUNO
He always was a bad fellow!
Heaven's punishment  fell upon him.

CHORUS and KUNO
He always was a bad fellow!
Heaven's punishment fell upon him!

SOME
He cursed Heaven itself!

CHORUS and KUNO
Did you not notice? He called on the Evil One!

OTTOKAR
Away! Pitch the miscreant in the Wolf's Glen!

SOME HUNTSMEN
carry the corpse away

OTTOKAR
to Max
Only you can solve this riddle.
Some dread misdeed has happened!
Woe to you, if you do not relate the whole truth.

MAX
Sir, I am unworthy of your mercy;
The dead man's trickery tempted me,
And in my despair I turned from the paths
Of piety and rightousness.
Four bullets  which I fired today,
They are free bullets, that I cast with that man.

OTTOKAR
wrathfully
Then hasten to obey my order,
And never return to this land!
Hell must be parted from Heaven;
Never, never ? will you grasp this chaste hand!

MAX
I may not dare
To complain
For I was weak, although no criminal.

KUNO
He was always been faithful to duty!

AGATHA
O do not tear him from my arms!

HUNTSMEN
He is so brave, full of strength and courage!

PEASANTS
O he was always faithful and good.

ANNCHEN
Gracious Sir, o have pity!

CHORUS and KUNO
Gracious Sir, o have pity!

ANNCHEN
O have pity!

OTTOKAR
No, no, no!
Agatha is too pure for him!
to Max
Away, out of my sight!
Prison awaits you if you ever come back!

THE HERMIT
comes forward. Everyone stands reverently back and greets him humbly; even the Prince bares his head.

HERMIT
Who lays so strict a sentence upon him?
An error, is it worthy of such atonement?

OTTOKAR
Is it you, holy man,
Whom the district honours far and wide?
My greetings, blessed among men!
I too obey you gladly.
Pronounce his verdict yourself; your will
I will faithfully fulfil.

HERMIT
Even the pious heart can easily swerve
And step away from right and duty,
When love and fear of rightousness' limits
Despair breaks all bounds.
Is it right that on a bullet's course
Two noble hearts' happiness depends?
And if they succumb to the toils
In. which passion entwines them,
Who is to raise the first stone?
Who does not look into his own heart?
So let the trial shot no more take place!
with a reproachful glance at Max
He, Sir,
Who has grieviously sinned,
But was ever yet pure and trusty,
Let him serve a year's probation for it!
And if he remains as I have ever found him,
Then let Agatha's hand be his!

OTTOKAR
Your word is enough for me;
A loftier One speaks from within you.

ALL
Hail to our Prince, he does not oppose
What the pious recluse says.

OTTOKAR
to Max
If you prove yourself worthy, as the old man found you,
Then I myself will plight your troth.

MAX
My heart shall think of the future,
May right and duty ever be holy to me!

AGATHA
to Ottokar
O read my thanks in these tears;
Weak words are not enough for them!

OTTOKAR and HERMIT
The One above the stars is full of mercy,
Therefore it honours princes to give pardon.

KUNO
to Max and Agatha
Never stray from the paths of rightousness
If you'd be worthy of your happiness.

ANNCHEN
to Agatha
O, beloved friend, then I will adorn
You once more for the wedding altar.

HERMIT
And now uplift your gaze
To Him who was the protector of innocence!

He kneels down and raises his hands.
Agatha, Kuno, Max, Annchen and several of the folk follow his example.


ALL
Yes, let us lift our gaze to Heaven,
And rely firmly on the ruling of the Eternal!

AGATHA, ANNCHEN, MAX, OTTOKAR, KUNO and HERMIT
Whoever is pure of heart and guiltless of life
May, childlike, trust in the gentleness of the Father!

ALL
Yes, let us lift our gaze
And rely firmly on the Eternal's ruling,
Trust firmly in the Father's gentleness!
Whoever is pure of heart and guiltless of life
May, childlike, trust in the gentleness of the Father.
Translation: William S. Mann

Please read and obey the copyright rules before downloading a file!

Full Score

download

Vocal Score

download