Das Schloss

Das Schloss

Oper in zwei Teilen (neun Bildern)

Libretto

Aribert Reimann (nach Franz Kafka und Max Brod)

Uraufführung

2. September 1992, Berlin (Deutsche Oper)

Besetzung

K., ein Fremder (Bariton)
DER GASTWIRT "ZUR BRÜCKE (Bariton)
SEINE FRAU (Alt)
SCHWARZER (Bariton)
ARTUR und JEREMIAS, die Gehilfen (Tenor und Bariton)
BARNABAS, der Schlossbote (Bariton)
OLGA und AMALIA, seine Schwestern (mezzosopran und Alt)
DER "HERRENHOFWIRT" (Bass)
FRIEDA, Schenkmädchen im "Herrenhof" (Sopran)
DER LEHRER (Bass)
BÜRGEL, ein Untersekretär (Sprechrolle)
DER GEMEINDEVORSTEHER und SEINE FRAU (Sprechrollen)

Bauern, Beamte, Dienerschaft, Gäste

Ort

irgendein Dorf in Schlossnähe

Zeit

Gegenwart

Reimann, Aribert

Reimann, Aribert
4.3.1936 Berlin


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Ein Traumspiel (20.6.1965 Kiel)
Melusine (29.4.1971 Schwetzingen)
Lear (9.7.1978 München)
Die Gespenstersonate (25.9.1984 Berlin)
Troades (7.7.1986 München)
Bernarda Albas Haus (30.10.2000 München)

ERSTES BILD
An einem Winterabend kommt ein Fremder, K., in ein Dorf und erhält im Wirtshaus »Zur Brücke« Quartier. Schwarzer, der Sohn eines Schlossbeamten, weckt K. und weist daraufhin, dass er für einen Aufenthalt im Dorf die Erlaubnis vom Schloss brauche. Der Fremde behauptet, der neue Landvermesser zu sein, was durch das Schloss bestätigt wird.

ZWEITES BILD
K. möchte sich im Schloss vorstellen, bekommt aber keine Einladung dazu. Zwei Männer, Artur und Jeremias, stellen sich als künftige Gehilfen K.s vor. Ihre Anstellung bei K. wird durch den Boten Barnabas, der eine entsprechende Anordnung eines gewissen Klamm mitbringt, genehmigt.

DRITTES BILD
Der Fremde geht zum Herrenhofwirt, weil dort, wie er gehört hat, Leute vom Schloss verkehren. Er lernt Frieda, die Geliebte Klamms kennen, die mit ihm zur »Brücke« geht.

VIERTES BILD
Die Brückenwirtin hält K. sein Verhältnis zu Frieda vor. K. meint, er werde wegen des Mädchens mit Klamm reden und hat vor, ihn zu suchen.

FÜNFTES BILD
K. findet nur den Gemeindevorsteher, der ihm klarmachen will, dass man eigentlich gar keine Arbeit für einen Vermessungsbeamten habe. Er bezweifelt auch die Anstellung des Fremden, zumal die Einstellungsurkunde und auch der Antrag dazu nicht auffindbar sind.

SECHSTES BILD
Der Dorflehrer sucht K. auf und bietet ihm im Auftrag des Gemeindevorstehers eine Stelle als Schuldiener an, die K. schliesslich auf Drängen der Wirtin und Friedas annimmt. Der Lehrer erklärt jedoch plötzlich, er könne K. nicht mehr brauchen. Dieser ist bereits so erschöpft, dass er sich kaum aufrecht halten kann. Trotzdem hat er vor, sich bei Klamm zu beschweren.

SIEBTES BILD
Er erreicht diesen wieder nicht, erhält aber durch Barnabas über Artur und Jeremias eine Botschaft Klamms. Der Inhalt des Briefs erweist sich jedoch als falsch. K. besteht darauf, Klamm selbst zu sprechen und schickt Barnabas zu ihm, obwohl Frieda drängt, mit ihr schleunigst das Dorf zu verlassen. K. aber möchte unbedingt im Schloss vorsprechen.

ACHTES BILD
K. sucht nach Barnabas, findet jedoch nur dessen Eltern, Amalia und Olga. Diese erzählt ihm, dass gelegentlich jemand durch viel Geduld eine Anstellung vom Schloss erhalten könne, wie zum Beispiel ihr Bruder Barnabas. K. trifft es schwer, als er hört, dass seine Gehilfen den Dienst aufgesagt haben und Jeremias mit Frieda zusammen fortgegangen ist. Barnabas bringt nun die Nachricht, dass K. einen gewissen Erlanger, einen der Sekretäre Klamms, aufsuchen solle.

NEUNTES BILD
K. eilt in den Herrenhof, um dort, wie versprochen, Erlanger zu treffen. Er findet nur Frieda, die ihm vorwirft, sie betrogen zu haben. In dem Zimmer, in dem K. Erlanger vermutet, trifft er einen anderen Herrn, den Untersekretär Bürgel. Dieser erzählt ihm von Einrichtungen und Anordnungen des Schlosses, doch K., fast am Ende, hört kaum mehr zu. Er, ein Fremder, weder vom Dorf noch vom Schloss, also ein Niemand, verschwindet im Nichts.

Aus Gründen des Copyrights darf dieses Libretto leider noch nicht veröffentlicht werden.