Alfonso und Estrella

Alfonso und Estrella

Romantische Oper in drei Aufzügen

Libretto

Franz von Schober

Uraufführung

24. Juni 1854, Weimar (Grossherzogliches Hoftheater)

Besetzung

MAUREGATO, König von Leon (Bariton)
ESTRELLA, seine Tochter (Sopran)
ADOLFO, Feldherr von Mauregato (Bariton)
TROILA, vertriebener König von Leon (Bariton)
ALFONSO, sein Sohn (Tenor)
ANFÜHRER der königlichen Leibwache (Tenor)
EDWIGA, ein junges Mädchen (Sopran)
GUISTO, ein Jüngling (Tenor)

CHOR
Landleute, Jäger, Jägerinnen
Verschworene, Diener, Krieger

Ort

Oviedo

Zeit

um 790

Schubert, Franz

Schubert, Franz (Peter)
31.1.1797 Himmelpfortgrund, Wien - 19.11.1828 Wien


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Der Spiegelritter (1813 inc; 11.12.1949 Radio Beromünster*)
Des Teufels Lustschloss (1814; 12.12.1879 Wien*)
Des Teufels Lustschloss [rev] (1814; 1946 Radio Beromünster*; 7.1978 Potsdam)
Adrast (1819 inc; 13.12.1868 Wien*)
Der vierjährige Posten (1815; 23.9.1896, Dresden).
Fernando (1815; 13.4.1907 Wien*; 18.8.1918 Magdeburg)
Claudine von Villa Bella (1815; 26.4.1913 Wien*)
Die Freunde von Salamanka (1815; 6.5.1928 Halle)
Die Bürgschaft (1816; 7.3.1908 Wien*)
Die Zauberharfe (19.8.1820 Wien)
Die Zwillingsbrüder (14.6.1820 Wien)
Das Zauberglöckchen (20.6.1821 Wien [rev. La clochette (Hérold)]
Alfonso und Estrella (1822; 24.6.1854 Weimar)
Die Verschworenen, oder Der häusliche Krieg (1823; 1.3.1861 Wien*)
Fierrabras (1823; 9.2.1897 Karlsruhe)
rev = Bearbeitung / inc = Fragment / * = konzertant



ERSTER AKT
1. Bild: Froila, der von seinem Widersacher Mauregato vertriebene König von Leon, lebt mit seinem Sohn Alfonso, der nichts von der königlichen Vergangenheit seines Vaters weiss, in einem abgeschiedenen Felsental. Insgeheim plant Froila, sein Reich für seinen Sohn zurückzuerobern, doch ist der rechte Zeitpunkt noch nicht gekommen.
Die Einwohner des Tals feiern den 20. Jahrestag von Froilas Ankunft und bitten ihn, seinen Sohn für ein Jahr zu ihrem Anführer zu erklären, hat er doch in allen Spielen des Krieges und des Liedes gesiegt.
Alfonso leidet unter der Enge des Tals, doch befolgt er seines Vaters Gebot, dieses nicht zu verlassen. Als Versprechen auf ein künftiges Leben in Freiheit übergibt ihm Froila die heilige Kette Eurichs, ein Zeichen seiner früheren Macht.
2. Bild: Mauregatos Tochter Estrella schwärmt mit ihren Gefährtinnen von den Freuden der Jagd, doch auch sie leidet unter der Enge ihres Daseins am Hofe. Sie wird vom königlichen Heerführer Adolfo begehrt, der sie als Lohn für seine erfolgreichen Schlachten fordert. Zwar hat Mauregato Adolfo sein Wort gegeben, ihm jeden Wunsch zu erfüllen, doch als er den heftigen Widerstand Estrellas spürt, greift er zu einer List: Nur wer ihm Eurichs Kette wieder herbeischaffen könne, dürfe seine Tochter heiraten und so sein Nachfolger werden.

ZWEITER AKT
3. Bild: Auf einsamen Bergeshöhen singt Froila dem Sohn auf dessen Bitte hin einmal mehr das Lied vom Wolkenmädchen; dann begibt er sich in sein Tal zurück und Alfonso bleibt allein. Unvermittelt sieht er sich Estrella gegenüber, die sich auf der Jagd verirrt hat. Sie verlieben sich ineinander. Zum Abschied schenkt Alfonso Estrella die Kette Eurichs.
4. Bild: Der verschmähte Adolfo plant einen Putsch gegen Mauregato. Heimlich trifft er sich mit Gleichgesinnten und schwört sie auf sich ein: Rache ist ihr Losungswort.
5. Bild: Mauregato wartet verzweifelt auf seine Tochter, die er verschwunden glaubt. Als sie endlich erscheint und von ihrem Erlebnis in den Bergen berichtet, entdeckt Mauregato die Kette Eurichs an ihr. Der Anführer der königlichen Leibwache meldet das Herannahen der Truppen Adolfos. Der Krieg beginnt.

DRITTER AKT
6. Bild: Mauregatos Truppen sind aufgerieben. Adolfo hat Estreila in die Enge getrieben. Im Augenblick der höchsten Not erscheint Alfonso und rettet sie. Sie gibt sich ihm als Königstochter von Leon zu erkennen.
Alfonso bricht auf, um Mauregato im Kampf beizustehen. Er vertraut Estrella seinem Vater an, der bestürzt zur Kenntnis nehmen muss, dass sein Sohn die Tochter seines Widersachers liebt.
Mauregato irrt durch das verwüstete Land und trifft dabei auf Froila, der sich mit ihm versöhnt. Als Alfonso siegreich zurückkehrt, offenbaren die Väter ihm seinen wahren Status als Königssohn von Leon. Mauregato gibt ihm die Hand seiner Tochter, Froila verzichtet zu seinen Gunsten auf den Thron.

In Spagna. Da vent’anni Troila, legittimo re di León, è stato spodestato dal rivale Mauregato e vive rifugiato tra le montagne in compagnia del figlio Alfonso. Questi incontra un giorno Estrella, giovane figlia di Mauregato, impegnata in una battuta di caccia, e tra i due è amore a prima vista. Di lei però si è invaghito anche Adolfo, generale dell’esercito dell’usurpatore. Quest’ultimo, vedendosi respinto dalla fanciulla, ne chiede la mano al padre Mauregato come ricompensa dei successi militari. Al rifiuto del re, ordisce una congiura che non ha tuttavia successo grazie all’intervento di Alfonso che, riconosciuto legittimo erede al trono, viene incoronato re di León insieme con la sposa Estrella, nel tripudio del popolo.

Personen:
MAUREGATO, König von Leon (Bariton)
ESTRELLA, seine Tochter (Sopran)
ADOLFO, Feldherr von Mauregato (Bariton)
TROILA, vertriebener König von Leon (Bariton)
ALFONSO, sein Sohn (Tenor)
ANFÜHRER der königlichen Leibwache (Tenor)
EDWIGA, ein junges Mädchen (Sopran)
GUISTO, ein Jüngling (Tenor)

CHOR
Landleute, Jäger, Jägerinnen
Verschworene, Diener, Krieger



ERSTER AUFZUG

Ein mildes Felsenthal. - Rechts im Vordergrunde die Hütte Troila's. - Im Hintergrunde dichte, schroff aufsteigende Wald- und Felspartie. Morgengrauen

ERSTE SZENE
Der Chor, geführt von Edwiga und Guisto, tritt langsam und behutsam auf und schmückt während des Gesanges die Hütte mit Blumen und Kränzen

CHOR
Still, noch decket uns die Nacht.
Schaffet hurtig, gehet leise,
Dass der Vater nicht erwacht;
Er, der Gütige und Weise,
Der uns Heil und Glück gebracht.
Seit er heut' vor zwanzig Jahren
Hier in unserm Thal erschien
Schützte er uns vor Gefahren
Und erhob uns Herz und Sinn.

EDWIGA
D'rum fröhlich und munter, -
Das Fest zu bereiten,
Lasst reicher und bunter
Das Haus uns umkleiden
Mit Blumen und Grün
In dankbarem Sinn.

CHOR
D'rum fröhlich und munter, -
Lasst reicher und bunter
Das Haus uns umkleiden
Mit Blumen und Grün.

GUISTO
Er war unser Lehrer
In männlicher Tugend,
Erzog seinen Sohn hier
Als Vorbild der Jugend,
D'rum bleib' er noch lange
Uns Führer und Freund.

CHOR
Er war unser Lehrer
In jeglicher Tugend,
D'rum bleib' er noch lange
Uns Führer und Freund.

Indem der Chor den ersten Gesang wiederholt, geht er leise wieder ab. Mittlerweile ist es heller geworden, die Sonne geht auf. - Troila kommt aus der Hütte

ZWEITE SZENE

TROILA
Sei mir gegrüsst, o Sonne!
Alltäglich neue Wonne
Giessest Du in dieses Herz.
Es saugen Deine Strahlen
Aus jeder Brust die Qualen,
Und heilen jeden Schmerz.

Recitativ

Einst schmückten wohl die Strahlen der Krone dieses Haupt,
Da ward in einer Stunde mir Kron' und Reich geraubt.

Arie

Hier in diesen stillen Gründen,
Wo ich Ruh' und Glück gefunden,
Von der Sorgen Last entbunden,
Mussten alle Schmerzen schwinden.
Für des Rathes leichte Gabe
Wird mir tausendfacher Segen,
Liebe kommt mir rings entgegen
Und versüsst die kleine Habe.
Doch soll mein kühner Sohn
In diesen Felsenmauern
Sein Leben nicht vertrauern,
Ihm winkt der Väter Thron.
Der Thaten sich bewusst,
Ruht wohl das Alter gerne,
Allein in weite Ferne
Strebt rasche Jugendlust.

Nach der Arie wendet sich Troila gegen die Hütte, bemerkt mit freudiger Ueberraschung dieselbe geschmückt. Alfonso tritt aus der Hütte, Troila geht ihm einige Schritte entgegen

DRITTE SZENE

TROILA

Recitativ

Sieh', o sieh, mein Sohn!
Wie die Liebe dieser guten Leute
Die Wiederkehr des Tages feiert,
An dem wir verlassen und hilfesuchend hier erschienen.
Doch du nimmst keinen Antheil
An dem reinen Glücke, das mein Herz erfüllt.

ALFONSO
Mich drückt Dein streng Gebot,
Dass ich aus diesem Thale mich nicht entfernen soll.

TROILA
So lautet das Gesetz und noch muss es besteh'n.

ALFONSO
Ach, länger kann ich nicht die Schranken mehr ertragen,
Es liegen diese Berge wie lastend auf der Seele.

Arie

Schon wenn es beginnt zu tagen,
Wird in mir die Sehnsucht wach,
Vögel fliegen, Wolken jagen
Und mein Herz will ihnen nach.
Mittags lieg' ich an der Quelle
An dem hellen Silberbach,
Welle sendet er auf Welle
Und mein Herz eilt jeder nach.
Seh' ich dann den Abend glühen
Und das Licht stirbt allgemach,
Möcht' ich mit der Sonne ziehen
Ihren gold'nen Strahlen nach.
Nachts erglänzen tausend Sterne
An des Himmels blauem Dach,
Mächtig zieht's mich in die Ferne
Ihrem süssen Schimmer nach.
Und so rufet jede Stunde
Heisses Sehnen in mir wach,
Aus des Herzens tiefstem Grunde
Tönt's: Gib meinem Drängen nach.

TROILA

Recitativ

Wohl begreif' ich Deinen Schmerz,
Doch kann ich ihn nicht lindern;
Es herrscht in jenem Land, das an das uns're grenzt,
Ein mächtiger Tyrann.
Vor seinem kühnen Schwert
Schützt uns der Felsen Wall und unser stilles Leben.

ALFONSO
So lass' mich zu ihm ziehen
Und ihn zum Kampfe fordern.

TROILA
O zähme, lieber Sohn, den Muth in kühner Brust,
Noch ist die Zeit nicht da,
Doch bald - bald wird sie erscheinen.

Duett

Schon schleichen meine Späher
Auf sich'rer Feindesspur,
Die Rache schreitet näher
Und dringt zur stillen Flur.
Die Ketten werden fallen,
Die Dich so lang gedrückt,
Im Lichte wirst Du wallen,
Bewundert und beglückt.

ALFONSO
Noch kann ich nicht verstehen,
Was Deine Lippe spricht.

TROILA
Viel' Dinge wirst Du sehen,
Noch ahntest Du sie nicht,
Doch glaub', dass ich Dich rette
Aus diesem düstern Ort.
Gibt Alfonso eine goldene Kette
Empfange diese Kette,
Zum Pfande für mein Wort.

ALFONSO
O Vater, ja errette
Mich aus dem düstern Ort,
Ich nehme diese Kette
Zum Pfande für Dein Wort.

TROILA
Es knüpft an dies Geschmeide
Das Schicksal Deine Bahn,
Es sei in jedem LeideDein Hort, Dein Talisman.

ALFONSO
Es leuchte
dies Geschmeide
Als Stern auf meine Bahn,
Es sei in jedem Leide
Mein Hort, mein Talisman.

Ein Hornruf ertönt vom Thale herauf.

TROILA

Recitativ

Das Horn des Rufers ertönt,
Huldigend nahen die Freunde.

VIERTE SZENE
Landleute, Hirten und Jäger erscheinen festlich geschmückt, unter ihnen Edwiga und Guisto. Mädchen und junge Bursche tragen Geschenke - Blumen und Früchte - für Troila

CHOR
Herbei, Ihr Freunde, herbei!
Versammelt Euch Brüder,
Singt fröhliche Lieder,
Den festlichen Tag mit Lust zu begeh'n.
Lasst Hörner erschallen,
Den Wald widerhallen,
In fröhlichem Tanz im Kreise uns dreh'n.

EDWIGA
vortretend, zu Troila
Blicke huldvoll auf die Gaben
Uns'rer Lieb' und Dankbarkeit.

EDWIGA UND GUISTO
Was wir können, was wir haben,
Sei in Liebe Dir geweiht.

CHOR DER MÄNNER
Du hast Alles uns gegeben,
Dir sei unser ganzes Leben
In Lieb' und Dankbarkeit geweiht.

CHOR DER FRAUEN UND MÄDCHEN
Blicke huldvoll auf die Gaben
Uns'rer Lieb' und Dankbarkeit.

TROILA
Viele Jahre sind entschwunden,
Seit ich dieses Thal erblickt.
Hier vernarbten meine Wunden,
Hier ward' ich durch Euch beglückt.
D'rum sei stets in Dank ergeben
Euch mein Herz für's ganze Leben,
Euch sei es in Lieb' geweiht.

CHOR DER MÄNNER
Wie Dein Wort uns sanft gemeistert,
Wie Dein Sang uns hat begeistert,
Sind wir ewig Dir in Lieb' geweiht.

CHOR DER FRAUEN UND MÄDCHEN
Blicke huldvoll auf die Gaben
Uns'rer Lieb' und Dankbarkeit,
Ewig Dir sei unser Herz geweiht.

GUISTO

Recitativ

Es hat in allen Spielen des Krieges und des Liedes,
Die Du uns anbefohlen,
Alfons, Dein Sohn gesiegt.
D'rum gib der Herrschaft Zeichen,
Uns Allen zu gebieten, gib sie in seine Hand.

TROILA
Alfonso ein Horn reichend.
Empfang' das Horn des Rufers,
Das Beste zu berathen, versammle Du die Schaar.
Alfonso ein Schwert reichend.
Empfang' das Schwert des Führers,
Zu kühnen Heldenthaten führ' Deine Freunde an!

CHOR
Heil Alfonso! Heil unser'm neuen Führer!

ALFONSO
Ich danke Freunde Euch für Euer Vertrau'n.
Ihr könnt im Spiel und blut'gen Ernst fest auf mich ban'n.

CHOR
Nun munter ihr Brüder,
Singt fröhliche Lieder,
Den festlichen Tag mit Lust zu begeh'n.
Lasst Hörner erschallen,
Den Wald widerhallen,
In fröhlichem Tanz im Kreise uns dreh'n.

Während des Gesanges entfernt sich der Chor allmälig, Troila und Alfonso bleiben

FÜNFTE SZENE

ALFONSO

Recitativ

O Vater, wie ist mein Herz so tief bewegt!
Uns're ärmliche Hütte, die Felsenklüfte und der Wald
Erscheinen jetzt mir neu und wunderbar.

TROILA
Doch nun, Alfonso, lass' mich gehen,
harren meiner Kranke,
Die auf Trost und Lind'rung durch mich hoffen!
Geht ab

ALFONSO
ihm nachblickend
Gott schenke Segen Deinem frommen Wirken!

SECHSTE SZENE

ALFONSO
Ich kann noch nicht zur engen Hütte kehren,
Zu voll ist dieses Herz. -
Und hier im Freien ist mir leicht und wohl.
Doch, welch' seltsames Geräusch?
Wer dringt von unwegsamen Höh'n
Herab in uns're Einsamkeit?

Estrella tritt ängstlich aus dem Walde

ESTRELLA

Duett

Von Fels und Wald umschlossen
Verirrt seh' ich mich hier,
Getrennt von den Genossen -
Wer zeigt die Pfade mir?

ALFONSO
Welch' himmlisch süsses Traumbild
Seh' ich verwirklicht hier!

ESTRELLA
Ein Jüngling! Soll ich fliehen?

ALFONSO
O wolle nicht entflieh'n.

ESTRELLA
Doch scheint er sanft und mild.

ALFONSO
Du holdes Engelsbild!

ESTRELLA
Doch was soll ich?

ALFONSO
O wolle nicht entflieh'n.

ESTRELLA
O könnt' ich ihm vertrau'n -

ALFONSO
Du darfst auf mich bau'n!

ESTRELLA
Es flössen seine Züge
Mir Muth und Hoffnung ein.

ALFONSO
Der holden Stimme Kosen
Dringt tief in's Herz mir ein.

ALFONSO

Recitativ

Wer bist Du, holdes Wesen,
Das wie ein sanfter Sonnenstrahl
Dies dunkle Thal erhellt?

ESTRELLA
Auf allzurascher Jagd verlor ich im Gebirge
Mein zögerndes Gefolge.
Durch Schlünde, über Felsen den Weg mir mühsam suchend,
Kam ich in dieses Thal.
O zeige mir die Pfade zur Königsstadt zurück!

ALFONSO
O eile nicht, o bleib',
Du, die beim ersten Anblick
Mein ganzes Herz geraubt.

ESTRELLA
Willst Du der Armen spotten,
Die von den Ihren ferne,
In banger Sorge zittert?

ALFONSO

Arie

Wenn ich Dich, Holde, sehe,
So kenn' ich keinen Schmerz,
Schon Deine süsse Nähe
Beseligt dieses Herz.
Die Leiden sind zerronnen,
Die sonst die Brust gequält,
Es leuchten tausend Sonnen
Der lustentbrannten Welt.
Und neue Kräfte blitzen
In's trunk'ne Herz hinein,
Ja, ich will Dich beschützen,
Ich will Dein Führer sein.

CHOR DER LANDLEUTE
aus der Ferne, vom Thale herauf
Der Frühling kam gezogen
Mit seinem milden Schein,
Auf Liedes sanften Wogen
Zieht Lieb' in's Herze ein.
Und wonnige Gefühle
Sie laden uns zur Lust,
In freudigem Gewühle
Durchströmen sie die Brust.

ESTRELLA
dem Gesange lauschend
Welch' süsser zauberhafter Klang,
Der tief in's Herz mir drang!

ALFONSO
O lausche dem Gesang!

CHOR
wie oben
Der Frühling kam gezogen
Mit seinem milden Schein
Auf Liedes sanften Wogen
Zieht Lieb' in's Herze ein.

ESTRELLA UND ALFONSO
Und wonnige Gefühle
Erfüllen mich mit niegeahnter Lust,
In freudigem Gewühle
Durchströmen sie die Brust.

CHOR
wie oben
Der Frühling kam gezogen
Mit seinem milden Schein.

ESTRELLA UND ALFONSO
Auf Liedes sanften Wogen
Zieht Lieb' in's Herze ein.

Chor verklingt, Alfonso hat Estrella sanft umschlungen

ESTRELLA
sich losreissend
Nicht länger darf ich weilen,
Die Stunden zieh'n dahin,
Ich muss von hier nun eilen,
Dem stillen Glück entflieh'n.

ALFONSO
Warum willst Du enteilen,
Dein Antlitz mir entzieh'n,
O wolle noch verweilen
Im stillen Waldesgrün.

ESTRELLA
Lass uns eilen!

ALFONSO
O verweile!

ESTRELLA
Sieh' mich bitten -

ALFONSO
Nein, befiehl!

ALFONSO UND ESTRELLA
O hartes grausames Geschick! -
Plötzlich aus den Himmelshöhen
Lässt das Glück sich freundlich sehen,
Doch bevor wir's ganz empfunden,
Ist's entschwunden!
So die Wonne mir zu künden,
Kamst Du still auf meine Bahn.
Ach so schnell willst Du entschwinden
Süsser Wahn!
Werd' ich je Dich wiederfinden
Wann, ach wann werd' ich Dich wiederfinden?

Alfonso und Estrella wenden sich zum Gehen

ZWEITER AUFZUG

Saal im königlichen Palaste zu Leon

ERSTE SZENE
Mauregato, im Jagdcostüme, tritt mit Gefolge auf

MAUREGATO
Vergebens uns're Hoffnung, sie hier zu finden!
Eilt zurück zum Walde, sucht mit erneuten Kräften -
Königlich sei Euer Lohn, wenn Ihr mir
Die geliebte Tochter wieder bringt!

Gefolge ab

MAUREGATO
allein
O Schicksal, wann wirst du müde,
Deine Blitze auf mich zu schleudern!
Verfolgt von Hass und Neide -
Rings umgeben vom Verrath,
Blieb als einz'ger Lichtstrahl
Mir Estrella's kindlicher Blick!
Mit ihr entschwindet jede Lust am Leben,
Und ich erliege!

Sinkt matt in einen Lehnstuhl

Arie

In heil'gen, inn'gen Freundesbanden
Floss heiter mir das Leben hin,
In Fried' und Glück die Tage schwanden,
Es trübte nichts den treuen Sinn.
Da zog auf allgewalt'gen Schwingen
Die Liebe in das Herz mir ein,
Das schönste Weib mir zu erringen,
Schien mir des Lebens Ziel zu sein.
Des königlichen Freundes Züge,
Die bis dahin mein Herz erfüllt,
Sie mussten nun für immer weichen
Dem wonnevollsten Frauenbild.
Die duft'gen Locken ihr zu schmücken,
Zerriss ich kühn der Freundschaft Band.
Die Krone ihr auf's Haupt zu drücken,
Raubt treulos ihm sie meine Hand.
Doch als den Gipfel wir erklommen,
In des geträumten Glückes Wahn,
Da fassten unheilvolle Mächte
In meines Lebens rasche Bahn -
Sie - die mein einzig Glück im Leben,
Lag mir im Arme bleich und kalt!
Ein Ebenbild der Heissgeliebten
Sah ich in meinem Kind ersteh'n -
Estrella, Du mein Trost im Leiden,
Estrella, milde, hold und schön.
Soll sie mir auch entrissen werden,
Sollt' ich sie nicht mehr wiederseh'n -
Dann blüht für mich kein Glück auf Erden -
Verzweifelnd muss ich untergeh'n.

ZWEITE SZENE

Das Gefolge des Königs, Diener, Jäger, Pagen etc. treten freudig erregt auf

CHOR DES GEFOLGES
O König!

MAUREGATO
Was bringt Ihr?

CHOR
O höre die freudige Kunde,
Die Prinzessin kehrt zurück!

MAUREGATO
Estrella!?

CHOR
Sie naht dem Palast sich schon - sie kommt -

MAUREGATO
Welch' Glück, o Gott, ich soll sie wiederseh'n.

ESTRELLA
Mauregato in die Arme eilend
O Vater!

MAUREGATO
O Estrella!

ESTRELLA
Welch' Glück, Dich zu umarmen!

MAUREGATO
O komm' an meine Brust.

ESTRELLA
O lass mich froh erwarmen
An Deiner Vaterbrust.

MAUREGATO
Du Himmel hast Erbarmen
Und sendest neue Lust!

CHOR
Wie froh sie sich umarmen
O süsse Vaterlust!

Das Gefolge zieht sich langsam zurück

ESTRELLA
Im tiefen Wald allein
Von Furcht und Angst gequälet,
Welch' Glück mich neu beseelet
Du bist nun wieder mein.

MAUREGATO
Verlassen und allein
Von Furcht und Angst gequälet,
Welch' Glück mich neu beseelet
Du bist nun wieder mein.

Fanfaren hinter der Scene

MAUREGATO

Recitativ

In der Gefühle Uebermass
Vergass ich fast die freud'ge Kunde,
Dass siegreich und mit Ruhm gekrönt,
Adolfo mit dem Heere wiederkehrt;
D'rum schmücke Dich, aus Deiner Hand
Werd' ihm der wohlverdiente Lorbeer.

Mauregato ab

DRITTE SZENE

ESTRELLA
Weh' mir, Adolfo kehrt zurück!
Auf's Neue wird er mich verfolgen!
Im Vollgefühl des stolzen Siegers
Wird kühn und ungestüm er werben,
Zum Lohn verlangen meine Hand!
Wie kann mein Vater sie verweigern?

Arie

Vor Angst und Qual mein Herz erbebt
Und schmerzerfüllt die Brust sich hebt.
O unheilvolle Kunde,
Entscheidend naht die Stunde,
Ich sehe von Schrecken und peinlicher Noth
Des Herzens Empfindung gewaltsam bedroht.

Des holden Jünglings Züge
Stets folgen sie mir nach,
Sein Wesen frei von Lüge
Rief Liebe in mir wach.
Nicht ziehen Rang und Ehren,
Nicht Gold und Gut mich an,
Ein Herz ist mein Begehren
Mein Ziel auf dunkler Bahn.

Doch nahen und drängen sich feindliche Mächte,
Umstellen mit listig erfund'nem Geflechte
Des Herzens gewagten, fern eilenden Lauf.
Vergebens mein Hoffen, je glücklich zu werden,
Mir blühet nicht Ruhe, nicht Frieden auf Erden,
O Gott, zu Dir flehe um Rettung ich auf.

Ab im Vordergrunde

VIERTE SZENE

Feierlicher Einzug Adolfo's und der siegreichen Truppen, geleitet von festlich geschmückten Jungfrauen, Troubadours und Bürgern der Stadt. Nachdem die Krieger versammelt sind, erscheint Mauregato, an der Hand Estrella, gefolgt von Grossen des Reiches und dem Hofstaat. Mauregato nimmt auf dem Throne Platz, zu seiner Seite Estrella

CHOR DER KRIEGER UND DES VERSAMMELTEN VOLKES
Heil dem tapfern Krieger!
Heil dem kühnen Sieger!

KRIEGER
Der uns hat geführt
In mancher heissen Schlacht;

VOLK
Dem der Ruhm gebührt
Für manche heisse Schlacht.
Preis sei ihm gesungen,
Der den Feind bezwungen,
Der uns hat befreit
Von wilder Mauren Macht.

Adolfo tritt vor den Thron und beugt ein Knie

ADOLFO

Recitativ

So werd' ich jeden Feind Dir bald zu Füssen legen,
Der mächtig und verwegen
Dich zu verderben droht.
Es schwingt kein Maure mehr
Sein Schwert in Deinem Lande,
Zerbrochen sind die Bande,
Geschlagen ist ihr Heer!

MAUREGATO
Ich danke Dir für deine Treue,
O könnt' ich würdig sie belohnen.

ADOLFO
Du kannst es, Herr!

ESTRELLA
Weh' mir, was wird er sagen?

MAUREGATO
Verlange frei!

ADOLFO
Darf sich der Knecht erkühnen?

MAUREGATO
Mein Schwur ist der Erhörung Unterpfand.

ESTRELLA
Weh' mir, er schwur!
Gefallen ist mein Loos.

ADOLFO
O Herrscher, zürne nicht! Die Bitte ist wohl gross:
Es ist Estrella's, Deiner Tochter Hand!

MAUREGATO
nach einer kleinen Pause
Estrella sprich, Du hast sein Wort vernommen.

ESTRELLA
für sich
Ich sehe meines Unglücks Stunde kommen!

ADOLFO
für sich
Nun wird der eitle Trotz ihr nicht mehr frommen.

MAUREGATO
So sprich, Estrella!
Steigt vom Throne

ESTRELLA

Arie

O, wenn ich je Dir werth gewesen,
So flehe ich Dich bebend an,
Von diesem Bund' mich zu erlösen,
Dem nie mein Herz ich weihen kann.
Nie kann mich dieser Mann beglücken,
In seiner Nähe sinkt mein Muth,
Vor seines Auges finstern Blicken
Erstarrt in grauser Angst mein Blut.
D'rum, wenn ich je Dir werth gewesen,
So flehe ich Dich bebend an,
Von diesem Bund' mich zu erlösen,
Dem nie mein Herz ich weihen kann.

Recitativ

MAUREGATO
zu Adolfo
Zu kühner Mann, steh' ab von dem Begehren.

ADOLFO
fest und bestimmt
Du gabst den Königsschwur - nun halte ihn!

MAUREGATO
Nimm alle Schätze meiner Krone hin,
Nur dieses Kleinod kann ich nicht entbehren.

ADOLFO
Ich ford're nichts als Deiner Tochter Hand!

Ensemble

MAUREGATO
Was werd' ich nun beginnen,
Wie schrecklich ist die Wahl -
Kein Ausweg zu ersinnen,
Mein Herz verzehrt die Qual.

ESTRELLA
Was wird er nun beginnen,
Wie lenkt er seine Wahl,
Es schwimmt vor meinen Sinnen,
Mein Herz verzehrt die Qual.

ADOLFO
Nun Zagen fahr' von hinnen,
Mein Herz umgürte Stahl,
Sie kann mir nicht entrinnen,
Es bleibt ihr keine Wahl.

HOFSTAAT UND VOLK
O frevelndes Beginnen -
O grauenvolle Wahl!

KRIEGER
Was immer er mag sinnen -
Es bleibt ihm keine Wahl!

Mauregato steht in Nachdenken versunken

ESTRELLA
für sich
Was mag der Vater sinnen?

ADOLFO UND CHOR
Was mag der König sinnen?

MAUREGATO
zu Estrella
Ein Mittel noch, es mag uns Heil gewinnen!

Recitativ

Zu Adolfo
Dir sei die Hand Estrella's nicht versagt!
Allein ein heil'ger Schwur hat sie bedingt:
Nur wer die Kette Eurich's wieder bringt,
Die noch vom alten Königsstamme fehlt,
Wird mit Estrella feierlich vermält!

ADOLFO
So brichst Du Deinen Schwur mit falschem Sinn?

Bewegung unter den Kriegern

MAUREGATO
Verweg'ner, schweig! Ihr Alle hier erwägt,
Dass dieses Haupt die Königskrone trägt:
Dass Ihr Vasallen, ich der Herrscher bin!

ADOLFO
bei Seite mit kaum unterdrückter Wuth
So willst Du mit mir spielen, falscher König!?

CHOR DES HOFSTAATES UND VOLKES
Ha, ein neuer Strahl der Hoffnung!

CHOR DER KRIEGER
Weh', getäuscht Adolfo's Hoffnung!

ESTRELLA UND MAUREGATO
Der Hoffnung süss Gefühl
Will mich / Wird Dich auf's Neu' erheben,
auf's Neu' erheben,
Es schwindet jeder Schmerz
Und froh lacht nun das Leben.

ADOLFO
bei Seite
Ihr höhntet mein Gefühl,
Verachtetet mein Streben,
Vor Rache glüht mein Herz,
Ihr sollt vor mir erbeben.

KRIEGER
zu Adolfo
reu steh'n wir an Deiner Seite
Was auch immer mag gescheh'n.

VOLK UND HOFSTAAT
zu Estrella
Möge schützend Dir zur Seite,
Bald ein treuer Gatte steh'n!

ESTRELLA UND MAUREGATO
Ja, ich bleib' an Deiner Seite, / Liebend bleibst Du mir zur Seite,
Gott erhört mein heisses Fleh'n!

ADOLFO
zu den Kriegern
Siegend führt' ich Euch zum Streite,
Treu müsst Ihr zu mir nun steh'n!
Heimlich zu den Kriegern
In des Maurentempels halbverfall'nen Räumen
Erwart' ich Freunde Euch um Mitternacht,
Dort will ich Euch enthüllen
Ein Geheimniss inhaltsschwer.

KRIEGER
Wir folgen Deinem Willen
Und erfüllen Dein Begehr.

ADOLFO
Rache! Rache! sei Euer Losungswort!

KRIEGER
Rache! Rache! sei unser Losungswort!

ESTRELLA UND MAUREGATO
Stets bleib' ich an Deiner Seite,
Stets bleibst Du an meiner Seite,
Dies sei uns'res Glück's Gewähr,
Lieb' und Hoffnung im Geleite,
Fürchtet dieses Herz nichts mehr.

ADOLFO
Unheilvoll an Deiner Seite,
Schleicht die Rache nun einher,
Rüste Dich zu Kampf und Streite,
Du entgehest mir nicht mehr.

CHOR DER FRAUEN
zu Estrella
Rettend stehe Dir zur Seite,
Bald des Gatten treue Wehr,
Schützend, sei er selbst im Streite
Deines Herzens Glück's Gewähr.

CHOR DER MÄNNER
zu Mauregato
Treulich steh'n wir Dir zur Seite,
Unser'm König gross und hehr,
Wollen schützen selbst im Streite,
Deines Hauses Glück und Ehr'!

CHOR DER KRIEGER
zu Adolfo
Treu steh'n wir an Deiner Seite,
Und erfüllen Dein Begehr,
Sei's im Frieden, sei's im Streite,
Stets zu Dir nur hält das Heer!

Zwischenvorhang fällt

Verwandlung

Das Innere einer halbverfallenen Moschee, welche immer noch Spuren der einstigen Pracht aufweist

FÜNFTE SZENE

Ein Theil der Verschwornen

ERSTER CHOR
tritt ein
Stille, Freunde, seht Euch vor!
Furchtbar in geheimer Stunde
Sammelt Euch zum ernsten Bunde,
Doch seid wachsam, schliesst das Thor,
Wahrt die Zunge, schärft das Ohr,
Stille, Freunde! seht Euch vor!

Es wird geklopft, Leise

Hört das Klopfen, wer mag's sein?
Laut
Wer ist draussen?

ZWEITER CHOR
von aussen
Freunde!

ERSTER CHOR
wie früher.
Eure Losung?

ZWEITER CHOR
wie früher
Rache! Rache!

ERSTER CHOR
Es sind Freunde, lasst sie ein!

Einige gehen, um zu öffnen, der zweite Chor der Verschwornen tritt ein

SECHSTE SZENE

BEIDE CHÖRE
Stille Freunde, seht Euch vor!
Furchtbar in geheimer Stunde
Sammelt Euch zum ernsten Bunde,
Doch seid wachsam, schliesst das Thor,
Wahrt die Zunge, schärft das Ohr,
Stille, Freunde! seht Euch vor!
Nun fehlt Adolfo noch
Wo mag er weilen?
Adolfo! Adolfo!
Er erscheint!

SIEBENTE SZENE
Adolfo in einen weiten Mantel gehüllt

ADOLFO
Ihr Treuen, seid Ihr schon bereit?
Seid Ihr der Losung eingedenk?

CHOR
Rache! Rache! Rache!

ADOLFO
vortretend, für sich
Ja, meine Rache will ich kühlen,
Sie lod're auf in blut'ge That.
Um Deine Krone will ich spielen,
Du stolzer Frevler Mauregat'.
Um meine Schultern will ich schlagen
Den Purpur, den Du selbst entwandt,
Und Deinen Scepter will ich tragen
In dieser starken Siegerhand.
Und Du Estrella, süsse Schlange,
Du höhntest, da ich milde war!
Nun schlepp' ich Dich mit hartem Zwange
Zu dem verhassten Traualtar.
Zu den Verschwornen
Ihr Freunde, Ihr mein Hort,
Die Ihr mir Hilfe beut,
Vernehmet nun mein Wort,
Das Euch zur Rache weiht.

CHOR
Wir hören auf Dein Wort,
Das uns zur Rache weiht.

ADOLFO
Ja, wisst, dass auf dem Königsthrone
Ein Räuber, ein Verräther ruht;
Er raubte Troila die Krone
Und Troila war mild und gut.
Der Edle floh mit karger Habe
Bei dunkler Nacht, bei Sturmesweh'n,
Er ruht wohl lange schon im Grabe,
Ihn hat kein Auge mehr geseh'n.

CHOR
In uns soll Rache ihm ersteh'n,
Erzähle weiter, was gescheh'n.

ADOLFO
Und Mauregato stieg - auf seines Freundes Thron,
Zur Stunde war der Sieg - und alles Glück entfloh'n,
Bis ich zu seinem Heil erschienen!

CHOR
Zu unser'm Heil bist Du erschienen!

ADOLFO
Wer führte seine Schlachten?

CHOR
Du!

ADOLFO
Wer stützte seinen Thron?

CHOR
Du!

ADOLFO
Wer lenkte seinen Rath?

CHOR
Du!

ADOLFO
Ja, mein ist alle That,
Er schwelgt in feiger Ruh'!

CHOR
Ja, Dein ist alle That,
Er schwelgt in feiger Ruh'!

ADOLFO
Und dennoch konnt' er mich betrügen
Mit jenem gleissnerischen Spruch,
Und ich soll mich in Demuth schmiegen?
Ha, nein! Ihn selber treffe Fluch!

CHOR
Ihn treffe Fluch!

ADOLFO
Ihr könntet es gelassen sehen,
Ihr - die ich oft zum Sieg geführt?
Ich sollte schmachvoll untergehen,
Indess der Stolze triumphirt?

CHOR
Er falle, er falle!

ADOLFO
sein Schwert ziehend, tritt feierlich in ihre Mitte
Ihr Tapfern, Ihr Getreuen!
Für das Werk der Rache
Zu opfern Gut und Blut,
Schwört mir auf dieses Schwert!

CHOR
indem sie ihre Schwerter auf das seine legen
Wir schwören, wir schwören!

ADOLFO
Der Bund ist nun geschlossen,
Wir schreiten rasch zur That;
Es sei sein Blut vergossen,
Es falle Mauregat'!

CHOR
Er falle, er falle!

ADOLFO
Es schlagen uns're Herzen
In feurig stolzem Muth,
Zur Sühne bitt'rer Schmerzen
Fliess' uns'res Feindes Blut!

ADOLFO UND CHOR
Der Bund ist nun geschlossen,
Wir schreiten rasch zur That;
Es sei sein Blut vergossen,
Es falle Mauregat'!

Der Vorhang fällt

DRITTER AUFZUG

Schauplatz wie im ersten Akt. Eine stürmische Musik, welche die Schrecknisse in dem benachbarten Reiche schildert, leitet den Akt ein

ERSTE SZENE
Frauen und Mädchen der Landleute und Jäger, Edwiga und ein Greis sind beim Aufziehen des Vorhanges auf der Bühne und schauen ängstlich nach der Seite links, wo das benachbarte Reich gedacht wird

EDWIGA
Hört Ihr rufen, hört Ihr lärmen?

GREIS
Seht Ihr wilde Krieger schwärmen?

CHOR DER FRAUEN UND MÄDCHEN
Weh', das Unglück bricht herein!

EDWIGA
Grässlich über jenen Höhen
Sah ich das Getümmel zieh'n,
Blut und Waffen musst' ich sehen,
Schnelle sucht' ich zu entflieh'n.

GREIS
Eine Schaar schon sah ich weichen,
Muthig drangen And're vor;
Alles ist bedeckt mit Leichen,
Klageschreien dringt empor.

CHOR
Weh', wie sind wir zu beklagen!

GREIS
Fasset Muth, nur nicht verzagen -

CHOR
Doch wir Armen sind allein.

EDWIGA
Wer wird schützend uns bewahren,
Wenn die wilden Horden nah'n.

GREIS
Auf der Jagd mit seinen Schaaren
Weilt Alfonso,
Der allein uns helfen kann.

EDWIGA, GREIS UND CHOR
Weh', das Unglück bricht herein,
Und wir Armen sind allein!

Flüchtlinge aus Leon: Weiber, Kinder und Greise stürzen mit dem Rufe: "Weh' uns! fliehet! fliehet!" von links auf die Bühne. Die Anwesenden geleiten sie, hilfreiche Hand bietend, in das Thal. Alle ab, hinter der Hütte. Die Bühne ist leer

ZWEITE SZENE
Adolfo kommt von links und zieht Estrella gewaltsam mit sich

ADOLFO
Du sollst mir nicht entrinnen!

ESTRELLA
Was willst Du mit mir beginnen?

ADOLFO
Willst Du noch nicht Dich ergeben?

ESTRELLA
Nimm dies qualerfüllte Leben,
Nimm es, und befreie mich!

ADOLFO
Sieh, noch einmal bitt' ich Dich:
O vertraue meinen Schwüren,
Stille meiner Liebe Gluth,
Du nur kannst mein Herz regieren,
Nur vor Dir beugt sich mein Muth.

ESTRELLA
Wage nicht, mich zu berühren,
Deine Hand, sie raucht von Blut,
Spiele Frevler nicht mit Schwüren,
Hemme Deine blinde Wuth!

ADOLFO
Sieh', Dein Vater ist geschlagen,
Mein ist seine Herrlichkeit;
Seine Krone sollst Du tragen,
Die der Sieger mild Dir beut.

ESTRELLA
O, mein Vater! - Sieh' mich beben,
Ach, wo ist der Theure hin?
Wüth'rich, nimm dies arme Leben,
Nimm es und befreie ihn!

ADOLFO
Lass das Weinen, lass das Klagen,
Deine Liebe schenke mir -

ESTRELLA
Wie, Verräther, kannst Du's wagen,
Hass und Fluch nur geb' ich Dir!

ADOLFO
Meine Langmuth fährt von hinnen.

ESTRELLA
Ach, was willst Du nun beginnen.

ADOLFO
einen Dolch ziehend
Wähle Liebe oder Tod!

ESTRELLA
Himmel, blick' auf meine Roth,
Steh' mir Armen gnädig bei!

ADOLFO
Niemand höret Dein Geschrei,
Weiche meinem wilden Grimme!

Adolfo zückt den Dolch gegen Estrella, auf ihr wiederholtes Hilfegeschrei stürzt Alfonso auf die Bühne

DRITTE SZENE
Alfonso gefolgt von einigen Begleitern

ALFONSO
Welche Stimme?
Alfonso entreisst Adolfo den Dolch und zieht sein SchwertUngeheuer! zieh' und vertheidige Dich!

ADOLFO
ziehend
Heran!
Mein Schwert straf' Deinen Uebermuth.

ALFONSO
Du selbst sollst Deine Strafe finden!
Sie kämpfen
Adolfo wird besiegt und fällt mit dem Ausruf: "Weh' mir, verloren!"

Estrella, die in grösster Aufregung dem Kampfe gefolgt und die Begleiter Alfonso's brechen nach Beendigung desselben in einen Jubelgesang aus

ESTRELLA
Himmel, der mir Rettung sandte,
Dankbar preis' ich Deine Macht.

ALFONSO
Gott, der mich zur Rettung sandte,
Dankbar preis' ich Deine Macht!

DIE BEGLEITER
Unser tapf'rer Führer sandte
Hier ihn in des Todes Nacht!

Während des nun Folgenden entfernen die Begleiter Alfonso's den Leichnam Adolfo's, seine Rüststücke, Schild, Helm und Schwert bleiben liegen

ESTRELLA

Recitativ

Ja, ich, ich bin gerettet,
Allein mein Vater, o mein Vater!

ALFONSO
O nenne mir seinen Namen,
Und künde, was bedrohet ihn?

ESTRELLA
Er ist der König von Leon!

ALFONSO
Dein Vater König, Du Prinzessin?
O weh mir, Unglückseligem!
Sieh, Herrin, hier im Staube
Verehr' ich Deine Würde!
Kniet vor ihr

ESTRELLA
Gedenke dieser Würde nicht,
Sie ist die Quelle meiner Leiden,
Der Leiden meines Vaters.

ALFONSO
Sprich, wo weilt der königliche Herr?

ESTRELLA
O wüsst' ich's selbst!
Mich riss der wilde Mann, den Du besieget,
Hinweg von seiner theuren Seite.
Umrungen von Kampf und Tod,
Verlor' ich ihn beim Ueberfalle.
Vielleicht, ach! fiel er schon
Den Streichen der Verräther,
Vielleicht erhielt ihn das Geschick!

ALFONSO
nach einigem Nachdenken, mit plötzlichem Entschluss
Welch' neuer Strahl der Hoffnung,
Ich will es, ja ich will es wagen.

Duett

Schön und herrlich seh' ich's tagen,
Deiner Liebe werd' ich werth.

ESTRELLA
Was will seine Miene sagen,
Freudig ist sie und verklärt.

ALFONSO
Hilf' und Rettung will ich bringen
Deinem Vater in der Schlacht.

ESTRELLA
Nimmer wird es Dir gelingen,
Dich bedroht des Todes Nacht.

ALFONSO
Wenn ich auch im Kampfe bliebe,
Gibt es wohl ein schön'res Los,
Als für seine reine Liebe
Sinken in des Grabes Schooss?

ALFONSO
Aber muthig im Getümmel
Kämpf' ich um des Siegers Kranz.

ESTRELLA
Ja, ich seh' Dich im Getümmel
Schreiten in der Hoheit Glanz!

VIERTE SZENE
Krieger aus Leon kommen fliehend von links

ESTRELLA
von Ferne sie erblickend
Wehe, wehe! meines Vaters Schaaren
Seh' ich dort vorüber flieh'n.

ALFONSO
Wenn die Hilfe sie gewahren
Wird sie neuer Muth durchglüh'n.

CHOR
der fliehenden Krieger
Wehe! Wehe! lasst uns fliehen!

ALFONSO
ihnen in den Weg tretend
Halt! nicht weiter! Seid Ihr Krieger,
Und ergreifet feig die Flucht?

CHOR
Uns verfolgt der wilde Sieger,
Hemme nicht die bange Flucht.

ALFONSO
Seht, noch halten Eure Brüder,
Muthig kehrt zum Kampfe wieder!
Ich - ich will Euer Führer sein.

CHOR
Der Feind ist stark, Du bist allein!

ALFONSO

Recitativ

Nicht bin ich allein!
Auf dieses Hornes Ruf eilt schnell
Der Freunde Schaar herbei!

CHOR
Was wird er beginnen,
Könnte Hilfe er uns bringen?

Alfonso stösst in sein Horn - ein ferner Hornruf antwortet, nach einer Pause ein noch fernerer

FÜNFTE SZENE

ALFONSO
Sie haben den Ruf schon vernommen
Und Hilfe erscheint in der Noth.

ESTRELLA
Hilfe und Rettung, o Dank Dir, mein Gott!

CHOR DER JÄGER
noch hinter der Scene
Wir kommen, wir kommen!

CHOR DER KRIEGER
Sie haben den Ruf schon vernommen,
Und Hilfe erscheint uns'rer Noth!

CHOR DER JÄGER
auf das Theater eilend
Was heischet des Führers Gebot?

ALFONSO
Seht hier des Führers Schwert,
In Kampf und Streit bewährt,
Es leuchte Euch voran
Auf blut'ger Siegerbahn.

JÄGERCHOR
Wir folgen Deinem Schwert,
In Kampf und Streit bewährt,
Es leuchte uns voran
Auf blut'ger Siegerbahn.

BEIDE CHÖRE
Wir sind zu folgen Dir bereit,
Auf führe uns zu Kampf und Streit!

ALFONSO
Auf folget mir zu Kampf und Streit!

Indem sie abgehen wollen, tritt Troila aus seiner Hütte

SECHSTE SZENE

TROILA
für sich

Recitativ

Was seh' ich! Leon's Krieger in diesem Thale?
So wäre der Vergeltung Tag schon gekommen?

ALFONSO
hat seinen Vater bemerkt und eilt auf ihn zu
O mein Vater! Der Himmel sandte Dich.
Deinem Schutze gebe ich diese edle Frau,
Bis ich den Vater ihr befreit.

Estrella schmiegt sich an Alfonso

TROILA
Wer ist die schöne Unbekannte,
Die sich vertrauend an Dich schmiegt?

ALFONSO
Es ist die Königstochter von Leon!

TROILA
Von Leon? Die liebest Du?

ALFONSO
Mit allen Kräften meiner Seele!

TROILA
Und willst für ihren Vater kämpfen?

ALFONSO
Ich hoff' ihn zu erretten.

TROILA
Halt ein! Niemals sollst Du hemmen den Lauf des Geschickes!

ALFONSO
bestürzt zu Troila
Mein Vater!

TROILA
Du ahnest nicht, wie tief mich erschüttert
Deine Liebe und Dein Beginnen!
Nach einer kleinen Pause zu Estrella, die ihn erschreckt anblickt
Du also wärst Mauregato's Tochter?

ESTRELLA
Ich bin es; kennst Du meinen Vater?

TROILA
Wohl kenn' ich ihn, o könnt' ich ihn vergessen!
Für sich.
Doch still mein Herz!
Bestehe fest den letzten Kampf -
Der schönste Sieg ist - seinen Feinden zu verzeihen!
Laut zu Alfonso
Zieh' hin, kämpfe Du für ihn -
Ich will die Tochter schützen.

TROILA

Ensemble

Nun wird mir Alles klar,
Der Fluch, er wird zum Segen -
O Herr, auf Deinen Wegen
Wie bist Du wunderbar.

CHOR DER KRIEGER UND JÄGER
Sein Blick so stolz und klar,
Spricht Hoheit nur und Segen,
Trotz allen Schicksalsschlägen
Bleibt mild er immerdar.

Alfonso hat den Helm und Schild des besiegten Adolfo genommen

ALFONSO
Mit diesem Stahlgeschmeid'
Will ich das Haupt umhüllen,
Nun werd' ich es erfüllen -
Zum Kampf bin ich bereit!

ESTRELLA
Nun ziehen sie zum Streit,
Bald muss es sich erfüllen,
Mein Herz erbebt im Stillen
Vor Lust und Bangigkeit.

TROILA
Vorbei ist alles Leid
Nach eines Höhern Willen, Nun wird es sich erfüllen,
Gekommen ist die Zeit.

CHOR
Nun wird es sich erfüllen,
Zum Kampf sind wir bereit!

ALFONSO
Zum Kampfe werd' ich fliegen,
Mir folgt Dein Segen nach,
Die Liebe lehrt mich siegen,
Trotz jedem Ungemach.

ESTRELLA
Es wird in Deinen Zügen
Des Muthes Flamme wach,
Du wirst zum Kampfe fliegen,
Mein Hoffen eilt Dir nach.

TROILA
Den Hass will ich besiegen,
Es wird die Liebe wach;
Die Huld soll überwiegen,
Was seine Schuld verbrach.

CHOR
Zum Kampf! Wir werden siegen,
Der hohe Muth ist wach!

Alfonso mit den Kriegern und Jägern ab nach links. Troila führt Estrella in seine Hütte

SIEBENTE SZENE

MAUREGATO
tritt fliehend auf
Wo find' ich einen Ort
Mein Haupt zur Ruh' zu legen,
Das Schicksal reisst mich fort,
Dem Untergang entgegen.
In den weiten Königshallen
Stand ich wie ein mächt'ger Baum,
Ruhmeslieder hört' ich schallen -
Ach, - zerronnen ist der Traum!
Denn die Rache drohend winket,
Und der Baum, er steht entlaubt
Und die goldne Kron' entsinket
Klanglos meinem müden Haupt.
Weh' es öffnen sich die Grüfte!
Aus der Geister wildem Chor
önen schaurig durch die Lüfte
Grause Flüche an mein Ohr!
O Troila, mein Herr,
An Dir hab' ich gefrevelt,
Die Rache lastet schwer,
Sieh' her, Du bist gerächet.

Troila ist aus der Hütte getreten, entsetzt starrt ihn Mauregato an

ACHTE SZENE

MAUREGATO
Weh' mir, sein Geist! lass' ab, verschone!
Wie foltert mich Dein Blick,
Nimm die geraubte Krone,
O nimm sie Dir zurück!
Stürzt sich zu Troilas Füssen

TROILA
Kein Geist, ich bin am Leben,
Steh' auf und sieh' mich an,
Ich komme zu vergeben,
Der Hass ist abgethan.

MAUREGATO
O Herr, ich bin nicht werth,
Die Blicke zu erheben,
Nie kannst Du mir vergeben,
Dein Glück hab' ich zerstört.

TROILA
Die Vorsicht ist gerecht,
So wie sie gnädig ist,
Ich bin genug gerächt,
Du hast genug gebüsst.

MAUREGATO
Wie fass' ich Dein Gemüth,
Du bist so gross und gut.

TROILA
Die Liebe ist erblüht,
O fasse neuen Muth.

TROILA

Recitativ

Empfange nun aus meiner Hand
Des neuen Bundes Unterpfand.

Führt Estrella aus seiner Hütte

NEUNTE SZENE

TROILA
Nimm Deine Tochter hin!

MAUREGATO
Täuscht mich mein trunk'ner Sinn?

ESTRELLA
welche Mauregato in die Arme geflogen
Ich lieg' an Deiner Brust,
O welche Seligkeit!
Mein Herz erbebt vor Lust,
Von Noth und Angst befreit.

MAUREGATO
Es ist die höchste Lust,
Die mir das Leben beut,
Mein Kind an meiner Brust,
Mein Freund, der mir verzeiht.

TROILA
Es ist die höchste Lust,
Die uns das Leben beut,
Wenn man an Feindesbrust,
Sich liebevoll verzeiht.

Fanfaren und kriegerischer Marsch hinter der Scene

MAUREGATO

Recitativ

Was hör' ich? Welche Klänge?

TROILA
Eine Dir getreue Schaar kehrt siegreich aus dem Kampf zurück.
Hieher lenkt sich der Zug!

ESTRELLA
Alfonso kehrt zurück! O Gott, ich danke Dir!

Die mit Alfonso ausgezogenen Krieger und Jäger kehren siegreich zurück und tragen ihren Führer triumphirend auf den Schildern. Durch die Klänge des Marsches herbeigelockt erscheinen Landleute Edwiga unter ihnen und die Flüchtlinge aus Leon von der Thalseite her, so dass nach und nach die Bühne sich füllt

ZEHNTE SZENE

CHOR DER KRIEGER UND JÄGER WÄHREND DES MARSCHES
Die Schwerter hoch geschwungen,
Der Sieg, er ist errungen,
Die Feinde sind bezwungen
Und unser ist das Feld.
Und der die Schlacht geschlagen,
Mit jugendlichem Wagen
Wir bringen ihn getragen,
Es lebe unser Held.
Der Held muss sich erproben
In Kampfes wildem Toben,
Von Muth und Kraft gehoben
Erobert er die Welt.
Doch nach des Kampfes Mühen
Ihm Ruhm und Ehr' erblühen,
Der Jungfrau Wangen glühen
Auf die sein Auge fällt.

Am Schlusse des Marsches senken die Krieger die Schilder, Alfonso steigt herab, beugt sein Knie vor Mauregato, ihm sein Schwert darbietend

ALFONSO

Recitativ

O König, dieses Siegerschwert leg' ich in Deine Hände.

MAUREGATO.
Nicht ich! Hier
Auf Troila zeigend
steht Dein König!

ESTRELLA UND CHOR
Du, König?

TROILA
Ja, ich bin König Troila!

ALFONSO
Mein Vater - König?

MAUREGATO
Sein Sohn?

ESTRELLA
Er ist's, der mich gerettet!

MAUREGATO
Wie wunderbar! Er trägt die Kette Eurich's,
Die Vorsicht waltet hier; lasst mich den Spruch erfüllen:
Empfange junger Held
Mein schönstes Eigenthum,
Es sei des Siegers Lohn!

Führt ihm Estrella in die Arme

TROILA
Und ich verleihe Dir der Väter heil'gen Thron,
Sei Deiner Ahnen werth, Alfonso von Leon!

CHOR
Heil, Alfonso von Leon!

ALFONSO
Wie hoch bin ich erhoben!
Es blendet mich der Schein.
Voll Dank blick' ich nach Oben,
Die Theure ist nun mein.

ESTRELLA
Voll Dank blick' ich nach Oben,
Der Theure ist nun mein.

TROILA. ALFONSO UND ESTRELLA
Die Huld des Herrn zu loben,
Stimmt Alle freudig ein.

MAUREGATO UND CHOR
Nach wilden Sturmestoben,
Folgt milder Sonnenschein.

ALFONSO UND ESTRELLA
Liebe hat den Friedensbogen
Ueber diese Welt gezogen,
Aller Schmerz ist aufgewogen,
Wenn ihr Hauch den Busen hebt.

CHOR DER KRIEGER
Heil dem jungen Paare, Heil!

TROILA
zu den Jägern und Landleuten
Gern entsage ich dem Throne,
Gebe freudig ihn dem Sohne,
Bleibe Eurer Treu' zum Lohne
Hier in diesem Thal zurück.

CHOR DER LANDLEUTE UND JÄGER
Heil unser'm Vater! Heil!

ALLGEMEINER CHOR
Liebe hat den Friedensbogen
Ueber diese Welt gezogen,
Aller Schmerz ist aufgewogen,
Wenn ihr Hauch den Busen hebt.

ALFONSO UND ESTRELLA
Himmel, sieh' ein selig Paar,
Bringe heissen Dank Dir dar.

MAUREGATO UND TROILA
Himmel, sieh' ein Freundespaar,
Neu vereint für immerdar.

CHOR
Heil sei Dir, Du junges Paar!
Sei gesegnet immerdar!

Der Vorhang fällt.

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Partitur

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