Le Villi

Le Villi

Libretto

Ferdinando Fontana, after "Les Willis" by Jean Baptiste Alphonse Karr

Premiere

31 May 1884, Milan (Teatro dal Verme)

Cast

GUGLIELMO WULF [WILHELM] (baritone)
ANNA (soprano)
ROBERTO (tenor)
ERZÄHLER (speaking role)

CHOR
Bergbauern und Bergbäuerinnen, Willis, Geister

Place

Time

19th century

Puccini, Giacomo

Puccini, Giacomo (Antonio Domenico Michele Secondo Maria)
22.12.1858 Lucca - 29.11.1924 Brussel


Works for stage
with date/place of first performance:

Le Villi (31.5.1884 Milano)
Le Villi [rev] (26.12.1884 Torino)
Edgar (21.4.1889 Milano)
Edgar [rev] (28.2.1892 Ferrara)
Manon Lescaut (1.2.1893 Torino)
La Bohème (1.2.1896 Torino)
Tosca (14.1.1900 Roma)
Madama Butterfly (17.2.1904 Milano)
Madama Butterfly [rev] (28.5.1904 Brescia)
Edgar [rev 2] (8.7.1905 Buenos Aires)
Madama Butterfly [rev 2] (10.7.1905 London)
Madama Butterfly [rev 3] (28.12.1905 Paris)
La fanciulla del West (10.12.1910 New York)
La rondine (27.3.1917 Monte Carlo)
Il trittico (14.12.1918 New York):
- Il tabarro
- Suor Angelica
- Gianni Schicchi
Turandot [inc} (25.4.1926 Milano)
rev = revised / inc = incomplete



ERSTER AKT
In einem Schwarzwälder Dorf feiern Anna und Robert Verlobung. Kurz darauf muss sich Robert von seiner Braut verabschieden, weil er in Mainz das Erbe seiner verstorbenen Tante antreten soll. Anna wird beim Abschied von Vorahnungen geplagt, die auch Robert mit seinen Treueversprechungen nicht zerstreuen kann.

ZWEITER AKT
Robert hat in Mainz eine Abenteuerin zu seiner Geliebten gemacht und seine Braut vergessen. Als Anna dies erfährt, stirbt sie vor Gram. Ihre Seele wird von den Willis, Geistern der vor der Hochzeit verlassenen und gestorbenen Jungfrauen, zu sich genommen. Als Robert, von Reue gepeinigt, heimkehrt, sieht er Anna und glaubt, dass sie noch lebt. Er küsst sie, die ihn in den Reigen der anderen Willis und Geister hineinzieht und so lange zu rasenden Tänzen zwingt, bis er tot zusammenbricht. Anna und ihr Vater sind gerächt.


In un piccolo villaggio della Foresta Nera, dove vivono i due fidanzati Roberto e Anna. Roberto è costretto ad abbandonare per qualche tempo la promessa sposa, dovendo andare a Magonza per prendere possesso di una cospicua eredità lasciatagli da una vecchia congiunta. Anna è colta da tristi presentimenti, destinati ad avverarsi; l’amato infatti, una volta in città, si lascia irretire da un’altra donna, dimenticandosi della fidanzata lontana, che nel frattempo muore di dolore. Egli non sa della tragica sorte di Anna, se non quando, travolto dal rimorso, decide dopo qualche mese di tornare da lei, per discolparsi e implorare il suo perdono. Giunto al villaggio, scorge il fantasma della fanciulla che, con infinita tristezza, gli si rivolge per ricordare le promesse di fedeltà e il tradimento di cui si è macchiato. Roberto, sconvolto, si muove verso l’immagine di Anna, che ormai è diventata una Villi: misteriose creature, morte di dolore, che nelle notti di luna si riuniscono per attendere gli uomini rei di averle abbandonate e di non aver mantenuto la promessa di fedeltà e di nozze; senza pietà compiono la loro vendetta, travolgendo gli sventurati in una danza frenetica fino a farli morire. È questo il tremendo destino riservato a Roberto, il quale inutilmente cerca di sfuggire e di salvarsi, ma di nuovo viene afferrato e costretto a danzare fino alla fine.


Personen:
GUGLIELMO WULF [WILHELM] (Bariton)
ANNA, seine Tochter (Sopran)
ROBERTO, ihr Verlobter (Tenor)
ERZÄHLER (Sprechrolle)

CHOR
Bergbauern und Bergbäuerinnen, Willis, Geister



Vorspiel

ERSTER AKT

Eine Lichtung im Wald. Auf der rechten Seite steht Gugliemo's bescheidenes Haus. Auf der linken Seite ist ein Pfad, der über steiniges Gelände in den tiefen Wald führt. Eine kleine Brücke überspannt eine Vertiefung von der einen bis zur anderen Seite. Es ist Frühlig. Die Bäume blühen and überall sind Blumengirlanden aufgehängt. In der Nähe des Hauses steht ein gedeckter Tisch mit Essen, Flaschen und Gläsern. Guglielmo, Anna und Roberto sitzen am oberen Ende des Tisches

BERGLER
Hoch sollen sie leben, hoch sollen sie leben,
Hoch sollen sie leben, die Neuverlobten!

Anna und Roberto treten Arm in Arm nach vorne

BERGLER
Die alte Frau aus Mainz
Machte Roberto zu ihrem Erben!
Die Schätze, die sie aufhäufte,
Sind gar zahlreich!
So wird Roberto heute abend
Weggehen
Als armer Mann, wird aber zurückkehren
Als reicher, um dann seinen Liebling zu heiraten!
Hoch sollen sie leben, hoch sollen sie leben,
Hoch sollen sie leben, die Neuverlobten
Dreht euch, wirbelt herum und dreht euch!
Springt, nun springt, hüpft und dreht euch!
Die Musik pulsiert verzückt,
Der Tanz treibt uns voran!
Oh wie schnell die Stunden vergehen,
Während wir leichtfüssig tanzen!
Tanz ist der Rivale der Liebe,
Der das Herz klopfen lässt!
Dreht euch, wirbelt herum und dreht euch!
Springt, nun springt, hüpft und dreht euch!
zu Guglielmo
Hallo da, Vater Guglielmo!
Komm her und tanze auch!

GUGLIELMO
Na, warum nicht? Oh je, oh je!
Vielleicht bin ich alt, aber ich kann immer noch 'rumhüpfen!

galant fordert er ein Mädchen zum Tanz auf

BERGLER
Dreht euch, wirbelt herum und dreht euch!
Springt, nun springt, hüpft und dreht euch!

Während seine Freunde ihm applaudieren, tanzt Guglielmo mit seiner Partnerin hinaus. Alle anderen folgen ihnen. Kurz danach kehrt Anna mit einem Blumenstrauss zurück

ANNA
Wenn ich winzig wäre wie Ihr,
Schöne Blumen, dann könnte ich
Immer ganz nah' bei meinem Geliebten bleiben.
Dann würde ich ihm sagen:
"Ich denke immer an Dich!"
Dann könnte ich ihm sagen:
"Vergissmeinnicht!"
Ihr werdet ihm folgen, meine lieben Blumen,
Über Berg und Tal.
Ihr werdet meinem Liebsten folgen.
Ach, wenn nur der Name, den Ihr tragt,
Nicht falsch ist,
Dann sagt meinem Geliebten:
"Vergissmeinnicht!"

Sie will den Blumenstrauss in Robertos Tasche stecken

ROBERTO
kommt herein und sieht was Anna tut
Aha ich habe Dich erwischt!

ANNA
Du!

ROBERTO
nimmt den Blumenstrauss, küsst ihn und steckt ihn wieder in seine Tasche
Ich danke Dir, liebe Anna,
Aber ich hätte gern
Ein noch süsseres Andenken.

ANNA
Was?

ROBERTO
Ein Lächeln.
Anna schüttelt traurig den Kopf
Liebste Anna, Du darfst nicht traurig sein.
In ein paar Tagen bin ich wieder da.

ANNA
Ich gebe mir Mühe, nicht zu weinen,
Aber ich kann meine Traurigkeit nicht überwinden.
Böse Vorahnungen bedrücken mich.
Ich spüre, dass ich Dich nie wieder sehen werde.

ROBERTO
Anna!

ANNA
Letzte Nacht träumte ich, dass ich starb,
Während ich auf Dich wartete.

ROBERTO
Ach komm! Was für schreckliche Gedanken!
Denk lieber an die glücklichen Tage,
Die das Schicksal
Unserer Liebe bescheren wird!

ANNA
Aber liebst Du mich wirklich?

ROBERTO
Mein Engel,
Wie kannst Du an meine Liebe noch zweifeln?
Du warst es, die mit mir
Die Freuden, die Zärtlichkeiten der Kindheit teilte.
Deine Lieblichkeit und Tugend
Lehrten mich wie schön das Leben ist.
Ich war arm, aber Du entschlossest Dich,
Meine Liebe höher als die irgend eines reichen Mannes zu schätzen.
Ach, zweifle an Deinem Gott,
Aber nein, zweifle nie an meiner Liebe!
Ich liebe Dich!

ANNA
Süsse, zärtliche Worte,
lhr durchdringt mein trauriges Herz,
Und in den schlimmsten Augenblicken des Wartens
Mögt Ihr meinen Kummer mildern.
Süsse, zärtliche Worte,
Wie oft werden meine Lippen
Sie murmeln:
Ach, zweifle an Deinem Gott,
Aber nein, zweifle nie an meiner Liebe!
Ich liebe Dich!

Die Bergler kehren mit Gugliemo zurück

BERGLER
Nun schnell! Mach Dich schnell auf Deinen Weg!
Es ist schon Zeit, dass Du aufbrichst!
Ehe der fröhliche Sonnenstrahl
Verschwindet, musst Du auf dem Weg sein!

ROBERTO
Anna, sei tapfer!

ANNA
Ich spüre, ich werde sterben!

BERGLER
zu Roberto
Wir werden Dich
Bis zum Waldrand begleiten.

ROBERTO
zu Guglielmo
Lieber Vater, gib uns Deinen Segen!

GUGLIELMO
Dann kommt alle zu mir.
Anna and Roberto knien zu seinen Füssen: die anderen tun es Ihnen nach
Oh Engel Gottes, der Du Dich heute abend
Zum Himmel aufschwingst,
Trage dieses Gebet
Zum Throne des Herrn!

ANNA, ROBERTO UND GUGLIELMO
Möge jedem Pilger
Eine gute Reise beschert sein!
Möge jeder Liebestraum
Vor Enttäuschungen bewahrt bleiben.
Trage dieses Gebet
Zum Throne des Herrn!

Guglielmo umarmt Roberto, der dann Anna umarmt und danach jedem Bergsteiger die Hand schüttelt

ROBERTO
Vater, Anna, auf Wiedersehen!

ANNA, GUGLIELMO UND BERGLER
Auf Wiedersehen, Roberto, auf Wiedersehen!

Roberto geht in Begleitung einiger Freunde ab

INTERMEZZO

1. Teil: Verlassen

ERZÄHLER
Damals in der Stadt Mainz
Verzauberte eine Sirene Alte sowohl wie Junge.
Sie lockte Roberto zu einer unzüchtigen Orgie,
Und dort vergass er seine Liebe zu Anna.
In der Zwischenzeit, von einer unbeschreiblichen Angst gepackt,
Wartete das betrogene Mädchen auf ihn.
Aber sie wartete vergebens: als der Winter kam,
Schloss sie ihre Augen zum ewigen Schlaf.

Durch einen Vorhang sieht man, wie Annas Trauerzug Guglielmos Haus verlässt und die Lichtung überquert

FRAUEN
Wie eine gebrochene Lilie
Liegt sie in ihrem Sarg,
Ihr Gesicht so blass wie der Mondschein.
Oh reinste Jungfrau, ruhe nun in Frieden!

2. Teil: Der Hexensabbat

ERZÄHLER
lm Schwarzwald gibt es eine Sage,
Die man die Sage der Wilis nennt.
Und sie erfüllt alle untreuen Liebhaber mit Angst.
Wenn ein Mädchen ans Liebe stirbt,
Kommen jede Nacht die Hexen in den Wald
Zum Tanzen, um auf den ungetreuen Liebhaber zu warten.
Wenn sie ihm dann begegnen, lachen sie
Und tanzen mit ihm, bis er vor Erschöpfung stirbt.
Auch für Roberto sollte der verhängnisvolle Tag kommen.
In Lumpen, von der Sirene verlassen,
Entschloss er sich, zum Wald zurückzugehen,
Und heute nacht ist er zurückgekehrt.
Er kommt durch den Wald:
Die Wilis umwirbeln ihn in der frostigen Luft.
Vor Kälte und Angst zitternd
Ist er bereits mitten in dem dunklen Wald.

Während des zweiten Teils wird die Waldlandschaft des ersten Aktes wieder sichtbar, aber es ist Winter. Nacht. Die kahlen Bäume sind mit Schnee beladen. Der Himmel ist klar und voller Sterne: der Mond scheint auf die finstere Umgebung. Die Wilis kommen zum Tanz. Irrlichter gehen ihnen voraus. Sie erscheinen auf allen Seiten und schweben über der Szene

ZWEITER AKT

Der trauernde Guglielmo sitzt neben seiner Haustür

GUGLIELMO
Nein, es ist ausgeschlossen,
Dass seine Schuld nicht gerächt werden sollte.
Meine süsse Tochter lebte
Ruhig und gesegnet an meiner Seite,
Dann kam er
Und weckte mit seinen Worten
Die Sehnsucht nach Liebe in ihrem Herzen.
steht auf
Wer also, Schurke,
Bat Dich je um Deine Liebe?
Was haben wir Dir je
Grausames angetan,
Dass Du diesen Engel töten
Und meine letzten Tage
Mit solch grosser Traurigkeit beladen solltest?
Nein, es ist ausgeschlossen,
Dass eine so grosse Schuld ungerächt bleiben sollte.
Oh gesegnete Seele meiner Tochter,
Wenn die Sage der Wilis doch wahr wäre,
Erweis ihm nun nicht die gleiche Gnade wie damals,
Sondern erwarte ihn hier beim Sonnenuntergang.
Wenn ich nur wüsste, dass Du gerächt wärest,
Würde ich dankbar den letzten Tag des Lebens begrüssen.
Ach, vergib Herr, den erbarmungslosen Gedanken,
Der meinem blutenden Herzen entsprungen ist.

Er geht ins Haus

WILIS
hinter den Kulissen
Er kommt!
Anna! Anna! Anna!
Um den ihm bestimmten Tod zu finden!
Der Verräter nähert sich!
Schau! Hier kommt er!
Komm nun, verdammte Seele, eile.

Roberto betritt die Brücke

ROBERTO
für sich
Hier ist ihr Haus.
Oh Gott, welch schreckliche Nacht!
Unheimliche Stimmungen verfolgen mich.
Die Wilis: weg mit ihnen!
Sie sind Einbildungen!
verlässt die Brücke
Nein, die verhängnisvolle Rache der Wilis.
Verfolgt mich nicht!
Reue, Du alleine, plagst mich!
Höllenschlange!
Giftige Höllenschlange!
Meine qualvollen Gedanken
Kehren zu jenen glücklichen Tagen zurück,
Als der Mai voller Blumen war
Und für mich die Liebe blühte.
Dann tauchten traurige Geheimnisse
Meine Welt ins Dunkle,
Und nun ist in meinem Herzen
Nichts als Traurigkeit und Angst!
Vielleicht lebt sie noch!
er schaut sich Annas Haus an, zögert und läuft dann hin
Ich werde klopfen!
Er will klopfen, tritt aber zurück, als wäre er von einer geheimnisvollen Macht zurückgehalten worden
Wie es mich eben schauderte!
Ich konnte meine Hand
Nicht zu ihrer Tür heben!

WILIS
Komm her, verdammte Seele, eile!

ROBERTO
Mir ist, als hörte ich
Einen Grabgesang!
er kniet hin zum Gebet, scheinbar erschöpft
Oh, grosser Gott! Es ist das Ende
Meiner Reise, meines Schicksals.
Möge Vergebung mir noch
Einen einzigen Moment des Glücks bringen,
Dann will ich sterben.
springt auf
Ich kann nicht beten!
Ach, verdammt sei der Tag,
An dem ich dieses Dorf verliess!
Und verdammt sei Deine Schönheit,
O scheussliche Kurtisane!
Sei auf ewig verdammt. Auf Ewig verdammt!

WILIS
Eile! Eile! Eile!

ANNA
hinter den Kulissen
Roberto!

ROBERTO
Himmel!
Ihre Stimme! Sie ist nicht tot!

ANNA
erscheint auf der Brücke
Ich bin nicht mehr die Liebe.
Ich bin die Rache!

ROBERTO
fällt hin, während Anna sich ihm nähert
Grosser Gott!

ANNA
Erinnerst Du Dich an Deine Worte
Im Monat der Blumen?
"Du warst es, die mit mir
Die Freuden, die Zärtlichkeiten der Kindheit teilte.
Deine Lieblichkeit und Tugend
Lehrten mich wie schön das Leben ist.
Ach zweifle an Deinem Gott,
Aber nein, zweifle nie an meiner Liebe!"
Ich liebte Dich: Du verrietest mich.
Ich wartete: Du kamst nicht.
Doch welch furchtbare Qual,
Schweigend zu leiden!
Als alle Hoffnung aus meinem Herzen vertrieben war,
Tötetest Du mich!

ROBERTO
Ich vergass sie, ich verriet sie,
Und meinetwegen starb sie.
Welch furchtbare Qual
Werde ich erleiden müssen!
Mit Reue in meinem Herzen
Spüre ich, wie ich sterbe!

Roberto nähert sich Anna, als wäre er von einer unbekannten Macht getrieben. Fast glückt es ihm, die Faszination zu überwinden, doch gelingt es ihm nicht, und er läuft ihr entgegen. Anna öffnet ihre Arme und drückt ihn an sich. Die Wilis versammeln sich um das Paar, tanzen wie wild und verschwinden dann

GEISTER
hinter den Kulissen
Hier warten wir auf Dich, Verräter!
Von uns erwarte keine Gnade!

GEISTER UND WILIS
Ein Mann, der im Leben auf Liebe nicht hörte,
Wird im Tode keine Vergebung finden!
Verräter, wir erwarten Dich!
Dreh Dich! Spring! Dreh Dich! Spring!

Voller Angst eilt Roberto zu Guglielmos Tür, um dort zu klopfen. Er sieht, dass die Wilis ihn verfolgen und läuft in die andere Richtung, wo ihm Anna den Weg versperrt. Sie ergreift ihn erneut und führt ihn in einen wilden Tanz zwischen den anstürmenden Wilis

ROBERTO
fällt erschöpft zu Annas Füssen
Anna, Gnade!

ANNA
während sie verschwindet
Du bist mein!

GEISTER UND WILIS
Hosianna! Hosianna! Hosianna!

Opera-ballo in due atti



Libretto
Ferdinando Fontana

Prima rappresentazione
31 maggio 1884, Milano (Teatro Dal Verme)

Personaggi:
ANNA (Soprano)
GUGLIELMO WULF, suo padre (Baritono)
ROBERTO (Tenore)

CORO
montanari e montanare, villi, spiriti

Luogo
piccolo villaggio della Foresta Nera

Epoca
secolo XIX

Preludio

ATTO PRIMO


Spianata nel Bosco.
A destra, sul dinanzi, una casa modesta, quella di Guglielmo. In fondo, a sinistra, un sentiero che si perde nel folto d'una boscaglia salendo una rupe. Da questa ad un'altra rupe un ponticello.
È primavera. Festoni di fiori pendono da ogni parte. La scena è pavesata a festa.
Guglielmo, Anna e Roberto sono seduti a capotavola.


MONTANARI
Evviva! Evviva! Evviva!
Evviva i fidanzati!

Anna e Roberto si allontanano dal fondo dandosi il braccio.

MONTANARI
Della vecchia di Magonza
Roberto è ereditier!
I tesori accumulati
Son molti davver!
Dunque povero stasera
Roberto partirà
E a sposar la fidanzata
Ei ricco tornerà!
Evviva! Evviva! Evviva!
Evviva i fidanzati!
Gira! Gira! Gira!
Balza! Gira! Balza!
La musica freme e delira,
La danza sospinge ed incalza!
Oh, volano rapide l'ore
Se il piede alla danza è legger!
Il ballo è rival dell'amore:
Il core fa batter davver!
Gira! Gira! Gira!
Balza! Gira! Balza!
a Guglielmo
Ohè! Babbo Guglielmo!
Venite voi pure a danzar!

GUGLIELMO
Ebben, perchè no? Poffar mio!
Son vecchio, ma in gambe so star!

Va a prendere una ragazza e la invita a ballare con galanteria.

MONTANARI
Gira! Gira! Gira!
Balza! Gira! Balza!

Fra gli applausi e le risa, Guglielmo esce con danzatrice. Poco a poco tutti lo seguono. La scena rimane vuota per un momento, poi Anna rientra sola dal fondo, con un mazzolino di Nontiscordardime.

ANNA
Se come voi piccina io fossi,
O vaghi fior, sempre sempre
Vicina potrei stare al mio amor.
Allor, dirgli vorrei:
'Io penso sempre a te!'
Ripeter gli potrei:
'Non ti scordar di me!'
Voi, di me più felici,
Lo seguirete, o fior;
Per valli e per pendici
Seguirete mio amor.
Ah, se il nome che avete
Menzognero non è,
Deh, al mio amor ripetete:
'Non ti scordar di me!'

Anna va a mettere il mazzolino nella valigia di Roberto.

ROBERTO
vedendo l'atto di Anna e avvicinandosele sorridendo
Ah, ti ho còlta!

ANNA
Tu!

ROBERTO
prendendo dalla valigia il mazzolino, lo bacia, poi lo ripone
Grazie, Anna mia.
Ma un più gentil ricordo
Io chiederti vorrei.

ANNA
Quale?

ROBERTO
Un sorriso.
Anna scuote mestamente la testa
Non esser, Anna mia, mesta sì tanto:
Passeran pochi giorni e tornerò.

ANNA
lo tento invan di trattenere il pianto,
Ho una tristezza che vincer non so.
Foschi presagi mi turban la mente.
Mi par ch'io non ti debba più veder.

ROBERTO
Anna!

ANNA
Stanotte sognai
Che morente t'attendevo.

ROBERTO
Suvvia! Quali pensier!
Pensa invece ai dì lieti
Che il destino ci promette,
Benigno al nostro amor!

ANNA
Ma, m’ami tu davver?

ROBERTO
Mio cherubino, perché
Dell'amor mio dubiti ancor?
Tu dell'infanzia mia
Le gioie dividesti e le carezze;
Da te soave e pia imparai
Della vita le dolcezze;
Ero povero, e tu l'affetto mio
Più d'ogni ricco volesti pregiar.
Ah! Dubita di Dio,
Ma no, dell'amor mio non dubitar!
Io t'amo!

ANNA
Dolci e soavi accenti, deh,
Vi scolpite nel mio mesto cor,
E nei foschi momenti dell'attesa
Alleviate il mio dolor!
Dolci e soavi accenti,
Oh, quante volte il labbro mio
Vi dee mormorar:
Ah! Dubita di Dio,
Ma no, dell'amor mio non dubitar!
Io t'amo!

I montanari rientrano con Guglielmo.

MONTANARI
Presto! Presto in viaggio!
E l'ora di partir!
Pria che il giocondo raggio
Del sole abbia a svanir si parta!

ROBERTO
Anna, coraggio!

ANNA
Io mi sento morir!

MONTANARI
a Roberto
Della foresta al limite
Noi verrem con te.

ROBERTO
a Guglielmo
Padre mio, benediteci!

GUGLIELMO
Tutti qui intorno, intorno a me.
Anna e Roberto s'inginocchiano ai piedi di Guglielmo; tutti li imitano
Angiol di Dio,
Che i vanni rivolgi al ciel stasera,
Reca questa preghiera
Al trono del Signor!

ANNA, ROBERTO e GUGLIELMO
Sia propizio il cammino
Ad ogni pellegrino!
Non serbi disinganni
Ogni sogno d'amor!
Reca questa preghiera
Al trono del Signor!

Guglielmo abbraccia Roberto, poi Roberto abbraccia Anna e stringe la mano e saluta i Montanari e Montanare.

ROBERTO
Padre, Anna, addio!

ANNA, GUGLIELMO e MONTANARI
Addio, Roberto, addio!

Roberto si avvia con alcuni amici.

INTERMEZZO

Prima Parte: L'Abbandono

IL NARRATORE
Di quei giorni a Magonza una sirena
I vecchi e i giovinetti affascinava.
Ella trasse Roberto all'orgia oscena
E l'affetto per Anna ci vi obliava.
Intanto, afflitta da ineffabil pena,
La fanciulla tradita lo aspettava.
Ma invan l'attese: ed al cader dei verno
Ella chiudeva gli occhi al sonno eterno.

Si vede, dietro un velo, passare il corteggio funebre di Anna, che uscendo dalla casa di Guglielmo, attraversa la scena.

FEMMINA
Come un giglio reciso
Dentro la bara giace.
Raggio di luna è il candor del suo viso.
O pura virgo, requiesce in pace!


Seconda Parte: La Tregenda

IL NARRATORE
V’è nella Selva Nera una leggenda
Che delle Villi la leggenda è detta
E ai spergiuri d'amor suona tremenda.
Se muor d'amore qualche giovinetta
Nella selva ogni notte la tregenda
Vieni a danzare, e il traditor vi aspetta;
Poi, se l'incontra, con lui danza e ride
E, colla foga del danzar, l'uccide.
Or per Roberto venne un triste giorno.
Dalla sirena in cenci abbandonato
Egli alla Selva pensò far ritorno,
E questa notte appunto ei v'è tornato.
Già nel bosco s'avanza: intorno, intorno
Riddan le Villi nell'aer gelato.
Ei, tremando di freddo e di paura,
È già nel mezzo della Selva oscura.

Durante la Seconda Parte si scorge lo stesso paesaggio dell'Atto Primo, ma è il verno. È notte. Gli alberi, sfrondati e stecchiti, sono sovraccarichi di neve. Il cielo è sereno e stellato: la luna illumina il tetro paesaggio. Le Villi vengono a danzare, precedute da fuochi fatui che guizzano da ogni parte e percorrono la scena.

ATTO SECONDO

Guglielmo siede sulla porta di casa in atto di dolore profondo.

GUGLIELMO
No, possibil non è
Che invendicata resti la colpa sua!
Vivea beata e tranquilla
Al mio fianco la mia dolce figliola,
Ed egli venne e,
Colla sua parola, d'amor
Le smanie in lei destò.
alzandosi con impeto
Chi dunque, o scellerato,
Chi l'amor tuo ti chiese?
Quali orribili offese
T'abbiami mai fatto noi
Per uccider quell'angelo
E agli estremi miei giorni
Serbar cotanta angoscia?
No, possibil non è
Che invendicata resti colpa sì grande!
Anima santa della figlia mia,
Se la leggenda delle Villi è vera,
Deh, non esser con lui, qual fosti, pia,
Ma qui l'attendi al cader della sera.
S'io potessi saperti vendicata
Lieto saluterei l'ultimo dì.
Ah, perdona, Signor, l'idea spietata
Che dal mio cor che sanguina, fuggì.

rientra in casa

LE VILLI
interno
Ei giunge!
Anna! Anna! Anna!
Di morte alla condanna
Ei viene il traditor!
Eccolo, s'avvicina!
Su, dannato, cammina!

Roberto appare sul ponticello e avanza.

ROBERTO
fra sè
Ecco la casa.
Dio, che orrenda notte!
Strane voci m'inseguon.
Le Villi: evvia!
Son fole!
scende
No, delle Villi me non perseguita
La vendetta fatal!
Tu sol m'insegui, rimorso,
Vipera infernal!
Vipera dal veleno infernal!
Torna ai felici dì
Dolente il mio pensier,
Ridean del maggio i fior,
Fioria l'amor, fioria per me l'amor!
Or tutto si coprì
Di lugubre mister,
Ed io non ho nel cor
Che tristezza e terror!
Forse ella vive!
guarda verso la casa, poi va verso di essa come avesse presa una decisione
Bussiam!
fa per bussare, ma indietreggia come se una forza ignota glielo impedisse
Qual brivido mi colse!
Invan di quella soglia
Tentai sul limite levar la man!

VILLI
Su, dannato, cammina!

ROBERTO
Pur d'intender parmi
Davvero un canto lugubre!
si inginocchia, come estenuato, per pregare
O sommo Iddio! Del mio cammino,
Del mio destin quest'è la mèta.
Fa che il perdono la renda lieta
Un solo istante,
E poi morrò!
balzando in piedi
Pregar non posso!
Ah, maledetto il dì,
Il dì che andai lontan di qui!
Maledetta sia la tua bellezza,
O cortigiana vil!
Maledetta in eterno! Maledetta!

VILLI
Cammina! Cammina! Cammina!

ANNA
interno
Roberto!

ROBERTO
Ciel!
La sua voce! Dunque morta non è!

ANNA
appare sul ponticello
Non son più l'amor.
Son la vendetta!

ROBERTO
cade affranti su un sasso
Gran Dio!

ANNA
Ricordi quel che dicevi
Nel mese dei fiori?
'Tu dell'infanzia mia
Le gioie dividesti e le carezze;
Da te soave e pia imparai
Della vita le dolcezze;
Ah, dubita di Dio,
Ma no, dell'amor mio non dubitar!'
T'amai: mi tradisti.
T'attesi: e non venisti.
Ma è tremendo dolore
In silenzio soffrir!
Senza speranze in cuore
Mi facesti morir!

ROBERTO
La scordai, l'ho tradita,
E per me perdè la vita.
Ah, è tremendo il dolore
Che mi tocca soffrir!
Col rimorso nel cuore
Io mi sento morir!

Roberto va verso Anna come spinto da una forza ignota. Poi fa per vincere il fascino che lo investe, ma non può e si slancia verso di lei. Anna avanzandosi, stende le braccia e lo attira a sè. Intanto le Villi accorrono, circondano Roberto ed Anna e li trascinano, danzando vertiginosamente, fuori della scena.

SPIRITI
interni
Qui noi t'aspettiam, traditor!
Da noi non attender pietà!

SPIRITI e VILLI
Chi in vita fu sordo all'amor
In morte perdono non ha!
Traditor, t'aspettiam!
Gira! Balza! Gira! Balza!

Roberto accorrendo ansimante, coi capelli irti, va a bussare alla casa di Guglielmo. Poi, scorgendo le Villi, che lo inseguono venendo della destra, fa per fuggire dalla parte opposta, ma Anna appare alla sinistra. Ella lo riafferra e lo travo1ge nuovamente in una ridda, fra le Villi che sopraggiungono.

ROBERTO
sfinito, cadendole ai piedi
Anna, pietà!

ANNA
disparendo
Sei mio!

SPIRITI e VILLI
Osanna! Osanna! Osanna!

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