Ernani

Ernani

Dramma lirico in four acts

Libretto

Francesco Maria Piave after the tragedy "Hermani" by Victor Hugo

Premiere

9 March 1844, Venice (La Fenice)

Cast

ERNANI (tenor)
DON CARLO (baritone)
DON RUY GOMEZ DE SILVA (bass)
ELVIRA (soprano)
GIOVANNA (soprano)
DON RICCARDO (tenor)
JAGO (bass)

CHORUS
rebel highlanders and bandits, Knights and members of Silva's household, maids in attendance on Elvira, knights in attendance on Don Carlo, Spanis and German neblemen abd their ladies

Place

Aragon, Aachen and Saragossa

Time

1519

Verdi, Giuseppe

Verdi, Giuseppe (Fortunino Francesco)
10.10.1813 Le Roncole, (Busseto) - 27.1.1901 Milano


Works for stage
with date/place of first performance:

Oberto Conte di San Bonifacio (17.11.1839 Milano)
Un giorno di regno [Il finto Stanislao] (5.9.1840 Milano)
Nabucodonosor [Nabucco] (9.3.1842 Milano)
I lombardi alla prima crociata (11.2.1843 Milano)
Ernani (9.3.1844 Venezia)
I due Foscari (3.11.1844 Roma)
Giovanna d'Arco (15.2.1845 Milano)
Alzira (12.8.1845 Napoli)
Attila (17.3.1846 Venezia)
Macbeth (14.3.1847 Firenze)
I masnadieri (22.7.1847 London)
Jérusalem [rev. I lombardi] (26.11.1847 Paris)
Il corsaro (25.10.1848 Trieste)
La battaglia di Legnano (27.1.1849 Roma)
Luisa Miller (8.12.1849 Napoli)
Stiffelio (16.11.1850 Trieste)
Rigoletto (11.3.1851 Venezia)
Il trovatore (19.1.1853 Roma )
La traviata (6.3.1853 Venezia)
Les Vêpres siciliennes (13.6.1855 Paris)
Giovanna de Guzman [I vespri siciliani] [rev. Les vêpres siciliennes] (26.12.1855 Parma)
Simon Boccanegra (12.3.1857 Venezia)
Aroldo [rev. Stiffelio] (16.8.1857 Rimini)
Un ballo in maschera (17.2.1859 Roma)
La forza del destino (10.11.1862 St. Peterburg)
Macbeth [rev] (19.4.1865 Paris)
Don Carlos (11.3.1867 Paris)
La forza del destino [rev] (27.2.1869 Milano)
Aida (24.12.1871 Cairo)
Don Carlo [rev. Don Carlos] (1872 Napoli)
Simon Boccanegra [rev] (24.3.1881 Milano)
La Force du destin [rev La forza del destino] (14.3.1883 Antwerpen)
Don Carlo [rev. 2 Don Carlos] (10.1.1884 Milano)
Don Carlo [rev. 3 Don Carlos] (29.12.1886 Modena)
Otello (5.2.1887 Milano)
Falstaff (9.2.1893 Milano)
rev = revised



ERSTER TEIL
Ernani, in Wirklichkeit Don Juan von Aragon, lebt in den Bergen als Bandit, weil er sich gegen den König empört hat und von ihm verfolgt wird. Er erzählt seinen Getreuen, dass er Elvira liebt, die bei ihrem Onkel Ruy Gomez de Silva, der sie zur Frau begehrt, lebt. Die Banditen beschliessen, Donna Elvira aus dem Schloss ihres Onkels zu entführen.
Während Elvira sehnsüchtig auf Ernanis Hilfe wartet, dringt Don Carlo in ihr Zimmer ein und bittet sie, seine Gattin zu werden. Elvira bedeutet ihm, dass sie Ernani liebt. Diese Absage macht den Herrscher rasend vor Eifersucht. Ernani kommt durch eine geheime Tür in den Raum und beschuldigt den König, den Tod seines Vaters verursacht zu haben, den er rächen wolle. In diesem Moment betritt der alte Grande das Zimmer und ist erstaunt, zwei junge Männer bei seiner Braut anzutreffen. Als er Genugtuung fordern will, erscheint Riccardo, der Begleiter des Königs, und identifiziert seinen Herrn. Staunend fällt de Silva vor seinem König auf die Knie. Dieser verzeiht ihm und gibt vor, nur ins Schloss gekommen zu sein, um eine geheime Angelegenheit mit ihm zu besprechen. Er bittet um Quartier und erklärt, weil er Ernani nicht blossstellen will, diesen zu seinem Gefolgsmann. Ernani erfasst die Gelegenheit und reitet davon, immer noch von Gedanken an Rache erfüllt.

ZWEITER TEIL
De Silva empfängt Gäste, die er zu seiner Hochzeit mit Elvira gebeten hat. Unter ihnen befindet sich auch Ernani, als Pilger verkleidet. Er erfährt, dass er von Elvira für tot gehalten wird und bittet de Silva um Unterschlupf, den ihm dieser zusagt und mitteilt, dass er Elvira, die gerade den Saal betritt, heiraten wird. Ernani gibt sich zu erkennen und bietet seinen Kopf als Hochzeitsgeschenk, weil er von den Soldaten des Königs verfolgt wird. De Silva verspricht, ihn vor seinen Feinden zu schützen und verlässt den Raum, um Anordnungen zu geben und Ernani an einem sicheren Platz zu verbergen. Elvira gesteht Ernani, dass sie beschlossen hat, sich am Altar vor de Silva zu töten. Der Edelmann kommt und findet das Liebespaar in zärtlicher Umarmung. Empört über den Bruch der Gastfreundschaft und Ernanis Verhalten, fordert er diesen zum Duell. Doch die Ankunft des Königs wird gemeldet. Weil de Silva seinen Gast nicht verraten kann, lässt er ihn in einem Ahnenbild verstecken, während Donna Elvira in ihre Räume geht. Der König tritt mit seinem Gefolge ein; er ist sicher, dass Ernani noch im Schloss ist und befiehlt de Silva, ihn auszuliefern. Dieser weigert sich. Der König nennt ihn einen Verräter, lässt ihn entwaffnen und nach Ernani suchen. Als die Suche ergebnislos bleibt, fordert der König Ernanis oder de Silvas Kopf. Elvira kommt und bittet um Gnade. Der König ändert seinen Entschluss und will das Schloss mit Ernani oder Elvira als Geisel verlassen. Da de Silva sich nach wie vor weigert, Ernani zu übergeben, verlässt der König mit Elvira das Schloss. De Silva holt Ernani aus seinem Versteck und fordert ihn erneut, doch Ernani will gegen den alten Mann nicht kämpfen und klärt ihn auf, dass der König Elvira ebenfalls liebt und deshalb mit sich genommen hat. De Silva will erst Ernani töten und dann den König verfolgen. Ernani kann ihn übereden, ihm zu helfen, erst Elvira, die er noch einmal sehen wolle, zu befreien und verspricht ihm dafür sein Leben. De Silva verlangt ein Pfand. Ernani überreicht ihm sein Jagdhorn und schwört, sich selbst zu töten, wenn er höre, dass de Silva in das Horn blase. Alle brechen auf, um den König zu verfolgen.

DRITTER TEIL
In den Katakomben des Doms zu Aachen versammeln sich die Verschwörer gegen den zukünftigen Kaiser. Auch dieser und sein Vertrauter Riccardo haben sich dort eingefunden, um ihre Gegner zu überwachen. In einem anderen Gewölbe wird gerade der neue Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Der König hofft, dass die Wahl auf ihn fällt. Er schickt Riccardo zu der Versammlung und bittet um ein Zeichen, wenn er gewählt sein sollte und befiehlt, dann auch Elvira herbeizuholen. Allein vor der Grabkammer Karls des Grossen, beschliesst er, ihm nachzueifern, öffnet die Tür und tritt ein. Die Verschworenen erscheinen, unter ihnen de Silva und Ernani. Man lost, wer den König töten soll, das Schicksal entscheidet für Ernani. Auch de Silva will den Entführer seiner Braut töten und Ernani von seinem Schwur entbinden, wenn er ihm Don Carlo überlasse. Ernani, an seinen Eid denkend, weigert sich. Da hört man drei Schüsse, das Zeichen, dass Don Carlo gewählt worden ist. Der Kaiser tritt vor und befiehlt den Wachen, die Verräter zu entwaffnen und sofort hinrichten zu lassen. Elvira, die mit ihren Frauen, von Riccardo geführt, hinzukommt, bittet um das Leben ihres Geliebten. Der Kaiser begnadigt alle und führt Elvira mit Ernani zusammen. De Silva schwört Rache.

VIERTER TEIL
In Don Juans Palast zu Saragossa wird Ernanis Hochzeit mit Elvira gefeiert. Durch die fröhliche Gesellschaft schleicht eine dunkle Gestalt mit schwarzer Maske. Als Ernani und Elvira verliebt auf die Terrasse gehen, hört man einen entfernten Hornklang. Ernani weiss, was dies bedeutet und bittet Elvira, einen Arzt zu holen, weil er sich nicht wohl fühle. De Silva erscheint und erinnert Ernani an seinen Eid, und unerbittlich lässt er ihm nur die Wahl zwischen Dolch und Gift. Elvira kommt zurück, gesteht de Silva, nur Ernani zu lieben und bittet um sein Leben. Der alte Mann bleibt hart, Ernani erdolcht sich. Sterbend bittet er seine Geliebte, immer an ihn zu denken. Elvira bricht ohnmächtig zusammen, de Silva, innerlich zerbrochen, triumphiert.


PARTE PRIMO - Il bandito
Spagna, 1519. Ernani, sotto le cui spoglie si cela Don Giovanni d’Aragona, è a capo d’un gruppo di banditi datisi alla macchia; è ansioso di sollevare la rivolta contro il re, Don Carlo, per vendicare l’uccisione del padre. I suoi fedeli gli assicurano il loro aiuto. Si reca al castello di Don Ruy Gomez De Silva per incontrarne la nipote Elvira, della quale è innamorato (“Come rugiada al cespite”); l’amore di Ernani è ricambiato, ma la fanciulla, che deplora la propria sorte (“Ernani,... Ernani, involami”), è promessa al vecchio zio. Al castello dei Silva si trova già Don Carlo, in incognito, anch’egli innamorato di Elvira. Quest’ultima riconosce in lui il re di Spagna, ma respinge le sue profferte (“Da quel dì che t’ho veduta”); di fronte all’insistenza di Don Carlo per condurla con sé, la fanciulla gli strappa dalla cintola il pugnale, pronta a difendere il suo onore. Da un uscio segreto compare Ernani, e s’avanza per proteggere Elvira; il re riconosce il bandito e lo invita a fuggire. Entra all’improvviso Silva, sdegnato per l’attentato al suo onore (“Infelice... e tu credevi”): ma riconosce il re e gli rende omaggio. Generosamente, Don Carlo consente a Ernani di allontanarsi.

PARTE SECONDO- L’ospite
La rivolta capeggiata da Ernani è fallita: il bandito, travestito da pellegrino, chiede ospitalità presso il castello di Silva. Questi lo accoglie e gli comunica che sta per sposare Elvira; Ernani allora, sconvolto, svela la sua identità e offre al rivale, come dono nuziale, la sua testa (“Oro, quant’oro ogn’avido”). Al castello giunge intanto Don Carlo, reclamando il bandito; ma Silva, legato dai doveri dell’ospitalità, fa nascondere Ernani e si rifiuta di consegnarlo. Il re fa perlustrare, invano, il castello (“Lo vedremo, veglio audace”); costringe poi Elvira a seguirlo. Ernani, a questo punto, rivela a Silva l’amore del re per la fanciullla, esortandolo a vendicare l’offesa recata al suo onore. I due stringono un patto; Ernani consegna un corno da caccia a Silva: quando questi vorrà la morte del bandito, non dovrà far altro che suonare tre volte nel corno, ed Ernani si toglierà la vita.

PARTE TERZO- La clemenza
Ad Aquisgrana, nei sotterranei del sepolcro che custodisce le spoglie di Carlo Magno, si riuniscono i congiurati, capeggiati da Ernani. Li ha preceduti Don Carlo, sceso anch’egli di nascosto nel sepolcro (“Ah, de’ verd’anni miei”). Appreso che il re aspira al trono imperiale, i congiurati ne decretano la morte; si trae a sorte colui che eseguirà la sentenza, ed esce il nome di Ernani. Tutti prestano di nuovo il loro giuramento (“Si ridesti il leon di Castiglia”), quando tre colpi di cannone annunciano che Don Carlo è stato eletto imperatore. Questi, col suo seguito, si mostra ai ribelli e ne decreta la morte. Ma cede, poi, alle insistenze di Elvira: fa dono della vita a Ernani e gli concede in sposa la fanciulla, mentre Silva medita propositi di vendetta.

PARTE QUARTO - La maschera
Nel palazzo di Don Giovanni d’Aragona, a Saragozza, ci si prepara alla festa nuziale. Tra i presenti viene notato un uomo in nero, mascherato. Mentre Ernani ed Elvira si abbandonano alla gioia, s’odono in lontananza tre suoni di corno: è Silva, che ricorda a Ernani il patto fatale. Il giovane tenta dapprima di commuovere Silva (“Solingo, errante, misero”); ma poi, tenendo fede alla parola data, si toglie la vita. Sul suo corpo esanime si accascia Elvira.


 Personen:
ERNANI, ein Banditenanführer, eigentlich Don Juan von Aragon (Tenor)
DONNA ELVIRA, Nichte und Verlobte von Silva (Sopran)
DON CARLO, Karl I., König von Spanien (Bariton)
DON RUY GOMEZ DE SILVA, ein spanischer Grande (Bass)
DON RICCARDO, ein Landedelmann des Königs (Tenor)
JAGO, Schildknappe Silvas (Bass)
GIOVANNA, Elviras Vertraute (Sopran)

CHOR
Banditen, Ritter, Gefolgsmänner, Höflinge, Pagen und Hofdamen



ERSTER TEIL - »Der Bandit«

Vorspiel

ERSTE SZENE
In den Bergen von Aragonien. Man sieht in der Ferne das maurische Kastell des Don Ruy Gomez de Silva. Es ist kurz vor Sonnenuntergang. Bergrebellen und Banditen in ihrem Lager, sie essen und trinken

Introduktionschor

CHOR
Hoch! Lasst uns trinken!
Im Wein wenigstens lasst uns
nach einer Freude suchen!
Was bleibt dem Banditen,
der von allen gemieden wird,
wenn ihm das Glas fehlt?
Lasst uns spielen, denn das Gold
ist ein eitler Schatz,
der kommt und geht.
Lasst uns spielen, wenn das Leben
uns keine willfährige,
lächelnde Schönheit mehr schenkt!
Zwischen Büschen und Abhängen
sind unsere einzigen Gefährten
der Degen und der Dolch.
Wenn es Nacht wird,
sind sie unser Ruhekissen
in einer grausigen Grotte.

Seid fröhlich! Lasst uns trinken! usw.


ZWEITE SZENE
Der niedergeschlagen wirkende Ernani erscheint auf einem Gipfel

CHOR
Ernani ist nachdenklich!
Warum, o werter Mann,
bist du bleich?
Wir haben dasselbe Schicksal,
im Leben und im Tod
gehören dir unser Arm und unser Herz.
Wie ein fliegender Pfeil
können wir
das vorherbestimmte Ziel finden.
Der ist kein Mensch,
der mit Blei und Dolch
nicht umgehen kann.

Seid fröhlich! Lasst uns trinken! usw.

Rezitativ und Kavatine

ERNANI
Habt Dank, liebe Freunde,
für so viel Liebe, danke.
Hört alle von meinem Kummer;
und wenn ihr euren Beistand verweigert
ist Ernani vielleicht für immer verloren.

So wie der Tau auf eine
verwelkte Blume sinkt,
so sank die Stimme einer Jungfrau
aus Aragonien auf mein Herz;
Es war der erste Seufzer
einer Liebe, die mich beglückte.
Der alte Silva wagte es, nach ihr
seine Hand auszustrecken,
und morgen will der Grausame
sie heiraten.
Ach, wenn sie mir genommen ist, ach, ich Armer!
Vor Kummer werde ich sterben!
Wir wollen sie entführen...

CHOR
Sie soll entführt werden,
aber wird sie es wagen, uns zu folgen?

ERNANI
Sie schwor es mir.

CHOR
Dann wollen wir kommen
und dir zur Burg folgen.
Wenn es Nacht wird,
besitzt du Gefährten für dein Werk,
jeder Dolch wird ein Schild sein
vor den Häschern des Rivalen.
Komm, Ernani, deine Schöne
sei der leuchtende Stern für die Banditen.
Der Preis für deinen Mut
sei die Süsse der Liebe.

ERNANI
Sie sei mein engelhafter Tröster
im Schmerz des Exils.
für sich
O du, die mein Herz verehrt,
komm, beglücke mein Leben;
für uns wird die Liebe
die anderen Güter ersetzen.
Wenn Ernani dein Gesicht
lächeln sieht,
vergisst er seine Mühen
und sein Leid.

CHOR
Komm, Ernani, deine Schöne sei
der leuchtende Stern für die Banditen usw.

ERNANI
O du, die mein Herz verehrt usw.

Sie machen sich auf den Weg zum Schloss


DRITTE SZENE
Prachtvoll ausgestattete Räume in der Burg der Silva. Es ist Nacht

Szene und Kavatine

ELVIRA
Die Nacht ist gekommen, und Silva ist nicht zurückgekehrt!
Ach, dass er doch nie wiederkäme!
Dieser verhasste Greis,
der mich verfolgt wie ein unreiner Geist.
Für immer hat Ernani mein Herz mit seinen Liebesworten erobert.

Ernani! Ernani, entführe mich
aus diesen verhassten Banden.
Lass uns fliehen, wenn die Liebe mir
gestattet, mit dir zu leben;
ich will dir folgen
durch Höhlen und öde Ebenen.
Die Höhlen werden das Paradies
meiner Freuden sein.


VIERTE SZENE
Dienerinnen kommen herein und tragen wertvolle Hochzeitsgeschenke

DIENERINNEN
Wie sehr die iberischen Mädchen
dich beneiden werden, Herrin!
Wie gerne würden sie Silva
heiraten, der dich verehrt!
Diese prächtigen Ketten
sendet dir der Bräutigam;
mit den Edelsteinen
und durch die Kette, ach,
wirst du einer Königin gleichen!
Morgen wird jeder dir zujubeln.

ELVIRA
Ein treuherziger Glückwunsch
von euch ist mir lieb.
für sich
Ich verwünsche alles,
was nicht von Ernani zu mir spricht;
kein Edelstein könnte den Hass
in Liebe wandeln, ach!
Fliege, Zeit, und bringe mir rasch
den frohen Augenblick meiner Flucht!
Fliege, Zeit, das Warten ist dem
liebenden Herzen eine Qual.

DIENERINNEN
Wenn sie keine Freude zeigt,
so wird sie eine Braut, aber keine Liebende sein.

Elvira und die Dienerinnen gehen ab


FÜNFTE SZENE
Don Carlo und Giovanna treten auf

Szene und Duett

CARLO
Bring sie zu mir, rasch.

GIOVANNA
Herr, seit vielen Tagen
ist sie immerzu bekümmert, sie meidet jede Gesellschaft;
und Silva ist abwesend...

CARLO
Ich verstehe. Gehorche mir jetzt.

GIOVANNA
Es geschehe.
geht ab


SECHSTE SZENE

CARLO
für sich
Warum raubt Elvira mir die Ruhe?
Ich liebe sie, sie aber achtet nicht
auf meine Macht oder. meine Liebe,
und ich fühle mich einem verschworenen
Feind vorgezogen, einem Räuber;
ein letztes Mal will ich versuchen, dieses Herz zu erobern.


SIEBENTE SZENE
Elvira tritt auf

ELVIRA
Herr, ist es möglich? Ihr selbst... und zu dieser Stunde?

CARLO
Die Macht der Liebe hat mich hergeführt.

ELVIRA
Ihr liebt mich nicht, Ihr lügt.

CARLO
Was redest du? Ein König lügt nicht.

ELVIRA
Dann geht augenblicklich.

CARLO
Komm mit mir.

ELVIRA
Gott bewahre!

CARLO
Komm, folge mir; du wirst sehen, wie sehr ich dich liebe...

ELVIRA
Und meine Ehre?

CARLO
Du wirst die Zierde meines Hofes sein.

ELVIRA
Nein, geht hinweg!

CARLO
Hast du einen Räuber zum Herrn über dein Herz erkoren?

ELVIRA
Jedes Herz bewahrt ein Geheimnis.

CARLO
Vernimm das Geheimnis meines Herzens.

Seit dem Tag, da ich dich gesehen,
schön wie die erste Liebe,
habe ich meinen Frieden verloren,
für dich schlug mein Herz.
Neige dich, Elvira, meinen Wünschen;
ich begehre deine reine Liebe;
ach, du bist die Freude und das Leben
deines Geliebten, deines Königs.

ELVIRA
Stolzes Blut von Aragonien
fliesst in meinen Adern;
der Glanz einer Krone
kann dem Herzen keine Gesetze aufzwingen.

Ich trachte nicht nach dem Thron,
noch möchte ich die Gunst eines Königs.
Ach, eure Liebe, Herr,ist ein zu grosses
oder ein zu schändliches Geschenk für mich.

CARLO
Neige dich, Elvira, meinen Wünschen usw.

Szene und Terzett

CARLO
fasst sie am Arm
Ich will nichts hören, du wirst die meine sein,
komm, folge mir.

ELVIRA
Der König, wo ist er?
Ich erkenne ihn nicht wieder.

CARLO
Du kennst ihn.

ELVIRA
zieht ihm den Dolch aus der Seite
Ich weiss, dass dieser für mich genügt.
Lasst mich, oder ich werde in Verzweiflung
unser beider Herz töten.

CARLO
Meine Getreuen sind hier!

ELVIRA
O Schrecken!


ACHTE SZENE
Ernani kommt durch einen geheimen Eingang und stellt sich zwischen beide

ERNANI
Zwischen diesen Getreuen stehe auch ich.

CARLO
Du bist Ernani! Das sagt mir die Verachtung,
die in meine Seele dringt bei deinem Anblick.
Du bist Ernani, der Räuber, der unwürdige
Aufrührer dieser Gegend...
Auf meinen Befehl wirst du sterben.
Mach dich fort, ich verachte dich, ich habe
Mitleid mit dir; flieh, bevor mein Zorn erwacht,
du Tor, vor dem König, den du beleidigt hast.

ERNANI
Kennst du mich? Du wirst also wissen,
mit welchem Hass mein Herz dich verabscheut;
du hast meine Güter und meine Ehre geraubt,
mein Vater wurde von dem deinigen ermordet.
Um den Zorn noch zu steigern, lieben wir beide
diese Frau, der du nachstellst.
Im gegenseitigen Hass und in der Liebe sind wir gleich,
komm also, ich fordere dich heraus, o König.

ELVIRA
tritt mit gezogenem Dolch zwischen beide
Nein, ihr Grausamen, der mächtige Zorn, der euch im Herzen brennt,
ist kein Zeichen eurer Liebe zu mir.
Warum verachtet ihr vor der Welt
die Ehre Elviras und ihres Hauses?
Wenn ihr auch nur ein Anzeichen gebt, oder ein
Wort redet, so werde ich durchbohrt vor euren Füssen liegen.
Nein, diese Seele kennt in einem solch grausamen Augenblick
weder den Liebhaber noch den König.

CARLO
Flieh, du Tor, vor dem König, den du beleidigt hast.
Tor! Mach dich fort! Geh, ich habe Mitleid mit dir.
Auf ein Zeichen von mir bist du vernichtet usw.


NEUNTE SZENE
Plötzlich tritt Silva ein. Carlo stellt sich so, dass Silva ihn nicht leicht erkennen kann. Elvira versucht sich zu sammeln und sie verbirgt den Dolch

Finale des Ersten Aktes

SILVA
Was sehe ich! Im heiligsten Innern meines Hauses
sehe ich zwei Verführer
bei der, die einem Silva
angetraut sein wird!
Tretet ein, holla, meine vertrauten Ritter.

Ritter und Hausdiener, Giovanna und Dienerinnen treten ein

Ein jeder sei Zeuge der Schande,
der Schmach, die ihrem Herrn bereitet wird.
für sich
Unglücklicher! Und du glaubtest sie dein,
diese schöne, unberührte Lilie!
Auf dein schneeweisses Haar
fällt stattdessen Schande.
Ach, warum habe ich mir ein junges Herz
und ein jugendliches Gemüt aufbewahrt!
Wenigstens das Herz hätte in den Jahren
kalt werden sollen.
zu Carlo und Ernani
Die beleidigte Ehre, ihr Herren,
wird nicht ungerächt bleiben.
Waffenträger, gebt mir das Schlachtbeil und mein Schwert;
der alte Silva will die Rache und zwar sofort.

Solange der Alte noch
ein rächendes Schwert besitzt,
wird er die Schmach tilgen,
oder besiegt zur Erde fallen!
Der plötzliche Groll, der mich verzehrt,
macht mich zittern;
aber die Hand wird nicht zittern,
die das Herz des Verräters sucht.

CHOR
Dieses edle Herz kann
seine Empörung nicht bezwingen, nein.

SILVA
Geht hinaus...

ERNANI
Aber, Herr...

SILVA
Kein Wort, wenn ich rede.

CARLO
Herzog...

SILVA
Lasst die Schwerter sprechen; geht hinaus, ihr Feiglinge.
zu Carlo
Und du kommst zuerst.


ZEHNTE SZENE
Jago und Don Riccardo treten auf

JAGO
Der königliche Waffenträger, Don Riccardo.

SILVA
Er kommt gerade recht, ein Zeuge meiner Rache.

RICCARDO
verweist auf Carlo an seiner Seite und nimmt Haltung an
Vor dem König ziemt sich allein Treue und Verehrung.

ELVIRA, ERNANI
für sich
Ich zittere nur für dich!

GIOVANNA, SILVA, JAGO, CHOR
Himmel! Es ist der König!

RICCARDO
Verehrung dem König!

CARLO
Ich bin der König!
zu Don Riccardo
Sieh, wie der gute Alte
jetzt den Zorn in seinem Herzen ablegt;
die Gegenwart seines Königs
bringt ihn wieder zur Vernunft.

RICCARDO
zu Carlo
Noch flackert das Feuer der Eifersucht
wild in Silvas Brust,
aber die Achtung vor seinem König
tritt jetzt an die Stelle des Zorns.

SILVA
Ach! Ein Schleier wird vor meinen Augen gezogen!
Ich glaube kaum, was ich sehe,
die Gegenwart meines Königs
konnte ich kaum erahnen.

GIOVANNA, JAGO, CHOR
untereinander
Silvas Gesicht zeigt deutlich
den Kampf in seinem Herzen,
trotzdem unterdrückt er seinen Zorn
in der Gegenwart des Königs.

ELVIRA, ERNANI
Ich zittere nur für dich!

ERNANI
leise zu Elvira
Höre Elvira: im Morgengrauen
werde ich dich aus diesem Kummer befreien;
aber widerstehe deinem Tyrannen,
bewahre deinen Glauben für Ernani.

ELVIRA
leise zu Ernani
Dein auf ewig, oder dieses Schwert
wird mich für immer von den Tyrannen erretten!
Mein standhafter Glaube ist
mir Trost im Kummer.

SILVA
Die Gegenwart meines Königs
konnte ich nicht erahnen.

RICCARDO, CARLO, GIOVANNA, CHOR
untereinander
Die Gegenwart seines Königs
bringt ihn wieder zur Vernunft.

JAGO
für sich
Ach, trotzdem unterdrückt er seinen Zorn
in der Gegenwart des Königs.

SILVA
kniet vor dem König nieder
Mein Herr, ich bin betrübt.

CARLO
Steh auf, Freund, ich verzeihe dir.

SILVA
Diese Verkleidung...

CARLO
Ich sehe, sie hat dich getäuscht.
halblaut zu Silva
Der Tod hat meinen erlauchten Grossvater ereilt,
nun denkt man an den Nachfolger.
Ich kenne deine Treue und dein Herz,
ich suche den Rat eines Getreuen.

SILVA
Das ist mir eine Ehre - höchste Ehre.

CARLO
laut, damit ihn alle hören
Mit deinem Einverständnis werden wir diese
Nacht auf deiner Burg verbringen.

SILVA
Ich bin erfreut, mein König.

ELVIRA, ERNANI
für sich
Was höre ich!

CARLO
zu Ernani
Ich will dich retten
zu Silva, auf Ernani weisend
Dieser Getreue wird augenblicklich abreisen.

ELVIRA
für sich
Der Himmel sei mir gnädig!

ERNANI
mit Blick auf Carlo
Ich dein Getreuer? Es wird immer wie ein
Geist sein, der die Rache sucht.
Mein Vater, der von dem deinen ermordet wurde, erwartet sie;
ich werde den zornigen Schatten besänftigen.
Endlich werde ich den ungerächten Zorn, der mir
im Herzen brennt, stillen können.

ELVIRA
leise zu Ernani
Flieh, Ernani, rette dich für meine Liebe,
flieh, flieh diesen schrecklichen Ort;
hier, du siehst es; hier hasst dich jeder.
Flieh, ein Wort kann dich verraten.
Du besitzt ganz mein Herz,
ich will meine Treue dir bewahren.

ERNANI
Ich werde den zornigen Schatten usw.

CARLO
zu Silva und Don Riccardo
Mehr als alles andere ersehne ich den Glanz
der leuchtenden Kaiserkrone;
Wenn die Krone für mein Haupt bestimmt ist,
so will ich mich ihr würdig erweisen.
Mit mir wird die gütige Gerechtigkeit und
die Tugend auf den Thron steigen.

SILVA, RICCARDO
zu Carlo
Vertraue auf dein Recht, Herr:
es ist heiliger und gerechter als das jedes anderen;
Nein, niemals wurde der Lorbeer der Cäsaren
auf ein würdigeres Haupt gelegt.
Wer die Liebe Spaniens besitzt,
verdient die Liebe der ganzen Welt.

JAGO,CHOR
Silva hat seine Wut in Freude verwandelt,
nun sieht man sein Herz voller Freude.
Wie sich das Meer beruhigt,
wenn der Zorn der Winde nachlässt.
Der Aufenthalt des Königs bringt der
Burg Silvas neue Ehre.

GIOVANNA, DIENERINNEN
untereinander
Warum ist Elvira in der Blüte ihres Lebens so
verwirrt und bedrückt...
Jetzt, da ihr Hochzeitstag heranrückt,
zeigt sie kein freudiges Lächeln?
Man sieht klar, dass ihr natürliches Herz
keine Liebe heucheln kann.

ZWEITER TEIL - »Der Gast«

ERSTE SZENE
Prächtiger Saal im Palast des Don Ruy Gomez de Silva. Die Türen führen in verschiedene Räume. An den Wänden sieht man reichverzierte Rahmen, die mit Herzogskronen, vergoldeten Wappen und Porträts der Familie Silva geschmückt sind. Neben jedem Porträt befindet sich eine vollständige Pferderüstung, die aus der Zeit stammt, in der die abgebildete Person lebte. Man sieht auch einen reichen Tisch, neben dem ein herzoglicher Armsessel aus Eichenholz steht. Ritter und Edelknaben des Don Ruy. Damen und Kammerzofen der Elvira

Introduktion - Galopp mit Chören

CHOR
Lasst uns jubeln! Freude soll uns erfüllen!
Alles lächelt in Silvas Burg;
nein, niemals ist ein schönerer
Tag als dieser im Orient aufgegangen.

Lasst uns jubeln! usw.

Welche Blume, die auf anmutigem Beet
aus einem jungfräulichen Stiel duftet,
und der Himmel und Erde huldigen,
besitzt die Schönheit Elviras.

Diese Blume wird gepflückt und verehrt
vom schönsten und edelsten Ritter,
der jetzt an Besonnenheit und Weisheit
alle die besiegt, die er am Tag an Wert überragt.

Der Ehebund sei so glücklich, wie er es verdient,
und wenn er durch einen Abkömmling beglückt werden kann,
so möge das Kind die Vernunft und Schönheit der Eltern besitzen,
so wie sich die Sonne im Meer spiegelt.

Lasst uns jubeln! usw.


ZWEITE SZENE
Jago und Silva treten auf. Silva, der als spanischer Grande prächtig gekleidet ist, nimmt in dem herzoglichen Armsessel Platz

Szene und Terzett

SILVA
Jago, bring mir sofort den Pilger. Jago geht hinaus. Gleich darauf erscheint Ernani in der Tür, als Pilger gekleidet

ERNANI
Der Himmel möge es Euch vergelten.

SILVA
Komm näher, Pilger, was wünscht du?

ERNANI
Ich bitte um Gastfreundschaft.

SILVA
Einem Silva war sie immer heilig, und so soll es bleiben.
Wer du bist und woher du kommst,
will ich nicht wissen.
Du bist mein Gast, Gott sendet dich,
befehle.

ERNANI
Herr, dir sein Dank.

SILVA
Lass dich nicht herab:
Hier ist der Gast Herr.


DRITTE SZENE
Eine Zimmertür öffnet sich, und Elvira tritt ein, in reichem Hochzeitskleid, gefolgt von jungen Edelknaben und Mädchen

SILVA
zu Ernani
Siehst du? Meine Braut kommt.

ERNANI
Braut!

SILVA
zu Ernani
In einer Stunde
zu Elvira
Elvira, trägst du nicht
den Ring
und die herzogliche Krone?

ERNANI
Braut! In einer Stunde! Dann, o Herzog,
will ich dir mein Hochzeitsgeschenk überreichen.

SILVA
Du?

ERNANI
Ja.

ELVIRA
für sich
Was höre ich!

SILVA
Und welches?

ERNANI
wirft seinen Pilgermantel fort
Meinen Kopf.

ELVIRA
für sich
Es ist Ernani! Grosser Gott!

ERNANI
Ich biete euch allen so viel
Gold, wie ein begieriges
Verlangen befriedigen könnte;
nehmt es als Preis meines Lebens.
Tausend Soldaten verfolgen mich,
so wie die Hunde ein Raubtier.
Ich bin der Räuber Ernani.
Ich hasse mich selbst und das Leben.

ELVIRA
für sich
O weh, o weh, der Arme geht zugrunde!

SILVA
zu den Seinen
Er hat den Verstand verloren.

ERNANI
Meine Leute sind zerstreut und auf der Flucht,
ich bin euer Gefangener,
übergebt mich dem König, und der Preis…

SILVA
Das wird nicht sein, ich schwöre es;
hier bist du sicher.
Silva hat nie jemanden verraten.

ELVIRA
O weh, der Arme geht zugrunde, o weh!

ERNANI
Übergebt mich dem König.

SILVA
In diesen Mauern geniesst jeder Gast
die Rechte eines Bruders.
Holla, meine Getreuen, bewaffnet
die Türme der Burg.
Folgt mir.

Er gibt Elvira einen Wink, mit den Dienerinnen in ihre Räume zu gehen, und geht ab, gefolgt von seinen Dienern


VIERTE SZENE
Nachdem er gegangen ist, folgt Elvira den Mädchen ein paar Schritte, dann bleibt sie stehen und kehrt, nachdem die Mädchen fort sind, ängstlich zu Ernani zurück, der sie hochmütig abweist

ERNANI
Du Treulose!
Wie wagst du es, mich anzublicken?

ELVIRA
Hier ist meine Brust, töte mich,
aber ich war und bin dir treu.
Es war also ein Gerücht,
dass du tot bist.

ERNANI
Tot! Noch lebe ich!

ELVIRA
Eingedenk
unseres Schwurs,
wollte ich mich am Altar
zeigt ihm das verborgene Messer
mit einem Messer umbringen,
weinend
ich bin nicht so schuldig
wie du grausam bist.

ERNANI
Trockne deine Tränen, vergib mir,
es war ein Wahn. Ja, ich liebe dich noch.

ELVIRA
Teures Wort! Es klingt mir im Herzen
mächtiger als der Schmerz.

ELVIRA, ERNANI
Ach, ich könnte jetzt sterben,
o mein Ernani / meine Elvira, an deiner Brust.
Diese Umarmung nimmt die
himmlischen Freuden voraus.
Auf Erden hat unsere Liebe uns
nur Kummer gebracht.


FÜNFTE SZENE
Der auftretende Silva sieht Elvira und Ernani in Umarmung und wirft sich wütend zwischen sie, ein Messer in der Hand

SILVA
Verbrecher, meine Wut hat keine
Rast und keine Zügel;
ich werde das undankbare Herz ausreissen
und mich wenigstens zu rächen wissen.


SECHSTE SZENE
Jago tritt rasch auf

JAGO
Am Burgtor steht der König
mit einem Trupp Soldaten
und begehrt Einlass.

SILVA
nach einigem Überlegen
Man öffne dem König.

Jago geht ab


SIEBENTE SZENE

ERNANI
Nun erflehe ich von dir den Tod.

SILVA
Nein, eine schrecklichere Rache
werde ich mir vorbehalten;
zu Ernani
Geh, verbirg dich; ein jeder wird umsonst
versuchen, dich zu finden.
Nur Silva verdient es,
die schreckliche Schmach zu bestrafen.

ELVIRA, ERNANI
Die schrecklichste Rache vollziehe
deine Hand an mir,
aber sei menschlich zu ihm / zu ihr,
habe ein wenig Mitleid.
Richte deinen Zorn nur auf mich; ich schwöre,
ihn / sie trifft keine Schuld.

SILVA
Nur Silva verdient es usw.

Ernani geht in ein Versteck, das Silva ihm hinter seinem eigenen Porträt geöffnet hat. Elvira zieht sich in ihre Räume zurück


ACHTE SZENE
Carlo und Riccardo treten auf, gefolgt von Rittern

Grosse Szene und Arie

CARLO
Vetter, vor wem hat sich
deine Burg gewappnet?
Silva verbeugt sich schweigend
Antworte mir.

SILVA
Herr...

CARLO
Ich verstehe... ihr armseligen Grafen und
Herzöge weckt die Hydra der Rebellion...
Aber auch ich bin wach und ich kann all diese
Hydren in ihren zinnenbekrönten Verstecken aufspüren,
und ich zerstöre die Verstecke wie ihre Verteidiger.
Rede.

SILVA
Herr, die Silvas sind immer treu.

CARLO
Das werden wir feststellen ..
Der letzte Haufen von Rebellen
wurde besiegt und zerstreut.
Ihr Anführer, Ernani, hat in deiner Burg Aufnahme gefunden.
Entweder übergibst du ihn mir, oder, ich
verspreche dir, Feuer wird hier alles einäschern!
Wenn ich dir Treue bewahren soll, dann weisst du gut, was du tun kannst.

SILVA
Ich will nicht leugnen... es ist wahr,
ein Pilger ist zu uns gekommen,
und hat bei Gott um Gastfreundschaft gebeten;
ihn verraten darf ich nicht.

CARLO
Verbrecher! Und deinen König willst du verraten?

SILVA
Die Silvas verraten nicht.

CARLO
Ich will deinen Kopf oder den des Ernani,
Verstehst du?

SILVA
Nehmt meinen.

CARLO
Du, Don Riccardo, nimm sein Schwert.
Don Riccarde führt den Befehl aus
Ihr durchsucht jeden Winkel des Schlosses,
findet den Verräter.

SILVA
Treu ist die Burg wie sein Herr.

Ein Teil der Ritter geht ab


NEUNTE SZENE

CARLO
erbittert zu Silva
Wir werden sehen, verwegener Alter,
ob du mir widerstehen kannst,
wenn du unbesorgt die Rache
deines Königs herausforderst.
Sie tost über deinem Kopf.
Bedenke dich, bevor alles
wilder und schrecklicher als
ein Blitz über dich kommt.

SILVA
Nein, der König von Spanien
will nicht die Unehre der Silvas.

CARLO
Deinen Kopf, Verräter, nein,
einen anderen Ausweg gibt es nicht.


ZEHNTE SZENE
Die Ritter kommen zurück und tragen Bündel von Waffen

RITTER
Der geheimste Winkel der Burg
wurde untersucht;
alles vergeblich; von dem Rebellen
findet sich keine Spur.
Die Wachen wurden entwaffnet;
dein Zorn soll nicht ungesühnt bleiben,
Erbarmen darfst du denen nicht gewähren,
die Treue und Ehre verraten.

CARLO
Unter der Folter werden sie reden
und uns zu dem Banditen führen.


ELFTE SZENE
Elvira tritt plötzlich auf, gefolgt von Giovanna und den Kammermädchen

ELVIRA
wift sich Carlo zu Füssen
Ach! Haltet ein, in einem königlichen Herzen
darf das Erbarmen nicht stumm bleiben.

CARLO
überrascht, richtet sie auf
Bittest du mich darum? Jeder Groll
wird um Elviras willen schweigen.
zu Silva
Dieses Mädchen sei die Geisel
für deine Treue.
Folge mir, oder der Schuldige...

SILVA
Nein, das darf nicht sein;
ach, Herr, wollt ihr
mein Herz verwunden!
Ach, ich liebe sie, für einen elenden Alten ist sie
der einzige Trost auf Erden.
Nimm sie mir nicht weg,
zerschmettere lieber mein Haupt.

CARLO
Also, Ernani?

SILVA
Sie soll mit dir gehen.
Ich will die Treue nicht verraten.

RITTER
zu Silva
Jedes Mitleid ist nutzlos, du musst gehorchen.

CARLO
zu Elvira
Komm mit mir, und ich will dein
Leben mit Rosen umflechten;
komm mit mir, für dich soll die Zeit
keine dornigen Stunden haben.
Trockne die Tränen, Mädchen,
von den bleichen Wangen,
denke an die Freude, die dich erwartet,
und die dich glücklich machen wird.

GIOVANNA, KAMMERMÄDCHEN
untereinander
Dies beschleunigt den Tod Silvas mehr
als die Schäden des Lebens.

RICCARDO, RITTER
zu Elvira
Glaube, die Freude, die dich erwartet,
wird dich glücklich machen.

SILVA
für sich
Silva wird seinen brennenden Durst
nach Rache noch völlig stillen.

ELVIRA
für sich
Ach, das Schicksal, das mich erwartet,
wird meinen Schmerz verewigen.

CARLO
Ach, komm mit mir usw.

Der König geht mit seinem Gefolge ab und zieht Elvira, die von Giovanna gestützt wird, mit sich, die Dienerinnen begeben sich in die Zimmer ihrer Herrin


ZWÖLFTE SZENE

Duett - Finale des Zweiten Aktes

SILVA
nachdem er unbeweglich den Abzug des Königs und seines Gefolges beobachtet hat.
Der Himmel möge immer dich beschützen. Der Hass wird immer in mir leben, o König.
Er läuft zu den Waffen, die neben den Porträts liegen, nimmt zwei Schwerter und öffnet das Versteck Ernanis


DREIZEHNTE SZENE

SILVA
Komm heraus. Bietet dem herauskommenden Ernani die Schwerter an
Für dich, wähle und folge mir.

ERNANI
Dir folgen? Wohin?

SILVA
Auf den Kampfplatz.

ERNANI
Nein, ich will und darf nicht...

SILVA
Elender!
Vor dem Aufblitzen dieses Stahls erbleichst du?
Folge mir.

ERNANI
Deine Jahre verbieten es mir.

SILVA
Komm, ich fordere dich heraus, Jüngling;
einer von uns muss sterben.

ERNANI
Du hast mich gerettet, töte mich,
hörst du, aus Erbarmen.

SILVA
Du wirst sterben.

ERNANI
Ich werde sterben, aber zuerst
meine letzte Bitte.

SILVA
Du kannst sie an Gott richten.

ERNANI
Nein, ich richte sie an dich.

SILVA
Rede, ich trage die Hölle in mir.

ERNANI
Ach, erlaube, dass ich sie noch
einmal, zum letzten Mal, sehe...

SILVA
Wen?

ERNANI
Elvira!

SILVA
Sie ist gerade gegangen:
der König nahm sie mit sich.

ERNANI
Alter, was hast du getan?
Er ist unser Rivale.

SILVA
O Grimm, o Wut!
Der König! Sagst du die Wahrheit?

ERNANI
Er liebt sie.

SILVA
geht wütend über die Bühne
Meine Diener, zu den Waffen.

ERNANI
Du musst mich zur Teilnahme
an deiner Rache rufen.

SILVA
Nein, dich werde ich zuerst töten.

ERNANI
Ich werde sie mit dir vollziehen,
dann wirst du mich töten.

SILVA
Wirst du dein Wort halten?

ERNANI
reicht ihm ein Jagdhorn
Hier ist mein Pfand: in dem Augenblick,
da du Ernanis Tod willst,
wenn er einen Hornstoss hört,
wird er sich sofort töten.

SILVA
Gib mir deine Hand, schwöre es.

ERNANI
Ich schwöre es bei meinem Vater.

ERNANI, SILVA
Gott hört uns, und rächend
bestraft er den Meineidigen;
Luft und Licht mögen ihm fehlen,
Schande sei dem Lügner.


VIERZEHNTE SZENE
Silvas Ritter treten eilig und ohne Waffen ein

RITTER
Herr, du siehst uns wohlbehalten
und bereit für deine Befehle.

SILVA
Der Zorn verjüngt mich,
man verfolge den Entführer.

ERNANI, SILVA
Auf die Pferde, Ritter;
Waffen, Blut und Rache.

RITTER
Bereit findest du deine Ritter;
für dich strömt unser Blut! Rache!

ERNANI, SILVA
Blut und Rache;
Silva selbst führt und treibt euch zur Eile an,
er wird euch einen würdigen Preis geben.

RITTER
Blut und Rache;
wenn Silvas Stimme uns antreibt,
ist ein jeder umso tapferer!

ERNANI, SILVA
ihre Waffen ausstreckend
Diese Schwerter, Todesboten,
finden den Weg zu jedem Herz.
Wer wagt, sich zu widersetzen, falle zuerst,
und ein Verbrechen sei es, Mitleid zu fühlen.

RITTER
Diese Schwerter, Todesboten usw.

Alle gehen ab

DRITTER TEIL - »Die Güte«

ERSTE SZENE
Unterirdische Grabkammern in Aachen mit dem Grabmal Karls des Grossen. Es befindet sich auf der rechten Seite und hat bronzene Türen; darüber steht in Grossbuchstaben: CAROLUS MAGNUS. Im Hintergrund befindet sich eine Treppe, die zum Haupteingang der Krypta führt; dort sieht man andere kleinere Gräber,- weitere Türen auf der Bühne führen in andere Grabkammern. Zwei in der Mitte herabhängende Leuchter verbreiten mattes Licht in der Gruft. Don Carlo und Don Riccardo treten vorsichtig am Haupteingang ein; sie sind in dunkle weite Mäntel gehüllt. Don Riccardo geht mit einer Fackel voraus

Vorspiel, Szene und Kavatine

CARLO
Ist dies der Ort?

RICCARDO
Ja.

CARLO
Und die Stunde?

RICCARDO
Es ist die Stunde.
Hier kommt die Bande zusammen.

CARLO
Die gegen mich verschworen ist...
Das Grab Karls des Grossen wird mich vor dem
Blick der Mörder verbergen.
Und die Kurfürsten?

RICCARDO
Sind versammelt;
sie prüfen die Rechtsansprüche, wem die schönste Krone der
Welt gebührt, der unbesiegte Lorbeer und
die Zierde der Cäsaren.

CARLO
Ich weiss es. Nun lass mich.
Riccardo schickt sich an zu gehen
Höre,
falls ich gewählt werden sollte,
so lass das feuerspeiende Geschütz
vom grossen Turm dreimal feuern.
Dann komm herunter zu mir und führe Elvira hierher.

RICCARDO
Und was werdet Ihr tun?

CARLO
Nichts weiter... Zwischen diesen Grabmälern
will ich mit den Toten reden
und die Rebellen entdecken.

Don Riccardo geht ab


ZWEITE SZENE

CARLO
Grosser Gott! Bei marmornen Gräbern schärfen sie
ihre Messer, um mich zu töten.
Zepter! Überfluss! Ehren!
Schönheit! Jugend! Was seid ihr?
Schwimmende Nachen auf dem Meer der Jahre,
die die Welle des endlosen Kummers schlägt,
bis sie die Klippe des Grabes erreichen und euer
Name mit euch ins Nichts fällt!

O Träume und trügerische
Schatten meiner Jugend,
wenn ich euch zu viel Glauben schenkte,
jetzt verschwindet der Zauber.
Wenn ich jetzt
auf den höchsten Thron gerufen werde,
ach, so werde ich mich wie ein Adler
auf den Flügeln der Tugend emporschwingen,
ach, und mein Name wird die Zeit überdauern.

Er öffnet mit einem Schlüssel die Tür zum Grabmal Karls des Grossen und tritt ein


DRITTE SZENE
Die kleineren Türen zur Krypta öffnen sich, und die Bandenmitglieder kommen vorsichtig herein; sie sind in grosse Mäntel gehüllt und tragen Fackeln

Verschwörung

CHOR I
»Ad augusta!«

CHOR II
Wer ist dort?

CHOR I
»Per angusta!«

CHOR II
Das ist gut.

BEIDE CHÖRE
Durch unseren Bund dringe heiliges Feuer
in die Seele und entzünde die Herzen.


VIERTE SZENE
Silva, Ernani und Jago treten auf; sie sind wie die übrigen gekleidet

ERNANI, SILVA
»Ad augusta!«

CHOR
»Per angusta!«

ALLE
Durch den heiligen und gerechten Bund
wird der Wille des Schicksals
aus diesen Gräbern sprechen.

SILVA
steigt auf eines der kleineren Grabmäler
Fehlt jemand in der Versammlung?

CHOR
Hier ist kein Feigling.

SILVA
Dann sei das Geheimnis offenbart:
Carlo strebt nach der heiligen Herrschaft.

JAGO, CHOR
Zuvor sei er tot, wie eine Fackel verlischt.
Sie werfen die Fackeln zu Boden
Er hat die Rechte
Spaniens verletzt,
Jeder hier bewaffne sich.

SILVA
Einer genügt. Das Schicksal hat
nur einem seinen Tod anvertraut.

Jeder nimmt eine kleine Tafel aus seinem Gewand, schreibt seinen Namen darauf und wirft sie in ein kleines, geöffnetes Grab

CHOR
Jeder ist bereit, in jedem Fall
zu töten oder zu sterben.
Silva nähert sich bedächtig dem Grab und nimmt eine Tafel heraus; alle umringen ihn ängstlich
Welcher Name ist es?

SILVA
Ernani.

SILVA, CHOR
Er ist es!

ERNANI
Jubelnd
Oh, welches Glück ist mir vergönnt!
Vater, ach Vater!

JAGO, CHOR
Wenn du fällst, wirst du voll und ganz gerächt werden.

SILVA
leise zu Ernani
Jüngling, überlass mir die Tat.

ERNANI
Hältst du mich für feige, Alter?

SILVA
Ich schenke dir dein Leben
und meine Güter.

ERNANI
Nein.

SILVA
zeigt ihm das Horn
Ich könnte
dich jetzt zwingen zu sterben.

ERNANI
Nein, nein, ich will erst töten.

SILVA
Dann, Jüngling, erwartet
dich die schrecklichste Rache.

CHOR
In diesem Augenblick verknüpfe uns
Brüder ein Bund, ein Schwur.

ALLE
Ein Bund! Ein Schwur!
Alle umarmen sich, ziehen in höchster Erregung ihre Schwerter und brechen in folgende Hymne aus
Wach auf, Löwe von Kastilien,
jeder Berg und Felsen Spaniens
halle wider von deinem schrecklichen Brüllen,
wie einst gegen die maurischen Unterdrücker.

Wir sind alle eine Familie,
wir kämpfen mit dem Arm und der Brust.
Nicht länger werden wir ungerächte und vernachlässigte
Sklaven sein, solange unser Herz noch schlägt.

Der Tod soll uns treffen, oder der Sieg uns hold sein,
wir werden kämpfen, und das Blut der Toten
wird den lebenden Söhnen neues Feuer
und neue Kräfte zum Kämpfen geben.

Ein strahlender Tag des Ruhmes
möge am Ende uns leuchten.
Spanien wird fruchtbar sein an Heroen,
von dem Grausamen wird es erlöst sein.


FÜNFTE SZENE
Man hört einen Kanonenschuss

Szene und Finale des Dritten Aktes

ALLE
Welch ein Lärm?
Ein zweiter Kanonenschuss, und die Tür des Grabmals öffnet sich
Was wird das sein?
Das Schicksal erfüllt sich.
Dritter Kanonenschuss, Don Carlo zeigt sich auf der Schwelle
Kaiser Karl der Grosse!

CARLO
schlägt dreimal mit dem Knauf seines Schwertes gegen das bronzene Tor
Karl der Fünfte, ihr Verräter.


SECHSTE SZENE
Das grosse Portal der Krypta öffnet sich, und beim Erschallen der Trompeten treten sechs Kurfürsten in brokatenen Gewändern auf; ihnen folgen Pagen, die auf einem samtenen Kissen das Zepter, die Krone und andere Herrschaftsinsignien tragen. Ein prächtiger Zug von deutschen und spanischen Edelleuten umgibt den Kaiser. Unter ihnen sieht man Elvira, der Giovanna folgt. Im Hintergrund werden die Fahnen des Kaisers ausgerollt, und Soldaten mit Fackeln erleuchten die Bühne. Don Riccardo marschiert an der Spitze des Zuges

RICCARDO
Das versammelte Wahlgremium hat Euch zum
erlauchten Kaiser gewählt,
und möchte Euch die
kaiserlichen Insignien überreichen, Herr.

CARLO
zu den Kurfürsten
Der Wille des Himmels wird der meine sein.
Diese Schurken haben sich gegen mich verschworen.
zu den Verschwörern
Ihr Feiglinge, zittert ihr jetzt?
Es ist zu spät! Ihr seid alle in meiner Hand.
Ich werde die Hand schliessen, und ihr werdet sterben.
zu den Wachen, die den Befehl ausführen und Ernani in der Menge lassen
Nur wer Graf oder Herzog ist,
werde vom Volk getrennt;
das Gefängnis für das Volk, für die Adeligen das Beil.

ERNANI
tritt stolz zwischen den Adeligen hervor und bedeckt sein Haupt
Verfüge auch über mich den Tod, o König.

Ich bin Graf, Herzog von
Segovia und Cardona.
Jeder soll mich als
Don Giovanni von Aragon erkennen.
Ich hoffte, der Rächer meines
Vaterlandes und meines Vaters zu sein.
Ich habe dich nicht getötet, dieses Haupt, das
Geschlecht verlässt dich, o König.

CARLO
Ja, es wird mit den anderen fallen.

ELVIRA
fällt Carlo zu Füssen
Ach, Herr, wenn dir der grösste
Thron bestimmt ist,
dann schliesse diese übergangene
Tote in dein Erbarmen ein.
Die Verachtung sei deine Rache,
die die Reue vollendet.

CARLO
Schweige, Frau.

ELVIRA
Ach nein, das soll nicht sein,
der Himmel spricht durch mich.
Wahre Tugend ist die Güte.
Sie steht auf

CARLO
betrachtet das Grab Karls des Grossen
O grosser Karl, mehr als deinen Namen
möchte ich deine Tugenden besitzen.
Ich schwöre bei dir und bei Gott,
dass ich deine Taten nachahmen werde.
Allen sei vergeben.
für sich
Meine Leidenschaft habe ich gezähmt.
Er führt Elvira zu Ernani
Ihr möget heiraten und euch immer lieben.
Karl dem Grossen sei Ruhm und Ehre!

ELVIRA, GIOVANNA, ERNANI, RICCARDO, JAGO, CHOR
Karl dem Grossen sei Ruhm und Ehre!
Karl, deinem Namen sei ewiges Lob!
Du, gütiger König, gleichst einem Gott,
weil du die Beleidigung vergibst
und den Verschwörern verzeihst - Lob!
Der erhabene Lorbeer in deinen Haaren
erzeugt einen merkwürdigen, göttlichen Glanz.
Karl dem Fünften sei Ruhm und Ehre! usw.

SILVA
Die beleidigte Ehre schreit nach Rache!
Oh, meine Hoffnungen sind besiegt, nicht gezähmt,
aber ich werde sie noch stillen;
ich werde nur meiner Rache
und meinem Hass leben.
Die Jahre machen meine Haare weiss,
aber unauslöschbar ist mein Groll.
Die beleidigte Ehre schreit nach Rache usw.

CARLO
Ich schwöre bei dir und bei Gott usw.

VIERTER TEIL - »Die Maske«

ERSTE SZENE
Eine Terrasse im Palast des Don Giovanni d'Aragona in Saragossa. Auf der rechten und linken Seite führen Türen in verschiedene Zimmer; der Bühnenhintergrund ist durch Gitter verschlossen, durch die man die erleuchteten Gärten des Palastes und einen Teil von Saragossa erblickt. Im Hintergrund auf der rechten Seite führt eine grosse Freitreppe in die Gärten. Von einer Treppe auf der linken Seite hört man heitere Tanzmusik. Edelherren, Damen, Masken, Pagen und Dienerinnen kommen und gehen und schwatzen lustig miteinander

Ein Festball

CHOR
O wie glücklich ist das Hochzeitspaar!
Sie werden wie Blumen sein, die an einem Stiel gewachsen sind.
Vergangen ist das Unwetter der stürmischen Tage;
der Himmel will ihnen auf immer hold sein.


ZWEITE SZENE
Eine Maske in einem hochgeschlossenen, schwarzen Domino tritt auf und blickt unruhig umher

CHOR
Wer ist dieser, der sich hier
in einem schwarzen Mantel herumtreibt?
Er scheint wie ein Geist, der an die
Zauberei am Grabmal erinnert.
Sie umringen die Maske.
Er kann kaum seinen Zorn zügeln.
Seine Augen sind wie glühende Kohlen.
Nach einigen drohenden Bewegungen springt die Maske in den Garten

Fliehe von den Glücklichen,
wen ihr Anblick verdüstert.


DRITTE SZENE
Andere Masken treten ein

CHOR
Hier herrscht nur Freude und Vergnügen,
jeder Mund bekunde die Freude des Herzens!
Alle gehen ab


VIERTE SZENE
Elvira und Ernani kommen aus dem Ballsaal und gehen auf die rechte Seite, wo sich das Brautgemach befindet

Grosse Szene und Terzett - Finale des Vierten Aktes

ERNANI
Die Musik ist zu Ende, alle Fackeln erloschen,
die Liebe sucht das Schweigen und das Geheimnis.
Sieh, meine Elvira, wie selbst die Sterne
zu unserer glücklichen Hochzeit lächeln.

ELVIRA
So habe ich sie scheinen sehen,
als ich in Silvas Burg traurig auf dich
wartete und dem ungeduldigen Herzen
die Stunden wie Jahrhunderte erschienen.
Nun bist du endlich bei mir.

ERNANI
Und für immer.

ELVIRA
O welche Freude!

ERNANI
Ja, für immer der deine.

ELVIRA, ERNANI
Bis zum letzten Atemzug
werden wir eins sein.

Man hört aus der Ferne Hörnerklang

ERNANI
für sich
Der Fluch Gottes!

ELVIRA
Lass mich dein Lächeln sehen.

Man hört einen weiteren Ton

ERNANI
verzweifelt
Ach, der Tiger will seine Beute!

ELVIRA
erschreckt
Himmel! Was hast du? Welcher Kummer?

ERNANI
ausser sich
Elvira, siehst du nicht ein höllisches Grinsen,
das mich, zwischen Schatten, funkelnd verspottet?
Und der Alte! Der Alte! Sieh!

ELVIRA
O weh, du verlierst den Verstand!

Die Klänge kommen näher und verstärken sich

ERNANI
für sich
Er will mich haben!
zu Elvira
Höre, o süsse Elvira,
erst jetzt quält mich eine alte Wunde.
Geh, Geliebte, und hole schnell eine Arznei.

ELVIRA
Aber Herr!

ERNANI
Wenn du mich liebst, geh, beeile dich.

Elvira geht in das Hochzeitsgemach


FÜNFTE SZENE

ERNANI
Jetzt ist alles still,
vielleicht war es ein Wahn!
Das Herz ist nicht gewohnt, glücklich zu sein;
vielleicht träumte es von einer Angst der Vergangenheit.
Lass uns gehen.
Er will Elvira folgen


SECHSTE SZENE
Silva, maskiert, steht am Ende der Treppe

SILVA
Halt.

ERNANI
erschreckt
Er ist es!
Er kommt, um meine Myrte gegen die Zypresse einzutauschen!

SILVA
zeigt ihm das Horn
Hier ist das Pfand: im dem Augenblick,
da du Ernanis Tod willst,
wenn er einen Hornstoss hört,
wird er sich sofort töten.
nähert sich Ernani und nimmt seine Maske ab
Wirst du ein Lügner sein?

ERNANI
Höre, höre nur ein Wort.
Einsam und elend bin ich seit
meinen frühesten Jahren umhergeirrt;
einen Kelch des bitteren Kummers
musste ich ganz trinken.
Nun, da mir endlich
der Himmel lacht,
lass mich wenigstens
am Kelch der Liebe nippen.

SILVA
gibt ihm wütend ein Messer und Gift
Hier ist der Kelch.
Ich gestatte dir zu wählen, aber schnell.

ERNANI
Grosser Gott!

SILVA
Wenn du zögerst oder zauderst...

ERNANI
Ich sehe Schwert und Gift!
Herzog, verschone die Seele.

SILVA
Wo ist die spanische Ehre,
Meineidiger, Lügner?

ERNANI
Nun denn, gib es mir, ich sterbe!
nimmt das Messer


LETZTE SZENE
Elvira tritt aus dem Brautgemach

ELVIRA
zu Ernani
Halt ein, Grausamer, warum willst
du zwei Leben auslöschen?
zu Silva
Welcher höllische Dämon
hat diese Intrige gesponnen?
Nahe dem Grabe ersinnst
und vollziehst du solch eine Rache!
Ich werde den Tod beschleunigen,
der dich, Alter, erwartet.
Sie will sich auf ihn stürzen, hält aber ein.

Ach, was rede ich? Verzeih mir.
Die Angst sprach aus mir.

SILVA
Deine Tränen, Frau, sind umsonst.

ELVIRA
Ach!

SILVA
Umsonst, ich verzeihe nicht.

ERNANI
für sich
Die Furie ist unerbittlich.

ELVIRA
zu Silva
Ich bin die Tochter eines Silva.
Ich liebe ihn, ein unauflöslicher
Bund verknüpft mich mit ihm.

SILVA
Du liebst ihn? Er wird sterben,
für deine Liebe soll er sterben.

ELVIRA
Für diese bitteren Tränen,
habe Mitleid mit mir und mit ihm.

ERNANI
Verbirg deine Tränen vor mir, Elvira,
ich muss stark sein.
Jeder Schmerz vergrössert
den Kummer meiner Seele.

ELVIRA
Erbarmen!
Erbarmen für ihn und mich.

ERNANI
Ein schrecklicher Schwur
verurteilt mich jetzt zum Tode.

ELVIRA
Erbarmen!

SILVA
Nein.

ERNANI
Mein Glück verhöhnte
das Schicksal.

ELVIRA, ERNANI
Der Himmel hatte
mit uns kein Erbarmen.

SILVA
Er wird sterben.
Für diese Liebe wird er sterben.

ELVIRA
Für ihn, für mich Erbarmen usw.

ERNANI
Der Himmel hatte mit uns usw.

SILVA
Deine Tränen, Frau, sind umsonst usw.

SILVA
nähert sich drohend Ernani
Wenn er einen Hornstoss hört,
wird Ernani sich sofort töten.

ERNANI
Ich verstehe, ich verstehe.
Mein unseliges Schicksal vollendet sich.
Er ersticht sich

ELVIRA
Was tust du? Ach, Elender!
Auch ich will sterben! Für mich das Messer!

SILVA
Nein, Verbrecherin, halt ein,
dein Schwärmen nützt nichts.

ERNANI
Elvira, Elvira!
Warte auf mich.

ELVIRA
Nur dir will ich folgen...

ERNANI
Lebe, ich flehe dich an, Teure,
mich zu lieben und zu leben, leb wohl.

ELVIRA, ERNANI
Zum Altar des Todes ist
unser Brautgemach geworden.

SILVA
Der Dämon der Rache komme
hierher, um zu jubeln.

ERNANI
Elvira, Elvira, lebe wohl!

ELVIRA
Warte auf mich.

SILVA
für sich
Er komme hierher!

Ernani stirbt, und Elvira wird ohnmächtig

Personaggi:
ERNANI, Don Giovanni di Aragona, il bandito (Tenore)
DON CARLO, re di Spagna (Baritono)
DON RUY GOMEZ DE SILVA, grande di Spagna (Basso)
ELVIRA, sua nipote e fidanzata (Soprano)
GIOVANNA, di lei nutrice (Mezzosoprano)
DON RICCARDO, scudiero del re (Tenore)
JAGO, scudiero di Don Ruy Gomez (Basso)

Banditi, Cavalieri, Vassalli, Cortigiani, Principi elettori, Paggi e Dame di Corte



ATTO PRIMO - Il bandito

SCENA I
Montagne dell'Aragona.

Vedesi in lontananza il moresco castello di Don Ruy Gomez de Silva. È presso il tramonto. Coro di ribelli montanari e banditi. Mangiano e bevono: parte gioca, e parte assetta le armi


TUTTI
Evviva! … Beviamo! - Nel vino cerchiamo
almeno un piacer!
Che resta al bandito, - da tutti sfuggito,
se manca il bicchier?

CORO I
Giuochiamo, ché l'oro - è vano tesoro,
qual viene sen va.
Giuochiam, se la vita - non fa più gradita
ridente beltà!

CORO II
Per boschi e pendici - abbiam soli amici,
moschetto e pugnal.
Quand'esce la notte - nell'orride grotte
ne forman guancial.

TUTTI
Allegri!
Beviamo! … Beviam! - Nel vino cerchiam
almeno un piacer!


SCENA II
Ernani che mesto si mostra da una vetta, e detti.


TUTTI
Ernani pensoso! - Perché, o valoroso,
sul volto hai pallor?
Comune abbiam sorte, - in vita ed in morte
son tuoi braccio e cor.
Qual freccia scagliata - la meta segnata
sapremo colpir.
Non avvi mortale - che il piombo o il pugnale
non possa ferir.
Allegri!
Beviamo! … Beviam! - Nel vino cerchiam
almeno un piacer!

ERNANI
Mercè, diletti amici;
o tanto amor, mercè …
Udite or tutti del mio cor gli affanni;
e se voi negherete il vostro aiuto,
forse per sempre Ernani fia perduto …
Come rugiada al cespite
d'un appassito fiore,
d'aragonese vergine
scendeami voce al core:
fu quello il primo palpito
d'amor che mi beò.
Il vecchio Silva stendere
osa su lei la mano …
domani trarla al talamo
confida l'inumano …
Ah, s'ella m'è tolta, ah misero!
d'affanno morirò!
Si rapisca …

BANDITI
Sia rapita!
Ma in seguirci sarà ardita?

ERNANI
Me'l giurò.

BANDITI
Dunque verremo;
al castel ti seguiremo:
attorniandolo
Quando notte il cielo copra
tu ne avrai compagni all'opra;
dagli sgherri d'un rivale
ti fia scudo ogni pugnale.
Vieni, Ernani; la tua bella
de' banditi fia la stella.
Saran premio al tuo valore
le dolcezze dell'amor.

ERNANI
Dell'esiglio nel dolore
angiol fia consolator.
fra sè
(O tu che l'alma adora,
vien, la mia vita infiora;
per noi d'ogni altro bene
il loco amor terrà.
Purché sul tuo bel viso
vegga brillare il riso,
gli stenti suoi, le pene
Ernani scorderà)

BANDITI
Vieni, Ernani, la tua bella, ecc.

S'avviano al castello


SCENA III
Ricche stanze d'Elvira nel castello di Silva. È notte. Elvira è sola.


ELVIRA
Surta è la notte, e Silva non ritorna!
Ah, non tornasse ei più!
Questo odiato veglio,
che quale immondo spettro ognor m'insegue,
col favellar d'amore,
più sempre Ernani mi configge in core.
Ernani!... Ernani, involami
all'abborrito amplesso.
Fuggiam... se teco vivere
mi sia d'amor concesso,
per antri e lande inospiti
ti seguirà il mio piè.
Un Eden di delizia
saran quegli antri a me.


SCENA IV
Detta ed Ancelle, che entrano portando ricchi doni di nozze.


ANCELLE
Quante d'Iberia giovani
te invidieran, signora!
Quante ambirien il talamo
di Silva che t'adora!
Questi monili splendidi
lo sposo ti destina;
tu sembrerai regina
per gemme e per beltà.
Sposa domani in giubilio
te ognun saluterà.

ELVIRA
M'è dolce il volto ingenuo
che il vostro cor mi fa.
fra sé
(Tutto sprezzo che d'Ernani
non favella a questo core,
non v'ha gemma che in amore
possa l'odio tramutar.
Vola, o tempo, e presto reca
di mia fuga il lieto istante!
Vola, o tempo, al core amante
è supplizio I'indugiar)

ANCELLE
(Sarà sposa, non amante
se non mostra giubilar)

Partono. Entra Don Carlo, seguito da Giovanna


SCENA V
Carlo e Giovanna


CARLO
a Giovanna
Fa che a me venga … e tosto.

GIOVANNA
Signor, da lunghi giorni
pensosa ognora, ogni consorzio evita …
è Silva assente.

CARLO
Intendo.
Or m'obbedisci.

GIOVANNA
Sia.

Parte


SCENA VI
Carlo


CARLO
Perché Elvira rapì la pace mia?
Io l'amo … e il mio potere … I'amor mio
ella non cura … ed io
preferito mi veggo
un nemico giurato, un masnadiero …
quel cor tentiam, una sol volta ancora.


SCENA VII
Detto ed Elvira


ELVIRA
Sire! … fia ver? voi stesso! … ed a quest'ora?

CARLO
Qui mi trasse amor possente.

ELVIRA
Non m'amate... voi mentite...

CARLO
Che favelli?... Un re non mente.

ELVIRA
Da qui dunque ora partite.

CARLO
Vieni meco…

ELVIRA
… Tolga Iddio!

CARLO
Vien, mi segui, ben vedrai
quant'io t'ami …

ELVIRA
… E l'onor mio?

CARLO
Di mia Corte onor sarai.

ELVIRA
No! … cessate …

CARLO
E un masnadiero
fai superbo del tuo cor?

ELVIRA
Ogni cor serba un mistero...

CARLO
Quello ascolta del mio cor.
Da quel dì che t'ho veduta
bella come un primo amore,
la mia pace fu perduta,
tuo fu il palpito del core.
Cedi, Elvira, a' voti miei:
puro amor desio da te;
ah, gioia e vita essere tu dÍi
del tuo amante, del tuo re.

ELVIRA
Fiero sangue d'Aragona
nelle vene a me trascorre...
lo splendor d'una corona
leggi al cor non puote imporre...
Aspirar non deggio al trono,
né i favor vogl'io d'un re.
L'amor vostro, o Sire, è un dono
troppo grande o vil per me.

CARLO
Cedi, Elvira, a' voti miei, ecc.
afferrandole un braccio

Non t'ascolto … mia sarai …
vien, mi segui.

ELVIRA
fieramente dignitosa
Il re dov'è? …
Nol ravviso …

CARLO
Lo saprai.

ELVIRA
strappandogli dal fianco il pugnale
So che questo basta a me.
Mi lasciate, o d'ambo il core
disperata ferirò.

CARLO
Ho i miei fidi...

ELVIRA
Quale orrore!


SCENA VIII
Detti ed Ernani che viene da un uscio segreto e va a porsi tra loro.


ERNANI
Fra quei fidi io pur qui sto.

CARLO
Tu se' Ernani! … mel dice lo sdegno
che in vederti quest'anima invade:
tu se' Ernani! … il bandito, l'indegno
turbatore di queste contrade …
A un mio cenno perduto saresti …
va … ti sprezzo, pietade ho di te.
Pria che l'ira in me tutta si desti
fuggi, o stolto, I'offeso tuo re.

ERNANI
a Carlo
Me conosci? … Tu dunque saprai
con qual odio t'abborra il mio core …
beni, onori rapito tu m'hai,
dal tuo morto fu il mio genitore.
Perché l'ira s'accresca ambi amiamo
questa donna insidiata da te.
In odiarci e in amor pari siamo;
vieni adunque, disfidoti, o re. ecc.

ELVIRA
entrando disperata fra loro col pugnale sguainato
No, crudeli, d'amor non m'è pegno
l'ira estrema che v'arde nel core...
Perché al mondo di scherno far segno
di sua casa, d'Elvira l'onore?
S'anco un gesto vi sfugga, un accento,
qui trafitta cadrò al vostro piè.
No, quest'alma in sì fiero momento
non conosce l'amante né il re. ecc.

CARLO
Fuggi, o stolto, l'offeso tuo re.
Stolto! Va! … Va, pietade ho di te.
A un mio cenno perduto saresti, ecc.


SCENA IX
Detti e Silva, seguito poscia dai suoi Cavalieri e da Giovanna con le Ancelle. Carlo starà in modo da non essere facilmente riconosciuto da Silva. Elvira cerca di ricomporsi, e cela il pugnale.


SILVA
Che mai vegg'io! Nel penetral più sacro
di mia magione, presso a lei che sposa
esser dovrà d'un Silva,
due seduttori io scorgo?
Entrate, olà, miei fidi cavalieri.
Entrano cavalieri e famigli, Giovanna ed Ancelle
Sia ognun testimon del disonore,
dell'onta che si reca al suo signore.
fra sé
(Infelice! … e tuo credevi
sì bel giglio immacolato! …
Del tuo crine fra le nevi
piomba invece il disonor.
Ah! perché l'etade in seno
giovin core m'ha serbato!
Mi dovevan gli anni almeno
far di gelo ancora il cor)
a Carlo ed Ernani
L'offeso onor, signori,
inulto non andrà.
Scudieri, I'azza a me, la spada mia …
I'antico Silva vuol vendetta, e tosto …
Infin che un brando vindice
resta al vegliardo ancora;
saprà l'infamia tergere
o vinto al suol cadrà!
Me fa tremante il subito
sdegno che mi divora...
cercando il sen del perfido
la man non tremerà.

CORO
Lo sdegno suo reprimere
quel nobil cor non sa.

SILVA
Uscite …

ERNANI
Ma, signore …

SILVA
Non un detto ov'io parlo …

CARLO
Signor duca …

SILVA
Favelleran le spade; uscite, o vili.
a Carlo
E tu … per primo … vieni.


SCENA X
Detti, Jago e Don Riccardo.


JAGO
Il regale scudiero Don Riccardo.

SILVA
Ben venga, spettator di mia vendetta.

RICCARDO
indicando Carlo, al cui fianco prende posto
Sol fedeltate e omaggio al re si spetta.
Giovanna, Silva, Jago, servitori
Oh cielo! è desso il re!!!

ELVIRA E ERNANI
fra loro
Io tremo, sol per te!
Riccardo
Omaggio al re!

CARLO
Io sono il re!

CARLO
a Riccardo
Vedi come il buon vegliardo
or del cor l'ira depone;
lo ritorna alla ragione
la presenza del suo re.

RICCARDO
a Carlo, sottovoce
Più feroce a Silva in petto
de' gelosi avvampa il foco,
ma dell'ira or prende loco
il rispetto pel suo re.

SILVA
(Ah! dagl'occhi un vel mi cade!
Credo appena a' sensi miei;
sospettare io non potei
la presenza del mio re!)

ELVIRA E ERNANI
Io tremo sol per te!

GIOVANNA, JAGO, SERVITORI
fra loro
Ben di Silva mostra il volto,
I'aspra guerra che ha nel core,
pure ei frena tal furore
in presenza del suo re.

ERNANI
piano ad Elvira
M'odi, Elvira; al nuovo sole
saprò tòrti a tanto affanno;
ma resisti al tuo tiranno,
serba a Ernani la tua fe'. ecc.

ELVIRA
piano ad Ernani
Tua per sempre …o questo ferro
può salvarmi dai tiranni! …
M'è conforto negli affanni
la costanza di mia fe'. ecc.

SILVA
Sospettare io non potei
la presenza del mio re, ecc.

RICCARDO, CARLO, GIOVANNA, SERVITORI
Lo ritorna alla ragione
la presenza del suo re, ecc.

JAGO
Ah, pure ei frena tal furore,
in presenza del suo re, ecc.

SILVA
a Carlo, piegando in ginocchio
Mio signor, dolente io sono …

CARLO
Sorgi, amico, io ti perdono.

SILVA
Questo incognito serbato …

CARLO
Ben lo veggo, t'ha ingannato.
appressandoglisi confidente
Morte colse l'avo augusto,
or si pensa al successore …
La tua fe' conosco e il core …
vo' i consigli d'un fedel.

SILVA
Mi fia onore … onor supremo …

CARLO
forte, per esser inteso da tutti
Se ti piace, il tuo castel
questa notte occuperemo.

SILVA
Sire, esulto! …

ELVIRA ed ERNANI
(Che mai sento!)

CARLO
ad Ernani
(Vo' salvarti …) Sul momento
a Silva, indicando Ernani
questo fido partirà.

ELVIRA
tra sé
(Sentì il ciel di me pietà!)

ERNANI
fissando Carlo
(Io tuo fido? Il sarò a tutte l'ore
come spettro che cerca vendetta.
Dal tuo ucciso il mio padre l'aspetta;
I'ombra irata placare saprò.
L'odio inulto, che m'arde nel core,
tutto spegnere alfine potrò)

ELVIRA
piano ad Ernani
Fuggi, Ernani, ti serba al mio amore.
Fuggi, fuggi quest'aura funesta...
Qui, lo vedi, qui ognun ti detesta:
Va'... un accento tradire ti può.
Come tutto possiedi il mio core,
la mia fede serbarti saprò.

ERNANI
fra sé
L'ombra irata placare saprò, ecc.

CARLO
a Silva e Riccardo
Più d'ogni astro vagheggio il fulgore
di che splende cesarea corona;
se al mio capo il destino la dona
d'essa degno mostrarmi saprò.
La clemente giustizia e il valore,
meco ascendere in trono farò, ecc.

SILVA e RICCARDO
a Carlo
Nel tuo dritto confida, o signore:
è d'ogni altro più sacro e più giusto.
No, giammai sovra capo più augusto,
mai de' Cesari il lauro posò.
Chi d'Iberia possiede l'amore,
quello tutto del mondo mertò. ecc.

GIOVANNA ed ANCELLE
fra loro
Perché mai dell'etade in sul fiore,
perché Elvira smarrita ed oppressa,
or che il giomo di nozze s'appressa
non di gioia un sorriso mostrò?
Ben si vede... l'ingenuo suo core,
simulare gli affetti non può. ecc.

JAGO e CAVALIERI
fra loro
Silva in gioia cangiato ha il furore:
tutta lieta or si vede quell'alma,
come in mare ritoma la calma
quando l'ira de' venti passò.
La dimora del re, nuovo onore
al castello di Silva apportò. ecc.

ELVIRA
a Ernani
Come tutto possiedi il mio core,
la mia fede serbarti saprò, ecc.

ERNANI
fra sé
(L'odio inulto che m'arde nel core
tutto spegnere alfine potrò, ecc.

ATTO SECONDO - L'ospite

SCENA I
Magnifica sala nel palazzo di Don Ruy Gomez de Silva. Porte che mettono a vari appartamenti. Intorno alle pareti veggonsi disposti entro ricche cornici, sormontate da corone ducali e stemmi dorati, i ritratti della famiglia di Silva. Presso ciascun ritratto vedesi collocata una completa armatura equestre, corrispondente all'epoca in cui il dipinto personaggio viveva. Avvi pure una
ricca tavola con presso un seggiolone ducale di quercia.

Cavalieri e Paggi di Don Ruy, Dame, Damigelle di Elvira riccamente abbigliate.


TUTTI
Esultiamo! Letizia ne innondi!
Tutto arrida di Silva al castello;
no, di questo mai giorno più bello,
dalla balza d'oriente spuntò.
Esultiamo! Esultiam!

DAME
Quale fior che le aiuole giocondi,
olezzando dal vergine stelo,
cui la terra vagheggia ed il cielo,
è d'Elvira la rara beltà.

CAVALIERI
Tale fior sarà colto, adorato,
dal più bello e gentil cavaliere,
ch'ora vince in consiglio e sapere
quanti un dì col valore eclissò.

TUTTI
Sia il connubio, qual merta, beato,
e se lieto esser possa di prole,
come in onda ripetesi il sole,
de' parenti abbia senno e beltà.
Esultiamo! Esultiam!


SCENA II
Detti, Jago, e Silva, che pomposamente vestito da grande di Spagna, va a sedersi sul seggiolone ducale.


SILVA
Jago, qui tosto il pellegrin adduci.

Jago esce, e tosto compare Ernani sulla porta vestito da pellegrino

ERNANI
Sorrida il cielo a voi.

SILVA
T'appressa, o pellegrin … chiedi, che brami?

ERNANI
Chieggo ospitalità.

SILVA
indicando i quadri
Fu sempre sacra a' Silva, e lo sarà.
Qual tu sia, donde venga,
io già saper non voglio.
Ospite mio sei tu, ti manda Iddio …
disponi.

ERNANI
A te, signor, mercè.

SILVA
Non cale; qui l'ospite è signor.


SCENA III
S'apre la porta dell'appartamento di Elvira, ed ella entra in ricco abbigliamento nuziale, seguita dai giovani Paggi ed Ancelle.


SILVA
a Ernani
Vedi? La sposa mia s'appressa.

ERNANI
Sposa!

SILVA
a Ernani
Fra un'ora …
a Elvira
A che d'anello e di ducal corona,
non t'adornasti, Elvira?

ERNANI
Sposa!! Fra un'ora!!! Adunque
di nozze il dono io voglio offrirti, o duca.

SILVA
Tu?

ERNANI
Sì.

ELVIRA
(Che intendo!)

SILVA
E quale?

ERNANI
gettando il travestimento
Il capo mio.

ELVIRA
(Ernani egli è!)
Gran Dio!

ERNANI
Oro, quant'oro ogni avido
puote saziar desìo,
a tutti v'offro, abbiatelo
prezzo del sangue mio.
Mille guerrier m'inseguono,
siccome belva i cani …
sono il bandito Ernani,
odio me stesso e il dì.

ELVIRA
(Ohimè, ohimè, si perde il misero!)

SILVA
a' suoi
Smarrita ha la ragione.

ERNANI
I miei dispersi fuggono,
vostro son io prigione,
al re mi date, e premio …

SILVA
Ciò non sarà, lo giuro;
rimanti qui sicuro.
Silva giammai tradì, ecc.

ELVIRA
Ohimè, si perde il misero, ohimè!, ecc.

ERNANI
Al re mi date, mi date al re, ecc.

SILVA
In queste mura ogn'ospite
ha i dritti d'un fratello.
Olà, miei fidi, s'armino
le torri del castello.
a Elvira
Seguitemi.

Accenna ad Elvira di entrar nelle sue stanze con le Ancelle, e seguito da' suoi parte


SCENA IV
Elvira, partito Silva, fa alcuni passi per seguire le Ancelle, indi si ferma e, uscite quelle, torna ansiosa ad Ernani, che sdegnosamente la respinge.


ERNANI
Tu, perfida …
Come fissarmi ardisci?

ELVIRA
A te il mio sen,
ferisci, ma fui
e son fedel, sì.
Fama te spento credere,
fece dovunque...

ERNANI
Spento!
Io vivo ancora!

ELVIRA
mostrandogli il pugnale celato
Memore del fatto giuramento,
sull'ara stessa estinguere
me di pugnal volea, ah …
piangendo
non sono rea come tu sei crudel.

ERNANI
Tergi il pianto,
mi perdona, fu delirio.
T'amo, sì, t'amo ancor.

ELVIRA
Caro accento!
Al cor mi suona
più potente del dolor.

ELVIRA ed ERNANI
a due
Ah, morir, potessi adesso,
o mio Ernani (mia Elvira), sul tuo petto.
Preverrebbe questo amplesso
la celeste voluttà.
Solo affanni il nostro affetto
sulla terra a noi darà.


SCENA V
Silva, che vedendoli abbracciati si scaglia furibondo tra loro, col pugnale alla mano, e detti.


SILVA
Scellerati, il mio furore
non ha posa, non ha freno;
strapperò l'ingrato core,
vendicarmi saprò almeno.


SCENA VI
Jago frettoloso, e detti.


JAGO
Alla porta del castello
giunse il re con un drappello.
Vuole ingresso …

SILVA
dopo aver pensato, dice:
S'apra al re.

Jago parte


SCENA VII
Silva, Elvira ed Ernani.


ERNANI
Morte invoco or io da te.

SILVA
No, vendetta più tremenda
vo' serbata alla mia mano;
ad Ernani
vien, ti cela, ognuno invano
rinvenirti tenterà.
A punir l'infamia orrenda
Silva solo basterà.

ELVIRA ed ERNANI
La vendetta più tremenda,
su me compia la tua mano,
ma con lui/lei ti serba umano,
abbi un'aura di pietade.
L'ira tua su me sol penda;
colpa in lui/lei no giuro non v'ha.

SILVA
A punir l'infamia orrenda
Silva solo basterà.

Ernani entra in un nascondiglio apertogli da Silva dietro il proprio ritratto.
Elvira si ritira nelle sue stanze.



SCENA VIII
Silva, Don Carlo, Don Riccardo con seguito di Cavalieri.


CARLO
Cugino, a che munito il tuo castel ritrovo?
Silva s'inchina senza parlare
Rispondimi.

SILVA
Signore …

CARLO
Intendo … Di ribellione l'idra,
miseri conti e duchi, ridestate …
Ma veglio anch'io, e ne' merlati covi
quest'idre tutte soffocar saprò,
e covi e difensori abbatterò.
Parla …

SILVA
Signore, i Silva son leali.

CARLO
Vedremo … De' ribelli
l'ultima torma, vinta, fu dispersa;
il capo lor bandito,
Ernani, al tuo castello ebbe ricetto.
Tu me'l consegna, o il foco, ti prometto,
qui tutto s'appianerà!
S'io fede attenga, tu saper ben puoi.

SILVA
Nol niego, è ver
tra noi un pellegrino giunse,
ed ospitalità chiese per Dio;
tradirlo non degg'io.

CARLO
Sciagurato!
E il tuo re tradir vuoi tu?

SILVA
Non tradiscono i Silva.

CARLO
Il capo tuo,
o quel d'Ernani io voglio.
Intendi?

SILVA
Abbiate il mio.

CARLO
Tu, Don Riccardo,
a lui togli la spada.
agli altri, mentre Riccardo eseguisce
Voi, del castello,
ogni angolo cercate,
scoprite il traditore.

SILVA
Fida è la rocca come il suo signore.

parte de' Cavalieri escono


SCENA IX
Don Carlo, Silva, Don Riccardo e parte de' Cavalieri.


CARLO
con fuoco, a Silva
Lo vedremo, veglio audace,
se resistermi potrai,
se tranquillo sfiderai,
la vendetta del tuo re.
Essa rugge sul tuo capo;
pensa pria che tutto scenda,
più feroce, più tremenda
d'una folgore su te.

SILVA
No, de' Silva il disonore
non vorrà d'Iberia un re.

CARLO
Il tuo capo, o il traditore,
altro scampo, no, non v'è.


SCENA X
Cavalieri che rientrano portando fasci d'armi, e detti.


CORO
Fu esplorata del castello
ogni latebra più occulta;
tutto invano, del ribello
nulla traccia si scoprì.
Fur le scolte disarmate;
l'ira tua non andrà inulta,
ascoltar non dÍi pietade
per chi fede, onor tradì.

CARLO
Fra tormenti parleranno,
il bandito additeranno.


SCENA XI
Elvira che esce precipitosamente dalle sue stanze seguita da Giovanna e Ancelle, e detti.


ELVIRA
gettandosi ai piedi di Carlo
Deh, cessate … in regal core
non sia muta la pietà.

CARLO
sorpreso
Tu me'l chiedi? Ogni rancore
rialzandola
per Elvira tacerà.
a Silva
Della tua fede statico,
questa donzella sia.
Mi segua … o del colpevole …

SILVA
No, no; ciò mai non fia.
Deh, sire, in mezzo all'anima
non mi voler ferir …
Io l'amo … al vecchio misero
solo conforto è in terra …
non mi volerla togliere …
pria questo capo atterra …

CARLO
Adunque, Ernani?

SILVA
Seguati,
la fè non vo' tradir.

CORO
Ogni pietade è inutile,
t'è forza l'obbedir.

CARLO
ad Elvira
Vieni meco, sol di rose
intrecciarti ti vo' la vita;
vieni meco, ore penose
per te il tempo non avrà.
Tergi il pianto, o giovinetta,
dalla guancia scolorita;
pensa al gaudio che t'aspetta,
che felice ti farà.

GIOVANNA ed ANCELLE
(Ciò la morte a Silva affretta
più che i danni dell'età. ecc.)

RICCARFO e CAVALIERI
a Elvira
Credi, il gaudio che t'aspetta
te felice renderà, ecc.

SILVA
(Sete ardente di vendetta,
Silva appien ti appagherà, ecc.)

ELVIRA
(Ah, la sorte che m'aspetta
il mio duolo eternerà, ecc.)

CARLO
Ah, vieni meco, sol di rose, ecc.

Il Re parte col suo seguito, seco traendo Elvira appoggiata al braccio di Giovanna;
le Ancelle entrano nelle stanze della loro signora



SCENA XII
Silva


SILVA
Dopo avere veduto immobile partire il re col suo seguito
Vigili pure il ciel sempre su te.
L'odio vivrà in cor mio pur sempre, o re.

Corre alle armature che sono presso i ritratti, ne trae due spade,
e va quindi ad aprire il nascondiglio di Ernani



SCENA XIII
Ernani e detto


SILVA
Esci … a te … scegli … seguimi.

ERNANI
Seguirti?... dove?

SILVA
Al campo.

ERNANI
Nol vo' … nol deggio …

SILVA
Misero!
Di questo acciaro al lampo
impallidisci? … Seguimi.

ERNANI
Mel vietan gli anni tuoi.

SILVA
Vien, ti disfido, o giovane;
uno di noi morrà.

ERNANI
Tu m'hai salvato, uccidimi,
Ma ascolta, per pietà!

SILVA
Morrai …

ERNANI
Morrò, ma pria
l'ultima prece mia …

SILVA
Volgerla a Dio tu puoi.

ERNANI
No … la rivolgo a te.

SILVA
Parla…
(ho l'inferno in me)

ERNANI
Ah, una sol volta, un'ultima
fa ch'io la vegga …

SILVA
Chi?

ERNANI
Elvira.

SILVA
Or, or partì:
seco la trasse il re.

ERNANI
Vecchio, che mai facesti?
Nostro rivale egli è.

SILVA
Oh, rabbia! … Il ver dicesti?

ERNANI
L'ama.

SILVA
furente per la scena
Vassalli, all'armi!

ERNANI
A parte dêi chiamarmi
di tua vendetta

SILVA
No.
Te prima ucciderò.

ERNANI
Teco la voglio compiere,
poscia m'ucciderai.

SILVA
La fè mi serberai?

ERNANI
Gli consegna un corno da caccia
Ecco il pegno: nel momento
in che Ernani vorrai spento,
se uno squillo intenderà
tosto Ernani morirà.

SILVA
A me la destra … giuralo.

ERNANI
Pel padre mio lo giuro.

ERNANI e SILVA
a due
Iddio n'ascolti, e vindice
punisca lo spergiuro;
l'aura, la luce manchino,
sia infamia al mentitor.

Esiste un finale ampliato con aria e cabaletta di Ernani


SCENA XIV
I cavalieri di Silva entrano frettolosamente


CAVALIERI
Salvi ne vedi, e liberi
a' cenni tuoi, signor.

SILVA
L'ira mi torna giovane,
s'insegua il rapitor.

ERNANI e SILVA
In arcione, cavalieri;
armi, sangue, vendetta.

CAVALIERI
Pronti vedi li tuoi cavalieri,
per te spirano sangue, vendetta.

ERNANI e SILVA
Sangue, sangue, vendetta, vendetta;
Silva stesso ti guida, v'affretta,
premio degno egli darvi saprà.

CAVALIERI
Sangue, sangue, vendetta, vendetta;
se di Silva la voce gli affretta,
più gagliardo ciascuno sarà!

ERNANI e SILVA, CAVALIERI
brandendo le spade
Questi brandi, di morte forieri,
d'ogni cor troveranno la strada.
Chi resister s'attenti, pria cada,
fia delitto il sentire pietà.


Finale
comprendente aria e cabaletta di Ernani,
scritto da Verdi per il tenore Nicolai Ivanov - Parma, 1845


SCENA XIV
Jago, Silva


JAGO
D'Ernani i fidi chiedono
parlare al duca lor.

SILVA
Or ben. Fa che avanzino
Infiamma il loro ardor.


SCENA XV
Ernani


ERNANI
Padre, con essi intrepido
m'avrai vendicator.
Odi il voto, o grande Iddio,
che al tuo soglio un cor ti porta;
deh, ti piaccia il brando mio
di quel sangue dissetar.
Nell'angoscia del mio core
questo è sol che mi conforta:
del trafitto genitore
l'ombra inulta alfin placar.


SCENA XVI
Ernani, Banditi


CORO di BANDITI
Vieni, con te dividere
vogliamo gioie e pene;
imponi, e come folgori
teco saprem pugnar.

ERNANI
Verrete voi? Giuratelo!

CORO di BANDITI
Giuriam sul nostro acciar!

ERNANI
Ah!
Sprezzo la vita: né più m'alletta
che per la speme della vendetta
gioia del forte che non rifiuta
per lei morir.

CORO
È la vendetta gioia del forte
per la vendetta bello è il morir.

tutti partono, brandendo le spade

ATTO TERZO - La clemenza

SCENA I
Sotterranei sepolcrali che rinserrano la tomba di Carlo Magno in Acquisgrana.
A destra dello spettatore avvi lo stesso monumento con porta di bronzo, sopra la quale leggesi in lettere cubitali l'iscrizione "Karolo Magno": in fondo scalea che mette alla maggior porta del sotterraneo, nel quale si vedranno altri minori sepolcri; sul piano della scena altre porte che conducono ad altri sotterranei.
Due lampade pendenti dal mezzo spandono una fioca luce su quegli avelli. Don Carlo e Don Riccardo avvolti in ampi mantelli oscuri entrano guardinghi dalla porta principale. Don Riccardo precede con una fiaccola.
Carlo, Riccardo


CARLO
È questo il loco?

RICCARDO
Sì …

CARLO
È l'ora?

RICCARDO
È questa.
Qui s'aduna la lega...

CARLO
… che contro me cospira!
Degli assassini al guardo
l'avel mi celerà di Carlo Magno.
E gli elettor?

RICCARDO
Raccolti,
cribrano i dritti a cui spetti del mondo
la più bella corona, il lauro invitto
de' Cesari decoro.

CARLO
Lo so. Mi lascia …
Riccardo va per partire
Ascolta:
se mai prescelto io sia,
tre volte il bronzo ignivomo
dalla gran torre tuoni.
Tu poscia scendi a me; qui guida Elvira.

RICCARDO
E vorreste?

CARLO
Non più … Fra questi avelli
converserò co' morti
e scoprirò i ribelli.

Don Riccardo parte


SCENA II
Carlo


CARLO
Gran Dio! costor sui sepolcrali marmi
affilano il pugnal per trucidarmi.
Scettri! … dovizie! … onori! …
bellezza! … gioventù! … che siete voi?
Cimbe natanti sovra il mar degl'anni,
cui l'onda batte d'incessanti affanni,
finch è giunto allo scoglio della tomba
con voi nel nulla il nome vostro piomba!
Oh, de' verd'anni miei
sogni e bugiarde larve,
se troppo vi credei,
l'incanto ora disparve.
S'ora chiamato sono,
al più sublime trono,
della virtù com'aquila
sui vanni m'alzerò, ah,
e vincitor de' secoli
il nome mio farò.

Apre con chiave la porta del monumento di Carlo Magno e vi entra


SCENA III
Schiudonsi le porte minori del sotterraneo, e vi entrano guardinghi ed avvolti
in grandi mantelli i Personaggi della Lega portando fiaccole.


CORO I
Ad augusta!

CORO II
Chi va là?

CORO I
Per angusta!

CORO II
Bene sta.

TUTTI
Per la lega santo ardor
l'alme invada, accenda i cor.


SCENA IV
Detti, Silva, Ernani e Jago vestiti come i primi.


SILVA, ERNANI e JAGO
a tre
Ad augusta!

CORO
Per angusta!

SILVA, ERNANI e JAGO
a tre
Per la lega …

CORO
Santa e giusta!

TUTTI
Dalle tombe parlerà
del destin la volontà.

SILVA
salendo sopra una delle minori tombe
All'invito manca alcuno?

LEGA
Qui codardo havvi nessuno.

SILVA
Dunque svelisi il mistero:
Carlo aspira al sacro impero.

JAGO e CORO
Spento pria qual face cada.
Tutti spegono contro terra le faci
Dell'iberica contrada
Franse i dritti … s'armerà
ogni destra che qui sta.

SILVA
Una basti … la sua morte
ad un sol fidi la sorte.

Ognuno trae dal seno una tavoletta, v'incide col pugnale la propria cifra, e la getta in un avello scoperchiato

CORO
È ognun pronto in ogni evento …
a ferire od esser spento.
Silva si appressa lentamente all'avello, ne cava una tavoletta; tutti ansiosi lo circondano
Qual si noma?

SILVA
Ernani.

JAGO e LEGA
È desso!!!

ERNANI
con trasporto di giubilo
Oh, qual gaudio m'è concesso!!!
Padre, ah, padre!

JAGO e CORO
Se cadrai,
vendicato ben sarai.

SILVA
sottovoce ad Ernani
L'opra, o giovine, mi cedi.

ERNANI
Me sì vile, o vecchio, credi?

SILVA
La tua vita, gli aver miei
io ti dono...

ERNANI
No.

SILVA
mostrandogli il corno
Potrei
ora astringerti a morir.

ERNANI
No, no, vorrei prima ferir.

SILVA
Dunque, o giovane, t'aspetta
la più orribile vendetta.

TUTTI
Noi fratelli in tal momento
stringa un patto, un giuramento.

Tutti si abbracciano, e nella massima agitazione traendo le spade prorompono nel seguente inno

CORO
Si ridesti il Leon di Castiglia
e d'Iberia ogni monte, ogni lito
eco formi al tremendo ruggito,
come un dì contro i Mori oppressor.
Siamo tutti una sola famiglia,
pugnerem colle braccia, co' petti;
schiavi inulti più a lungo e negletti
non sarem finché vita abbia il cor.
Morte colga o n'arrida vittoria,
pugnerem, ed il sangue de' spenti
nuovo ardir ai figliuoli viventi,
forze nuove al pugnare darà.
Sorga alfine radiante di gloria,
sorga un giomo a brillare su noi …
sarà Iberia feconda d'eroi,
dal servaggio redenta sarà.


SCENA V
Don Carlo alla porta del monumento, e detti.


CORO
S'ode un colpo di cannone
Qual rumore!!
Altro colpo di cannone, e la porta del monumento si apre
Che sarà?
Il destin si compirà.
Terzo colpo di cannone, e Don Carlo si mostra sulla soglia
Carlo Magno imperator!!
atterriti

CARLO
picchia tre volte col pomo del pugnale sulla porticella di bronzo, poi esclama con terribile voce:
Carlo Quinto, o traditor!


SCENA VI
S'apre la gran porta del sotterraneo, e allo squillar delle trombe entrano sei Elettori vestiti di broccato d'oro seguiti da Paggi che portano sovra cuscini di velluto lo scettro, la corona e le altre insegne imperiali. Ricco corteo di Gentiluomini e Dame Alemanne e Spagnole circonda l'imperatore. Fra le ultime vedesi Elvira seguita da Giovanna. Nel fondo saranno spiegate le bandiere dell'impero, e molte fiaccole portate da soldati illumineranno la scena. Don Riccardo è alla testa del corteggio.


RICCARDO
L'elettoral consesso v'acclamava
augusto imperatore,
e le cesaree insegne,
o Sire, ora v'invia.

CARLO
agli elettori
La volontà del ciel sarà la mia.
Questi ribaldi contro me cospirano.
ai congiurati
Tremate, o vili, adesso?
E tardi! … tutti in mano mia qui siete …
la mano stringerò, tutti cadrete.
Dal volgo si divida
alle guardie che eseguiscono, lasciando Ernani tra il volgo
solo chi è conte o duca,
prigion sia il volgo, ai nobili la scure.

ERNANI
Decreta dunque, o re, morte a me pure.
avanzando fieramente fra i nobili e scoprendosi il capo
Io son conte, duca sono
di Segorbia, di Cardona …
Don Giovanni d'Aragona
riconosca ognun in me.
Or di patria e genitore
mi sperai vendicatore …
non t'uccisi … t'abbandono
questo capo …il tronca, o re.

CARLO
Sì, cadrà …con altri appresso.

ELVIRA
gettandosi ai piedi di Carlo
Ah! Signor, se t'è concesso
il maggiore d'ogni trono,
questa polvere negletta
or confondi col perdono …
sia lo sprezzo tua vendetta
che il rimorso compirà.

CARLO
Taci, o donna.

ELVIRA
Ah no, non sia.
Parlò il ciel per voce mia,
virtù augusta è la pietà.
Si alza

CARLO
concentrato, fissando la tomba di Carlo Magno
O sommo Carlo, - più del tuo nome
le tue virtudi - aver vogl'io,
sarò, lo giuro - a te ed a Dio,
delle tue gesta - imitator.
dopo qualche pausa
Perdono a tutti - (mie brame ho dome).
guidando Elvira tra le braccia di Ernani
Sposi voi siate, - v'amate ognor.
A Carlo Magno - sia gloria e onor.

TUTTI
Sia lode eterna - Carlo, al tuo nome.
Tu, re clemente - somigli a Dio,
perché l'offesa - coprì l'oblio,
perché perdoni - agli offensor.
Il lauro augusto - sulle tue chiome
acquista insolito - divin fulgor.
A Carlo Quinto - sia gloria e onor. ecc.

SILVA
(Oh mie speranze - vinte, non dome,
tutte appagarvi - saprò ben io;
per la vendetta, - per l'odio mio
avrà sol vita - in seno il cor.
Canute gli anni - mi fer le chiome;
ma inestinguibile - è il mio livor...
Vendetta gridami - l'offeso onor. ecc.)

CARLO
Sarò, lo giuro - a te ed a Dio,
delle tue gesta - imitator.
A Carlo Magno - sia gloria e onor! ecc.

ATTO QUARTO - La maschera

SCENA I
Terrazzo nel palazzo di Don Giovanni d'Aragona in Saragozza.
A destra ed a manca sonvi porte che mettono a vari appartamenti; il fondo è chiuso da cancelli, attraverso i quali vedonsi i giardini del palazzo illuminati e parte di Saragozza. Nel fondo a destra dello spettatore avvi una grande scalea che va nei giardini. Da una scala a sinistra di chi guarda odesi la lieta musica delle danze.
Gentiluomini, Dama, Maschere, Paggi ed Ancelle vanno e vengono gaiamente tra loro discorrendo.


TUTTI
Oh, come felici - gioiscon gli sposi!
saranno quai fiori - cresciuti a uno stel.
Cessò la bufera - dei dì procellosi;
sorrider sovr'essi - vorrà sempre il ciel.


SCENA II
Comparisce una Maschera tutta chiusa in nero domino, che guarda impaziente d'intorno, come chi cerca con premura alcuno.


CORO I
Chi è costui che qui s'aggira
vagolando in nero ammanto?

CORO II
Sembra spettro che un incanto
dalle tombe rivocò.

CORO I
attorniando la maschera
Par celare a stento l'ira.

CORO II
Ha per occhi brage ardenti.

TUTTI
Vada, fugga dai contenti,
che il suo aspetto funestò.

La Maschera, dopo qualche atto di minacciosa collera, s'invola alla comune curiosità, scendendo ne' giardini


SCENA III
Sopraggiungono altre Maschere dalla sala da ballo.


TUTTI
Sol gaudio, sol festa - qui tutto risuoni,
palesi ogni labbro - la gioia del cor!
Qui solo di nozze - il canto s'intuoni …
un nume fe' paghe - le brame d'amor.

Tutti partono, la musica delle danze tace; si spengono le faci e tutto resta in un profondo silenzio.


SCENA IV
Elvira ed Ernani vengono dalla sala da ballo, avviandosi alla destra dello spettatore, ov'è la stanza nuziale.


ERNANI
Cessaro i suoni, disparì ogni face,
di silenzii e mistero amor si piace.
Ve' come gli astri stessi, Elvira mia,
sorrider sembrano al felice imene …

ELVIRA
Così brillar vedeali
di Silva dal castello, allor che mesta
io ti attendeva... e all'impaziente core
secoli eterni rassembravan l'ore.
Or meco alfin sei tu …

ERNANI
E per sempre.

ELVIRA
O gioia!

ERNANI
Sì, sì, per sempre tuo …
Elvira e Ernani
Fino al sospiro estremo
un solo core avremo.

S'ode un lontano suon di corno

ERNANI
(Maledizion di Dio!)

ELVIRA
Il riso del tuo volto fa ch'io veda.

S'ode altro suono

ERNANI
(Ah, la tigre domanda la sua preda!)

ELVIRA
spaventata
Cielo! … Che hai tu? … Che affanni! …

ERNANI
delirante
Non vedi, Elvira, un infernal sogghigno,
che me, tra l'ombre, corruscante irride?...
È il vecchio! … il vecchio! … mira! …

ELVIRA
Ohimè, smarrisci i sensi!

I suoni ingagliardiscono appressandosi

ERNANI
(Egli mi vuole!) Ascolta, o dolce Elvira …
solo ora m'ange una ferita antica …
Va tosto per un farmaco, o diletta …

ELVIRA
Ma tu, signor! …

ERNANI
Se m'ami, va, t'affretta.

Elvira va nelle stanze nuziali


SCENA V
Ernani


ERNANI
Tutto ora tace intorno;
forse fu vana illusion la mia!...
Il cor, non uso ad esser beato,
sognò forse le angosce del passato.
Andiam …

Va per seguire Elvira


SCENA VI
Detto e Silva mascherato.


SILVA
fermandosi a capo della scala
T'arresta.

ERNANI
spaventato
(È desso!
Viene il mirto a cangiarmi col cipresso!)

SILVA
mostrandogli il corno
Ecco il pegno: nel momento
in che Ernani vorrai spento,
se uno squillo intenderà
tosto Ernani morirà.
appressandoglisi e smascherandosi
Sarai tu mentitor? …

ERNANI
Ascolta un detto ancor!
Solingo, errante, misero,
fin da' prim'anni miei,
d'affanni amaro un calice,
tutto ingoiar dovei.
Ora che alfine arridere
mi veggo il ciel sereno,
lascia ch'io libi almeno
la tazza dell'amor.

SILVA
fieramente presentandogli un pugnale e un veleno
Ecco la tazza … scegliere,
ma tosto, io ti concedo.

ERNANI
Gran Dio!

SILVA
Se tardi od esiti …

ERNANI
Ferro e velen qui vedo!
Duca … rifugge l'anima ….

SILVA
Dov'è l'ispano onore,
spergiuro, mentitore? …

ERNANI
Ebben … porgi … morrò!

Prende il pugnale


SCENA ULTIMA
Detti ed Elvira dalle stanze nuziali.


ELVIRA
ad Ernani
Ferma, crudele, estinguere
perché vuoi tu due vite?
a Silva
Quale d'Averno demone
ha tali trame ordite?
Presso al sepolcro mediti,
compisci tal vendetta! …
La morte che t'aspetta,
o vecchio, affretterò.
Va per iscagliarlisi contro, poi s'arresta
Ah, ma che diss'io? perdonami …
L'angoscia in me parlò.

SILVA
È vano, o donna, il piangere …
È vano … io non perdono.

ERNANI
(La furia è inesorabile)

ELVIRA
a Silva
Figlia d'un Silva io sono.
Io l'amo … indissolubile
nodo mi stringe a lui.

SILVA
con feroce ironia
L'ami! … morrà costui,
per tale amor morrà.

ELVIRA
Per queste amare lagrime
di me, di lui pietà.

ERNANI
Quel pianto, Elvira, ascondimi …
ho d'uopo di costanza …

ELVIRA
Pietà!

ERNANI
L'affanno di quest'anima
ogni dolore avanza …

ELVIRA
Di lui, di me pietade.

ERNANI
Un giuramento orribile
ora mi danna a morte.

ELVIRA
Pietà!

SILVA
No.

ERNANI
Fu scherno della sorte
la mia felicità.

ELVIRA
Di lui, di me pietà!

SILVA
Morrà … morrà, per tale amor morrà!
È vano, o donna, il piangere …
è vano … io no, non perdono.
Sì, per tale amor morrà!

ERNANI
Non ebbe di noi miseri,
non ebbe il ciel pietà.

SILVA
appressandoglisi minaccioso
Se uno squillo intenderà
tosto Ernani morirà.

ERNANI
Intendo … intendo … compiasi
il mio destin fatale.

Si pianta il pugnale nel petto

ELVIRA
Che mai facesti, ahi misero?
Ch'io mora! … a me il pugnale …

SILVA
No, sciagurata … arrestati,
il delirar non vale …

ERNANI
Elvira! … Elvira! …

ELVIRA
Attendimi …
Sol te seguir desio …

ERNANI
Vivi … d'amarmi e vivere …
cara … t'impongo … addio …

ELVIRA ed ERNANI
Per noi d'amore il talamo
di morte fu l'altar.

SILVA
(Delle vendette il demone
qui venga ad esultar)

ERNANI
Elvira, Elvira, addio!

ELVIRA
Attendimi.

SILVA:
(Qui venga!)

Ernani spira ed Elvira sviene.

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