Lohengrin

Lohengrin

Libretto

Richard Wagner

Premiere

28 August 1850, Weimar (Grand Ducal Court Theatre)

Cast

HEINRICH DER VOGLER (bass)
LOHENGRIN (tenor)
ELSA VON BRABANT (soprano)
DUKE GOTTFRIED (silent)
FRIEDRICH VON TELRAMUND (baritone)
ORTRUD (mezzo-soprano)
KING's HERALD (bass)
4 BRABANTINE NOBLES (2 tenor, 2 bass)
4 PAGES (2 soprano, 2 contralto)

CHORUS
Saxon and Thuringian counts and nobles, Brabantine counts and nobles, noblewomen, pages, vassals, women, servants

Place

Time

First half of the 10th century

Wagner, Richard

Wagner, (Wilhelm) Richard
22.5.1813 Leipzig - 13.2.1883 Venezia


Works for stage
with date/place of first performance:

Die Hochzeit (1832 inc; 13.2.1938 Leipzig)
Die Feen (1834; 29.6.1888 München)
Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo (29.3.1836 Magdeburg)
Rienzi, der letzte der Tribunen (20.10.1842 Dresden)
Der fliegende Holländer (2.1.1843 Dresden)
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg (19.10.1845 Dresden)
Lohengrin (28.8.1850 Weimar)
Tristan und Isolde (1859; 10.6.1865 München)
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg [rev] (13.3.1861 Paris)
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg [rev 2] (5.3.1865 München)
Die Meistersinger von Nürnberg (21.6.1868 München)
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg [rev 3] (22.11.1875 Wien)
Der Ring des Nibelungen (13-17.8.1876 Bayreuth):
- Das Rheingold (1854; 22.9.1869 München)
- Die Walküre (1856; 26.6.1870 München)
- Siegfried (1869; 16.8.1876 Bayreuth)
- Götterdämmerung (17.8.1876 Bayreuth)
Parsifal (26.7.1882 Bayreuth)
rev = revised / inc = incomplete



ERSTER AKT
König Heinrich der Vogler ist mit grossem Gefolge nach Brabant gekommen, um für seinen Feldzug gegen die Ungarn zu werben und Gerichtstag zu halten. Der mächtige Graf Telramund klagt Elsa, die seine früheren Werbungen verschmäht hat, an, ihren Bruder Gottfried ermordet zu haben und unrechtmässig zu regieren. Ihm, der die wilden Dänen bezwang, und seiner jetzigen Gemahlin Ortrud, stünde die Herrschaft zu. Da Elsa, deren Bruder spurlos verschwunden ist, auf die Anklage schweigt, soll ein Gottesgericht entscheiden. Elsa will sich diesem Urteil unterwerfen und wählt einen Ritter, den sie im Traum gesehen hat ( Einsam in trübern Tagen), denn niemand der Anwesenden will gegen den gewaltigen Telramund in die Schranken treten. Schon einmal hat der Heerrufer Elsas Kämpfer vergeblich aufgefordert zu erscheinen, da naht, nachdem Elsa inbrünstig gebetet hat, ein Nachen, der von einem Schwan gezogen wird. Ein Ritter in silberner Rüstung entsteigt ihm und tritt vor die wie gebannt stehenden Scharen ( Nun sei bedankt, mein lieber Schwan!). Ohne Namen und Herkunft zu nennen und mit dem Verbot an Elsa, jemals danach zu fragen, beginnt er, nachdem sich Elsa ihm anvertraut hat, den Kampf und schlägt Telramund nach kurzem Gefecht zu Boden. Dem Besiegten schenkt man das Leben, doch er verfällt der Acht. Lohengrin gesteht Elsa seine Liebe, die ihm ihre Hand reicht, während alle dem Sieger zujubeln.

ZWEITER AKT
Telramund wird von seiner aus dem heidnischen Friesland stammenden und der Zauberei kundigen Gemahlin Ortrud aus seiner Verzweiflung gelöst. Sie redet ihm ein, nur durch List den Zweikampf verloren zu haben. Der fremde Ritter werde unterliegen, wenn er seinen Namen nennen müsse oder eine kleine Verletzung erleide. Telramund glaubt seiner Frau, beide schwören Rache ( Der Rache Werk sei nun beschworen). Als Elsa auf dem Söller des Burgpalas erscheint und dem Schicksal für ihre wundersame Errettung dankt ( Euch Lüften, die mein Klagen so traurig oft erfüllt), heuchelt Ortrud Reue bei Elsa, wird wieder aufgenommen und redet Elsa Misstrauen gegen den unbekannten Ritter ein. Insgeheim aber ruft sie die heidnischen Götter für ihre Rache zu Hilfe ( Entweihte Götter!).
Heerrufer künden den neuen Tag, Elsa und Ortrud schreiten mit ihren Frauen zum Münster. Vor dessen Toren verlangt Ortrud den Vortritt für sich, denn niemand wisse, wer der Fremde sei. Auch Telramund bestreitet das Gottesurteil und klagt Lohengrin, der vom König zum Schützer von Brabant ernannt wurde, der Zauberei an. Mühelos kann Lohengrin alle von seinem Rittertum überzeugen, Antwort über sich sei er nur seiner Gattin schuldig. Als diese, obwohl sie zu zweifeln beginnt, noch einmal Vertrauen und Treue schwört, geht der Hochzeitszug in die Kirche.

DRITTER AKT
Elsa und Lohengrin werden feierlich in das Brautgemach geleitet ( Treulich geführt) und geben sich ihrem Glück hin ( Das süsse Lied verhallt - Fühl ich zu dir so süss mein Herz entbrennen). Doch bald wird in Elsa der bereits vor dem Münster gehegte Wunsch wach, den Namen und die Herkunft ihres Gatten zu erfahren. Vergebens warnt Lohengrin. Ihre Angst, ihr Gatte könnte wieder von ihr gehen, lässt Elsa die verbotene Frage stellen. Im gleichen Augenblick stürzt Telramund mit brabantischen Getreuen herein, um Lohengrins Macht durch eine Verletzung zu brechen. Dieser streckt ihn mit einem einzigen Schwertstreich tot zu Boden, die anderen fliehen. Elsas Frage will Lohengrin vor dem König und aller Welt beantworten.
Heerscharen, die Heinrich folgen wollen, ziehen am Ufer der Schelde auf, der König erscheint. Lohengrin lässt Telramunds Leiche herbeibringen und rechtfertigt seine Tat. Dann gibt er stolz das Geheimnis seiner Herkunft preis ( In fernem Land): Er ist ein Ritter des heiligen Gral, Sohn König Parsifals, aber nur unerkannt darf er unter Menschen weilen, wenn er ihnen zu helfen auserkoren ist. Jetzt rufe ihn der Gral zurück. Schon naht, wie das Volk mit Grauen sieht, der Schwan. Trauernd nimmt Lohengrin Abschied ( Mein lieber Schwan!), während Ortrud in wildem Triumph bekennt, der Schwan sei der verschwundene und von ihr verzauberte Bruder Elsas. Lohengrin betet zu Gott. Aus dem Schwan wird Gottfried, Elsas Bruder. Ihm lässt Lohengrin Schwert, Ring und Horn zurück. Eine Taube fliegt vom Himmel herunter und zieht Lohengrins Nachen fort. Elsa stürzt tot zu Boden.


--> Highlights
ACT I
A plain on the banks of the River Scheldt near Antwerp
King Henry of Germany has come to Antwerp to urge the people to join with him in battle against invading Magyars, but he finds the Brabantians locked in civil strife without a leader. Frederick of Telramund explains that on his deathbed the Duke of Brabant had entrusted to his care his two children, Elsa and Godfrey, on the understanding that he would marry Elsa and be guardian to Godfrey. But Godfrey has disappeared, Elsa is suspected of doing away with him and Telramund has married Ortrud, daughter of Radbold, King of the Frisians.
In her name and his own he claims the dukedom and accuses Elsa of fratricide and of having a secret lover. The king agrees to judge the case and Elsa is summoned. Her only answer to the accusations is to relate a dream in which a hero appeared in answer to her need. To him she will entrust her cause. The king decrees trial by combat, and the herald calls for a champion to appear.
A knight appears, in a boat drawn by a swan. He says he has been sent by God to be Elsa's champion. She accepts him as champion and husband, agreeing to his condition that she must never ask his name or lineage or where he came from. Telramund is defeated in the duel, but the stranger knight spares his life and is acclaimed by the populace.
ACT II
The fortress of Antwerp
Telramund blames Ortrud for his downfall, as she had told him that she saw Elsa drown her young brother, but she convinces him that he was defeated by magic rather than divine intervention. She claims that the stranger's magic would fail if he could be made to reveal his name - or even if the tip of a finger were to be cut off.
As only Elsa can ask him to reveal his name, Ortrud plans to undermine her confidence. Elsa appears on the balcony and Otrud, calling to her from the darkness, succeeds in winning her pity, invoking the pagan gods in triumph as Elsa prepares to let her in. Ortrud begs Elsa to intercede for Telramund and suggests that as the stranger arrived by magic, so he may leave by magic, but Elsa's faith is unshaken.
At dawn the herald proclaims the banishment of Telramund and announces that the king has invested the crown of Brabant in Elsa's husband, who will lead the Brabantians into battle. Four nobles mutter their resentment at this decision and Telramund offers to lead them in rebellion.
As Elsa is about to enter the church for her wedding Ortrud claims that she must yield pride of place to her, since her husband has been falsely accused and is of noble birth, whereas no one knows anything about Elsa's husband. Claiming that he would be revealed a fraud if he had to divulge the source of his power, she challenges Elsa to ask the question. Telramund accuses the strange knight of witchcraft and asks his name and lineage, but he is answerable to Elsa alone. Telramund whispers to Elsa that if she were to let him cut off the tip of the stranger's finger his secret would be known and he would never leave her. She rejects the advice and goes into the church with her husband, who orders Telramund and Ortrud to leave.
ACT III
The bridal chamber
Following the good wishes of their attendants, Elsa and her husband are left alone for the first time. Their delight in one another is soon undermined by her regrets that she cannot call her husband by his name and her fears that he may leave her. A hysterical vision of the swan returning to take him away leads to the fatal question. Telramund bursts in with his followers and is killed by Lohengrin, who tells the nobles to bring the body before the king. He calls Elsa's ladies to dress her and tells her he will answer her question before the king.
The banks of the Scheldt
The king thanks the people for their support in defending Germany against the heathen. The body of Telramund is carried in, followed by Elsa and her husband, who tells the king he will not be able to lead the people of Brabant into battle. He is absolved from blame for Telramund's death.
Explaining that Elsa has been tricked into asking the forbidden question, he answers it: he is one of the champions of the Holy Grail, who are sent out into the world to defend the cause of right. But they must leave once their identities are known. He is Lohengrin, son of Parsifal, who wears the crown of the Grail. He prophesies that Germany will never be conquered by the eastern hordes. The swan appears and Lohengrin bids farewell to Elsa, telling her that if he had been able to stay, her bother Godfrey, who is not dead, would have returned.
Ortrud exults at her success in driving Lohengrin away and that Godrey must remain in the form of the swan as a result of her witchcraft. Lohengrin kneels in prayer and when he takes the chain from the neck of the swan, it is transformed into Godfrey. Elsa falls lifeless as Lohengrin leaves, his boat now drawn by a white dove.
--> Highlights
ACTE I
Les rives de l'Escaut. Le roi Heinrich (Henri l'Oiseleur), venu à Anvers lever une armée, s'informe de la situation politique du Brabant, déchiré par des querelles.
Friedrich von Telramund accuse Elsa d'avoir assassiné son jeune frère Gottfried, héritier du trône, pour régner à sa place. Pour seule défense, Elsa raconte un rêve (Einsam in trüben Tagen) dans lequel un chevalier en armure étincelante venait soutenir sa cause. Il est décidé de recourir au jugement de Dieu, et un héraut lance un appel à qui veut être le champion d'Elsa.
Le chevalier de son rêve paraît dans une nacelle. Il dit adieu au cygne qui tirait l'esquif (Nun sei bedankt) et propose à Elsa de combattre pour elle si elle accepte, en cas de victoire, de devenir son épouse et de faire de lui le protecteur de ses états, mais de ne jamais lui demander son nom ni ses origines.
Elsa accepte. Le chevalier défait rapidement Telramund en combat singulier, et épargne sa vie en lui enjoignant le repentir. Le roi et la foule se réjouissent que le Brabant ait trouvé un chef.

ACTE II
La cour du château d'Anvers, la nuit. Banni par le roi et réduit à un sort misérable, Telramund accable de reproches sa femme Ortrud, qu'il a naguère épousée en dédaignant la main d'Elsa, et qui, par ambition, l'a poussé à se conduire en félon et à lancer contre Elsa une accusation mensongère. Mais il espère encore en Ortrud qui, adepte des cultes païens, détient des pouvoirs magiques. Ortrud a deviné les points faibles du chevalier mystérieux: il perd ses pouvoirs s'il est contraint de révéler son nom, et sa force si la moindre blessure lui est infligée.
Elsa paraît sur la terrasse et chante son bonheur (Euch Lüften). Ortrud l'appelle, gagne sa confiance et, non sans avoir lancé une violente imprécation appelant à son aide ses dieux Wotan et Freia (Entweihte Götter!), glisse le trouble dans l'esprit d'Elsa: le chevalier pourrait bien repartir comme il est venu.
A l'aube alors que se préparent les noces du chevalier et d'Elsa, Telramund gagne à sa cause quatre nobles du Brabant, et Ortrud provoqie soudain publiquement Elsa, la défiant de dire qui est vraiment l'homme qu'elle va épouser. Telramund, lui, devant le roi et la cour, brave le chevalier, qui refuse de dire son identité, sauf à Elsa si elle venait à l'exiger. Or celle-ci lui garde sa confiance, mais le doute commence à l'assaillir.

ACTE III
La chambre des époux. On entend la «marche nuptiale» et un coeur de louanges (Treulich geführt). Les nouveaux mariés demeurés seuls, le bonheur les etreint (Das süsse Lied verhallt), mais Elsa commence à interroger le chevalier qui esquive les demandes (Atmest du nicht). Elsa se faisant insistante, il tente de l'empêcher de poser la question fatale (Höchstes Vertraun), mais la jeune femme s'affole, et la pose. A ce moment, Telramund et ses quatre partisans font irruption, en armes, mais le chevalier tue Telramund.
Une prairie au bord de l'Escaut. Devant le roi, qui voudrait lui confier la conduite des troupes partant en guerre, le chavalier accuse Elsa d'avoir trahi son serment, dit qu'il est Lohengrin, membre de la sainte confrérie du Graal et fils de Parsifal («récit du Graal»: In fernem Land), s'adresse au cygne qui a reparu (Mein lieber Schwan!) et fait ses adieux à Elsa. Ortrud révèle que le cygne est Gottfried, prince de Brabant, qu'elle avait ainsi métamorphosé. Lohengrin rend au prince sa forme humaine, lui remet l'autorité sur le Brabant et s'éloigne à jamais.
--> Highlights
ATTO PRIMO
Anversa, prima metà del X secolo. Giunto nel Brabante per richiamare i nobili al dovere dell’impegno militare contro gli Ungari, il re tedesco Heinrich der Vogler (Enrico l’Uccellatore) convoca il nobile Friedrich von Telramund, affinché gli spieghi il motivo per cui i brabantini sono rimasti senza un capo e in lotta tra loro. Telramund avanza pretese sul governo della regione perché Elsa, figlia del duca di Brabante, sarebbe la responsabile della scomparsa di Gottfried, il fratello, cui sarebbe spettato il potere alla morte del duca; perciò, aggiunge Telramund, nonostante il vecchio duca avesse individuato in lui il futuro sposo di Elsa, egli ha preferito unirsi a Ortrud. Elsa ricorda di aver avuto un giorno la visione di un cavaliere che la confortava (“Einsam in trüben Tagen”) e, quando Heinrich la convoca per il giudizio divino, invitandola a scegliersi un difensore, ella si appella al misterioso cavaliere, offrendogli la sua mano e il Brabante. Al terzo appello dell’araldo del re, sulle acque della Schelda appare il cavaliere Lohengrin nella sua argentea armatura, a bordo di una navicella trascinata da un cigno (“Nun sei bedankt, mein lieber Schwan!”); e, in cambio della promessa di lei di non chiedergli mai né il suo nome né la sua provenienza, si rende disponibile a provare l’innocenza di Elsa (“Nie sollst du mich befragen”). Sarà il duello a fornire la prova: e infatti Telramund è abbattuto, ma non finito, da Lohengrin, tra l’esultanza del re e del popolo.

ATTO SECONDO
Castello di Anversa, di notte. Telramund si scaglia contro Ortrud, per averlo costretto ad accusare ingiustamente Elsa al fine di soddisfare la sua brama di potere; ma Ortrud gli suggerisce che il potere del misterioso cavaliere avrà termine, se qualcuno lo costringerà a rivelare il proprio nome o riuscirà a tagliargli un dito della mano: i due escogitano il piano che li porterà al governo del Brabante. All’apparire di Elsa sul balcone del suo castello (“Euch Lüften, die mein Klagen”), Ortrud fa in modo di farsi vedere pentita e riesce a introdursi nei suoi appartamenti. Nel dialogo tra le due donne Ortrud riesce poi a insinuare nella giovane Elsa un dubbio sulla natura del suo cavaliere che, come velocemente è giunto, altrettanto velocemente potrebbe ripartirsene. L’araldo proclama intanto i voleri del re: la messa al bando dalla legge per Telramund e le nozze immediate tra Elsa e il cavaliere, nuovo protettore della regione; si forma il corteo nuziale, mentre Ortrud accusa pubblicamente Lohengrin di sortilegio. Telramund, mentre il re e i nobili rinnovano la loro fiducia in Lohengrin, si avvicina furtivamente a Elsa, protetto da quattro nobili brabantini: nella notte si nasconderà vicino alla sua camera, pronto a ferire il cavaliere, qualora lei ritenesse di essere in pericolo; ma Elsa, in cui la fede nel misterioso cavaliere prevale ancora sul dubbio, rifiuta l’offerta.

ATTO TERZO
Inno nuziale (“Treulich geführt”): Elsa e Lohengrin possono finalmente adagiarsi sul talamo nuziale (duetto “Das süße Lied verhallt”). Lohengrin sente crescere la curiosità di Elsa verso di lui; cerca di impedire, ma invano, che gli ponga la domanda sulle sue origini. E proprio nel momento in cui ella cede, Telramund e i quattro nobili irrompono nella stanza, decisi a ferire il cavaliere; Elsa sviene. Lohengrin uccide Telramund e si volge a contemplare l’amata, consapevole d’averla ormai perduta; al suo risveglio le comunica che le rivelerà il suo nome, ma solo al cospetto del re e del popolo. Sulle rive della Schelda, ai brabantini che attendono di partire per la guerra, il cavaliere, dopo aver deplorato il ‘tradimento’ di Elsa, si rivela: egli è Lohengrin, figlio di Parsifal, capo dei custodi del santo Graal; è sceso sulla terra per portare pace, protetto da una potenza divina che però svanisce se è costretto a rivelare chi sia (“In fernem Land”). Elsa lo supplica di perdonarla, ma invano, ché già sta sopraggiungendo il cigno che riporterà Lohengrin da dove è venuto. Segue il mesto commiato tra i due; il popolo del Brabante è invece confortato dalla rassicurazione di Lohengrin circa la vittoria in battaglia. Ortrud rivela che il cigno in realtà è Gottfried, così trasformato da lei per sortilegio. Lohengrin si raccoglie in preghiera, finché giunge una colomba che trascina la sua navicella, mentre il cigno si immerge nelle acque del fiume per uscirne nelle vesti di Gottfried, pronto – ora che è stato spezzato il malefico sortilegio di Ortrud – ad assumere il governo del Brabante. Lohengrin si allontana; Elsa si abbandona esanime tra le braccia del fratello.
--> Highlights


Personen:
HEINRICH DER VOGLER, deutscher König
LOHENGRIN
ELSA VON BRABANT
HERZOG GOTTFRIED, ihr Bruder
FRIEDRICH VON TELRAMUND, brabantischer Graf
ORTRUD, seine Gemahlin
HEERRUFER des Königs
VIER BRABANTISCHE EDLE
VIER EDELKNABEN

CHOR
Sächsische, thüringische, brabantische Grafen und Edle;
Edelfrauen und Edelknaben; Mannen; Frauen; Knechte



ERSTER AKT

Eine Aue am Ufer der Schelde bei Antwerpen.
Der Fluss macht dem Hintergrund zu eine Biegung, so dass rechts durch einige Bäume der Blick auf ihn unterbrochen wird und man erst in weiterer Entfernung ihn wieder sehen kann.


ERSTE SZENE
Im Vordergrund sitzt König Heinrich unter einer mächtigen alten Eiche (Gerichtseiche), ihm zunächst stehen sächsische und thüringische Grafen, Edle und Reisige, welche des Königs Heerbann bilden.

Gegenüber stehen die brabantischen Grafen und Edlen, Reisige und Volk, an ihrer Spitze Friedrich von Telramund, zu dessen Seite Ortrud.
Die Mitte bildet ein offener Kreis. Der Heerrufer des Königs und vier Hornbläser schreiten in die Mitte.
Die Bläser blasen den Königsruf.


DER HEERRUFER
Hört! Grafen, Edle, Freie von Brabant!
Heinrich, der Deutschen König, kam zur Statt,
mit euch zu dingen nach des Reiches Recht.
Gebt ihr nun Fried' und Folge dem Gebot?

DIE BRABANTER
Wir geben Fried' und Folge dem Gebot.
Willkommen, willkommen, König, in Brabant!

KÖNIG HEINRICH
erhebt sich
Gott grüss' euch, liebe Männer von Brabant!
Nicht müssig tat zu euch ich diese Fahrt!
Der Not des Reiches seid von mir gemahnt!
Soll ich euch erst der Drangsal Kunde sagen,
die deutsches Land so oft aus Osten traf?
In fernster Mark hiesst Weib und Kind ihr beten:
»Herr Gott, bewahr uns vor der Ungarn Wut!«
Doch mir, des Reiches Haupt, musst' es geziemen,
solch wilder Schmach ein Ende zu ersinnen;
als Kampfes Preis gewann ich Frieden auf
neun Jahr - ihn nützt' ich zu des Reiches Wehr;
beschirmte Städt' und Burgen liess ich baun,
den Heerbann übte ich zum Widerstand.
Zu End' ist nun die Frist, der Zins versagt -
mit wildem Drohen rüstet sich der Feind.
Nun ist es Zeit, des Reiches Ehr' zu wahren;
ob Ost, ob West, das gelte allen gleich!
Was deutsches Land heisst, stelle Kampfesscharen,
dann schmäht wohl niemand mehr das Deutsche Reich!

DIE SACHSEN UND THÜRINGER
Wohlauf! Mit Gott für Deutschen Reiches Ehr!

KÖNIG HEINRICH
hat sich wieder gesetzt
Komm' ich zu euch nun, Männer von Brabant,
zur Heeresfolg' nach Mainz euch zu entbieten,
wie muss mit Schmerz und Klagen ich ersehn,
dass ohne Fürsten ihr in Zwietracht lebt!
Verwirrung, wilde Fehde wird mir kund;
drum ruf ich dich, Friedrich von Telramund!
Ich kenne dich als aller Tugend Preis,
jetzt rede, dass der Drangsal Grund ich weiss.

FRIEDRICH
Dank, König, dir, dass du zu richten kamst!
Die Wahrheit künd' ich, Untreu' ist mir fremd.
Zum Sterben kam der Herzog von Brabant,
und meinem Schutz empfahl er seine Kinder,
Elsa, die Jungfrau, und Gottfried, den Knaben;
mit Treue pflog ich seiner grossen Jugend,
sein Leben war das Kleinod meiner Ehre.
Ermiss nun, König, meinen grimmen Schmerz,
als meiner Ehre Kleinod mir geraubt!
Lustwandelnd führte Elsa den Knaben einst
zum Wald, doch ohne ihn kehrte sie zurück;
mit falscher Sorge frug sie nach dem Bruder,
da sie, von ungefähr von ihm verirrt,
bald seine Spur - so sprach sie - nicht mehr fand.
Fruchtlos war all Bemühn um den Verlornen;
als ich mit Drohen nun in Elsa drang,
da liess in bleichem Zagen und Erbeben
der grässlichen Schuld Bekenntnis sie uns sehn.
Es fasste mich Entsetzen vor der Magd;
dem Recht auf ihre Hand, vom Vater mir
verliehn, entsagt' ich willig da und gern
und nahm ein Weib, das meinem Sinn gefiel:
Er stellt Ortrud vor, die sich vor dem König verneigt
Ortrud, Radbods, des Friesenfürsten Spross.
Er schreitet feierlich einige Schritte vor
Nun führ' ich Klage wider Elsa von
Brabant; des Brudermordes zeih' ich sie.
Dies Land doch sprech' ich für mich an mit Recht,
da ich der Nächste von des Herzogs Blut,
mein Weib dazu aus dem Geschlecht, das einst
auch diesen Landen seine Fürsten gab.
Du hörst die Klage, König! Richte recht!

ALLE MÄNNER
Ha, schwerer Schuld zeiht Telramund!
Mit Grausen werd' ich der Klage kund!

KÖNIG HEINRICH
Welch fürchterliche Klage sprichst du aus!
Wie wäre möglich solche grosse Schuld?

FRIEDRICH
O Herr, traumselig ist die eitle Magd,
die meine Hand voll Hochmut von sich stiess.
Geheimer Buhlschaft klag' ich drum sie an:
Sie wähnte wohl, wenn sie des Bruders ledig,
dann könnte sie als Herrin von Brabant
mit Recht dem Lehnsmann ihre Hand verwehren
und offen des geheimen Buhlen pflegen.

KÖNIG HEINRICH
durch eine ernste Gebärde Friedrichs Eifer unterbrechend
Ruft die Beklagte her!
Beginnen soll nun das Gericht!
Gott lass mich weise sein!

DER HEERRUFER
schreitet feierlich in die Mitte
Soll hier nach Recht und Macht Gericht gehalten sein?

KÖNIG HEINRICH
hängt mit Feierlichkeit den Schild an der Eiche auf
Nicht eh'r soll bergen mich der Schild,
bis ich gerichtet streng und mild!

ALLE MÄNNER
die Schwerter entblössend, welche die Sachsen und Thüringer vor sich in die Erde stossen, die Brabanter flach vor sich niederstrecken
Nicht eh'r zur Scheide kehr' das Schwert,
bis ihm durch Urteil Recht gewährt!

DER HEERRUFER
Wo ihr des Königs Schild gewahrt,
dort Recht durch Urteil nun erfahrt!
Drum ruf ich klagend laut und hell:
Elsa, erscheine hier zur Stell'!


ZWEITE SZENE
Elsa tritt auf in einem weissen, sehr einfachen Gewande; sie verweilt eine Zeitlang im Hintergrunde, dann schreitet sie sehr langsam und mit grosser Verschämtheit der Mitte des Vordergrundes zu; Frauen, sehr einfach weiss gekleidet, folgen ihr, diese bleiben aber zunächst im Hintergrunde an der äussersten Grenze des Gerichtskreises.

DIE MÄNNER
Seht hin! Sie naht, die hart Beklagte!
Ha! Wie erscheint sie so licht und rein!
Der sie so schwer zu zeihen wagte,
wie sicher muss der Schuld er sein!

KÖNIG HEINRICH
Bist du es, Elsa von Brabant?
Elsa neigt das Haupt bejahend
Erkennst du mich als deinen Richter an?
Elsa wendet ihr Haupt nach dem König, blickt ihm ins Auge und bejaht dann mit vertrauensvoller Gebärde
So frage ich weiter:
Ist die Klage dir bekannt,
die schwer hier wider dich erhoben?
Elsa erblickt Friedrich und Ortrud, erbebt, neigt traurig das Haupt und bejaht
Was entgegnest du der Klage?
Elsa durch eine Gebärde: »Nichts!«
So bekennst du deine Schuld?

ELSA
blickt eine Zeitlang traurig vor sich hin
Mein armer Bruder!

ALLE MÄNNER
Wie wunderbar! Welch seltsames Gebaren!

KÖNIG HEINRICH
Sag, Elsa! Was hast du mir zu vertraun?

ELSA
in ruhiger Verklärung vor sich hinblickend
Einsam in trüben Tagen
hab' ich zu Gott gefleht,
des Herzens tiefstes Klagen
ergoss ich im Gebet.
Da drang aus meinem Stöhnen
ein Laut so klagevoll,
der zu gewalt'gem Tönen
weit in die Lüfte schwoll:
Ich hört' ihn fernhin hallen,
bis kaum mein Ohr er traf;
mein Aug' ist zugefallen,
ich sank in süssen Schlaf.

ALLE MÄNNER
Wie sonderbar! Träumt sie? Ist sie entrückt?

KÖNIG HEINRICH
als wolle er Elsa aus dem Traume wecken
Elsa, verteid'ge dich vor dem Gericht!

Elsas Mienen gehen von dem Ausdruck träumerischen Entrücktseins zu dem schwärmerischer Verklärung über

ELSA
In Lichter Waffen Scheine
ein Ritter nahte da,
so tugendlicher Reine
ich keinen noch ersah:
Ein golden Horn zur Hüften,
gelehnet auf sein Schwert -
so trat er aus den Lüften
zu mir, der Recke wert;
mit züchtigem Gebaren
gab Tröstung er mir ein;
des Ritters will ich wahren,
er soll mein Streiter sein!

ALLE MÄNNER
Bewahre uns des Himmels Huld,
dass klar wir sehen, wer hier schuld!

KÖNIG HEINRICH
Friedrich, du ehrenwerter Mann,
bedenke wohl, wen klagst du an?

FRIEDRICH
Mich irret nicht ihr träumerischer Mut;
ihr hört, sie schwärmt von einem Buhlen!
Wess' ich sie zeih', dess' hab' ich sichren Grund.
Glaubwürdig ward ihr Frevel mir bezeugt;
doch eurem Zweifel durch ein Zeugnis wehren,
das stünde wahrlich übel meinem Stolz!
Hier steh' ich, hier mein Schwert! Wer wagt von euch,
zu streiten wider meiner Ehre Preis!

DIE BRABANTER
Keiner von uns! Wir streiten nur für dich!

FRIEDRICH
Und, König, du! Gedenkst du meiner Dienste,
wie ich im Kampf den wilden Dänen schlug?

KÖNIG HEINRICH
Wie schlimm, liess' ich von dir daran mich mahnen!
Gern geb' ich dir der höchsten Tugend Preis;
in keiner andern Hut, als in der deinen,
möcht' ich die Lande wissen. Gott allein
soll jetzt in dieser Sache noch entscheiden!

ALLE MÄNNER
Zum Gottesgericht!
Zum Gottesgericht!
Wohlan!

KÖNIG HEINRICH
Dich frag' ich, Friedrich, Graf von Telramund!
Willst du durch Kampf auf Leben und auf Tod
im Gottesgericht vertreten deine Klage?

FRIEDRICH
Ja!

KÖNIG HEINRICH
Und dich nun frag' ich, Elsa von Brabant!
Willst du, dass hier auf Leben und auf Tod
im Gottesgericht ein Kämpe für dich streite?

ELSA
ohne die Augen aufzuschlagen
Ja!

KÖNIG HEINRICH
Wen wählest du zum Streiter?

FRIEDRICH
Vernehmet jetzt
den Namen ihres Buhlen!

DIE BRABANTER
Merket auf!

ELSA
hat Stellung und schwärmerische Miene nicht verlassen; alles blickt mit Gespanntheit auf sie
Des Ritters will ich wahren,
er soll mein Streiter sein!
ohne sich umzublicken
Hört, was dem Gottgesandten
ich biete für Gewähr:
In meines Vaters Landen
die Krone trage er;
mich glücklich soll ich preisen,
nimmt er mein Gut dahin -
will er Gemahl mich heissen,
geb' ich ihm, was ich bin!

ALLE MÄNNER
unter sich
Ein schöner Preis, stünd' er in Gottes Hand!
Wer für ihn stritt', wohl setzt' er schweres Pfand!

KÖNIG HEINRICH
Im Mittag hoch steht schon die Sonne:
So ist es Zeit, dass nun der Ruf ergeh'!

Der Heerrufer tritt mit den vier Heerhornbläsern vor, die er, den vier Himmelsgegenden zugewendet, an die äussersten Grenzen des Gerichtskreises vorschreiten und so den Ruf blasen lässt.

DER HEERRUFER
Wer hier im Gotteskampf zu streiten kam
für Elsa von Brabant, der trete vor,
der trete vor!

Langes Stillschweigen. Elsa, welche bisher in ununterbrochen ruhiger Haltung verweilt, zeigt entstehende Unruhe der Erwartung.

ALLE MÄNNER
Ohn' Antwort ist der Ruf verhallt!

FRIEDRICH
auf Elsa deutend
Gewahrt, ob ich sie fälschlich schalt?

ALLE MÄNNER
Um ihre Sache steht es schlecht!

FRIEDRICH
Auf meiner Seite bleibt das Recht!

ELSA
etwas näher zum König tretend
Mein lieber König, lass dich bitten,
noch einen Ruf an meinen Ritter!
Wohl weilt er fern und hört' ihn nicht.

KÖNIG HEINRICH
zum Heerrufer
Noch einmal rufe zum Gericht!

Auf das Zeichen des Heerrufers richten die Heerhornbläser sich wieder nach den vier Himmelsgegenden.

DER HEERRUFER
Wer hier im Gotteskampf zu streiten kam
für Elsa von Brabant, der trete vor,
der trete vor!

Wiederum langes, gespanntes Stillschweigen.

ALLE MÄNNER
In düstrem Schweigen richtet Gott!

Elsa sinkt zu inbrünstigem Gebet auf die Knie. Die Frauen, in Besorgnis um ihre Herrin, treten etwas näher in den Vordergrund.

ELSA
Du trugest zu ihm meine Klage,
zu mir trat er auf dein Gebot:
O Herr, nun meinem Ritter sage,
dass er mir helf in meiner Not!

DIE FRAUEN
auf die Knie sinkend
Herr! Sende Hilfe ihr!
Herr Gott! Höre uns!

ELSA
Lass mich ihn sehn, wie ich ihn sah,
mit freudig verklärter Miene
wie ich ihn sah, sei er mir nah!

Die auf einer Erhöhung dem Ufer des Flusses zunächststehenden Männer gewahren zuerst die Ankunft Lohengrins, welcher in einem Nachen, von einem Schwan gezogen, auf dem Flusse in der Ferne sichtbar wird. Die vom Ufer entfernter stehenden Männer im Vordergrunde wenden sich zunächst ohne ihren Platz zu verlassen mit immer regerer Neugier fragend an die dem Ufer näher stehenden; sodann verlassen sie den Vordergrund, um selbst am Ufer nachzusehen.

DIE MÄNNER
Seht! Seht! Welch ein seltsam Wunder! Wie? Ein Schwan?
Ein Schwan zieht einen Nachen dort heran!
Ein Ritter drin hoch aufgerichtet steht!
Wie glänzt sein Waffenschmuck! Das Aug' vergeht
vor solchem Glanz! Seht, näher kommt er schon heran!
An einer goldnen Kette zieht der Schwan!

Auch die letzten eilen noch nach dem Hintergrunde; im Vordergrunde bleiben nur der König, Elsa, Friedrich, Ortrud und die Frauen. Von seinem erhöhten Platze aus überblickt der König alles; Friedrich und Ortrud sind durch Schreck und Staunen gefesselt; Elsa, die mit steigender Entzückung den Ausrufen der Männer gelauscht hat, verbleibt in der Mitte der Bühne; sie wagt gleichsam nicht, sich umzublicken.

DIE MÄNNER
stürzen in höchster Ergriffenheit wieder nach vorn
Ein Wunder! Ein Wunder!
Ein Wunder ist gekommen,
ein unerhörtes, nie gesehnes Wunder!
Ein Wunder! Ein Wunder! usw.

DIE FRAUEN
Dank, du Herr und Gott, der die Schwache beschirmet!


DRITTE SZENE

ELSA
hat sich umgewandt und schreit bei Lohengrins Anblick laut auf
Ha!

ALLE MÄNNER UND FRAUEN
Sei gegrüsst, du gottgesandter Mann! usw.

Der Nachen, vom Schwan gezogen, erreicht in der Mitte des Hintergrundes das Ufer; Lohengrin, in glänzender Silberrüstung, den Helm auf dem Haupte, den Schild im Rücken, ein kleines goldenes Horn zur Seite, steht, auf sein Schwert gelehnt, darin. Friedrich blickt in sprachlosem Entsetzen auf Lohengrin hin. Ortrud, die während des Gerichtes in kalter, stolzer Haltung verblieben, gerät beim Anblick des Schwans in tödlichen Schrecken. Sowie Lohengrin die erste Bewegung macht, den Kahn zu verlassen, tritt bei allen sogleich das gespannteste Stillschweigen ein.

LOHENGRIN
neigt sich zum Schwan
Nun sei bedankt, mein lieber Schwan!
Zieh durch die weite Flut zurück,
dahin, woher mich trug dein Kahn,
kehr wieder nur zu unsrem Glück!
Drum sei getreu dein Dienst getan!
Leb wohl, leb wohl, mein lieber Schwan!

Der Schwan wendet langsam den Nachen und schwimmt den Fluss zurück. Lohengrin sieht ihm eine Weile wehmütig nach.

DIE MÄNNER und FRAUEN
Wie fasst uns selig süsses Grauen!
Welch holde Macht hält uns gebannt!
Wie ist er schön und hehr zu schauen,
den solch ein Wunder trug ans Land!

Lohengrin verlässt das Ufer und schreitet langsam und feierlich nach dem Vordergrund.

LOHENGRIN
verneigt sich vor dem König
Heil, König Heinrich! Segenvoll
mög' Gott bei deinem Schwerte stehn!
Ruhmreich und gross dein Name soll
von dieser Erde nie vergehn!

KÖNIG HEINRICH
Hab Dank! Erkenn' ich recht die Macht,
die dich in dieses Land gebracht,
so nahst du uns von Gott gesandt?

LOHENGRIN
Zum Kampf für eine Magd zu stehn,
der schwere Klage angetan,
bin ich gesandt. Nun lasst mich sehn,
ob ich zu Recht sie treffe an.
Er wendet sich etwas näher zu Elsa
So sprich denn, Elsa von Brabant:
Wenn ich zum Streiter dir ernannt,
willst du wohl ohne Bang' und Graun
dich meinem Schutze anvertraun?

ELSA
die, seitdem sie Lohengrin erblickte, wie in Zauber regungslos festgebannt war, sinkt, wie durch seine Ansprache erweckt, in überwältigend wonnigem Gefühle zu seinen Füssen
Mein Held, mein Retter! Nimm mich hin;
dir geb' ich alles, was ich bin!

LOHENGRIN
Wenn ich im Kampfe für dich siege,
willst du, dass ich dein Gatte sei?

ELSA
Wie ich zu deinen Füssen liege,
geb' ich dir Leib und Seele frei.

LOHENGRIN
Elsa, soll ich dein Gatte heissen,
soll Land und Leut' ich schirmen dir,
soll nichts mich wieder von dir reissen,
musst eines du geloben mir:
Nie sollst du mich befragen,
noch Wissens Sorge tragen,
woher ich kam der Fahrt,
noch wie mein Nam' und Art!

ELSA
fast bewusstlos
Nie, Herr, soll mir die Frage kommen!

LOHENGRIN
Elsa! Hast du mich wohl vernommen?
Nie sollst du mich befragen,
noch Wissens Sorge tragen,
woher ich kam der Fahrt,
noch wie mein Nam' und Art!

ELSA
mit grosser Innigkeit zu ihm aufblickend
Mein Schirm! Mein Engel! Mein Erlöser,
der fest an meine Unschuld glaubt!
Wie gäb' es Zweifels Schuld, die grösser,
als die an dich den Glauben raubt?
Wie du mich schirmst in meiner Not,
so halt' in Treu' ich dein Gebot!

LOHENGRIN
ergriffen und entzückt sie an seine Brust erhebend
Elsa! Ich liebe dich!
Beide verweilen eine Zeitlang in der angenommenen Stellung

Die MÄNNER und FRAUEN
Welch holde Wunder muss ich sehen?
Ist's Zauber, der mir angetan?
Ich fühl' das Herze mir vergehen,
schau' ich den hehren, wonnevollen Mann!

LOHENGRIN
geleitet Elsa zum König und übergibt sie dessen Hut, dann schreitet er feierlich in die Mitte des Kreises
Nun hört! Euch, Volk und Edlen, mach' ich kund:
Frei aller Schuld ist Elsa von Brabant!
Dass falsch dein Klagen, Graf von Telramund,
durch Gottes Urteil werd' es dir bekannt!

BRABANTISCHE EDLE
erst einige, dann immer mehrere, heimlich zu Friedrich
Steh ab vom Kampf! Wenn du ihn wagst,
zu siegen nimmer du vermagst!
Ist er von höchster Macht geschützt,
sag, was dein tapfres Schwert dir nützt?
Steh ab! Wir mahnen dich in Treu'!
Dein harter Unsieg, bittre Reu'!

FRIEDRICH
der bisher unverwandt und forschend sein Auge auf Lohengrin geheftet, mit leidenschaftlich schwankendem und endlich sich entscheidendem inneren Kampfe
Viel lieber tot als feig!
Welch Zaubern dich auch hergeführt,
Fremdling, der mir so kühn erscheint,
dein stolzes Drohn mich nimmer rührt,
da ich zu lügen nie vermeint.
Den Kampf mit dir drum nehm' ich auf
und hoffe Sieg nach Rechtes Lauf!

LOHENGRIN
Nun, König, ordne unsern Kampf!

Alles begibt sich in die erste Gerichtsstellung

KÖNIG HEINRICH
So tretet vor, zu drei für jeden Kämpfer,
und messet wohl den Ring zum Streite ab!

Drei sächsische Edle treten für Lohengrin, drei brabantische für Friedrich vor, sie messen mit feierlichen Schritten den Kampfplatz aus und stecken ihn, einen vollständigen Ring bildend, durch ihre Speere ab.

DER HEERRUFER
in der Mitte des Kampfringes
Nun höret mich und achtet wohl:
Den Kampf hier keiner stören soll!
Dem Hage bleibet abgewandt,
denn wer nicht wahrt des Friedens Recht,
der Freie büss' es mit der Hand,
mit seinem Haupte büss' es der Knecht!

ALLE MÄNNER
Der Freie büss' es mit der Hand,
mit seinem Haupte büss' es der Knecht!

DER HEERRUFER
zu Lohengrin und Friedrich
Hört auch, ihr Streiter vor Gericht!
Gewahrt in Treue Kampfes Pflicht!
Durch bösen Zaubers List und Trug
stört nicht des Urteils Eigenschaft!
Gott richtet euch nach Recht und Fug,
so trauet ihm, nicht eurer Kraft!

LOHENGRIN und FRIEDRICH
zu beiden Seiten ausserhalb des Kampfkreises stehend
Gott richte mich nach Recht und Fug,
so trau' ich ihm, nicht meiner Kraft!

KÖNIG HEINRICH
mit grosser Feierlichkeit in die Mitte vorschreitend
Mein Herr und Gott, nun ruf ich dich,
Alle entblössen das Haupt und lassen sich zur feierlichsten Andacht an
dass du dem Kampf zugegen seist!
Durch Schwertes Sieg ein Urteil sprich,
das Trug und Wahrheit klar erweist!
Des Reinen Arm gib Heldenkraft,
des Falschen Stärke sei erschlafft!
So hilf uns, Gott, zu dieser Frist,
weil unsre Weisheit Einfalt ist!

ELSA und LOHENGRIN
Du kündest nun dein wahr Gericht,
mein Gott und Herr, drum zag' ich nicht! usw.

ORTRUD
Ich baue fest auf seine Kraft,
die, wo er kämpft, ihm Sieg verschafft! usw.

FRIEDRICH
Ich geh' in Treu vor dein Gericht!
Herr Gott, nun verlass mein' Ehre nicht!

KÖNIG HEINRICH
Mein Herr und Gott, dich rufe ich! usw.
So künde nun dein wahr Gericht!
Mein Herr und Gott, nun zögre nicht!

DER HEERRUFER und ALLE MÄNNER
Des Reinen Arm gib Heldenkraft usw.
So künde nun dein wahr' Gericht,
du Herr und Gott, nun zögre nicht!

Die FRAUEN
Segne ihn! Herr, mein Gott! Segne ihn!

Alle treten unter grosser feierlicher Aufmerksamkeit an ihre Plätze zurück. Die sechs Kampfzeugen bleiben bei ihren Speeren dem Ringe zunächst, die übrigen Männer stellen sich in geringerer Weite um ihn her. Elsa und die Frauen im Vordergrund unter der Eiche beim König. Auf des Heerrufers Zeichen blasen die Heerhornbläser den Kampfruf. Lohengrin und Friedrich vollenden ihre Waffenrüstung.
Der König zieht sein Schwert und schlägt damit dreimal an den an der Eiche aufgehängten Schild.
Beim ersten Schlage nehmen Lohengrin und Friedrich die Kampfstellung ein; beim zweiten ziehen sie die Schwerter und legen sich aus; beim dritten Schlage beginnen sie den Kampf.
Lohengrin greift zuerst an. Nach mehreren ungestümen Gängen streckt er mit einem weitausgeholten Streiche seinen Gegner zu Boden. Friedrich versucht sich wieder zu erheben, taumelt einige Schritte zurück und stürzt zu Boden. Mit Friedrichs Fall ziehen die Sachsen und Thüringer ihre Schwerter aus der Erde, die Brabanter nehmen die ihrigen auf.


LOHENGRIN
das Schwert auf Friedrichs Hals setzend
Durch Gottes Sieg ist jetzt dein Leben mein:
von ihm ablassend
Ich schenk' es dir, mögst du der Reu' es weihn!

Der König nimmt seinen Schild von der Eiche. Alle Männer stossen ihre Schwerter in die Scheiden. Die Kampfzeugen ziehen die Speere aus der Erde. Jubelnd brechen alle Edlen und Männer in den vorherigen Kampfkreis, so dass dieser von der Masse dicht erfüllt wird.

ALLE MÄNNER und FRAUEN
Sieg! Sieg! Sieg!
Heil! Heil dir, Heil!

KÖNIG HEINRICH
sein Schwert ebenfalls in die Scheide stossend
Sieg! Sieg!

ELSA
O fänd' ich Jubelweisen,
deinem Ruhme gleich,
dich würdig zu preisen,
an höchstem Lobe reich!
In dir muss ich vergehen,
vor dir schwind' ich dahin,
soll ich mich selig sehen,
nimm alles, was ich bin!

Der König führt Elsa Lohengrin zu, sie sinkt an Lohengrins Brust.

KÖNIG HEINRICH und die MÄNNER
Ertöne, Siegesweise,
dem Helden laut zum höchsten Preise!
Ruhm deiner Fahrt!
Preis deinem Kommen!
Heil deiner Art,
Schützer der Frommen!
Du hast gewahrt
das Recht der Frommen,
Preis deinem Kommen,
Heil deiner Art!
Dich nur besingen wir,
dir schallen unsre Lieder!
Nie kehrt ein Held gleich dir
zu diesen Landen wieder!

ORTRUD
die Friedrichs Fall mit Wut gesehen, den finsteren Blick unverwandt auf Lohengrin geheftet
Wer ist's, der ihn geschlagen,
durch den ich machtlos bin?

KÖNIG HEINRICH
Preis deiner Fahrt!
Heil deiner Art!

LOHENGRIN
Elsa von seiner Brust erhebend
Den Sieg hab' ich erstritten
durch deine Rein' allein;
nun soll, was du gelitten,
dir reich vergolten sein! usw.

DIE FRAUEN
Wo fänd' ich Jubelweisen,
seinem Ruhme gleich,
ihn würdig zu preisen,
an höchstem Lobe reich!
Du hast gewahrt usw.

ALLE MÄNNER
Du hast gewahrt usw.

ELSA
O fänd' ich Jubelweisen usw.

KÖNIG HEINRICH
Heil sei deiner Fahrt usw.

ORTRUD
Wer ist's, der ihn geschlagen usw.
Sollt' ich vor ihm verzagen,
wär' all mein Hoffen hin? usw.

FRIEDRICH
sich am Boden qualvoll windend
Weh, mich hat Gott geschlagen,
durch ihn ich sieglos bin!
Am Heil muss ich verzagen,
mein Ruhm und Ehr' ist hin! usw.

Friedrich sinkt zu Ortruds Füssen ohnmächtig zusammen. Junge Sachsen erheben Lohengrin auf seinen Schild und Brabanter Elsa auf den Schild des Königs, auf welchen zuvor mehrere ihre Mäntel ausgebreitet haben; so werden beide unter Jauchzen davongetragen.

ZWEITER AKT

ERSTE SZENE
In der Burg von Antwerpen. In der Mitte des Hintergrundes der Palas (Ritterwohnung), links im Vordergrunde die Kemenate (Frauenwohnung); rechts im Vordergrunde die Pforte des Münsters; ebenda im Hintergrunde das Turmtor. Es ist Nacht. Die Fenster des Palas sind hell erleuchtet; aus dem Palas hört man jubelnde Musik, Hörner und Posaunen klingen lustig daraus her.
Auf den Stufen zur Münsterpforte sitzen Friedrich und Ortrud, beide in düsterer, ärmlicher Kleidung. Ortrud, die Arme auf die Knie gestützt, heftet unverwandt ihr Auge auf die leuchtenden Fenster des Palas; Friedrich blickt finster zur Erde.


FRIEDRICH
erhebt sich rasch
Erhebe dich, Genossin meiner Schmach!
Der junge Tag darf hier uns nicht mehr sehn.

ORTRUD
ohne ihre Stellung zu ändern
Ich kann nicht fort, hierher bin ich gebannt.
Aus diesem Glanz des Festes unsrer Feinde
lass saugen mich ein furchtbar tödlich Gift,
das unsre Schmach und ihre Freuden ende!

FRIEDRICH
finster vor Ortrud hintretend
Du fürchterliches Weib, was bannt mich noch
in deine Nähe? Warum lass ich dich nicht
allein und fliehe fort, dahin, dahin,
wo mein Gewissen Ruhe wieder fänd'!
Durch dich musst' ich verlieren
mein' Ehr, all meinen Ruhm;
nie soll mich Lob mehr zieren,
Schmach ist mein Heldentum!
Die Acht ist mir gesprochen,
zertrümmert liegt mein Schwert,
mein Wappen ward zerbrochen,
verflucht mein Vaterherd!
Wohin ich nun mich wende,
geflohn, gefemt bin ich;
dass ihn mein Blick nicht schände,
flieht selbst der Räuber mich!
Durch dich musst' ich verlieren usw.
O hätt' ich Tod erkoren, da ich so elend bin!
Mein Ehr' hab' ich verloren,
mein Ehr', mein Ehr' ist hin!
Er stürzt, von Schmerz überwältigt, zu Boden. Musik aus dem Palas

ORTRUD
immer in ihrer ersten Stellung, während Friedrich sich erhebt
Was macht dich in so wilder Klage doch vergehn?

FRIEDRICH
Dass mir die Waffe selbst geraubt,
mit einer heftigen Bewegung gegen Ortrud
mit der ich dich erschlüg'!

ORTRUD
Friedreicher Graf von Telramund!
Weshalb misstraust du mir?

FRIEDRICH
Du fragst? War's nicht dein Zeugnis, deine Kunde,
die mich bestrickt, die Reine zu verklagen?
Die du im düstren Wald zu Haus, logst du
mir nicht, von deinem wilden Schlosse aus
die Untat habest du verüben sehn
mit eignem Aug', wie Elsa selbst den Bruder
im Weiher dort ertränkt? Umstricktest du
mein stolzes Herz durch die Weissagung nicht,
bald würde Radbods alter Fürstenstamm
von neuem grünen und herrschen in Brabant?
Bewogst du so mich nicht, von Elsas Hand,
der Reinen, abzustehn und dich zum Weib
zu nehmen, weil du Radbods letzter Spross?

ORTRUD
leise, doch grimmig
Ha, wie tödlich du mich kränkst!
laut
Dies alles, ja, ich sagt' und zeugt' es dir!

FRIEDRICH
Und machtest mich, dess' Name hochgeehrt,
dess' Leben aller höchsten Tugend Preis,
zu deiner Lüge schändlichem Genossen?

ORTRUD
Wer log?

FRIEDRICH
Du! Hat nicht durch sein Gericht
Gott mich dafür geschlagen?

ORTRUD
Gott?

FRIEDRICH
Entsetzlich!
Wie tönt aus deinem Munde furchtbar der Name!

ORTRUD
Ha, nennst du deine Feigheit Gott?

FRIEDRICH
Ortrud!

ORTRUD
Willst du mir drohn? Mir, einem Weibe drohn?
O Feiger! Hättest du so grimmig ihm
gedroht, der jetzt dich in das Elend schickt,
wohl hättest Sieg für Schande du erkauft!
Ha, wer ihm zu entgegnen wüsst, der fänd'
ihn schwächer als ein Kind!

FRIEDRICH
Je schwächer er,
desto gewalt'ger kämpfte Gottes Kraft!

ORTRUD
Gottes Kraft? Ha, ha!
Gib mir die Macht, und sicher zeig' ich dir,
welch schwacher Gott es ist, der ihn beschützt.

FRIEDRICH
von Schauer ergriffen
Du wilde Seherin, wie willst du doch
geheimnisvoll den Geist mir neu berücken?

ORTRUD
auf den Palas deutend, in dem das Licht verlöscht ist
Die Schwelger streckten sich zur üpp'gen Ruh'.
Setz dich zur Seite mir! Die Stund' ist da,
wo dir mein Seherauge leuchten soll!
Während des Folgenden nähert sich Friedrich, wie unheimlich von ihr angezogen, Ortrud immer mehr und neigt sein Ohr aufmerksam zu ihr herab
Weisst du, wer dieser Held, den hier
ein Schwan gezogen an das Land?

FRIEDRICH
Nein!

ORTRUD
Was gäbst du doch, es zu erfahren,
wenn ich dir sag': Ist er gezwungen,
zu nennen, wie sein Nam' und Art,
all seine Macht zu Ende ist,
die mühvoll ihm ein Zauber leiht?

FRIEDRICH
Ha! Dann begriff ich sein Verbot!

ORTRUD
Nun hör! Niemand hier hat Gewalt,
ihm das Geheimnis zu entreissen,
als die, der er so streng verbot,
die Frage je an ihn zu tun.

FRIEDRICH
So gält' es, Elsa zu verleiten,
dass sie die Frag' ihm nicht erliess'?

ORTRUD
Ha, wie begreifst du schnell und wohl!

FRIEDRICH
Doch wie soll das gelingen?

ORTRUD
Hör!
Vor allem gilt's, von hinnen nicht
zu fliehn; drum schärfe deinen Witz!
Gerechten Argwohn ihr zu wecken,
tritt vor, klag ihn des Zaubers an,
mit dem er das Gericht getäuscht!

FRIEDRICH
Ha! Trug und Zaubers List!

ORTRUD
Missglückt's,
so bleibt ein Mittel der Gewalt!

FRIEDRICH
Gewalt?

ORTRUD
Umsonst nicht bin ich in
geheimsten Künsten tief erfahren;
drum achte wohl, was ich dir sage!
Jed' Wesen, das durch Zauber stark,
wird ihm des Leibes kleinstes Glied
entrissen nur, muss sich alsbald
ohnmächtig zeigen, wie es ist.

FRIEDRICH
Ha, sprächst du wahr!

ORTRUD
O hättest du
im Kampf nur einen Finger ihm,
ja, eines Fingers Glied entschlagen,
der Held - er war in deiner Macht!

FRIEDRICH
Entsetzlich! Ha, was lässest du mich hören!
Durch Gott geschlagen wähnt' ich mich:
Nun liess durch Trug sich das Gericht betören,
durch Zaubers List verlor mein' Ehre ich!
Doch meine Schande könnt' ich rächen,
bezeugen könnt' ich meine Treu'?
Des Buhlen Trug, ich könnt' ihn brechen,
und meine Ehr' gewänn' ich neu?
O Weib, das in der Nacht ich vor mir seh',
betrügst du jetzt mich noch, dann weh dir! Weh!

ORTRUD
Ha, wie du rasest! Ruhig und besonnen!
So lehr' ich dich der Rache süsse Wonnen!

Friedrich setzt sich langsam an Ortruds Seite auf die Stufen nieder

ORTRUD und FRIEDRICH
Der Rache Werk sei nun beschworen
aus meines Busens wilder Nacht!
Die ihr in süssem Schlaf verloren,
wisst, dass für euch das Unheil wacht!


ZWEITE SZENE
Elsa, in weissem Gewande, erscheint auf dem Söller; sie tritt an die Brüstungund lehnt den Kopf auf die Hand

ELSA
Euch Lüften, die mein Klagen
so traurig oft erfüllt,
euch muss ich dankend sagen,
wie sich mein Glück enthüllt!

ORTRUD
Sie ist es!

FRIEDRICH
Elsa!

ELSA
Durch euch kam er gezogen,
ihr lächeltet der Fahrt,
auf wilden Meereswogen
habt ihr ihn treu bewahrt.

ORTRUD
Der Stunde soll sie fluchen,
in der sie jetzt mein Blick gewahrt!

ELSA
Zu trocknen meine Zähren
hab' ich euch oft gemüht;
wollt Kühlung nur gewähren
der Wang', in Lieb' erglüht!

ORTRUD
zu Friedrich
Hinweg! Entfern' ein kleines dich von hier!

FRIEDRICH
Warum?

ORTRUD
Sie ist für mich - ihr Held gehöre dir!

Friedrich entfernt sich und verschwindet im Hintergrunde.

ELSA
Wollt Kühlung nur gewähren
der Wang', in Lieb' erglüht!
In Liebe!

ORTRUD
in ihrer bisherigen Stellung verbleibend
Elsa!

ELSA
Wer ruft? Wie schauerlich und klagend
ertönt mein Name durch die Nacht?

ORTRUD
Elsa!
Ist meine Stimme dir so fremd?
Willst du die Arme ganz verleugnen,
die du ins fernste Elend schickst?

ELSA
Ortrud! Bist du's? Was machst du hier, unglücklich Weib?

ORTRUD
»Unglücklich Weib!«
Wohl hast du recht, so mich zu nennen!
In ferner Einsamkeit des Waldes,
wo still und friedsam ich gelebt,
was tat ich dir? Was tat ich dir?
Freudlos, das Unglück nur beweinend,
das lang belastet meinen Stamm,
was tat ich dir? Was tat ich dir?

ELSA
Um Gott, was klagest du mich an?
War ich es, die dir Leid gebracht?

ORTRUD
Wie könntest du fürwahr mir neiden
das Glück, dass mich zum Weib erwählt
der Mann, den du so gern verschmäht?

ELSA
Allgüt'ger Gott! Was soll mir das?

ORTRUD
Musst' ihn unsel'ger Wahn betören,
dich Reine einer Schuld zu zeihn -
von Reu' ist nun sein Herz zerrissen,
zu grimmer Buss' ist er verdammt.

ELSA
Gerechter Gott!

ORTRUD
Oh, du bist glücklich!
Nach kurzem, unschuldsüssem Leiden
siehst lächeln du das Leben nur;
von mir darfst selig du dich scheiden,
mich schickst du auf des Todes Spur,
dass meines Jammers trüber Schein
nie kehr' in deine Feste ein!

ELSA
Wie schlecht ich deine Güte priese,
Allmächt'ger, der mich so beglückt,
wenn ich das Unglück von mir stiesse,
das sich im Staube vor mir bückt!
O nimmer! Ortrud! Harre mein!
Ich selber lass dich zu mir ein!

Sie eilt in die Kemenate zurück.

ORTRUD
springt in wilder Begeisterung von den Stufen auf
Entweihte Götter! Helft jetzt meiner Rache!
Bestraft die Schmach, die hier euch angetan!
Stärkt mich im Dienste eurer heil'gen Sache!
Vernichtet der Abtrünn'gen schnöden Wahn!
Wodan! Dich Starken rufe ich!
Freia! Erhabne, höre mich!
Segnet mir Trug und Heuchelei,
dass glücklich meine Rache sei!

ELSA
noch ausserhalb
Ortrud, wo bist du?

Elsa und zwei Mägde mit Lichtern treten aus der unteren Tür der Kemenate.

ORTRUD
sich demütigend vor Elsa niederwerfend
Hier zu deinen Füssen.

ELSA
bei Ortruds Anblick erschreckt zurücktretend
Hilf Gott! So muss ich dich erblicken,
die ich in Stolz und Pracht nur sah!
Es will das Herze mir ersticken,
seh' ich so niedrig dich mir nah!
Steh auf! O spare mir dein Bitten!
Trugst du mir Hass, verzieh ich dir;
was du schon jetzt durch mich gelitten,
das, bitte ich, verzeih auch mir!

ORTRUD
O habe Dank für so viel Güte!

ELSA
Der morgen nun mein Gatte heisst,
anfleh' ich sein liebreich Gemüte,
dass Friedrich auch er Gnad' erweist.

ORTRUD
Du fesselst mich in Dankes Banden!

ELSA
In Frühn lass mich bereit dich sehn -
geschmückt mit prächtigen Gewanden
sollst du mit mir zum Münster gehn:
Dort harre ich des Helden mein,
vor Gott sein Eh'gemahl zu sein!
Sein Eh'gemahl!

ORTRUD
Wie kann ich solche Huld dir lohnen,
da machtlos ich und elend bin?
Soll ich in Gnaden bei dir wohnen,
stets bleibe ich die Bettlerin!
Immer näher zu Elsa tretend
Nur eine Kraft ist mir geblieben,
sie raubte mir kein Machtgebot;
durch sie vielleicht schütz' ich dein Leben,
bewahr' es vor der Reue Not!

ELSA
Wie meinst du?

ORTRUD
Wohl, dass ich dich warne,
zu blind nicht deinem Glück zu traun;
dass nicht ein Unheil dich umgarne,
lass mich für dich zur Zukunft schaun.

ELSA
Welch Unheil?

ORTRUD
Könntest du erfassen,
wie dessen Art so wundersam,
der nie dich möge so verlassen,
wie er durch Zauber zu dir kam!

ELSA
von Grausen erfasst, wendet sich unwillig ab; voll Trauer und Mitleid wendet sie sich dann wieder zu Ortrud
Du Ärmste kannst wohl nie ermessen,
wie zweifellos ein Herze liebt?
Du hast wohl nie das Glück besessen,
das sich uns nur durch Glauben gibt?
Kehr bei mir ein! Lass mich dich lehren,
wie süss die Wonne reinster Treu'!
Lass zu dem Glauben dich bekehren:
Es gibt ein Glück, das ohne Reu'!

ORTRUD
für sich
Ha! Dieser Stolz,
er soll mich lehren,
wie ich bekämpfe ihre Treu'!
Gen ihn will ich die Waffen kehren,
durch ihren Hochmut werd' ihr Reu'! usw.

ELSA
Lass mich dich lehren,
wie süss die Wonne reinster Treu usw.

Ortrud tritt, von Elsa geleitet, mit heuchlerischem Zögern durch die kleine Pforte ein; die Mägde leuchten voran und schliessen; nachdem alle eingetreten. Erstes Tagesgrauen.

FRIEDRICH
tritt aus dem Hintergrunde vor
So zieht das Unheil in dies Haus!
Vollführe, Weib, was deine List ersonnen;
dein Werk zu hemmen fühl' ich keine Macht!
Das Unheil hat mit meinem Fall begonnen,
nun stürzet nach, die mich dahin gebracht!
Nur eines seh' ich mahnend vor mir stehn:
Der Räuber meiner Ehre soll vergehn!


DRITTE SZENE
Nachdem er den Ort erspäht, der ihn vor dem Zulaufe des Volkes am günstigsten verbergen könnte, tritt er hinter einen Mauervorsprung des Münsters.
Allmählicher Tagesanbruch. Zwei Wächter blasen vom Turm das Morgenlied; von einem entfernteren Turme hört man antworten.
Während die Türmer herabsteigen und das Tor erschliessen, treten aus verschiedenen Richtungen der Burg Dienstmannen auf, begrüssen sie, gehen ruhen an ihre Verrichtungen usw. Einige schöpfen am Brunnen in metallenen Gefässen Wasser, klopfen an die Pforte des Palas und werden damit eingelassen.
Die Pforte des Palas öffnet sich von neuem, die vier Heerhornbläser des Königs schreiten heraus und blasen den Ruf, dann treten sie wieder in den Palas zurück. Die Dienstmannen haben die Bühne verlassen.
Aus dem Burghofe und durch das Turmtor kommen nun immer zahlreicher brabantische Edle und Mannen vor dem Münster zusammen; sie begrüssen sich in heiterer Erregtheit.


Die EDLEN und MANNEN
In Frühn versammelt uns der Ruf,
gar viel verheisset wohl der Tag!
Der hier so hehre Wunder schuf,
manch neue Tat vollbringen mag!
In Frühn versammelt uns der Ruf usw.

Der Heerrufer schreitet aus dem Palas auf die Erhöhung vor dessen Pforte heraus, die vier Heerhornbläser ihm voran.
Der Königsruf wird wiederum geblasen; alle wenden sich in lebhafter Erwartung dem Hintergrunde zu.


DER HEERRUFER
Des Königs Wort und Will' tu' ich euch kund:
drum achtet wohl, was euch durch mich er sagt!
In Bann und Acht ist Friedrich Telramund,
weil untreu er den Gotteskampf gewagt.
Wer sein noch pflegt, wer sich zu ihm gesellt,
nach Reiches Recht derselben Acht verfällt.

Die MÄNNER
Fluch ihm, dem Ungetreuen,
den Gottes Urteil traf!
Ihn soll der Reine scheuen,
es flieh' ihn Ruh' und Schlaf!
Fluch ihm, dem Ungetreuen!

Beim Rufe der Heerhörner sammelt sich das Volk schnell wieder zur Aufmerksamkeit.

DER HEERRUFER
Und weiter kündet euch der König an,
dass er den fremden, gottgesandten Mann,
den Elsa zum Gemahle sich ersehnt,
mit Land und Krone von Brabant belehnt.
Doch will der Held nicht Herzog sein genannt -
ihr sollt ihn heissen: Schützer von Brabant!

Die MÄNNER
Hoch der ersehnte Mann!
Heil ihm, den Gott gesandt!
Treu sind wir untertan
dem Schützer von Brabant!
Hoch der ersehnte Mann usw..
Heil ihm! Heil dem Schützer von Brabant!

Neuer Ruf der Heerhornbläser.

DER HEERRUFER
Nun hört, was er durch mich euch sagen lässt:
Heut feiert er mit euch sein Hochzeitfest;
doch morgen sollt ihr kampfgerüstet nahn,
zur Heeresfolg' dem König untertan;
er selbst verschmäht der süssen Ruh' zu pflegen,
er führt euch an zu hehren Ruhmes Segen!

Er geht mit den vier Heerhornbläsern in den Palas zurück.

Die MÄNNER
Zum Streite säumet nicht,
führt euch der Hehre an!
Wer mutig mit ihm ficht,
dem lacht des Ruhmes Bahn!
Auf! säumt zu streiten nicht,
führt euch der Hehre an!
Gott hat ihn gesandt
zur Grösse von Brabant!
Von Gott ist er gesandt
zur Grösse von Brabant!
Wer mutig mit ihn ficht usw.
Von Gott ist er gesandt!

Während das Volk freudig durcheinander wogt, treten im Vordergrunde vier Edle, Friedrichs sonstige Lehensmannen, zusammen.

Der DRITTE EDLE
Nun hört, dem Lande will er uns entführen!

Der ZWEITE EDLE
Gen einen Feind, der uns noch nie bedroht?

Der VIERTE EDLE
Solch kühn Beginnen solle ihm nicht gebühren!

Der ERSTE EDLE
Wer wehret ihm, wenn er die Fahrt gebot?

FRIEDRICH
ist unbemerkt unter sie getreten
Ich!
Er enthüllt sein Haupt

DIE VIER EDLEN
fahren entsetzt zurück
Ha! Wer bist du? - Friedrich!

Der VIERTE EDLE
Seh' ich recht?

Der ERSTE, ZWEITE und DRITTE EDLE
Du wagst dich her, zur Beute jedem Knecht?

Der VIERTE EDLE
Hier wagst du dich her?

FRIEDRICH
Gar bald will ich wohl weiter noch mich wagen,
vor euren Augen soll es leuchtend tagen!
Der euch so kühn die Heerfahrt angesagt,
der sei von mir des Gottestrugs beklagt!

DIE VIER EDLEN
War hör' ich? Rasender! Was hast du vor?
Weh dir! Verlorner du, hört dich des Volkes Ohr!

Sie drängen ihn nach dem Münster, wo sie ihn vor dem Blicke des Volkes zu verbergen suchen.
Vier Edelknaben treten aus der Tür der Kemenate auf den Söller, laufen munter den Hauptweg hinab und stellen sich vor dem Palas auf der Höhe auf. Das Volk, das die Knaben gewahrt, drängt sich mehr nach dem Vordergrunde.


EDELKNABEN
Macht Platz!
Macht Platz für Elsa, unsre Frau:
Die will in Gott zum Münster gehn.

Sie schreiten nach vorn, indem sie durch die willig zurückweichenden Edlen eine breite Gasse bis zu den Stufen des Münsters bilden, wo sie dann sich selbst aufstellen. Vier andere Edelknaben treten gemessen und feierlich aus der Tür der Kemenate auf den Söller und stellen sich daselbst auf, um den Zug der Frauen, den sie erwarten, zu geleiten.


VIERTE SZENE
Ein langer Zug von Frauen in prächtigen Gewändern schreitet langsam aus der Pforte der Kemenate auf den Söller; er wendet sich links auf dem Hauptwege am Palas vorbei und von da wieder nach vorn dem Münster zu,auf dessen Stufen die zuerst Gekommenen sich aufstellen.

Die EDLEN und MANNEN
während des Aufzugs
Gesegnet soll sie schreiten,
die lang in Demut litt!
Gott möge sie geleiten,
Gott hüte ihren Schritt!
Die Edlen, die unwillkürlich die Gasse wieder vertreten hatten, weichen vor den Edelknaben aufs neue zurück, welche dem Zuge, da er bereits vor dem Palas angekommen ist, Bahn machen.
Elsa ist, prächtig geschmückt, im Zuge aufgetreten und auf der Erhöhung vor dem Palas angelangt; die Gasse ist wieder offen, alle können Elsa sehen, welche eine Zeitlang verweilt.

Sie naht, die Engelgleiche,
von keuscher Glut entbrannt!
Elsa schreitet aus dem Hintergrunde langsam nach vorn durch die Gasse der Männer.
Heil dir, o Tugendreiche!
Heil dir, Elsa von Brabant!
Gesegnet sollst du schreiten!
Heil dir usw.

Die FRAUEN
Heil dir usw.

Ausser den Edelknaben sind auch die vordersten Frauen bereits auf der Treppe des Münsters angelangt, wo sie sich aufstellen, um Elsa den Vortritt in die Kirche zu lassen; unter den Frauen, welche ihr noch folgen und den Zug schliessen, geht Ortrud, ebenfalls reich gekleidet; die Frauen, die dieser zunächst gehen, halten sich voll Scheu und wenig verhaltenem Unwillen von ihr entfernt, so dass sie sehr einzeln erscheint: In ihren Mienen drückt sich immer steigender Ingrimm aus. Als Elsa unter dem lauten Zurufe des Volkes eben den Fuss auf die erste Stufe zum Münster setzen will, tritt Ortrud heftig hervor, schreitet auf Elsa zu, stellt sich auf derselben Stufe ihr entgegen und zwingt sie so, vor ihr wieder zurückzutreten.

ORTRUD
Zurück, Elsa! Nicht länger will ich dulden,
dass ich gleich einer Magd dir folgen soll!
Den Vortritt sollst du überall mir schulden,
vor mir dich beugen sollst du demutsvoll!

Die EDELKNABEN und die MÄNNER
Was will das Weib? Zurück!
Sie drängen Ortrud nach der Mitte der Bühne zurück.

ELSA
Um Gott! Was muss ich sehn?
Welch jäher Wechsel ist mit dir geschehn?

ORTRUD
Weil eine Stund' ich meines Werts vergessen,
glaubst du, ich müsste dir nur kriechend nahn?
Mein Leid zu rächen will ich mich vermessen,
was mir gebührt, das will ich nun empfahn!

Lebhaftes Staunen und Bewegung aller.

ELSA
Weh, liess ich durch dein Heucheln mich verleiten,
die diese Nacht sich jammernd zu mir stahl?
Wie willst du nun in Hochmut vor mir schreiten,
du, eines Gottgerichteten Gemahl?

ORTRUD
mit dem Anschein tiefer Gekränktheit
Wenn falsch Gericht mir den Gemahl verbannte,
war doch sein Nam' im Lande hoch geehrt;
als aller Tugend Preis man ihn nur nannte,
gekannt, gefürchtet war sein tapfres Schwert.
Der deine, sag, wer sollte hier ihn kennen,
vermagst du selbst den Namen nicht zu nennen!

Die MÄNNER
Was sagt sie? Ha, was tut sie kund?

Die FRAUEN und KNABEN
Sie lästert!

Die MÄNNER
Wehret ihrem Mund!

ORTRUD
Kannst du ihn nennen, kannst du uns es sagen,
ob sein Geschlecht, sein Adel wohl bewährt?
Woher die Fluten ihn zu dir getragen,
wann und wohin er wieder von dir fährt?
Ha, nein! Wohl brächte es ihm schlimme Not -
der kluge Held die Frage drum verbot!

MÄNNER, FRAUEN und KNABEN
Ha, spricht sie wahr? Welch schwere Klagen!
Sie schmähet ihn! Darf sie es wagen?

ELSA
nach grosser Betroffenheit sich ermannend
Du Lästerin! Ruchlose Frau!
Hör, ob ich Antwort mir getrau'!
So rein und edel ist sein Wesen,
so tugendreich der hehre Mann,
dass nie des Unheils soll genesen,
wer seiner Sendung zweifeln kann!

Die MÄNNER
Gewiss! Gewiss!

ELSA
Hat nicht durch Gott im Kampf geschlagen
mein teurer Held den Gatten dein?
zum Volke
Nun sollt nach Recht ihr alle sagen,
wer kann da nur der Reine sein?

Die MÄNNER
Nur er! Nur er!
Dein Held allein!

Die FRAUEN und KNABEN
Dein Held allein!

ORTRUD
Ha, diese Reine deines Helden,
wie wäre sie so bald getrübt,
müsst' er des Zaubers Wesen melden,
durch den hier solche Macht er übt!
Wagst du ihn nicht darum zu fragen,
so glauben alle wir mit Recht,
du müsstest selbst in Sorge zagen,
um seine Reine steh' es schlecht!

Die FRAUEN
Elsa unterstützend
Helft ihr vor der Verruchten Hass!

Der Palas wird geöffnet, die vier Heerhornbläser schreiten heraus und blasen.

Die MÄNNER
dem Hintergrunde zu blickend
Macht Platz! Macht Platz! Der König naht!


FüNFTE SZENE
Der König, Lohengrin und die sächsischen Grafen und Edlen sind in feierlichem Zuge aus dem Palas getreten; durch die Verwirrung im Vordergrunde wird der Zug unterbrochen.

Die BRABANTER
Heil! Heil dem König!
Der König und Lohengrin dringen durch die verwirrten Haufen des Vordergrundes lebhaft vor.
Heil dem Schützer von Brabant!

KÖNIG HEINRICH
Was für ein Streit?

ELSA
sehr aufgeregt an Lohengrins Brust stürzend
Mein Herr! O mein Gebieter!

LOHENGRIN
Was ist?

KÖNIG HEINRICH
Wer wagt es hier, den Kirchengang zu stören?

Des Königs GEFOLGE
Welcher Streit, den wir vernahmen?

LOHENGRIN
Ortrud erblickend
Was seh' ich! Das unsel'ge Weib bei dir?

ELSA
Mein Retter! Schütze mich vor dieser Frau!
Schilt mich, wenn ich dir ungehorsam war!
In Jammer sah ich sie vor dieser Pforte,
aus ihrer Not nahm ich sie bei mir auf.
Nun sieh, wie furchtbar sie mir lohnt die Güte:
Sie schilt mich, dass ich dir zu sehr vertrau'!

LOHENGRIN
den Blick fest und bannend auf Ortrud heftend, welche vor ihm sich nicht zu regen vermag
Du fürchterliches Weib, steh ab von ihr!
Hier wird dir nimmer Sieg!
er wendet sich freundlich zu Elsa
Sag, Elsa, mir,
vermocht ihr Gift sie in dein Herz zu giessen?
Elsa birgt ihr Gesicht weinend an seiner Brust. Lohengrin richtet sie auf und deutet nach dem Münster
Komm, lass in Freude dort diese Tränen fliessen!
Er wendet sich mit Elsa und dem König dem Zuge vorannach dem Münster, alle lassen sich an, wohlgeordnet zu folgen.

FRIEDRICH
tritt auf der Treppe des Münsters hervor; die Frauen und Edelknaben, als sie ihn erkennen, weichen entsetzt aus seiner Nähe
O König! Trugbetörte Fürsten! Haltet ein!

KÖNIG HEINRICH
Was will der hier?

Die MÄNNER
Was will der hier?
Verfluchter! Weich von dannen!

FRIEDRICH
O hört mich an!

Die MÄNNER
Hinweg!
Zurück!

KÖNIG HEINRICH
Zurück!
Weiche von dannen!

Die MÄNNER
Du bist des Todes, Mann!

FRIEDRICH
Hört mich, dem grimmes Unrecht ihr getan!

KÖNIG HEINRICH
Hinweg!

Die MÄNNER
Hinweg! Weich von dannen!

FRIEDRICH
Gottes Gericht, es ward entehrt, betrogen!
Durch eines Zaubrers List seid ihr belogen!

KÖNIG HEINRICH
Greift den Verruchten!

Die MÄNNER, FRAUEN und KNABEN
Greift den Verruchten!
Hört! Er lästert Gott!
Sie dringen von allen Seiten auf ihn ein.

FRIEDRICH
mit der fürchterlichsten Anstrengung, um gehört zu werden, seinen Blick nur auf Lohengrin geheftet und der Andringenden nicht achtend
Den dort im Glanz ich vor mir sehe,
den klage ich des Zaubers an!
Die Andringenden schrecken vor Friedrichs Stimme zurück und hören endlich aufmerksam zu
Wie Staub vor Gottes Hauch verwehe
die Macht, die er durch List gewann!
Wie schlecht ihr des Gerichtes wahrtet,
das doch die Ehre mir benahm,
da eine Frag' ihr ihm erspartet,
als er zum Gotteskampfe kam!
Die Frage nun sollt ihr nicht wehren,
dass sie ihm jetzt von mir gestellt:
in gebieterischer Stellung
Nach Namen, Stand und Ehren
frag' ich ihn laut vor aller Welt!
Bewegung grosser Betroffenheit unter allen
Wer ist er, der ans Land geschwommen,
gezogen von einem wilden Schwan?
Wem solche Zaubertiere frommen,
dess' Reinheit achte ich für Wahn!
Nun soll der Klag' er Rede stehn';
vermag er's, so geschah mir recht -
wo nicht, so sollet ihr ersehn,
um seine Reine steh' es schlecht!

Alle blicken bestürzt und erwartungsvoll auf Lohengrin

Die MÄNNER, der KÖNIG, die FRAUEN und KNABEN
Welch harte Klagen!
Was wird er ihm entgegnen?

LOHENGRIN
Nicht dir, der so vergass der Ehren,
hab' not ich Rede hier zu stehn!
Des Bösen Zweifel darf ich wehren,
vor ihm wird Reine nie vergehn!

FRIEDRICH
Darf ich ihm nicht als würdig gelten,
dich ruf ich, König, hoch geehrt!
Wird er auch dich unadlig schelten,
dass er die Frage dir verwehrt?

LOHENGRIN
Ja, selbst dem König darf ich wehren
und aller Fürsten höchstem Rat!
Nicht darf sie Zweifels Last beschweren,
sie sahen meine gute Tat!
Nur eine ist's, der muss ich Antwort geben:
Elsa -
Er hält betroffen an, als er, sich zu Elsa wendend, diese mit heftig wogender Brust in wildem innerem Kampfe vor sich hinstarren sieht
Elsa! Wie seh' ich sie erbeben!

Der KÖNIG, die MÄNNER, FRAUEN und KNABEN
Welch ein Geheimnis muss der Held bewahren?

ORTRUD und FRIEDRICH
In wildem Brüten darf ich sie gewahren,
der Zweifel keimt in ihres Herzens Grund!

LOHENGRIN
In wildem Brüten muss ich sie gewahren!

Der KÖNIG, die MÄNNER, FRAUEN und KNABEN
Bringt es ihm Not, so wahr' es treu sein Mund!

FRIEDRICH und ORTRUD
Der Zweifel keimt in ihres Herzens Grund.

LOHENGRIN
Hat sie betört des Hasses Lügenmund?

ELSA
der Umgebung entrückt vor sich hinblickend
Was er verbirgt, wohl brächt' es ihm Gefahren,
vor aller Welt spräch' es hier aus sein Mund;
die er errettet, weh mir Undankbaren,
verriet' ich ihn, dass hier es werde kund.

Die FRAUEN und KNABEN
Bringt sein Geheimnis ihr Not,
so wahr' es treu sein Mund!

KÖNIG HEINRICH
Bringt ihm sein Geheimnis Not,
so wahr' es treu sein Mund!

LOHENGRIN
In wildem Brüten muss ich sie gewahren!

ORTRUD und FRIEDRICH
In wildem Brüten darf ich sie gewahren!

LOHENGRIN
O Himmel, schirm ihr Herz vor den Gefahren!
Nie werde Zweifel dieser Reinen kund! usw.

Der KÖNIG und die MÄNNER
Wir schirmen ihn, den Edlen, vor Gefahren;
durch seine Tat ward uns sein Adel kund! usw.

ELSA
Wüsst' ich sein Los, ich wollt' es treu bewahren!
Im Zweifel doch erbebt des Herzens Grund! usw.

ORTRUD und FRIEDRICH
Er ist besiegt, besiegt ist dieser Held,
der mir zur Not in dieses Land gefahren,
er ist besiegt, wird ihm die Frage kund! usw.

Die FRAUEN und KNABEN
Bringt ihr sein Geheimnis Not,
so bewahr' es treu sein Mund! usw.

KÖNIG HEINRICH
Mein Held, entgegne kühn dem Ungetreuen!
Du bist zu hehr, um, was er klagt, zu scheuen!

Die SÄCHSISCHEN und BRABANTISCHEN EDLEN
sich an Lohengrin drängend
Wir stehn zu dir, es soll uns nie gereuen,
dass wir der Helden Preis in dir erkannt!
Reich uns die Hand! Wir glauben dir in Treuen,
dass hehr dein Nam', wenn er auch nicht genannt! usw.

LOHENGRIN
Euch Helden soll der Glaube nicht gereuen,
werd' euch mein Nam' und Art auch nie genannt! usw.

Während Lohengrin, von den Männern, in deren dargereichte Hand er jedem einschlägt, umringt, etwas tiefer im Hintergrund verweilt, drängt sich Friedrich an Elsa, welche bisher vor Unruhe, Verwirrung und Scham noch nicht vermocht hat, auf Lohengrin zu blicken, und so, mit sich kämpfend, noch einsam im Vordergrunde steht.

FRIEDRICH
sich zu Elsa neigend
Vertraue mir! Lass dir ein Mittel heissen,
das dir Gewissheit schafft!

ELSA
erschrocken; doch leise
Hinweg von mir!

FRIEDRICH
Lass mich das kleinste Glied ihm nur entreissen,
des Fingers Spitze, und ich schwöre dir,
was er dir hehlt, sollst frei du vor dir sehn,
dir treu, soll nie er dir von hinnen gehn!

ELSA
Ha! Nimmermehr!

FRIEDRICH
Ich bin dir nah zur Nacht -
rufst du, ohn' Schaden ist es schnell vollbracht.

LOHENGRIN
schnell in den Vordergrund tretend
Elsa, mit wem verkehrst du da?
Elsa wendet sich mit einem zweifelvoll schmerzlichen Blick von Friedrich ab und sinkt tief erschüttert zu Lohengrins Füssen. Lohengrin wendet sich an Ortrud und Friedrich
Zurück von ihr, Verfluchte!
Dass nie mein Auge je
euch wieder bei ihr seh'!
Friedrich macht eine Gebärde der schmerzlichsten Wut
Elsa, erhebe dich! In deiner Hand,
in deiner Treu' liegt alles Glückes Pfand!
Lässt nicht des Zweifels Macht dich ruhn?
Willst du die Frage an mich tun?

ELSA
in heftigster innerer Aufregung und in schamvoller Verwirrung
Mein Retter, der mir Heil gebracht!
Mein Held, in dem ich muss vergehn!
Hoch über alles Zweifels Macht
soll meine Liebe stehn.

Sie sinkt an seine Brust. Die Orgel ertönt aus dem Münster.

LOHENGRIN
Heil dir, Elsa!
Nun lass vor Gott uns gehn!

Die MÄNNER
Seht, er ist von Gott gesandt!

Die FRAUEN und KNABEN
Heil! Heil! Heil!

Lohengrin führt Elsa feierlich an den Edlen vorüber zum König.Wo sie vorbeikommen, machen die Männer ehrerbietig Platz.

Die MÄNNER
Heil! Heil euch!
Heil Elsa von Brabant!
Von dem König geleitet, schreiten Lohengrin und Elsa langsam dem Münster zu
Gesegnet sollst du schreiten! usw.

Die MÄNNER, FRAUEN und KNABEN
Heil dir, Tugendreiche!
Heil Elsa von Brabant!
Heil dir!

Als der König mit dem Brautpaar die höchste Stufe erreicht, wendet sich Elsa in grosser Ergriffenheit zu Lohengrin, dieser empfängt sie in seinen Armen. Aus dieser Umarmung blickt sie mit scheuer Besorgnis rechts von der Treppe hinab und gewahrt Ortrud, welche den Arm gegen sie erhebt, als halte sie sich des Sieges gewiss; Elsa wendet erschreckt ihr Gesicht ab. Vom König geführt, schreiten Lohengrin und Elsa dem Eingange des Münsters zu.
DRITTER AKT

ERSTE SZENE
Das Brautgemach, in der Mitte des Hintergrundesdas reichgeschmückte Brautbett;an einem offenen Erkerfenster ein niedriges Ruhebett.
Musik hinter der Szene; der Gesang ist erst entfernt, dann näherkommend.


Brautlied
der
MÄNNER und FRAUEN
Treulich geführt ziehet dahin,
wo euch der Segen der Liebe bewahr'!
Siegreicher Mut, Minnegewinn
eint euch in Treue zum seligsten Paar.
Streiter der Jugend, schreite voran!
Zierde der Jugend, schreite voran!
Rauschen des Festes seid nun entronnen,
Wonne des Herzens sei euch gewonnen!

Rechts und links im Hintergrunde werden Türen geöffnet; rechts treten Frauen auf, welche Elsa, links die Männer mit dem Könige, welche Lohengrin geleiten. Edelknaben mit Lichtern voraus.

Duftender Raum, zur Liebe geschmückt,
nehm' euch nun auf, dem Glanze entrückt.
Treulich geführt ziehet nun ein,
wo euch der Segen der Liebe bewahr'!
Siegreicher Mut, Minne so rein
eint euch in Treue zum seligsten Paar.

Als die beiden Züge in der Mitte der Bühne sich begegneten, ist Elsa von den Frauen Lohengrin zugeführt worden; sie umfassen sich und bleiben in der Mitte stehen.
Edelknaben entkleiden Lohengrin des reichen Obergewandes, gürten ihm das Schwert ab und legen dieses am Ruhebette nieder;
Frauen entkleiden Elsa ebenfalls ihres kostbaren Obergewandes.
Acht Frauen umschreiten währenddessen langsam Lohengrin und Elsa.


ACHT FRAUEN
nach dem Umschreiten
Wie Gott euch selig weihte,
zu Freuden weihn euch wir.
Sie halten einen zweiten Umgang
In Liebesglücks Geleite
denkt lang der Stunde hier!

Der König umarmt und segnet Lohengrin und Elsa. Die Edelknaben mahnen zum Aufbruch. Die Züge ordnen sich wieder, und während des Folgenden schreiten sie an den Neuvermählten vorüber, so dass die Männer rechts, die Frauen links das Gemach verlassen.

MÄNNER und FRAUEN
Treulich bewacht bleibet zurück,
wo euch der Segen der Liebe bewahr'!
Siegreicher Mut, Minne und Glück
eint euch in Treue zum seligsten Paar.
Streiter der Tugend, bleibe daheim!
Zierde der Jugend, bleibe daheim!
Rauschen des Festes seid nun entronnen,
Wonne des Herzens sei euch gewonnen!
Duftender Raum, zur Liebe geschmückt,
nahm euch nun auf, dem Glanze entrückt.

Die beiden Züge haben die Bühne gänzlich verlassen; die Türen werdenvon den letzten Knaben geschlossen. In immer weiterer Ferne verhallt der Gesang.

Treulich bewacht bleibet zurück,
wo euch der Segen der Liebe bewahr'!
Siegreicher Mut, Minne und Glück
eint euch in Treue zum seligsten Paar.


ZWEITE SZENE
Elsa ist, als die Züge das Gemach verlassen haben; wie überselig Lohengrin an die Brust gesunken. Lohengrin setzt sich, während der Gesang verhallt, auf dem Ruhebett am Erkerfenster nieder, indem er Elsa sanft nach sich zieht.

LOHENGRIN
Das süsse Lied verhallt; wir sind allein,
zum erstenmal allein, seit wir uns sahn.
Nun sollen wir der Welt entronnen sein,
kein Lauscher darf des Herzens Grüssen nahn.
Elsa, mein Weib! Du süsse, reine Braut!
Ob glücklich du, das sei mir jetzt vertraut!

ELSA
Wie wär' ich kalt, mich glücklich nur zu nennen,
besitz' ich aller Himmel Seligkeit!
Fühl' ich zu dir so süss mein Herz entbrennen,
atme ich Wonnen, die nur Gott verleiht;
fühl' ich zu dir so süss mich entbrennen,
atme ich Wonnen, die nur Gott verleiht!

LOHENGRIN
Vermagst du, Holde, glücklich dich zu nennen,
gibst du auch mir des Himmels Seligkeit!
Fühl' ich zu dir so süss mein Herz entbrennen,
atme ich Wonne, die nur Gott verleiht;
fühl' ich so süss usw.

ELSA
Fühl' ich so süss usw.

LOHENGRIN
Wie hehr erkenn' ich unsrer Liebe Wesen!
Die nie sich sahn, wir hatten uns geahnt;
war ich zu deinem Streiter auserlesen,
hat Liebe mir zu dir den Weg gebahnt:
Dein Auge sagte mir dich rein von Schuld -
mich zwang dein Blick, zu dienen deiner Huld.

ELSA
Doch ich zuvor schon hatte dich gesehen,
in sel'gem Traume warst du mir genaht;
als ich nun wachend dich sah vor mir stehen,
erkannt' ich, dass du kamst auf Gottes Rat.
Da wollte ich vor deinem Blick zerfliessen,
gleich einem Bach umwinden deinen Schritt,
als eine Blume, duftend auf der Wiesen,
wollt' ich entzückt mich beugen deinem Tritt.
Ist dies nur Liebe? Wie soll ich es nennen,
dies Wort, so unaussprechlich wonnevoll,
wie ach! dein Name - den ich nie darf kennen,
bei dem ich nie mein Höchstes nennen soll!

LOHENGRIN
Elsa!

ELSA
Wie süss mein Name deinem Mund entgleitet!
Gönnst du des deinen holden Klang mir nicht?
Nur, wenn zur Liebesstille wir geleitet,
sollst du gestatten, dass mein Mund ihn spricht.

LOHENGRIN
Mein süsses Weib!

ELSA
Einsam, wenn niemand wacht;
nie sei der Welt er zu Gehör gebracht!

LOHENGRIN
sie freundlich umfassend und durch das offene Fenster auf den Blumengarten deutend
Atmest du nicht mit mir die süssen Düfte?
O wie so hold berauschen sie den Sinn!
Geheimnisvoll sie nahen durch die Lüfte,
fraglos geb' ihrem Zauber ich mich hin.
So ist der Zauber, der mich dir verbunden,
da als ich zuerst, du Süsse, dich ersah;
nicht deine Art ich brauchte zu erkunden,
dich sah mein Aug' - mein Herz begriff dich da.
Wie mir die Düfte hold den Sinn berücken,
nahn sie mir gleich aus rätselvoller Nacht:
So deine Reine musste mich entzücken,
traf ich dich auch in schwerer Schuld Verdacht.

ELSA
birgt ihre Beschämung, indem sie sich demütig an ihn schmiegt
Ach, könnt' ich deiner wert erscheinen,
müsst' ich vor dir nicht bloss vergehn;
könnt' ein Verdienst mich dir vereinen,
dürft' ich in Pein für dich mich sehn!
Wie du mich trafst vor schwerer Klage,
o wüsste ich auch dich in Not;
dass mutvoll ich ein Mühen trage,
kennt' ich ein Sorgen, das dir droht!
Wär' das Geheimnis so geartet,
das aller Welt verschweigt dein Mund?
Vielleicht, dass Unheil dich erwartet,
würd' aller Welt es offen kund?
Wär' es so und dürft' ich's wissen,
dürft' ich in meiner Macht es sehn,
durch keines Drohn sei mir's entrissen,
für dich wollt' ich zu Tode gehn!

LOHENGRIN
Geliebte!

ELSA
O mach mich stolz durch dein Vertrauen,
dass ich in Unwert nicht vergeh'!
Lass dein Geheimnis mich erschauen,
dass, wer du bist, ich offen seh'!

LOHENGRIN
Ach, schweige, Elsa!

ELSA
Meiner Treue
enthülle deines Adels Wert!
Woher du kamst, sag ohne Reue -
durch mich sei Schweigens Kraft bewährt!

LOHENGRIN
streng und ernst einige Schritte zurücktretend
Höchstes Vertraun hast du mir schon zu danken,
da deinem Schwur ich Glauben gern gewährt;
wirst nimmer du vor dem Gebote wanken,
hoch über alle Fraun dünkst du mich wert!
Er wendet sich schnell wieder liebevoll zu Elsa
An meine Brust, du Süsse, Reine!
Sei meines Herzens Glühen nah,
dass mich dein Auge sanft bescheine,
in dem ich all mein Glück ersah!
O gönne mir, dass mit Entzücken
ich deinen Atem sauge ein:
Lass fest, ach! fest an mich dich drücken,
dass ich in dir mög' glücklich sein!
Dein Lieben muss mir hoch entgelten
für das, was ich um dich verliess;
kein Los in Gottes weiten Welten
wohl edler als das meine hiess.
Böt' mir der König seine Krone,
ich dürfte sie mit Recht verschmähn.
Das einz'ge, was mein Opfer lohne,
muss ich in deiner Lieb' ersehn!
Drum wolle stets den Zweifel meiden,
dein Lieben sei mein stolz Gewähr!
Denn nicht komm' ich aus Nacht und Leiden,
aus Glanz und Wonne komm' ich her!

ELSA
Hilf Gott, was muss ich hören!
Welch Zeugnis gab dein Mund!
Du wolltest mich betören,
nun wird mir Jammer kund!
Das Los, dem du entronnen,
es war dein höchstes Glück;
du kamst zu mir aus Wonnen
und sehnest dich zurück!
Wie soll ich Ärmste glauben,
dir g'nüge meine Treu'?
Ein Tag wird dich mir rauben
durch deiner Liebe Reu'!

LOHENGRIN
Halt ein, dich so zu quälen!

ELSA
Was quälest du mich doch!
Soll ich die Tage zählen,
die du mir bleibest noch?
In Sorg' um dein Verweilen
verblüht die Wange mir -
dann wirst du mir enteilen,
im Elend bleib' ich hier!

LOHENGRIN
Nie soll dein Reiz entschwinden,
bleibst du von Zweifel rein!

ELSA
Ach, dich an mich zu binden,
wie sollt' ich mächtig sein?
Voll Zauber ist dein Wesen,
durch Wunder kamst du her;
wie sollt' ich da genesen,
wo fänd' ich dein' Gewähr?
Sie schreckt in heftigster Aufregung zusammen und hält an, wie um zu lauschen.
Hörtest du nichts? Vernahmest du kein Kommen?

LOHENGRIN
Elsa!

ELSA
Ach nein!
vor sich hinstarrend
Doch, dort - der Schwan - der Schwan!
Dort kommt er auf der Wasserflut geschwommen -
du rufest ihm - er zieht herbei den Kahn!

LOHENGRIN
Elsa! Halt ein! Beruh'ge deinen Wahn!

ELSA
Nichts kann mir Ruhe geben,
dem Wahn mich nichts entreisst,
als - gelt' es auch mein Leben -
zu wissen, wer du seist!

LOHENGRIN
Elsa, was willst du wagen?

ELSA
Unselig holder Mann,
hör, was ich dich muss fragen!
Den Namen sag mir an!

LOHENGRIN
Halt ein!

ELSA
Woher der Fahrt!

LOHENGRIN
Weh dir!

ELSA
Wie deine Art?

LOHENGRIN
Weh uns, was tatest du!

ELSA
die vor Lohengrin steht, welcher den Hintergrund im Rücken hat, gewahrt Friedrich und seine vier Genossen, welche mit gezückten Schwertern durch eine hintere Tür hereinbrechen.
Rette dich! Dein Schwert, dein Schwert!

Sie reicht das am Ruhebett angelegte Schwert hastig Lohengrin, so dass dieser schnell es aus der Scheide, welche sie hält, ziehen kann.
Lohengrin streckt Friedrich, welcher nach ihm ausholt, mit einem Streiche tot zu Boden; den entsetzten Edlen entfallen die Schwerter, sie stürzen zu Lohengrins Füssen auf die Knie. Elsa, die sich an Lohengrins Brust geworfen hatte, sinkt ohnmächtig langsam an ihm zu Boden.


LOHENGRIN
steht allein aufrecht
Weh, nun ist all unser Glück dahin!
Er neigt sich zu Elsa hinab, erhebt sie sanft und lehnt sie auf das Ruhebett.

ELSA
die Augen aufschlagend
Allewiger, erbarm dich mein!

Der Tag ist in allmählichem Anbruche begriffen; die tiefer herabgebrannten Kerzen drohen zu erlöschen. Auf Lohengrins Zeichen erheben sich die vier Edlen.

LOHENGRIN
Tragt den Erschlagnen vor des Königs Gericht!

Die Edlen nehmen die Leiche Friedrichs auf und entfernen sich mit ihr durch eine Tür des Hintergrundes. Lohengrin läutet an einem Glockenzuge; vier Frauen treten von links ein.

LOHENGRIN
zu den Frauen
Sie vor den König zu geleiten,
schmückt Elsa, meine süsse Frau!
Dort will ich Antwort ihr bereiten,
dass sie des Gatten Art erschau'.

Er entfernt sich mit traurig feierlicher Haltung durch die Tür rechts. Die Frauen geleiten Elsa, die keiner Bewegung mächtig ist, nach links ab. Der Tag hat langsam begonnen zu grauen; die Kerzen sind verloschen. Wie aus dem Burghofe heraufhört man Heerhörner einen Aufruf blasen.


DRITTE SZENE
Die Aue am Ufer der Schelde, wie im 1. Akt. Glühende Morgenröte, allmählicher Anbruch des vollen Tages.
Ein Graf mit seinem Heergefolge zieht im Vordergrunde rechts auf, steigt vom Pferde und übergibt dies einem Knechte. Zwei Edelknaben tragen ihm Schild und Speer. Er pflanzt sein Banner auf,
sein Heergefolge sammelt sich um dasselbe.
Während ein zweiter Graf auf die Weise wie der erste einzieht, hört man bereits die Trompeten eines dritten sich nähern.
Ein dritter Graf zieht mit seinem Heergefolge ebenso ein. Die neuen Scharen sammeln sich um ihre Banner; die Grafen und Edlen begrüssen sich, prüfen und loben ihre Waffen usw.
Ein vierter Graf zieht mit seinem Gefolge von rechts her ein und stellt sich bis in die Mitte des Hintergrundes auf.
Als von links die Trompeten des Königs vernommen werden, eilt alles, um sich um die Banner zu ordnen. Der König mit seinem sächsischen Heerbann zieht von links ein.


ALLE MÄNNER
als der König unter der Eiche angelangt ist
Heil König Heinrich!
König Heinrich Heil!

KÖNIG HEINRICH
Habt Dank, ihr Lieben von Brabant!
Wie fühl' ich stolz mein Herz entbrannt,
find' ich in jedem deutschen Land
so kräftig reichen Heerverband!
Nun soll des Reiches Feind sich nahn,
wir wollen tapfer ihn empfahn:
Aus seinem öden Ost daher
soll er sich nimmer wagen mehr!
Für deutsches Land das deutsche Schwert!
So sei des Reiches Kraft bewährt!

ALLE MÄNNER
Für deutsches Land das deutsche Schwert!
So sei des Reiches Kraft bewährt!

KÖNIG HEINRICH
Wo weilt nun der, den Gott gesandt
zum Ruhm, zur Grösse von Brabant?

Ein scheues Gedränge ist entstanden; die vier brabantischen Edlen bringen auf einer Bahre Friedrichs verhüllte Leiche getragen und setzen sie in der Mitte der Bühne nieder. Alles blickt sich unheimlich fragend an.

DIE MÄNNER
Was bringen die? Was tun sie kund?
Die Mannen sind's des Telramund!

KÖNIG HEINRICH
Wen führt ihr her? Was soll ich schaun?
Mich fasst bei eurem Anblick Graun!

Die VIER EDLEN
So will's der Schützer von Brabant;
wer dieser ist, macht er bekannt!

Elsa, mit grossem Gefolge von Frauen, tritt auf und schreitet langsam, wankenden Schrittes in den Vordergrund.

Die MÄNNER
Seht, Elsa naht, die Tugendreiche!
Wie ist ihr Antlitz trüb und bleiche!

KÖNIG HEINRICH
der Elsa entgegengegangen ist und sie nach einem hohen Sitze, ihm gegenüber, geleitet
Wie muss ich dich so traurig sehn!
Will dir so nah die Trennung gehn?

Elsa versucht vor ihm aufzublicken, vermag es aber nicht. Grosses Gedränge entsteht im Hintergrunde.

EINIGE MÄNNER
Macht Platz dem Helden von Brabant!

Lohengrin, ganz so gewaffnet wie im ersten Akt, tritt ohne Gefolge auf und schreitet feierlich und ernst in den Vordergrund.

ALLE MÄNNER
Heil dem Helden von Brabant!
Heil! Heil!

KÖNIG HEINRICH
hat seinen Platz unter der Eiche wieder eingenommen
Heil deinem Kommen, teurer Held!
Die du so treulich riefst ins Feld,
die harren dein in Streites Lust,
von dir geführt, des Siegs bewusst.

Die MÄNNER
Wir harren dein in Streites Lust,
von dir geführt, des Siegs bewusst.

LOHENGRIN
Mein Herr und König, lass dir melden:
Die ich berief, die kühnen Helden,
zum Streit sie führen darf ich nicht!
Alle drücken höchste Betroffenheit aus.

Der KÖNIG und die MÄNNER
Hilf Gott!
Welch hartes Wort er spricht!

Die FRAUEN
Hilf Gott!

LOHENGRIN
Als Streitgenoss bin ich nicht hergekommen;
als Kläger sei ich jetzt von euch vernommen!
Er enthüllt Friedrichs Leiche, von deren Anblick sich alle mit Abscheu abwenden.
Zum ersten klage laut ich vor euch allen
und frag' um Spruch nach Recht und Fug:
Da dieser Mann zur Nacht mich überfallen,
sagt, ob ich ihn mit Recht erschlug?

Der KÖNIG und die MÄNNER
die Hand feierlich nach der Leiche ausstreckend
Wie deine Hand ihn schlug auf Erden,
soll dort ihm Gottes Strafe werden!

LOHENGRIN
Zum andern aber sollt ihr Klage hören,
denn aller Welt nun klag' ich laut,
dass zum Verrat an mir sich liess betören
das Weib, das Gott mir angetraut!

Die MÄNNER
Elsa! Wie mochte das geschehn?
Wie konntest du dich so vergehn?

KÖNIG HEINRICH
Elsa! Wie konntest du dich so vergehn?

Die FRAUEN
mit klagenden Gebärden auf Elsa blickend
Wehe dir, Elsa!

LOHENGRIN
Ihr hörtet alle, wie sie mir versprochen,
dass nie sie wollt' erfragen, wer ich bin?
Nun hat sie ihren teuren Schwur gebrochen,
treulosem Rat gab sie ihr Herz dahin!
Alle drücken die heftigste Erschütterung aus
Zu lohnen ihres Zweifels wildem Fragen,
sei nun die Antwort länger nicht gespart:
Des Feindes Drängen durft' ich sie versagen,
nun muss ich künden, wie mein Nam' und Art.
Mit immer steigender Verklärung seiner Mienen
Jetzt merket wohl, ob ich den Tag muss scheuen:
Vor aller Welt, vor König und vor Reich
enthülle mein Geheimnis ich in Treuen.
sich hoch aufrichtend
So hört, ob ich an Adel euch nicht gleich!

Die MÄNNER
Welch Unerhörtes muss ich nun erfahren?
O könnt' er die erzwungne Kunde sich ersparen!

KÖNIG HEINRICH
Was muss ich nun erfahren?
O könnt' er die Kunde sich ersparen!

LOHENGRIN
in feierlicher Verklärung vor sich herblickend
In fernem Land, unnahbar euren Schritten,
liegt eine Burg, die Montsalvat genannt;
ein lichter Tempel stehet dort inmitten,
so kostbar, als auf Erden nichts bekannt;
drin ein Gefäss von wundertät'gem Segen
wird dort als höchstes Heiligtum bewacht:
Es ward, dass sein der Menschen reinste pflegen,
herab von einer Engelschar gebracht;
alljährlich naht vom Himmel eine Taube,
um neu zu stärken seine Wunderkraft:
Es heisst der Gral, und selig reinster Glaube
erteilt durch ihn sich seiner Ritterschaft.
Wer nun dem Gral zu dienen ist erkoren,
den rüstet er mit überird'scher Macht;
an dem ist jedes Bösen Trug verloren,
wenn ihn er sieht, weicht dem des Todes Nacht.
Selbst wer von ihm in ferne Land' entsendet,
zum Streiter für der Tugend Recht ernannt,
dem wird nicht seine heil'ge Kraft entwendet,
bleibt als sein Ritter dort er unerkannt.
So hehrer Art doch ist des Grales Segen,
enthüllt - muss er des Laien Auge fliehn;
des Ritters drum sollt Zweifel ihr nicht hegen,
erkennt ihr ihn - dann muss er von euch ziehn.
Nun hört, wie ich verbotner Frage lohne!
Vom Gral ward ich zu euch daher gesandt:
Mein Vater Parzival trägt seine Krone,
sein Ritter ich - bin Lohengrin genannt.

KÖNIG HEINRICH, die MÄNNER und FRAUEN
Hör' ich so seine höchste Art bewähren,
entbrennt mein Aug' in heil'gen Wonnezähren.

ELSA
wie vernichtet
Mir schwankt der Boden! Welche Nacht!
O Luft! Luft der Unglücksel'gen!
Sie droht umzusinken; Lohengrin fasst sie in seine Arme

LOHENGRIN
O Elsa! Was hast du mir angetan!
Als meine Augen dich zuerst ersahn,
zu dir fühlt' ich in Liebe mich entbrannt,
und schnell hatt' ich ein neues Glück erkannt:
Die hehre Macht, die Wunder meiner Art,
die Kraft, die mein Geheimnis mir bewahrt,
wollt' ich dem Dienst des reinsten Herzens weihn:
Was rissest du nun mein Geheimnis ein?
Jetzt muss ich, ach! von dir geschieden sein!

Die MÄNNER und FRAUEN, KÖNIG HEINRICH
Weh! Weh! Weh!

ELSA
Mein Gatte! Nein!
Ich lass dich nicht von hinnen!
Als Zeuge meiner Busse bleibe hier! usw.

LOHENGRIN
Ich muss, ich muss! mein süsses Weib!

Die MÄNNER und FRAUEN
Weh!

ELSA
Nicht darfst du meiner bittern Reu' entrinnen,
dass du mich strafest, liege ich vor dir!

Die FRAUEN
Weh, nun muss er von dir ziehn!

ELSA
Dass du mich strafest, liege ich vor dir!

LOHENGRIN
Ich muss, ich muss! mein süsses Weib!

Die MÄNNER und FRAUEN, der KÖNIG
Weh! Wehe! Musst du von uns ziehn,
du hehrer, gottgesandter Mann!
Soll uns des Himmels Segen fliehn,
wo fänden dein' wir Tröstung dann?
Weh uns! O bleib!
Soll uns des Himmel Segen fliehn usw.

ELSA
Bist du so göttlich als ich dich erkannt,
sei Gottes Gnade nicht aus dir verbannt!
Büsst sie in Jammer ihre schwere Schuld,
nicht flieh' die Ärmste deiner Nähe Huld!
Verstoss mich nicht, wie gross auch mein Verbrechen!
Verlass mich, ach! verlass die Ärmste nicht! usw.

LOHENGRIN
Schon zürnt der Gral, dass ich ihm ferne bleib'!
Ich muss! Ich muss!
Nur eine Strafe gibt's für dein Vergehn!
Ach! mich, wie dich trifft ihre herbe Pein!
Getrennt, geschieden sollen wir uns sehn:
Dies muss die Strafe, dies die Sühne sein!

Elsa sinkt mit einem Schrei zurück.

Der KÖNIG und ALLE MÄNNER
Lohengrin ungestüm umdrängend
O bleib, und zieh uns nicht von dannen!
Des Führers harren deine Mannen!
O bleib usw.

LOHENGRIN
O König, hör! Ich darf dich nicht geleiten!
Des Grales Ritter, habt ihr ihn erkannt,
wollt' er in Ungehorsam mit euch streiten,
ihm würde alle Manneskraft entwandt!
Doch, grosser König, lass mich dir weissagen:
Dir Reinem ist ein grosser Sieg verliehn!
Nach Deutschland sollen noch in fernsten Tagen
des Ostens Horden siegreich nimmer ziehn!

Lebhafte Erregung. Man sieht auf dem Flusse den Schwan mit dem leeren Nachen auf dieselbe Weise wie bei Lohengrins erstem Erscheinen anlangen.

Ein TEIL der MÄNNER
im Hintergrunde
Der Schwan! Der Schwan! Der Schwan!
Der Schwan! Seht dort ihn wieder nahn!

Die ÜBRIGEN MÄNNER
im Vordergrunde, nach hinten gewandt
Der Schwan! Seht dort ihn wieder nahn!

Die FRAUEN
im nächsten Vordergrunde um Elsa
Der Schwan! Weh, er naht!

ALLE MÄNNER
Er naht, der Schwan!

Der Schwan kommt um die vordere Flussbiegung herum.

ELSA
aus ihrer Betäubung erweckt, erhebt sich, auf den Sitz gestützt, und blickt nach dem Ufer
Entsetzlich! Ha, der Schwan!
Sie verbleibt lange Zeit wie erstarrt in ihrer Stellung.

LOHENGRIN
Schon sendet nach dem Säumigen der Gral!
Unter der gespanntesten Erwartung der übrigen tritt er dem Ufer näherund neigt sich zu dem Schwan, ihn wehmütig betrachtend
Mein lieber Schwan!
Ach, diese letzte, traur'ge Fahrt,
wie gern hätt' ich sie dir erspart!
In einem Jahr, wenn deine Zeit
im Dienst zu Ende sollte gehn -
dann, durch des Grales Macht befreit,
wollt' ich dich anders wieder sehn!
Er wendet sich im Ausbruch heftigen Schmerzes in den Vordergrund zu Elsa zurück
O Elsa! Nur ein Jahr an deiner Seite
hatt' ich als Zeuge deines Glücks ersehnt!
Dann kehrte, selig in des Grals Geleite,
dein Bruder wieder, den du tot gewähnt.
Alle drücken ihre Überraschung aus. Lohengrin überreicht Elsa sein Horn, sein Schwert und seinen Ring
Kommt er dann heim, wenn ich ihm fern im Leben,
dies Horn, dies Schwert, den Ring sollst du ihm geben.
Dies Horn soll in Gefahr ihm Hilfe schenken,
in wildem Kampf dies Schwert ihm Sieg verleiht;
doch bei dem Ringe soll er mein gedenken,
der einst auch dich aus Schmach und Not befreit!
Während er Elsa, die keines Ausdrucks mächtig ist, wiederholt küsst
Leb wohl! Leb wohl! Leb wohl, mein süsses Weib!
Leb wohl! Mir zürnt der Gral, wenn ich noch bleib!
Leb wohl, leb wohl!

Elsa hat sich krampfhaft an ihm festgehalten; endlich verlässt sie die Kraft, sie sinkt ihren Frauen in die Arme, denen sie Lohengrin übergibt, wonach dieser schnell dem Ufer zueilt.

KÖNIG HEINRICH, die MÄNNER und FRAUEN
Weh! Weh! Weh! Du edler, holder Mann!
Welch harte Not tust du uns an!

ORTRUD
tritt im Vordergrunde auf, mit jubelnder Gebärde
Fahr heim! Fahr heim, du stolzer Helde,
dass jubelnd ich der Törin melde,
wer dich gezogen in dem Kahn!
Am Kettlein, das ich um ihn wand,
ersah ich wohl, wer dieser Schwan:
Es ist der Erbe von Brabant!

ALLE
Ha!

ORTRUD
zu Elsa
Dank, dass den Ritter du vertrieben!
Nun gibt der Schwan ihm Heimgeleit:
Der Held, wär' länger er geblieben,
den Bruder hätt' er auch befreit!

Die MÄNNER
Abscheulich Weib! Ha, welch Verbrechen
hast du in frechem Hohn bekannt!

Die FRAUEN
Abscheulich Weib!

ORTRUD
Erfahrt, wie sich die Götter rächen,
von deren Huld ihr euch gewandt!

Sie bleibt in wilder Verzückung hoch aufgerichtet stehen.
Lohengrin, bereits am Ufer angelangt, hat Ortrud genau vernommen und sinkt jetzt zu einem stummen Gebet feierlich auf die Knie. Aller Blicke richten sich in gespannter Erwartung auf ihn hin. Die weisse Gralstaube schwebt über dem Nachen herab. Lohengrin erblickt sie; mit einem dankbaren Blicke springt er auf und löst dem Schwan die Kette, worauf dieser sogleich untertaucht. An seiner Stelle hebt Lohengrin einen schönen Knaben in glänzendem Silbergewande - Gottfried - aus dem Flusse an das Ufer.


LOHENGRIN
Seht da den Herzog von Brabant!
Zum Führer sei er euch ernannt!

Ortrud sinkt bei Gottfrieds Anblick zusammen. Lohengrin springt schnell in den Kahn, den die Taube an der Kette gefasst hat und sogleich fortzieht. Elsa blickt mit letzter freudiger Verklärung auf Gottfried, welcher nach vorn schreitet und sich vor dem König verneigt. Alle betrachten ihn mit seligem Erstaunen, die Brabanter senken sich huldigend vor ihm auf die Knie. Dann eilt Gottfried in Elsas Arme.

ELSA
nach einer kurzen freudigen Entrückung, wendet hastig den Blick nach dem Ufer, wo sie Lohengrin nicht mehr erblickt.
Mein Gatte! Mein Gatte!

In der Ferne wird Lohengrin wieder sichtbar; er steht mit gesenktem Haupte traurig auf seinen Schild gelehnt im Nachen.

ELSA
Ach!

KÖNIG HEINRICH, die MÄNNER und FRAUEN
Weh!

Elsa gleitet langsam entseelt in Gottfrieds Armen zu Boden.
Lohengrin wird immer ferner gesehen.

Cast
HENRY THE FOWLER, King of Germany (Bass)
LOHENGRIN (Tenor)
ELSA OF BRABANT (Soprano)
DUKE GODFREY (silent)
FREDERICK OF TELRAMUND, a count of Brabant (Baritone)
ORTRUD, his wife (Soprano or Mezzo soprano)
KING'S HERALD (Baritone or Bass)
FOUR BRABANTINE NOBLES (Tenor/Bass)
FOUR NOBLE PAGES (Soprano/Contralto)

CHORUS
Saxon and Thuringian counts and nobles, Brabantine counts and nobles,
noblewomen, pages, vassals, women, servants


Prelude

FIRST ACT

A meadow on the banks of the Scheldt near Antwerp.

SCENE ONE
King Henry, Saxon and Thuringian Counts, nobles and horsemen, who form the royal armed levy. Brabantine Counts and nobles, horsemen and people, headed by Frederick of Telramund, with Ortrud at his side. Retainers and servants. The King's herald and four trumpeters, who sound the royal summons.

HERALD
Hear ye, lords, nobles, freemen of Brabant!
Henry, King of Germany, comes hither
to parley with you as the law provides.
In peace will you hearken to his command?

BRABANTINES
In peace we will hearken to his command!
Welcome, welcome to Brabant, O King!

KING HENRY
God save you, my loving subjects of Brabant!
Not idly have journeyed to you;
let me make known to you the Empire's need!
Shall I first relate to you the wrongs
wreaked on German soil from the East?
On our furthest borders women and children prayed:
"Protect us, God, from the Hungarians' rage!"
But it behoved me, as head of the realm,
to find a way to end such shameful outrage;
by force of arms I won a nine-year truce
and used it for the kingdom's defence:
I had fortified towns and castles built,
I trained an army in resistance.
The truce has now expired, tribute is refused -
with savage threats the enemy makes ready.
Now is the time to defend the kingdom's honour;
let it equally concern you all, whether of east or west!
Wherever is German soil, raise troops,
then none shall dare insult our German realm!

SAXONS AND THURINGIANS
Arise! For God and the honour of our German realm!

KING
I come to you now, people of Brabant,
to summon you to my standard at Mainz;
yet to my sorrow and grief I find you
living in discord, without a chief!
I learn of disorder, bitter feuds;
therefore I call upon you, Frederick of Telramund!
I know you as the crown of all virtues;
now speak, that I may know the cause of this turmoil.

FREDERICK
Our thanks to you, O King, that you have come to set it right!
I will tell you the truth; falsehood I disdain.
On the death of the Duke of Brabant
he entrusted to my protection his children,
the maiden Elsa and the boy Godfrey;
I tended him faithfully as he grew through childhood;
his life was the jewel of my honour.
judge then, O King, the bitterness of my grief
when I was robbed of my honour's jewel!
One day Elsa took the boy for a stroll
in the woods, but returned home without him;
with feigned anxiety she asked about her brother,
since she by chance had become separated from him
and then could find, she said, no trace of him.
Fruitless were all our searches for the lost one;
then when I questioned Elsa threateningly
her pallor and her trembling revealed to us
her confession of her hideous crime.
I was seized with horror of the maid;
the right to her hand, granted me by her father,
I there and then willingly renounced
and took a wife more to my taste,
Ortrud, daughter of Radbod, prince of Friesland.
Now I charge Elsa von Brabant
and accuse her of her brother’s murder.
And I claim this land for my own by right
as the Duke’s next of kin;
moreover, my wife is of the race
that once gave this land its rulers.
You hear my charge, O King! Judge aright!

ALL THE MEN
Telramund accuses her of a grave crime!
I hear the charge with horror!

KING
What a fearful charge you have brought!
How could so heinous a crime be possible?

FREDERICK
My lord, the maid who haughtily refused
my hand is empty-headed and lost in dreams.
I accuse her of a secret passion:
she thought perchance that, rid of her brother,
as Queen of Brabant she could deny her hand
to the subject with a right to it
and openly harbour her secret paramour.

KING
Summon the accused here!
The trial shall begin forthwith!
God grant me wisdom!

HERALD
Shall a judgment by right and might be held here?

KING
solemnly hanging his shield on the oak tree
This shield shall no more protect me
until I have given judgment severe but merciful!

ALL THE MEN
drawing their swords, the Saxons and Thuringians thrusting theirs into the earth, the Brabantines laying theirs flat on the ground before them
Our swords shall not return to their sheaths
until justice has pronounced judgment!

HERALD
Where you behold the royal shield
there shall you see justice in judgment!
Then loud and clear I issue my summons:
Elsa, appear before us!


SCENE TWO
Elsa and her women

MEN
See, she comes to answer her heavy charge!
Ah, how candid and pure she seems!
He who dared so gravely to accuse her
must indeed be certain of her guilt!

KING
Are you Elsa of Brabant?
Elsa inclines her head in affirmation
Do you accept me as your judge?
Elsa turns her head towards the King, looks into his eyes and then assents with a trusting gesture
Then I ask you further:
do you know the grave charge
that is laid against you?
Elsa looks at Frederick and Ortrud, shudders, droops her head sadly and assents
What is your answer to the charge?
Elsa indicates "Nothing" by a gesture
Then you admit your guilt?

ELSA
My poor brother!

ALL THE MEN
How strange! What curious behaviour!

KING
Speak, Elsa! What have you to confide to me?

ELSA
Alone in troubled days
I appealed to God
and poured out in prayer
my heart's deepest anguish.
Then from my laments
arose a cry so piteous
that it filled the air far and wide
with its vast reverberation.
I heard it echo far away
until it barely reached my ear;
then my eyelids closed
and I sank into a sweet sleep.

ALL THE MFN
How strange! Is she dreaming? Is she distracted?

KING
Elsa, defend yourself before your judge!

ELSA
Arrayed in shining armour
knight was approaching,
more virtuous and pure
than any I had yet seen,
a golden horn at his hip
and leaning on his sword.
Thus was this worthy knight
sent to me from heaven;
with courteous bearing
he gave me consolation;
that knight will defend me,
he shall be my champion!

ALL THE MEN
May heaven's grace guide us, that we
may plainly see where lies the guilt!

KING
Frederick, honourable man,
consider well whom you accuse!

FREDERICK
I am not misled by her dreamy manner;
you hear, she rambles about a lover!
For what I accuse her of I have firm grounds.
Her offence is proved to me beyond doubt;
but to dispel your doubts by calling a witness
would truly wound my pride!
Here I stand, here is my sword! Which of you
will venture to contest the price of my honour?

BRABANTINES
None of us! We will only fight on your behalf!

FREDERICK
And do you, O King, recall my service
when in battle I smote the savage Dane?

KING
It would be poor if I needed you to remind me!
Gladly I grant you the highest prize of virtue;
I would not have this country
in any other's care but yours.
God alone must now decide this case!

ALL THE MEN
May God decide! May God decide!
So be it!

KING
drawing his sword and solemnly thrusting it into the ground before him
I ask you, Frederick, Count of Telramund,
are you willing by mortal combat
to submit your cause to God's judgment?

FREDERICK
Yes.

KING
And now I ask you, Elsa of Brabant,
are you willing that in mortal combat
a champion shall defend your cause for God's judgment?

ELSA
Yes.

KING
Whom do you choose as your champion?

FREDERICK
You will now hear the name of her lover!

BRABANTINES
Mark it well!

ELSA
That knight will defend me,
he shall be my champion!
Hear what I offer as guerdon
to the one sent by God:
in my father's domains
he shall wear the crown;
I shall consider myself happy
if he accepts my property,
and if he wishes to make me his bride
I will give him myself as I am!

ALL THE MEN
A goodly prize, if he stands in God's grace!
The contender plays for high stakes!

KING
The sun already stands high at noon:
now is the time to issue the challenge.

The herald advances with the four trumpeters, whom he stations at the four points of the compass on the outside edge of the judgment circle and there bids them blow the challenge

HERALD
He who in heaven's name will do battle here
for Elsa of Brabant, let him stand forth!

ALL THE MEN
The challenge dies away unanswered.
It bodes ill for her cause.

FREDERICK
pointing to Elsa
Observe, did I charge her wrongly?
Right is on my side!

ELSA
Gracious king, let me beg you,
summon my knight once again!
Perhaps he dwells far off and did not hear.

KING
to the herald
Once more call him to the court!

At a sign from the herald the trumpeters take up their positions again at the four points of the compass

HERALD
He who in heaven's name will do battle here
for Elsa of Brabant, let him stand forth!

ALL THE MEN
God gives judgment by this doleful silence!

Elsa falls on her knees in fervent prayer. Her women, anxious for their mistress, move slightly nearer into the foreground

ELSA
Thou didst bear to him my lament,
to me he came at Thy behest.
O Lord, tell my knight
to help me in my need!
Let me see him as I saw him;
as I then saw him let him appear to me!

WOMEN
on their knees
Lord, send Thy aid!
Lord God, hear us!

Lohengrin becomes visible in the distance in a boat on the river, drawn by a swan

MEN
See! See! What a strange and wondrous sight!
What? A swan?
A swan is drawing a boat here!
A knight is standing upright in it!
How brightly shines his armour! My eye is dazzled
by its gleam! - See, he is already drawing nearer!
The swan draws him by a golden chain!
See, still nearer he comes towards the shore!
Behold him! He comes! A miracle has transpired,
A miracle such as we have not heard nor seen!

WOMEN
We thank Thee, Lord, who dost protect the weak!


SCENE THREE
The afore-mentioned, Lohengrin

ALL THE MEN AND WOMEN
Greetings, O hero sent by heaven!

The boat, drawn by the swan, reaches the bank, centre back; Lohengrin in gleaming silver armour, helmet on his head, shield on his back, a small golden horn at his side, is standing in it, leaning on his sword. Frederick stares at him in speechless astonishment, Ortrud, who during the hearing has retained a cold, haughty attitude, is struck with fearful terror at the sight of the swan. All uncover their heads in profound awe. As Lohengrin makes the first move to leave the boat, the most intense silence falls on all.

LOHENGRIN
one foot still in the boat, bending over the swan
My thanks to you, dear swan!
Glide back over the wide water to the place
from which your boat brought me;
return to where alone lies our happiness!
Then will your task be faithfully fulfilled.
Farewell, farewell, beloved swan!

The swan slowly turns the boat and swims back up the river. Lohengrin gazes sadly after it for a time.

MEN AND WOMEN
What sweet blissful awe seizes us! What gracious power
holds us in thrall! How handsome and noble of aspect is he
whom such a miracle brought to our land!

LOHENGRIN
who has left the bank and advanced slowly and solemnly to the front, making obeisance to the King
Hail, King Henry! May God
ever give His blessing to your sword!
Renowned and great may your name be,
never to vanish from this earth!

KING
My thanks! lf I rightly recognise
the power that brought you to this land,
you were sent to us by God?

LOHENGRIN
I am sent to stand champion
for a maid calumnied
by a grievous charge. Now let me see
if I find favour in he sight.
Then speak, Elsa of Brabant:
if I am appointed your champion,
will you without doubts or fears
entrust yourself to my protection?

ELSA
My hero, my rescuer, take me!
I give myself wholly to you, as I am.

LOHENGRIN
If I am victorious for you in the combat,
will you take me for your husband?

ELSA
As I lie at your feet,
so I freely give you my life and being.

LOHENGRIN
Elsa, if I am to be your husband
and defend your land and people,
and nothing is ever to tear me from you,
one thing you must solemnly promise me:
you must never ask me
or be at pains to discover
from whence I journeyed here,
nor what is my name and lineage!

ELSA
My lord, never shall this question come from me!

LOHENGRIN
Elsa, have you understood me well?
You must never ask me
or be at pains to discover
from whence I journeyed here,
nor what is my name and lineage!

ELSA
My shield! My angel! My deliverer,
who firmly believes in my innocence!
How could there be greater guilt
than a doubt that shakes my faith in you?
As you defend me in my need,
so will I honour your command!

LOHENGRIN
Elsa, I love you!

MEN AND WOMEN
What tender marvel do I see?
Is it a spell which binds me?
I feel my heart grow faint
at the sight of this noble, radiant knight!

LOHENGRIN
Now hear! To you, people and nobles, I proclaim:
Elsa of Brabant is free of all guilt!
Heaven's judgment shall make it known
that your charge is false, Count of Telramund!

BRABANTINE NOBLES
Call off the fight! If you challenge him,
you will never succeed in conquering him.
If he is protected by heaven's might,
then what avails your valiant sword?
Give up! We counsel you sincerely.
Disaster awaits you, and bitter regret.

FREDERICK
Far sooner die than turn tail!
Whatever sorcery has brought you here,
stranger with so bold a front,
your proud threats will never daunt me,
for I have never stooped to tell a lie.
Therefore I accept combat with you,
and may victory attend the cause of right!

LOHENGRIN
Now, O King, arrange the combat!

KING
Then let three stand forth for each champion
and measure well the ring for the fray!

Three Saxon nobles step forward for Lohengrin, three Brabantines for Frederick: solemnly they pace out the field of combat and mark it out, forming a complete circle, with their spears

HERALD
Now hear me and heed my words:
none with this fight shall interfere;
all shall remain outside the lists.
For whoever disturbs the peace,
if a freeman he shall lose a hand,
if a serf he shall forfeit his head!

ALL THE MEN
A freeman shall lose a hand,
a serf forfeit his head!

HERALD
to Lohengrin and Frederick
Hear me too, you who fight this cause!
Faithfully observe the rules of combat.
Do not deflect the course of justice
by evil magic arts or guile.
May God Judge you according to the right;
trust in Him, not in your strength!

LOHENGRIN AND FREDERICK
May God judge me according to the right;
I trust in Him, not in my strength!

KING
O Lord God, on Thee I call
All bare their heads and give themselves over to earnest devotion
to preside over this combat!
Through victory by the sword let Thy will be done
and falsehood and truth be clearly revealed!
Grant the righteous arm a hero's might
and let the strength of the wrong falter!
O help us, God, at this time,
for our wisdom is but foolishness!

ELSA AND LOHENGRIN
Thou wilt reveal Thy just decree, O Lord
and God, therefore I do not fear!

FREDERICK
I go forth, trusting in Thy decree!
Lord God, let me not be dishonoured!

ORTRUD
I place my trust in his strength,
which brings him victory whenever he fights.

HERALD AND ALL THE MEN
Grant the righteous arm a hero's might
and let the strength of the wrong falter!
Then reveal to us Thy just decree,
O Lord our God, do not delay!

ALL THE WOMEN
O Lord our God, favour him!

All return to their places in deep and solemn emotion. The six combat witnesses stand by their spears next to the ring, the other men crowd closely round them. Elsa and her women in the foreground with the King. At the herald's signal the trumpeters sound the call to combat: Lohengrin and Frederick complete the preparation of their weapons. -

The King pulls his sword from the ground and with it strikes three times on his shield, which is hanging on the oak-tree. At the first stroke Lohengrin and Frederick take up their positions for the fight, at the second they draw their swords and brandish them; at the third stroke they set to. Lohengrin attacks first. After several violent passages, Lohengrin with a tremendous blow fells his opponent. Frederick attempts to rise again, staggers a few paces backwards and falls to the ground. The King takes down his shield from the oak.


LOHENGRIN
holding his sword to Frederick's throat
By God's victory your life is forfeit to me:
I grant you it; devote it to repentance!

All the men return their swords to their scabbards: the combat witnesses take their spears from the earth. All, nobles and men alike, joyfully break into the former combat circle.

KING, MEN AND WOMEN
Hail! Hail! Hail to the hero!

The King leads Elsa to Lohengrin

ELSA
O that I could find songs of rejoicing
to match your fame,
worthy to acclaim you,
rich in highest praise!
In you I am lost,
before you I am as naught;
if I am to be blessed,
take me wholly, as I am!

LOHENGRIN
I gained the victory
only through your purity;
now shall you be richly recompensed
for all that you have suffered!

FREDERICK
Alas, God has struck me down;
through Him I am defeated.
I must despair of salvation,
I am ruined and disgraced.

ORTRUD
Who is it who has struck me down,
before whom I am helpless?
Must I despair before him
and all my hopes be dashed?

KING AND MEN
Raise a song of victory
loud in highest praise to the hero!
Acclaimed be your journey!
Praised be your coming!
Hail to your name,
protector of virtue!
You have defended
the right of the innocent;
praised be your coming!
Hail to your race!
To you alone we sing in celebration,
to you our songs resound!
Never will a hero like you
come to this land again!

WOMEN
O that I could find songs of rejoicing
to match his fame,
worthy to acclaim him,
rich in highest praise!
You have defended
the right of the innocent;
praised be your
coming!
Hail to your journey!

Young Saxons raise Lohengrin on his shield, and Brabantines Elsa on the King's shield, on which several have previously spread their cloaks; in this manner both are carried off amid rejoicing. Frederick falls unconscious at Ortrud's feet.

ACT TWO

In the citadel of Antwerp.

In the background, centre, the Palas (the knights' quarters), in the left foreground the Kemenate (the women's quarters), in the right foreground the gates of the cathedral. It is night. The windows of the Palas are brightly lit; from the Palas can be beard festive music, horns and trombones sounding gaily.


SCENE ONE
On the steps by the cathedral gates sit Frederick and Ortrud, both in dark, mean attire. Ortrud, resting her arm on her knee, gazes unwaveringly at the brightly lit windows of the Palas; Frederick looks gloomily at the ground.

FREDERICK
Arouse yourself, companion of my shame!
The dawning day must not find us here.

ORTRUD
I cannot stir; I am bound here.
From this lustre of our foes' revels
let me suck a fearful deadly poison
which will end our shame and their joy!

FREDERICK
Fiend in woman's shape, what is it
that still binds me to your side?
Why do I not leave you alone
and flee far, far away,
where my conscience could again find rest?
Through you I have lost
my honour and all my reputation;
never more shall praise crown me,
my heroism is dishonoured!
Banishment is pronounced on me,
my sword lies shattered,
my escutcheon stained,
my father’s home accursed!
Wherever I turn now
I am shunned and set apart;
even robbers avoid me
so that I shall not offend their sight.
Would that I had found death,
since I am so wretched!
I have lost my honour;
my name, my name is disgraced!

ORTRUD
What makes you waste yourself in such wild laments?

FREDERICK
That I have lost even the weapon
with which to strike you down!

ORTRUD
Why, great Count of Telramund,
have you lost faith in me?

FREDERICK
You ask me that?
Was it not your testimony, your story,
that inveigled me into accusing the innocent Elsa?
Did you not lie to me that from your secluded
castle home in the gloomy wood
you with your own eyes saw
the crime committed, how Elsa herself
drowned her brother in the pool? And did you
not seduce my proud heart with your prediction
that Radbod's ancient royal race soon
would flourish again and rule in Brabant?
Did you not thus induce me to renounce the hand
of the innocent Elsa and take you as wife,
as being Radbod's last descendant?

ORTRUD
Ah, how grievously you wound me!
Yes, all this I recounted and said to you.

FREDERICK
And made me, whose name was highly honoured,
whose life was the acme of all virtue,
the base accomplice of your lies?

ORTRUD
Who lied?

FREDERICK
You! Did not God in his judgment
strike me down because of this?

ORTRUD
God!

FREDERICK
O horror!
How hideous that name sounds from your lips!

ORTRUD
Ah, do you call your cowardice God?

FREDERICK
Ortrud!

ORTRUD
Would you threaten me? Threaten me, a woman?
Coward! If you had so fiercely threatened
him who now brings this misery on you,
victory, not shame, would have been yours.
Ah, one who knew how to oppose him
would find him weaker than a child!

FREDERICK
The weaker he is, the more
did God exert his might.

ORTRUD
His might? Ha ha!
Give me the power, and I will show you plainly
how feeble is the God who protects him.

FREDERICK
You heathen sorceress, would you once again
mislead my spirit by your arcane arts?

ORTRUD
The sated revellers are stretched out in sleep.
Sit here by me! The hour has come
for my prophetic vision to enlighten you.
During the following, Frederick comes closer and closer to Ortrud as if drawn to her in some sinister way, and bends his ear attentively to her.
Do you know who this hero is,
who was brought to this land by a swan?

FREDERICK
No!

ORTRUD
What would you give to learn it
if I told you that, were he forced
to disclose his name and race,
all his power, which a spell alone lends him,
would be at an end?

FREDERICK
Ah! Now I understand his prohibition.

ORTRUD
Now listen! No one has the power
to wrest his secret from him
but she whom he so firmly forbade
ever to question him.

FREDERICK
Then Elsa must be induced
not to refrain from asking him.

ORTRUD
Ah, you are quick to understand!

FREDERICK
But how can this be brought about?

ORTRUD
Hark! -
Above all, it is necessary not to fly
from here: so sharpen your wits!
To arouse her just suspicion
stand forth, charge him with sorcery,
by which he perverted the course of justice!

FREDERICK
Yes, fraud and sorcery!

ORTRUD
If that fails, there remains a means by force!

FREDERICK
By force?

ORTRUD
I have not delved deep
into the secret arts in vain;
so heed well what I tell you.
Any person deriving his strength from a spell
must at once, if he should lose
even the smallest part of his body,
reveal himself in all his weakness.

FREDERICK
O that what you say were true!

ORTRUD
Oh, had you in the fight cut off
only a finger, yes, even a finger-joint,
the hero would have been in your power!

FREDERICK
O horror! What are you telling me!
I thought I was struck down by God -
so His judgment was duped by a trick,
and my honour lost through magic's guile!
Then I could avenge my disgrace,
if I could attest my honesty!
I could break her lover's fraud
and retrieve my reputation!
O wife, whom I see before me in the darkness,
if this be further deceit, then woe to you! Woe!

ORTRUD
Oh how you rave! Be calm and reasonable!
I will teach you the sweet bliss of vengeance!

Frederick seats himself slowly at Ortrud's side on the steps

ORTRUD AND FREDERICK
Let the act of vengeance be conjured up
from the stormy darkness of my bosom!
Know, you who are lost in soft sleep,
that disaster awaits you!


SCENE TWO
Elsa appears on the balcony in a white robe: she comes forward to the balustrade and leans her head on her hand.
Frederick and Ortrud are sitting opposite her on the cathedral steps.


ELSA
You breezes, that my lamentation
often filled so sadly,
I must gratefully tell you
of the dawn of my happiness!
By you he was wafted here,
you smiled upon his journey:
you faithfully kept him safe
upon the stormy waves.
I often besought you
to dry my tears;
now come and cool
my cheeks, that burn with love!

ORTRUD
It is she!

FREDERICK
Elsa!

ORTRUD
She shall tue the hour in which
she now meets my eye. - Keep back!
Withdraw a while from here!

FREDERICK
Why?

ORTRUD
Leave her to me - her hero shall be your concern!

Frederick withdraws and disappears in the background

ORTRUD
remaining in the same place
Elsa!

ELSA
Who calls? - How sinister and mournful
is the sound of my name in the night!

ORTRUD
Elsa!
Is my voice so unknown to you?
Will you quite disown the wretch
you have consigned to utmost woe?

ELSA
Ortrud! Is it you?
What are you doing here, hapless woman?

ORTRUD
… "Hapless woman!"
You are indeed right to call me so!
In the lonely remoteness of the woods
where I lived quietly and in peace,
how, how did I harm you?
Joyless, only bewailing the ill-fate
which so long dogged my race,
how, how did I harm you?

ELSA
Before God, why do you reproach me?
Was it I who brought this grief upon you?

ORTRUD
How indeed could you envy my fortune
that the man you so lightly rejected
should choose me for his wife?

ELSA
Gracious heaven! Why this to me?

ORTRUD
Misled by some fatal delusion, he was led
to bring a charge against your innocence;
now his heart is rent with remorse,
and he is condemned to fearful punishment.

ELSA
O righteous God!

ORTRUD
Ah, you are happy!
After brief undeserved suffering
you see life only smiling on you;
you can calmly turn away from me
and consign me to the road to death,
so that the sad sound of my distress
shall never cloud your rejoicing!

ELSA
How little would I prize Thy blessings,
Almighty God, who hast been so gracious to me,
if I thrust from me the adversity
which kneels before me in the dust!
O never! Ortrud! Wait there for me!
I myself will let you in!

She hurries back into the Kemenate

ORTRUD
springing up from the steps in fierce exaltation
Now aid my vengeance, ye dishonoured gods!
Punish the disgrace brought upon you here!
Strengthen me in the Service of your holy cause!
Destroy the vile beIiefs of the apostates!
Wodan the mighty, I call on thee!
Freia the sublime, hear me!
Bless me with guile and deceit,
that my revenge may be sweet!

ELSA
Ortrud, where are you?

Elsa and two maidservants with candles come out of the lower door of the Kemenate

ORTRUD
humbly throwing herself at Elsa's feet
Here at your feet.

ELSA
Great heavens! Must I now see you thus,
whom I have seen only in pride and pomp?
My heart will be choked
to see you so humbled near me!
Arise! Spare me your entreaties!
If you bore me hate, I forgive you;
for what through me you have already suffered
I beg you to forgive me too.

ORTRUD
O thank you for all your goodness!

ELSA
I will implore the loving heart of him
who tomorrow is to be my husband
to show mercy to Frederick too.

ORTRUD
You bind me in bonds of gratitude!

ELSA
Early tomorrow let me see you ready -
decked in fine raiment
you shall go with ine to the cathedral.
There I am to await my hero,
to be bis lawful wife in the sight of God.

ORTRUD
How can I, powerless and desolate,
repay such graciousness?
If I may dwell within your mercy
I will always be your humble debtor!
One power only was given me
that no decree of law could take from me:
by it perhaps I can protect your welfare
and preserve it from grief and distress.

ELSA
What do you mean?

ORTRUD
It were well I should warn you
not to trust too blindly in your happiness;
lest some misfortune should befall you,
let me look into the future for you.

ELSA
What misfortune?

ORTRUD
Have you never reflected
that he of such mysterious lineage
might leave you in the same way
as by magic he came to you?

ELSA
Poor woman, you can never measure
how free of doubt is my heart!
You have indeed never known the happiness
that only faith can give.
Come in with me! Let me teach you
how sweet is the bliss of perfect trust!
Let yourself be converted to faith:
it brings happiness without alloy!

ORTRUD
Ha! This pride of hers shall teach me
how to undermine her trust!
Against it I will turn her own weapon:
through her pride shall come her pain!

Led by Elsa, she enters through the little door with feigned reluctance; the servants light the way and close the door behind them

FREDERICK
coming forward from the background
Thus disaster enters this house!
Accomplish, wife, what your cunning devised;
I have no power to hinder your design!
The disaster began with my defeat;
now let those who brought me down be overthrown!
Only one goal I see before me -
the despoiler of my honour shall be destroyed!


SCENE THREE
Day gradually dawns. Two watchmen blow a reveille from the tower: an answer is heard from a distant tower. Retainers. The four royal trumpeters. Brabantine nobles and soldiers.

NOBLES AND SOLDIERS
The early summons assembles us;
the day is rich in promise.
He who wrought such mighty marvels
may bring about many fresh deeds.

The herald marches out of the Palas, preceded by the four trumpeters. The royal fanfare is sounded again.

HERALD
I now proclaim the King's decree and will;
so heed well what he pronounces through me!
Frederick of Telramund is banished and outlawed
for faithlessly daring God's ordeal.
By the law of the kingdom the same ban falls
on whoever harbours him or consorts with him.

MEN
A curse on him, the traitor,
whom God's judgment struck down!
Let all honest men shun him,
and may he find no rest or sleep!

HERALD
And further the King proclaims
that he appoints the God-sent stranger
who seeks Elsa as his consort
to the land and crown of Brabant.
But since the hero does not wish the title of Duke,
you shall call him Protector of Brabant!

MEN
Hail the man we have longed for!
Hail to him, sent by God!
Loyally will we serve
the Protector of Brabant!

HERALD
Now hear what he proclaims through me.
Today he celebrates his wedding feast with you,
but tomorrow you shall come prepared for war,
to serve in the forces of the King;
he himself disdains to seek soft rest
but will lead you to fame and glory!

MEN
To battle without delay
our hero leads us on!
The path to glory awaits
those who bravely fight with him.
He is sent by God
for the greatness of Brabant!

While the people are surging about joyously, four nobles,former adherents of Frederick, together move to the front

3RD NOBLE
You hear, he will lead us away from our land!

2ND NOBLE
Against a foe who never threatened us?

4TH NOBLE
So rash a beginning is not meet for him!

1ST NOBLE
Who will oppose him if he orders us to set forth?

FREDERICK
who has appeared among them unperceived
I will!
he uncovers his face

THE FOUR NOBLES
falling back, startled
Ha, who are you? - Frederick!

4TH NOBLE
Do I see aright?

THE FOUR NOBLES
You venture here, a prey to any serf?

FREDERICK
Soon I will venture much further yet;
before your eyes daylight shall shine!
He who so rashly summons you to the campaign
will be accused by me of sorcery!

THE FOUR NOBLES
What do I hear? You are raving! What do you intend?
You are lost if you are overheard!

They hurry Frederick towards the cathedral, where they try to hide him from the sight of the crowd. Four pages enter through the door of the Kemenate on to the balconv, run gaily down the stairway and station themselves in front of the Palas on the terrace.

PAGES
Make room for our lady Elsa,
who is on her way to the cathedral!

They move forward, making a broad passage through the nobles, who readily yield, to the steps of the cathedral where they take up their positions. Four other pages advance with measured and solemn steps from the Kemenate to the balcony and station themselves there, ready to accompany the expected procession of ladies.


SCENE FOUR
A long procession of ladies in splendid attire advances slowly from the door of the Kemenate on to the balcony: it turns left past the stairway of the Palas and thence forward again to the cathedral, on the steps of which the first comers arrange themselves.

NOBLES AND SOLDIERS
Blessed be her steps
who so long suffered in humility!
May God guide her
and lead her on her way.

The nobles, who have involuntarily pressed forward, again give way before the pages, who make room for the procession, which has almost arrived before the Palas. Elsa, magnificently dressed, has appeared in the procession and has now reached the terrace in front of the Palas: the path is again open, and all can see Elsa, who lingers awhile.

She approaches, the angelic one,
glowing with radiant purity!

MEN AND WOMEN
Hail, Elsa of Brabant,
rich in virtue!

Here, as well as the pages, the foremost ladies have almost reached the steps of the cathedral. As Elsa, amid loud acclamation from the crowd, is about to set her foot on the first step of the cathedral, Ortrud, who has hitherto walked among the last ladies in the procession, breaks forward violently, advancing towards Elsa and stationing herself on the same step, confronting her, thus forcing her to retreat.

ORTRUD
Stand back, Elsa! No longer will I endure it,
that I should follow you like a menial!
At all times you owe me precedence,
and must humbly bow before me!

PAGES AND MEN
What does the woman want? Get back!

ELSA
Great heaven! What is this?
What sudden change has come over you?

ORTRUD
Because for an hour I forgot my position
do you think that I must only cringe before you?
I intend to have revenge for my suffering;
I demand what is mine by right!

ELSA
Ah! I was misled by your deceit
when last night you crept lamenting to me.
How can you now arrogantly walk before me,
the wife of one condemned by God?

ORTRUD
Although false judgment has condemned my husband,
his name was highly honoured in the land;
he was called the crown of all virtue,
his valiant sword was known and feared.
But yours, who here can know him
if you yourself may not call him by his name?

MEN
What is this? What is she saying?

WOMEN AND PAGES
This is slander!

ALL
Close her mouth!

ORTRUD
Can you name him? Can you tell us
whether his lineage, his nobility, is well attested,
from whence the waters brought him to you,
when he will leave you again, and for where?
Ah no! It would bring disaster on him –
so the crafty hero forbade the question!

MEN, WOMEN AND PAGES
Does she speak the truth? This is a serious charge!
She slanders him! How can she dare?

ELSA
Slanderer! Wicked woman!
Hear, if I can trust myself to answer!
So pure and noble is his nature,
so virtuous this exalted being,
that none who can doubt his mission
shall ever be free from ill-fortune.

MEN
'Tis true!

ELSA
Did not my dear hero, with God's help,
strike down your husband in the combat?
Now let all say, in justice,
which alone can be innocent?

MEN
Only he! Only he!

WOMEN, PAGES AND MEN
The hero alone!

ORTRUD
Ha, how soon would this innocence
of your hero be besmirched
if he had to reveal the magic craft
by which he wields such power here!
If you do not dare to question him
we shall all believe, with right
that you yourself falter in misgiving,
and have little confidence in his innocence!

WOMEN
Shield her from this wildcat's hate!

The Palas is opened; the four trumpeters of the King appear and blow a fanfare

MEN
Make way! Make way! The King approaches!


SCENE FIVE
The King, Lohengrin and the Saxon Counts and nobles advance in solemn procession from the Palas, their progress is hindered by the confusion in the foreground.
The King and Lohengrin press forward quickly through the disordered crowd.


BRABANTINFS
Hail! Hail to the King!
Hail to the Protector of Brabant!

KING
What is this strife?

ELSA
My lord! O my master!

LOHENGRIN
What is it?

KING
Who dares to bar our path to the church?

THE KING'S FOLLOWERS
What is the strife whose sound has reached us?

LOHENGRIN
perceiving Ortrud
What do I see? That fatal woman by you?

ELSA
My rescuer! Protect me from this woman!
Chide me if I disobeyed you!
I saw her lamenting before these doors
and in her distress took her in with me.
Now see how ill she requites my kindness –
she taunts me with trusting you too much!

LOHENGRIN
You evil woman, stand away from her!
Here you shall never triumph! –
Tell me, Elsa, has her poison
succeeded in entering your heart?
Elsa, weeping, hides her face against his breast
Come, let these tears flow in joy within!

He turns with Elsa and the King at the head of the procession towards the cathedral; all prepare to follow in an orderly manner. Frederick appears on the cathedral steps; the ladies and pages, as they recognise him, shrink back from him in horror.

FREDERICK
O King! Deluded nobles! Stay your steps!

KING
What would he here?

MEN
What would he here?
Away, accursed one!

FREDERICK
O hear me!

KING
Back! Away with you!

MEN
Away! Your life is forfeit!

FREDERICK
Hear me! You have done me grievous wrong!

KING
Away!

MEN
Away! Be off with you!

FREDERICK
God's judgment was profaned and cheated!
You have been deluded by a sorcerer’s craft!

MEN
Seize the criminal!

KING
Seize the criminal!

MEN
Hark, he blasphemes God!

They set on him from all sides

FREDERICK
with frantic efforts to make himself heard, fixing his eyes only on Lohengrin and ignoring those pressing about him
He whom I see gleaming there before me
I accuse of sorcery!
Like dust before the winds of God shall the power
he won by guile be blown away!
How ill you considered the judgment
that deprived me of my honour,
since one question you spared him
when he entered the lists.
That question you cannot prevent me
from putting to him now:
loudly before the whole world I ask
his name, rank and lineage!
Who is he who was drawn by a wild swan
swimming to the land?
I regard the purity of one who avails himself
of such familiars as an illusion!
Now let him answer my charge;
if he does, I was rightly judged -
if not, then it is clear to see
his innocence has no foundation!

KING AND MEN
A weighty charge!

MEN, WOMEN AND PAGES
What will be his answer?

LOHENGRIN
I am not answerable to you,
who so forgot your honour!
I may disregard the doubts of evil men,
before which innocence shall never weaken.

FREDERICK
If I am considered unworthy by him,
I will invoke you, revered King!
Will he also call you degraded
and forbid you to question him?

LOHENGRIN
Yes, I would deny even the King
and the noble assembly of all the princes!
They need not bear the burden of any doubt,
for they saw the worth of my deed!
There is one only to whom I am bound to answer:
Elsa …
Elsa - why are you trembling?
I see her sunk in gloomy brooding:
has hate's lying tongue deceived her?
O heaven! Shield her heart from dangers!
Never let doubt penetrate her innocence!

FREDERICK AND ORTRUD
I see her sunk in gloomy brooding,
the seeds of doubt are sown in her heart;
he who has brought me low in this country
is undone if she puts the question to him!

KING AND ALL THE MFN
What a secret the hero must conceal!
If it brings him ill let bis lips guard it close!
We will protect him, this noble knight, from danger:
through his deeds he has shown his nobility.

ELSA
What he conceals would certainly bring him into danger
if his lips were to utter it here before all the world;
I, whom he saved, ungrateful that I am,
would be betraying him to have him make it known.
If I knew bis destiny I would keep the secret faithfully,
yet doubt stirs in the depths of my heart.

KING
My hero, boldly defy this traitor!
You are too noble to let his charge dismay you!

MEN
pressing round Lohengrin
We stand by you; we shall not regret
having recognised in you the crown of heroism!
Give us your hand! We have faith in you,
and noble is your name, though it be unknown to us.

LOHENGRIN
You heroes, you shall not regret your faith,
though my name and lineage never be made known to you!

While Lohengrin, surrounded by men, each of whose outstretched hands he shakes, remains rather more in the background, Frederick creeps unobserved up to Elsa, who has hitherto through agitation, confusion and shame not been able to look at Lohengrin and so, struggling with herself, still stands alone in the foreground.

FREDERICK
softly, breaking in on Elsa with passion
Trust in me! Let me tell you a way
of obtaining certainty.

ELSA
Away from me!

FREDERICK
Let me but wound the smallest part of him,
a finger tip, and I swear to you
that what he hides will be made plain to you,
and he will be faithful and never leave you!

ELSA
Ah! No more!

FREDERICK
I shall be near you tonight;
shouldst thou call, ‘tis quickly done without harm.

LOHENGRIN
Elsa, with whom are you speaking?
Elsa turns away from Frederick with a look full of doubt and distress and falls at Lohengrin's feet, deeply affected. To Frederick and Ortrud.
Away from her, traitors!
Let me never again
see you near her!
Elsa, arise! In your hands, in your trust
lies the guarantee of all out happiness.
Are you not yielding to the power of doubt?
Do you wish to question me?

ELSA
My saviour, who rescued me!
My hero, in whom is my whole life!
My love shall stand high
above all the power of doubt!

LOHENGRIN
Beloved Elsa! Now let us go before God!

MEN
See, he is sent by heaven!

WOMEN AND PAGES
Hail! Hail!

Lohengrin solemnly leads Elsa past the nobles to the King. As Lohengrin comes by with Elsa, the people make way respectfully.

MEN
Hail to the pair! Hail, Elsa of Brabant!
Conducted by the King, Lohengrin and Elsa slowly advance to the cathedral
Heaven bless your steps!
May God guide you!

MEN, WOMEN AND PAGES
Hail, flower of virtue!
Hail, Elsa of Brabant!

As the King reaches the highest step with the bridal pair, Elsa turns in deep emotion to Lohengrin, who takes her in his arms. From his embrace she turns in modest confusion, and looking down the steps to the right sees Ortrud, who raises her arm against her as if she had gained a victory; Elsa averts her face in terror.


ACT THREE

Prelude

The introductory music depicts the brilliant bustle of the wedding feast. The stage shows the bridal chamber: in the background, centre, the richly decorated bridal bed; by an open bay-window a low couch. Music behind the scenes: the choir is distant at first, then draws nearer.

SCENE ONE
In the middle of the song doors right and left in the background are opened: from the right enter ladies conducting Elsa, from the left men, including the King, conducting Lohengrin. Pages go ahead with lights.

BRIDAL SONG
by men and women
Guided in faith, enter within,
where may the blessing of love attend you!
Victorious valour and the prize of love
unite you in trust as a blessed pair.
Champion of virtue, advance!
Flower of youth, advance!
Let the sound of revelry be shut out
and your heart's bliss be attained!
Now, removed from sight, take possession
Of this perfumed chamber, decked for love.
Guided in faith, now enter within,
where may the blessing of love attend you!
Victorious valour and pure love
unite you in trust as a blessed pair.

As the two trains meet in the middle of the stage Elsa is led to Lohengrin

EIGHT LADIES
As God has given you His blessing
we too wish you happiness.
Long remember this hour
in the course of love's Joy!

The King embraces and blesses Lohengrin and Elsa. The pages give the signal to leave. The processions re-form and during the following pass by the newly married pair so that the men leave the chamber on the right, the ladies on the left.

BRIDAL SONG
Guided in faith, stay within,
where may the blessing of love attend you!
Victorlous valour, love and happiness
unite you in trust as a blessed pair.
Champion of virtue, here remain!
Flower of youth, here remain!
Let the sound of revelry be shut out
and your heart's bliss be attained!
Now, removed from sight, take possession
of this perfumed chamber, decked for love.


SCENE TWO
Elsa, Lohengrin

LOHENGRIN
The sweet song dies away; we are alone,
alone for the first time since we saw each other.
Now we can be remote from the world,
no listener near our heart's avowals.
Elsa, my wife! Sweetest, purest bride!
Confide to me now whether you are happy!

ELSA
How cold I would be to call myself merely happy,
when I possess all heaven's bliss!
When I feel my heart so sweetly inflamed for you,
I breathe a rapture only God can grant!

LOHENGRIN
Fair one, you may indeed call yourself happy,
since you bestow me heaven's bliss too!
When I feel my heart so sweetly inflamed for you,
I breathe a rapture only God can grant!
How wondrous do I find the course of our love!
We had never met, yet each knew the other;
if I was selected for your champion,
love had prepared my way to you.
Your looks proclaimed you free from guilt –
your gaze compelled me to serve your grace.

ELSA
But I had already seen you before;
in a blissful dream you had appeared to me;
when I awoke and saw you standing before me
I knew that you had come by God's command.
Then I wished I could melt before your gaze
and like a stream flow round about your steps;
like a flower scenting the meadow, I wished
enraptured to bend before your tread.
Is this but love? What can I call it,
this word so inexpressibly blissful,
like your name, ah! which I may never know,
by which I may never call my dearest!

LOHENGRIN
Elsa!

ELSA
How sweetly my name glides from your lips!
Do you grudge me the dear sound of yours?
Only when we have attained the silence of love
shall you permit my lips to utter it.

LOHENGRIN
My dearest wife!

ELSA
… Alone, when no one is awake,
never to be breathed to the world's ear!

LOHENGRIN
gently embracing her and pointing through the open window to the flower garden
Do you not breathe, with tue, those sweet scents?
O how they intoxicate the senses!
In secret they approach on the air
and unquestioningly I surrender to their spell.
Such is the spell that binds me to you,
sweet one, since first I saw you;
I needed not to know your station;
my eyes fell on you and my heart went out to you.
As these scents bewitch my senses,
though they rise from the mysterious night,
so did your innocence enchant me
though I saw you suspected of a heinous crime.

ELSA
Ah, if I could appear worthy of you
my life would not be in vain;
could some service bind me to you
I would gladly suffer for you!
As you found me in grievous plight
O could I know you too in need!
Would that I knew a danger threatening you,
so that I might courageously share your cares!
Is your secret such
that your lips are closed to all the world?
Perhaps some peril awaits you
were it made known to all the world?
O were it so and I allowed to know it,
if it were given into my keeping,
no threat could tear it from me;
for you I would gladly die!

LOHENGRIN
Beloved!

ELSA
O make me proud by your confidence,
that I may not die untrusted!
Let your secret be revealed to me,
that I may fully know who you are!

LOHENGRIN
Ah, silence, Elsa!

ELSA
O reveal your noble worth
to my trust!
Tell me without demur from whence you came -
let me prove my power of silence!

LOHENGRIN
You have already to thank nie for the utmost trust
when I gladly put my faith in your word;
if you will never waver from my behest
I will esteem you high above all women!
Upon my breast, sweet innocent,
draw near to my glowing heart;
softly shine on me your eyes,
in which I saw all my happiness!
O grant me the rapture
of breathing your breath;
let me press you ever closer to me,
that in you I may find my happiness!
Your love will amply requite me
for what I gave up for your sake;
no fortune in God's wide world
could be called nobler than mine.
Were the King to offer me his crown
I would rightly disdain it.
The one thing to repay my sacrifice
I find in your love!
Then cast away all doubt;
let your love be my proud surety!
For I come not from night and woe
but from light and bliss!

ELSA
O heaven, what must I hear?
What have your lips revealed?
You wished to beguile me
but now bring me misery!
The life you had forsaken
was filled with perfect joy;
for me you gave up bliss
and you yearn to go back!
How can I believe
that my poor trust is sufficient?
One day regret for your love
will take you from me!

LOHENGRIN
Do not torment yourself like this!

ELSA
But you torment me!
Must I count the days
that you will still remain with me?
In anxiety over your staying
my cheeks will fade;
then you will hasten from me
and I be left in despair!

LOHENGRIN
Never will your charms fade
while you remain free from doubt!

ELSA
Ah, how can I obtain the power
to bind you to me?
Magical in your being,
by magic you came here;
how could I free myself from it?
Where could I find reassurance? –
Do you hear nothing? Nothing approaching?

LOHENGRIN
Elsa!

ELSA
Ah no!
Yet there - the swan, the swan!
There it comes gliding across the water -
you call it - it draws the boat hither!

LOHENGRIN
Elsa! No more! Calm these fancies!

ELSA
Nothing can bring me calm,
nothing can banish my fancies
save - though it cost my life –
to know who you are!

LOHENGRIN
Elsa, heed my warning!

ELSA
Dear man of dread,
hear what I must ask you!
Tell me your name!

LOHENGRIN
No more!

ELSA
Whence have you come?

LOHENGRIN
Alas!

ELSA
What is your lineage?

LOHENGRIN
Alas! What have you done?

Elsa, standing in front of Lohengrin, who has his back to the rear, notices Frederick and his four companions, who break in with drawn swords through a rear door

ELSA
giving a fearful cry
Save yourself! Your sword, your sword!

She hurriedly hands Lohengrin his sword, which is resting against the couch, so that he can swiftly draw it from the scabbard, which she holds. Lohengrin strikes Frederick, who has raised his arm to him, dead on the ground with one blow; the terrified nobles let fall their swords and sink on their knees at Lohengrin's feet. Elsa, who had thrown herself upon Lohengrin's breast, slowly sinks unconscious to the ground.

LOHENGRIN
Alas, now all our happiness is over!

He bends down to Elsa, gently picks her up and places her on the couch

ELSA
Eternal Father, have mercy on me!

Day is gradually beginning to break: the candles, which have burned down low, are about to go out. At a sign from Lohengrin the four knights rise.

LOHENGRIN
Carry the dead man to the King's judgment seat!
Array Elsa, my sweet bride,
to be led before the King.
There I will prepare to answer her,
that she may know her husband's lineage!

Change of scene

The meadow on the banks of the Scheldt.
Rosy dawn; full daylight breaks gradually.


SCENE THREE
A Count enters with his followers, dismounts from his horse and entrusts it to a squire. Two pages bring him his shield and spear. He sets up his standard, around which his followers assemble. As a second Count appears on the meadow in the same way as the first, the trumpets of a third are already heard approaching. A third Count enters in similar fashion with his train. The new troops gather round their standards; the Counts and nobles greet each other, examine and admire their weapons, etc. A fourth Count enters from the right with fis followers and stations himself centrally in the background. On hearing the trumpets of the King all hasten to range themselves round their banners. The King with his Saxon forces enters from the left.

ALL THE MFN
Hail, King Henry!
King Henry, hail!

KING
I thank you, my loving subjects of Brabant!
How I would feel my heart swell with pride
to find in every German land
so many valiant forces!
Now let out kingdom's foe draw near
and we will boldly meet him:
from his Eastern desert he shall never more
dare to venture here!
For German land the German sword!
Thus may our kingdom's strength be ensured!

ALL THE MEN
For German land the German sword!
Thus may our kingdom's strength be ensured!

KING
Where lingers he whom God sent
for the glory and greatness of Brabant?

A slight stir has occurred; the four Brabantine nobles bring in Frederick's covered body on a bier and put it down in the middle of the stage. All gaze at it uneasily and questioningly.

MEN
What have they brought?

OTHERS
What is their news?

A THIRD GROUP
They are Telramund's men!

KING
Whom have you brought here? What must I see?
Your look fills me with dread!

THE FOUR NOBLES
Thus wills the Protector of Brabant:
he will make known who this is.

Elsa enters, followed by a long train of ladies

MEN
See! The virtuous Elsa approaches!

OTHERS
How pale and troubled her face is!

KING
Why do I see you so sad?
Does parting grieve you so?

SOME VOICES
Make way for the hero of Brabant!

ALL THE MEN
Hail to the hero of Brabant!

The King has resumed his place under the oak. Lohengrin, in armour exactly as in Act 1, enters solemnly and sadly, unattended.

KING
Welcome, dear hero!
Those whom you so faithfully called to the field
await you, eager for action,
sure of victory with you to lead them.

BRABANTINES
We await you, eager for action,
sure of victory with you to lead us.

LOHENGRIN
My lord and King, I must declare
that I may not lead those I summoned,
these valiant heroes, into battle!

KING AND MEN
Heaven preserve us! His words fall heavy on our ears!

WOMEN
Heaven preserve us!

LOHENGRIN
I have not come here as your companion in arms:
behold me now as a plaintiff before you.
He uncovers Frederick's body, from the sight of which all turn away in aversion
Firstly, I appeal aloud to you all
and ask your judgment according to right and law:
this man fell upon me by night;
say if I was right to strike him dead?

KING AND ALL THE MEN
As your hand struck him on earth,
so may God's punishment be visited on him!

LOHENGRIN
Yet another charge I must bring before you
and now proclaim to all the world,
that the wife whom God gave to me
let herself be misled into betraying me.

KING
Elsa! How could you commit this wrong?

MEN
Elsa! How could this happen?
How could you commit this wrong?

WOMEN
Woe on you, Elsa!

LOHENGRIN
You all heard how she promised me
never to ask who I was?
Now she has broken her solemn oath
and given her faith to perfidious counsel!
To reward the wild questions of her mistrust
let the answer be kept from her no longer:
an enemy's pressure I withstood -
now I must disclose my name and rank.
Now mark well whether I need shun the daylight:
before the whole world, before King and kingdom
I will reveal my secret in all frankness.
Then hear whether I am not as noble as any of you!

KING AND ALL THE MEN
What wondrous story shall we now hear?
O could he spare himself this enforced avowal!

LOHENGRIN
In a distant land, unapproachable to your steps,
lies a castle called Montsalvat;
within it stands a gleaming temple
whose like for splendour is unknown on earth;
therein is kept as the holiest of treasures
a vessel blessed with miraculous powers:
it was brought down by an angelic host
to be tended in purity by men.
Each year a dove descends from heaven
to renew its wondrous strength.
It is called the Grail, and blessed pure faith
is bestowed by it on its votaries.
He who is chosen to serve the Grail
it arms with supernatural might;
against him all evil deceit is vain,
before him even the darkness of death yields.
Even one sent by it into distant lands,
called upon as champion for the cause of virtue,
does not lose its holy power
if he remains there unknown as its knight.
Of so rare a nature is the Grail's benediction
that it must be veiled from profane eyes:
you must not then harbour doubts of its knight,
and if he is recognised he must leave you.
Now hear how I answer the forbidden question!
I was sent here among you by the Grail:
my father Parzival wears its crown;
his knight am I, and Lohengrin my name.

KING, MEN AND WOMEN
As I hear his lofty calling
my eyes burn with tears of holy joy.

ELSA
The earth is reeling! All is dark!
Air! Give me air, wretch that I am!

LOHENGRIN
O Elsa! What have you done to me?
When my eyes first lighted on you
I felt myself burning with love for you
and swiftly learned a new happiness.
The sacred power, the wonder of my order,
the strength with which my secret arms me,
I wished to dedicate to the service of that purest heart:
Why did you wring that secret from me?
Now, alas, I must be parted from you!

KING AND ALL THE MEN
Alas! Must you leave us,
noblest of men, heaven-sent?
If heaven's blessing is taken from us
where then shall we find consolation?

ELSA
My husband, no! I cannot let you go!
Stay and witness my contrition!
You cannot disregard my bitter remorse:
at your feet I await my punishment!

WOMEN
Alas! Now he must leave you!

LOHENGRIN
I must, I must, sweetest wife!
The Grail is already wroth that I stay away so long.

ELSA
If you are as godlike as I know you to be,
do not thust heaven's mercy from you!
If the culprit bitterly repents her deep offence,
do not deny her the grace of your presence!
Do not spurn me, however great my crime!
Do not forsake me in my wretchedness!

LOHENGRIN
There is but one punishment for your offence –
ah! its sharp pain strikes me along with you!
We are to be separated and parted:
this must be our punishment, this our penance!

KING AND NOBLES
O stay! Do not forsake us!
Your soldiers await their leader!

LOHENGRIN
Hear, O King! I cannot go with you!
A knight of the Grail, once recognised,
were he disobediently to fight for you,
would be deprived of all his manhood's strength!
Yet, great King, let me prophesy to you:
a great victory will be granted to your just cause!
Eastern hordes shall never, even in the furthest
days to come, win victory over German lands!

Great excitement. On the river the swan is seen arriving with the empty boat, in the same way as at Lohengrin's first appearance.

MEN
The swan! The swan!
See it coming back!

WOMEN
The swan! Alas, it approaches!

ELSA
O horror! The swan!

LOHENGRIN
The Grail has sent for its loitering knight!
Amid intense suspense from the rest, Lohengrin goes towards the bank and bends down to the swan, gazing at it sadly
Beloved swan!
Ah, how gladly would I have spared you
this last sad journey!
A year hence, when your term
of service would have been at an end,
I would have seen you again,
transformed and freed by the Grail's might!
He turns back to Elsa in an outburst of violent grief
O Elsa! Had I but for a year at your side
been witness of your happiness!
Then would your brother, whom you believed dead,
have returned, safe in the Grail's keeping.
handing his horn, sword and ring to Elsa
If he returns, though I shall be living far away,
you shall give him this horn, this sword, this ring.
This horn will bring him aid in danger,
in the heat of battle this sword will grant him victory:
as for the ring, let it remind him of me,
who once freed you from shame and distress!
Farewell! Farewell, my sweetest wife!
Farewell! The Grail will be wroth if I stay longer!

KING, MEN AND WOMEN
Alas! Noble, gracious knight!
What hardship you cause us!

ORTRUD
Go home! Go home, proud hero,
and let me joyfully tell your foolish bride
who it is that draws your boat!
From the chains I wound around him
I knew full well who this swan was:
he is the heir of Brabant!

ALL
What!

ORTRUD
to Elsa
My thanks for driving the knight away!
The swan is carrying him homeward:
had the hero stayed longer
he would also have freed your brother!

ALL
Monster of womankind! What a crime
you have admitted in your shameless exultation!

ORTRUD
See how the gods take their revenge
for your having turned away from them!

She remains standing erect in savage ecstasy. Lohengrin, who has already reached the bank, has listened intently to Ortrud and now solemnly sinks to his knees in silent prayer. All eyes are fixed on him in breathless anticipation. - The white dove of the Grail descends and hovers over the boat. Lohengrin, perceiving it, springs up with a look of gratitude and unfastens the chain from the swan, whereupon it immediately plunges beneath the water. In its place Lohengrin lifts a handsome youth in gleaming silver garments - Godfrey - from the river on to the bank.

LOHENGRIN
Behold the Duke of Brabant!
Let him be proclaimed your leader!

At the sight of Godfrey, Ortrud sinks down with a shriek. Lohengrin quickly springs into the boat, which the dove has seized by its chain and now draws away. Elsa, with a sudden access of joy gazes at Godfrey, who comes forward and makes obeisance to the King. All watch him in delighted surprise, the Brabantines bowing the knee to him in homage. Then Godfrey hastens into Elsa's arms: she, after a brief transport of joy, quickly turns her gaze towards the shore, where Lohengrin is no longer to be seen.

ELSA
My husband! My husband!

Lohengrin becomes visible again in the distance. He is standing with drooping head in the boat, sadly leaning on his shield.

ELSA
Ah!

KING, MEN AND WOMEN
Alas!

Elsa slowly sinks lifeless to the ground in Godfrey's arms

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