Samson et Dalila

Samson et Dalila

Samson und Dalila
Oper in drei Akten

Libretto

Ferdinand Lemaire

Uraufführung

2. Dezember 1877, Weimar (Grossherzogliches Theater)

Besetzung

SAMSON (Tenor)
DALILA (Mezzosopran)
DER OBERPRIESTER DES DAGON (Bariton)
ABIMELECH, Satrap von Gaza (Bass)
EIN ALTER HEBRÄER (Bass)
EIN BOTE DER PHILISTER (Tenor)

Hebräer und Philister

Ort

Israel

Zeit

1150 v. Chr.

Saint-Saëns, Camille

Saint-Saëns, (Charles) Camille
9.10.1835 Paris - 16.12.1921 Algiers


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

La Princesse jaune (12.6.1872 Paris)
Le Timbre d'argent (23.2.1877 Paris)
Samson et Dalila (2.12.1877 Weimar)
Étienne Marcel (8.2.1879 Lyon)
Henry VIII (5.3.1883 Paris)
Proserpine (16?.3.1887 Paris)
Ascanio (21.3.1890 Paris)
Phryné (24.5.1893 Paris)
Frédégonde (18.12.1895 Paris)
Les Barbares (23.10.1901 Paris)
Hélène (18.2.1904 Monte Carlo)
L'Ancêtre (24.2.1906 Monte Carlo)
Déjanire (14.3.1911 Monte Carlo)



ERSTER AKT
Die von den Philistern unterworfenen Hebräer rufen Gott um Hilfe an. Samson erweckt bei den Verzagten neuen Mut. Der Satrap von Gaza naht mit seinem Gefolge und schmäht Jehova, der sein Volk nicht aus der Knechtschaft befreien könne. Der Geist des Herrn überkommt Samson, er entreisst Abimelech das Schwert und erschlägt ihn. Während Samson die Philister verjagt, kommt der Oberpriester aus dem Dagontempel und beschimpft seine Landsleute als Feiglinge. Ein Bote meldet, dass die Juden unter Samsons Führung die Felder von Gaza verwüstet haben. Der Oberpriester flieht, die siegreichen Hebräer versammeln sich vor dem Dagontempel, aus dem die schöne Dalila mit anderen Mädchen kommt und Samson auffordert, sie im Tal Sorek zu besuchen. Samson ist entzückt, vergeblich warnt ein alter Hebräer vor ihren Verführungskünsten.

ZWEITER AKT
Der Oberpriester besucht Dalila und fordert sie auf, Samson unschädlich zu machen. Dalila sagt zu, weist aber jede Belohnung von sich. Sie will Samson, den sie hasst, vernichten. Schon dreimal habe sie ihn nach der Herkunft seiner übernatürlichen Stärke gefragt, doch keine Antwort erhalten. Samson sucht Dalila auf, um sich von ihr zu verabschieden, weil er als Auserwählter sein Volk von allen Leiden erlösen müsse. Dalila betört ihn. Von Sinnen stürzt er ihr nach, als sie, Empörung vortäuschend, geht. Unterdessen haben sich Soldaten der Philister vor dem Haus gesammelt. Triumphierend ruft Dalila die Männer herein. Sie hat Samson das Geheimnis entrissen: Nachdem sie ihm die Haare abgeschnitten hat, ist der Hebräer hilflos seinen Feinden ausgeliefert.

DRITTER AKT
Samson ist geblendet ins Gefängnis von Gaza geworfen worden. Von aussen dringen die Klagen seiner geknechteten Stammesbrüder. Soldaten kommen, lösen Samsons Ketten und führen ihn in den Tempel. Dort feiern die Philister ihren Sieg und ehren Dagon. Höhnisch gesteht Dalila Samson, dass sie ihn nur geliebt habe, um sein Geheimnis zu erfahren. Der Oberpriester erklärt spöttisch, Jehova opfern zu wollen, wenn er Samson wieder sehend mache. Der Priester fordert Samson auf, dem über Jehova triumphierenden Dagon Opfer zu bringen. Samson betet zu Gott und lässt sich von einem Knaben zwischen die Säulen bringen, auf denen der gewaltige Tempelbau ruht. Nochmals ruft Samson Gott um Gnade und Verzeihung an, umfasst die Säulen und bringt sie, nachdem er seine alte Stärke wiedergewonnen hat, zum Bersten. Krachend stürzt der Tempel zusammen und begräbt Samson mit allen Philistern unter sich.


--> OPER "in nuce"
Sulla piazza davanti al tempio di Dagon, nella citta di Gaza. Gli ebrei piangono la schiavitù che li assoggetta ai filistei (“Dieu d’Israel”); Samson li rimprovera di aver perso la fiducia in Dio e si dice pronto a spezzare il giogo che li opprime (“Arrêtez ô mes frères”). Le grida di entusiasmo con cui sono accolte le sue parole fanno intervenire il satrapo di Gaza, Abimélech, il quale schernisce il dio degli israeliti, sordo ai loro lamenti (“Ce Dieu que votre voix implore”). Affrontato da Samson, il satrapo vorrebbe trafiggerlo con la spada, ma l’ebreo gliela strappa di mano e lo uccide. Animato da una forza che sembra sovrumana, Samson mette in fuga i soldati filistei che scortavano Abimélech, indi abbandona la piazza seguito dagli ebrei. Appare sulla soglia del tempio il gran sacerdote. Davanti al cadavere di Abimélech, ordina che Samson e il suo popolo siano sterminati. Un messaggero porta la notizia che gli ebrei, ormai senza freni, stanno devastando il paese. Il gran sacerdote, maledetti i ribelli, parte con i filistei per rifugiarsi sulle montagne (“Maudite à jamais”). Col nuovo giorno la piazza si riempie di ebrei, che elevano un inno di ringraziamento al Signore (“Hymne de joie”). Dal tempio esce uno stuolo di fanciulle filistee, guidate dalla bellissima Dalila; esse lodano la vittoria di Samson (“Voici la printemps”). Dalila corona la fronte dell’eroe e gli svela il proprio amore, invitandolo a raggiungerla nella sua dimora, nella vallata di Sorek (“Printemps qui commence”). Samson è diviso da opposti sentimenti, ma, nonostante gli ammonimenti di un vecchio, decide di raggiungere la donna. Nella sua casa, Dalila attende l’arrivo di Samson e prega Dagon affinchè aiuti il suo proposito di vendicare i filistei (“Amour, viens aider ma faiblesse”). Giunge il gran sacerdote, che le narra i prodigiosi successi di Samson e le offre ricchi doni se riuscirà a consegnargli il temibile eroe. La donna sprezza le offerte; se perderà Samson lo farà soltanto per l’odio che prova per lui e per vendicare il suo popolo. Partito il gran sacerdote, Dalila è assalita dal dubbio di non riuscire a mettere in atto il suo piano, quando ecco arrivare Samson agitato dal desiderio e dal pentimento. Dalila usa tutte le armi della seduzione; l’uomo soggiogato sembra alla sua mercé (“Mon coeur s’ouvre a ta voix”). Su un punto, però, Samson non cede: nel rivelare il segreto della sua potenza. Dalila allora, dopo averlo accusato di non amarla veramente, lo scaccia e si rifugia in casa mentre imperversa un temporale; l’uomo, disperato, la segue. Giungono gli armati del gran sacerdote, che si pongono in agguato nei pressi della casa. Si ode una voce che li chiama: è Dalila, Samson è in suo potere. Nella prigione di Gaza, incatenato, langue Samson. È cieco, privo dei capelli che erano l’origine della sua forza, legato ad una macina. Dalle sue labbra sale un’invocazione a Dio affinchè sottragga al loro destino gli ebrei nuovamente in cattività (“Vois ma misère”). Da lontano si odono le voci degli ebrei, che accusano Samson di averli traditi per amore di una donna. Giungono alcune guardie; devono condurre il prigioniero al tempio di Dagon. Nel tempio si festeggia, con un’orgia sfrenata, la vittoria filistea. L’arrivo di Samson è salutato dallo scherno generale. Il gran sacerdote sfida ironicamente Jehova, il dio degli ebrei: restituisca la forza e la vista a Samson se ne è capace. Eleva quindi un inno a Dagon, unico vero dio, cui si uniscono Dalila e il popolo. Samson invoca allora l’aiuto divino, chiedendo gli restituisca una volta ancora la forza di un tempo. Appoggiatosi a due pilastri del tempio, ritrova per un momento la sua potenza formidabile. Il tempio crolla sotterrando lui e tutti i filistei.


Personen:
SAMSON (Tenor)
DALILA (Mezzosopran)
DER OBERPRIESTER DES DAGON (Bariton)
ABIMELECH, Satrap von Gaza (Bass)
EIN ALTER HEBRÄER (Bass)
EIN BOTE DER PHILISTER (Tenor)

CHOR: Hebräer und Philister


ERSTER AKT

Ein öffentlicher Platz in der Stadt Gaza in Palästina

CHOR DER HEBRÄER
hinter dem Vorhang
Gott!
Gott Israels! Erhöre die Gebete
Deiner Kinder, die auf Knien zu dir flehen.
Hab Mitleid, Herr, mit dem Elend deines Volkes!
Möge dein Schmerz entwaffnen deinen Zorn!

DIE FRAUEN
hinter dem Vorhang
Einst wandtest du dein Antlitz von uns ab,
Und von dem Tag an war dein Volk besiegt!

ERSTE SZENE
Samson, die Hebräer

Zur Linken der Portikus des Dagon-Tempels.
Eine Menge hebräischer Männer und Frauen ist in schmerzvoller, betender Haltung auf dem Platz versammelt. Samson ist unter ihnen. Es wird Nacht.


DIE HEBRÄER
Herr, willst du denn, dass für immer man auslöscht
Von allen Völkern jenes, das dich kennt?
Doch flehe ich täglich zu ihm vergebens:
Sein Ohr bleibt taub, er antwortet mir nicht!
Dennoch, vom Abend bis zur Morgenröte
Erflehe ich hier Hilfe seines Arms!
Unsere Städte sind verwüstet worden,
Und dein Altar ist von Heiden entweiht.
Unter ihrem Joch haben unsere Stämme
Alles verloren, selbst den Namen Israel! Ah!
Bist du nicht mehr der Gott der Befreiung,
Der aus Ägypten heimführte unser Volk?
Gott!
Hast du gebrochen dieses heilige Bündnis,
Den Treueschwur, dem unsre Ahnen trauten?

SAMSON
tritt aus der Menge heraus
Haltet ein, meine Brüder!
Und preist den Namen
Des Gottes unsrer Väter!
Denn die Stunde der Vergebung
Ist womöglich gekommen!
Ja, ich höre im Herzen
Die erhabene Stimme,
Die Stimme unsres Herrn,
Sie spricht durch meinen Mund.
Dieser Gott voller Güte,
Den unser Flehen rührte,
Verspricht die Freiheit uns!
Brüder, brecht eure Ketten!
Errichtet den Altar
Dem einen Gott Israels!

DIE HEBRÄER
Umsonst! Nur leere Worte!
Wo sind Waffen zu finden,
Um in den Kampf zu ziehen?
Wer rüstet uns denn aus?
Wir haben nur unsre Tränen!

SAMSON
Hast du denn vergessen
Den Gott, dessen Stärke
Sich mit dir verbündete?
Ihn, den Gott voller Gnade,
Der so oft zu dir sprach
Durch seine Orakel,
Der dir durch Wundermacht
Den Glauben hat erhalten?
Den Gott, der unsern Vätern
Den Weg durchs Meer gebahnt,
Der ihre Flucht beschützte
Nach langer Sklaverei?

DIE HEBRÄER
Die Zeiten sind nicht mehr,
Als der Gott unsrer Väter
Seine Kinder beschützte
Und ihr Gebet erhörte!

SAMSON
Unglückliche! Seid still!
Ihr lästert euren Gott!
Lasst uns auf Knien flehen
Zum Herrn, der uns liebt!
In seine weisen Hände
Sei unser Los gelegt!
Nun wollen wir uns rüsten,
Vertrauen auf den Sieg!
Er ist der Gott des Kampfes,
Er ist der Gott der Armeen!
Er wird euch ausrüsten
Mit unschlagbaren Waffen!

DIE HEBRÄER
Ah! Der Geist unseres Herrn
Ist über ihn gekommen!
Drurn lasst uns aus unserm Herzen
Alle Angst vertreiben,
Und lasst uns mit ihm ziehn,
Für unsre Freiheit kämpfen.
Jehovah leitet ihn
Und gibt uns neue Hoffnung!


ZWEITE SZENE
Die Vorigen, Abimelech, Satrap von Gaza, Philister

Abimelech tritt auf; ihm folgen Krieger und Soldaten der Philister.


ABIMELECH
Wer erhebt hier seine Stimme?
Schon wieder diese Sklavenherde,
Die unsrer Macht zu trotzen wagt
Und ihre Fesseln sprengen möchte!
Lasst euer Seufzen, euer Klagen,
Unsre Geduld ist bald erschöpft,
Und bittet lieber um die Gnade
Der Herren, die hier Sieger sind!
Der Gott, den eure Stimmen rufen,
Er hat kein Ohr für euren Schrei.
Und doch wagt ihr zu ihm zu beten?
Er überlässt euch unserm Hohn!
Wenn seine Macht nicht eitel ist,
Soll er doch seine Gottheit zeigen,
Soll er doch eure Ketten sprengen,
Soll die Freiheit euch wiedergeben!
Könnt ihr euren Gott denn vergleichen
Mit Dagon, dem höchsten Gott,
Der mit seinem mächtigen Arme
Unsere siegreichen Krieger führt?
Furchtsam und feige ist eure Gottheit,
Zitternd flüchtete sie vor ihm,
Wie eine Taube ängstlich flüchtet
Vor dem Geier, der sie verfolgt!

SAMSON
Er hat deinen Namen beleidigt
Und noch zittert die Erde nicht?
O mein Gott! Die Zeit ist erfüllt!
Ich sehe blanke Waffen
In deiner Engel Hand,
Sie kommen dich zu rächen
Mit Feuer und mit Schwert.
Ja, selbst der Fürst der Hölle
Erschrickt vor ihrem Blick,
Sein schauerliches Schreien
Im Himmel widerhallt!
Wohlan, jetzt kommt die Stunde
Unseres Rachegotts,
Und sein Zorn bricht mit Macht
Aus den Wolken herab.
Ja, vor seinem Ingrimm
Zittert alles und flieht!
Man spürt die Erde beben,
Am Himmel zuckt der Blitz!

DIE HEBRÄER
Ja, vor seinem Ingrimm
Zittert alles und flieht!
Man spürt die Erde beben,
Am Himmel zuckt der Blitz!

ABIMELECH
Halt ein! Kühner Tor, frecher Schurke!
Sonst fürchtest du bald meinen Zorn!

SAMSON
Israel, brich die Ketten!
O Volk, erhebe dich!
Komm deinen Hass zu stillen!
Denn der Herr ist mit mir!
O Gott, du Gott des Lichtes,
Wie einst in alter Zeit
Erhöre mein Gebet
Und kämpfe für dein Recht!

DIE HEBRÄER
Israel, brich die Ketten!
O Volk, erhebe dich!
Komm deinen Hass zu stillen!
Denn der Herr ist mit mir!
O Gott, du Gott des Lichtes,
Wie einst in alter Zeit
Erhöre mein Gebet
Und kämpfe für dein Recht!

SAMSON
Ja, vor seinem Ingrimm
Zittert alles und flieht!
Man spürt die Erde beben,
Am Himmel zuckt der Blitz!
Er entfesselt Gewitter,
Gebietet dem Orkan,
Man sieht die Meere weichen,
Wenn er vorübergeht!

DIE HEBRÄER, SAMSON
Israel, brich die Ketten!
O Volk, erhebe dich!
Komm deinen Hass zu stillen!
Denn der Herr ist mit mir!
O Gott, du Gott des Lichtes,
Wie einst in alter Zeit
Erhöre mein Gebet
Und kämpfe für dein Recht!
Israel! Erhebe dich! Erhebe dich!

Abimelech zieht sein Schwert und stürzt sich auf Samson, um ihn
zu erschlagen. Samson entreisst ihm das Schwert und streckt ihn
nieder. Stürzend schreit Abimelech: »Zu mir!« Die Philister, die den Satrapen begleiten, wollen ihm zu Hilfe eilen. Samson treibt sie mit dem Schwert zurück.
Unter den Philistern herrscht höchste Verwirrung. Samson und die Hebräer ziehen ab.



DRITTE SZENE
Die Vorigen, der Oberpriester, Diener, Wächter

Die Pforten des Dagon-Tempels öffnen sich. Der Oberpriester, mit grossem Gefolge von Dienern und Wächtern, schreitet dieStufen des Portikus herab und bleibt vor der Leiche Abimelechs stehen. Die Philister weichen vor ihm zurück.


DER OBERPRIESTER
Was seh ich? Abimelech! Erschlagen von den Sklaven!
Warum lasst ihr sie fliehn? Lauft doch, lauft doch, ihr Krieger,
Und rächet euren Herrn! Die Rebellen zermalmt!
Vernichtet dieses Volk, das euch zu trotzen wagt!

ERSTER PHILISTER
Ich spürte, wie das Blut
Mir in den Adern stockte,
Mir war, als ob man mich
In Ketten gelegt hätte!

ZWEITER PHILISTER
Vergeblich such ich Waffen,
Mein Arm ist wie gelähmt,
Mein Herz ist voller Furcht,
Und mir zittern die Knie!

DER OBERPRIESTER
Feiglinge! Noch feiger als Frauen!
Ihr lauft vor dem Kampf davon!
Fürchtet ihr, jenes Gottes Rache
Könnte lähmen euren Arm?


VIERTE SZENE
Die Vorigen , ein Bote der Philister

DER BOTE
O Herr! Die wütende Rotte,
Die von Samson angeführt wird,
Zieht revoltierend durch das Land
Und vernichtet unsere Ernte!

DIE BEIDEN PHILISTER, DER BOTE
Warum in Gefahr sich begeben?
Rasch fort von dem schrecklichen Ort!
O Herr, lasst uns die Stadt verlasse0
Und unsere Schande verbergen-

DER OBERPRIESTER
Verflucht sei auf ewig die Rasse
Der Kinder Israels!
ich will all ihre Spuren tilgen,
Sie ertränken in Gift!
Verflucht sei der Mann, der sie anführt!
Zertreten werde ich ihm
Die morschen Knochen, die dürre Gurgel,
Ohne Mitleid mit ihm!
Verflucht sei der Schoss jener Frau,
Die ihm das Leben gab!
Seine Liebe soll betrogen werden
Von einem falschen Weib!
Verflucht sei der Gott, dem er dienet,
Der Gott, auf den er hofft!
Und voller Hass will ich stets schmähen
Seinen Altar und seine Macht!

DER BOTE, DIE BEIDEN PHILISTER
Wir fliehen in die Berge,
Verlassen diesen Ort,
Unser Haus, unsre Frauen
Und sogar unsre Götter!

DER OBERPRIESTER
Israel sei verflucht durch unsre Götter!

Sie gehen ab und nehmen die Leiche Abimelechs mit.
Sobald die Philister mit dem Oberpriester die Bühne verlassen haben, treten die Hebräer - Frauen und Greise - auf.



FÜNFTE SZENE
Hebräische Frauen und Greise, später Samson mit den siegreichen
Hebräern. Allmähliche Morgendämmerung.

Die Sonne geht auf.


DIE ALTEN HEBRÄER
Hymnen der Freude, Hymnen der Erlösung,
Steigt zum Ewigen auf!
Er hat geruht in seiner grossen Güte,
Israel beizustehn!
So siegt der Schwache über den Starken,
Der ihn unterdrückt hat!
Er hat den stolzen Verräter bezwungen,
Der ihn beleidigt hat!

Die jungen Hebräer, von Samson geführt, treten auf.

EIN ALTER HEBRÄER
Er strafte uns mit seinem Zorn,
Weil wir sein Wort missachteten!
Doch später, in den Staub gebeugt,
Riefen wir ihn an in höchster Not.
Er sprach zu seinen geliebten Stämmen:
Stehet auf und zieht in den Kampf!
Ich bin der Gebieter der Heere,
Ich bin die Stärke eures Arms!

DIE ALTEN HEBRÄER
Er wandte sich zu uns in unserm Elend,
Denn sein Volk ist ihm lieb!
Das Universum soll vor Freude beben,
Denn er hat uns befreit!
Hymnen der Freude, Hymnen der Erlösung,
Steigt zum Ewigen auf!
Er hat geruht in seiner grossen Güte,
Israel beizustehn!


SECHSTE SZENE
Samson, Dalila, die Philisterinnen, der alte Hebräer, die Hebräer

Die Pforten des Dagon-Tempels öffnen sich. Dalila erscheint, begleitet von den Philisterinnen, die Blumengirlanden in den Händen tragen.


DIE PHILISTERINNEN
Der Frühling ist da, er bringt uns Blumen,
Um die siegreichen Helden zu schmücken!
Zarter Klang sich mischt in den Duft der Rosen,
Die kaum erblüht sind!
Und mit den Vögeln singen wir!
Schönheit, Himmelsmacht, holde Frühlingszeit,
Süsser Augenreiz, Hoffnung Liebender!
Durchdringe das Herz, zünde deine Flammen
In unsrer Seele!
Wir wollen lieben allezeit!

DALILA
wendet sich an Samson
ich komme zu feiern den Sieger,
Der auch mein Herz erobert hat.
Dalila wünscht ihrem Bezwinger
Noch viel mehr Liebe als Ehre.
O mein liebster Schatz, folge mir
Nach Sorek, dem lieblichen Tale,
Dort, in dem einsamen Hause
Wird Dalila dich empfangen!

SAMSON
beiseite
O Gott, der du siehst meine Schwachheit,
Hab Erbarmen mit deinem Knecht!
Schütze mein Herz, schütze mein Ohr
Vor der Stimme, die mich umschmeichelt!

DALILA
Für dich hab ich die Stirn geschmückt
Mit dunklen Ligusterzweigen
Und wilde Rosen aus Saron
In mein pechschwarzes Haar gesteckt!

DER ALTE HEBRÄER
Folge ihr nicht, mein Sohn, auf ihrem Weg!
Hab acht und meide dieses fremde Mädchen!
Glaube ihr nicht, sie erzählt dir nur Lügen,
Fürchte dieser Schlange süsses Gift!

SAMSON
beiseite
Verhüll ihr Antlitz, dessen Schönheit
Mein Herz verstört und meine Sinne trübt!
Lösch aus die Glut in ihren Blicken,
Die mir Vernunft und Freiheit raubt!

DALILA
Süss ist der Maiglöckchen Duft,
Meine Küsse sind noch viel süsser;
Und der Saft der Mandragore
Ist nicht so köstlich, o mein Schatz!
Nimm deine Liebste in die Arme,
Lass sie ruhen an deiner Brust
Wie ein erlesenes Bukett,
Das dich berauscht mit seinem Dufte!
Ach! Komm!

SAMSON
beiseite
Wilde Flamme, die mich verzehret,
Die sie von neuem in mir entfacht,
Ersticke sie vor dir, mein Gott,
Erbarme dich, Herr, und erhöre mein Flehen!

DER ALTE HEBRÄER
Weh dir, du Tor! Wenn du dich fesseln lässt
Von dieser honigsüssen Stimme,
Kannst du nie mehr genügend Tränen weinen,
Um des Himmels Zorn zu besänftigen!


Tanz der Priesterinnen Dagons
Die jungen Mädchen in Dalilas Gefolge tanzen und bewegen anmutig ihre Blumengirlanden, womit sie die hebräischen Krieger um Samson zu reizen scheinen. Samson, leidenschaftlich erregt, versucht vergeblich,
Dalilas Blicken auszuweichen. Widerstrebend folgen seine Augen
allen Bewegungen der Verführerin, die inmitten der jungen Philisterinnen mit sinnlichen Posen und Gebärden tanzt.


DALILA
Beginnender Frühling,
Mit Hoffnung erfüllst du
Das liebende Herz.
Dein wehender Atem
Vertilgt alle Spuren
Betrüblicher Zeit.
Du linderst die Schmerzen,
Und dein sanftes Feuer
Trocknet unsre Tränen auf.
Du lässt wieder wachsen
Auf unserer Erde
Die Blume und den Baum.
Umsonst ist meine Schönheit!
Mein Herz voller Sehnsucht
Weint um den Liebsten
Und wünscht ihn herbei!
Nur Hoffnung belebet
Mein trauriges Herz
Und die Erinnrung
An vergangnes Glück.

Wenn die Nacht hereinbricht,
Setze ich mich weinend
Ans Ufer des Bachs
Und warte auf ihn.
Mein Kummer soll weichen,
Wenn er wiederkehrt.
Ihm gilt meine Liebe,
Und der süsse Taumel
Meiner brennenden Leidenschaft
Bleibt ihm auf ewig bewahrt!

DER ALTE HEBRÄER
Ein böser Geist schickte diese Frau
Dir auf den Weg, deine Ruhe zu stören.
Flieh vor der Flamme ihres giftigen Blickes,
Denn dieses Feuer verzehrt deine Kraft!

DALILA
Mein Kummer soll weichen,
Wenn er wiederkehrt,
Ihm gilt meine Liebe,
Und der süsse Taumel
Meiner brennenden Leidenschaft
Bleibt ihm auf ewig bewahrt!

Singend kehrt Dalila zu den Stufen des Tempels zurück und schaut Samson aufreizend an. Er scheint sich ihrem Zauber nicht entziehen zu können. Sein Zögern verrät den inneren Kampf, die tiefe Gemütsverwirrung.
ZWEITER AKT

Das Tal Sorek in Palästina

Dalilas Haus mit einem zierlichen Portikus, umgeben von asiatischen Pflanzen und üppig wuchernden Lianen.
Wenn der Vorhang aufgeht, beginnt die Nacht, und im Verlauf des
ganzen Aktes wird es immer dunkler.


ERSTE SZENE
Dalila

Sie sitzt aufeinem Felsen in der Nähe ihres Hauses und scheint in Träume versunken.


DALILA
Samson wird meine Nähe suchen,
Er kommt heute abend gewiss.
Endlich naht die Stunde der Rache,
Die unsere Göttel versöhnt!

Komm, Liebe, und hilf meiner Schwachheit!
Träufle dein Gift in seine Brust!
Gib, dass durch mein Geschick besiegt,
Samson morgen in Ketten liegt!
Er bemühte sich vergeblich,
Mich vergessen gelang ihrn nicht,
Wie sollte er die Flamme löschen,
Die die Erinnerung in ihm nährt?
Er gehört mir! Er ist mein Sklave!
Meine Brüder fürchten seinen Zorn,
Ich allein vermag ihm zu trotzen
Und ihn in die Knie zu zwingen!
Komm, Liebe, und hilf meiner Schwachheit!
Träufle dein Gift in seine Brust!
Gib, dass durch mein Geschick besiegt,
Samson morgen in Ketten liegt!
Gegen die Liebe ist er machtlos,
Denn er, der Stärkste aller Starken,
Der seines Volkes Ketten sprengte,
Wird meinen Künsten erliegen!

Blitz in der Ferne


ZWEITE SZENE
Dalila, der Oberpriester des Dagon

Der Oberpriester tritt auf und nähert sich Dalila.


DER OBERPRIESTER
Ich stieg ins Gebirge,
Um zu dir zu kommen!
Dagon, der mich begleitet,
Hat mir dein Haus gezeigt.

DALILA
Ich grüsse euch, mein Vater!
Seid mir willkommen hier,
Wo man euch hoch verehrt!

DER OBERPRIESTER
Unser Los ist dir bekannt!
Die hebräischen Sklaven
Haben mit leichtem Sieg
Unsere Stadt erobert.
Unsere Krieger flohen
Vor ihnen, voller Schrecken
Bei dem Namen Samsons,
Dessen tollkühner Mut
Ihren Verstand verwirrte.
Weich Unglück für unser Volk:
Sein Gott verlieh ihm Mut
Und dazu noch die Stärke.
Ein Gelübde bindet ihn,
Samson ist von Geburt an
Vom Himmel auserwählt,
Dem Volke Israel
Die Macht zurückzugeben.

DALILA
Ich weiss, dass seine Kühnheit
Eurem Zorn widersteht
Und dass er unserm Volke
Keine Schande erspart.

DER OBERPRIESTER
In deinen Armen
Verliess ihn einst seine Kraft.
Doch seither bemüht er sich,
Dalila zu vergessen.
Man sagt, dass seine Seele
Sich von dir abgewandt hat,
Dass er die Liebe verlacht,
Die nur einen Tag gedauert hat!

DALILA
Ich weiss, dass seine Brüder
Ihn heftig bedrängen,
Ihn zu warnen versuchen
Vor unserer Liebe.
Doch Samson kämpft vergeblich
Gegen seine Neigung an.
Ich weiss, wie sehr er mich liebt,
Und mein Herz fürchtet nichts.
Mir kann er nicht widerstehen,
Nur im Kampf ist er stark,
Doch bei mir ist er Sklave
Und bebt in meinem Arm!

DER OBERPRIESTER
Hilf uns mit deinem Zauber,
Und leih uns deine Macht,
Dass er, wehrlos überrascht,
Heute nacht unterliegt!
Verkauf mir deinen Sklaven,
Das Lösegeld zahl ich gern!
Und das ist kein leeres Versprechen«
Du kannst frei wählen aus meinen Schätzen!

DALILA
Was liegt Dalila an deinem Gold!
Und was vermöchte ein Schatz,
wenn ich selbst mich nicht rächen wollte?
Auch dich hab ich, trotz deiner Weisheit,
Mit dieser Liebe getäuscht
Samson hat euch einmal besiegt,
Doch mich hat er noch nicht bezwungen,
Denn so sehr wie du hasse ich ihn!

DER OBERPRIESTER
Kaum hätt ich deinen Hass und deinen Plan erkannt!
Mein Herz bebt vor Freude, wenn ich dich reden höre.
Doch hast du nicht schon oft vergeblich dich bemüht,
Deine Kunst anzuwenden, deinen Plan auszuführen?

DALILA
Ja, schon dreimal habe ich, meine Absicht verbergend,
Das Geheimnis seiner Kraft zu ergründen versucht.
Ich schürte die Glut, und ich hoffte zu finden
Den verborgenen Grund in der Tiefe seiner Seele.
Doch dreimal hat er schon meinen Plan vereitelt,
Er gab sich mir nicht preis, hat mir nichts verraten.
Umsonst versuchte ich, tolle Liebe zu heucheln
Und durch meine Zärtlichkeit seine Seele zu erweichen!
Ich sah den stolzen Mann von meinem Arm umschlungen,
Und doch riss er sich los, um In den Kampf zu ziehn!
Aber heute ist er meinem Zauber erlegen,
Denn ich sah ihn vor mir erröten und erbleichen.
Und ich weiss, heute nacht kommt er hierher zurück,
Denn er möchte das Band unsrer Liebe erneuern.
Für diesen letzten Kampf bin ich gut vorbereitet:
Samsoli wird meinen Tränen nicht widerstehen können.

DER OBERPRIESTER
Möge Dagon, unser Gott, dir zur Seite stehn!
Du kämpfst für seine Ehre, und mit ihm wirst du siegen!

DALILA
Ich muss, um meinen Hass zu stillen,
Ich muss durch meine Kunst ihn fesseln!
Er soll, von der Liebe besiegt,
Vor dir heute beugen sein Haupt!

DER OBERPRIESTER
Ich will, um meinen Hass zu stillen,
Ich will, dass Dalila ihn fesselt!
Er soll, von der Liebe besiegt,
Vor mir heute beugen sein Haupt!

DALILA
Ich muss, um meinen Hass zu stillen,
iIch muss durch meine Kunst ihn fesseln!

DER OBERPRIESTER
Auf dir allein ruht meine Hoffnung.

DALILA
Er soll, von der Liebe besiegt,
Vor mir heute beugen sein Haupt!

DER OBERPRIESTER
Nur dir gebührt der Ruhm der Rache!

DALILA, DER OBERPRIESTER
Nu, mir (dir) gebührt der Ruhm der Rache!
Ich muss (will), um meinen Hass zu stillen,
Ich muss (will) durch meine (Dalilas) Kunst ihn fesseln!
Er soll, von der Liebe besiegt,
Vor dir heute beugen sein Haupt!
Wir wollen einig sein!
Tod dem Feind unsres Volkes!

DER OBERPRIESTER
Samson, sagtest du mir, soll heute hierher kommen?

DALILA
Ich erwarte ihn!

DER OBERPRIESTER
Dann geh ich, er könnte uns überraschen!
Bald komme ich zurück auf verstecktem Weg.
Das Geschick meines Volkes ruht in deiner Hand.
Dring ein in sein Herz, zerbrich die harte Schale,
Erkunde das Geheimnis seiner grossen Kräfte.

Er geht ab. Dalila nähert sich dem Portikus ihres Hauses und lehnt sich träumerisch an einen Pfeiler.

DALILA
Könnte es sein, dass auf sein Herz
Die Macht der Liebe nicht mehr wirkt?
Die Nacht ist düster, Ohne Licht,
Nichts kann sein Hiersein verraten.
Doch ach!
Er kommt nicht!

Sie zieht sich in das Haus zurück.


DRITTE SZENE
Dalila, Samson

Samson kommt. Er scheint erregt, verwirrt, zögert und schaut sich um. Es wird immer dunkler.
Blitze in der Ferne


SAMSON
Hierher kofnrn ich zurück, gegen meinen Willen …
Ich wollte fliehen, ach, und kann es nicht.
Ich verfluche meine Liebe … und doch liebe ich noch.
Nur fort von diesem Ort, der mich so magisch anzieht!

DALILA
geht auf Samson zu
Du bists, mein liebster Schatz! Ich habe dich erwartet.
Wenn du nur bei mir bist, vergess ich alle Leiden.
Sei mir gegrüsst, mein süsser Gebieter!

SAMSON
Ach, lass diesen Jubel!
Deine Worte hör ich nur mit Reue und Scham!

DALILA
Samson! O du mein liebster Schatz!
Warum verschmähst du meine Liebe?
Warum wendest du dich von mir ab?
Warum willst du mich nicht mehr liebkosen?

SAMSON
Du hast mein Herz stets eingenommen,
Und nichts kann dich daraus vertreiben!
Gern würde ich mein Leben geben
Für die Liebe, die mich glücklich machte!

DALILA
Komm zu mir, warum diese Sorgen?
Zweifelst du an meinem Gefühl?
Bist du nicht mein Herr und Meister?
Kann Liebe dich nicht mehr entzücken?

SAMSON
Ach! Ich bin Sklave meines Gottes,
Beuge mich seinem heilgen Willen.
Ich kam, um dir Lebwohl zu sagen,
Ohne Furcht und ohne Abschiedsklagen
Muss ich mich trennen nun von dir!
Israel erwacht mit neuer Hoffnung,
Und der Herr hat den Tag bestimmt,
Der uns die Freiheit wiederbringt.
Und er sprach zu seinem Diener:
Du bist erwählt von deinem Gotte,
Um dein Volk zu mir zu führen
Und seinem Leiden ein Ende zu bereiten.

DALILA
Was kümmert mein einsames Herz,
Der Ruhm Israels und sein Schicksal!
Für mich ist verlorenes Glück
Die einzige Frucht deines Sieges.
Die Liebe hat mich ganz verwirrt,
Ich glaubte deinen süssen Schwüren,
Aber nur Gift hab ich getrunken,
Berauscht von deinen Zärtlichkeiten!

SAMSON
Ach, schweige und quäle nicht mein Herz!
Es gehorcht dem Gebot des Höchsten.
Deine Tränen verstärken meinen Schmerz!
Dalila! Dalila! Ich liebe dich!

Blitze in der Ferne

DALILA
Ein stärkerer Gott als dein Gott
Spricht, Freund, zu dir aus meinem Munde:
Der Gott der Liebe, er ist mein Gott!
Und wenn du dich erinnern kannst,
So denke an die schönen Tage,
Als du zu meinen Füssen sassest,
Und mich ewig lieben wolltest.
Doch nur ich allein blieb dir treu!

SAMSON
Welche Torheit! Mich anzuklagen!
Wo ich mich so sehr nach dir sehne!
Ja, träfe mich doch der Blitz
Soll sein Feuer mich doch vernichten,
Die Blitze kommen näher
Denn meine Liebe zu dir ist so gross,
Dass ich selbst Gott zu trotzen wage!
Auch wenn ich daran zugrundegehe:
Dalila! Dalila! ich liebe dich!

DALILA
Mein Herz öffnet sich dir, wie sich Blumen öffnen,
Wenn die Morgenröte sie küsst!
Doch um meine Tränen noch besser aufzutrocknen,
Liebster, sprich weiter zu mir!
Sag mir, dass du für immer zurückkehrst zu mir.
Erneuere das Versprechen,
Schwöre du mir wie einst jenen Schwur, den ich liebte!
Ach, erfüll mein Herz mit Wonne!
Ach, berausche meine Sinne!
Ach, erfüll mein Herz mit Wonne!
Ach, berausche meine Sinne!

SAMSON
Dalila! Dalila! Ich liebe dich!

DALILA
Wie sich im Sommer oft die Ähren sanft wiegen,
Bewegt von leichter Brise,
So erbebt mein Herz voller Hoffnung auf Trost
Beim Klang deiner Stimme!
So schnell erreicht der Pfeil nicht sein todgeweihtes Ziel'
Wie deine Geliebte dir in die Arme fliegt!
Ach, erfüll mein Herz mit Wonne!
Ach, berausche meine Sinne!

SAMSON
Mit meinen Küssen will ich deine Tränen trocknen
Und die Sorgen aus deinem Herzen vertreiben!
Dalila! Dalila! Ich liebe dich!

Blitze - Heftiger Donnerschlag

DALILA
Doch ... Nein! Was sage ich! Die arme Dalila
Zweifelt an deinen Worten!
Mein verwirrtes Herz hast du
Schon einmal getäuscht mit deinen falschen Schwüren!

SAMSON
Nur für dich vergass ich meinen Gott,
Seine Ehre, mein Volk, mein Gelübde!
Den Gott, der mich bei meiner Geburt
Schon mit dem heiligen Siegel prägte!

DALILA
Nun gut! Dann versteh meine Liebe!
Es ist dein Gott, den ich beneide!
Den Gott, der dich zur Welt gebracht,
Den Gott, der dein Leben weihte!
Was dich bindet an diesen Gott
Und deinem Arm die Stärke verleiht,
Gestehe mir: Was ist der Grund?
Vertreib die Zweifel, die mich quälen!

Blitze und Donner in der Ferne

SAMSON
Dalila, was willst du von mir?
Lass mich nicht zweifeln an dir!

DALILA
Wenn mir meine Macht geblieben ist,
So soll sie sich heute bewähren!
Ich will deine Liebe erproben,
Ich fordere von dir Vertrauen!

Blitze und Donner nähern sich mehr und mehr.

SAMSON
Sag nur, was kümmert dein Herz
Das heilige Band, das mich fesselt?
Das Geheimnis meiner Kraft?

DALILA
Das Geständnis lindert meinen Schmerz!

SAMSON
Du wirst es mir nicht entlocken können!

Blitze ohne Donner

DALILA
Ja, nichtig ist meine Macht,
Denn nichtig ist deine Liebe!
Wenn ich es wissen will,
Das Geheimnis, das mich kränkt,
Das ich mit dir teilen will,
Dann wagst du, ohne Skrupel,
Ohne Mitleid und Scham,
Mich als ehrlos anzuklagen?

SAMSON
Ungeheuer ist der Schmerz,
Der in meiner Seele wütet!
O Herr, ich flehe dich an
Mit erstickender Stimme!

DALILA
Nur für ihn pflegte ich
Meine Jugend, meine Reize!
Alles ist nun dahin,
Mir bleiben nur noch Tränen!

SAMSON
Allmächtiger Gott,
Ich flehe um Hilfe!

DALILA
Das letzte Lebewohl
Bring ich nicht über die Lippen!
Flieh, Samson, flieh von hier!
Lass deine Geliebte sterben!

SAMSON
Lass mich doch!

DALILA
Dein Geheimnis?

SAMSON
Ich kann nicht!

DAIILA
Dein Geheimnis?
Das Geheimnis, das mich so schrecklich quält!

Blitze ohne Donner

SAMSON
Der Sturm in diesem Tal
Entfesselt seinen Unmut!
Über uns lässt der Herr
Seinen Donner grollen!

DALILA
Mit dir biete ich ihm Trotz!
Komm!

SAMSON
Nein!

DALILA
Komm!

SAMSON
Lass mich doch!
Ich kann mich nicht entschliessen.

DALILA
Was kümmert mich der Donner!

SAMSON
Das ist die Stimme meines Herrn!

DALILA
Feigling! Herzloser Mann!
Ich verachte dich! Lebwohl!

Das Gewitter tobt mit grösster Wucht. Dalila läuft ins Haus.
Samson hebt die Arme zum Himmel, als wollte er Gott anrufen. Er
stürzt Dalila nach, bleibt zögernd stehen, geht endlich ins Haus.

Von rechts nähern sich Soldaten der Philister dem Hause Dalilas.

Heftiger Donnerschlag


DALILA
erscheint am Fenster
Kommt her, Philister, kommt her!

SAMSON
Verrat!

Die Soldaten stürzen in Dalilas Haus.
DRITTER AKT

ERSTES BILD
Das Gefängnis von Gaza


ERSTE SZENE
Samson, die Hebräer

Samson, blind, mit geschorenen Haaren, ist an Ketten gefesselt und dreht ein Mühlrad. Hinter der Bühne der Chor der gefangenen Hebräer.


SAMSON
Sich mein Elend, o Herr, sieh meinen Jammer!
Erbarm dich, Herr, erbarm dich meiner Schwachheit!
Von deinem Wege bin ich abgeirrt,
Und deine Hand hat mich dafür gestraft.
Ich biete dir mein gebrochenes Herz!
Ich bin nur mehr das Gespött meiner Feinde!
Sie haben mir das Augenlicht genommen,
Sie haben mich mit bittrem Hass erfüllt!

DIE HEBRÄER
hinter der Szene
Samson, was hast du deinen Brüdern angetan?
Was hast du dem Gott deiner Väter angetan?

SAMSON
Ach weh! Israel liegt in Ketten,
Getroffen von des Himmels Rache,
Keine Hoffnung blieb unserm Volke
Bei allem Leid, das es ertrug!
Lass unsre Stämme vor dir Gnade finden!
Erspar dem Volk diesen bitteren Schmerz!
Sein Jammer möge dich rühren, o Herr,
Dich, dessen Mitleid ohne Ende ist!

DIE HEBRÄER
Gott hat uns deinem Arm anvertraut,
Um uns zu führen in den Kampf.
Samson, was hast du deinen Brüdern angetan?
Was hast du dem Gott deiner Väter angetan?

SAMSON
Brüder, euer Klagegesang
Dringt zu mir in meine tiefe Nacht,
Überflutet mit Sterbensangst
Mein schuldiges, betrübtes Herz!
Gott! Nimm mein Leben hin als Opfer,
Um deinen Zorn zu stillen!

DiF HEBRÄER
Für eine Frau verriet er uns.
Für Dalila müssen wir büssen.

SAMSON
Wende die Schmach von Israel ab,
Und deine Weisheit will ich preisen!

DIE HEBRÄER
Sohn des Manoah, was tatest du
Mit unserm Blut und unsern Tränen?

SAMSON
Demütig liege ich dir zu Füssen,
Und ich segne die Hand, die mich schlägt.
Hilf, o Herr, deinem armen Volk!
Errette es aus Feindeshand!

DIE HEBRÄER
Samson, was hast du deinen Brüdern angetan?
Was hast du dem Gott deiner Väter angetan?

Die Philister kommen in den Kerker und führen Samson ab.


ZWEITES BILD

Im Innern des Dagon-Tempels

Ein Standbild des Gottes. - ein Opfertisch
In der Mitte des Heiligtums zwei Marmorsäulen, die das Gebäude tragen



ZWEITE SZENE
Der Oberpriester, Dalila, die Philister

Der Oberpriester ist von Philisterfürsten umgeben.
Dalila begleiten junge Philisterinner, mit Blumenkränzen im Haar und Pokalen in den Händen.
Im Tempel drängt sich das Volk.
Der Tag bricht an.


CHOR DER PHILISTER
Schon graut der Morgen über den Hügeln,
Löscht die Fackeln dieser herrlichen Nacht.
Lasst uns weiter feiern, trotz der Dämmrung,
Und weiter lieben!
Die Liebe lässt uns alles Leid vergessen,
Und am Horizont flieht der Schatten der Nacht
Wie ein zarter Schleier im Morgenwind.
Der Himmel rötet sich, hinter den Bergen
Steigt die Sonne auf
Und senkt ihre Strahlen in den Schoss der Täler.

Bacchanal


DRITTE SZENE
Die Vorigen, Samson von einem Kind geführt

DER OBERPRIESTER
zu Samson
Seht her! Da kommt der Richter Israels,
Um unser Fest durch seine Erscheinung zu schmücken!
Dalila, einen Becher sollst du ihm kredenzen,
Schenk deinem Geliebten ein den Met!
Er leere den Pokal auf das Wohl seiner Herrin
Und auf ihre Verführungskünste!

DIE PHILISTER
Samson! Samsort! Wir trinken mit dir
Auf Dalila, deine Gebieterin!
Leere den Becher ohne Furcht!
Der Rausch wird die Schmerzen vertreiben!

SAMSON
beiseite
Mit zu Tode betrübter Seele
Beuge ich mich, Herr, vor dir irn Staub.
Mein Schicksal soll sich hier erfüllen,
Wenn es deinem Willen gefällt!

DALILA
nähert sich Samson mit einem Pokal
Lass mich nehmen deine Hand
Und dir zeigen den Weg,
Wie einst in düsterer Stunde,
In jenem lieblichen Tale,
Als du in der Nacht zu mir kamst
Und mich umschlangst mit deinem Arm!
Du stiegst über die Berge,
Weil du dich sehntest nach mir,
Und ich verliess meine Freunde,
Um mit dir allein zu sein!
Erinnre dich an unsere Wonnen!
Erinnre dich an meine Zärtlichkeiten!
Die Liebe diente der List!
Um meine Rache zu stillen,
Entriss ich dir dein Geheimnis:
Ich hatte es schon verkauft!
Und du glaubtest an die Liebe,
Sie hat deine Ketten geschmiedet!
Dalila hat nun gerächt
Ihren Gott, ihr Volk, seine Schande!

PHILISTER
Dalila hat nun gerächt
Ihren Gott, ihr Volk, seine Schande!

SAMSON
beiseite
Du sprachst zu mir, und ich war taub.
In der Verwirrung meines Herzens,
O Herr, hab ich die Liebe entweiht,
Als ich sie diesem Weibe schenkte.

DER OBERPRIESTER
Komm her, Samson, erheitre uns,
Erzähl noch einmal deiner Liebsten
Die zärtlichen, die süssen Worte,
Die die Glut der Leidenschaft schüren.
Soll doch Jehovah Mitleid zeigen
Und dich wieder sehend machen!
Ich werde dienen diesem Gott,
Wenn er deine Gebete erhört!
Doch weil er dir nicht helfen kann,
Der Gott, den du nennst deinen Vater,
Beschimpfe, verachte ich ihn
Und lache über seinen Grössenwahn!

SAMSON
Lässt du zu, o Gott Israels,
Dass dieser freche Lügenpriester
Dich angesichts des Himmels schmäht
Und deinen Namen verhöhnt?
Könnte ich nur deine Ehre rächen!
Gäbst du mir noch einmal zurück
Durch ein Wunder für einen Moment
Mein Augenlicht und meine Stärke!

DIE PHILISTER
Ha! Ha! Ha! Ha!
Sein Zorn ist zum Lachen!
Du machst uns keine Angst mit deiner ohnmächtigen Wut!
Samson, du siehst gar nichts!
Fall nur nicht hin!
Seine Wut ist zu komisch!
Ha! Ha! Ha! Ha!

DER OBERPRIESTER
Komm, Dalila, lass uns ehren die Götter
Denen der Gott Jehovah unterlag!
Lass uns Dagons Auspizien befragen!
Ihm wollen wir ein Dankopfer bringen!

Dalila und der Oberpriester schreiten zum Opfertisch, wo die geweihten Kelche bereitstehen.
Auf dem blumengeschmückten Altar brennt ein Feuer. Dalila und der Oberpriester erheben die Kelche und giessen ein Trankopfer in das Feuer, das hell auflodert, dann verlöscht und bei der dritten Strophe des Opfergesangs wieder aufflammt.
Samson steht in der Mitte der Bühne, neben ihm das Kind , das ihn führt. Er ist vom Schmerz überwältigt und scheint zu beten.


DALILA, DER OBERPRIESTER
Dagon, dem Sieger, Heil!
Denn er half meiner (deiner) Schwachheit,
Er beseelte mein (dein) Herz
Mit Stärke und mit Klugheit!
Du bist der Grösste von allen!
Du hast unsre Erde erschaffen!
Lass deinen Geist stets mit uns seln,
O Herr aller Götter und Menschen!

DIE PHILISTER
Schütze die Herden
Mit deiner Hand,
Lass reifen den Wein
Auf den Hügeln!
Gib neue Ernte
Unseren Feldern,
Die Samson so schwer
Verwüstet hat!

DALILA, DER OBERPRIESTER
Nimm an auf dem Altar
Das Blut unserer Opfer,
Die Sterbliche dir bringen,
Um ihre Schuld zu sühnen!

DIE PHILISTER
Heil dir, Dagon!

DALILA, DER OBERPRIESTER
Dem Blick deiner geweihten Priester,
Die allein dein Gesicht sehen dürfen,
Zeige die Zukunft, die sich verbirgt
Vor den Augen der anderen Menschen!

DIE PHILISTER
Gott, sei uns gnädig,
Segne du uns!
Lass deinem Volk
Recht widerfahren!
Gib den Philistern
Ehre im Kampf!
Halte den Sieg
Stets für uns bereit!

DALILA, DER OBERPRIESTER, DIE PHILISTER
Dagon offenbart sich!
Neue Flammen lodern
Auf dem Altar aus der Asche empor!
Der Göttliche steigt zu uns hernieder!
Ja, er kommt,
Lässt durch dieses Zeichen
Seine Macht erkennen
An diesem Ort!

DER OBERPRIESTER
zu Samson
Um das Geschick gnädig zu stimmen,
Komm her, Samson, beuge die Knie
Vor Dagon, dem schrecklichen Gotte,
Und bringe ihm ein Opfer dar!
zu dein Kind
Führe du ihn in die Mitte des Tempels,
Damit das Volk ihn von ferne betrachte.

SAMSON
O Herr, erleuchte mich und lass mich nicht im Stich!
zu dem Kind
Bis zu den Marmorpfeilern geleite mich, mein Kind!

Das Kind führt Samson zwischen die beiden Pfeiler.

DIE PHILISTER
Dagon offenbart sich!
Neue Flammen lodern
Auf dem Altar
Aus der Asche empor.
Ja, er kommt,
Lässt durch dieses Zeichen
Seine Macht erkennen
An diesem Ort.

Gott, sei uns gnädig,
Segne du uns!
Lass deinem Volk
Recht
widerfahren!
Gib den Philistern
Ehre im Kampf!
Halte den Sieg
stets für uns bereit!

Vor dir ist Israels
Frecher Hochmut vergangen!
Du führtest uns in diesen Kampf,
Durch deine Kraft und deine Klugheit
Besiegten wir das verfluchte Volk,
Das sich deiner Macht widersetzte!

Segne du uns,
Gott, sei uns gnädig!
Lass deinem Volk
Recht widerfahren!
Gib den Philistern
Ehre im Kampf!
Halte den Sieg
Stets für uns bereit!
Heil dir, Dagon!
Heil dir! Heil dir! Heil dir!

SAMSON
umfasst die beiden Pfeiler und versucht, sie zum Wanken zu bringen
Vergiss nicht, o Herr, deinen Knecht,
Dem sie das Augenlicht genommen!
Gib mir für einen Augenblick
Zurück meine einstige Stärke!
Damit ich räche dich, o Gott,
Soll dieses Volk zerschmettert sein!

Der Tempel stürzt unter dem Wehgeschrei der Menge ein.

DALILA, DER OBERPRIESTER, DIE PHILISTER
Ah!

Personnages:
DALILA
SAMSON
LE GRAN-PRÊTRE de Dagon
ABIMÉLECH
UN VIEILLARD HÉBREU
UN MESSAGER PHILISTINS
PREMIER PHILISTINS
DEUXIÈME PHILISTIN

CHOEUR
Hébreux, Philistins


PREMIER ACTE

Une place publique dans la ville de Gaza, en Palestine

CHOEUR DES HÉBREUX
derrière le rideau
Dieu!
Dieu d'Israël! Ecoute la prière
De tes enfants t'implorant à genoux.
Prends en pitié ton peuple et sa misère!
Que sa douleur désarme ton courroux!

LES FEMMES
derrière le rideau
Un jour, de nous tu détournas ta face,
Et de ce jour ton peuple fut vaincu!

SCÈNE I
Samson, les Hébreux.

A gauche le portique du temple de Dagon.
Une foule d'Hébreux, hommes et femmes, sont réunis sur la place dans l'attitude de la douleur et de la prière. Samson est parmi eux. Il fait nuit.


LES HÉBREUX
Quoi! veux-tu donc qu'à jamais on efface
Des nations celle qui t'a connu?
Mais vainement tout le jour je l'implore;
Sourd à ma voix, il ne me répond pas!
Et cependant, du soir jusqu'à l'aurore,
J'implore ici le secours de son bras!
Nous avons vu nos cités renversées,
Et les Gentils profanant ton autel;
Et sous leur joug nos tribus dispersées
Ont tout perdu, jusqu'au nom d'Israël! Ah!
N'es-tu donc plus ce Dieu de délivrance
Qui de l'Egypte arrachait nos tribus?
Dieu!
As-tu rompu cette sainte alliance,
Divins serments, par nos aïeux reçus?

SAMSON
sortant de la foule
Arrêtez, ô mes frères!
Et bénissez le nom
Du Dieu saint de nos pères!
Car l'heure du pardon
Est peut-être arrivée!
Oui, j'entends dans mon cour
Une voix élevée!
C'est la voix du Seigneur
Qui parle par ma bouche.
Ce Dieu plein de bonté,
Que la prière touche,
Promet la liberté!
Frères, brisons nos chaînes,
Et relevons l'autel
Du seul Dieu d'Israël!

LES HÉBREUX
Hélas! paroles vaines!
Pour marcher aux combats,
Où donc trouver des armes?
Comment armer nos bras?
Nous n'avons que nos larmes!

SAMSON
L'as-tu donc oublié,
Celui dont la puissance
Se fit ton allié?
Lui qui, plein de clémence,
A si souvent pour toi
Fait parler ses oracles
Et rallumé ta foi
Au feu de ses miracles?
Lui qui, dans l'Océan,
Sut frayer un passage
A nos pères fuyant
Un honteux esclavage?

LES HÉBREUX
Ils ne sont plus, ces temps
Où le Dieu de nos pères
Protégeait ses enfants,
Entendait leurs prières!

SAMSON
Malheureux, taisez-vous!
Le doute est un blasphème!
Implorons à genoux
Le Seigneur qui nous aime!
Remettons dans ses mains
Le soin de notre gloire,
Et puis ceignons nos reins,
Certains de la victoire!
C'est le Dieu des combats,
C'est le Dieu des armées!
Il armera vos bras
D'invincibles épées!

LES HÉBREUX
Ah! le souffle du Seigneur
A passé dans son âme!
Ah! chassons de notre coeur
Une terreur infâme!
Et marchons avec lui
Pour notre délivrance!
Jéhovah le conduit
Et nous rend l'espérance!

SCÈNE II
Les mêmes, Abimélech, Satrape de Gaza, Philistins.

Abimélech entre, suivi de plusieurs soldais et guerriers philistins.



ABIMÉLECH
Qui donc élève ici la voix?
Encor ce vil troupeau d'esclaves,
Osant toujours braver nos lois
Et voulant briser leurs entraves!
Cachez vos soupirs et vos pleurs
Qui lassent notre patience;
Invoquez plutôt la clémence
De ceux qui furent vos vainqueurs!
Ce Dieu que votre voix implore
Est demeuré sourd à vos cris,
Et vous l'osez prier encore,
Quand il vous livre à nos mépris?
Si sa puissance n'est pas vaine,
Qu'il montre sa divinité!
Qu'il vienne briser votre chaîne,
Qu'il vous rende la liberté!
Croyez-vous ce Dieu comparable
A Dagon, le plus grand des dieux,
Guidant de son bras redoutable
Nos guerriers victorieux?
Votre divinité craintive,
Tremblante fuyait devant lui,
Comme la colombe plaintive
Fuit le vautour qui la poursuit!

SAMSON
C'est toi que sa bouche invective,
Et la terre n'a point tremblé?
O Seigneur, l'abîme est comblé!
Je vois aux mains des anges
Briller l'arme de feu,
Et du ciel les phalanges
Accourent venger Dieu.
Oui, l'ange des ténèbres,
En passant devant eux,
Pousse des cris funèbres
Qui font frémir les cieux!
Enfin, l'heure est venue,
L'heure du Dieu vengeur,
Et j'entends dans la nue
Eclater sa fureur.
Oui, devant sa colère
Tout s'épouvante et fuit!
On sent trembler la terre,
Aux cieux la foudre luit!

LES HÉBREUX
Oui, devant sa colère
Tout s'épouvante et fuit!
On sent trembler la terre;
Aux cieux la foudre luit!

ABIMÉLECH
Arrête! insensé, téméraire,
Ou crains d'exciter ma colère!

SAMSON
Israël! romps ta chaîne!
O peuple, lève-toi!
Viens assouvir ta haine!
Le Seigneur est en moi!
O toi, Dieu de lumière,
Comme aux jours d'autrefois
Exauce ma prière
Et combats pour tes lois!

LES HÉBREUX
Israël! romps ta chaîne!
O peuple, lève-toi!
Viens assouvir ta haine!
Le Seigneur est en moi!
O toi, Dieu de lumière,
Comme aux jours d'autrefois
Exauce ma prière
Et combats pour tes lois!

SAMSON
Oui, devant sa colère
Tout s'épouvante et fuit!
On sent trembler la terre,
Aux cieux la foudre luit!
Il déchaîne l'orage,
Commande à l'ouragan,
On voit sur son passage
Reculer l'Océan!

LES HÉBREUX, SAMSON
Israël! romps ta chaîne!
O peuple, lève-toi!
Viens assouvir ta haine!
Le Seigneur est en moi!
O toi, Dieu de lumière,
Comme aux jours d'autrefois
Exauce ma prière
Et combats pour tes lois!
Israël! lève-toi! lève-toi!

Abimélech se précipite sur Samson l'épée à la mainpour le frapper; Samson lui arrache l'épée des mainset le frappe. -
Abimélech tombe en criant: «A moi!»
Les Philistins qui accompagnent le Satrapeveulent le secourir; Samson, brandissant son épée,les éloigne. La plus grande confusion règne parmiles Philistins.
Samson et les Hébreux sortent.


SCÈNE III
Les mêmes, le Grand-Prêtre, serviteurs, gardes.

Les portes du temple de Dagon s'ouvrent; le Grand-Prêtre, suivi de nombreux serviteurs et
gardes,descend les degrés du portique; il s'arrête devantle cadavre d 'Abimélech; les Philistins s'écartent devant lui.


LE GRAND-PRÊTRE
Que vois-je? Abimélech! frappé par des esclaves!
Pourquoi les laisser fuir'? Courons, courons, mes braves!
Pour venger votre Prince, écrasez sous vos coups
Ce peuple révolté bravant votre courroux!

PREMIER PHILISTIN
J'ai senti dans mes veines
Tout mon sang se glacer;
Il semble que des chaînes
Soudain vont m'enlacer.

DEUXIÈME PHILISTIN
Je cherche en vain mes armes,
Mes bras sont impuissants,
Mon cour est plein d'alarmes,
Mes genoux sont tremblants.

LE GRAND-PRÊTRE
Lâches! Plus lâches que des femmes!
Vous fuyez devant les combats!
De leur Dieu craignez-vous les flammes
Qui doivent dessécher vos bras?

SCÈNE IV
Les mêmes, un messager philistin

LE MESSAGER
Seigneur! la troupe furieuse
Que conduit et guide Samson
Dans sa révolte audacieuse
Accourt, ravageant a moisson!

LES DEUX PHILISTINS, LE MESSAGER
Fuyons un danger inutile!
Quittons au plus vite ces lieux;
Seigneur, abandonnons la ville
Et cachons notre honte aux yeux.

LE GRAND-PRÊTRE
Maudite à jamais soit a race
Des enfants d'Israël!
Je veux en effacer la trace,
Les abreuver de fiel!
Maudit soit celui qui lesguide!
J'écraserai du pied
Ses os brisés, sa gorge aride
Sans frémir de pitié!
Maudit soit le sein de lafemme
Qui lui donna le jour!
Qu'enfin une compagneinfâme
Trahisse son amour!
Maudit soit le Dieu qu'iladore,
Ce Dieu, son seul espoir
Et dont ma haine insulte encore
L'autel et le pouvoir!

LE MESSAGER, DEUX PHILISTINS
Fuyons dans les montagnes,
Abandonnons ces lieux,
Nos maisons, nos compagnes,
Et jusques à nos dieux!

LE GRAND-PRÊTRE
Qu'Israël soit maudit par nos dieux!

Ils sortent, emportant le cadavre d'Abimélech.
Au moment où les Philistins quittent la scène suivis du Grand-Prêtre, les Hébreux, vieillards et
femmes, entrent.


SCÈNE V
Les femmes et les vieillards hébreux - puis Samson, suivi des Hébreux victorieux.
Le jour se lève progressivement.

Le soleil est complètement levé.


VIEILLARDS HÉBREUX
Hymne de joie, hymne de délivrance,
Montez vers l'Eternel!
Il a daigné dans sa toute-puissance
Secourir Israël!
Par lui le faible est devenu le maître
Du fort qui l'opprimait!
Il a vaincu l'orgueilleux et le traître
Dont la voix l'insultait!

Les jeunes Hébreux conduits par Samson entrent.

UN VIEILLARD HÉBREU
Il nous frappait dans sa colère,
Car nous avions bravé ses lois.
Plus tard, le front dans la poussière,
Vers lui nous élevions la voix.
Il dit à ses tribus aimées:
Levez-vous, marchez aux combats!
Je suis le Seigneur des armées,
Je suis la force dc vos bras!

VIEILLARDS HÉBREUX
Il est venu vers nous dans la détresse,
Car ses fils lui sont chers.
Que l'univers tressaille d'allégresse!
Il a rompu nos fers!
Hymne de joie, hymne de délivrance,
Montez vers l'Eternel!
Il a daigné dans sa toute-puissance
Secourir Israël!

SCÈNE VI
Samson, Dalila, les Philistines, le vieillard hébreu,les Hébreux.

Les portes du temple de Dagon s'ouvrent.
Dalila sortdu temple avec les femmes philistines tenant dansleurs mains des guirlandes de fleurs.


LES PHILISTINES
Voici le printemps nous portant des fleurs
Pour orner le front des guerriers vainqueurs!
Mêlons nos accents aux parfums des roses
A peine écloses!
Avec l'oiseau chantons, mes sours!
Beauté, don du ciel, printemps de nos jours,
Doux charme des yeux, espoir des amours,
Pénètre les coeurs, verse dans les âmes
Tes douces flammes!
Aimons, mes soeurs, aimons toujours!

DALILA
s'adressant à Samson
Je viens célébrer la victoire
De celui qui règne en mon coeur.
Dalila veut pour son vainqeur
Encor plus d'amour que de gloire!
O mon bien-aimé, suis mes pas
Vers Soreck, la douce vallée,
Dans cette demeure isolée
Où Dalila t'ouvre ses bras!

SAMSON
à part
Ô Dieu! Toi qui vois ma faiblesse,
Prends pitié de ton serviteur!
Ferme mes yeux, ferme mon coeur
A la douce voix qui me presse!

DALILA
Pour toi, j'ai couronné mon front
Des grappes noires du troène,
Et mis des roses de Saron
Dans ma chevelure d'ébène!

LE VIEILLARD HÉBREU
Détourne-toi, mon fils, de son chemin!
Evite et crains cette fille étrangère!
Ferme l'oreille à sa voix mensongère,
Et du serpent évite le venin!

SAMSON
à part
Voile ses traits dont la beauté
Trouble mes sens, trouble mon âme!
Et de ses yeux éteins a flamme
Qui me ravit la liberté!

DALILA
Doux est le muguet parfumé;
Mes baisers le sont plus encore;
Et le suc de la mandragore
Est moins suave, ô bien-aimé!
Ouvre tes bras à ton amante,
Et dépose-la sur ton coeur,
Comme un sachet de douce odeur
Dont la senteur est enivrante!
Ah! viens!

SAMSON
à part
Flamme ardente qui me dévore,
Et qu'elle ravive en ce lieu,
Apaise-toi devant mon Dieu!
Pitié, Seigneur, pour celui qui t'implore!

LE VIEILLARD HÉBREU
Malheur à toi, situ subis les charmes
De cette voix plus douce que e miel!
Jamais tes yeux n'auront assez de larmes
Pour désarmer la colère du ciel'

Danse des Prêtresses de Dagon

Les jeunes filles qui accompagnent Dalila dansenten agitant des guirlandes de fleurs et semblent
provoquer les guerriers Hébreux qui accompagnent Samson.
Ce dernier, profondément troublé, chercheen vain à éviter les regards de Dalila; ses yeux, malgré lui, suivent tous les mouvements del'enchanteresse qui reste au milieu des jeunes Philistines prenant part à leurs poses et à leurs gestes voluptueux.


DALILA
Printemps qui commence,
Portant l'espérance
Aux coeurs amoureux,
Ton souffle qui passe,
De la terre efface
Les jours malheureux.
Tout brûle en notre âme,
Et ta douce flamme
Vient sécher nos pleurs;
Tu rends à la terre,
Par un doux mystère,
Les fruits et les fleurs.
En vain je suis belle!
Mon coeur plein d'amour,
Pleurant l'infidèle,
Attend sou retour!
Vivant d'espérance,
Mon coeur désolé
Garde souvenance
Du bonheur passé!

A la nuit tombante,
J'irai, triste amante,
M'asseoir au torrent,
L'attendre en pleurant!
Chassant ma tristesse,
S'il revient un jour,
A lui ma tendresse
Et la douce ivresse
Qu'un brûlant autour
Garde à son retour!

LE VIEILLARD HÉBREU
L'esprit du mal a conduit cette femme
Sur ou chemin pour troubler ton repos.
De ses regards fuis la brûlante flamme!
C'est un poison qui consume les os!

DALILA
Chassant ma tristesse,
S'il revient un jour,
A lui ma tendresse
Ft la douce ivresse
Qu'un brûlant amour
Garde à son retour!

Dalila regagne en chantant les degrés du temple et provoque Samson du regard; celui-ci semble sousle charme. Il hésite, il lutte et trahit le trouble de son âme.

DEUXIÈME ACTE

La vallée de Soreck en Palestine.

La demeure de Dalila, précédée d'un léger portique et entourée de plantes asiatiques et de lianes luxuriantes. La nuit commence et se fait plus complète pendant toute la durée de l'acte.


SCÈNE I
Dalila
Au lever du rideau, elle est assise sur une roche, près du portique de sa maison et semble rêveuse.


DALILA
Samson, recherchant ma présence,
Ce soir doit venir en ces lieux.
Voici l'heure de la vengeance
Qui doit satisfaire nos dieux!

Amour! viens aider ma faiblesse!
Verse le poison dans son sein!
Fais que, vaincu par mon adresse,
Samson soit enchaîné demain!
Il voudrait en vain de son âme
Pouvoir me chasser, nie bannir!
Pourrait-il éteindre la flamme
Qu'alimente le souvenir?
Il est à moi! c'est mon esclave!
Mes frères craignent son courroux;
Moi, seule entre tous, je le brave
Et le retiens à nies genoux!
Amour! viens aider ma faiblesse!
Verse le Poison dans son sein!
Fais que, vaincu par mon adresse,
Samson soit enchaîné demain!
Contre l'amour, sa force est vaine;
Et lui, le fort parmi les forts,
Lui, qui d'un peuple rompt la chaîne,
Succombera sous mes efforts!

Eclair lointain

SCÈNE II
Dalila, le Grand-Prêtre de Dagon

Le Grand- Prêtre entre et va vers Dalila


LE GRAND-PRÊTRE
J'ai gravi la montagne
Pour venir jusqu'à toi;
Dagon qui m'accompagne
M'a guidé vers ton toit.

DALILA
Salut à vous, mon père!
Soyez le bienvenu,
Vous qu'ici l'on révère!

LE GRAND-PRÊTRE
Notre sort t'est connu!
La victoire facile
Des esclaves Hébreux
Leur a livré la ville.
Nos soldats devant eux
Ont fui, pleins d'épouvante
Au seul nom de Samson
Dont l'audace effrayante
A troublé leur raison.
Fatal è notre rare,
il reçut de son Dieu
La force avec l'audace.
Enchaîné par un voeu,
Samson, dès sa naissance,
Fut marqué par le ciel
Pour rendre la puissance
Au peuple d'israël.

DALILA
Je sais que son courage
Brave votre courroux,
Et qu'il n'est pas d'outrage
Qu'il ne garde pour vous.

LE GRAND-PRÈTRE
A tes genoux sa force
Un jour l'abandonna;
Mats depuis il s'efforce
D'oublier Dalila.
On dit que, dans son âme
Oubliant ton amour,
Il se rit de la flamme
Qui ne dura qu'un jour!

DALILA
Je sais que de ses frères
Ecoutant les discours,
Et les plaintes amères
Que causent nos amours,
Samson, malgré lui-même,
Combat et lutte en vain;
Je sais combien il m'aime
Et mon cour ne craint rien.
C'est en vain qu'il me brave,
Il est fort aux combats,
Mais il est mon esclave
Et tremble dans mes bras.

LE GRAND-PRÊTRE
Sers-nous de ta puissance!
Prête-nous ton appui!
Que surpris, sans défense,
Il succombe aujourd'hui!
Vends-moi ton esclave Samson!
Et, pour te payer sa rançon,
Je ne ferai point de promesses;
Tu peux choisir dans mes richesses.

DALILA
Qu'importe à Dalila ton or?
Et que pourrait tout un trésor,
Si je ne rêvais de vengeance?
Toi-même, malgré ta science,
Je t'ai trompé par cet amour.
Samson sut vous dompter un jour;
Mais il n'a pu me vaincre encore,
Car, autant que toi, je l'abhorre!

LE GRAND-PRÊTRE
J'aurai dû deviner ta haine et ton dessein!
Mon coeur en t'écoutant tressaille d'allégresse.
Mais sur son coeur déjà n'aurais-tu pas en vain
Mesuré ta puissance, essayé ton adresse?

DALILA
Oui! .. déjà par trois fois, déguisant mon projet,
J'ai voulu de sa force éclaircir le secret.
J'allumai cet amour, espérant qu'à sa flamme
Je lirais l'inconnu dans te fond de son âme.
Mais, par trois fois aussi, déjouant mon espoir,
H ne s'est point livré, ne m'a rien laissé voir.
En vain d'un fol amour j'imitai les tendresses,
Espérant amollir son coeur par mes caresses!
J'ai vu ce fier captif, enlacé dans mes bras,
S'arracher de ma couche et courir aux combats.
Auiourd'hui cependant il subit ma puissance,
Car je l'ai vu pâlir, trembler en ma présence,
Et je sais qu'à cette heure, abandonnant les siens,
Il revient en ces lieux resserrer nos liens.
Pour ce dernier combat j'ai préparé mes armes:
Samson ne pourra pas résister à nies larmes.

LE GRAND-PRÊTRE
Que Dagon, notre Dieu, daigne étendre son bras!
Tu combats pour sa gloire, et par lui tu vaincras!

DALILA
Il faut, pour assouvir ma haine,
Il faut que Dalila l'enchaîne!
Je veux que, vaincu par l'amour,
Il courbe le front à son tour!

LE GRAND-PRÊTRE
Je veux, pour assouvir ma haine,
Je veux que Dalila l'enchaîne;
Il faut que, vaincu par l'amour,
Il courbe le front à son tour!

DALILA
Il faut, pour assouvir ma haine,
Il faut que mon pouvoir l'enchaîne.

LE GRAND-PRÊTRE
En toi seule est mon espérance.

DALILA
Je veux que, vaincu par l'amour,
Il courbe le front à son tour!

LE GRAND-PRÊTRE
A toi l'honneur de la vengeance!

DALILA, LE GRAND-PRÊTRE
A moi (A toi) l'honneur de la vengeance!
Il faut (Je veux), pour assouvir ma haine,
II faut (Je veux) que mon pouvoir (Dalila)
l'enchaîne!
Je veux que, vaincu par l'amour,
Il courbe le front à son tour!
Unissons-nous tous deux!
Mort au chef des Hébreux!

LE GRAND-PRÊTRE
Samson, me disais-tu, dans ces lieux doit se rendre?

DALILA
Je l'attends!

LE GRAND-PRÊTRE
Je m'éloigne, il pourrait nous surprendre.
Bientôt, je reviendrai par de secrets chemins.
Le destin demon peuple, ô femme, est danstes mains.
Déchire de son cour l'invulnérable écorce,
Et surprends le secret qui nous cache sa force.

Il sort. Dalila se rapproche de sa maison et s'appuie, rêveuse, contre un des piliers.

DALILA
Se pourrait-il que sur son coeur
L'amour eût perdu sa puissance?
La nuit est sombre et sans lueur
Rien ne petit trahir sa présence.
Hélas!
Il ne vient pas!

Elle rentre dans sa maison.

SCÈNE III
Dalila, Samson

Samson arrive. Il semble ému, troublé, hésitant; il regarde autour de lui. La nuit s'assombrit de plus en plus. - Eclairs lointains.


SAMSON
En ces lieux, malgré moi, m'ont ramené mes pas. t
Je voudrais fuir, hélas! et ne puis pas.
Je maudis mon amour.. . et pourtant j'aime encore.
Fuyons, fuyons ces lieux que ma faiblesse adore!

DALILA
s'élance vers Samson
C'est toi, mon bien-aimé! j'attendais ta présence!
J'oublie, en te voyant, des heures de souffrance!
Salut! salut! ô mon doux maître!

SAMSON
Arrête ces transports!
Je ne puis t'écouter sans honte et sans remords!

DALILA
Samson! ô toi! mon bien-aimé,
Pourquoi repousser ma tendresse?
Pourquoi, de mon front parfumé,
Pourquoi détourner tes caresses?

SAMSON
Tu fus toujours chère à mon cour,
Et tu n'en peux être bannie!
J'aurais voulu donner ma vie
A l'amour qui fit mon bonheur!

DALILA
Près de moi pourquoi ces alarmes?
Aurais-tu douté demon cour?
N'es-tu pas mon maître et seigneur?
L'amour a-t-il perdu ses charmes?

SAMSON
Hélas! esclave de mon Dieu,
Je subis sa volonté sainte;
Il faut, par un dernier adieu,
Rompre sans murmure et sans crainte
Le doux lien de notre amour.
D'Israël renaît l'espérance.
Le Seigneur a marqué le jour
Qui verra notre délivrance!
II a dit à son serviteur:
Je t'ai choisi parmi tes frères,
Pour les guider vers le Seigneur
Et mettre un terme à leurs misères.

DALILA
Qu'importe à mon cour désolé
Le sort d'Israël et sa gloire!
Pour moi le bonheur envolé
Est le seul fruit de ta victoire.
L'amour égarait ma raison
Quand je croyais à tes promesses,
Et je n'ai bu que le poison
En m'enivrant de tes caresses.

SAMSON
Ah! cesse d'affliger mon cour!
Je subis une loi suprême.
Tes pleurs ravivent ma douleur!
Dalila! Dalila! je t'aime!

Eclairs lointains

DALILA
Un dieu plus puissant que le tien,
Ami, te parle par ma bouche:
C'est le dieu d'amour, c'est le mien!
Et, si ce souvenir te touche,
Rappelle à ton cour ces beaux jours
Passés aux genoux d'une amante
Que tu devais aimer toujours,
Et qui seule, hélas! est constante!

SAMSON
Insensée! oser m'accuser!
Quand pour toi tout parle à mon âme!
Oui! dût la foudre m'écraser,
Dussé-je périr de sa flamme,

Eclairs plus rapprochés

Pour toi si grand est mon amour,
Que j'ose aimer malgré Dieu même!
Oui! dussé-je en mourir un jour,
Dalila! Dalila! je t'aime!

DALILA
Mon coeur s'ouvre à ta voix comme s'ouvrent les fleurs
Aux baisers de l'aurore!
Mais, ô mon bien-aimé, pour mieux sécher mes pleurs,
Que ta voix parle encore!
Dis-moi qu'à Dalila tu reviens pour jamais!
Redis à ma tendresse
Les serments d'autrefois, ces serments que j'aimais!
Ah! réponds à ma tendresse,
Verse-moi, verse-moi l'ivresse!
Réponds à ma tendresse.
Ah! verse-moi, verse-moi l'ivresse!

SAMSON
Dalila! Dalila! je t'aime!

DALILA
Ainsi qu'on voit des blés les épis onduler
Sous la brise légère,
Ainsi frémit mon cour, prêt à se consoler,
A ta voix qui m'est chère!
La flèche est moins rapide à porter le trépas
Que ne l'est ton amante à voler dans tes bras!
Ah! réponds à ma tendresse!
Verse-moi, verse-moi l'ivresse!

SAMSON
Par mes baisers je veux sécher tes larmes,
Et de ton coeur éloigner les alarmes!
Dalila! Dalila! je t'aime!

Eclair - Violent coup de tonnerre

DALILA
Mais! non! que dis-je? hélas! la triste Datila
Doute de tes paroles!
Egarant ma raison,
Tu me trompas déjà par des serments frivoles!

SAMSON
Quand pour toi j'ose oublier Dieu,
Sa gloire, mon peuple et mon voeu!
Ce Dieu qui marqua ma naissance
Du sceau divin de sa puissance!

DALILA
Eh bien! connais donc mon amour!
C'est ton Dieu même que j'envie!
Ce Dieu qui te donna le jour,
Ce Dieu qui consacra ta vie!
Le voeu qui t'enchaîne à ce Dieu
Et qui fait ton bras redoutable,
A mon amour fais-en l'aveu!
Chasse le doute qui m'accable!

Eclairs et tonnerre lointains

SAMSON
Dalila! que veux-tu de moi?
Crains que je ne doute de toi!

DALILA
Si j'ai conservé ma puissance,
Je veux l'essayer en ce jour.
Je veux éprouver ton amour,
En réclamant ta confiance!

Eclairs et tonnerre de plus en plus rapprochés

SAMSON
Hélas! qu'importe à ton bonheur
Le lien sacré qui m'enchaîne,
Ce secret que garde mon cour?

DALILA
Par cet aveu soulage ma douleur!

SAMSON
Pour le ravir, ta force est vaine!

Eclairs sans tonnerre

DALILA
Oui! vain est mon pouvoir,
Car vaine est ta tendresse!
Quand je veux le savoir,
Ce secret qui me blesse,
Dont je veux la moitié,
Oses-tu dans ton âme
Sans honte et sans pitié,
M'accuser d'être infâme?

SAMSON
D'une immense douleur
Ma pauvre âme accablée
Implore le Seigneur
D'une voix désolée.

DALILA
J'avais paré pour lui
Ma jeunesse et mes charmes!
Je n'ai plus aujourd'hui
Qu'à répandre des larmes.

SAMSON
Dieu tout-puissant,
J'invoque ton appui!

DALILA
Pour ces derniers adieux
Ma voix est impuissante.
Fuis! Samson, fuis ces lieux
Où mourra ton amante!

SAMSON
Laisse-moi!

DALILA
Ton secret?

SAMSON
Je ne puis!

DALILA
Ton secret?
Ce secret qui cause mes alarmes!

Eclairs sans tonnerre.

SAMSON
L'orage sur ces monts
Déchaîne sa colère.
Le Seigneur sur nos fronts
Fait gronder son tonnerre.

DALILA
Je le brave avec toi!
Viens!

SAMSON
Non!

DALILA
Viens!

SAMSON
Laisse-moi!
Je ne puis m'y résoudre...

DALILA
Que m'importe la foudre!

SAMSON
C'est la voix de mon Dieu.

DALILA
Lâche! coeur sans amour,
Je te méprise. Adieu!

Eclairs et tonnerre jusqu 'à la fin. Daub court vers sa demeure; l'orage est dans toute sa fureur.
Samson, levant les bras au ciel, semble invoquer Dieu.
Il s'élance à la suite de Dalila, hésite et enfin entre dans sa demeure. -

Par la droite arrivent des soldats philistins qui s'approchent doucement de la demeure de Dulila.

Violent coup de tonnerre.


DALILA
paraissant sur la terrasse
A moi! Philistins! à moi!

SAMSON
Trahison!

Les soldats se précipitent dans la demeure de Dalila.

TROISIÈME ACTE

Premier Tableau
La prison de Gaza

SCÈNE I
Samson, les Hébreux

Samson, enchaîné, aveugle, les cheveux coupés, tourne la meule. Dans la coulisse, choeur des Hébreux captifs.


SAMSON
Vois ma misère, hélas! vois ma détresse!
Pitié! Seigneur! pitié pour ma faiblesse!
J'ai détourné mes pas de ton chemin:
Bientôt de moi tu retireras ta main.
Je t'offre, ô Dieu, ma pauvre âme brisée.
Je ne suis plus qu'un objet de risée.
Ils m'ont ravi la lum!ère du ciel;
Ils m'ont versé l'amertume et le fiel!

CHOEUR DES HÉBREUX
derrière la scène
Samson, qu'as-tu fait de tes frères?
Qu'as-tu fait du Dieu de tes pères?

SAMSON
Hélas! Israel dans les fers,
Du ciel attirant la vengeance,
A perdu jusqu'à l'espérance
Par tous les maux qu'il a soufferts!
Que nos tribus à tes yeux trouvent grâce!
Daigne à ton peuple épargner la douleur!
Apaise-toi devant leurs maux, Seigneur,
Toi, dont jamais la pitié ne se lasse!

LES HÉBREUX
Dieu nous confiait à ton bras
Pour nous guider dans les combats;
Samson, qu'as-tu fait de tes frères?
Qu'as-tu fait du Dieu de tes pères?

SAMSON
Frères! votre chant douloureux,
Pénétrant dans ma nuit profonde,
D'une angoisse mortelle inonde
Mon cour coupable et malheureux.
Dieu! prends ma vie en sacrifice
Pour satisfaire ton courroux!

LES HÉBREUX
Pour une femme il nous vendait,
De Dalila payant les charmes.

SAMSON
D'Israël détourne tes coups,
Et je proclame ta justice!

LES HÉBREUX
Fils de Manoah, qu'as-tu fait
De notre sang et de nos larmes?

SAMSON
A tes pieds, brisé, mais soumis,
Je bénis la main qui me frappe.
Fais, Seigneur, que ton peuple échappe
A la fureur des ennemis!

LES HÉBREUX
Samson, qu'as-tu fait de tes frères?
Qu'as-tu fait du Dieu de tes pères?

Les Philistins entrent dans ta prison; ils entraînent Samson.

Deuxième Tableau

Intérieur du temple de Dagon

Statue du dieu, table des sacrifices - Au milieu du sanctuaire - deux cotonnes semblent supporter l'édifice.


SCÈNE II
Le Grand-Prêtre, Datila, les Philistins

Le Grand-Prêtre, des princes philistins. Dalila, suivie des jeunes Philistines, couronnées de fleurs, des coupes à la main. Le peuple remplit le temple.
Le jour se lève.



CHOEUR DES PHILISTINS
L'aube qui blanchit déjà les coteaux
D'une nuit si belle éteint les flambeaux;
Prolongeons la fête, et malgré l'aurore,
Aimons encore!
L'amour verse au cour l'oubli de nos maux.
Au vent du matin, l'ombre de la nuit
Comme un léger voile à l'horizon fuit.
L'orient s'empourpre, et sur les montagnes
Le soleil luit,
Dardant ses rayons au sein des campagnes.

Bacchanale

SCÈNE III
Les mêmes, Samson entre conduit par un enfant.

LE GRAND-PRÊTRE
à Samson
Salut! salut au juge d'Israël,
Qui vient par sa présence égayer notre fête!
Dalila! par tes soins qu'une coupe soit prête!
Verse à ton amant l'hydromel!
Il videra sa coupe en chantant sa maîtresse
Et sa puissance enchanteresse!

LES PHILISTINS
Samson! nous buvons avec toi
A Dalila, ta souveraine!
Vide la coupe sans effroi!
L'ivresse dissipe la peine!

SAMSON
à part
L'âme triste jusqu'à la mort,
Devant toi, Seigneur, je m'incline;
Que par ta volonté divine
Ici s'accomplisse mon sort!

DALILA
s'approchant de Samson, une coupe à la main
Laisse-moi prendre ta main
Et te montrer le chemin,
Comme dans la sombre allée
Qui conduit à la vallée,
Le jour où, suivant mes pas,
Tu m'enlaçais de tes bras!
Tu gravissais les montagnes
Pour arriver jusqu'à moi,
Et je fuyais mes compagnes
Pour être seule avec toi.
Souviens-toi de nos ivresses!
Souviens-toi de mes caresses!
L'amour servait mon projet,
Pour assouvir ma vengeance
Je t'arrachai ton secret:
Je l'avais vendu d'avance.
Tu croyais à cet amour:
C'est lui qui riva ta chaîne.
Dalila venge en ce jour
Son dieu, son peuple et sa haine.

LES PHILISTINS
Dalila venge en ce jour
Son dieu, son peuple et sa haine.

SAMSON
à part
Quand tu parlais, je restais sourd;
Et dans le trouble de mon âme,
Hélas! j'ai profané l'amour
En e donnant à cette femme.

LE GRAND-PRÊTRE
Allons, Samson, divertis-nous,
En redisant à ton amante
Les doux propos, les chants si doux
Dont la passion s'alimente!
Que Jéhovah compatissant
A tes yeux rende la lumière!
Je servirai ce Dieu puissant
S'il peut exaucer ta prière!
Mais, incapable à te servir,
Ce Dieu que tu nommes ton père,
Je puis l'outrager, le haïr,
En me riant de sa colère!

SAMSON
Tu permets, ô Dieu d'Israël,
Que ce prêtre imposteur outrage,
Dans sa fureur et dans sa rage,
Ton nom, à la face du ciel!
Que ne puis-Je venger ta gloire,
Et par un prodige éclatant
Retrouver pour un seul instant
les yeux, la force et la victoire!

LES PHILISTINS
Ah! ah! ah! ah!
Rions de sa fureur!
Tu ne nous fais pas peur!
Dans ta rage impuissante,
Samson, tu n'y vois pas!
Prends garde à tes pas!
Sa colère est plaisante!
Ah! ah! ah! ah!

LE GRAND-PRÊTRE
Viens, Dalila, rendre grâce à nos dieux
Qui font trembler Jéhovah dans les cieux!
Du grand Dagon consultons les auspices!
Versons pour lui le vin des sacrifices!

Dalila et le Grand-Prêtre se dirigent vers la table des sacrifices sur laquelle se trouvent les coupes sacrées.
Un feu brûle sur l'autel qui est orné de fleurs. Dalila et le Grand-Prêtre, prenant les coupes, font une libation sur le feu sacré qui s'active, puis disparaît pour reparaître sur les mots «Dagon se révèle».
Samson est resté au milieu de la scène, ayant près de lui l'enfant qui le conduit; il est accablé parla douleur et semble prier.


DALILA ET LE GRAND-PRÊTRE
Gloire à Dagon vainqueur!
Il aidait ma (sa) faiblesse,
Inspirant à mon (ton) coeur
Et la force et l'adresse.
O toi! le plus grand entre tous!
Toi qui fis la terre où nous sommes,
que ton esprit soit avec nous,
O maître des dieux et des hommes!

LES PHILISTINS
Marque d'un signe
Nos longs troupeaux!
Mûris la vigne
Sur nos coteaux!
Rends à la plaine
Notre moisson
Que, dans sa haine,
Brûla Samson!

DALILA ET LE GRAND-PRÊTRE
Reçois sur nos autels
Le sang de nos victimes
Que t'offrent des mortels
Pour expier leurs crimes!

LES PHILISTINS
Gloire à Dagon!

DALILA ET LE GRAND-PRÊTRE
Aux yeux de tes prêtres divins,
Pouvant seuls contempler ta face,
Montre l'avenir qui se cache
Aux regards des autres humains!

LES PHILISTINS
Dieu, sois propice
A nos destins!
Que ta justice
Aux Philistins
Donne la gloire
Dans les combats!
Que la victoire
Suive nos pas!

DALILA, LE GRAND-PRÊTRE, PUIS LES PHILISTINS
Dagon se révèle!
La flamme nouvelle
Sur l'autel renaît de la cendre.
L'immortel pour nous va descendre.
C'est le Dieu
Qui par sa présence
Montre sa puissance
En ce lieu.

LE GRAND-PRÊTRE
à Samson
Pour que le sort soit favorable,
Allons, Samson, viens avec nous,
A Dagon, le dieu redoutable,
Offrir ta coupe à genoux!
à l'enfant
Guidez ses pas vers le milieu du temple,
Pour que de loin le peuple le contemple.

SAMSON
Seigneur, inspire-moi, ne m'abandonne pas!
à l'enfant
Vers les piliers de marbre, enfant, guide mes pas!

L'enfant conduit Samson entre les deux piliers.

LES PHILISTINS
Dagon se révèle!
La flamme nouvelle,
Sur l'autel,
Renaît de la cendre.
C'est le Dieu
Qui par sa présence
Montre sa puissance
En ce lieu.

Dieu, sois propice
A nos destins!
Que ta justice
Aux Philistins
Donne la gloire
Dans les combats!
Que la victoire
Suive nos pas!
Devant toi, d'Israël
Disparaît l'insolence.
Nos bras guides par ton esprit,
Dans les combats ou par tes charmes,
Ont vaincu ce peuple maudit,
Bravant ta colère et tes armes.

A nos destins,
Dieu, sois propice!
Que ta justice
Aux Philistins
Donne la gloire
Dans les combats!
Que la victoire
Suive nos pas!
Gloire à Dagon!
Gloire! gloire! gloire!

SAMSON
placé entre les deux piliers, cherchant à les ébranler
Souviens-toi de ton serviteur
Qu'ils ont privé de la lumière!
Daigne pour un instant, Seigneur,
Me rendre ma force première!
Qu'avec toi je me venge, b Dieu!
En les écrasant en ce lieu!

Le temple s'écroule au milieu des cris.

DALILA, LE GRAND-PRÊTRE, LES PHILISTINS
Ah!

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