Un giorno di regno / Il finto Stanislao

Un giorno di regno / Il finto Stanislao

Oper in zwei Akten

Libretto

Felice Romani

Uraufführung

5. September 1840, Mailand (La Scala)

Besetzung

CAVALIERE DI BELFIORE alias STANISLAUS, König von Polen (Bariton)
BARON KELBAR (Bass)
GIULIETTA, seine Tochter (Mezzosopran)
MARCHESA DEL POGGIO, Kelbars Nichte, eine junge Witwe (Sopran)
EDOARDO DI SANVAL, ein junger Offizier (Tenor)
LA ROCCA, sein Onkel, Schatzmeister der Bretagne (Bass)
GRAF IVREA, Kommandant von Brest (Tenor)
DELMONTE, Belfiores Adjutant (Bass)

Wachen, Soldaten, Dienerschaft

Ort

Auf Schloss Kelbar in der Bretagne

Zeit

frühes 18. Jahrhundert

Verdi, Giuseppe

Verdi, Giuseppe (Fortunino Francesco)
10.10.1813 Le Roncole, (Busseto) - 27.1.1901 Milano


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Oberto Conte di San Bonifacio (17.11.1839 Milano)
Un giorno di regno [Il finto Stanislao] (5.9.1840 Milano)
Nabucodonosor [Nabucco] (9.3.1842 Milano)
I lombardi alla prima crociata (11.2.1843 Milano)
Ernani (9.3.1844 Venezia)
I due Foscari (3.11.1844 Roma)
Giovanna d'Arco (15.2.1845 Milano)
Alzira (12.8.1845 Napoli)
Attila (17.3.1846 Venezia)
Macbeth (14.3.1847 Firenze)
I masnadieri (22.7.1847 London)
Jérusalem [rev. I lombardi] (26.11.1847 Paris)
Il corsaro (25.10.1848 Trieste)
La battaglia di Legnano (27.1.1849 Roma)
Luisa Miller (8.12.1849 Napoli)
Stiffelio (16.11.1850 Trieste)
Rigoletto (11.3.1851 Venezia)
Il trovatore (19.1.1853 Roma )
La traviata (6.3.1853 Venezia)
Les Vêpres siciliennes (13.6.1855 Paris)
Giovanna de Guzman [I vespri siciliani] [rev. Les vêpres siciliennes] (26.12.1855 Parma)
Simon Boccanegra (12.3.1857 Venezia)
Aroldo [rev. Stiffelio] (16.8.1857 Rimini)
Un ballo in maschera (17.2.1859 Roma)
La forza del destino (10.11.1862 St. Peterburg)
Macbeth [rev] (19.4.1865 Paris)
Don Carlos (11.3.1867 Paris)
La forza del destino [rev] (27.2.1869 Milano)
Aida (24.12.1871 Cairo)
Don Carlo [rev. Don Carlos] (1872 Napoli)
Simon Boccanegra [rev] (24.3.1881 Milano)
La Force du destin [rev La forza del destino] (14.3.1883 Antwerpen)
Don Carlo [rev. 2 Don Carlos] (10.1.1884 Milano)
Don Carlo [rev. 3 Don Carlos] (29.12.1886 Modena)
Otello (5.2.1887 Milano)
Falstaff (9.2.1893 Milano)
rev = Bearbeitung



ERSTER AKT
Im Schloss des Barons Kelbar, nahe der Stadt Brest, soll eine Doppelhochzeit stattfinden. Giulietta, die Tochter des Barons, ist von ihrem Vater gezwungen worden, den Schatzmeister des Staates, einen vermögenden Mann, zu heiraten, doch Giultetta liebt dessen Neffen Edoardo. Das zweite Brautpaar ist die Nichte des Barons, Marchesa del Poggio, und Graf Ivrea, Kommandant von Brest. Niemand drängt die Marchesa zu dieser Heirat, sie tut es aus Bosheit, denn sie glaubt, dass ihr früherer Verlobter Belfiore sie verlassen hat. In Wirklichkeit liebt dieser sie immer noch, ist aber an eine geheime Mission gebunden. Er muss sich als Stanislaus, König von Polen, ausgeben, um dem wirklichen König die Möglichkeit zu verschaffen, in Warschau politische Schwierigkeiten zu erledigen. Plötzlich wird die Ankunft des Königs gemeldet. Es ist Belfiore, der begrüsst und zur Doppelhochzeit eingeladen wird. Als er nach dem Namen der Paare fragt, wobei auch die Marchesa erwähnt wird, kann er nur schwer seine Überraschung verbergen und überlegt, ob er den Hof um seine Ablösung bitten soll. Edoardo teilt dem König niedergeschlagen mit, dass seine Geliebte La Rocca heiraten muss, worauf ihm Belfiore einen Posten in seiner Begleitung anbietet. Die Marchesa tritt ein, glaubt Belfiore zu erkennen und wird sich klar, dass sie ihn immer noch liebt.

Im Schlossgarten sitzt Glulietta und grämt sich. Das Volk musiziert, bringt Geschenke und wundert sich über ihren Kummer. Edoardo kommt, doch der Baron ist bei ihm, ebenso der Schatzmeister und der vermeintliche König. Der Baron stellt seine Tochter dem König vor, der die Anwesenden mit der Nachricht überrascht, dass Edoardo sein Adjutant geworden ist. Er gibt diesem und Giulietta die Gelegenheit, miteinander zu sprechen, indem er den Baron und den Schatzmeister in eine Unterhaltung verwickelt. Die Marchesa wird dem König vorgestellt und zweifelt, ob dieser wirklich Belfiore ist. Sie verspricht Edoardo und Giulietta Hilfe.

In der Galerie trifft Belfiore auf den Schatzmeister und bietet ihm eine bessere Partie, eine polnische Prinzessin, an. Daraufhin will La Rocca die geplante Hochzeit hinausschieben und erklärt dem Baron, dass er zweifle, Glulietta heiraten zu können, worauf ihn der Baron wütend zum Duell fordert. Dieses wird zur Farce, als La Rocca vorschlägt, die Kontrahenten sollten sich auf ein Pulverfass setzen, wobei der verlöre, der zuerst in die Luft fliege.

ZWEITER AKT
Die Hochzeitsfeierlichkeiten kommen nicht voran. Edoardo ist nicht sicher, dass ihm der König helfen kann. Dieser zwingt La Rocca, seinem Neffen ein Schloss und fünftausend Scudi jährlich zu vermachen, damit er Giuliettas würdig ist. La Rocca stimmt zu, der mit Belfiore schnell enteilt, um dem Zorn des Barons auszuweichen.

Die Marchesa weiss immer noch nicht, ob Belfiore der König ist oder nicht, zumal sich dieser ihr gegenüber nicht zu erkennen gibt. So empfängt sie Graf Ivrea, erklärt aber dem König, Ivrea niemals heiraten zu wollen, wenn nur Belfiore hier wäre. Dieser würde jetzt am liebsten seine Maskierung lüften, doch die Ehre gebietet, noch zu schweigen. Der Baron, der inzwischen in die Heirat seiner Tochter eingewilligt hat, kommt mit Graf Ivrea und der Marchesa, die alle Anwesenden unterrichtet, dass sie den Grafen heiraten werde, wenn Belfiore nicht binnen einer Stunde erscheine. Dieser aber tritt immer noch als König auf und befiehlt, um die Hochzeit zu verzögern, dass Ivrea ihn in einer geheimen Mission zu begleiten habe. Kurz darauf trifft ein Bote ein, der Belfiore mitteilt, dass der König Warschau glücklich erreicht hat und jubelnd begrüsst wurde. Nun kann sich der vielgeplagte falsche König, der soeben zum Marschall befördert wurde, zu erkennen geben. Glücklich sinken sich die beiden Paare in die Arme, die Hochzeitsfeierlichkeiten können wirklich beginnen.


Pour raisons politiques, le roi de Pologne Stanislas assure son incognito en demandant au Chevalier Belfiore de prendre son identité. Cette situation permet à Belfiore de convaincre les parents de Giulietta de la marier à Edoardo, cependant qu'il courtise à nouveau la Marquise del Poggio qu'il pourra finalement épouser lorsque le vrai Stanislas lui rendra son identité.
Quanto all’opera, le manchevolezze vanno piuttosto ricercate nel libretto, un testo obsoleto in un’epoca in cui l’opera comica segnava ormai gli ultimi passi, e che di comico, a ben vedere, mostra ben poco, se si esclude la convenzionale coppia di buffi (La Rocca e Kelbar) che intrallazzano ai danni dei due giovani innamorati (Edoardo e Giulietta, rispettivamente nipote e figlia di quelli), per combinare il solito matrimonio d’interesse fra il vecchio ricco (La Rocca) e la bella giovane (Giulietta). A queste s’intrecciano senza motivo le vicende ben più serie di una marchesa alla ricerca del suo amato cavaliere, un aristocratico spensierato costretto dalla ragion di stato a farsi passare per Stanislao, re di Polonia, così da permettere al sovrano di rientrare incolume a Varsavia: a giustificare la loro presenza in scena è solo il compito di convogliare l’azione matrimoniale verso il giusto fine.


Nr. 1 - Ouvertüre

ERSTER AKT

Nr. 2 - Einleitung

ERSTE SZENE
Eine Galerie
Diener und Vasallen des Barons.


CHOR
Niemals lächelte ein schönerer Tag
über dem Haus Kelbar.
Ein Herrscher nahm hier Quartier,
zwei Hochzeiten sind auszurichten …
Wieviel Feste, wieviel Ehre,
was für Trinkgelder für die Dienerschaft!
Welch prächtige Bankette,
was für lärmende Feste!
Ein schönerer Tag könnte nicht leuchten
über dein Haus Kelbar.

Nr. 3 - Duett

Der Baron und der Schatzmeister kommen herein.

BARON
Hochverehrter Schatzmeister,
eine Perle ist nun Euer,
das edelste Reis
eines grossen Heldengeschlechtes.
Und ich bin sicher, wenn ich sie Euch gebe,
Ihm werdet es nicht bereuen müssen.

SCHATZMEISTER
Ja, Baron, glücklich und glanzvoll
soll unsere Verbindung sein,
und bewunderte und berühmte Nachkommen
sollt Ihr bald aufwachsen sehn,
auf dass unsere beiden Familien
zu Meer und zu Land gerühmt werden.

BARON
Braver Schwiegersohn!

SCHATZMEISTER
Edler Schwiegervater!

BARON
Ich bin sehr zufrieden.

BARON und SCHATZMEISTER
Diese glückverheissende Heirat
hat schon viel Aufsehen erregt;
als Zeuge wird kommen
der Monarch von Polen.

CHOR
Wieviel Feste, wieviel Ehre, etc.

BARON und SCHATZMEISTER
Und auf güldenem Pergament
werden wir den Bund besiegeln.


Nr. 4 - Szene und Kavatine

Delmonte kommt hinzu.

DELMONTE
Edle Herrn, Seine Majestät
ist aufgestanden und auf den, Weg hierhin;
er kommt, unseren Gastgeber
zu begrüssen.

CHOR
Der Name des hohen Gastes
erschalle ringsum;
diese schlichte Wohnung
erlangt durch ihn erst Glanz.

Der Chevalier tritt ein.

CHEVALIER
Macht nicht soviel Umstände,
meine Herren, ich danke euch.
Die übliche Etikette
langweilt und verdriesst mich.

Mit Eurem Empfang,
Baron, bin ich zufrieden!
Heute noch schreibe ich an den Hof,
von Euch wird die Rede sein.
Und wenn ich wieder in Polen bin,
werde ich wissen, was ich zu tun habe!

BARON
Hoheit, was sagt Ihr da!
Ich bin belohnt genug.

ALLE
Ein solcher Besuch
ist Auszeichnung genug.

CHEVALIER
für sich
(Gefährten von Paris,
die ihr für verrückt mich hieltet,
kommt hierhin und urteilt,
ob man gewitzter sein kann als ich.
Der leichtsinnigste Offizier
des ganzen Regiments
gibt sich zugleich
als Philosoph und als König aus.)
laut
Solange ich bei euch bin,
ihr Edlen, wiederhole ich,
dass ihr mich als Bürger
und als Freund behandeln sollt.

Allzubald wird kommen der Tag
ernster und schwerer Gedanken,
und das Zepter der Ahnen
wird mich niederbeugen.

DIE ANDEREN
Hoheit, alle ringsum hier
freuen sich über Eure Anwesenheit;
in Eurem erhabenen Antlitz
spiegelt sich eine grosse Seele.


Nr. 5 - Rezitativ

BARON
Werdet Ihr hei der Doppelhochzeit
am morgigen Tag im Kastell
zugegen sein, Hoheit?

CHEVALIER
Und wer sind die Verlobten?

BARON
Meine Tochter
mit dem Schatzmeister; und meine Nichte,
die Marquise von Poggio.

CHEVALIER
Sie! (Was hör' ich!)

BARON
Sie kennen sie?

CHEVALIER
Vorn Hörensagen … recht gut.
Nun bitte ich Euch, mich allein zu lassen.

BARON
Langweilen wir also Eure Majestät nicht länger

Er geht mit dem Schatzmeister und dem Chor ab.

CHEVALIER
Keine Zeit ist zu verlieren … Schreiben wir
sofort an den Hof ... Ich bin entdeckt,
wenn die Marquise kommt.
Er schreibt.
"Die geplante Unternehmung
hat wahrscheinlich Erfolg gehabt,
und zu dieser Stunde
ist der wirkliche Stanislaus vermutlich schon
in Warschau angekommen
und der Gunst des Parlaments sicher.
Hoheit, ich beschwöre Euch,
mich augenblicklich von der Königsbürde zu befreien;
wenn ich weiterhin Regent sein muss,
verliere ich die Geliebte."


Nr. 6 - Rezitativ, Szene und Duett

Edoardo tritt ein.

EDOARDO
Hoheit, aus Verzweiflung komme ich,
mich vor Euch auf die Knie zu werfen.

CHEVALIER
Nun ... Ihr seid der Geliebte
der Tochter des Barons,
und der Onkel ist Euer Rivale.
Was kann ich, junger Freund, für Euch tun?

EDOARDO
Nur gestatten, dass ich Euch
nach Polen folge. Ach! Erlaubt,
dass ich Euch begleite, wohin es auch sei,
um für Euch dies unnütze Leben zu opfern.

Ich werde zeigen, dass ich der Gnade
würdig bin, um die ich bitte,
ich werde für Euch kämpfen
und dadurch zeigen, dass ich kein Unwürdiger bin.

CHEVALIER
Wackerer Krieger, Vaterland und Königsthron
werden Euch auf ewig dankbar sein;
so trotzten stets
tapfere Seelen dem Schicksal.

EDOARDO
Dann billigt Ihr also
mein Begehren?

CHEVALIER
Ja, an meiner Seite werdet Ihr streiten,
wenn ich je kämpfen muss.

EDOARDO
wirft sich nieder
Ich schulde Euch Dankbarkeit.

CHEVALIER
hebt ihn auf
Nein, Freundschaft und Vertrauen.
Als mein Schildknappe seid Ihr
von nun an bei mir.

EDOARDO
(O Freude!) Und hier
darf ich bleiben und sie sehn?

CHEVALIER
Weshalb nicht? Es braucht Mut,
und Ihr müsst Euch bezähmen.

EDOARDO
Majestät, mir fehlen die Worte,
Euch zu danken.
Ein freundliches Geschick lohne
einen so edelmütigen Herrscher,
es verwirre und vereitle
die Verschwörung der Feinde!

CHEVALIER
(Mag auch der Hof untergehn,
ihm werde Hilfe zuteil.
Wegen dieses überspannten Alten
werde ich noch einen Tag regieren.)

EDOARDO
Von Kampfeslust entflammt
werde ich den Pfad des Ruhms beschreiten.
Gern werde ich mit Euch
Todesgefahren teilen.

CHEVALIER
Ja, junger Freund und Krieger,
mit mir seid Ihr auf gefahrvollen Pfaden!
Der Siegeslorbeer der Helden
wird Eure Stirn bald schmücken.

Sie gehen.


Nr. 7 - Szene und Kavatine

Die Marquise tritt ein und betrachtet den verschwindenden Chevalier.

MARQUISE
Ach, man hat mich nicht belogen! Er ist es, er!
Unbeobachtet kam ich, und hier werde ich
das Geheimnis lüften. Herz und Hand
dem alten Kommandanten geben zu wollen,
täuschte ich vor …
Ob sich nun der Geliebte offenbart?

Schwer wird's dem verliebten Herzen,
die heisse Glut zu zügeln!
Schlecht verbirgt die Brust
das Klopfen des Herzens.
Mein Onkel wird verzeihn,
dass Liebe mich hierher führte;
es ist mir nicht möglich,
für einen andren als ihn zu leben.

Wenn die Witwe schon fallen muss,
falle sie nicht in schlimmere Verstrickung;
ich verachte den unnützen Prunk
und kann nicht in Hochmut leben;
ich suche bloss Liebe,
Liebe und Jugend;
aber wenn Belfiore untreu ist,
gibt es für mich keine Liebe mehr.


ZWEITE SZENE
Garten.
Bauernmädchen und Dienerinnen bringen Früchte und Blumen.
Giulietta sitzt auf einer Bank; sie ist traurig.



Nr. 8 - Chor und Kavatine

CHOR
Ein so festlicher Morgen
ist Freude für jedes Herz.
Nehmt, Fräulein,
diese Früchte und Blumen.
O glücklicher Sterblicher,
dem bald eine keusche Lilie,
eine bezaubernde Schönheit sich schenkt.

GIULIETTA
erhebt sich
Liebe Mädchen, eure Zuneigung
tut dem Herzen wohl.
(Sie wissen nicht, welch
tödliche Schmerzen ich leide.
Komm, Edoardo, Geliebter,
oder ich sterbe aus Liebe zu dir!)

CHOR
Weshalb verdunkeln Schatten
Euer engelgleiches Antlitz?

GIULIETTA
Erstaunt Euch meine Traurigkeit?
Freundinnen, ich gestehe es euch.

Ich will diesen Alten nicht - bin doch nicht toll!
Für einen andern erbebt mein Herz.
Einen mutigen Jüngling ersehnt meine Seele,
o käme er schnell, wie schön wäre das!
Und mit der Freude kehrt' auch die Liebe zurück.

CHOR
Der Himmel befreie Euch von jeglicher Qual
und verwandle Eure Schmerzen in Freude!

Dienerinnen und Bauernmädchen ab.

Nr. 9 - Rezitativ

Der Baron und der Schatzmeister treten auf.

BARON
Aber liebe Giulietta,
wenn du dem König vorgestellt werden sollst
und dein Verlobter bei dir ist,
scheint es dir dann angebracht,
dich im Garten zu verstecken?

GIULIETTA
Vater, Ihr wisst es:
ich neige zur Melancholie.

SCHATZMEISTER
Ach, kleine Schelmin,
man weiss doch, weshalb
ein schönes, unschuldiges Mädchen so traurig ist;
morgen schon werdet Ihr fröhlich sein!

Der Chevalier und Edoardo kommen.

CHEVALIER
Vorwärts, geht nur, ich bringe
Euch zu Eurem Onkel.

SCHATZMEISTER
(Wen sehe ich da?)

GIULIETTA
(Edoardo! ach Gott!)

CHEVALIER
Schatzmeister, ich wollte Euch
eine Überraschung bereiten,
wenn ich Euch jetzt in Eurem Neffen
meinen Ersten Schildknappen präsentiere.

SCHATZMEISTER
Hoheit ... Euer Schildknappe! Neffe, ist es wahr?

EDOARDO
Ja, Onkel, der grossmütige König
hat mir diese Gnade gewährt.

CHEVALIER
Wo ich es auch finde - Talent schätze ich.
In der Tat empfinde ich
die grösste Sympathie für euch beide …
zum Baron und zum Schatzmeister
Ich schätze euch so sehr,
dass ich euch unbedingt zu einem Problem,
das der Erörterung bedarf, hören muss.
Ihr seid erfahren im Krieg, und Ihr in der Politik.

BARON
Hoheit, welche Gnade …

SCHATZMEISTER
Es ist ja kaum der Rede wert,
aber in bestimmten Angelegenheiten
habe ich viel Taktgefühl.

CHEVALIER
zu Edoardo
Was Euch betrifft,
geht ein wenig beiseite,
Ihr seid noch nicht imstande,
solche Schwierigkeiten zu meistern.
Ihr könntet der zukünftigen Tante
Gesellschaft leisten.

SCHATZMEISTER
missgestimmt
(Ihr nahe ... nein,
das möchte ich nicht ...)

CHEVALIER
Setzt euch hierhin.
Er nötigt sie, sich so auf die Bank zu setzen, dass sie Giulietta den Rücken zuwenden.
Seht auf die Karte und entscheidet,

Nachdem der Chevalier eine Landkarte ausgebreitet hat, sehen sich die beiden diese gespannt an. Edoardo und Giulietta sprechen miteinander. Der Chevalier lächelt zuweilen über die Verlegenheit des Schatzmeisters.


Nr. 10 - Sextett

EDOARDO
Liebste Giulia, endlich seh' ich dich!
Und sprechen darf ich mit dir!

GIULIETTA
Liebster Freund, kaum fasse ich
das Übermass der Freude.

BARON
Majestät, diese Stellung wird
von einer Kanone verteidigt.

CHEVALIER
beobachtet die Liebenden
Lieber Baron, ich muss annehmen,
dass der Feind ausserhalb der Reichweite ist.

GIULIETTA
zu Edoardo
Ich setze alle Hoffnung auf meine Kusine.

SCHATZMEISTER
(Oh, wie nahe sie sich sind!)

CHEVALIER
Schatzmeister, Ihr gebt nicht acht!

SCHATZMEISTER
Doch, doch, zweifelt nicht daran!

EDOARDO
zu Giulietta
Du machst mir Hoffnung.

SCHATZMEISTER
wütend
(Verräter, wie nahe er bei ihr ist!)

CHEVALIER
nötigt ihn, auf die Karte zu sehn
Aber nun gebt acht!

SCHATZMEISTER
Ich sehe und höre, Majestät.

BARON
immer mit der Karte beschäftigt
Der Feind überrumpelt …

SCHATZMEISTER
drauf und dran, zu Edoardo zu eilen
(Und vor unsern Augen tut er das!)

CHEVALIER und BARON
Aber nein, auf dieser Seite
kann die Artillerie eingreifen;
der Feind wird
von der zweiten Batterie beschossen:
nach wenigen Augenblicken entmutigt,
wird er sich zur Flucht wenden.

SCHATZMEISTER
Hoheit, das ist wahr.
(Wie er sich ereifert!)
Die Artillerie kann viel ausrichten …
(Ah! schurkischer Neffe!)
Sie rechneten nicht mit der Batterie
(Der Schuft kommt ihr immer näher,
für seine Kühnheit wird er büssen!)

GIULIETTA und EDOARDO
Das unverhoffte Zusammensein,
lange Zeit uns ganz vorenthalten,
stärkt mein verzagtes Herz,
gibt meiner Seele Frieden
und lässt mich, Geliebte(r),
auf das Ende der Leiden hoffen.

Der Chevalier steht auf, die Liebenden trennen sich.

CHEVALIER
Das genügt für jetzt: es wird notwendig sein,
noch einmal darauf zurückzukommen.

SCHATZMEISTER
(Ich atme auf!)

Ein Diener kommt.

DIENER
Die Marquise
kommt in diesem Moment.

GIULIETTA und BARON
Wir wollen ihr entgegen eilen.

CHEVALIER
(O Gott, sie darf mich nicht sehn!)

GIULIETTA
Da ist sie schon.

CHEVALIER
(Ich kann ihr nicht mehr ausweichen.)

Die Marquise tritt ein. Der Baron und Giulietta eilen ihr entgegen und umarmen sie; der Schatzmeister und Edoardo grüssen sie höflich. Der Chevalier steht etwas abseits und versucht, sein Gesicht zu verbergen.

BARON
Meine Nichte!

MARQUISE
Mein Onkel! Meine Kusine!
Lasst euch umarmen.
zum Baron
Mein Herr, Ihr seht,
dass ich Wort halte.
(Meine Giulietta, für dich allein
kam ich so schnell hierhin.)

BARON
Ruhig, ruhig, Voreilige!
Knie nieder vor dem König von Polen!

MARQUISE
Wie! Der König?!

BARON
Der König in Person.

GIULIETTA
Er wohnt in unserem Hause.

MARQUISE
zum Chevalier zugewendet, der sich mit dem Schatzmeister und Edoardo unterhält und bestrebt ist, sich nichts anmerken zu lassen.
Verzeiht die Missachtung,
es war keine Absicht, Majestät.
Ich konnte nicht wissen, dass eine
so hohe Persönlichkeit anwesend ist.

CHEVALIER
(Nur Mut!) Es ist bereits vergeben.

MARQUISE
(Himmel, ist's Trug oder Wahrheit?
Das ist doch
der Geliebte.
Wie mir das Herz klopft!
Vielleicht ergötzt sich
die Liebe daran,
mir überall das Bild
des treulosen Geliebten vorzugaukeln.)

GIULIETTA, EDOARDO, BARON und SCHATZMEISTER
(Ich verstehe ihr Erschrecken nicht.)

CHEVALIER
(Ich verstehe
ihr Erschrecken sehr gut.)

Werte Damen, mein Schildknappe
wird Euch Gesellschaft leisten.
Meine Herren, dringend
brauche ich euch.
(Wenn ich diesmal heil davonkomme,
ist es wahrhaftig ein Wunder.)

MARQUISE
(An der Stimme, an den Bewegungen
erkenne ich den schlimmen Chevalier;
aber mein Onkel verehrt ihn als König
und er gibt sich als solcher aus.
Für jetzt will ich schweigen
und sehen, was passiert.)


GIULIETTA und EDOARDO
(Der gute König tut uns einen grossen Gefallen,
ohne es zu wollen;
er begünstigt unsere Liebe
und weiss es nicht einmal.
Ohne diese Quälgeister
können wir ungehindert sprechen.)

BARON und SCHATZMEISTER
Berater eines Königs!
Welche Gunst! Welche Freude!
Uns überrascht, uns verwirrt
soviel Güte.
(Oh, wir sind zwei kluge Köpfe,
der König zeigt es uns deutlich.)

Der Chevalier geht mit dem Baron und dem Schatzmeister ab.


Nr. 11 - Rezitativ

Die beiden Liebenden wenden sich aufgeregt der Marquise zu.
Sie geht in Gedanken auf und ab.


GIULIETTA
Ich setze meine Hoffnung auf dich, Kusine.

EDOARDO
Mein Schicksal liegt
in Euren Händen.

GIULIETTA
So antworte doch!

MARQUISE
aufschreckend
Sachte, sachte!!
Nichte, ist das
wirklich Stanislaus?

GIULIETTA
Das ist eine Frage!
Aber denk doch an mich!

MARQUISE
zerstreut
Ich habe schon daran gedacht.

GIULIETTA
Ach! Wirklich? Dann sag mir,
was du denkst!

MARQUISE
(Undankbarer Chevalier!
Er weiss nicht, wie sehr ich leide.)

EDOARDO
Ich bin bereit, mich so zu verhalten,
wie Ihr es wollt.

GIULIETTA
Aber antworte doch, Grausame!

MARQUISE
Ach, ihr quält mich.

Kurse Pause.
Die Marquise ist wieder in Gedanken; die beiden Liebenden sehen sich betroffen an.



Nr. 12 - Terzett

GIULIETTA und EDOARDO
(O schöne Hoffnung!
Eine gute Fürsprecherin haben wir da!
Teure(r), wir sind verloren;
auch sie lässt uns im Stich.)

MARQUISE
(Ich weiss nicht, was ich erhoffe,
ich kann nicht sagen, was ich will,
weiss nur, dass ich ihn noch liebe
und dass er mich betrog.)

EDOARDO
Verzeiht, wenn wir Eure Geduld
über Gebühr beansprucht haben.

GIULIETTA
Dein Verhalten zeigt mir,
dass du mich nicht mehr lieb hast.

Sie wollen gehen.

MARQUISE
fasst sich und hält sie zurück
Halt! ... Entschuldigt …
ihr beschämt mich;
mir geht etwas durch den Kopf,
was mich ein wenig quält;
aber was ich versprochen habe,
ihr Lieben, werde ich halten!

GIULIETTA
erleichtert
Ah! Nun erkenn' ich dich wieder.

EDOARDO
Ach! Ich werde Euch dankbar sein.

GIULIETTA
Denk daran, dass dieser Alte …

MARQUISE
… gefoppt werden soll!

EDOARDO
Wenn ihr Vater kein Einsehen hat ...

MARQUISE
… wird an ihn überzeugen.
Vertraut euch ganz meiner Führung an,
auch ich kenne die Liebe.

MARQUISE, GIULIETTA und EDOARDO
Wir sind verliebt und jung,
wir haben Gefühl und Verstand;
ist das Schicksal auch gegen uns,
die Liebe ist auf unserer Seite.
Mit ihrer Hilfe kämpfen wir
siegreich selbst gegen das Schicksal.

Sie gehen.


DRITTE SZENE
Galerie, wie zuvor.
Der Chevalier und der Schatzmeister.


No. 13 - Rezitativ

CHEVALIER
Was Ihr sagtet, beweist grosse Begabung,
von der die Welt noch hören soll.

SCHATZMEISTER
Hoheit, von Natur aus bin ich bescheiden;
aber von Finanzen verstehe ich
wirklich etwas.

CHEVALIER
Ach! Wenn Ihr nicht dem Baron
verpflichtet wäret, würde ich zu Euch sagen:
"Schatzmeister, ich gebe ein Ministeramt
in Eure Hand, auch die Prinzessin Ineska,
und zugleich damit ein grosses Landgut,
das Euch nicht wenig einbringen wird."

SCHATZMEISTER
Ah, Hoheit! Sofort bin ich bereit,
mich von jeglicher Bindung zu lösen.

CHEVALIER
Wir verstehen uns.
geht ab

SCHATZMEISTER
Ach, alles verdanke ich meinem Verstand!

Nun muss ich mein Wort zurücknehmen.
Ein Vorwand muss her, für den Baron …
wer weiss, ob er den wahren Grund errät!
Oh! alle Wetter, ein Herrscher …
die Prinzessin Ineska ...
das Finanzministerium ...
das sind alles Verpflichtungen von solcher Bedeutung,
dass er am Ende Verständnis zeigen wird.


Nr. 14 - Komisches Duett

BARON
mit einem Schriftstück in der Hand
Lieber Schwiegersohn, damit komme ich zu Euch;
zufrieden und glücklich darf ich Euch mitteilen,
dass der Zeitpunkt der Hochzeit
von mir bereits bestimmt worden ist.
Mit Freude, Schwiegersohn. werdet Ihr es hier lesen.

SCHATZMEISTER
Hochgeschätzter Baron (da haben wir's!),
Eure Giulia ist eines Thrones würdig,
und ich wäre stolz darauf, mit ihr verheiratet zu sein,
so sehr, dass ich es nicht sagen kann …
aber ich muss Euch von einem grossen Ereignis berichten.

BARON
Für jetzt wollen wir das beiseite lassen:
setzt schnell die Brille auf …
das sind die Vereinbarungen zur Hochzeit:
"Ich, der Unterzeichnete Gaspare Antonio …"

SCHATZMEISTER
Baron, es hat keinen Sinn, lasst es.

BARON
Wenige Einzelheiten müssen noch geklart werden,
die Mitgift et cetera, Soll und Haben,
und dann kann der Kontrakt unterschrieben werden.

SCHATZMEISTER
Ich unterschreibe nicht ...

BARON
Ihr scherzet!

SCHATZMEISTER
Ich meine es ernst.

BARON
Unsinn, nehmt doch …

SCHATZMEISTER
Ich nehme nichts!

BARON
Was, seid Ihr toll?

SCHATZMEISTER
Baron, hört mich an! Dieser Kontrakt …

BARON
Was muss ich erdulden!

SCHATZMEISTER
Ich kann ihn nicht unterzeichnen.

BARON
Aus welchem Grund?

SCHATZMEISTER
Weil … weil …
(weh, es muss heraus!)

BARON
Ich höre!

SCHATZMEISTER
Ich will überhaupt nicht heiraten!

BARON
Was?! Meine Tochter weist Ihr zurück?

SCHATZMEISTER
Ich weise sie nicht zurück.

BARON
Dann nehmt sie!

SCHATZMEISTER
Nicht diese!

BARON
Erklärt Euch!

SCHATZMEISTER
Der König will mich zum Minister
und Fürsten ernennen.

BARON
(Was hör' ich? O edle Ahnen!
Solchen Affront muss ich dulden?!
Ich fühle, wie mir das Blut zu Kopf steigt,
die Hände zucken … ich töte ihn.)

SCHATZMEISTER
Einem Geschlecht von Halbgöttern
entstammt Ihr, Ihr als auch sie;
aber ein ganz unerwartetes Ereignis
verpflichtet und entschuldigt mich zugleich.


Nr. 15 - Finale I

BARON
Schatzmeister, ich will alles
als Scherz auffassen;
drohend
sonst ... !

SCHATZMEISTER
erschrocken
(O weh, welch heikle Lage!
Gleich geht er in die Luft!)

BARON
Antwortet! Oder ich schwöre bei Gott …

SCHATZMEISTER
ausweichend
lm Moment geht es nicht,
ich habe anderweitige Verpflichtungen.

BARON
hält ihn zurück
Haltet an! ... Heraus mit dem Schwert!

SCHATZMEISTER
Ich komme wieder, aber jetzt muss ich gehn.

BARON
Wortbrüchig und undankbar seid Ihr,
heimtückisch und verstellt.
Hier kämpfst du mit mir,
oder ich reiss' dir das Herz heraus!

Er will ihn greifen.

SCHATZMEISTER
völlig ausser Fassung
Ah! Hilfe! zu Hilfe!
O weh, er tötet mich!

Giulietta, die Marquise, Edoardo und die Diener eilen alle von verschiedenen Seiten herbei.

ALLE
Welch ein Lärmen!
Was war denn, was ist geschehn?
Von wo kam das Schreien?

SCHATZMEISTER
Ach, Neffe, ich bin verloren,
wenn du mich nicht verteidigst.

BARON
Eine gemeine Zurückweisung
für meinesgleichen!
Ich bring' dich um, Verräter!

MARQUISE
Hört doch …

GIULIETTA
O Gott, was tut ihr denn da?

EDOARDO
Sagt wenigstens, wie es gekommen ist!

BARON
Ihr werdet erschrecken, wenn ihr hört,
welche Machenschaften dieser Schurke plante.
Es fehlen mir die Worte …
er hat meine Tochter zurückgewiesen ...
er schlägt dich aus, meine Giulietta!

GIULIETTA
freudig
Er will mich nicht?!

BARON
Nein. Rache!

MARQUISE
Die beste Rache wäre,
sie sofort zu verheiraten
mit einem jungen Mann, den ich kenne.

GIULIETTA
Ja, Vater, wenn Ihr zustimmt,
nehme ich seinen Neffen!

EDOARDO
Mein Herr, beruhigt Euch,
ich werde den Irrtum wiedergutmachen.

BARON
Nein ... so weit ist es
mit dem Geschlecht Kelbar noch nicht gekommen;
das unwürdige Wechselspiel lehne ich ab.
Blut will ich ... Kampf!

ALLE
Haltet ein!

Der Chevalier kommt herein.

CHEVALIER
an der Tür
Ihr da, beruhigt euch doch!

ALLE
Der König!

CHEVALIER
gebieterisch
Was geschah?

Alle sind beschämt.
Unterdessen kommt der Chevalier langsam nach vorn und mustert einen nach dem anderen.


BARON
(In diesem Moment muss uns der König überraschen!
Ich wage nicht, den Kopf zu heben.
Streiten im Beisein des Königs
hiesse die Majestät beleidigen.)

SCHATZMEISTER
(Jetzt, wo der König eingreift,
habe ich Hoffnung, heil davonzukommen:
um der Ehre seines Finanzministers willen
wird er den Baron entwaffnen.)

MARQUISE
(Dieser glückliche Umstand
gebe euch neue Hoffnung.
Der König wird hier seine grosse Autorität
in die Waagschale werfen müssen.)

GIULIETTA und EDOARDO
(Dieser glückliche Umstand
gibt uns neue Hoffnung.
Der König wird hier seine grosse Autorität
in die Waagschale werfen müssen.)

CHOR
(In diesem Moment muss uns
der König überraschen!
Wir wagen nicht, den Kopf zu heben.)

BARON und CHOR
(Streiten im Beisein des Königs
hiesse die Majestät beleidigen!)

CHEVALIER
(Jene schlägt die Augen nieder,
dieser wagt sich nicht von der Stelle ...
nun verstehe ich: der Schatzmeister
hat alles rückgängig gemacht.)


Nr. 16

CHEVALIER
Erklärt mir doch, Baron,
was der Grund war für diesen Streit.

BARON
Hoheit, grosses Unrecht …

SCHATZMEISTER
Hoheit, ein Affront …

MARQUISE, GIULIETTA und EDOARDO
Hoheit, ein Wortstreit ohne Bedeutung.

BARON
Eine Zurückweisung …

SCHATZMEISTER
Eine Drohung …

BARON
Er hat mich beleidigt …

SCHATZMEISTER
Und er hat mich angegriffen …

MARQUISE, GIULIETTA und EDOARDO
Greift ein, Hoheit, verhindert …

CHEVALIER
mit Nachdruck
Ruhe! Beruhigt euch!
Ihr bringt mich zur Verzweiflung.
Einer nach dem andern erläutere
mit kühlem Kopf seine Grunde …

BARON
Hoheit, der Ruhm meines Hauses …

SCHATZMEISTER
Hoheit, der Streit hat so begonnen: …

BARON
Ich will volle Satisfaktion …

SCHATZMEISTER
Ich will, dass der Baron …

CHEVALIER
ungehalten
Schweigt doch!
Bezähmt eure Wut, geht auseinander!
Wer es wagt, den Streit erneut zu beginnen,
ehe geklärt ist, welche Gründe dazu führten,
lenkt den Zorn des Königs auf sich.

ALLE ANDEREN
Ach! Vergebt uns, Majestät.

CHEVALIER und ALLE ANDEREN
Vertraut auf die Gerechtigkeit des Königs,
überlassen wir ihm das Urteil in dieser Frage;
er soll Skandal und Streit beenden,
soll sagen, wer Recht und wer Unrecht hat;
er beseitige die Zwietracht
nach den Geboten des Rechts und der Gerechtigkeit.
Ich werde (Er wird) die frühere Eintracht wiederherstellen
und die alte Freundschaft erneuern.


No. 1 - Overture

ACT I

SCENE I
A gallery
Servants and vassals of the Baron.


No. 2 - Introduction

CHORUS
A fairer day never smiled
upon the House of Kelbar.
A King staying here,
a double wedding to take place …
such feasts, such honours,
what tips for the servants! …
what sumptuous banquets,
and noisy revelries!
There could be no finer day
for the House of Kelbar.


No. 3 - Duettino
Enter the Baron and the Treasurer

BARON
Most amiable Treasurer,
you are acquiring a rare jewel;
she is a precious branch
of a great tree of heroes.
And I am certain that your marriage to her
will never cause you shame.

TREASURER
Yes, Baron, our union
will always be happy and prosperous,
and it will soon produce
famed and honoured offspring
that will make our two families
universally respected.

BARON
Well said, son-in-law!

TREASURER
Great father-in-law!

BARON
I am so pleased.

BARON AND TREASURER
This auspicious marriage
has already raised many eyebrows;
as a witness it will boast
the great King of Poland;

CHORUS
Such feasts, such honour, etc.

BARON AND TREASURER
and on gilt parchment
our vows will he inscribed.


No. 4 - Scene and Cavatina
Enter Delmonte

DELMONTE
His Majesty, gentlemen,
has arisen, and approaches;
he wishes to greet
our host.

CHORUS
May the name of our noble guest
be honoured far and near.
His presence glorifies
our humble abode.

Enter the Chevalier

CHEVALIER
No ceremonies,
gentlemen, I beg you.
I am bored and sated
by the customary rituals.

Your reception,
Baron, pleases me.
Today I shall write to the court
to tell them of you.
Ah, when I reach Poland,
I shall know how to repay you.

BARON
Sire, what do you mean?
I am sufficiently recompensed.

ALL
So welcome a visit
has been its own reward.

CHEVALIER
to himself
(My Parisian companions,
you who consider me totally mad,
come here and decide
if anyone is as wise as I.
The most knavish officer
of the entire regiment,
suddenly assumes the guise
of philosopher and king.)
aloud
As long as I remain here,
gentlemen, I repeat,
that you most treat me
as an ordinary citizen, and as a friend.

The time will come all too soon
when I most be more serious;
too soon will I be burdened
by the heavy sceptre of my ancestors.

THE OTHERS
Sire, all of us around you
are filled with marvel
at the beautiful soul concealed
within your august person.


No. 5 - Recitative

BARON
Will you he present, Sire,
at the double wedding
which will take place at the castle tomorrow?

CHEVALIER
Who are the brides?

BARON
One is my daughter
who will marry the Treasurer;
the other is my niece,
the Marchioness of Poggio.

CHEVALIER
She! (Good heavens!)

BARON
Do you know her?

CHEVALIER
Very well, but only by reputation.
And now, I pray you to leave me in private.

BARON
We shall no longer bother Your Majesty.

Exit with Treasurer and Chorus

CHEVALIER
There is no time to lose ...
I shall write immediately to the court.
I shall he unmasked
when the marchioness arrives.
He writes
"Perhaps the planned enterprise
has already succeeded, and at this moment,
the real Stanislaus, having reached Warsaw,
has been assured of the goodwill of the Diet.
Highness, I entreat you
To cast me from the throne this instant.
If I reign any longer, I will lose my love."


No. 6 - Recitative, Scene, and Duet

Enter Edoardo

EDOARDO
Sire, trembling I throw myself
at your royal feet!

CHEVALIER
Well then. You are the beloved
of the Baron's daughter.
And you are your uncle's rival.
What can I do for you, young man?
EDOARDO
Grant only that I may follow you to Poland.
Allow me to accompany you where honour calls me,
and to devote my useless life to you.

I will prove that I am worthy
of the favour that I request;
I will prove to you in battle
that I am not ungrateful.

CHEVALIER
Oh warrior, the country and the throne
will award you eternal praise;
thus has a proud spirit
always challenged fate.

EDOARDO
You agree then, Sire,
to grant my request?

CHEVALIER
Yes, you will fight at my side
if fight I must.

EDOARDO
prostrating himself
Ah! my gratitude!

CHEVALIER
raising him
No, friendship and trust.
From now on you are my esquire;
remain at my side, always.

EDOARDO
What! (Oh joy!) But must I
remain here and see her?

CHEVALIER
Why not? It takes courage,
but you must resign yourself.

EDOARDO
Majesty, there are no words
sufficient to thank you.
May good fortune smile upon
so magnanimous a ruler,
and confound and frustrate
the plots of any enemies.

CHEVALIER
(When my court goes up in smoke,
his plea will not have been in vain;
if only to ridicule that insane old man,
I shall know how to rule, for one day, at least.)

EDOARDO
Inflamed by a warlike spirit,
I shall seek the paths of glory.
You will see me happy
to defy the perils of death for you.

CHEVALIER
Yes, my young warrior, you will be
at my side when violence threatens!
The garlands reserved for heroes
will be interwoven in your tresses.

Exeunt


No. 7 - Scene and Cavatina

The Marchioness enters cautiously, unseen, and looks at the departing Chevalier.

MARCHIONESS
They have not deceived me! It is he! … It is he!
I arrived unobserved, and here I will know
How so solve the mystery. I shall pretend
To give my hand to the old commander …
We shall see then if the lover will reveal himself …

It is difficult for a loving heart
to restrain its ardour!
It is hard to hide the palpitations
in a passionate breast.
My uncle will surely forgive
the love which has guided me.
It is impossible for my heart
to sigh for another.

If the widow must fall,
may she not fall into a worse predicament;
I despise useless ostentation,
I cannot live on arrogance.
All I seek is love,
love and youth;
but if Belfiore is untrue to me,
I will never love again.


SCENE 2
A garden

Chorus of peasants and servants who bring fruit and flowers.
Giulietta is seated sadly on a bench.


No. 8 - Chorus and Cavatina

CHORUS
So festive a morning
brings joy to every heart.
Milady, accept
this fruit and these flowers.
How fortunate is the man
who will soon wed
this immaculate lily,
this enchanting beauty.

GIULIETTA
rising
Dear friends, your affection
is most gratifying.
(They do not know the anguish
which I suffer in my soul!
Come, beloved Eduardo,
or I shall die of love!)

CHORUS
But why is your lovely face
clouded with grief?

GIULIETTA
You are surprised at my sorrow?
My friends, I shall bare my soul to you.

I do not want that old man; I am not such a fool.
My heart throbs for another.
I wish to marry a handsome youth.
Oh, if that exquisite moment could come at once,
I would he able to return to my former happiness.

CHORUS
May Heaven free you of all your torments,
and transform your sorrow to joy.

Exeunt servants and peasants.


No. 9 - Recitative

Enter the Baron and the Treasurer

BARON
Well, Giulietta,
when you are to be presented to a king,
and your fiancé is at hand,
is that the time to disappear into the garden?

GIULIETTA
Father, you know that
I am inclined to melancholy.

TREASURER
Come now, little rascal …
We know where the sadness of a beautiful
innocent girl comes from;
but you will feel better tomorrow.

Enter the Chevalier and Edoardo

CHEVALIER
Come on, I myself
will present you to your uncle.

TREASURER
(Whom do I see?)

GIULIETTA
(Edoardo! Oh joy!)

CHEVALIER
Treasurer, I should like
to present you with a welcome surprise.
I present to you, in the person of your nephew,
my first esquire.

TREASURER
Sire ... your esquire! Nephew, is this true?

EDOARDO
Sir, the King himself has deigned
to grant me this honour.

CHEVALIER
I appreciate talent wherever I find it.
In fact, I feel a very strong liking
for you two …
to the Baron and the Treasurer
I have so much respect for you,
that I wish to consult you about a matter
which requires deep analytical discussion …
You as a military expert, he as a political one.

BARON
Sire, your kindness ...

TREASURER
I do not mean to boast,
Sire, but in certain matters,
I am extremely tactful.

CHEVALIER
to Edoardo
As for you,
you may not join us.
Your rank does not yet permit you
to know important state secrets.
Keep your future aunt company.

TREASURER
with ill humour
(Be with her …
Good heavens! I don't want ...)

CHEVALIER
You sit here.
He seats him on a bench in such a way that his back is toward Giulietta.
Study the map and decide.

As the Chevalier points to a map, the other two concentrate on it. Edoardo and Giulietta speak confidentially. From time to time, the Chevalier smiles at the Treasurer's discomfort.


No. 10 - Sextet

EDOARDO
Dear Giulia, I am with you at last!
I can finally speak to you.

GIULIETTA
My dear friend, I can hardly believe
the extent of my happiness.

BARON
Majesty, the position
is guarded by a cannon.

CHEVALIER
observing the lovers
Baron, as far as I can see
the enemy is out of range.

GIULIETTA
to Edoardo
I am relying heavily upon my cousin.

TREASURER
Ah! How close he is to her!

CHEVALIER
Treasurer, you are not paying attention!

TREASURER
Ah! I am watching, have no fear!

EDOARDO
to Giulietta
You fill me with hope!

TREASURER
fuming
(The traitor! How he advances!)

CHEVALIER
forcing him to look at the map
Confound it! Pay attention!

TREASURER
I am both watching and listening, Majesty,

BARON
intent on the map
The enemy charges …

TREASURER
speaking of Edoardo
and under our very eyes.

CHEVALIER AND BARON
No, heavens, the artillery
can check them on this side;
the enemy is fired upon
by this other battery;
within a few moments
they flee in terror.

TREASURER
Sire, it is true. (How ardent he is!)
The artillery can do a great deal …
(Ah! Rascal of a nephew!)
they disregard the battery …
(The knave constantly advances …
he will rue his ardour!)

GIULIETTA AND EDOARDO
Ah, this unexpected pleasure,
so long denied to us,
reassures my troubled heart,
and fills my soul with happiness;
it lets me hope, beloved,
for an end to our tears.

The Chevalier rises and the lovers separate.

CHEVALIER
Enough for now. The situation
warrants further study.

TREASURER
(I breathe again!)

Enter a servant

SERVANT
The Marchioness
Has just arrived.

GIULIETTA AND BARON
Let us go to meet her.

CHEVALIER
(Alas, if only I could avoid her!)

GIULIETTA
Here she is now.
CHEVALIER
(I can no longer escape.)

The Marchioness enters. The Baron and Giulietta hurry to embrace her. The Treasurer and Edoardo greet her politely.
The Chevalier attempts to remain apart, and to hide his embarrassment.


BARON
Niece!

MARCHIONESS
Uncle! Cousin!
Let me embrace you.
to the Baron
You see, sir,
that I am a woman of my word.
(Giulietta, it was for you alone
that I came so quickly.)

BARON
Be quiet, chatterbox;
kneel down before the King of Poland.

MARCHIONESS
What! The King!

BARON
The King, in person ...

GIULIETTA
A guest in our home.

MARCHIONESS
indicating the Chevalier who remains with the Treasurer and Edoardo, feigning indifference.
Oh Majesty, please forgive
my unintentional affront.
I did not expect to meet
so illustrious a personage.

CHEVALIER
(Have courage!) It is nothing.

MARCHIONESS
(Heavens! Is it a deception or the truth?
That is certainly
my lover's face!
How my heart
beats in my breast!
Perhaps love
goads me to see
the faithless one's
image everywhere.)

GIULIETTA, EDOARDO, BARON, AND TREASURER
(I do not understand
her amazement.)

CHEVALIER
(How well I understand
her amazement.)

Ladies, my esquire
will keep you company.
Gentlemen, I have need
of your talents.
(If I get out of this successfully,
it will truly be a miracle.)

MARCHIONESS
(In speech and in manner,
he is that roguish Chevalier;
But my uncle treats him like a king,
and he speaks like a king.
I will restrain myself for now,
we will see what happens later.)

GIULIETTA AND EDOARDO
(The good King unknowingly
has granted us great pleasure;
in this manner he helps
our love, and does not know it.
Without those old bores,
we can speak freely.)

BARON AND TREASURER
Councillor to a king!
What an honour! What joy!
We are surprised and confused
by such an excess of kindness.
(Ah, we are both clear-headed,
and the King puts us to the test.)

Exit Chevalier with Baron and Treasurer


No. 11 - Recitative

The two lovers promptly turn to the Marchioness.
She paces back and forth lost in thought.


GIULIETTA
I have great faith in you, cousin.

EDOARDO
My fate
is in your hands.

GIULIETTA
At least answer us!

MARCHIONESS
returning to the situation at hand
Easy, easy!!
Cousin, truly
is that Stanislaus?

GIULIETTA
What a question!
What about me?

MARCHIONESS
carelessly
I've already thought about you!

GIULIETTA
Indeed? And may
I know what you have thought?

MARCHIONESS
(Ungrateful Chevalier!
You do not know how I am suffering!)

EDOARDO
I am ready to do
anything you say,

GIULIETTA
For heaven's sake, answer!

MARCHIONESS
Oh! you bother me.

A brief silence. The Marchioness continues to talk to herself, while the two lovers look at each other, rnortified


No. 12 - Trio

GIULIETTA AND EDOARDO
(A fine hope, indeed!
A fine ally we have!
Dearest, now we are lost;
even she deserts us.)

MARCHIONESS
(I don't know what I hope for,
I can't say what I want;
I only know that I still love him,
and that he has deceived me.)

EDOARDO
Excuse me if I have tried
your patience.

GIULIETTA
You have amply demonstrated
that I mean nothing to you.

They are about to leave.

MARCHIONESS
recovering, and detaining them
Stop... forgive me …
I am ashamed of myself;
I have something on my mind
which upsets me greatly;
but everything I promised you,
my dears, I shall do.

GIULIETTA
contented
Ah! You are yourself again.

EDOARDO
I will be ever grateful to you.

GIULIETTA
Do you think that the old man …

MARCHIONESS
He will be well duped.

EDOARDO
If her father opposes …

MARCHIONESS
He will be convinced.
You must realise
that I, too, know what love is.

MARCHIONESS, GIULIETTA, AND EDOARDO
We're in love and we're young,
we have spirit and warmth;
if Fate has been against us,
love is on our side;
with its help, it is possible
to fight even Destiny.

Exeunt


SCENE 3
A gallery, as before.

The Chevalier and the Treasurer.


No. 13 - Recitative

CHEVALIER
Your words reveal a great talent
Which the world should see.

TREASURER
Sire, I'm modest by nature,
but in matters of finance
I declare it is true.

CHEVALIER
Ah! If you were not
committed to the Baron, I would say:
"Treasurer, accept the Ministry,
the Princess Ineska, and with her
valuable property with large returns."

TREASURER
Sire, I shall free myself
of all commitments immediately.

CHEVALIER
Then we are agreed.

Exit.

TREASURER
I owe everything to my cleverness!

Now to withdraw from my promise.
I will find some excuse for the Baron ...
I wonder if he will understand the reason.
Oh! Confound it ... a king ...
the Princess Ineska ... a fortune ...
These factors
are of such importance
that in the end he will forebear.


No. 11 - Duetto buffo

BARON
entering with a document in his hand
Cherished son-in-law, I have come
in high spirits to show you
the draft of the marriage contract
which I have just completed.
Read it, my boy, with good cheer.

TREASURER
Most esteemed Baron ... (here goes)
your Giulia is worthy of a throne,
and the pride I would feel as her husband
would be so great I know not how to express it.
But I must tell you of some remarkable news.

BARON
Let's forget all that for now.
Come, put on your glasses;
here ace the terms of the contract:
"I, the undersigned Gasparo Antonio" …

TREASURER
Baron, it's pointless; don't bother.

BARON
There are certain details you should know;
the dowry, gifts, property, etc.
before you sign the document.

TREASURER
I will not sign it.

BARON
You're joking, of course.

TREASURER
I'm perfectly serious.

BARON
Oh! Come on, now.

TREASURER
I'll take nothing.

BARON
What? Have you gone mad?

TREASURER
Baron, listen ... this contract …

BARON
Give me patience!

TREASURER
Cannot be.

BARON
And why not?

TREASURER
Because ... because …
(Come on now, out with it!)

BARON
I'm waiting.

TREASURER
I have decided not to marry.

BARON
What? You reject my daughter?

TREASURER
I am not rejecting her.

BARON
Then you accept her!

TREASURER
Well, no.

BARON
Explain quickly!

TREASURER
The King wants me as a minister and prince.

BARON
(What's this I hear? Oh, my noble ancestors!
Must I suffer this affront?
I feel the blood rushing to my head.
I would cheerfully slit his throat, right now!)

TREASURER
Both you and your daughter, Baron,
are descendants of demi-gods;
but this unexpected event
frees me of obligation, and excuses me.


No. 15 - Finale I

BARON
Treasurer! I would like to believe
that this is some joke.
threatening
Otherwise! …

TREASURER
frightened
(Good Lord! What a predicament!
He is like gunpowder about to explode!)

BARON
Answer me, or by Jove …

TREASURER
dodging him
I cannot now; other duties call.

BARON
stopping him
Stop right there! Draw your sword!

TREASURER
I will return; I must go now.

BARON
Traitor! Wretch!
Villain! Miscreant!
You will defend yourself now
or I will tear your heart out!

chases him to seize him

TREASURER
frightened
Oh! Oh! Oh! Help! Aid!
Ah! I am dead!

Enter Giulietta, the Marchioness, Edoardo, and servants, running in from various sides

ALL
What a racket!
What is it? What has happened?
What is the cause of such rage?

TREASURER
Ah! Nephew, I am done for
if you do not defend me.

BARON
An insult to my family honour!
Traitor, I want your blood!

MARCHIONESS
Listen …

GIULIETTA
Oh Lord, what's going on?

EDOARDO
At least tell us what has happened.

BARON
You will tremble with rage when you hear
of the scoundrel's black villainy!
He has broken his word to me …
he renounces my daughter ...
he renounces you ... my poor Giulietta!

GIULIETTA
joyously
He does not want me?

BARON
No. I'll have vengeance!

MARCHIONESS
The most sure revenge
would be to marry her immediately
to a young man I know.

GIULIETTA
Yes, father, with your permission,
I'll marry his nephew.

EDOARDO
My lord, calm yourself.
I will correct the blunder.

BARON
No ... the house of Kelbar
has not sunk that low.
I will not accept so poor a trade.
I demand blood! Let us fight …

ALL
Easy, easy …

Enter the Chevalier

CHEVALIER
from the doorway
Ho there! Stop!

ALL
The King!

CHEVALIER
with authority
What is going on?

All are embarrassed. The Chevalier enters slowly, studying them, one by one.

BARON
(What a time for the King to surprise us.
I dare not look at him.
To quarrel in the presence of a monarch
is to insult his majesty!)

TREASURER
(Now that the King is here
I may get out of this alive.
For the sake of his financier,
he will disarm the Baron.)

MARCHIONESS
(This happy turn of events
gives you cause to hope.
The King will be seen to assert
his royal authority.)

GIULIETTA AND EDOARDO
(This happy turn of events
gives us cause to hope.
The King will be seen to assert
his royal authority.)

CHORUS
(What a time for the King
to surprise us.
I dare not look at him.)

BARON AND CHORUS
(To quarrel in the presence of a monarch
is to insult his majesty!)

CHEVALIER
(She looks down …
he does not dare to move.
I understand now, the Treasurer
has renounced his promise.)


No. 16

CHEVALIER
Baron, tell me quickly
the cause of this dispute.

BARON
Sire, an injury ...

TREASURER
Sire, an insult ...

MARCHIONESS, GIULIETTA, AND EDOARDO
Sire, an unimportant quarrel …

BARON
A repulse …

TREASURER
A threat …

BARON
He has offended me ...

TREASURER
He has threatened me …

MARCHIONESS, GIULIETTA, AND EDOARDO
Please stop them! Sire, forbid …

CHEVALIER
forcefully
Quiet! Calm down! You are deafening me!
Without emotion, each of you will tell me
your reasons, one by one ...

BARON
Sire, the glory of my ancestry ...

TREASURER
Sire, the quarrel came about like this ...

BARON
I want immediate satisfaction ...

TREASURER
I want the Baron to ...

CHEVALIER
angrily
Quiet there!
Keep your tempers, and go.
Anyone who attempts to resume the quarrel
before the cause of the trouble is known
will incur the royal wrath!

THE OTHERS
We pray you, Majesty, forgive us.

CHEVALIER AND ALL
Have (We must have) confidence
in the royal judgement.
It will bring justice,
it will prevent scandal and injury,
it will determine who is right or wrong,
and it will settle all differences
as justice and fairness demand.
I (He) will bring back the previous harmony,
I (he) will restore the previous friendships.



ACT II

SCENE 1
A gallery.
Servants of the Baron.



No. 17 - Chorus and Aria

CHORUS
1ST GROUP
Then the wedding won't take place?

2ND GROUP
Everything has gone up in smoke.

1ST GROUP
Who caused the trouble?

2ND GROUP
Whs does everyone look so sad?

ALL
This has always been the fashion
of the world of the aristocracy;
they change their moods as easily
as they change their clothes.
We are happy and content,
although we are only lowly servants.
We don't stand on ceremony
in either marriage or love.
We have no secrets,
we are frank and honest.
On festive occasions or on work days,
we are always the same.

Enter Edoardo

EDOARDO
My good friends! You know
how cruelly fate has treated me.

CHORUS
But sir, what do you expect?
The world has always been like that.
Money, not virtue,
has the power to buy love.

EDOARDO
Then, my dear friends,
you don't know everything.
I'll confide in you.

Mercifully, after much weeping,
love has finally smiled upon me.
She who has set me aflame
will at last become my wife.
This treasure, whom I almost lost,
will always be beside me.
This happy thought
dispels all sorrow.

CHORUS
Then your sorrows are over?
We are truly delighted.

EDOARDO
Pray, allow a loving soul
a single ray of hope,
So that for one moment of joy
he may abandon his sad heart.
Ah! But if one lacks the faint pleasure
that is born of hope,
there is no point in any other good;
love is an agony.

CHORUS
Ah yes, days of happiness
have returned,
and your heart can once more
be at peace.

Exeunt servants

Enter the Chevalier, Giulietta, and the Treasurer



No. 18 - Recitative

CHEVALIER
Well, esquire, I have found you in time;
And you Baroness, and Minister. Tell me,
why does the Baron so vigorously oppose
the marriage of his daughter and Edoardo?

GIULIETTA
Ah, Sire!
Because he is poor
while the Treasurer wallows in money.

CHEVALIER
If that's the problem, there is a solution.

EDOARDO
What is that, Sire?

CHEVALIER
The Treasurer will give you
one of his castles, and an income
of five thousand crowns per year …

TREASURER
Let's consider a moment ...

CHEVALIER
There is no time now
to waste on meditation. You must
decide at once.

TREASURER
Sire ... alright.

All leave except the Treasurer.


No. 19 - Recitative and Duet

TREASURER
One of my castles! 5000 crowns!
Ah, but the Ministry ...
Oh dear, there's the Baron,
and he is still furious.

Enter the Baron

BARON
Well, sir!
We are alone, and I want satisfaction
for your villainy.

TREASURER
(Courage!) You want war ...
then war you shall have!

BARON
You may use all the weapons
of both worlds, the old and the new,
but I will devour you like an egg,
I will destroy you!

TREASURER
Idle chatter. Before entering
the fatal combat,
mention in your will
where they have to bury you.

BARON
Bury me?

TREASURER
It is inevitable.

BARON
I will die?

TREASURER
It goes without saying.

BARON
(He seems very sure of himself,
but he is just bragging.
I didn't credit that buffoon
with such determination or courage.)

TREASURER
(Death is difficult to swallow
even for the Baron.
One needs the heart of a lion
to face death.)

BARON
Now then! Tell me
what weapons you plan to use.

TREASURER
You want to know?

BARON
Of course.

TREASURER
Then listen to me.
Imagine a barrel
full of gunpowder;
you and I firmly seated on it,
as if on horseback,
proud as two Romans.
With a fuse in hand
we bid each other good night,
and ignite the barrel.
Boom! A head flies here,
the legs there, here an arm …
sir, this is the route
which I wish to take from this life.

BARON
Eh! Fuses? Barrels?
These are vile, cowardly pretexts.
One such as you may ride
barrels, as if they were horses.
Only to you ... only to a villain
would fuses seem appropriate.
A brave warrior like myself
relies upon his sword,
and with this, at once,
we will measure up to each other.

TREASURER
My way is much faster.
What I want …

BARON
snorting
Pouf... what peevishness!
Come with me.

TREASURER
With a fuse …

BARON
With a sword …

TREASURER
With a barrel …

BARON
Go, coward; I will venture no further
in weapons with you.
I will have you chastised with a cane
by my servants.

TREASURER
I, too, have servants
who can handle a cane.

BARON
(I swelter and burn, I rage and quake,
my breast is a volcano …
if I stay any longer, my head
will begin to spin.)

TREASURER
(To escape this latest peril,
my method has worked well.
Devotees of the sword,
what do you say, how does it strike you?)

Exeunt


SCENE 2
A hall, separated from the garden by glass doors.
The Marchioness, and the Chevalier to one side.



No. 20 - Duet

MARCHIONESS
(Why can't I understand it?
Why should I let myself be ridiculed?
Chevalier, stop pretending,
I want you to confess everything.)

CHEVALIER
aside
(The Marchioness is very angry.
She tries, in vain, to pretend;
Chevalier, remain firm and unyielding,
be careful not to stumble.)
approaching her
All alone, Marchioness?

MARCHIONESS
greeting him coolly
Sire … I have my thoughts for company.

CHEVALIER
off-handedly
It is easy to see
you are thinking of the Chevalier.

MARCHIONESS
Yes, I was thinking of how
to punish that fickle one.
CHEVALIER
You will not do it; anger is transient
in the heart of a woman in love.

MARCHIONESS
On the contrary, Sire, I have decided;
he is not the husband for me.

CHEVALIER
I don't believe it.

MARCHIONESS
Pardon, but I am resolute.

CHEVALIER
(She is pretending ... Oh, I know you.)

MARCHIONESS
(He is about to fall.)

MARCHIONESS AND CHEVALIER
(I know cunning
and its final objective;
I know it
as well as you do.)

CHEVALIER
Then you are ...

MARCHIONESS
I have decided.

CHEVALIER
Won't you forgive him?

MARCHIONESS
There is no pardon for him.

CHEVALIER
(The vixen is pretending.)

MARCHIONESS
(He's talking to himself.)

MARCHIONESS AND CHEVALIER
(I know cunning
and its final objective;
I know it
as well as you do.)


No. 21 - Recitative

Enter the Baron

BARON
hastily
Niece, I have just
heard from the Commander;
he will soon arrive
at the castle.

Exits hurriedly

MARCHIONESS
I am grateful to the Count.
He loves me sincerely,
and I would wed him today.

CHEVALIER
And the Chevalier?

MARCHIONESS
The Chevalier has
mocked me sufficiently.
He abandons me
as prey to his rival.

CHEVALIER
No, you will see him
fight for your hand
with all the Counts of Brittany.


No. 22 - Aria

MARCHIONESS
Then why doesn't he come?
What is he doing?
What does he hope for?
If he would reveal himself to the one
who adores him, beg my pardon,
explain, even though I'm angry,
I could calm down.
(If he does not reveal himself now,
if he is not yet conquered,
wiles of the fair sex,
you are powerless.)

You remain silent, Sire.
Tell me …

CHEVALIER
pretending
I don't know what to say.

MARCHIONESS
Ah, then the Count shall have
My hand and my pledge.

Enter the servants of the Baron

SERVANTS
Quickly, quickly, the Count is arriving.
His retinue approaches.

CHEVALIER
(Courage!)

MARCHIONESS
I shall go
to greet my groom.

Yes, I'll forget that unfaithful one.
I will shun his presence.
His callous indifference
will cost him dearly.
(Sly wiles of the fair sex,
you have served me well.)

CHEVALIER
(I am so confused now,
that I am really trembling.)

SERVANTS
Hurry, let us go. The Count is near.
We must go to meet him.

Exit Marchioness and servants one way, the Chevalier the other


No. 23 - Scene and Duet

Enter Giulietta

GIULIETTA
Ah, my happiness is complete!
Kindly King, only because of you does my father
allow me to wed Edoardo.

Enter Edoardo

EDOARDO
agitated
Ah, my Giulietta …
in a few moments,
the King will depart.

GIULIETTA
Then let him go.

EDOARDO
And I
must go with him.

GIULIETTA
Go with him?
Are you mad?

EDOARDO
He commands it.

GIULIETTA
And I command
That you stay here with me.

EDOARDO
Honour, dearest,
demands the sacrifice.
I am esquire to the King.

GIULIETTA
Esquire! King! You are my bridegroom.

EDOARDO
I swore to follow him into battle,
and to fight for him.
Not even you, my love, would want
me to forget my honour.

GIULIETTA
I do not know about battlefields,
I do not know about weapons.
I know that you should marry me,
and that you owe me your love!

EDOARDO
But think a bit ...

GIULIETTA
Think?
I never think,

EDOARDO
Would you have the greatest of princes …

GIULIETTA
I'm even greater.

EDOARDO
What would you have me do?

GIULIETTA
Just as I want.

EDOARDO
Dear, that's impossible.

GIULIETTA
Oh, it will be possible.

I'll go to the King. I can defend
my rights against his.
He will listen to me. Then we'll see
if he can take you from me.

EDOARDO
The King has more on his mind than to listen
to your chatter about your rights.
Believe me, you cannot change
his royal prerogative.

GIULIETTA
He will listen to me. Then we'll see
if he can take you from me.

We can at least hope …

EDOARDO
You think there is hope?

GIULIETTA
Enough; at least, let's try.

EDOARDO
My honour ... consider it seriously.

GIULIETTA
Your honour will not suffer.

GIULIETTA AND EDOARDO
Oh, may the hope in (my) your heart
not be false, my love;
I will he happy if (I promise you that) love
and duty will combine.
A friendly fate will smile
upon such a sweet and faithful love.

Exeunt


SCENE 3
A gallery.

The Baron, the Marchioness, Count Ivrea, and the Treasurer.



No. 24 - Recitative and Septet

BARON
Yes, my dear Count, the Marchioness herself
will assure you. She has changed completely.
She no longer thinks of that madman;
she hates him as much as she loved him.

MARCHIONESS
I am ready
to marry you, sir, but there is a condition
that my feelings must impose.

COUNT
Command me, madame.

MARCHIONESS
That the Chevalier does not return
within the hour.

Enter the Chevalier, Edoardo, and Giulietta

CHEVALIER
Gentlemen!

COUNT
bowing
Majesty!

BARON
Sire!

CHEVALIER
Baron,
An important reason
necessitates my departure.

MARCHIONESS
I am near to becoming the wife
of Count Ivrea, I had hoped
that you would be present at my wedding.

CHEVALIER
Madame, a weighty matter will not permit it.

MARCHIONESS
Then let the marriage contract
be signed at once.

CHEVALIER
I am very sorry,
but an order from the court
requires that the Count must accompany me
on a secret state mission.

MARCHIONESS
chagrined
He!

BARON
Pity!

General surprise

MARCHIONESS
(I was not prepared, Chevalier,
For that type of blow.
I am perplexed.
Lord! I don't know which way to turn.)

CHEVALIER
(She is much chagrined,
she didn't expect this;
I am beginning to enjoy it,
I have repaid her in kind.)

COUNT, BARON, GIULIETTA, TREASURER, AND EDOARDO
(This latest event
has really caused displeasure.
I (The Count) cannot hide
the annoyance I (he) feel(s).)


No. 25 - Finale II

Enter Delmonte

DELMONTE
Sire, a court courier
has just arrived.
He says that he bears
an important letter.

CHEVALIER
Give it, give it.
reading it
(Oh, kindly fate, you crown my thoughts.)
to the others
I have just received good news,
and now I will tell you the mystery.
But first give Giulia's hand
to this officer.
The witnesses will be
the treasurer and the King.

EDOARDO AND GIULIETTA
He is the champion
of our cause.

BARON
What can I say? Marry him,
the King wishes it ... orders it.

ALL
Long live the happy couple!

CHEVALIER
Listen.
This was written to me.
Opens the letter and reads:
"Stanislaus has finally
arrived in Warsaw. The Diet
has decided in his favour, and you may
relinquish the crown as soon as you like.
The loss of the throne
should not cause you regret, however,
as you have acquired
the title and honour of Marshall."

BARON
Then who are you?

CHEVALIER
The Chevalier Belfior …

ALL
Belfior?

MARCHIONESS
Ah yes!

CHEVALIER
embracing the Marchioness
Faithful to his first love!

TREASURER
Count!

COUNT
Baron!

BARON
I was a fool.
What's to be done now?

COUNT, TREASURER, AND BARON
Let its be men of good cheer,
and agree to hold our tongues.

ALL
Ah, let's all be good friends,
and forget the past.
Hail to the King who is now safe,
this day will be sacred to him.
Moreover, two very happy marriages
have been accomplished today.
So perhaps the joke has spared us
many sighs and tears.

N. 1 - Sinfonia

ATTO PRIMO

SCENA PRIMA
Galleria.
Camerieri e vassalli del Barone.


N. 2 - Introduzione

CORO
Mai non rise un più bel dì
Per la Casa di Kelbar.
Un sovrano alloggia qui,
Due sponsali s'han da far …
Quante feste, quanti onori! …
Quante mance ai servitori! …
Che banchetti sontuosi …
Che festini strepitosi! …
Più bel dì non può brillar
Per la Casa di Kelbar.

N. 3 - Duettino
Entrano il Barone ed il Tesoriere.

BARONE
Tesoriere garbatissimo,
Una perla or tocca a voi:
Ella è un ramo preziosissimo
D'un grand'albero d'eroi;
E son certo, a voi sposandola,
Che non abbia a tralignar.

TESORIERE
Sì, Baron; felice e prospero
Sarà sempre il nostro innesto,
E germogli illustri ed incliti
Ne vedrete uscir ben presto,
Che le nostre due famiglie
Faran chiare in terra e in mar.

BARONE
Bravo genero!

TESORIERE
Gran suocero!

BARONE
Io mi sento a consolar.

BARONE e TESORIERE
Per sì fausto matrimonio
Già ciascun le ciglia inarca:
Esso avrà per testimonio
Di Polonia il buon monarca.

CORO
Quante feste, quanti onori! ecc.

BARONE e TESORIERE
E In dorata cartapecora
Noi l'abbiamo da segnar.


N. 4 - Scena e Cavatina

Entra Delmonte.

DELMONTE
Sua Maestà, signori,
È alzata, e qui s'invia;
Ei salutar desia
Il nostro albergator.

CORO
Di così nobil ospite,
Risuoni il nome intorno;
Quest'umil soggiorno
Ottien da lui splendor.

Entra il Cavaliere.

CAVALIERE
Non fate cerimonie,
Signori, io vi ringrazio:
Dell'etichetta solita
Sono annoiato e sazio.

Del vostro accoglimento,
Barone, io son contento! ...
Oggi alla Corte scrivo ...
Di voi le parlerò.
Ah, se in Polonia arrivo
Quel che ho da far saprò!

BARONE
Sire, che dite mai?
lo son premiato assai.

TUTTI
Sì preziosa visita
Assai ci compensò.

CAVALIERE
da sè
(Compagnoni di Parigi,
Che si matto mi tenete,
Qua venite e decidete
Se v'è an saggio al par di me.
L'ufficiaI più dissipato
Dell'intero reggimento
Prese l'aria in un momento
Di filosofo e di re.)
forte
Finchè con voi soggiorno,
Signori, io vel ridico,
Come privato e amico
M'avete da trattar.

Verrà pur troppo il giorno
De' miei pensier più gravi;
Pur troppo in me degli avi
Lo scettro ha da pesar.

GLI ALTRI
Sire, a voi siamo intorno
Pieni di meraviglia:
In quell'auguste ciglia
L'anima bella appar.


N. 5 - Recitativo

BARONE
Al doppio matrimonio
Che nel castello si farà domani
Assisterete, o Sire?

CAVALIERE
E le spose chi sono?

BARONE
Una è mia figlia
Col Tesoriere ... mia nipote è l'altra.
La Marchesa del Poggio ...

CAVALIERE
Ella ... (Che ascolto!)

BARONE
La conoscete voi?

CAVALIERE
Di fama ... e molto! …
Or vi prego lasciarmi in libertà.

BARONE
Leviamo il tedio a Vostra Maestà!

Parte col Tesoriere ed il Coro.

CAVALIERE
Non c'è tempo da perdere ... Scriviamo
Immantinente a Corte … lo son scoperto
Se giunge la Marchesa,
Scrive.
“La meditata impresa
È forse riuscita, ed a quest'ora
Il vero Stanislao, giunto in Varsavia,
Del favor della Dieta è già sicuro.
Altezza, io vi scongiuro
Di balzarmi dal trono sull'istante;
Se ancor regnassi perderei l'amante."


N. 6 - Recitativo, Scena e Duetto

Entra Edoardo.

EDOARDO
Sire, tremante io vengo
Al vostro regio piede!

CAVALIERE
Ebben? … l'amante
Voi siete della figlia del Barone,
E v'è rival lo zio … he far poss'io,
Buon giovane, per voi?

EDOARDO
Conceder solo
Ch'io vi segua in Polonia! Ah! permettete
Ch'io v'accompagni ove l'onor m'invita,
E per voi spenda quest'inutil vita.

Proverò che degno io sono
Del favor che vi domando;
Proverò per voi pugnando
Che un ingrato non sarò.

CAVALIERE
O guerrier, la patria, il trono
Vi daranno eterna lode;
In tal guisa un'alma prode
Sempre il fato disprezzò.

EDOARDO
Dunque, o Sire, concedete
Di far pago il voto mio?

CAVALIERE
Sì, al mio fianco pugnerete,
Se giammai pugnar degg'io.

EDOARDO
prostrandosi
Ah! la mia riconoscenza!

CAVALIERE
alzandolo
No, amicizia e confidenza,
Mio scudiere infin d'adesso
State sempre a me d'appresso.

EDOARDO
Come! (Oh gioia!) e qui dovrei
Alloggiar, veder colei?

CAVALIERE
Perchè no? ci vuoi coraggio,
Vi dovete rassegnar.

EDOARDO
Maestà, non ho linguaggio
Per potervi ringeaziar.
Ricompensi amica sorte
Sì magnanimo sovrano,
E confonda e renda vano
De' nemici il congiurar.

CAVALIERE
(Quando in fumo andrà la corte
Non avrà ricorso invano;
Per burlar quel vecchio insano
Anche un dì saprò regnar.)

EDOARDO
Infiammato da spirto guerriero
Scorrerò della gloria il sentiero:
Me vedrete contento per voi
I perigli di morte sfidar.

CAVALIERE
Sì!... vicino, mio giovin guerriero,
Mi sarete nell'aspro sentiero!
Le ghirlande serbate agli eroi
Fôra bello alle chiome intrecciar.

Partono.

N. 7 - Scena e Cavatina

La Marchesa entra cautamente e guarda al Cavaliere che parte.

MARCHESA
Ah, non m'hanno ingannata! ... È desso! … è desso!
Inosservata io giunsi, e qui l'arcano
Squarciar saprò. La mano
Fingasi dare al vecchio comandante …
Vedrem se allora si scoprirà l'amante …

Grave a core innamorato
È frenar l'ardente affetto!
Mal si poote in caldo petto
Vero palpito celar.
All'amore che m'ha guidato
Perdonar saprà lo zio;
È impossibile al cor mio
Per un altro sospirar.

Se dee cader la vedova
Non rada in peggio imbroglio;
Io sprezzo il fasto inutile,
Viver non so d'orgoglio;
Io cerco sol amore,
Amore e gioventù;
Ma s'è infedel Belfiore,
Amar non vo' mai più.


SCENA SECONDA
Giardino.
Contadine e cameriere recano frutti e fiori.
Giulietta è seduta mestamente sovra un sedile.


N. 8 - Coro e Cavatina

CORO
Sì festevola mattina
È di gaudio ad ogni cor.
Aggradite, o signorina,
Queste frutta: e quest fior.
O mortale avventurato
Cui fra poro si darà
Questo giglio immacolato,
Questo incanto di beltà.

GIULIETTA
alzandosi
Care fdanciulle, è grato
Al core il vostro affetto!
(Non san quant'io nel petto
Soffra mortal dolor!
Vieni, Edoaido amato,
O morirò d'amor!)

CORO
Perchè nel volto angelico
Sta nube di dolor?

GIULIETTA
Stupite a tal mestizia?
Amiche, io v'apro il cor.

Non vo' quel vecchio, non son sì sciocca;
Ben altro palpito il cor mi tocca;
Un vago giovine io vo' sposar.
Oh, venga subito sì bel momento!
E ai primi gaudi ritorna amor.

CORO
Il ciel vi liberi d'ogni tormento,
E torni in gaudio tanto penar.

Le cameriere e contadine partono.


N. 9 - Recitativo

Entrano il Barone ed il Tesoriere.

BARONE
Ebben, Giulietta mia,
Quand'hai da presentarti ad un sovrano,
E il tuo sposo è vicino,
Ti par tempo d'asconderti in giardino?

GIULIETTA
Papà, voi lo sapete:
Sono inclinata alla malinconia.

TESORIERE
Via, bricconcella, via;
Sappiam da che proviene la tristezza
Di una bella ragazza innocentina;
Ma sarete più gaia domattina.

Entrano il Cavaliere ed Edoardo.

CAVALIERE
Avanti, avanti, io stesso
Vi presento allo zio.

TESORIERE
(Chi vedo mai?)

GIULIETTA
(Edoardo! oh piacere!)

CAVALIERE
Io volli, o Tesoriere,
Una grata sorpresa prepararvi,
Presentandovi io stesso nel nipote
Il mio primo scudiero.

TESORIERE
Sire ... vostro scudier! … Nipote, è vero?

EDOARDO
Signore, il Re si degna
D'accordarmi un favor così distinto.

CAVALIERE
Dovunque io lo ritrovo amo il talento.
Diffatto estrema io sento
Simpatia per voi due …
al Barone ed al Tesoriere
Tanto vi stimo
Che consultar vi bramo intorno a cosa
Che vuol discussion molto analitica,
Voi molto esperto in guerra, egli in politica.

BARONE
Sire, vostra bontà …

TESORIERE
Non fo per dire,
Ma in certi affari, o sire,
Ho tatto molto fino.

CAVALIERE
ad Edoardo
In quanto a voi,
State in disparte; ancor non siete in grado
Di penetrar segreti d'importanza.
Tenete compagnia
Alla futura zia.

TESORIERE
di mal umore
(Vicino a lei,
Cospetto, io non vorrei ...)

CAVALIERE
Voi qua sedete.
Li fa sedere su di un banco in modo che volgano le spalle a Giulietta.
Osservate la carta e decidete.

Mentre il Cavaliere spiega una carta topografica, gli altri due stanno intenti ad osservarla. Edoardo e Giulietta parlano fra di loro. Il Cavaliere di tanto in tanto sorride dell'imbarazzo del Tesoriere.


N. 10 - Sestetto

EDOARDO
Cara Giulia, alfin ti vedo!
Di parlarti è me concesso!

GIULIETTA
Dolce amico, appena il credo
Del mio giubilo all'eccesso.

BARONE
Maestà, la posizione
È difesa dal cannone.

CAVALIERE
osservando gli amanti
Baron mio, per quanto miro
Il nemico è fuor di tiro.

GIULIETTA
ad Edoardo
Spero assai da mia cugina.

TESORIERE
(Ahi! che troppo si avvicina.)

CAVALIERE
Tesorier, voi non badate.

TESORIERE
Bado, si, non dubitate.

EDOARDO
a Giulietta
Tu mi colmi di speranza.

TESORIERE
come sopra, smaniando
(Traditor! … come si avanza!)

CAVALIERE
obbligandolo ad osservare la carta
Ma cospetto, attento bene.

TESORIERE
Vedo e sento, Maestà.

BARONE
sempre intento alla carta
II nemico sopravviene …

TESORIERE
per correre a Edoardo
(E sugli occhi ce la fa.)

CAVALIERE e BARONE
No, cospetto, in questo lato
Può spuntar l'artiglieria;
Il nemico è bersagliato
Da quest'altra batteria:
Sbigottito in pochi istanti
Alla fuga si darà.

TESORIERE
Sire, è ver ... (Com'è infocato!)
Molto può l'artiglieria …
(Ah! nipote scellerato!)
Non vedea la batteria …
(Il briccon va sempre avanti …
Dell'ardir si pentirà.)

GIULIETTA ed EDOARDO
Questo bene inaspettato
Tanto a noi conteso pria,
Rassicura il cor turbato,
Rende lieta l'alma mia;
E la fin dei nostri pianti,
Idol mio, sperar mi fa.

Il Cavaliere si alza, gli amanti si dividono.

CAVALIERE
Basta per or: l'impresa
Meglio studiar conviene.

TESORIERE
(Respiro.)

Entra un servo.

SERVO
La Marchesa
In questo punto viene.

GIULIETTA e BARONE
Si corra ad incontrarla.

CAVALIERE
(Ahimè, vorrei schivarla!)

GIULIETTA
Eccola: è già vicina.

CAVALIERE
(Non posso più scappar.)

Entra la Marchesa. Il Barone e Giulietta corrono ad abbracciarla; il Tesoriere ed Edoardo gentilmente la salutano. Il Cavaliere procura di stare in disparte, e di nascondere il suo imbarazzo.

BARONE
Nipote!

MARCHESA
Zio! cugina!
Lasciatevi abbracciar.
al Barone
Mio signor, voi io vedete
S'io son donna di parola.
(Mia Giulietta, per te sola
Così presto io venni qua.)

BARONE
Zitto, zitto, chiacchierona:
Di Polonia al Re ti prostra.

MARCHESA
Come! il Re!

BARONE
Il Re in persona...

GIULIETTA
Alloggiato in casa nostra.

MARCHESA
verso il Cavaliere chi si trattiene col Tesoriere e con Edoardo, fingendo indifferenza
La mancanza involontaria
Perdonate, o Maestà.
Non credea d'aver presente
Così illustre personaggio.

CAVALIERE
(Sù, coraggio). Non è niente.

MARCHESA
(Cielo! è inganno o verità?
Pur dell'amante
Quello è l'aspetto!
Come nel petto
Mi batte il cor!
Forse l'immagine
Dell'incostante
n tutto pingere
Gode l'amor.)

GIULIETTA, EDOARDO, BARONE e TESORIERE
(lo non comprendo
Il suo stupor.)

CAVALIERE
(Io ben comprendo
Il suo stupor.)

Madamine, il mio scudiere
Compagnia vi può tenere.
Ho bisogno, miei signori,
Della vostra abilità.
(Se alla meglio n'esco fuori
È un prodigio in verità.)

MARCHESA
(Agli accenti, alle maniere
È il briccon di Cavaliere;
Ma mio zio qual re l'onora,
Ei da re parlando va.
Contenermi io vo' per ora,
Poi vedrò quel che sarà.)

GIULIETTA ed EDOARDO
(Il buon Re, senza volere,
Ci procura un gran piacere;
In tal guisa i nostri amori
Favorisce e non lo sa.
Senza questi seccatori
Parleremo in libertà.)

BARONE e TESORIERE
D'un sovrano consigliere!
Qual favore! ... qual piacere! …
Ci sorprende, ci confonde
Tanto eccesso di bontà …
(Ah! noi siam due teste tonde,
E gran prova il Re ne dà.)

Il Cavaliere parte col Barone e Tesoriere.


N. 11 - Recitativo

I due amanti vanno sollecitamente intorno alla Marchesa. Ella passeggia su e giù sopra pensieri.

GIULIETTA
I In te, cugina, io spero.

EDOARDO
Il mio destino
Ripongo in vostra mano.

GIULIETTA
Ma rispondi una volta!

MARCHESA
scuotendosi
Piano, piano!!
Cugina, veramente
È quegli Stanislao?

GIULIETTA
Bella domanda!
Ma pensa un poco a me …

MARCHESA
sbadatamente
Ci ho già pensato!

GIULIETTA
Ah! davvero? Fa dunque
Ch'io sappia il tuo pensiere.

MARCHESA
(Ingrato Cavaliere!
Quel che soffro non sai.)

EDOARDO
Pronto son io.
A regolarmi come voi bramate.

GIULIETTA
Ma rispondi, crudel.

MARCHESA
Eh! mi seccate.

Breve silenzio. La Marchesa segue a parla fra sè, i due amanti si guardan mortificati.


N. 12 - Terzetto

GIULIETTA ed EDOARDO
(Bella speranza invero.
Un bel sostegno abbiamo.
Caro (Cara), perduti siamo:
Anch'essa a noi mancò.)

MARCHESA
(Non so che cosa io spero,
Non posso dir che bramo:
So che tuttora io l'amo,
E ch'egli m'ingannò.)

EDOARDO
Perdono se abusai
Della pazienza vostra.

GIULIETTA
Che amor per me non hai
Il tuo trattar dimostra.

per partire

MARCHESA
ricomponendosi e fermandoli
Fermatevi ... scusate …
Voi mi mortificate;
Ho cosa per la testa
Che alquanto mi molesta:
Ma quel che vi ho promesso,
Miei cari, eseguirò.

GIULIETTA
contenta
Ah! ti conosco adesso.

EDOARDO
Ah! grato a voi sarò.

GIULIETTA
Pensa che quel vecchione ...

MARCHESA
Sarà ben corbellato.

EDOARDO
Se il padre suo s'oppone …

MARCHESA
Sarà capacitato.
V'affidi appien l'intendere
Che anch'io conosco amor …

MARCHESA, GIULIETTA ed EDOARDO
Noi siamo amanti e giovani,
Abbiamo spirto e core;
Se il fato è a noi contrario
È dalla nostra amor:
Col suo favor combattere
Si può col fato ancor.

partono.


SCENA TERZA
Galleria come prima.
II Cavaliere ed il Tesoriere.



N. 13 - Recitativo

CAVALIERE
Quanto diceste mostra un gran talento
Che dev'essere al mondo manifesto.

TESORIERE
Sire, di mia natura io son modesto;
Ma in fatto di finanza
Ci pretendo davvero.

CAVALIERE
Ah! se non foste
Col Barone obbligato, io vi direi …
Tesoriere, accettate il ministero,
La principessa Ineska, e insiem con essa
Un gran podere che renderavvi assai.

TESORIERE
Ah Sire! io corro subito
A liberarmi da qualunque impegno.

CAVALIERE
Siamo intesi.

Parte.

TESORIERE
Ah, degg'io tutto all'ingegno!

Or dunque si ritiri la parola.
Cerchiam qualche pretesto col Barone ...
Chi sa s'ei voglia intender la ragione!
Oh! cospetto ... un sovrano ...
La principessa Ineska ... le finanze ...
Son tutti impegni di tanta conseguenza
Ch'ei dovrà finalmente aver pazienza.


N. 14 - Duetto buffo

BARONE
entrando con una carta in mano
Diletto genero, a voi ne vengo;
Contento ed ilare io vi prevengo,
Che la minuta del matrimonio
Di mia man propria è stesa già;
Allegro, o genero, leggete qua.

TESORIERE
Baron degnissimo ... (ormai ci sono)
La vostra Giulia degna è d'un trono,
Ed io fastoso … esserle sposo
Sarei cotanto … che dir non so;
Ma d'un gran raso v'informerò.

BARONE
Per or da parte lasciamo il caso:
Presto ponetevi gli occhiali al naso …
Ecco gli articoli del matrimonio:
"Io sottoscritto Gaspare Antonio"…

TESORIERE
Barone, è inutile, lasciate star.

BARONE
Certi amminicoli convien sapere ...
La dote, eccetera ... il dare e avere,
Pria che la cedola s'abbia a firmar.

TESORIERE
Io uno la firmo ...

BARONE
Rider volete.

TESORIERE
Parlo sul serio.

BARONE
Eh! via, prendete.

TESORIERE
Non prendo niente.

BARONE
Che? siete matto!

TESORIERE
Barone, udetemi ... Questo contratto …

BARONE
Che sofferenza!

TESORIERE
Non si può fare.

BARONE
Per qual ragione?

TESORIERE
Perché ... perché …
(Eh! via, sputiamola.)

BARONE
Sto ad ascoltare.

TESORIERE
Il prender moglie disdice a me.

BARONE
Che! La mia figlia voi ricusate?

TESORIERE
Non la ricuso.

BARONE
Dunque accettate!

TESORIERE
Nemmeno questo.

BARONE
Parlate presto.

TESORIERE
Ministro e principe mi vuole il Re.

BARONE
(Che sento? o nobili atavi miei!
Sì grave ingiuria soffrir dovrei?
Il sangue al cerebro montar mi sento,
Le man mi prudono ... lo scanno qua.)

TESORIERE
Prole magnanima di semidei
Siete, o Barone, sì voi che lei;
Ma lo stranissimo avvenimento
Mi leva d'obbligo, scusar mi fa.


N. 15 - Finale primo

BARONE
Tesorier! io creder voglio
Che sia questo un qualche gioco:
minaccioso
Altrimenti! ...

TESORIERE
spaventato
(Ahimè, che imbroglio!
Come polve ei prende fuoco!)

BARONE
Rispondete, o giuro a Giove …

TESORIERE
schivandolo
Or non posso; ho impegni altrove.

BARONE
fermandolo
Alto là ... fuori la spada.

TESORIERE
Tornerò, convien ch'io vada.

BARONE
Mancatore, disgraziato!
Uom villano, mal creato,
Qui con me ti devi battere
O dal sen ti strappo il cor.

Lo insegue pet afferarlo.

TESORIERE
spaventato
Ahi, ahi, ahi, soccorso! aiuto!
Ah! son morto.

Giulietta, la Marchesa, Edoardo e servitori accorrono tutti da varie parti.

TUTTI
Qual rumor!
Che fu mai? Cos'è accaduto?
D'onde nasce un tal furor?

TESORIERE
Ah! nipote, io son perduto
Se non sei mio difensor.

BARONE
A' miei pari un vil rifiuto!
Vo' amazzarti, o traditor.

MARCHESA
Ascoltate.

GIULIETTA
Oh Dio! che fate?

EDOARDO
Dite almen cos'è successo.

BARONE
Fremerete, se udirete
Del briccone il nero eccesso.
Ei mi manca di parola …
Ei rifiuta mia figliuola …
Ti rifiuta, o mia Giulietta! …

GIULIETTA
con gioia
Non mi vuole?

BARONE
No. Vendetta!

MARCHESA
La vendetta più sicura
E sposarla addirittura
Ad un giovine ch'io so.

GIULIETTA
Si, papà, se lo approvate,
Il nipote prenderò.

EDOARDO
Signor mio, non v'adirate,
lo lo sbaglio emenderò.

BARONE
No ... che vile a questo segno
De' Kelbar non è la schiatta:
Non accetto il cambio indegno;
Sangue io voglio … si combatta ...

TUTTI
Piano piano …

Entra il Cavaliere.

CAVALIERE
sulla porta
Olà, fermatevi.

TUTTI
Il sovrano!

CAVALIERE
con gravità
Che si fa?

Tutti restano mortificati. Intanto il Cavaliere si avanza lentamente osservandoli ad uno ad uno.

BARONE
(In qual punto il Re ci ha colto!
Io non oso alzar il volto.
Litigare dov'è un sovrano
È oltraggiar la maestà!

TESORIERE
(Or che il Re ci mette mano
Spero bene d'uscirne sano.
Per l'onor di sua finanza
Il Baron disarmerà.)

MARCHESA
(Quest'amica circostanza
Vi ricolmi di speranza.
Interporre il Re vedrassi
La sua regia autorità.)

GIULIETTA ed EDOARDO
(Quest'amica circostanza
Ci ricolma di speranza.
Interporre il Re vedrassi
La sua regia autorità.)

CORO
(In qual punto il Re ci ha colto,
lo non oso alzar il volto.)

BARONE e CORO
(Litigare dov'è un sovrano
È oltraggiai la maestà!)

CAVALIERE
(Questa tiene gli occhi bassi …
Quei non osa far due passi.
Or capisco: il Tesoriere
La disdetta dato avrà.)


N. 16

CAVALIERE
Olà, spiegatemi tosto, o Barone;
Di questa disputa chi fu ragione.

BARONE
Sire, un'ingiuria ...

TESORIERE
Sire, un affronto ...

MARCHESA, GIULIETTA ed EDOARDO
Sire, un diverbio di nessun conto …

BARONE
Una ripulsa …

TESORIERE
Una minaccia …

BARONE
Egli m'offende …

TESORIERE
Mena le braccia.

MARCHESA, GIULIETTA ed EDOARDO
Interponetevi … Sire, impedite …

CAVALIERE
con forza
Zitti ... calmatevi: voi mi stordite.
A mente fredda, ad uno ad uno
Le sue ragioni dirà ciascuno ...

BARONE
Sire, la gloria della usia schiatta ...

TESORIERE
Sire, la disputa così fatta ...

BARONE
Voglio prontissima soddisfazione ...

TESORIERE
Vo' che il Barone ...

CAVALIERE
sdegnosamente
Tacete là.
Freno alla collera, di qua partite;
Chiunque attentasi rinnovar lite
Pria che l'origine sappia del male
L'ira reale incorrerà.

TUTTI GLI ALTRI
Deh! perdonateci, o Maestà.

TUTTI
Affidate (affidiamo) alla mente reale
Il giudizio di questa questione,
Ella tronchi lo scandalo e il male,
Ella dica chi ha torto o ragione,
E componga cotanta discordia
Come vuole giustizia, equità.
Sveglierò (sveglierà) la primiera concordia,
Desterò (desterà) la primiera amistà.



ATTO SECONDO

SCENA PRIMA
Galleria.
I servi del Barone.


N. 17 - Coro ed Aria

CORO
1° GRUPPO
Ma le nozze non si fanno?

2° GRUPPO
Tutto in fumo s'è disciolto.

1° GRUPPO
Chi fu causa del malanno?

2° GRUPPO
Perchè tutti han mesto il volto?

TUTTI
Sempre questo lo lo stile
Del gran mondo signorile;
Come cambiano di veste
Così cambiano d'umor.
Noi felici, noi contenti,
Benchè rozzi servitori!
Non facciamo complimenti
Nelle nozze e negli amori:
Niun segreto è in noi rinchiuso,
Parla sempre aperto il muso;
Siam ne' giorni della festa
Pari ai giorni di lavor,

Entra Edoardo.

EDOARDO
Buoni amici! … Voi sapete
Come fu crudel mio fato.

CORO
Ma, signore, che volete?
Tale il mondo ognora è stato.
Non virtudi, ma denari
Comperare or ponno amor.

EDOARDO
Dunque tutto, amici cari,
Dunque tutto non sapete?
Io v'apro il cor.

Pietoso al lungo pianto
Alfin m'arride amore;
Quella che m'arde il core
Mia sposa alfin sarà.
Avrò per sempre accanto
Il ben che già perdea!
Questa amorosa idea
Scordare il duol mi fa!

CORO
Finì la sorte rea? …
Godiamo in verità.

EDOARDO
Deh, lasciate a un'alma amante
Di speranza un solo istante,
Sì che al gaudio un sol momento
S'abbandoni il mesto cor!
Ah! se il debile contento
A noi manca della spene
Non è meta d'ogni bene,
È uno spasimo l'amor.

CORO
Ah sì, del contento
Ritornano i giorni,
E ancora ritorni
La pace del cor.

I servi s'allontanano.
Entrano il Cavaliere, Giulietta ed il Tesoriere.



N. 18 - Recitativo

CAVALIERE
Bene, scudiero, vi ritrovo in tempo.
Qui Baronessa, e voi ministro! ... Dite:
Perchè nega il Baron con tal fermezza
Sposar la figlia ad Edoardo?

GIULIETTA
Ah Sire!
Perchè ei non ha fortuna,
E il Tesorier nuota nel denaro.

CAVALIERE
Se la cosa è così, v'è il suo riparo.

EDOARDO
Sire, in qual modo?

CAVALIERE
Il Tesorier vi cede
Un suo castello, e cinque mila scudi
Di rendita per anno …

TESORIERE
Un piccolo riflesso …

CAVALIERE
Eh! non è tempo adesso
Di perdersi in riflettere; convien
Decider su due piè.

TESORIERE
Sire ... va bene.

Partono, tranne il Tesoriere.


N. 19 - Recitativo e Duetto

TESORIERE
Un mio castello! cinque mila scudi! …
E il ministero?... Ahimè, veggo il Barone!
Egli è sdegnato ancora.

Entra il Barone.

BARONE
Ebben, signore!
Siam soli e vo' raggione
Di tanta villania.

TESORIERE
(Coraggio!) Ella vuoi guerra ... e guerra sia.

BARONE
Tutte l'armi si può prendere
De' due mondi e vecchio e nuovo,
Me lo bevo come un ovo,
Me lo voglio digerir.

TESORIERE
Ciarle, ciarle: pria di scendere
Al fatal combattimento
Lasci detto in testamento
Dove s'abbia a seppellir.

BARONE
Seppellirmi?

TESORIERE
È inevitabile.

BARONE
Morir io?

TESORIERE
Non c'è da dir.

BARONE
(Del suo colpo ci par sicuro,
Se la passa da spaccone;
Non credea in quel buffone
Tal fermezza e tanto ardir.)

TESORIERE
Un boccone molto duro
Par la morte anche al Barone:
Ci vuoi core da leone
Se si tratta di morir.)

BARONE
Via, si spieghi finalmente,
Di qual arme pensa usar?

TESORIERE
Vuol saperlo?

BARONE
Certamente.

TESORIERE
Mi stia dunque ad ascoltar.
Si figuri un barilone
Pien di polve da cannone,
Ella ed io così bel bello
A cavallo andiam di quello;
Fieri al par di due Romani
Colla miccia fra le mani,
Ci auguriam la buona notte,
Diamo fuoco alla gran botte …
Bum! si salta ... qua la testa,
Là le gambe, un braccio qua …
Mio signor, la strada à questa
Per cui voglio andar di là.

BARONE
Eh! che miccie? che barili?
Son pretesti indegni e vili.
Un suo pari vada e trotti
A cavallo delle botti;
A lei solo, ad un villano
Starà ben la miccia in mano.
Un guerrier qual io valente
Sol la spada ha da trattar:
E conn questa immantinente
Noi ci abbiam da misurar.

TESORIERE
La mia moda è assai più spiccia:
Quella io voglio …

BARONE
sbuffando
Puf … che bile!
Venga meco.

TESORIERE
Colla miccia …

BARONE
Colla spada …

TESORIERE
Col barile …

BARONE
Va, codardo: più coll'armi
Non vo' teco cimentarmi;
Ti farò con no bastone
Da' miei servi castigar.

TESORIERE
Al servizio ho anch'io persone
Che san bene bastonar.

BARONE
(Sudo, avvampo, smanio, fremo,
Il mio petto è un Mongibello …
Se più resto, il mio cervello
Incomincia a rivoltar.)

TESORIERE
(Per uscir dal passo estremo
Il rimedio è stato bello.
Dilettanti del duello,
Che ne dite, che vi par?)

Partono.


SCENA SECONDA
Atrio terreno chiuso da invetriate che mette nel giardino.
La Marchesa, il Cavaliere in disparte.


N. 20 - Duetto

MARCHESA
(Ch'io non posso il ver comprendere?
Ch'io mi lasci corbellar?
Cavaliere, non lo pretendere,
Vo' ridurti a confessar.)

CAVALIERE
in disparte
(La Marchesa è molto in collera,
Tenta invan di simular;
Cavaliere, sta fermo e tollera,
Bada ben di non cascar.)
avanzandosi
Così sola, o Marchesina?

MARCHESA
salutando, con indifferenza
Sire ... io sto co miei pensier.

CAVALIERE
con disinvoltura
Facilmente s'indovina,
Voi pensate al Cavalier.

MARCHESA
Si, pensava alla maniera
Di punir quell'incostante.

CAVALIERE
Nol farete; è passeggiera
L'ira in cor di donna amante.

MARCHESA
Anzi, o Sire, ho stabilito
Non volerlo per marito.

CAVALIERE
Non lo credo.

MARCHESA
Perdonate:
Risoluta mi trovate.

CAVALIERE
(Ella finge ... Eh! ti conosco.)

MARCHESA
(A cascar vicino egli è.)

MARCHESA E CAVALIERE
(Io so l'astuzia
Fin dove giunga;
Ma la so lunga
Al par di te.)

CAVALIERE
Dunque voi siete? ...

MARCHESA
Decisa sono.

CAVALIERE
Perdonerete?

MARCHESA
Non v'è perdono.

CAVALIERE
(La scaltra simula.)

MARCHESA
(Parla fra sè.)

MARCHESA E CAVALIERE
(lo so l'astuzia
Fin dove giunga;
Ma la so lunga
Al par di te.)


N. 21 - Recitativo

Entra il Barone.

BARONE
frettoloso
Nipote, in quest'istante
Mi scrive il comandante;
Egli stesso fra poco
Al castello verrà.

Parte premurosamente.

MARCHESA
Son grata al Conte!
M'ama davvero, ed oggi io vo' sposarlo.

CAVALIERE
E il Cavaliere?

MARCHESA
Il Cavalier si prese
Di me giuoco abbastanza; egli mi lascia
In preda al suo rival.

CAVALIERE
No: lo vedrete
Venir a disputar la vostra mano
A quanti conti ha la Bretagna intera.


N. 22 - Aria

MARCHESA
Perch dunque non vien? Che fa? che spera?
Si mostri a chi l'adora,
Implori il mio perdono.
Parli, se irata or sono,
Posso placarmi ancor.
(Se non si scopre adesso,
Se vinto ancor non è,
Risorse del bel sesso,
Siete impotenti, affè.)

Ma voi tacete, o Sire?
Dite …

CAVALIERE
fingendo
Non so che dire.

MARCHESA
Ah, dunque al Conte io dono
La mia mano, la mia fe'.

Entrano servi del Barone.

CORO
Presto, presto, il Conte arriva,
Il suo seguito si appressa.

CAVALIERE
(Forte, o core!)

MARCHESA
Vado io stessa
Il mio sposo ad incontrar.

Sì, scordar saprò l'infido,
Fuggirò la sua presenza,
Così fredda indifferenza
Cara assai gli costerà.
(Scaltro ingegno del bel sesso,
M'hai servito come va.)

CAVALIERE
(Ora sì che son perplesso:
Or davver tremar mi fa.)

CORO
Presto andiamo: il Conte è presso,
Incontrarlo converrà.

La Marchesa parte coi servi, il Cavaliere pel lato opposto.


N. 23 - Scena e Duetto

Entra Giulietta.

GIULIETTA
Oh me felice appieno! …
Oh Re pietoso! ... Per te solo il padre
Concede ch'io mi sposi ad Edoardo …

Entra Edoardo.

EDOARDO
affanato
Ah, mia Giulietta … Il Re fra pochi istanti
Parte di qua.

GIULIETTA
Lascia ch'ei parta.

EDOARDO
Ed io
Deggio partir con lui.

GIULIETTA
Partir con lui?
Sei matto?

EDOARDO
Ei lo comanda.

GIULIETTA
Ed io comando
Che tu resti con me.

EDOARDO
L'onore, o cara,
Esige il sacrifizio;
Scudier del Re son io.

GIULIETTA
Che scudiere, che Re, sei sposo mio!

EDOARDO
Giurai seguirlo in campo,
Pugnar per, lui giurai;
Nè tu, ben mio, vorrai
Farmi scordar l'onor.

GIULIETTA
Io nulla so di campo,
Io non m'intendo d'aimi ...
So che tu dêi sposarmi,
So che mi devi amor!

EDOARDO
Rifletti almen ...

GIULIETTA
Riflettere?
Io non rifletto mai.

EDOARDO
Vuoi che il miglior de' Principi …

GIULIETTA
Io son migliore assai.

EDOARDO
Dunque, che far degg'io?

GIULIETTA
Soltanto a modo mio.

EDOARDO
Cara, non è possibile.

GIULIETTA
Oh, possibile sarà.

Corro al Re: saprò difendere
I miei dritti incontro a' suoi;
Ei m'udrà; vedremo poi
Se involarti a me potrà.

EDOARDO
Altro in testa ha il Re che intender
Le tue ciance, i dritti tuoi.
Credi a me, cambiar non puoi
La sua regia autorità.

GIULIETTA
Ei m'udrà; vedremo poi
Se involarti a me potrà.

Spera almen ...

EDOARDO
Sperar vorrei?

GIULIETTA
Lascia far: tentar conviene.

EDOARDO
L'onor mio … rifletti bene …

GIULIETTA
L'onor tuo non soffrirà.

GIULIETTA ed EDOARDO
Ah! non sia, mio ben, fallace
La speranza del mio (tuo) core:
Sarò lieta (Ti prometto) che l'amore
Col dover combinerà.
A sì dolce e fido ardore
Sorte amica arriderà.

Partono.


SCENA TERZA
Galleria.
Il Conte Ivrea, il Barone, la Marchesa ed il Tesoriere.


N. 24 - Recitativo e Settimino

BARONE
Sì, caro Conte! la Marchesa istessa
Ve l'assicura: ell'è cambiata affatto;
Più non pensa a quel matto,
L'odia quanto l'amava.

MARCHESA
Io son disposta
A sposarvi, o signor, ma con un patto
Che richiede la mia delicatezza …

CONTE
Comandate, signora …

MARCHESA
Quando non torni il Cavaliere fra un'ora.

Entrano il Cavaliere, Edoardo e Giulietta.

CAVALIERE
Signori!

CONTE
inchinandosi
Maestà!

BARONE
Sire!

CAVALIERE
Barone,
Importante cagione
Impon la mia partenza.

MARCHESA
Vicina ad esser moglie
Del Conte Ivrea, sperai che alle mie nozze
Vi sareste degnato esser presente.

CAVALIERE
Madama, alta cagion non lo consente.

MARCHESA
Delle nozze il contratto
Dunque tosto s'estenda.

CAVALIERE
Assai men duole.
Ma un ordine della Corte impone al Conte
Che per segreta mission di stato
Accompagnar mi debba.

MARCHESA
mortificata
Egli!

BARONE
Peccato!

Sorpresa generale

MARCHESA
(A tal colpo preparata
lo non era, o Cavaliere;
Si confonde il mio pensiere,
Ripiegarci, oh Dio! non sa.)

CAVALIERE
(Ella è appien mortificata,
Ciò non giunse a prevedere;
Questa poi la vo' godere,
Gliel'ho fatta come va.)

CONTE, BARONE, GIULIETTA, TESORIERE, EDOARDO
(L'incombenza è capitata
Veramente a far spiacere:
Io non posso (Non può il Conte) ritenere
Il dispetto che mi (gli) fa.


N. 25 - Finale secondo

Entra Delmonte.

DELMONTE
Sire, venne in quest'istante
Un corriere della Corte:
D'una lettera importante
Ei si dice messager.

CAVALIERE
Porgi, porgi …
leggendo
(Oh lieta sorte!
Tu coroni il mio pensier.)
agli altri
Lieta novella arrivami,
Or or dirò l'arcano;
Ma prima doni Giulia
All'ufficial la mano;
Faran da testimone
Il Tesoriere e il Re.

EDOARDO e GIULIETTA
Del nostro ben cagione,
Nostro sostegno egl'è.

BARONE
Che dir oss'io? Sposatevi ...
Lo vuoi, l'impone il Re.

TUTTI
Vivan gli sposi! …
CAVALIERE
Uditemi,
Questo si scrive a me.
Apre la lettera e legge:
"Finalmente in Varsavia
È giunto Stanislao. S'è dichiarata
In suo favor la Dieta, e voi potete
La corona abdicar quando volete.
La perdita d'un trono
Non v'incresca però, perchè vi acquista
Di maresciallo il titolo e l'onore."

BARONE
E voi chi siete?

CAVALIERE
Il cavalier Belfior …

TUTTI GLI ALTRI
Belfior?

MARCHESA
Ah sì!

CAVALIERE
abbracciando la Marchesa
Fedele al primo amore!

TESORIERE
Conte!

CONTE
Barone!
BARONE
Fui stolido;
Ed or come si fa?

CONTE, TESORIERE, BARONE
Facciamo l'uom di spirito …
Tacere converrà.

TUTTI
Eh! facciamo da buoni amici,
Non si memori il passato!
Viva, viva il Re salvato,
Sacro a lui fia questo dì.
Due sponsali assai felici
Oggi compiansi frattanto;
A sparmiare sospiri e pianto
Forse il gioco riuscì.

ZWEITER AKT

ERSTE SZENE
Galerie
Die Diener des Barons.



Nr.17 - Chor und Arie

CHOR
1. GRUPPE
Und die Hochzeit findet nicht statt?

2. GRUPPE
Alles hat sich in nichts aufgelöst?

1. GRUPPE
Und was war der Grund?

2. GRUPPE
Warum machen alle so traurige Gesichter?

ALLE
Das was schon immer
der Stil der feinen Herrschaften;
wie sie die Kleider wechseln,
ändert sich auch ihre Stimmung.
Wir sind glücklich und zufrieden,
wenn auch nur einfaches Dienstpersonal!
Wir machen keine Umstände,
weder bei der Hochzeit noch in der Liebe:
wir verbergen kein Geheimnis,
unsere Mienen verhehlen nichts;
wir sind an Festes-
grad' so wie an Arbeitstagen.

Edoardo tritt auf.

EDOARDO
Liebe Freunde ... Ihr wisst,
wie grausam mein Geschick war.

CHOR
Aber Herr, was wollt Ihr?
So ist die Welt schon immer gewesen.
Nicht mit Tugenden, sondern mit Geld
kann man heute Liebe erreichen.

EDOARDO
Teure Freunde, dann wisst
ihr alles noch nicht?
Ich will es euch eröffnen.

Nach langem Klagen endlich
lächelt mir huldvoll die Liebe.
Die, welche mein Herz entzündet,
wird meine Verlobte sein.
Immer wird an meiner Seite
die Geliebte sein, die ich schon verloren hatte!
Dieser liebliche Gedanke
lässt mich allen Schmerz vergessen!

CHOR
Die Schicksalschläge haben ein Ende?
Wir freuen uns wirklich darüber.

EDOARDO
Ach, lasst einer liebenden Seele
einen Augenblick der Hoffnung,
damit das traurige Herz für einen Moment
sich der Freude hingeben kann!
Ach! wenn es uns selbst noch
am schwächsten Hoffnungsschimmer fehlt,
wird alles sinnlos,
wird Liebe zum Schrecknis.

CHOR
Wartet ab, die Tage des Glücks
kehren zurück;
und auch der Friede des Herzens
kehre Euch wieder!

Die Diener gehen ab.
Der Chevalier, Giulietta und der Schatzmeister treten auf.



Nr. 18 - Rezitativ

CHEVALIER
Schildknappe, ich treffe Euch zur rechten Zeit.
Und auch euch, Baronesse und Minister... !
Sagt: warum sperrt sich der Baron so entschieden
gegen die Vermählung seiner Tochter mit Edoardo?

GIULIETTA
Ach, Hoheit!
Weil jener nichts hat
und der Schatzmeister im Geld schwimmt.

CHEVALIER
Wenn das so ist, muss man Abhilfe schaffen.

EDOARDO
Hoheit, in welcher Weise?

CHEVALIER
Der Schatzmeister gibt Euch
eines seiner Schlösser
und 5'000 Scudi Jahresrente.

SCHATZMEISTER
Das wäre zu überlegen …

CHEVALIER
Ach! jetzt ist keine Zeit
für Überlegungen; es muss
auf der Stelle entschieden werden!

SCHATZMEISTER
Hoheit ... ich willige ein.

Alle ab, ausser dem Schatzmeister


Nr. 19 - Rezitativ und Duett


SCHATZMEISTER
Eines meiner Schlösser! 5.000 Scudi …!
Und das Ministerium?...
Weh mir, ich seh' den Baron!
Er ist noch immer wütend.

Der Baron kommt herein.

BARON
Nun, mein Herr!
Wir sind unter uns, und ich will
Rechenschaft für soviel Schurkerei.

SCHATZMEISTER
(Mut!) Er will Streit ... und Streit soll er haben.

BARON
Zwischen Waffen aller Art kann er wählen,
aus welchem Teil der Welt sie auch seien.
Ich mache kurzen Prozess mit ihm,
ich will ihn austilgen!

SCHATZMEISTER
Langsam, langsam! Ehe wir
uns in den verhängnisvollen Zweikampf stürzen,
lasse er testamentarisch festlegen,
wo er begraben werden will.

BARON
Begraben? Ich??

SCHATZMEISTER
Es wird unvermeidlich sein.

BARON
Ich soll sterben?

SCHATZMEISTER
Ohne Zweifel.

BARON
(Seines Sieges scheint er sicher,
führt sich als Prahlhans auf;
bei diesem Narren rechnete ich nicht
mit solcher Entschlossenheit und Dreistigkeit.)

SCHATZMEISTER
(Auch für den Baron scheint der Tod
ein schwerer Brocken zu sein;
da braucht es Löwenmut,
wenn es auf Leben und Tod geht.)

BARON
Nun erklär er endlich,
an welche Waffen denkt er?

SCHATZMEISTER
Er will es wissen?

BARON
Sicher.

SCHATZMEISTER
Dann höre er doch endlich zu!
Ich denke an eingrosses Fass,
gefüllt mit Schiesspulver,
und er und ich, wir setzen uns recht artig
rittlings auf das Fass:
stolz wie zwei Römer,
mit der Lunte in der Hand;
wir wünschen uns eine gute Nacht,
halten die Lunten ans grosse Fass…
Bumm! wir gehn in die Luft ...
dort der Kopf, hier die Beine, dort ein Arm …
mein Herr, das ist der Weg,
auf dem ich die Erde verlassen will.

BARON
Ach was! Lunten? Fässer?
Unwürdige und feige Ausflüchte!
Seinesgleichen trabe und trotte
statt zu Pferde auf Fässern;
zu einem Unwürdigen allein
passt die Lunte in der Hand.
Für einen Kämpfer von meinem Format
geziemt sich nur das Schwert:
und mit dem werden wir
uns sogleich messen.

SCHATZMEISTER
Meine Methode ist viel weniger umständlich:
die wähle ich …

BARON
schnaubend
Pah! welcher Unsinn!
Folgt mir!

SCHATZMEISTER
Mit der Lunte …

BARON
Mit dem Schwert …

SCHATZMEISTER
Mit dem Fass …

BARON
Geh, du Feigling! Waffen sind
zu schade für dich,
ich lasse dir von meinen Dienern
eine Tracht Prügel verabreichen.

SCHATZMEISTER
Auch ich habe Leute,
die zu züchtigen verstehn.

BARON
(Ich schwitze, glühe, rase, bebe,
mein Herz ist ein Vulkan …
Wenn ich länger bleibe,
verliere ich noch den Verstand!)

SCHATZMEISTER
(Um das Ärgste zu vermeiden,
ist das Mittel gut gewählt.
Ihr Anfänger im Duellieren,
was sagt ihr dazu, wie findet ihr das?)

Sie gehen ab.


ZWEITE SZENE
Vorhalle im Erdgeschoss, deren Glastüren in den Vorgarten führen.
Die Marquise; der Chevalier im Hintergrund.


Nr. 20 - Duett

MARQUISE
(Ob ich nicht die Wahrheit
herausbekommen kann?
Ob ich mich blamieren lassen muss?
Chevalier, bilde dir nichts ein,
ich zwinge dich zum Geständnis.)

CHEVALIER
beiseite
(Die Marquise ist sehr aufgebracht,
vergebens versucht sie, das zu verbergen;
Chevalier, bleibe fest und halt' es aus,
gib gut acht, dass du nicht fällst!)
nach vorn kommend
So allein, Marquise?

MARQUISE
grüssend, mit gespielter Gleichgültigkeit
Hoheit ... ich bin grade in Gedanken.

CHEVALIER
mit betonter Unbefangenheit
Leicht kann man's erraten,
Ihr denkt an den Chevalier.

MARQUISE
Ja, ich denke daran,
wie man den Treulosen bestrafen kann.

CHEVALIER
Tut es nicht! Zorn im Herzen
einer liebenden Frau ist nicht von Dauer.

MARQUISE
Doch, Hoheit, ich bin entschlossen,
ihn nicht zum Gatten zu wählen.

CHEVALIER
Ich glaube es nicht.

MARQUISE
Verzeiht, ich meine es ernst.

CHEVALIER
(Sie tut nur so ... oh, ich kenne dich!)

MARQUISE
(Gleich fällt er aus seiner Rolle.)

BEIDE
(Ich weiss,
was List vermag,
aber deine
ist nicht grösser als meine.)

CHEVALIER
Dann seid Ihr also ...

MARQUISE
Ich bin entschlossen.

CHEVALIER
Ihr werdet verzeihn?

MARQUISE
Nichts wird verziehn!

ChEVALIER
(Die Listige tut nur so.)

MARQUISE
(Er spricht mit sich.)

BEIDE
(Ich weiss,
was List vermag,
aber deine
ist nicht grösser als meine.)


Nr. 21 - Rezitativ

Der Baron kommt herein.

BARON
in Eile
Nichte, soeben hat mir
der Kommandant geschrieben:
er selbst wird in kurzer Zeit
im Schloss eintreffen.
geht schnell ab

MARQUISE
Ich bin dem Grafen dankbar!
Er liebt mich wirklich,
und heute werde ich ihn heiraten.

CHEVALIER
Und der Chevalier?

MARQUISE
Der Chevalier hat mich lange genug
and der Nase herumgeführt;
er lässt mich dem Rivalen zur Beute.

CHEVALIER
Nein, Ihr werdet sehn,
er wird kommen, um Ihre Hand allen Grafen
der ganzen Bretagne streitig zu machen …


Nr. 22 - Arie

MARQUISE
Warum kommt er jetzt nicht?
Was tut, was erhofft er?
Er offenbare sich der, die ihn liebt,
erflehe meine Vergebung
und spreche mit mir, obwohl ich zornig bin.
Ich kann mich noch nicht beruhigen
(Wenn er jetzt nicht Farbe bekennt,
wenn er noch nicht besiegt ist,
dann, weibliche Raffinesse,
taugst du zu gar nichts.)

Doch Ihr schweigt, Hoheit?
Sagt doch …

CHEVALIER
verstellt sich
Ich weiss nicht, was ich sagen soll.

MARQUISE
Ach, dann gebe ich dem Grafen
Herz und Hand.

Diener des Barons treten auf.

CHOR
Schnell, schnell, der Graf kommt,
sein Gefolge ist schon nahe.

CHEVALIER
(Bleibe stark, o Herz!)

MARQUISE
Ich selbst gehe
meinem Bräutigam entgegen.

Ja, vergessen will ich den Treulosen,
seine Gegenwart meiden;
soviel kalte Gleichgültigkeit
wird ihn teuer zu stehen kommen.
(Weibliche List,
so hast du mir gedient!)

CHEVALIER
(Nun bin ich wirklich unsicher,
ich habe tatsächlich Angst.)

CHOR
Wir machen uns auf, der Graf ist nah,
wir wollen ihm entgegen gehn.

Die Marquise und die Diener gehen zur einen, der Chevalier zur andern Seite ab.


Nr. 23 - Szene und Duett

Giulietta kommt herein.

GIULIETTA
Nun bin ich sehr glücklich!
O verständnisvoller König! Deinetwegen allein
erlaubt mein Vater, dass ich Edoardo heirate ...

Edoardo kommt herein.

EDOARDO
bekümmert
Ach, meine Giulietta ...
Der König reist in wenigen Augenblicken ab.

GIULIETTA
Lass ihn doch reisen!

EDOARDO
Und ich soll also
mit ihm abreisen?

GIULIETTA
Mit ihm abreisen?
Bist du toll?

EDOARDO
Er befiehlt es.

GIULIETTA
Und ich befehle,
dass du bei mir bleibst!

EDOARDO
Die Ehre, o Teure,
erfordert dies Opfer.
Ich bin Schildknappe des Königs!

GIULIETTA
Was heisst Schildknappe, König!
Du bist mein Verlobter!

EDOARDO
Ich schwor, ihm ins Feld zu folgen,
schwor, für ihn zu kämpfen;
auch du, Geliebte, kannst nicht wollen,
dass ich meine Ehre vergesse!

GIULIETTA
Ich weiss nichts von Feld,
versteh' mich nicht auf Waffen ...
weiss nur, dass du mich heiraten sollst,
dass du mir Liebe schuldig bist!

EDOARDO
Überleg doch nur …

GIULIETTA
Überlegen?
Ich überlege niemals!

EDOARDO
Willst du, dass der beste aller Fürsten …

GIULIETTA
Ich bin doch viel besser!

EDOARDO
Was soll ich denn nun machen?

GIULIETTA
Nur das, was ich will.

EDOARDO
Liebes, es ist nicht möglich.

GIULIETTA
Es wird möglich sein.

Ich eile zum König und werde meine Rechte
gegen die seinen zu verteidigen wissen;
er wird mich anhören, dann werden wir sehn,
ob er dich mir wegnehmen kann!

EDDARDO
Der König hat anderes im Sinn,
als auf deine Worte und deine Rechte achtzugeben.
Glaube mir, du kannst gegen königliche Autorität
nichts ausrichten.

GIULIETTA
Er wird mich anhören, dann sehen wir,
ob er dich mir wegnehmen kann!

Hoffe wenigstens ...

EDOARDO
Hoffen sollte ich?

GIULIETTA
Ach, lass das doch! Man muss es versuchen.

EDOARDO
Meine Ehre … überlege es gut ...

GIULIETTA
Deine Ehre wird nicht darunter leiden.

BEIDE
Ach, Geliebte(r), hoffentlich täuscht mich (dich)
nicht mein (dein) hoffnungsfrohes Herz.
Ich wäre so froh, wenn ich wüsste (ich verspreche),
dass Liebe und Pflicht sich miteinander vertragen.
Ach, über so beständiger Liebesglut
wird ein freundliches Schicksal lächeln.

gehen ab


DRITTE SZENE
Galerie.
Graf Ivrea, der Baron, die Marquise und der Schatzmeister.


Nr. 24 - Rezitativ und Septett

BARON
Wirklich, teurer Graf, die Marquise selbst
wird es Euch versichern: sie hat ihre Meinung geändert
und denkt nicht mehr all diesen Narren,
ja, hasst ihn so sehr, wie sie ihn liebte.

MARQUISE
Ich bin bereit, mein Herr,
Euch zu heiraten, aber unter einer Bedingung,
die meine Taktgefühl mir auferlegt …

GRAF
Nennt sie, Marquise …

MARQUISE
Wenn der Chevalier nicht innerhalb einer Stunde hier ist.

Der Chevalier, Edoardo und Giulietta treten auf.

CHEVALIER
Meine Herren!

GRAF
sich verneigend
Majestät!

BARON
Hoheit!

CHEVALIER
Baron,
gewichtige Gründe
machen meine Abreise erforderlich.

MARQUISE
Ich werde die Frau
des Grafen Ivrea, und ich hoffte,
Ihr würdet bei meiner Hochzeit zugegen sein.

CHEVALIER
Madame, die wichtige Angelegenheit
duldet keinen Aufschub.

MARQUISE
Dann kann der Heiratskontrakt
bald geschlossen werden.

CHEVALIER
Es schmerzt mich um so mehr:
aber ein Befehl des Hofes verpflichtet den Grafen,
mich bei dieser geheimen Staatsmission zu begleiten.

MARQUISE
betroffen
Ihn!

BARON
O Gott!

Allgemeine Bestürzung

MARQUISE
(Auf diesen Schlag war ich
nicht vorbereitet, o Chevalier!
Meine Gedanken kommen durcheinander,
o Gott, ich finde keinen Ausweg.)

CHEVALIER
(Sie ist ganz durcheinander, das has sie nicht vorhergesehn; das will ich auskosten; ich habe es ihr zurückgegeben.)

GRAF, BARON, SCHATZMEISTER, EDOARDO und GIULIETTA
Der Befehl ist wirklich
zur Unzeit gekommen;
der Graf (ich) kann den Ärger nicht verbergen,
den der Befehl ihm (mir) bereitet.


Nr 25 - Finale II

Delmonte tritt auf.

DELMONTE
Hoheit, eben jetzt
kam eine Botschaft des Hofes;
ein wichtiger Brief,
so sagt' es der Bote.

CHEVALIER
Gebt her, schnell
Er liest.
(O glückliche Fügung!
So erfüllen sich meine Hoffnungen!)
zu den anderen
Ich erhielt eine gute Nachricht,
sogleich werde ich eine Geheimnis verraten;
aber zuerst soll Giulia
meinem Offizier die Hand reichen:
der Schatzmeister und der König
sollen die Zeugen sein!

EDOARDO UND GIULIETTA
Ihm verdanken wir
all unser Glück!

BARON
Was soll ich sagen? Heiratet ...
Der König will es, verlangt es ja.

ALLE
Ein Vivat dem Hochzeitspaar!

CHEVALIER
Hört mich an!
Dies schrieb man mir:
Er öffnet den Brief und liest vor:
"Stanislaus ist nunmehr in Warschau
eingetroffen. Das Parlament
hat sich für ihn erklärt - und damit
könnt Ihr abdanken, wann immer Ihr es wollt.
Damit Euch der Verlust der Königswürde
jedoch nicht allzu schwer falle, sollt Ihr hiermit
Titel und Ehre eines Marschalls empfangen."

BARON
Und wer seid Ihr?

CHEVALIER
Der Chevalier Belfiore …

ALLE
Belfiore?

MARQUISE
Aber ja doch!

CHEVALIER
umarmt die Marquise
Meiner Liebe von Anfang an treu!

SCHATZMEISTER
Graf!

GRAF
Baron!

BARON
Ich war verblendet …
Was ist jetzt zu tun?

ALLE DREI
Geben wir uns als Männer von Geist:
schweigen wir!

ALLE
Ja! Wir wollen wieder Freunde sein,
das Vergangene vergessen!
Es lebe der errettete König,
heilig sei ihm dieser Tag.
Zwei sehr glückliche Paare
fanden sich heute;
diese Täuschung hat vermutlich
viele Seufzer und Klagen vermieden.

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Klavierauszug

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