Alzira

Alzira

Oper in einem Prolog und zwei Akten

Libretto

Salvatore Cammarano
(nach Voltaire)

Uraufführung

12. August 1845, Neapel (Teatro San Carlo)

Besetzung

ALVARO, Gouverneur von Peru (Bass)
GUSMANO, sein Sohn (Bariton)
OVANDO, ein spanischer Offizier (Tenor)
ZAMORO, Anführer der Inkas (Tenor)
ATALIBA, Anführer der Inkas (Bass)
ALZIRA, seine Tochter (Sopran)
ZUMA, ihre Schwester (Mezzosopran)
OTUMBO, ein peruanischer Krieger (Tenor)

Spanische Offiziere und Soldaten, Inkas

Ort

Peru und Lima

Zeit

16. Jahrhundert

Verdi, Giuseppe

Verdi, Giuseppe (Fortunino Francesco)
10.10.1813 Le Roncole, (Busseto) - 27.1.1901 Milano


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Oberto Conte di San Bonifacio (17.11.1839 Milano)
Un giorno di regno [Il finto Stanislao] (5.9.1840 Milano)
Nabucodonosor [Nabucco] (9.3.1842 Milano)
I lombardi alla prima crociata (11.2.1843 Milano)
Ernani (9.3.1844 Venezia)
I due Foscari (3.11.1844 Roma)
Giovanna d'Arco (15.2.1845 Milano)
Alzira (12.8.1845 Napoli)
Attila (17.3.1846 Venezia)
Macbeth (14.3.1847 Firenze)
I masnadieri (22.7.1847 London)
Jérusalem [rev. I lombardi] (26.11.1847 Paris)
Il corsaro (25.10.1848 Trieste)
La battaglia di Legnano (27.1.1849 Roma)
Luisa Miller (8.12.1849 Napoli)
Stiffelio (16.11.1850 Trieste)
Rigoletto (11.3.1851 Venezia)
Il trovatore (19.1.1853 Roma )
La traviata (6.3.1853 Venezia)
Les Vêpres siciliennes (13.6.1855 Paris)
Giovanna de Guzman [I vespri siciliani] [rev. Les vêpres siciliennes] (26.12.1855 Parma)
Simon Boccanegra (12.3.1857 Venezia)
Aroldo [rev. Stiffelio] (16.8.1857 Rimini)
Un ballo in maschera (17.2.1859 Roma)
La forza del destino (10.11.1862 St. Peterburg)
Macbeth [rev] (19.4.1865 Paris)
Don Carlos (11.3.1867 Paris)
La forza del destino [rev] (27.2.1869 Milano)
Aida (24.12.1871 Cairo)
Don Carlo [rev. Don Carlos] (1872 Napoli)
Simon Boccanegra [rev] (24.3.1881 Milano)
La Force du destin [rev La forza del destino] (14.3.1883 Antwerpen)
Don Carlo [rev. 2 Don Carlos] (10.1.1884 Milano)
Don Carlo [rev. 3 Don Carlos] (29.12.1886 Modena)
Otello (5.2.1887 Milano)
Falstaff (9.2.1893 Milano)
rev = Bearbeitung



PROLOG - Der Gefangene
Alvaro, der Gouverneur von Peru, ist in die Hände feindlicher Inkas gefallen und soll zu Tode gefoltert werden. Otumbo, der den Stamm anführt, hat mit den Martern begonnen. Überraschend taucht der eigentliche Führer der Inkas, Zamoro, auf, der von allen für tot gehalten wurde, weil er in die Hände der Spanier gefallen war. Zamoro berichtet von seiner wunderbaren Rettung, will keinen Krieg gegen Greise führen und lässt den alten Spanier frei. Als Zamoro hört, dass seine Braut Alzira in spanischer Gefangenschaft ist, beschliesst er, sie zu befreien und die Spanier mit einem neu aufgestellten Heer aus dem Land zu jagen.

ERSTER AKT - Leben für Leben
Alvaro ist nach Lima zurückgekehrt und übergibt die Statthalterschaft an seinen tatkräftigen Sohn Gusmano. Dieser verkündet einen Friedensschluss zwischen Spaniern und Inkas und teilt mit, dass sich Ataliba unterworfen und ihm die Hand seiner Tochter Alzira versprochen hat. Der Häuptling bittet Gusmano um Geduld, weil Alzira immer noch um ihren toten Verlobten Zamoro trauert.
Alzira lebt mit Zuma und anderen Frauen gefangen in Lima, sie denkt immer an Zamoros Schicksal. Als sie von ihrem Vater hört, dass Gusmano ihre Hand begehrt, weigert sie sich. Ataliba entfernt sich zornig. Kaum ist der Fürst gegangen, als der totgeglaubte Zamoro in den Kleidern eines einfachen Kriegers kommt. Überglücklich fallen sich die Liebenden in die Arme und schwören ewige Treue. Dabei werden sie von Gusmano überrascht, der seinen Rivalen verhaften und zur Hinrichtung bringen lässt. In diesem Augenblick tritt Alvaro ein, erkennt Zamoro und bittet, die Inkas freizulassen. Nach einigem Zögern entschliesst sich Gusmano dazu, zumal in der Ferne der Lärm anrückender Krieger zu hören ist. Dann eilt er zu seinen Soldaten. Er und Zamoro schwören, sich gegenseitig zu töten.

ZWEITER AKT - Die Rache eines Wilden
Die Spanier haben das Inkaheer vernichtend geschlagen. Zamoro, zahlreiche Krieger und Alzira sind wieder in ihren Händen. Zamoro soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, Alzira bittet Gusmano um Gnade, die dieser unter der Bedingung gewährt, dass sie ihn heiratet. Alzira willigt schliesslich ein, beklagt aber ihr Los. Gusmano gesteht seine Liebe.
Zamoro ist freigelassen worden und trifft sich mit den letzten seiner Getreuen, darunter auch Otumbo. Er trauert um die erneut verlorene Geliebte, doch Otumbo sagt ihm, dass Alzira ihn vergessen hat und Gusmano heiraten wird. Zamoro beschliesst, sich als Spanier zu verkleiden und sich auf der Hochzeit an dem Gouverneur zu rächen.
Die Hochzeitsfeterlichkeiten haben begonnen, Gusmano stellt seine zukünftige Frau vor, die sich völlig gebrochen den Tod wünscht. Unbemerkt stürzt Zamoro in spanischer Uniform herein und stösst Gusmano den Dolch in die Brust, gibt sich dann zu erkennen und fordert die Spanier auf, ihn zu töten, damit die untreue Alzira ihn beweinen könne. Gusmano verzeiht seinem Mörder und lässt ihn mit Alzira frei. Dann stirbt er in den Armen seines Vaters, der, wie alle Anwesenden, den Edelmut des Sterbenden preist.


La princesse Inca Alzira, fiancée à Zamoro, est contrainte d'épouser Gusman, le gouverneur politique espagnol. Zamoro, que tous croient mort, guide, sans succès, une révolte contre les conquérants espagnols, et poignarde Gusman lors de la cérémonie nuptiale. En expirant, Gusman lui pardonne.
Il soggetto, di insolita ambientazione sudamericana («in Lima e in altre contrade del Perù verso la metà del secolo XVI»), ripropone un tradizionale intreccio amoroso, sia pure con un esito meno tragico del consueto, che si accompagna, come spesso in Verdi, a motivi patriottici: Zamoro, capotribù peruviano creduto morto, intercede per la vita di Alvaro condannato a morte dai ribelli fedeli a Otumbo. Gusmano, figlio di Alvaro, prendendo il comando delle truppe spagnole, stipula con gli indigeni una fittizia pace chiedendo in cambio la mano di Alzira, un tempo amante di Zamoro. La fanciulla, che non ha mai smesso di sperare in un ritorno dell’amato (“Da Gusman, su fragil barca”), rifiuta per restargli fedele. Quando Zamoro improvvisamente ritorna, i due si riabbracciano (“Risorge ne’ tuoi lumi”) ma Gusmano fa arrestare il rivale (“Teco sperai combattere”). Alvaro, che non ha dimenticato il gesto di generosità di Zamoro, riesce a ottenerne la liberazione ma, in un successivo scontro, l’eroe peruviano viene nuovamente imprigionato. In cambio della sua scarcerazione, Alzira promette a Gusmano di sposarlo ma Zamoro, riuscito a fuggire ugualmente, colpisce a morte l’odiato rivale mentre sta per sposare la giovane. Morendo, Gusmano benedice le nozze dei due amanti.


ALZIRA
Oper in einem Prolog und zwei Akten



Ouverture

PROLOG
Der Gefangene

Eine weite Ebene mit dem Fluss Rima. Im Osten mächtige Wolken, die sich in der aufgehenden Sonne purpurrot färben

Otumbo, der Anführer eines lnkastamms, schleift Alvaro in Ketten hinter sich her. Alvaro wird an einen Baumstamm gebunden.

OTUMBO, INDIOS
Stirb, stirb, beleidigt und verhöhnt.
Grausam und lange sollst du leiden.
Es sollen tausend und noch mehr Foltern
Ihm feiges Schluchzen entlocken.
O Brüder, die ihr euren Wunden erlegen,
Steigt heulend aus euren Gräbern...
Lasst das Triumphlied uns singen
Zu seinem letzten Atemzug.

ALVARO
Ihnen möge der Gott vergeben,
an den ich nun sterbend mich wende.

OTUMBO, INDIOS
Stirb!

Die Indios eilen unter Freudengeheul zu dem Gefangenen, einige schwingen Lanzen, Speere oder brennende Fackeln Auf dem Fluss taucht ein Kanu auf

OTUMBO, INDIOS
Wer kommt da?

Ein Indio verlässt das Kanu

INDIOS
erkennen Zamoro
Ah!

OTUMBO
Du!

Die Indios und Otumbo werfen sich Zamoro zu Füssen

INDIOS
Ist das möglich?

ZAMORO
tritt näher zu ihnen
Erhebt euch.
Ein Gefangener!
Er schaut Alvaro an und scheint durch das ehrwürdige Alter des Greises berührt
Ich will nicht, dass bei meiner Rückkehr
Sich mit Blut die Freude vermische.
Lasst ihn mir.

OTUMBO, INDIOS
Er soll dir gehören!

ZAMORO
Er soll leben

ALVARO
wie im Traum
Gerechter Himmel!

ZAMORO
nimmt Alvaro die Ketten ab
Kehre zu deinem Volk zurück,
Greis, und erzähle den Deinen, die uns Wilde nennen,
dass dir ein Wilder das Leben geschenkt hat!

ALVARO
umarmt Zamoro in tiefer Dankbarkeit
Meine Tränen sollen dir sagen,
Was meine Stimme nicht ausdrücken kann.

Auf ein Zeichen von Zamoro entfernt sich Alvaro, von einigen Männern des Stammes begleitet.

OTUMBO
Ah! Zamoro, welcher Gott hat dir das Leben gerettet?
Wir glaubten, du seist tot, und weinten um dich!

ZAMORO
Auch meine Feinde glaubten das
Nach den Foltern, die ich in der Gewalt
Des grausamen Gusmano erlitt.
Ach! Wenn ich nur seinen Namen höre, kocht mein Blut, die Haare stehen mir zu Berge.
Ein Inka... abscheuliche Tat!
Wurde auf seinen Wink hin
Gemeinen Henkern ausgeliefert!
Und für sie sind wir Barbaren!
Es schien, als hätten diese Qualen
Mein Lebenslicht erstickt;
Doch es blieb in meiner Brust
Ein allerletzter Funke.
Ja, ich lebe noch, und du, Verräter,
Sollst meinen Zorn fürchten!
Öffne mir wieder deine Arme,
Alzira, ich lebe noch!
Gusmano, hüte dich vor meiner Wut!
Öffne mit wieder die Arme.
Alzira, ich lebe noch!

OTUMBO
Das arme Mädchen und ihr Vater
Sind in Lima eingesperrt.

ZAMORO
Was sagst du da, o Himmel!
Ich schwöre, ich werde die Auserwählte
Aus der Gewalt der Spanier befreien

OTUMBO, INDIOS
Ah! Wie willst du das tun...
Woher deine Zuversicht?

ZAMORO
So hört!
Dem Schattenreich entkommen,
Durchstreifte ich auf entlegenen Pfaden
Das Land, wo die Strahlen der Sonne
Weniger heftig glühen.
Durch mich bat unser Volk
Die Greueltaten der Spanier erfahren.

OTUMBO, INDIOS
Und dann?

ZAMORO
Zu den Waffen eilten tausend Kriegerstämme...
Sie werden schon bald
Von allen Seiten zu uns stossen.
Wir werden tausendmal Rache üben
An einem einzigen Tag.

OTUMBO, INDIOS
Welche Freude! Der grosse Augenblick
Ist also endlich gekommen?

ZAMORO
Ah! Ja!

OTUMBO, INDIOS
Welche Freude! Welche Freude!

Alle umarmen sich in wildem Jubel mit blitzenden Augen.

ZAMORO, OTUMBO, INDIOS
Gott des Krieges,
Lass deinen Zorn fliessen
In unsere Seelen!

ZAMORO
Lass sie erzittern,
Die grausamen Unterdrücker,
Die nach unserem Blut und Golde gieren!
Sie sollen einen schrecklichen Tod sterben.

OTUMBO, INDIOS
Sie sollen alle, alle sterben!

ZAMORO
Sie sollen einen schrecklichen Tod sterben

OTUMBO, INDIOS
Sie sollen alle: alle sterben!

ZAMORO
... kein Grab sollen sie haben,
Keinen Scheiterhaufen!

OTUMBO, INDIOS
Der grimmige Hass, her unser Herz entzündet,
Soll sich an ihren Leichen erquicken!

ZAMORO
Der grimmige Hass, her unser Herz entzündet,
Soll sich an ihren Leichen erquicken!

OTUMBO, INDIOS
Sie sollen sterben!

ZAMORO
Sie sollen einen schrecklichen Tod sterben,
Sie sollen sterben!

OTUMBO, INDIOS
Sie sollen sterben!

Sie machen sich mit Getöse auf den Weg, schwenken Pfeile, Knüppel und Speere

ERSTER AKT
Leben um Leben

ERSTES BILD
Platz in Lima

Zu schmissiger Militärmusik marschiert die spanische Miliz auf; die Offiziere versammeln sich in einer Gruppe.

EINIGE SOLDATEN
Aus Spanien ist soeben eine Botschaft vom König gekommen.

EINE ANDERE GRUPPE
Vom König!

ANDERE
Das stimmt!

ANDERE
Er ruft uns zu den Waffen?

ALLE SOLDATEN
Wenn er es verlangt, wenn wir im Wind
Spaniens Fahnen flattern sehen,
wollen wir zu neuen Siegen eilen,
neue Deiche erobern.

Alvaro, Gusmano und Ataliba kommen mit anderen Offizieren

ALVARO
Ein wichtiger Grund hat euch hergeführt,
Ihr Tapferen!
Vom Alter gebeugt,
Lege ich den Befehl über dieses weite Land nieder.
Der König gibt es in kräftigere Hände:
zeigt auf Gusmano
Mein Sohn wird mein Nachfolger.

SOLDATEN
Es lebe Gusmano!

GUSMANO
Als erste Tat in meinem neuen Amte
erkläre ich den Frieden zwischen dem Inka und uns.
Er beugt sich dem verehrten Herrscher
Der spanischen Monarchie.

ATALIBA
erhebt die Rechte zu feierlichem Schwur
Und ich gelobe ihm Treue.

GUSMANO
Die Tore der Stadt sollen von nun an
Seinem Volke offenstehen.
Ein kostbares Pfand versprachst du,
Auf dass unser Friede noch sicherer werde!

ATALIBA
Alzira? Das stimmt!...
Doch für eine Hochzeit scheint es mir zu früh... Entsetzliche Trauer bedrückt ihr Herz...

GUSMANO
Ich verstehe vollkommen!
Die ewige Erinnerung
An eine törichte Liebe lastet auf ihr!
Ein Geist aus dem Schattenreich
Kämpft mit mir um sie!
Ihn, den ich bezwang, als er lebte,
Muss ich fürchten, nun da er tot ist.
Tausend Schlachten habe ich gewonnen,
Doch dieses Herz vermag ich nicht zu bezwingen!

ALVARO
Sei beharrlich, dann wirst du siegen!
Liebe bringt Liebe hervor.

ATALIBA
Hab Mitleid mit ihr, gib ihr Zeit.

GUSMANO
Die Glut, die ich fühle,
Duldet keinen Aufschub.
Herr, beugt sie meinen Wünschen...
Ihr seid ihr Vater... ihr wart König...
Befehlt... ermahnt.., bittet...

ATALIBA
Ich gehe... vertraut mir.
geht ab

GUSMANO
Alles, was ein Mensch sich wünschen mag,
Hat mir der Himmel gnädig gewährt...
Er hat mich mit Ruhm überschüttet,
Hat mir eine Welt zu Füssen gelegt.
Doch das erfüllt meine Seele nicht,
Die nach anderen Gütern lechzt.
Ach! Ohne Alziras Herz
Ist die Welt mir wenig wert.

ALVARO, GUSMANO
Möge Alzira, die du ersehnst,
Dir ihre Liebe gewähren.

GUSMANO
Alles, was ein Mensch sich wünschen mag, usw.
Ach! Ohne Alziras Herz
Ist die Welt mir wenig wert.

ALVARO. SOLDATEN
Möge Alzira, die du ersehnst,
Dir ihre Liebe gewähren.


ZWEITES BILD
Die für Ataliba bestimmte Wohnung im Palast des Gouverneurs

Zuma nähert sich leise, hinter ihr andere lndiomädchen. Sie schiebt einen Vorhang zur Seite, hinter dem Alzira ruht

ZUMA
Sie schläft. In ihrem Schmerz
Hat sie die ganze Nacht durchwacht;
Nun hat der Schlummer in der Morgenstunde
Ihre tränenmüden Augen endlich geschlossen.

MÄDCHEN
Möge die schönsten Träume
Ein Gott ihr schicken!
Möge der Schlaf Frieden
Ihrer gequälten Seele schenken.

ALZIRA
im Traum
Zamoro!....

ZUMA
Und immer dieser Name, ob sie wacht oder schläft!

ALZIRA
erwacht und läuft umher, als suche sie jemanden
Wo ist er? Fort... Es war ein Traum!...

ZUMA
Alzira...
o wie heftig schlägt dein Herz!...

ALZIRA
Es suchte sich aus meiner Brust zu befreien
Und zum Geliebten zu eilen,
weit weg von diesem abscheulichen Leben...

ZUMA
Beruhige dich...

ALZIRA
Er ist mir erschienen.

ZUMA
Er?

ALZIRA
Hört mich an!
Auf einem wackligen Boot floh ich
Vor Gusmano durch die Wellen,
Als eine schauerliche Wolke
Himmel und Meer plötzlich verhüllte.
In meiner Angst und Not
Rief ich vergebens um Hilfe...
Das Meer wollte schon
Seine Beute verschlingen.
Da wurde ich von einem Schatten
In die Wolken gehoben.
In diesem Schatten, o ich Glückliche,
Erkannte ich meinen Geliebten!
Die Welt schien mir sogleich
In ein Gewand der Liebe gehüllt...
Nach dem Wüten des Sturmes
Sprach wohl eine Stimme von Liebe!

ZUMA, MÄDCHEN
Wir, deine treuen Freundinnen,
Fühlen in tiefster Seele Mitleid mit dir...
Doch was nützt es, mit Träumen
Deine Gedanken zu nähren?
Vergiss eine unglückselige Liebe,
Die sogar der Himmel bekämpft.

ALZIRA
Ich soll ihn vergessen!

ZUMA, MÄDCHEN
Du musst, Unglückliche!
Zamoro lebt nicht mehr.

ALZIRA
Nicht mehr auf der Erde.
Doch er lebt an glücklicherem Ort
Und liebt mich noch immer.
Auf jenem Stern, der in der Nacht
In hellstem Glanz erstrahlt,
Dort ist Zamoro, und sein Herz klopft
Als unsterblicher Funke.
Als Lichtgestalt mag ich
Hinaufsteigen zu diesem Stern,
Mich mit ihm vereinen
Und ewige Liebe leben.

ZUMA, MÄDCHEN
leise
Das Schicksal hat so treuer Liebe
Zu grausam mitgespielt!

ALZIRA
Auf jenem Stern, der in der Nacht usw.
… und ewige Liebe leben.

ZUMA, MÄDCHEN
Das Schicksal hat so treuer Liebe
Zu grausam mitgespielt!

Ataliba erscheint

ATALIBA
Tochter!

ALZIRA
geht ihm mit gesenktem Kopf entgegen und will sich ihm zu Füssen werfen
Vater!

Auf ein Zeichen von Ataliba entfernen sich Zuma und die Mädchen

ATALIBA
Die Zeit ist gekommen, mein Versprechen einzulösen: Deine Hand geben musst du...

ALZIRA
Gusmano?
Wie kannst du das verlangen?
Die blutigen Taten hast du vergessen?
Alvaro hat dir mit der Waffe den Thron geraubt,
Hat dich nur aus Angst am Leben gelassen.
Gusmano hingegen hat Zamoro,
Mit dem mich zu vereinen du schwörtest,
Das Reich und auch das Leben genommen!

ATALIBA
Wir haben ihn beweint.
Denk nun an unser unterdrücktes Volk,
Das seiner Herrscher und Götter beraubt.
Nur eine Hoffnung ist ihm noch geblieben:
Die glühende Liebe, die Gusmano für dich empfindet...

ALZIRA
Liebe! Kann ein so zartes Gefühl
Im Herzen dieses Tyrannen wohnen?

ATALIBA
Von seinen eigenen Lippen solltest du hören,
Wie sehr er dich anbetet...
Alzira möchte etwas einwenden
Du musst dieser Heirat dich fügen.

ALZIRA
entschlossen
Nein.

ATALIBA
Wenn der Vater befiehlt,
Muss die Tochter gehorchen.
geht ab

ALZIRA
Oh! Dann lieber den Tod!

ZUMA
Einer von denen,
Die an den Toren wachen,
Sagte, ein Mitglied unseres Stammes bitte,
Von dir empfangen zu werden.

ALZIRA
Lass ihn eintreten.
Zuma geht ab
Wer sollte das sein?
Was führt ihn zu mir?

ZAMORO
tritt ein
Meine Geliebte!

ALZIRA
weicht zurück und schreit auf
Ah! Sein Schatten...

ZAMORO
Nein, beruhige dich...
Ich atme die Luft der Erde...

ALZIRA
Was? Du lebst!...
Das ist kein Wahn?... Du lebst?

ZAMORO
Ich lebe für dich

ALZIRA
Sollte es wahr sein!

ZAMORO
Die Kunde war falsch.

ALZIRA
Oh! Welche Freude!

ZAMORO
Meine Alzira!

ALZIRA
Zamoro!

ALZIRA, ZAMORO
Ich kann es nicht ertragen... ich sterbe...
Ich sterbe vor Glück!

ALZIRA
Doch welches Wunder hat dich zu mir zurückgebracht?

ZAMORO
Ich kämpfte mit dem Tod,
Glaubte, mein Ende sei nah...
Doch sag mir, ist es wahr, dass du versprachst,
Dich an den verabscheuten Spanier zu binden?

ALZIRA
Du könntest das glauben?

ZAMORO
An den schändlichen Gusmano?

ALZIRA
Ach! Sprich lieber von dir,
Von deiner Liebe.

ZAMORO
Du liebst mich noch?

ALZIRA
Und wie!

ZAMORO
Du schwörst mir das?

ALZIRA
Auf die Ewigkeit

ALZIRA, ZAMORO
Ich kann es nicht ertragen... ich sterbe. …
Ich sterbe vor Glück!

ZAMORO
Du liebst mich noch?

ALZIRA
Und wie!

ZAMORO
Du schwörst mir das?

ALZIRA
Auf die Ewigkeit.

ALZIRA, ZAMORO
In deinen Augen geht der Stern
Meines Lebens wieder auf.
Alles, was ich verloren,
Finde ich wieder in dir.
Die Herrschaft der falschen Götter
Ist nun endlich vorbei,
Doch du bleibst immer für mich
Der treue und wahre Gott!

Ataliba kommt mit Zuma und den Mädchen,
Gusmano mit Offizieren und spanischen Soldaten. Gusmano erblickt Alzira in Zamoros Armen.


GUSMANO
Welche Kühnheit! Holla!

ALZIRA
Gusmano!

ATALIBA
Meine Augen täuschen mich?

GUSMANO
tritt näher
Wer ist der Halunke?
Mir scheint, ich kenne das Gesicht?
Zamoro!

ZUMA, MÄDCHEN, SPANISCHE SOLDATEN
Zamoro!

ZAMORO
Ja, Zamoro, dem du alles genommen,
Was er auf Erden besass,
Nur Alziras Herz nicht,
Das mir immer gehört hat...
Und mir immer gehören wird.

GUSMANO
Ich rase vor Zorn!
Soldaten, in eure Hände gebe ich den Schurken.

ALZIRA
Was!

ATALIBA
Du wagst es, den Frieden zu brechen?

GUSMANO
Er ist gewiss hierher gekommen,
Um Schurkentaten zu vollbringen.
Er ist ein Verräter.

ZAMORO
Ich bin gekommen, um Alzira zu holen.
Unsere Heirat war ausgemacht.

ALZIRA
Das stimmt.

ZAMORO
Ihre Hand ist mir versprochen.

GUSMANO
Das Henkerbeil ist dir versprochen.

ATALIBA
Herr!

GUSMANO
Schafft ihn zum Richtblock!

ALZIRA
Zum Richtblock!

ZUMA, MÄDCHEN, SOLDATEN
O Himmel!

ALZIRA
wirft sich verzweifelt zwischen die Soldaten und Zamoro
Haltet ein!

ZAMORO
Ich hoffte, dich zu besiegen,
Doch vergeblich rief ich dich zum Kampf...
Man sperrte mich ein, Gusmano, auf deinen Befehl,
Du sprachst von Ketten und von Galgen,
Jetzt sprichst du wieder
Von Henkerbeil und Richtblock:
Du willst ein Krieger sein?
Ein Henker bist du, kein Krieger!

GUSMANO
zu den Soldaten, die bereitstehen, um Zamoro abzuführen
Ihr habt den Befehl gehört? Schafft ihn fort.

ALZIRA
Hilfe, o Himmel!

ALVARO
tritt hinzu
Was geht hier vor?

ALZIRA
Zamoro lebt,
Und dieser Barbar will ihn umbringen.

ALVARO
Was sehe ich!
Er ist es,
Der grossherzige Mensch,
Dem ich mein Leben verdanke!

ZUMA, MÄDCHEN, GUSMANO, SOLDATEN
Soll das wahr sein?

ALZIRA
(zu Alvaro)
Erbarme dich seiner,.

ALVARO
Gewähre ihm Gnade.

GUSMANO
Ah! Nein!

ALVARO
Gnade.

GUSMANO
Es ist sein Schicksal, dass er stirbt.
Noch einmal wird er nicht entkommen.

ALVARO
fällt vor Gusmano auf die Knie
Auf den Knien im Staub
Liegt der Vater vor seinem Sohn...

GUSMANO
Von einer Seele voller Zorn
Erwartest du vergeblich Gnade.

ALVARO
Er hat den gierigen Klauen
Des Todes mich entrissen.

GUSMANO
Wer mir Alziras Herz raubt,
Hat kein Recht zu leben.

ALVARO
Und du willst ihn umbringen?

GUSMANO
Ach! Für dich gäbe ich mein Leben...

ALVARO
kannst du so hart und grausam sein?

GUSMANO
...mein Blut und mein Leben...
Doch die Gnade, die du verlangst,
Ist für mich noch schlimmer als der Tod!

ALVARO
Nein, Gusmano, wenn nur ein Tropfen
Meines Blutes in deinen Adern fliesst.

ALZIRA
Ach! Das Glück war für uns nur
Ein kurzer trügerischer Traum!
Auf den Morgen deines Lebens
Senkt sich eine finstere Wolke!
Doch dieser grausame Mensch kann
Mich dir nun nicht mehr entreissen:
Dein Schicksal ist mein Schicksal...
Leben oder Tod gemeinsam mit dir.

GUSMANO
Ach! Für dich gäbe ich mein Blut,
Mein Leben...
Doch die Gnade, die du verlangst,
Ist für mich noch schlimmer als der Tod!

ALVARO
Und du willst ihn umbringen?
Kannst du so hart und grausam sein?
Nein, Gusmano, wenn nur ein Tropfen
Meines Blutes in deinen Adern fliesst.

ALZIRA
Doch dieser grausame Mensch kann
Mich dir nun nicht mehr entreissen:
Dein Schicksal ist mein Schicksal...
Leben oder Tod gemeinsam mit dir.
Ach Das Glück war für uns nur
Ein kurzer trügerischer Traum!
Auf den Morgen deines Lebens
Senkt sich eine finstere Wolke!
Doch dieser grausame Mensch, usw.

ZAMORO
Lebe, Alzira, doch gedenke stets
Unseres ersten Treueschwurs.
Bewahre dir Hass und Verachtung
Für diesen grausamen Menschen:
Von deinen Lippen soll er ständig hören,
Dass du mich liebst, auch wenn ich tot bin...
Dir gehöre die Rache für die Foltern,
Die er mir bereiten will.

ZUMA, ATALIBA, MÄDCHEN
Ach! Möge dieser heilige Zorn
Doch niemals versiegen.

SOLDATEN
Einst ist er dem Tod entkommen.
Noch einmal wird es ihm nicht gelingen.

Aus der Ferne ist Gemurmel zu hören, das allmählich lauter wird.

GUSMANO
Was ist das für ein Lärm?
Was geht hier vor?

OVANDO
eilt herbei
Feinde haben den Rima überquert;
Kühn eilen diese Massen
Geradewegs auf Lima zu;
Und mitten im höllischen Lärm
Ihrer Waffen fordert drohend ein Ruf
Zamoro von uns.

ALVARO
Sohn!

ALZIRA, ATALIBA
Gusmano!

ZAMORO
Ich werde sterben, doch die Rache kommt!

ALVARO
Was wirst du tun?

GUSMANO
Das entscheidet ein gerechtes Schicksal!
Vater, du hast gewonnen;
Ihm gebe ich Leben für Leben.

ZAMORO, ALVARO, ATALIBA, MÄDCHEN, SOLDATEN
Himmel!

ALZIRA
Und das ist wahr?

GUSMANO
zu den Wachen
Lasst ihn frei!
sinkt seinem Vater in die Arme
Ich bin dein Sohn!
zu Zamoro
Geh hinaus aufs Schlachtfeld..
Dort sehen wir uns wieder!

ZAMORO
Welche Freude!

GUSMANO
Ein kurzer Funken wird dein Leben sein,
Zittere, zittere…,nimm deine Waffen,
Ich werde dir begegnen,
Verhasster Rivale...
Dein Kopf ist dem Henkerbeil entkommen,
Doch meinem Schwert entkommt er nicht!

ALZIRA
Ich folge dir, dein Schild will ich sein
Gegen die Wut des grausamen Feindes.
Kein Schwert wird dein Herz erreichen,
Wenn es nicht vorher das meine durchbohrt.

ZAMORO
Ah! Ich sehe schon, wie du Stolzer
Hingeschlachtet im Staub liegst.
Ich werde dir eigenhändig vom Kopf
Die blutbesudelte Mähne reissen.

GUSMANO
Zittere, zittere, usw.

ALVARO, ATALIBA, ZUMA, MÄDCHEN
Ach! Die unheilvolle Macht der Waffen
Macht sich auf zu neuen Taten.
Von noch mehr Blut wird bald
Die unschuldige Erde durchtränkt sein.

OVANDO, SOLDATEN
Bis an die Zähne gerüstet,
Zeigen wir den Irren die Stirn!
Ja, ein Berg aus den Leichen der Feinde
Wird bald auf dem Schlachtfeld sich türmen.

GUSMANO
Zittere, zittere… nimm deine Waffen,
Ich werde dir begegnen,
Verhasster Rivale,...
Dein Kopf ist dem Henkerbeil entkommen,
Dch meinem Schwert entkommt er nicht!

ALZIRA
Ich folge dir, usw.

ZAMORO
Ah! Ich sehe schon, usw.

GUSMANO
Zittere, zittere, usw.

ALVARO, ATALIBA, ZUMA, MÄDCHEN
Ach! Die unheilvolle Macht, usw.

OVANDO, SOLDATEN
Bis an die Zähne gerüstet, usw.

Gusmano und die anderen Krieger schwenken wütend
ihre Schwerter und entfernen sich; Zamoro geht zur entgegengesetzten Seite ab. Ataliba und die Mädchen halten Alzira auf, die ihm folgen will.


ZWEITER AKT
Die Rache eines Wilden

ERSTES BILD
Innerhalb der Befestigung von Lima

Hier und da Gruppen spanischer Soldaten, die ausgelassen zechen

SPANISCHE SOLDATEN
Schenkt ein, schenkt ein!
Sieg, Sieg!
stossen mit den Bechern an
Auf den König! Auf Spanien! Auf den Ruhm!
Die Freude des Sieges
Folgt dem Gemetzel,
Dem Blutbad, der Wut.
Schenkt ein, schenkt ein,
Trinkt, trinkt!
Die rechte Belohnung ist
Spanischer Wein für spanischen Mut!
Schenkt ein, schenkt ein,
Trinkt, trinkt!
Unterdessen werden gefangene Indios in Ketten,
darunter Zamoro, über den Hof geführt, von anderen
spanischen Soldaten bewacht

Trinkt, trinkt!
Schenkt ein, schenkt ein, usw.

Gusmano erscheint, danach Ovando.

GUSMANO
Soldaten, bei Morgengrauen
Wird unter euch die reiche Beute
Aufgeteilt werden.

SOLDATEN
Dem tapferen Gusmano Lob und Dank!

OVANDO
Hier bringe ich das Urteil
Des vereinten Militärgerichts:
Es fehlt nur dein Name.

GUSMANO
liest das Dokument
"Der Aufrührer Zamoro ist zum Tode verurteilt,
Er werde bei Tagesanbruch zum Scheiterhaufen geführt.
Er tritt an einen Tisch, um das Urteil zu unterschreiben.

ALZIRA
eilt herbei
Ah! Nein... Gnade, Gusmano!

GUSMANO
Für wen?

ALZIRA
Für mich!
Wenn er stirbt, sterbe auch ich.

Auf ein Zeichen von Gusmano entfernen sich Ovando
und die übrigen Spanier.


GUSMANO
Du kannst Zamoros Schicksal ändern,
Doch zu einem hohen Preis!

ALZIRA
Ah! Du forderst mein Blut!

GUSMANO
Nein, deine Hand.

ALZIRA
Was!

GUSMANO
Folge mir zum Altar, und ich schwöre,
Nach der Hochzeit wird er unversehrt
Das Land verlassen.

ALZIRA
Himmel! Kann ich ihn so betrügen?

GUSMANO
Du musst, oder er wird sterben.

ALZIRA
Eine entsetzliche Wahl!

GUSMANO
Entscheide dich! Entscheide dich!

ALZIRA
bricht in verzweifeltes Schluchzen aus und
wirft sich Gusmano zu Füssen

Die Tränen... die Angst...
Nimmt mir den Atem...
Du siehst es... ich bin
Eher tot als lebendig...
Wenn du mich zwingst,
Ihn zu betrügen, Schändlicher,
So will ich dir zu Füssen sterben.

GUSMANO
Dein Schmerz, deine Tränen
Rühren mir das Herz,
Doch nur zu rasender Eifersucht.
Ich unterschreibe das Urteil …

ALZIRA
Ah!

GUSMANO
… wenn du noch länger zögerst.

ALZIRA
Grausamer!

GUSMANO
Zamoro wird sterben,
Sterben wegen dir.

ALZIRA
Wenn du mich zwingst,
Ihn zu betrügen, Schändlicher,
So will ich dir zu Füssen sterben.

GUSMANO
Ich unterschreibe das Urteil,
Wenn du noch länger zögerst.
Zamoro wird sterben,
Sterben wegen dir.
entschlossen, das Urteil zu unterschreiben
Er soll sterben!

ALZIRA
Grausamer, halt ein! Er soll leben!

GUSMANO
Leben!
Alzira, du bist also mein?
Antworte mir!

ALZIRA
lässt sich auf einen Stuhl fallen
Er soll leben.

GUSMANO
Holla!
Nicht mehr vom Scheiterhaufen,
Von Altar und Brautbett sprechen wir nun.
Sie ist meine Frau.

OVANDO
Deine Frau!

GUSMANO
Bereite die Hochzeitsfeier vor,
Erleuchte die Stadt mit unzähligen Fackeln.

OVANDO
Ich eile.

GUSMANO
Verkünde die Neuigkeit.

ALZIRA
Himmel!

OVANDO
Ich gehorche dir.
geht ab

GUSMANO
Geh! Ach!
Meine Seele hat ihr Glück gefunden.
Mehr begehre, ersehne ich nicht.
Kein Mensch auf der Erde
Liebt dich, wie ich dich liebe!
Die Liebe, die in mir wohnt,
Brennt mit ewigem Feuer!
Es ist eine Liebe, die ein Wilder
Niemals verstehen wird.

ALZIRA
Ach, zu welcher Tat zwingt mich Unglückliche
Ein entsetzliches, feindliches Schicksal!
Weil meine Liebe zu gross ist,
Werde ich untreu!
O Tod, als einzige Hoffnung
Bleibst du mir jetzt noch.

GUSMANO
O Freude! O Freude!

ALZIRA
Ich werde, noch unverheiratet,
Vor dem Altar das Opfer bringen.

GUSMANO
Meine Seele hat ihr Glück gefunden.
Mehr begehre, ersehne ich nicht.
Kein Mensch auf der Erde
Liebt dich, wie ich dich liebe!

ALZIRA
O Tod, als einzige Hoffnung
Bleibst du mir jetzt noch.
Ich werde, noch unverheiratet,
Vor dem Altar das Opfer bringen.

GUSMANO
O Freude! O Freude!
Es ist eine Liebe, die ein Wilder
Niemals verstehen wird.

Sie gehen ab


ZWEITES BILD
Eine schauerliche Höhle, durch eine schmale Öffnung
dringt ein Mondstrahl, der kaum Licht gibt.


Die Bühne bleibt eine Weile leer, dann schleicht Otumbo
herbei und schlägt auf einen goldenen Schild an der Wand.
Die überlebenden Indios treten aus ihren Verstecken
in der verwinkelten Höhle.


OTUMBO
Freunde!

INDIOS
Nun?

OTUMBO
Ich hatte noch einmal Glück!
Das Gold, das uns soviel Unglück gebracht,
Dieses Gold hat uns diesmal geholfen.
Ich habe Zamoros Wachen bestochen:
Der Inka wird, als Spanier verkleidet,
Wie ein Schatten entkommen.

INDIOS
Welche Freude!

OTUMBO
In kurzer Zeit wird er gewiss zu uns stossen.

INDIOS
Da kommt jemand...
laufen zum Eingang der Höhle
Er ist es!

Zamoro tritt ein. Er trägt die Uniform eines spanischen
Soldaten. Alle werfen sich vor ihm zu Boden. Er bedeutet
ihnen, sich wieder zu erheben. Er schaut sich langsam
und in tiefer Traurigkeit um. Seine Augen haften auf der
Kleidung, die er trägt, als schäme er sich ihrer.


ZAMORO
Die schäbigen Reste einstiger Grösse,
Was bleibt uns nun noch?

OTUMBO
Deine Rettung!
In dir lebt unsere Hoffnung wieder auf!

INDIOS
Komm, lass für glücklichere Tage
Die glühende Flamme des Zorns
wie einst wieder lodern.

ZAMORO
tiefbewegt
Muss ich wieder von hier fort,
Als Flüchtling und voller Scham?
Muss ich von der mich trennen,
Für die allein ich atme und lebe?
Er hat Mühe, seine Worte zu finden
Ich habe dem Tod ins Gesicht gesehen,
Iich habe ihm zugelächelt!
Ich fühle, wie das Herz mir bricht,
Den Gedanken kann ich nicht ertragen!
Nein...
Ach, wie sehr schwächt die Liebe
Selbst den Mut eines Kriegers!

OTUMBO
Fliehe! Ach, fliehe
Und vergiss die Treulose, Inka!
So grosser Liebe ist die Frevlerin
Nun nicht mehr würdig!

ZAMORO
Grausiger Verdacht!
Du meinst?...

OTUMBO
Alzira...

ZAMORO
Nun? Sprich weiter!

OTUMBO
Man hat dich verraten!

ZAMORO
Nein, du lügst!

OTUMBO
Hast du gesehen, wie in der Ferne,
Die Stadt im Licht der Fackeln erstrahlt?

ZAMORO
Ja.

OTUMBO
Sie feiern die Hochzeit
Von Alzira und Gusmano.

ZAMORO
stösst einen wilden Schrei aus, rauft sich voller
Wut die Haare und zittert am ganzen Körper

Schweig...
Sie, die Frau eines anderen?

INDIOS
O Himmel!

OTUMBO
Zamoro!

INDIOS
Dein Zorn überwältigt dich!

ZAMORO
mit gequälter Stimme
Oh! Warum nur, warum sterbe ich nicht?

INDIOS
Höre…, beruhige dich, Herr...

ZAMORO
von Hass erfüllt
Das ist nicht die Stunde feiger Tränen,
Es ist die Stunde des Blutes!
Zur Feier, die sie bereiten,
Gehe ich als ungeladener Gast!
Wenn der Himmel keine Blitze mehr hat,
Bleibt mir noch das Schwert.
Dein Gott der Rache,
Frevlerin, werde ich sein.

INDIOS
halten ihn zurück
Ach' Welch böser Geist
Hat dir den Verstand verwirrt?

ZAMORO
Das ist nicht die Stunde feiger Tränen,
Es ist die Stunde des Blutes, usw.

INDIOS
Du rennst in den Tod!
Du rennst in den Tod!

ZAMORO
Lasst mich gehen!
Ich will die Rache und den Tod!
Er stürzt davon.



DRITTES BILD
Lima. Grosser Saal im Palast des Gouverneurs.
Vom Balkon im Hintergrund aus ist die erleuchtete
Stadt zu sehen: In der Mitte steht eine Tribüne,
zu der ein paar Stufen führen.


Überall drängen sich spanische Soldaten, die Offiziere
stehen auf der Tribüne, Alziras Dienerinnen an der Seite.
Fröhliche Musik erklingt.


DIENERINNEN
Weine nicht mehr, Amerika,
Trockne deine traurigen Augen.
Auf deine anmutigste Tochter
Wartet das herrlichste Hochzeitsbett.
Solch glückliche Bande
Bringen zwei Welten Frieden,
Aus Siegern und Besiegten
Werden nun Freunde.
Amerika, erhebe dich,
Erstrahle in neuem Glanz!
Weine nicht mehr, Amerika,
Trockne deine traurigen Augen, usw.

GUSMANO
Tapfere Söhne Spaniens,
durch euren Mut sind wir Sieger,
Hier ist Gusmanos Frau!
Sie geht mit mir zum Altar.
Seid hier nun Zeugen
Unseres Bundes
Wie bald auch der Himmel.
Glücklicher Bund, der meine Seele,
Die nur die Freuden des Sieges gewohnt,
Trunken vor Freude macht!

ALZIRA
leise
Mir bricht das Herz!

GUSMANO
Wenn freudig Trompetenklang
Den Sieg verkündet
lässt die Ruhmeshymne
Dich stolz triumphieren.
Doch zum Altar,
vor Gott und den Menschen
Die Frau führen können,
Die dein Herz lodern lässt,
Und sagen: Diese Frau,
Dieser Engel gehört mir!
Ist mehr wert als tausend Siege!

ALZIRA
leise
Mir bricht das Herz!

GUSMANO
Doch zum Altar,
Vor Gott und den Menschen,
Die Frau führen können,
Die dein Herz lodern lässt,
Und sagen: Diese Frau,
Dieser Enge! gehört mir!
Ist mehr wert als tausend Siege!
Die Zeremonie soll beginnen.

ALZIRA
leise
Öffne dich, Erde, in des Todes
Schreckenvoller Stunde.

GUSMANO
Reich mir deine Hand...

Er streckt Alzira seine Rechte entgegen, doch bevor er
ihre zitternde Hand fassen kann, stürzt sich ein Soldat
auf ihn und stösst ihm einen Dolch in die Brust.


ZAMORO
Das ist die Hand, die du verdienst.

ZUMA, DIENERINNEN, SOLDATEN
Ah! Verräter!
erkennen ihn
Zamoro!

ALZIRA
Himmel!

ZAMORO
hundert Schwerter blitzen über ihm auf
Ich bin es. Stosst zu.
Frohlocke, schlürfe,
Treulose, mein Blut,
Und wie man stirbt, Gusmano
Erfahre du von mir.

GUSMANO
von Ovando und den anderen Offizieren gestützt
Andere Tugenden, Wahnsinniger,
Will ich von dir lernen...
Deine Götter, sie raten dir
Schreckliche Rache, furchtbare Taten.
Ich höre die Stimme meines Gottes,
Eine Stimme, die Vergebung verlangt!

ALLE
Er vergibt!

GUSMANO
Nur wenn ich dich verschone,
Wollte dieses treue Herz
zeigt auf Alzira
Sich mir fügen...
Und schien deshalb schuldig...
führt Alzira in Zamoros Arme
Lebt gemeinsam eurer Liebe
Und segnet den, der euch vergeben.

ALZIRA
Ich bin erschüttert!
Ich bin entzückt!
Ach nein, ein Mensch kann nicht so weise sein!

ZAMORO
Ich bin erschüttert!
Ich bin entzückt!
Ach nein, ein Mensch kann nicht so weise sein!

ZUMA, OVANDO, ALVARO, ATALIBA, DIENERINNEN, SOLDATEN
Edelste Tugend!
Himmlischer Zauber!
Er vergibt dem,
Der ihn bluten liess!

GUSMANO
Ach, lebt gemeinsam...

ALZIRA, ZAMORO
In deiner Sprache,
In deiner Vergebung
Verehre ich den Gott,
Der dich geleitet.

ZUMA, OVANDO, ALVARO, ATALIBA, MÄDCHEN, SOLDATEN
Zärtliche Tränen
Rinnen unaufhörlich
Aus meinem Herzen
Und hüllen mich ein.

GUSMANO
Lebt gemeinsam eurer Liebe
Und segnet den, der euch vergeben.

ALZIRA, ZAMORO
Ach nein, ein Mensch kann nicht so weise sein!
In deiner Sprache,
In deiner Vergebung
Verehre ich den Gott,
Der dich geleitet.

ZUMA, OVANDO, ALVARO, ATALIBA, DIENERINNEN, SOLDATEN
Zärtliche Tränen
Rinnen unaufhörlich
Aus meinem Herzen
Und hüllen mich ein.
Er vergibt dem,
Der ihn bluten liess!

ALVARO
väterlich in tiefem Schmerz
O mein Gusmano!
O mein Sohn!

ANDERE OFFIZIERE
Kommt schnell...

ALVARO
Ihr Grausamen, ach nein...

GUSMANO
nimmt alle Kräfte zusammen und geht einige
Schritte auf seinen Vater zu

Vater!

ALVARO
In meine Arme!

GUSMANO
Ein letztes Lebewohl!
legt sich die Hand seines Vaters auf den Kopf,
um seinen Segen zu erhalten

Hier…, deine Rechte...
stirbt

ALVARO
Mein Sohn!

ALLE
Er ist tot!

Dramma lirico in un prologo e due atti


Personaggi:
ALVARO, padre di Gusmano, Governatore del Perù (Basso)
GUSMANO, Governatore del Perù (Baritono)
OVANDO, Duce spagnuolo (Tenore)
ZAMORO, Capo di Tribù Peruviane (Tenore)
ARALIBA, Capo di Tribù Peruviane (Basso)
ALZIRA, figlia d'Ataliba (Soprano)
ZUMA, ancella di Alzira (Mezzosoprano)
OTUMBO, guerriero americano (Tenore)

CORO
Ufficiali, e soldati spagnuoli. Americani d'ambo i sessi


Scena: Lima, ed in altre contrade del Perù
Epoca: verso la metà del secolo XVI

PROLOGO - Il prigioniero

SCENA I
Vasta pianura, irrigata dal Rima: l'oriente è ingombro di maestose nubi, imporporate dai raggi del sole nascente.

Otumbo, a capo d'una tribù di americani, trascinando Alvaro fra catene.


OTUMBO E CORO
mentre alcuni annodano Alvaro ad un tronco
Muoja,
muoja coverto d'insulti,
I martiri sien crudi, ma lenti,
Con accento ferocissimo
Strappi ad esso codardi singulti
Il tormento di mille tormenti. -
O fratelli, caduti pugnando,
Dalle tombe sorgete ululando...
L'inno insieme del trionfo s'intuoni,
Mentr'ei sparge l'estremo respir.

ALVARO
(A costoro quel nume perdoni
Cui mi volgo, già presso a morir)

GLI AMERICANI
alzando urli di frenetica gioia, si avventano sul prigioniero, alcuni con dardi altri con picche e tizzi ardenti, e concitandosi l'un l'altro con le parole
muoja, muoja,
quando apparisce sul fiume una canòa

OTUMBO
Chi giunge?...
Un americano discende dalla canòa.


SCENA II
Zamoro, e detti.

CORO
Ah!

Riconoscendolo, e con grido di gioja e maraviglia

OTUMBO
Tu!

CORO
Fia vero!...

Gettandosi, con Otumbo, a piè di lui

ZAMORO
Sorgete.
Inoltrandosi
Un prigioniero!
Figge lo sguardo in Alvaro, e sembra commosso dalla sua veneranda canizie
Del primo rieder mio non vo la gioia
Mista col sangue: a me costui donate.

OTUMBO E CORO
Abbilo.

ZAMORO
sciogliendo i legami di Alvaro
Vivi.

ALVARO
Giusto ciel!...
Come trasognato

ZAMORO
Frà tuoi
Ritorna, o vecchio, ed a color, che noi
Chiaman selvaggi, narra
Che ti donò la vita
Un selvaggio.

ALVARO
abbracciando Zamoro con tutta l'effusione di un'anima riconoscente
Ti dica il pianto mio
Quel che non può l'accento.
Ad un cenno di Zamoro, Alvaro parte, scortato da alcuno della tribù

OTUMBO
Ah! quale iddio
Serbò Zamoro, i giorni tuoi?
Qui spento
Ognun ti pianse!

ZAMORO
Ed a' nemici ancora
Tal sembrai, ne' tormenti
Che apprestar mi facea l'empio
Gusmano...
Ahi! sento a questo nome
Ribollirmi le vene, alzar le chiome!
Un Inca... eccesso orribile!
Fu dato a' cenni suoi
In man di rei carnefici!
- E i barbari siam noi! -
Parve in quel fero strazio
La luce a me rapita,
Ma un soffio in petto, un alito
Mi rimanea di vita...
Sì, vivo ancora, o perfido;
Paventa il mio furor!...
Le braccia tue riaprimi,
Alzira, io vivo ancor.

OTUMBO
Col genitor la misera
In Lima è prigioniera.

ZAMORO
Che intesi, oh ciel!... Ma toglierti
Alla possanza ibera,
Sposa, io m'affido.

OTUMBO E CORO
Ah! svelane...
Onde la speme?
Udite.

ZAMORO
Risorto fra le tenebre,
Per lunghe vie romite,
Là trassi, ove men fervidi
Piovon del sole i raggi:
Narrar m'udian que'popoli
Tutti gli ostili oltraggi.

OTUMBO E CORO
E quindi?

ZAMORO
All'armi sursero
Mille tribù guerriere...
In breve ne raggiungono
Le radunate schiere...
Cento vendette, e cento
Faremo in un sol dì.

OTUMBO E CORO
Oh gioia!... Il gran momento
È presso dunque?

TUTTI
Ah! sì.
Si abbracciano con occhi scintillanti di selvaggia esultanza, quindi irrompono ad una voce
Nume dell'armi, i tuoi furori
Spira, trasfondi ne' petti nostri. -
Quei crudi tremino, quegli oppressori
D'oro, e di sangue avidi mostri!
Tutti morranno di morti orrende,
Né tomba un solo, né rogo avrà!
L'odio, che atroce il cor n'accende,
De' lor cadaveri si pascerà!

Si avviano tumultuosi, agitando all'aura vivamente e dardi, e clavi, ed aste

ATTO PRIMO - Vita, per vita

SCENA I
Piazza di Lima.
Al lieto suono di bellici strumenti schieransi le milizie spagnuole: gli uffiziali si radunano in crocchio.


UFFIZIALI PARTE I
Giunse or or, da lido ispano,
Un messaggio.

PARTE II
Del Sovrano.

PARTE III
Del Sovrano!

PARTE I
È ver.

PARTE II
Ne chiama
Forse all'armi?

TUTTI
con entusiasmo guerriero
S'ei lo brama,
Se vedremo all'aura i segni
Dell'Iberia sventolar,
Nuove palme, e nuovi regni
Voleremo a conquistar.


SCENA II
Alvaro, Gusmano, Ataliba, altri Uffiziali, e detti.

ALVARO
Alta cagion qui
v'assembrava, o forti.
Grave d'età soverchia, il fren di questa
Ampia contrada io lascio; il re l'affida
A più gagliarda mano:
Succede il figlio a me.
Presentando Gusmano alle schiere

CORO
Viva Gusmano!

GUSMANO
Atto primier del mio
novello grado
La pace sia, fra l'Inca,
E noi fermata. EI del monarca ibero
Al venerato impero
Si china

ATALIBA
E la mia fede
Costringo a lui.
Protendendo la destra in atto grave di giuramento

GUSMANO
Della città le porte
Fien quindi a' suoi dischiuse.
- Un dolce pegno
Tu promettevi, a render più solenne
La pace!

ATALIBA
Alzira? È ver!... ma d'imenei
Tempo non parmi ancor... dentro quel seno
Cova fatal mestizia...

GUSMANO
Intendo appieno!
Eterna la memoria
D'un folle amor l'ingombra!
Dal regno delle tenebre
Me la contrasta un'ombra!
Chi vivo debellai
Forza è ch'io tema estinto...
Mille battaglie ho vinto,
Vincer non posso un cor!

ALVARO
Persisti, e vincerai.
Amor produce amor.

ATALIBA
Al suo martir concedere
Vuolsi un indugio.

GUSMANO
Amore
Io provo, che non tollera
Indugio alcun. Signore,
A' voti miei la piega...
Sei padre... ceda a te...
Imponi... esorta... prega...

ATALIBA
Vado... riposa in me.
Parte

GUSMANO
Quanto un mortal può chiedere
Benigno il ciel m'offerse...
Di gloria mi coverse,
Mi pose un mondo al piè.
Ma non s'appaga l'anima,
Che ad altro ben sospira...
Ah! senza il cor d'Alzira
Un mondo è poco a me!

ALVARO e CORO
La desiata Alzira Amor conceda a te.
Partono


SCENA III
Appartamento destinato ad Ataliba, nel palagio del Governatore. Zuma s'avanza tacitamente, seguita da altre donzelle americane. Alzira.

ZUMA
sollevando una cortina, al di là della quale scorgesi Alzira giacente
Riposa. Tutte, in suo dolor vegliante,
Scorse l'ore notturne, alfin sugli occhi,
Stanchi dal pianto, mattutin discese
Lieve sopor.

DONZELLE
Le più gradite immagini
Amor presenti ad essa:
Pace a quell'alma oppressa
Infonda il sonno almen.

ALZIRA
sognando
Zamoro!...

ZUMA
E sempre,
Vegli o dorma, quel nome!

ALZIRA
destandosi e percorrendo la scena, come in cerca d'alcuno
Ov'è?... Sparve... fu sogno!...

ZUMA
Alzira... oh come
Balza il tuo cor!...

ALZIRA
Dal petto
Ei tenta sprigionarsi,
E volare al suo ben, lungi da queste
Vitali aure abborrite...

DONZELLE
Ti calma.

ALZIRA
Egli m'apparve.

ZUMA E DONZELLE
Egli?

ALZIRA
Sì... udite.
Da Gusman, su fragil barca,
Io fuggia, dell'onde in grembo...
Ma terribil surse il nembo,
E sconvolse, cielo, e mar.
Di terror, d'affanno carca
Io chiedea soccorso invano...
La sua preda l'oceano
È già presso ad ingojar.
Quando, in sen d'un'ombra errante,
Fra le nubi son levata...
In quell'ombra, oh me beata!
Io ravviso il mio tesor!
L'universo, in quell'istante,
Mi sembrò d'amor vestito...
Fin del turbine il ruggito
Voce parve a me d'amor! -

ZUMA E DONZELLE
Alta pietade ogn'anima
Di noi tue fide assale...
Eppur di sogni pascere
Il tuo pensier che vale?
Scorda un amore infausto
Cui tanta il ciel fe guerra.

ALZIRA
Scordarlo!

ZUMA E DONZELLE
È forza, o misera:
Perì Zamoro.

ALZIRA
In terra.
Ma in più giocondo loco
Vive, e m'attende... ah! sì...
Morte non spegne un foco
Che vero amor nudrì. -
Nell'astro che più fulgido
La notte in ciel sfavilla,
Ivi è Zarnoro, e palpita
Fatto immortal scintilla:
Conversa in luce ascendervi
A me fia dato ancor,
E seco unirmi, e vivere
Vita d'eterno amor.

ZUMA e DONZELLE
(Troppo il destin fu barbaro
A sì fedele amor!)


SCENA IV
Ataliba e dette.

ATALIBA
Figlia!...

ALZIRA
Padre!

Andandogli incontro, con la fronte bassa, e quasi in atto di prostrarsi. Ad un cenno di Ataliba, Zuma, e le donzelle si ritirano

ATALIBA
Compir la mia promessa
È d'uopo alfin: la mano
Porger devi...

ALZIRA
A Gusmano?
E lo potrei?... De' sanguinosi eventi
La memoria smarristi?
Alvaro, in campo
Suo prigionier ti fe, ma non osava
Troncare i giorni. tuoi...
Gusmano intanto
A quel Zamoro, cui tu stesso avevi
Giurato unirmi, tolse
Possanza e vita!...

ATALIBA
Lo piangemmo. Or pensa
A questi oppressi, e di lor duci, e numi
Popoli orbati, cui soltanto avanza
Un'ultima speranza;
Il vivo amor, che nudre
Per te Gusmano...

ALZIRA
Amore!
Sì dolce affetto, in quel tiranno core
Aver può stanza?

ATALIBA
Dal suo labbro giovi
A te l'udir com'ei t'adora...
Alzira accenna di voler parlare
E forza
All'imeneo piegar l'indole avversa.

ALZIRA
in tuono deciso
No...

ATALIBA
Quando il padre impone,
Ubbidisce la figlia.
Parte

ALZIRA
Oh!... pria la morte!...


SCENA V
Zuma, e detta.

ZUMA
Alcun fra loro, cui vegliar le porte
S'ingiunge, annunzia che venirne implora
Un de' nostri al tuo piede.

ALZIRA
Ei s'inoltri.
Zuma parte
- Chi fia?
Qual mai cagion lo tragge?...


SCENA VI
Zamoro, e detta.

ZAMORO
Anima mia!...

ALZIRA
indietreggiando, e con grido acutissimo
Ah! l'ombra sua...

ZAMORO
No, calmati...
L'aure del giorno io spiro...

ALZIRA
Che?... Vivi!... Non deliro?...
Vivi?...

ZAMORO
E per te.

ALZIRA
Fia ver!...

ZAMORO
Mentì la fama...

ALZIRA
Oh giubilo!...

ZAMORO
Alzira mia!...

ALZIRA
Zamoro!...

A DUE
Io non resisto... io moro...
Io moro di piacer!... -

ALZIRA
Qual mai prodigio renderti
A me potea?

ZAMORO
Mal vivo
Rimasto fra gli spasimi,
Sembrai di vita privo.
Ma dimmi, è ver che stringerti
Ad abborrito ispano
Tu promettevi?

ALZIRA
E crederlo
Potresti?

ZAMORO
Al rio Gusmano?...

ALZIRA
Ah! parlami soltanto
Dell'amor tuo, di te.

ZAMORO
E m'ami sempre?

ALZIRA
Oh quanto!...

ZAMORO
Mi giuri?...

ALZIRA
Eterna fè.

A DUE
Risorge ne' tuoi lumi
L'astro de' giorni miei!
Quanto sinor perdei
Reso mi viene in te!
De' nostri infidi numi
Cadde il fallace impero,
Ma nume fido, e vero
Ancor tu sei per me!


SCENA VII
Gusmano, Ataliba, e detti, quindi Ufficiali, e Soldati spagnuoli, Zuma, e donzelle americane.

GUSMANO
scorgendo Alzira presso a Zamoro
Qual ardimento!... Olà?...

ALZIRA
Gusman!...

ATALIBA
Traveggo!...

GUSMANO
Chi fia l'indegno?...
Al guardo
avanzandosi
Creder potrò?... Zamoro!...

ZUMA, DONZELLE, SPAGNUOLI
Zamoro!...

ZAMORO
Sì, quel desso, a cui rapisti
Ogni ben sulla terra,
Tranne d'Alzira il cor, che mio fu sempre...
E sempre mio sarà.

GUSMANO
Di sdegno avvampo!...
Soldati a voi l'audace
Affido

ALZIRA
Che!...

ATALIBA
La pace
Osi tu violar?

GUSMANO
Costui qui venne
Certo a compier disegni
Malvagi... Un traditore
Egli è.

ZAMORO
Qui venni a ripigliarmi Alzira...
Il nostro imene fu promesso...

ALZIRA
E vero...

ZAMORO
M'è la sua man dovuta.

GUSMANO
A te dovuta
È la scure.

ATALIBA
Signor!...

GUSMANO
Lo trascinate
Al supplizio.

ALZIRA
Al supplizio!...

ATALIBA, ZUMA
Oh Ciel!...

ALZIRA
cacciandosi disperatamente fra i soldati, e Zamoro
Fermate...

ZAMORO
Teco sperai combattere,
Ma nella pugna invano
Io ti chiamai... mi trassero
Prigione a te, Gusmano...
Di ceppi, e di patiboli
Tu favellasti allora,
Di scure, e di supplizio
Or tu favelli ancora:
E sei guerrier? Carnefice,
E non guerrier sei tu!

GUSMANO
Udiste il cenno? Compiasi.
Ai soldati che muovonsi, in atto di strascinar Zamoro

ALZIRA
No, crudi... no...


SCENA VIII
Alvaro, e detti.

ALVARO
Che fu?...

ALZIRA
Vive Zamoro, e il barbaro
Spento lo vuol...

ALVARO
Chi veggio!...
È desso, è quel magnanimo
A cui la vita io deggio!...

GUSMANO
Fia ver!...

Viva sorpresa in tutti

ALZIRA
ad Alvaro
Pietade implora...

ALVARO
Grazia per esso.

GUSMANO
Ah! no...

ALVARO
Grazia.

GUSMANO
È destin che' ei mora:
Oltre sfuggir nol può.

ALVARO
cadendo in ginocchio a piè di Gusmano
Nella polve, genuflesso
Ecco un padre innanzi al figlio...
Involato fui per esso
Della morte al crudo artiglio...
E volerne puoi lo scempio?
Esser puoi sì fiero, ed empio?
No, Gusmano, se una stilla
Del mio sangue scorre in te.

GUSMANO
A quest'alma piena d'ira
Mal tu parli di clemenza:
Chi mi toglie il cor d'Alzira
Non ha dritto all'esistenza.
Ah! per te, per te darei
Il mio sangue, i giorni miei...
Ma la grazia che domandi
Più di morte è ria per me!

ALZIRA
Il contento fu per noi
Breve sogno mentitore!
Sul mattin de' giorni tuoi
Scese il nembo struggitore!
Ma quel crudo non può tanto,
Che mi strappi a te d'accanto:
Il tuo fato, è il fato mio...
Vita, o morte insiem con te.

ZAMORO
Vivi Alzira, ma fedele
Al primier giurato affetto:
In eterno pel crudele
Odio, e sprezzo serba in petto.
Dal tuo labbro ascolti ognora
Che tu m'ami estinto ancora...
Del supplizio ch'ei m'appresta
La vendetta io fido a te.

ATALIBA, ZUMA, DONZELLE
(Ahi! che stanca della sorte
L'ira ingiusta ancor non è)

GUERRIERI
(Egli un dì campò da morte,
Evitarla or non poté)

Odesi un murmure lontano, che cresce a poco a poco

GUSMANO
Qual suon?...


SCENA IX
Ovando e detti

GUSMANO
Che avvenne?

OVANDO
Il Rima
Varcò nemico stuolo:
Arditi verso Lima
Traggon que' folli a volo;
E in mezzo al procelloso
Fragor dell'armi loro,
Un grido minaccioso
Domanda a noi Zamoro.

ALVARO
Figlio!...

ALZIRA
Gusmano!

ZAMORO
Ah! spento
Cadrò, ma vendicato!

ALVARO
Che pensi?...

GUSMANO
Dell'evento
Mercé propizio fato! -
Padre, vincesti; a lui
Vita, per vita io dono.

ALVARO E ATALIBA
Cielo!...

ALZIRA
Ed è ver?...

GUSMANO
alle guardie
Costui
Libero parta. Io sono
Tuo figlio!
Correndo fra le braccia del padre
Vanne al campo...
a Zamoro
Ci rivedrem colà!...

ZAMORO
Oh gioia!

GUSMANO
Breve lampo
Il viver tuo sarà.
Trema, trema... a ritorti fra l'armi
Vengo il dono, rivale abborrito...
Il tuo capo, alla scure fuggito,
Al mio brando fuggir non potrà!

ZAMORO
Ah! vederti, superbo, già parmi
Nella polve cader trucidato...
Al tuo capo, di sangue bruttato,
Questa mano la chioma torrà.

ALZIRA
Io ti seguo, tuo scudo vo farmi
Contro l'empio nemico furore...
Non è brando che giunga al tuo core.
Se il mio cor pria squarciato non ha.

OVANDO E GUERRIERI
Nel tremendo apparato dell'armi
Agl'insani mostriamo la fronte...
Di nemici cadaveri un monte
Tutto il campo fra poco sarà!

ALVARO, ATALIBA, ZUMA, DONZELLE
Ahi! che il genio funesto dell'armi
Ridestato ha il tremendo suo foco!...
D'altro sangue cosparsa fra poco
Questa terra innocente sarà!

Gusmano e gli altri guerrieri brandiscono ferocemente le spade, ed escono dall'opposto lato pel quale parte Zamoro. Ataliba, e le donne trattengono Alzira, che cerca seguirlo.

ATTO SECONDO - La vendetta d'un selvaggio

SCENA I
Parte interna delle fortificazioni di Lima.
Qua e là drappelli spagnuoli, che sbevazzano allegramente: scorgonsi intanto alcuni prigionieri americani, fra' quali è Zamoro, attraversare la scena in fondo, carichi di ceppi, ed in mezzo a soldati che li custodiscono.


SPAGNUOLI
Mesci, mesci... -Vittoria!... - Vittoria!... -
Al Sovrano! - Alla Spagna! -Alla gloria!
Toccando i bicchieri
Del trionfo la gioja succede
Alle pugne, alle stragi, al furor,
Bevi, bevi... È dovuta mercede
Vino ibero ad ibero valor!


SCENA II
Gusmano, e detti, poi Ovando.

GUSMANO
Guerrieri, al nuovo dì, fra voi le opime
Spoglie nemiche fien divise.

SPAGNUOLI
Al prode
Gusman, plauso, mercé!

OVANDO
Dell'assembrato
Consesso militar, questa ch'io reco
È la sentenza: manca
Il nome tuo soltanto.

GUSMANO
leggendo il foglio
“È condannato
A morte il fier Zamoro, e come albeggi
Al rogo fia condotto”.
Si accosta ad una tavola onde segnar la condanna


SCENA III
Alzira e detti.

ALZIRA
Ah! no... clemenza
Gusman!...

GUSMANO
Per chi?

ALZIRA
Per me. S' ei muore, io moro.

Ad un cenno di Gusmano, Ovando, e gli altri spagnuoli si ritirano

GUSMANO
Il fato di Zamoro
Cangiar tu puoi... ma solo
Ad un prezzo!

ALZIRA
Ah! domanda il sangue mio...

GUSMANO
No, la tua destra.

ALZIRA
Che!...

GUSMANO
Seguimi all'ara,
E compiuto l'imen, giuro ch'ei salvo
Andrà lontan da questi regni.

ALZIRA
Oh cielo!...
Potrei mancar di fè?...

GUSMANO
Lo devi, o ch'egli
Morrà.

ALZIRA
Fatale, orrenda scelta!

GUSMANO
Scegli.

ALZIRA
prorompendo in lagrime disperate, e gettandosi a pié di Gusmano
Il pianto... l'angoscia... di lena mi priva...
Lo vedi... son io più spenta, che viva...
Se d'esser m'astringi, spergiura, infedele...
Io spiro, crudele, - io spiro... al tuo piè.

GUSMANO
Quel duolo, quel pianto mi giungono al core,
Ma sol per destarvi geloso furore...
Io segno il decreto, se indugi un momento...
Zamoro fia spento, - e spento da te. Ei mora!
Risoluto, ed in atto di firmar la sentenza

ALZIRA
Crudo, arrestati...
-Ei...viva

GUSMANO
Viva!... Alzira
Sei dunque mia? -
Rispondimi...

ALZIRA
Ei viva.
Cadendo sur una seggiola

GUSMANO
Olà?...


SCENA IV
Ovando, e detti.

GUSMANO
Di pira
Non più, ma d'ara, e talamo
Or si favelli... E questa
Mia sposa...

OVANDO
Sposa!...

GUSMANO
Il pronubo
Rito solenne appresta...
E sia di tede innumeri
Splendente la città...

OVANDO
Corro...

GUSMANO
L'evento annunzia...

ALZIRA
Ciel!...

OVANDO
T'obbedisco...

GUSMANO
Va...
Ovando parte
Colma di gioia ho l'anima!...
Più non domando, o bramo...
Non v'ha, non v'ha fra gli uomini
Chi t'ami, quale io t'amo!.
L'amor che mi governa
Arde di fiamma eterna!...
È tale amor, che un barbaro
Nemmeno intender può.

ALZIRA
Ove mi tragge, ahi misera!
Un rio destin tremendo!...
Per troppo amor, colpevole
D'infedeltà mi rendo!...
O morte, una speranza
Or solo in te m'avanza... -
Sposa non già, ma vittima
Dell'are al piè verrò.
Partono


SCENA V
Orrida caverna, appena rischiarata da unraggio di luna, che vi scende a traverso di un forame.
La scena resta vuota qualche tempo, indi s'inoltra Otumbo guardingo, e batte ad un aureo scudo, che pende sospeso; allora un avanzo degli sconfitti americani sbuca dalle parti più sinuose della spelonca, ov 'erasi appiattato.


OTUMBO
Amici!...

AMERICANI
Ebben?

OTUMBO
Seconda
Ebbi fortuna; e l'oro, a noi di tanti
Mali cagion, quell'oro
Ne soccorse una volta! Ho di Zamoro
Compre le guardie: l'Inca
Tra l'ombre fuggirà, cinto d'ispane
Vesti

AMERICANI
Oh gioja!

OTUMBO
Brev'ora,
Ed egli forse ne raggiunge...

AMERICANI
Alcuno
S'inoltra!...

OTUMBO
accorrendo verso la bocca dell'antro
È desso!...


SCENA VI
Zamoro, e detti. Egli indossa le vestimenta d'un soldato spagnuolo. Al giunger suo tutti si prostrano; esso li rialza d'un cenno; poi volge d'intorno lentamente gli occhi, pieni di cupa tristezza, e getta un guardo, come vergognando, alle spoglie di che si ricopre. Silenzio.

ZAMORO
Miserandi avanzi
Di caduta grandezza,
Che più ne resta omai?

OTUMBO
La tua salvezza.
In te rivive ancora
Qualche speranza; vieni,
Ed a tempi men rei serba dell'ire
La generosa fiamma, e il prisco ardire.

ZAMORO
Irne lungi ancor dovrei
Carco d'onta, e fuggitivo?...
Separarmi da colei
Onde sol respiro, e vivo?...

La commozione gli tronca le parole

Io guardai la morte in viso,
La guardai con un sorriso!...
Ma spezzar mi sento il core!...
Ma non reggo a tal pensier!...
Ahi! che debil rende amore
Anche l'alma del guerrier!

OTUMBO
Fuggi, ah! fuggi, ed un'ingrata,
Inca, obblia: di tanto affetto
Degna omai la sciagurata
Più non è!

ZAMORO
Crudel sospetto!... -
Forse?...

OTUMBO
Alzira...

ZAMORO
Ebben? Finisci!...

OTUMBO
- Sei tradito!

ZAMORO
No... mentisci!

OTUMBO
Vedi, tu lontan, lontano
La città brillar di faci?

ZAMORO
Sì...

OTUMBO
D'Alzira, e di Gusmano
Si festeggia il nodo...

ZAMORO
Taci...
Ella... d'altri?...
Con grido selvaggio, e cacciandosi furiosamente le mani fra' capelli mentre un tremore con vulsivo lo assale in tutta la persona

AMERICANI
Oh Ciel!...

OTUMBO
Zamoro!...

AMERICANI
Tu soccombi al tuo furor!

ZAMORO
Ah! perché, perché non moro?...
Col pianto d'un cuore straziato

OTUMBO E AMERICANI
Odi... calmati signor...

ZAMORO
In tutta la piena dello sdegno
Non di codarde lagrime,
Di sangue l'ora è questa!...
Al rito che s'appresta,
Non invitato, andrò!
Se il ciel non ha più fulmini,
Rimane il braccio mio...
Della vendetta il dio,
Empia, per te sarò!

OTUMBO E AMERICANI
trattenendolo
Ahi! qual maligno genio
La tua ragion turbò?
Corri a morir!...

ZAMORO
Lasciatemi...
In tuono imperioso

Esce a precipizio


SCENA VII
Vasta Sala nella residenza del Governatore, con logge nel fondo, dalle quali scorgesi la città illuminata: nel mezzo una tribuna, a cui si ascende per tre o quattro gradini.
Il loco è tutto ingombro di milizie Spagnuole: i duci stanno sulla tribuna, le ancelle di Alzira da un canto: echeggiano lieti concenti.


DONZELLE
Tergi del pianto America,
Tergi le meste ciglia.
Attende eccelso talamo
La tua più vaga figlia:
Pace a due mondi recano
Legami sì felici,
Essi faranno amici
Il vinto, e il vincitor.
Sorgi, e gioisci America
Del nuovo tuo splendor!


SCENA VIII
Gusmano, Alzira, Alvaro, Ataliba, Ovando, Zuma, e detti.

GUSMANO
Prodi figli d'Iberia, al cui valore
Son vittorie le pugne,
Ecco la sposa di Gusmano. Al Tempio
Ella meco verrà: ma pria, del nodo,
Come fra poco il ciel, voi testimoni
Or siate; fausto nodo,
Onde quest'alma, de' trionfi avvezza
Alle gioje soltanto,
E tutta inebriata!

ALZIRA
(Ho il core infranto!..)

GUSMANO
E dolce la tromba che suona vittoria,
T'infiamma, ti esalta un inno di gloria:
Ma innanzi al bramato altare votivo
Condurre la donna che avvampa il tuo cor.
E dir: questa donna è mia sin ch'io vivo!
Di mille trionfi è gioia maggior! -
Or meco ascendi.

ALZIRA
(Schiuditi
O terra, in sì funesta
Ora tremenda..)

GUSMANO
Porgimi
La man...

Egli stende ad Alzira la destra ma non arriva a stringere la mano tremante di lei, che Zamoro si avventa sovr'esso, e gl'immerge un pugnale nel petto.


SCENA ULTIMA
Zamoro, e detti.

ZAMORO
La mano è questa
Che a te si deve.

GLI ALTRI
Ah! perfido!...
Zamoro!
Riconoscendolo

ALZIRA
Ciel!...

ZAMORO
Son io
Cento spade balenano sul di lui capo
Colpite. - Esulta, beviti
Infida, il Sangue mio;
Ed a morir, Gusmano,
Impara tu da me.

GUSMANO
sorretto da Ovando, e dagli altri duci
Altre virtudi... insano,
Apprender voglio... a... te...
I numi tuoi, vendetta atroce...
Misfatto orribile... ti consigliar...
Io del mio Nume odo la voce,
Voce che impone di... perdonar!
Sol per tuo scampo... quel fido core
Accennando Alzira
A me cedeva... e reo sembrò...
Vivete insieme giorni d'amore...
E benedite chi perdonò...

Ponendo Alzira fra le braccia di Zamoro

ZAMORO        
Io sono attonito!
rapito io sono!
Ah! no, che tanto un uom non può...

ALZIRA
Io sono attonita!
rapita io sono!
Ah! no, che tanto un uom non può...
Ah! no, che tanto un uom non può...
Nel tuo linguaggio, nel tuo perdono
Adoro il nume che l'inspirò...
Cadendo in lagrime a piè di Gusmano

ALVARO, ATALIBA, ZUMA, OVANDO, CORO
Virtù sublime!... celeste incanto!...
Egli perdona chi lo svenò!...
Quel che mi bagna tenero pianto
Vieppiù del ciglio, il cor versò...

ALVARO
In tutta l'effusione del paterno dolore
O mio Gusmano!... oh figlio mio!...

ALCUNI DUCI
Deh! vieni altrove...

ALVARO
Crudeli, ah! no...

GUSMANO
raccogliendo le forze estreme, e movendo qualche passo verso il padre
Padre!...

ALVARO
Al mio seno!...

GUSMANO
L'ultimo addio!...
Qui: la... tua... destra...
Ponendosi la mano paterna sul capo, onde riceverne la benedizione

ALVARO
Figlio!...
Egli non può aggiungere altra parola, ma sono in questa mille benedizioni. Gusmano manda l'estremo anelito.

GLI ALTRI
Spirò!...

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Klavierauszug

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