Die Zauberflöte

Die Zauberflöte

Libretto

Emanuel Schikaneder

Premiere

30 September 1791, Vienna (Freihaustheater auf der Wieden)

Cast

SARASTRO (bass)
TAMINO (tenor)
Speaker (bass)
FIRST PRIEST (bass)
SECOND PRIEST (tenor)
THIRD PRIEST (spoken role)
QUEEN OF THE NIGHT (soprano)
PAMINA (soprano)
FIRST LADY (soprano)
SECOND LADY (mezzo-soprano)
THIRD LADY (contralto)
THREE BOYS (soprano)
PAPAGENA (soprano)
PAPAGENO (baritone)
MONOSTATOS (tenor)
FIRST MAN IN ARMOUR (tenor)
SECOND MAN IN ARMOUR (bass)

CHORUS
priests, slaves, Sarastro's subjects

Place

Time

Once upon a time

Mozart, Wolfgang Amadeus

Mozart, (Johann Chrysostomus) Wolfgang (Theophilus [Gottlieb]) Amadeus
27.1.1756 Salzburg - 5.12.1791 Wien


Works for stage
with date/place of first performance:

Apollo et Hyacinthus (13.5.1767 Salzburg)
La finta semplice (1.5.1769 Salzburg)
Bastien und Bastienne (?9/10.1768 Wien)
Mitridate, rè di Ponto (26.12.1770 Milano)
Ascanio in Alba (17.10.1771 Milano)
Il sogno di Scipione (?1.5.1772 Salzburg)
Lucio Silla (26.12.1772 Milano)
La finta giardiniera (13.1.1775 München)
Il rè pastore (23.4.1775 Salzburg)
Semiramis (?11.1778 Mannheim) [?] [lost]
Zaide (1779 inc; 27.1.1866 Frankfurt)
Idomeneo, rè di Creta (29.1.1781 München)
Die Entführung aus dem Serail (16.7.1782 Wien)
L'oca del Cairo (1784 inc; 4.1860 Frankfurt)
Lo sposo deluso (1784 inc)
Der Schauspieldirektor (7.2.1786 Wien)
Le nozze di Figaro (1.5.1786 Wien)
Il dissoluto punito, ossia Il Don Giovanni (29.10.1787 Praha)
Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti (26.1.1790 Wien)
Die Zauberflöte (30.9.1791 Wien)
La clemenza di Tito (6.9.1791 Praha)
inc = incomplete



ERSTER AKT
Prinz Tamino hat sich auf der Jagd verirrt und wird waffenlos von einer Riesenschlange verfolgt. Er ruft um Hilfe und fällt vor Erschöpfung in Ohnmacht. Im letzten Augenblick retten ihn drei Damen aus dem Gefolge der Königin der Nacht, die das Ungeheuer töten und entschwinden. Der Vogelfänger Papageno in einem Federkleid und mit einem Vogelkäfig springt herein. (Der Vogelfänger bin ich ja). Der Prinz erwacht und hält Papageno, der sich prahlerisch seiner Heldentaten rühmt, für seinen Lebensretter. Die drei Damen erscheinen wieder und bestrafen den Lügner, indem sie ihm ein Schloss vor den Mund hängen. Tamino erhält Paminas Bild, in das sich der Prinz sofort verliebt (Dies Bildnis ist bezaubernd schön). Die Königin der Nacht zeigt sich dem Prinzen und verspricht ihm Paminas Hand, wenn er sie aus der Gewalt des bösen Zauberers Sarastro, der ihre Tochter entführt hat, rette (O zittre nicht, mein lieber Sohn). Tamino ist bereit und erhält eine Zauberflöte, die ihn vor allen Gefahren schützen wird. Papageno bekommt ein wundersames Glockenspiel. Das Schloss von Papagenos Mund ist entfernt. Drei Knaben zeigen beiden den Weg zu Sarastros Palast.
Dort will sich der schwarze Wächter Monostatos Pamina nähern. Er erschrickt fürchterlich, als er Papageno plötzlich vor sich sieht. Papageno und Monostatos halten sich gegenseitig für den Teufel und laufen fort. Papageno überwindet seine Furcht, kehrt zurück und erzählt der überraschten Pamina, dass Prinz Tamino zu ihrer Befreiung unterwegs ist. Und weil Papageno betrübt gesteht, selbt keine Geliebte zu haben, macht ihm Pamina Mut für die Zukunft (Bei Männern, welche Liebe fühlen).
Tamino ist inzwischen in einen Hain mit drei Tempeln geführt worden, wo ihm ein alter Priester kundtut, dass Sarastro kein böser Zauberer, sondern ein Wohltäter sei, dem man Gehorsam schulde. Inzwischen fliehen Pamina und Papageno. Vergeblich versucht Monostatos, die Flüchtigen mit seinen Sklaven zurückzuhalten. Er muss, nachdem nun das Glockenspiel ertönt, mitsamt seinen Dienern unaufhörlich tanzen. Sarastro mit seinem Gefolge hält Papageno und Pamina auf. Er verzeiht; Pamina fällt freudig in die Arme Taminos, der noch geläutert werden soll. Pamina muss an Sarastros Hof bleiben; Monostatos erhält für seine »Dienste« eine Anzahl Sohlenhiebe.

ZWEITER AKT
Sarastro bedeutet seinen Priestern, dass Tamino und Pamina einander bestimmt sind. Der Prinz müsse jedoch eine Reihe von Prüfungen hinter sich bringen, bevor er in den Tempel der Weisheit aufgenommen werden könne. (O Isis und Osiris). Tamino und Papageno werden mit verhülltem Haupt hereingeführt und belehrt. Tamino wird gefragt, ob er entschlossen ist, selbst unter Gefahr seines Lebens Prüfungen zu bestehen. Der Prinz gelobt dies. Papageno entschliesst sich, den Prinzen zu begleiten, nachdem ihm ein Mädchen versprochen wird. Tamino und Papageno sollen ihre Frauen nur sehen, aber nicht sprechen dürfen. (Bewahret Euch vor Weibertücken).
Unter Donner und Blitz erscheinen die drei Damen und prophezeien den Prüflingen einen nahen Tod. Standhaft widerstehen Tamino und Papageno, die damit ihre erste Probe abgelegt haben. Die drei Damen werden durch Priester, die zu neuen Prüfungen geleiten, vertrieben.
Als sich Monostatos wieder zu der schlafenden Pamina schleicht (Alles fühlt der Liebe Freuden), wird er durch die Königin der Nacht gestört. Ängstlich versteckt sich der Mohr, um zu lauschen. Die Königin verlangt von ihrer Tochter, Sarastro zu töten und ihr den siebenfachen Sonnenkreis, der die grösste Macht in sich birgt, zurückzubringen (Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen). Der Mohr entreisst Pamina den von ihrer Mutter erhaltenen Dolch. Er stellt das Mädchen vor die Wahl, ihn zu erhören oder alles Sarastro zu verraten. Schnell greift Sarastro helfend ein. Der um Milde für ihre Mutter bittenden Pamina versichert er, dass er Rache nicht kenne (In diesen heil'gen Hallen).
Tamino und Papageno werden in einen Tempel geführt, wo sie schweigen sollen, bis eine Posaune ertönt. Papageno kümmert sich nicht darum und plaudert ungeniert weiter. Plötzlich erscheint ein altes, hässliches Weib, das den entsetzten Papageno zum Mann nehmen möchte. Drei Knaben bringen die Flöte und das Glockenspiel zurück. Ein Tisch mit köstlichen Speisen wird sichtbar, die sich Papageno schmecken lässt. Tamino spielt auf seiner Flöte und sieht Pamina kommen. Als er die Geliebte, wie ihm aufgetragen, nicht beachtet, glaubt Pamina, er liebe sie nicht mehr und geht bekümmert davon (Ach, ich fühl's).
Sarastro lässt Tamino und Pamina vor sich führen, damit sie sich voneinander verabschieden können. Der Prinz müsse noch zwei Aufgaben lösen, denen Papageno nicht mehr unterworfen werden soll. Dieser hält es mehr mit irdischen Genüssen (Ein Mädchen oder Weibchen). Als ihm das alte Weib vor die Augen tritt und sich in die junge, hübsche Papagena verwandelt, ist er entzückt. Ein Priester nimmt das junge Mädchen wieder fort, weil Papageno ihrer noch nicht würdig sei.
Die unglückliche Pamina versucht, sich zu töten. Die drei Knaben entwinden ihr den Dolch und führen sie mit der Versicherung, dass Tamino sie noch liebt, zu ihm. Auch Papageno möchte, nachdem ihm seine Liebste genommen wurde, sterben (Papagena! Papagena!). Die drei Knaben retten ihn. Auf ihren Rat lässt er sein Glockenspiel erklingen und kann sogleich seine Papagena in die Arme schliessen (Pa-Pa-Pa Papagena).
Geharnischte führen Tamino, der die letzten Prüfungen zu bestehen hat. Pamina begleitet den Prinzen. Gemeinsam bestehen sie nun die Feuer- und Wasserproben und schreiten zum Tempel der Isis. Plötzlich sieht man, wie die Königin der Nacht, ihre Damen und der übergelaufene Mohr in den Tempel eindringen, um Sarastro zu verderben, unter Donner und Blitz jedoch in ewige Nacht stürzen. Sarastro an der Spitze seiner Priester segnet Tamino und Pamina, die in den Tempel einziehen und in den Kreis der Eingeweihten aufgenommen werden.

The Magic Flute
ACT I
Prince Tamino is rescued from a monster by the Three Ladies of the Queen of the Night, but the birdcatcher Papageno takes the credit. As a punishment for lying, the Ladies padlock his mouth.
They then give Tamino a painting of the Queen's abducted daughter Pamina. Falling in love with her image, he sets out to rescue her. The Queen promises that if he succeeds, she
will agree to their marriage.
Tamino is given a magic flute, Papageno some magic bells, and together they journey
to Sarastro's palace, where Pamina is being held.
Papageno's blundering arrival inadvertently saves Pamina from being attacked by Monostatos, a moor in the service of Sarastro.
Papageno and Pamina leave in search of Tamino, who has arrived at a temple whose priest informs him that it is the Queen and not Sarastro who is evil.
Papageno and Pamina are confronted by Monostatos and his slaves, but, using the bells, they manage to escape.
Pamina and Tamino finally meet, and immediately fall in love.

ACT II
Tamino and Papageno are told they have to undergo a series of trials if they are to be accepted into the brotherhood of the temple. The first being a period of silence.
While Pamina is asleep, Monostatos again approaches, but is warded off by the
Queen, who gives her daughter a dagger and tells her that she can only regain her power if Sarastro is killed.
Monostatos is once more forcing himself on Pamina when Sarastro enters. He knows of the
Queen's plans but reminds Monostatos that the brotherhood is bound by love.
Papageno is given a fleeting glimpse of his ideal mate, Papagena, but is warned that he will be denied her if he fails in his trials.
Pamina is taken to Tamino, and together they undergo trials by fire and water. Aided by the
magic flute, they pass through safely.
Papageno is united with Papagena, despite his failure to maintain silence.
The Queen, the Three Ladies and Monostatos are engulfed by a clap of thunder and the
remainder of the cast celebrate the victory of light over darkness.
--> Highlights
La Flûte enchantée
ACTE I
Le prince Tamino (ténor) est sauvé du serpent par les trois Dames de la Nuit, servantes de leur Reine. L'oiseleur Papageno (baryton) se présente (Der Vogelfänger bin ich ja) et prétend être le sauveur de Tamino. Les dames punissent Papageno de son bavardage et remettent au prince un portrait de femme devant lequel il s'enflamme (Dies Bildnis ist bezaubernd schön): c'est celui de la fille de la reine de la nuit. Cette dernière (soprano) paraît (O, zittre nicht) et demande à Tamino d'aller délivrer Pamina (soprano), séquestrée par Sarastro (basse), qu'elle décrit comme un tyran. Une flûte aux pouvoirs magiques, et un jeu de clochettes donnant la gaîté, seront les talismans respectifs de Tamino et de Papageno, qui seront aidés par trois jeunes garçons.
Papageno pénètre le premier dans le château de Sarastro où le Noir Monostatos (ténor) surveille et convoite Pamina avec laquelle Papageno chante un duo moralisant (Bei Männern welche Liebe fühlen). Ils partent à la recherche de Tamino. Celui-ci arrive devant les trois portes de la Sagesse, de la Raison et de la Nature: un officiant - "le Sprecher" (baryton) - lui apprend qu'il a été trompé par la Reine et que Sarastro lui révélera pourquoi il a dû soustraire à celle-ci Pamina, pour son bien. Tamino aspire à dissiper les ténèbres; au son de sa flûte, les bêtes sauvages s'apprivoisent (Wie stark ist dein Zauberton). Cependant, Monostatos a rattrapé les fugitifs, mais Pamina dit toute la vérité à Sarastro et se trouve enfin en présence de Tamino. Sarastro punit Monostatos et fait mener le couple élu au Temple des épreuves.

ACTE II
Sarastro prie les dieux d'accorder la sagesse au jeune couple (O Isis und Osiris). Tamino résiste aux épreuves, auxquelles Papageno tente de se dérober. Toujours désirée par Monostatos (Alles fühlt der Liebe Freuden), Pamina voit paraître sa mère qui lui remet un poignard, et lui ordonne de tuer Sarastro (Der Hölle Rache). Celui-ci, qui a tout deviné, rappelle à la jeune fille que la vengeance ne règne pas en ces lieux (In diesen heil'gen Hallen). Désespérée par le silence en apparence inexplicable que Tamino conserve en sa présence (en fait, une des épreuves infligées au prince), Pamina songe à se tuer (Ach, ich fühl's). De son côté, Papageno n'aspire à rien d'autre qu'au bonheur simple avec une petite femme gentille (Ein Mädchen oder Weibchen), et les épreuves que lui fait subir Papagena (soprano) seront dérisoires; l'oiseleur tente sans conviction un suicide dont le délivrent les trois jeunes garçons, qui réconfortent aussi Pamina et la réunissent à Tamino pour qu'ils subissent ensemble les dernières épreuves de l'initiation, celles du feu et de l'eau, où ils sont guidés par "la toute puissance de la musique". Le Temple de la sagesse s'ouvre pour eux; tandis que la Reine de la Nuit, ses Dames et Monostatos sont engloutis dans les ténèbres, Sarastro accueille le couple élu (Die Strahlen der Sonne) au séjour des initiés.
Il flauto magico
ATTO PRIMO
In un antico Egitto immaginario. Un paesaggio montuoso, con un tempio sullo sfondo. Il principe Tamino, disarmato, è inseguito da un serpente; sfinito e quasi sopraffatto, cade svenuto (“Zu Hülfe, zu Hülfe”). Dal tempio escono tre dame velate che uccidono il serpente e, dopo aver ammirato la bellezza del volto del giovane principe, si allontanano per informare della sua presenza la loro signora, Astrifiammante, Regina della notte. Tamino, ripresi i sensi, crede di dovere la propria salvezza a un curioso personaggio comparso nel frattempo: è Papageno, un uccellatore vagabondo vestito di piume, che canta accompagnandosi con un piccolo flauto di Pan (aria “Der Vogelfänger bin ich ja”). Papageno conferma le supposizioni di Tamino, ma è subito smascherato e punito per la sua menzogna dalle tre dame, che gli chiudono la bocca con un lucchetto d’oro; poi le fanciulle mostrano al principe il ritratto di Pamina, figlia della Regina della notte: il giovane se ne innamora all’istante (aria “Dies Bildnis ist bezaubernd schön”). Con fragore di tuono appare nel cielo Astrifiammante: ella spiega a Tamino che la figlia le è stata rapita dal malvagio Sarastro e gli chiede di liberarla, promettendogliela in sposa (recitativo e aria “O zitt’re nicht... Zum Leiden bin ich auserkoren”). Le dame donano al giovane, che si è offerto di salvare Pamina, un flauto d’oro dai poteri magici; liberato Papageno dal lucchetto, consegnano anche a lui in dono un carillon fatato e gli ingiungono di accompagnare Pamino nell’impresa. Sala nel palazzo di Sarastro. Pamina, che ha tentato di fuggire per sottrarsi alle insidie del moro Monostatos, viene ricondotta indietro da costui con la forza. Sopraggiunge Papageno, e Monostatos, spaventato dal suo strano aspetto, fugge. Papageno rivela alla fanciulla di essere stato inviato dalla Regina della notte, insieme con un giovane principe che l’ama, per liberarla. I due, pieni di speranza, esprimono la loro fede nella forza dell’amore (duetto “Bei Männern, welche Liebe fühlen”). Poi si allontanano. La scena si muta in un boschetto. Guidato da tre fanciulli, Tamino giunge dinanzi a tre templi: mentre l’accesso a quelli della Ragione e della Natura gli viene impedito, la porta del tempio della Sapienza arcanamente si apre. Un sacerdote spiega a Tamino che Sarastro non è un essere malvagio e che Pamina è stata da lui sottratta all’influenza materna per superiori, giusti motivi. Rimasto solo, Tamino rivolge il suo pensiero a Pamina: dunque ella vive? Sì, ella vive, gli risponde magicamente un coro invisibile. Confortato, trae fuori il suo flauto e suona: subito sbucano fuori animali selvaggi d’ogni specie per ascoltarlo con gioia. Papageno risponde dall’interno col suo piccolo flauto: seguendo i suoni dei rispettivi strumenti Tamino e Papageno, che scorta Pamina, si cercano a vicenda senza tuttavia riuscire a incontrarsi. Il carillon magico di Papageno costringe Monostatos e alcuni servi, che stavano per catturarlo insieme con la fanciulla, a danzare e marciare come automi. Compare Sarastro con il suo seguito: la giovane gli chiede perdono per la fuga, spiegandone i motivi; Sarastro glielo concede di buon grado, ma rifiuta di lasciarla tornare presso la madre. Tamino viene trascinato da Monostatos davanti a Sarastro: il principe e Pamina si riconoscono al primo sguardo e si gettano l’uno nelle braccia dell’altra. Sarastro inopinatamente ordina che Monostatos venga punito per avere insidiato la fanciulla e fa condurre Tamino e Papageno al tempio dell’iniziazione. Il coro ineggia alla divina saggezza di Sarastro.

ATTO SECONDO
Bosco di palme. Sarastro chiede ai sacerdoti degli iniziati di accogliere Tamino nel tempio, dove verrà sottoposto alle prove che gli consentiranno di appartenere alla schiera degli eletti e di sposare Pamina: la richiesta viene accolta e tutti invocano Iside e Osiride affinché donino alla nuova coppia spirito di saggezza (aria con coro “O Isis und Osiris”). Tamino viene condotto nell’atrio del tempio per essere sottoposto alla prima prova: mantenere il silenzio qualunque cosa accada. Con lui è anche Papageno, spaventato e alquanto recalcitrante: solo la velata promessa di ottenere finalmente una compagna riesce in parte a convicerlo. Alla saldezza d’animo di Tamino si oppone lo scetticismo di Papageno: i tentativi delle tre dame, inviate dalla Regina della notte per costringerli a parlare, sono tuttavia respinti e alla prima prova superata Monostatos si avvicina furtivamente a Pamina addormentata: vorrebbe baciarla (aria “Alles fühlt der Liebe Freuden”), ma è cacciato da Astrifiammante che, porgendo un pugnale alla figlia, le ordina di vendicarla uccidendo Sarastro (aria “Der Hölle Rache”). Monostatos, non visto, ha ascoltato tutto e minaccia di rivelare l’intrigo se Pamina non l’amerà. Sopraggiunge Sarastro: dopo aver scacciato Monostatos, si rivolge paternamente a Pamina e le spiega che solo l’amore, non la vendetta, conduce alla felicità (aria “In diesen heil’gen Hallen”). Sala nel tempio. Tamino e Papageno vengono invitati dai sacerdoti a rimanere ancora in silenzio. Papageno però inizia a conversare con una vecchia che scompare, con fragore di tuono, non appena egli le domanda quale sia il suo nome. Ricompaiono i tre fanciulli, che recano, insieme con gli strumenti di Tamino e Papageno, una tavola imbandita alla quale i due giovani potranno rifocillarsi prima di continuare la prova. Mentre Papageno è felice di mangiare e bere, Tamino, triste, suona il suo flauto. Sopraggiunge Pamina: alla sua gioia di rivedere l’amato, Tamino non può rispondere, e tace. Disperata, Pamina crede di non essere più amata e desidera la morte (aria “Ach, ich fühl’s, es ist verschwunden”). Antro delle piramidi. Sarastro esorta i due innamorati a pazientare, giacché altre prove li attendono (terzetto “Soll ich dich, Teurer, nicht mehr sehn”). Al suono del suo carillon, Papageno medita sulla sua solitudine: cosa darebbe per incontrare una ragazza a cui piacere (aria “Ein Mädchen oder Weibchen”)! Riappare la vecchia, che si rivela essere una bella e giovane Papagena, scomparendo però non appena egli cerca di abbracciarla. Un giardino. Pamina, credendosi abbandonata da Tamino, tenta di uccidersi, ma è salvata dai tre fanciulli, che la rassicurano sui sentimenti dell’amato. Paesaggio montuoso. Tamino, scortato da due armigeri, giunge davanti a un cancello al di là del quale si scorgono alte fiamme e una cascata; lo attendono ora le prove supreme del fuoco e dell’acqua. A Pamina, sopraggiunta nel frattempo, è consentito di accompagnarlo. Al suono del flauto magico, le prove vengono superate. Nel giardino, Papageno si dispera perché Papagena è scomparsa. I tre fanciulli gli suggeriscono di suonare il carillon magico: la fanciulla riappare e lo abbraccia. Felici, i due già progettano una stirpe di Papageni. Minacciosi, recando in mano nere fiaccole, Monostatos, la Regina della notte e le tre dame tentano di avvicinarsi al tempio per uccidere Sarastro e i suoi accoliti, ma vengono inghiottiti da un terremoto. Subito tutta la scena viene avvolta dalla luce del sole. Sarastro e i sacerdoti celebrano la vittoria della luce sulle tenebre («Die Strahlen der Sonne»), mentre Tamino e Pamina vengono accolti nel regno della bellezza e della saggezza.
--> Highlights


Personen:
SARASTRO (Bass)
TAMINO (Tenor)
SPRECHER (Bass)
ERSTER PRIESTER (Tenor)
ZWEITER PRIESTER (Bass)
DRITTER PRIESTER (Sprechrolle)
KÖNIGIN DER NACHT (Sopran)
PAMINA, ihre Tochter (Sopran)
ERSTE DAME (Sopran)
ZWEITE DAME (Sopran)
DRITTE DAME (Alt)
ERSTER KNABE (Sopran)
ZWEITER KNABE (Sopran)
DRITTER KNABE (Alt)
PAPAGENO (Bariton)
PAPAGENA (Sopran)
MONOSTATOS, ein Mohr (Tenor)
ERSTER GEHARNISCHTER (Tenor)
ZWEITER GEHARNISCHTER (Bass)
DREI SKLAVEN (Sprechrollen)

CHOR
Priester, Sklaven, Gefolge

Ort
Ägypten

Zeit
Märchenzeit


ERSTER AKT

Ouvertüre

ERSTER AUFTRITT
Das Theater ist eine felsichte Gegend, hie und da mit Bäumen überwachsen; auf beyden Seiten sind gangbare Berge, nebst einem runden Tempel.

Tamino kommt in einem prächtigen japonischen Jagdkleide rechts von einem Felsen herunter, mit einem Bogen, aber ohne Pfeil; eine Schlange verfolgt ihn.


Nr. 1 - Introduktion

TAMINO
Zu Hülfe! zu Hülfe! sonst bin ich verloren,
Der listigen Schlange zum Opfer erkoren.
Barmherzige Götter! schon nahet sie sich;
Ach rettet mich! ach schützet mich!

Er fällt in Ohnmacht; sogleich öffnet sich die Pforte des Tempels; drey verschleyerte Damen kommen heraus, jede mit einem silbernen Wurfspiess.

DIE DREY DAMEN
Triumph! Triumph! sie ist vollbracht
Die Heldenthat. Er ist befreyt
Durch unsers Armes Tapferkeit.

ERSTE DAME
ihn betrachtend
Ein holder Jüngling, sanft und schön.

ZWEYTE DAME
So schön, als ich noch nie gesehn.

DRITTE DAME
Ja, ja! gewiss zum Mahlen schön.

ALLE DREY
Würd' ich mein Herz der Liebe weih'n,
So müsst es dieser Jüngling seyn.
Lasst uns zu unsrer Fürstinn eilen,
Ihr diese Nachricht zu ertheilen.
Vieleicht, dass dieser schöne Mann
Die vor'ge Ruh' ihr geben kann.

ERSTE DAME
So geht und sagt es ihr!
Ich bleib' indessen hier.

ZWEYTE DAME
Nein, nein! geht ihr nur hin;
Ich wache hier für ihn.

DRITTE DAME
Nein, nein! das kann nicht seyn!
Ich schütze ihn allein.

ALLE DREY
jede für sich
Ich sollte fort? Ey, ey! wie fein!
Sie wären gern bey ihm allein.
Nein, nein! das kann nicht seyn.

Eine nach der andern, dann alle drey zugleich.

Was wollte ich darum nicht geben,
Könnt ich mit diesem Jüngling leben!
Hätt' ich ihn doch so ganz allein!
Doch keine geht; es kann nicht seyn.
Am besten ist es nun, ich geh'.
Du Jüngling, schön und liebevoll!
Du trauter Jüngling, lebe wohl,
Bis ich dich wieder seh'.

Sie gehen alle drey zur Pforte des Tempels ab, die sich selbst öffnet und schliesst.

TAMINO
erwacht, sieht furchtsam umher
Wo bin ich! Ist's Fantasie, dass ich noch lebe? oder hat eine höhere Macht mich gerettet?
steht auf, sieht umher
Wie? - Die bösartige Schlange liegt todt zu meinen Füssen?
Man hört von fern ein Waldflötchen, worunter das Orchester piano accompagnirt. Tamino spricht unter dem Ritornel.
Was hör' ich? Wo bin ich? Welch' unbekannter Ort! - Ha, eine männliche Figur nähert sich dem Thal.
versteckt sich hinter einem Baum


ZWEITER AUFTRITT

PAPAGENO
kommt den Fusssteig herunter, hat auf dem Rücken eine grosse Vogelsteige, die hoch über den Kopf geht, worin verschiedene Vögel sind; auch hält er mit beyden Händen ein Faunen-Flötchen, pfeift und singt.

Nr. 2 - Arie

Der Vogelfänger bin ich ja,
Stets lustig, heissa! hopsasa!
Der Vogelfänger ist bekannt
Bey Alt und Jung im ganzen Land.
Weiss mit dem Locken umzugeh'n,
Und mich aufs Pfeifen zu versteh'n.
Drum kann ich froh und lustig seyn;
Denn alle Vögel sind ja mein.

pfeift

Der Vogelfänger bin ich ja,
Stets lustig, heissa! hopsasa!
Der Vogelfänger ist bekannt,
Bey Alt und Jung im ganzen Land.
Ein Netz für Mädchen möchte ich;
Ich fing' sie dutzendweis für mich.
Dann sperrte sie bey mir ein,
Und alle Mäd en wären mein.

pfeift, will nach der Arie nach der Pforte gehen

TAMINO
nimmt ihn bey der Hand
He da!

PAPAGENO
Was do!

TAMINO
Sag mir, du lustiger Freund, wer du seyst?

PAPAGENO
Wer ich bin?
für sich
Dumme Frage!
laut
Ein Mensch, wie du. - Wenn ich dich nun fragte, wer du bist? -

TAMINO
So würde ich dir antworten, dass ich aus fürstlichem Geblüte bin.

PAPAGENO
Das ist mir zu hoch. - Musst dich deutlicher erklären, wenn ich dich verstehen soll!

TAMINO
Mein Vater ist Fürst, der über viele Länder und Menschen herrscht; darum nennt man mich Prinz.

PAPAGENO
Länder? - Menschen? - Prinz? -

TAMINO
Daher frag' ich dich! -

PAPAGENO
Langsam! lass mich fragen. - Sag du mir zuvor: Gibt's ausser diesen Bergen auch noch Länder und Menschen?

TAMINO
Viele Tausende!

PAPAGENO
Da liess sich eine Speculation mit meinen Vögeln machen.

TAMINO
Nun sag' du mir, in welcher Gegend wir sind. -

PAPAGENO
In welcher Gegend?
sieht sich um
Zwischen Thälern und Bergen.

TAMINO
Schon recht! aber wie nennt man eigentlich diese Gegend? - wer beherrscht sie? -

PAPAGENO
Das kann ich dir eben so wenig beantworten, als ich weiss, wie ich auf die Welt gekommen bin.

TAMINO
lacht
Wie? Du wüsstest nicht, wo du geboren, oder wer deine Eltern waren? -

PAPAGENO
Kein Wort! - Ich weiss nicht mehr, und nicht weniger, als dass mich ein alter, aber sehr lustiger Mann auferzogen, und ernährt hat.

TAMINO
Das war vermuthlich dein Vater? -

PAPAGENO
Das weiss ich nicht.

TAMINO
Hattest du denn deine Mutter nicht gekannt?

PAPAGENO
Gekannt hab' ich sie nicht; erzählen liess ich mir's einige Mahl, dass meine Mutter einst da in diesem verschlossenen Gebäude bey der nächtlich sternflammenden Königinn gedient hätte. - Ob sie noch lebt, oder was aus ihr geworden ist, weiss ich nicht. - Ich weiss nur so viel, dass nicht weit von hier meine Strohhütte sieht, die mich vor Regen und Kälte schützt.

TAMINO
Aber wie lebst du?

PAPAGENO
Von Essen und Trinken, wie alle Menschen.

TAMINO
Wodurch erhältst du das?

PAPAGENO
Durch Tausch. - Ich fange für die sternflammende Königinn und ihre Jungfrauen verschiedene Vögel; dafür erhalt' ich täglich Speis' und Trank von ihr.

TAMINO
für sich
Sternflammende Königinn! - Wenn es etwa gar die mächtige Herrscherin der Nacht wäre! - Sag mir, guter Freund! warst du schon so glücklich, diese Göttinn der Nacht zu sehen?

PAPAGENO
der bisher öfters auf seiner Flöte geblasen
Deine letzte alberne Frage überzeugt mich, dass du aus einem fremden Lande geboren bist. -

TAMINO
Sey darüber nicht ungehalten, lieber Freund! ich dachte nur -

PAPAGENO
Sehen? - Die sternflammende Königinn sehen? - Wenn du noch mit einer solchen albernen Frage an mich kommst, so sperr' ich dich, so wahr ich Papageno heisse, wie einen Gimpel in mein Vogelhaus, verhandle dich dann mit meinen übrigen Vögeln an die nächtliche Königinn und ihre Jungfrauen, dann mögen sie dich meinetwegen sieden oder braten.

TAMINO
für sich
Ein wunderlicher Mann!

PAPAGENO
Sehen? - Die sternflammende Königinn sehen? - Welcher Sterbliche kann sich rühmen, sie je gesehen zu haben? - Welches Menschen Auge würde durch ihren schwarz durchwebten Schleyer blicken können?

TAMINO
für sich
Nun ist's klar; es ist eben diese nächtliche Königinn, von der mein Vater mir so oft erzählte. - Aber zu fassen, wie ich mich hierher verirrte, ist ausser meiner Macht. - Unfehlbar ist auch dieser Mann kein gewöhnlicher Mensch. - Vielleicht einer ihrer dienstbaren Geister.

PAPAGENO
für sich
Wie er mich so starr anblickt! Bald fang' ich an, mich vor ihm zu fürchten. - Warum siehst du so verdächtig und schelmisch nach mir?

TAMINO
Weil - weil ich zweifle, ob du Mensch bist. -

PAPAGENO
Wie war das?

TAMINO
Nach deinen Federn, die dich bedecken, halt' ich dich -
geht auf ihn zu

PAPAGENO
Doch für keinen Vogel? - Bleib zurück, sag' ich, und traue mir nicht; - denn ich habe Riesenkraft, wenn ich jemand packe. - Wenn er sich nicht bald von mir schrecken lässt, so lauf' ich davon.

TAMINO
Riesenkraft?
er sieht auf die Schlange
Also warst du wohl gar mein Erretter, der diese giftige Schlange bekämpfte?

PAPAGENO
Schlange!
sieht sich um, weicht zitternd einige Schritte zurück
Was da! ist sie todt, oder lebendig?

TAMINO
Du willst durch deine bescheidene Frage meinen Dank ablehnen - aber ich muss dir sagen, dass ich ewig für deine so tapfere Handlung dankbar seyn werde.

PAPAGENO
Schweigen wir davon still - Freuen wir uns, dass sie glücklich überwunden ist.

TAMINO
Aber um alles in der Welt, Freund! wie hast du dieses Ungeheuer bekämpft? - Du bist ohne Waffen.

PAPAGENO
Brauch keine! - Bey mir ist ein starker Druck mit der Hand mehr, als Waffen.

TAMINO
Du hast sie also erdrosselt?

PAPAGENO
Erdrosselt!
für sich
Bin in meinem Leben nicht so stark gewesen, als heute.


DRITTER AUFTRITT
Die drey Damen.

DIE DREY DAMEN
drohen und rufen zugleich
Papageno!

PAPAGENO
Aha! das geht mich an. - Sieh dich um, Freund!

TAMINO
Wer sind diese Damen?

PAPAGENO
Wer sie eigentlich sind, weis ich selbst nicht. - - Ich weis nur so viel, dass sie mir täglich meine Vögel abnehmen, und mir dafür Wein, Zuckerbrod, und süsse Feigen bringen.

TAMINO
Sie sind vermuthlich sehr schön?

PAPAGENO
Ich denke nicht! - denn wenn sie schön wären, würden sie ihre Gesichter nicht bedecken.

DIE DREY DAMEN
drohend
Papageno! -

PAPAGENO
Sey still! sie drohen mir schon. - Du fragst, ob sie schön sind, und ich kann dir darauf nichts antworten, als dass ich in meinem Leben nichts Reitzenders sah. - Jetzt werden sie bald wieder gut werden. - -

DIE DREY DAMEN
drohend
Papageno!

PAPAGENO
Was muss ich denn heute verbrochen haben, dass sie gar so aufgebracht wider mich sind? - Hier, meine Schönen, übergeb' ich meine Vögel.

ERSTE DAME
reicht ihm eine schöne Bouteille Wasser
Dafür schickt dir unsre Fürstinn heute zum ersten Mahl statt Wein reines helles Wasser.

ZWEYTE DAME
Und mir befahl sie, dass ich, statt Zuckerbrod, diesen Stein dir überbringen soll. - Ich wünsche, dass er dir wohl bekommen möge.

PAPAGENO
Was? Steine soll ich fressen?

DRITTE DAME
Und statt der süssen Feigen hab' ich die Ehre, dir diess goldene Schloss vor den Mund zu schlagen.
Sie schlägt ihm das Schloss vor.

Papageno zeigt seinen Schmerz durch Geberden.

ERSTE DAME
Du willst vermuthlich wissen, warum die Fürstinn dich heute so wunderbar bestraft?

Papageno bejaht es.

ZWEYTE DAME
Damit du künftig nie mehr Fremde belügst.

DRITTE DAME
Und dass du nie dich der Heldenthaten rühmst, die andre vollzogen. -

ERSTE DAME
Sag' an! Hast du diese Schlange bekämpft?

Papageno deutet nein.

ZWEYTE DAME
Wer denn also?

Papageno deutet, er wisse es nicht.

DRITTE DAME
Wir waren's, Jüngling, die dich befreyten. - Zittre nicht! dich erwartet Freude und Entzücken. - Hier, dies Gemälde schickt dir die grosse Fürstinn; es ist das Bildniss ihrer Tochter - findest du, sagte sie, dass diese Züge dir nicht gleichgültig sind, dann ist Glück, Ehr' und Ruhm dein Loos. - Auf Wiedersehen.
geht ab

ZWEYTE DAME
Adieu, Monsieur Papageno!
geht ab.

ERSTE DAME
Fein nicht zu hastig getrunken!
geht lachend ab

Papageno hat immer sein stummes Spiel gehabt.

Tamino ist gleich bey Empfang des Bildnisses aufmerksam geworden; seine Liebe nimmt zu, ob er gleich für alle diese Reden taub schien.


VIERTER AUFTRITT
Tamino, Papageno.

TAMINO

Nr. 3 - Arie

Dies Bildnis ist bezaubernd schön,
Wie noch kein Auge je geseh'n!
Ich fühl' es, wie dies Götterbild
Mein Herz mit neuer Regung füllt.
Diess Etwas kann ich zwar nicht nennen!
Doch fühl' ichs hier wie Feuer brennen.
Soll die Empfindung Liebe seyn?
Ja, ja! die Liebe ist's allein. -
O wenn ich sie nur finden könnte!
O wenn sie doch schon vor mir stände!
Ich würde - würde - warm und rein -
Was würde ich! - Sie voll Entzücken
An diesen heissen Busen drücken,
Und ewig wäre sie dann mein.

will ab


FÜNFTER AUFTRITT
Die drey Damen, Vorige.

ERSTE DAME
Rüste dich mit Muth und Standhaftigkeit, schöner Jüngling! - Die Fürstinn -

ZWEYTE DAME
Hat mir aufgetragen, dir zu sagen -

DRITTE DAME
Dass der Weg zu deinem künftigen Glücke nunmehr gebahnt sey.

ERSTE DAME
Sie hat jedes deiner Worte gehört, so du sprachst; - sie hat -

ZWEYTE DAME
Jeden Zug in deinem Gesichte gelesen. - Ja noch mehr, ihr mütterliches Herz -

DRITTE DAME
Hat beschlossen, dich ganz glücklich zu machen. - Hat dieser Jüngling, sprach sie, auch so viel Muth und Tapferkeit, als er zärtlich ist, o so ist meine Tochter ganz gewiss gerettet.

TAMINO
Gerettet? O ewige Dunkelheit! was hör' ich? - Das Original? -

ERSTE DAME
Hat ein mächtiger, böser Dämon ihr entrissen.

TAMINO
Entrissen? - O ihr Götter! - sagt, wie konnte das geschehen?

ERSTE DAME
Sie sass an einem schönen Mayentage ganz allein in dem alles belebenden Zipressenwäldchen, welches immer ihr Lieblingsaufenthalt war. - Der Bösewicht schlich unbemerkt hinein -

ZWEYTE DAME
Belauschte sie, und -

DRITTE DAME
Er hat nebst seinem bösen Herzen auch noch die Macht, sich in jede erdenkliche Gestalt zu verwandeln; auf solche Weise hat er auch Pamina -

ERSTE DAME
Diess ist der Name der königlichen Tochter, so ihr anbetet.

TAMINO
O Pamina! du mir entrissen - du in der Gewalt eines üppigen Bösewichts! - bist vieleicht in diesem Augenblicke - schrecklicher Gedanke!

DIE DREY DAMEN
Schweig, Jüngling! -

ERSTE DAME
Lästere der holden Schönheit Tugend nicht! - Trotz aller Pein, so die Unschuld duldet, ist sie sich immer gleich. - Weder Zwang, noch Schmeicheley ist vermögend, sie zum Wege des Lasters zu verführen. - -

TAMINO
O sagt, Mädchen! sagt, wo ist des Tyrannen Aufenthalt?

ZWEYTE DAME
Sehr nahe an unsern Bergen lebt er in einem angenehmen und reitzenden Thale. - Seine Burg ist prachtvoll, und sorgsam bewacht.

TAMINO
Kommt, Mädchen! führt mich! - Pamina sey gerettet! - Der Bösewicht falle von meinem Arm; das schwör ich bey meiner Liebe, bey meinem Herzen!
sogleich wird ein heftig erschütternder Accord mit Musik gehört
Ihr Götter! Was ist das?

DIE DREY DAMEN
Fasse dich!

ERSTE DAME
Es verkündigt die Ankunft unserer Königinn.
Donner

DIE DREY DAMEN
Sie kommt! -
Donner
Sie kommt! -
Donner
Sie kommt! -


SECHSTER AUFTRITT
Die Berge theilen sich aus einander, und das Theater verwandelt sich in ein prächtiges Gemach. Die Königinn sitzt auf einem Thron, welcher mit transparenten Sternen geziert ist.

KÖNIGINN

Nr. 4 - Rezitativ und Arie

O zittre nicht, mein lieber Sohn!
Du bist unschuldig, weise, fromm;
Ein Jüngling, so wie du, vermag am besten,
Dies tief betrübte Mutterherz zu trösten.

Zum Leiden bin ich auserkohren;
Denn meine Tochter fehlet mir,
Durch sie ging all mein Glück verloren -
Ein Bösewicht entfloh mit ihr.
Noch seh' ich ihr Zittern
Mit bangem Erschüttern,
Ihr ängstliches Beben
Ihr schüchternes Leben.
Ich musste sie mir rauben sehen,
Ach helft! war alles was sie sprach:
Allein vergebens war ihr Flehen,
Denn meine Hülfe war zu schwach.

Du wirst sie zu befreyen gehen,
Du wirst der Tochter Retter seyn.
Und werd ich dich als Sieger sehen,
So sey sie dann auf ewig dein.

Mit den drey Damen ab.


SIEBENTER AUFTRITT
Tamino, Papageno.

Das Theater verwandelt sich wieder so, wie es vorher war.

TAMINO
nach einer Pause
Ists denn auch Wirklichkeit, was ich sah? oder betäubten mich meine Sinnen? - O ihr guten Götter täuscht mich nicht! oder ich unterliege eurer Prüfung. - Schützet meinen Arm, stählt meinen Muth, und Taminos Herz wird ewigen Dank euch entgegen schlagen.
Er will gehen, Papageno tritt ihm in den Weg.

Nr. 5 - Quintett

PAPAGENO
deutet traurig auf sein Schloss am Mund
Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm!

TAMINO
Der Arme kann von Strafe sagen, -
Denn seine Sprache ist dahin.

PAPAGENO
Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm!

TAMINO
Ich kann nichts thun, als dich beklagen,
Weil ich zu schwach zu helfen bin.

Während Tamino die letzten Strophen wiederhohlt, singt Papageno mit unter.

Hm! Hm! Hm! Hm! Hm! Hm!


ACHTER AUFTRITT
Die drey Damen, Vorige.

ERSTE DAME
Die Königinn begnadigt dich!
nimmt ihm das Schloss vom Munde
Entlässt die Strafe dir durch mich.

PAPAGENO
Nun plaudert Papageno wieder?

ZWEYTE DAME
Ja plaudre! - Lüge nur nicht wieder.

PAPAGENO
Ich lüge nimmermehr! Nein! Nein!

DIE DREY DAMEN MIT IHM
Diess Schloss soll meine / deine Warnung seyn.

ALLE FÜNF
Bekämen doch die Lügner alle,
Ein solches Schloss vor ihren Mund;
Statt Hass, Verleumdung, schwarzer Galle,
Bestünde Lieb und Bruderbund.

ERSTE DAME
sie giebt ihm eine goldene Flöte
O Prinz, nimm dies Geschenk von mir!
Dies sendet unsre Fürstinn dir!
Die Zauberflöte wird dich schützen,
Im grösten Unglück unterstützen.

DIE DREY DAMEN
Hiemit kannst du allmächtig handeln,
Der Menschen Leidenschaft verwandeln.
Der Traurige wird freudig seyn,
Den Hagestolz nimmt Liebe ein.

ALLE FÜNF
O so eine Flöte ist mehr als Gold und Kronen werth,
Denn durch sie wird Menschenglück und Zufriedenheit vermehrt.

PAPAGENO
Nun ihr schönen Frauenzimmer,
Darf ich - so empfehl ich mich.

DIE DREY DAMEN
Dich empfehlen kannst du immer,
Doch bestimmt die Fürstinn dich
Mit dem Prinzen ohn' Verweilen,
Nach Sarastros Burg zu eilen.

PAPAGENO
Nein, dafür bedank ich mich!
Von euch selbst hörte ich,
Dass er wie ein Tiegerthier,
Sicher liess ohn' alle Gnaden
Mich Sarastro rupfen, braten,
Setzte mich den Hunden für.

DIE DREY DAMEN
Dich schützt der Prinz, trau ihm allein!
Dafür sollst du sein Diener seyn.

PAPAGENO
für sich
Dass doch der Prinz beym Teufel wäre,
Mein Leben ist mir lieb.
Am Ende schleicht bey meiner Ehre,
Er von mir wie ein Dieb.

ERSTE DAME
Hier nimm dies Kleinod, es ist dein.

Giebt ihm eine Maschine wie ein hölzernes Gelächter.

PAPAGENO
Ey! Ey! was mag darinnen seyn?

DRITTE DAME
Darinnen hörst du Glöckchen tönen.

PAPAGENO
Werd ich sie auch wohl spielen können?

DIE DREY DAMEN
O ganz gewiss! Ja, ja! gewiss.

ALLE FÜNF
Silber - Glöckchen, Zauberflöten,
Sind zu eurem / unserm Schutz vonnöthen.
Lebet wohl! wir wollen gehen,
Lebet wohl! auf Wiedersehen.

Alle wollen gehen.

TAMINO UND PAPAGENO
Doch schöne Damen saget an!
Wie man die Burg wohl finden kann.

DIE DREY DAMEN
Drey Knäbchen, jung, schön, hold und weise,
Umschweben euch auf eurer Reise,
Sie werden eure Führer seyn,
Folgt ihrem Rathe ganz allein.

TAMINO UND PAPAGENO
Drey Knäbchen jung, schön, hold und weise,
Umschweben uns auf unsrer Reise.

ALLE FÜNF
So lebet wohl! wir wollen gehen,
Lebt wohl! lebt wohl! auf Wiedersehen.

Alle ab


NEUNTER AUFTRITT
Zwey Sclaven tragen, so bald das Theater in ein prächtiges ägyptisches Zimmer verwandelt ist, schöne Pölster nebst einem prächtigen türkischen Tisch heraus, breiten Teppiche auf, sodann kommt der dritte Sclav.

DRITTER SCLAV
Ha, ha, ha!

ERSTER SCLAV
Pst, Pst!

ZWEYTER SCLAV
Was soll denn das Lachen? -

DRITTER SCLAV
Unser Peiniger, der alles belauschende Mohr, wird morgen sicherlich gehangen oder gespiesst. - Pamina! - Ha, ha, ha!

ERSTER SCLAV
Nun?

DRITTER SCLAV
Das reitzende Mädchen! - Ha, ha, ha!

ZWEYTER SCLAV
Nun?

DRITTER SCLAV
Ist entsprungen.

ERSTER UND ZWEYTER SCLAV
Entsprungen? - -

ERSTER SCLAV
Und sie entkam?

DRITTER SCLAV
Unfehlbar! - Wenigstens ist's mein wahrer Wunsch.

ERSTER SCLAV
O Dank euch ihr guten Götter! ihr habt meine Bitte erhört.

DRITTER SCLAV
Sagt ich euch nicht immer, es wird doch ein Tag für uns scheinen, wo wir gerochen, und der schwarze Monostatos bestraft werden wird.

ZWEYTER SCLAV
Was spricht nun der Mohr zu der Geschichte?

ERSTER SCLAV
Er weiss doch davon?

DRITTER SCLAV
Natürlich! Sie entlief vor seinen Augen. - Wie mir einige Brüder erzählten, die im Garten arbeiteten, und von weitem sahen und hörten, so ist der Mohr nicht mehr zu retten; auch wenn Pamina von Sarastros Gefolge wieder eingebracht würde.

ERSTER UND ZWEYTER SCLAV
Wie so?

DRITTER SCLAV
Du kennst ja den üppigen Wanst und seine Weise; das Mädchen aber war klüger als ich dachte. - In dem Augenblicke, da er zu siegen glaubte, rief sie Sarastros Namen: das erschütterte den Mohren; er blieb stumm und unbeweglich stehen - indess lief Pamina nach dem Kanal, und schiffte von selbst in einer Gondel dem Palmwäldchen zu.

ERSTER SCLAV
O wie wird das schüchterne Reh mit Todesangst dem Pallaste ihrer zärtlichen Mutter zueilen.


ZEHNTER AUFTRITT
Vorige, Monostatos von innen.

MONOSTATOS
He Sclaven!

ERSTER SCLAV
Monostatos Stimme!

MONOSTATOS
He Sclaven! Schaft Fesseln herbey. -

DIE DREY SCLAVEN
Fesseln?

ERSTER SCLAV
läuft zur Seitenthüre
Doch nicht für Pamina? O ihr Götter! da seht Brüder, das Mädchen ist gefangen.

ZWEYTER UND DRITTER SCLAV
Pamina? - Schrecklicher Anblick!

ERSTER SCLAV
Seht, wie der unbarmherzige Teufel sie bey ihren zarten Händchen fasst. - Das halt ich nicht aus.
geht auf die andere Seite ab

ZWEYTER SCLAV
Ich noch weniger.
auch dort ab

DRITTER SCLAV
So was sehen zu müssen, ist Höllenmarter.
ab


ELFTER AUFTRITT
Monostatos, Pamina, die von Sclaven herein geführt wird.

Nr. 6 - Terzett

MONOSTATOS
sehr schnell
Du feines Täubchen, nur herein.

PAMINA
O welche Marter! welche Pein!

MONOSTATOS
Verloren ist dein Leben.

PAMINA
Der Tod macht mich nicht beben,
Nur meine Mutter dauert mich;
Sie stirbt vor Gram ganz sicherlich.

MONOSTATOS
He Sclaven! legt ihr Fesseln an,
Mein Hass, soll dich verderben.

Sie legen ihr Fesseln an.

PAMINA
O lass mich lieber sterben,
Weil nichts, Barbar! dich rühren kann.

sie sinkt ohnmächtig auf ein Sofa

MONOSTATOS
Nun fort! lasst mich bey ihr allein.

Die Sclaven ab


ZWÖLFTER AUFTRITT
Papageno von aussen am Fenster, ohne gleich gesehen zu werden. Vorige.

PAPAGENO
Wo bin ich wohl? wo mag ich seyn?
Aha! da sind ich Leute;
Gewagt! ich geh herein.

geht herein

Schön Mädchen, jung und fein,
Viel weisser noch als Kreide.

Monostatos und Papageno sehen sich, - erschrecken einer über den andern.

BEYDE
Hu! Das - ist - der - Teuf - el - sich - er - lich!
Hab Mitleid, und verschone mich!
Hu! Hu! Hu!

laufen beyde ab


DREIZEHNTER AUFTRITT
Pamina allein.

PAMINA
spricht wie im Traum
Mutter - Mutter - Mutter! -
Sie erhohlt sich, sicht sich um
Wie? - Noch schlägt dieses Herz? - Noch nicht vernichtet? - Zu neuen Qualen erwacht? - O das ist hart, sehr hart! - Mir bitterer, als der Tod.


VIERZEHNTER AUFTRITT
Papageno, Pamina.

PAPAGENO
Bin ich nicht ein Narr, dass ich mich schrecken liess? - Es giebt ja schwarze Vögel in der Welt, warum denn nicht auch schwarze Menschen? - Ah, sieh da! hier ist das schöne Fräulenbild noch. - Du Tochter der nächtlichen Königinn!

PAMINA
Nächtliche Königinn? - Wer bist du?

PAPAGENO
Ein Abgesandter der sternflammenden Königinn.

PAMINA
freudig
Meiner Mutter? - O Wonne! - Dein Name!

PAPAGENO
Papageno!

PAMINA
Papageno? - Papageno - Ich erinnere mich den Nahmen oft gehört zu haben, dich selbst aber sah ich nie. -

PAPAGENO
Ich dich eben so wenig.

PAMINA
Du kennst also meine gute, zärtliche Mutter?

PAPAGENO
Wenn du die Tochter der nächtlichen Königinn bist - ja!

PAMINA
O ich bin es.

PAPAGENO
Das will ich gleich erkennen.
er sieht das Portrait an, welches der Prinz zuvor empfangen, und Papageno nun an einem Bande am Halse trägt
Die Augen schwarz - richtig, schwarz. - Die Lippen roth - richtig, roth - Blonde Haare - Blonde Haare. - Alles trift ein, bis auf Händ und Füsse. - - - Nach dem Gemählde zu schlüssen, sollst du weder Hände noch Füsse haben; denn hier sind auch keine angezeigt.

PAMINA
Erlaube mir - Ja ich bin's - Wie kam es in deine Hände?

PAPAGENO
Dir das zu erzählen, wäre zu weitläufig; es kam von Hand zu Hand.

PAMINA
Wie kam es in die deinige?

PAPAGENO
Auf eine wunderbare Art. - Ich habe es gefangen.

PAMINA
Gefangen?

PAPAGENO
Ich muss dir das umständlicher erzählen. - Ich kam heute früh wie gewöhnlich zu deiner Mutter Pallast mit meiner Lieferung. -

PAMINA
Lieferung?

PAPAGENO
Ja, ich liefere deiner Mutter, und ihren Jungfrauen schon seit vielen Jahren alle die schönen Vögel in den Pallast. - Eben als ich im Begriff war, meine Vögel abzugeben, sah ich einen Menschen vor mir, der sich Prinz nennen lässt. - Dieser Prinz hat deine Mutter so eingenommen, dass sie ihm dein Bildniss schenkte, und ihm befahl, dich zu befreyen. - Sein Entschluss war so schnell, als seine Liebe zu dir.

PAMINA
Liebe? Freudig. Er liebt mich also? O sage mir das noch ein Mahl, ich höre das Wort Liebe gar zu gerne.

PAPAGENO
Das glaube ich dir ohne zu schwören; bist ja ein Fräulenbild. - Wo blieb ich denn?

PAMINA
Bey der Liebe.

PAPAGENO
Richtig, bey der Liebe! - Das nenn ich Gedächtniss haben - Kurz also, diese grosse Liebe zu dir war der Peitschenstreich, um unsre Füsse in schnellen Gang zu bringen; nun sind wir hier, dir tausend schöne und angenehme Sachen zu sagen; dich in unsre Arme zu nehmen, und wenn es möglich ist, eben so schnell, wo nicht schneller als hierher, in den Pallast deiner Mutter zu eilen.

PAMINA
Das ist alles sehr schön gesagt; aber lieber Freund! wenn der unbekannte Jüngling oder Prinz, wie er sich nennt, Liebe für mich fühlt, warum säumt er so lange, mich von meinen Fesseln zu befreyen? -

PAPAGENO
Da steckt eben der Hacken. - Wie wir von den Jungfrauen Abschied nahmen, so sagten sie uns, drey holde Knaben würden unsre Wegweiser seyn, sie würden uns belehren, wie und auf was Art wir handeln sollen.

PAMINA
Sie lehrten euch?

PAPAGENO
Nichts lehrten sie uns, denn wir haben keinen gesehen. - Zur Sicherheit also war der Prinz so fein, mich voraus zu schicken, um dir unsre Ankunft anzukündigen. -

PAMINA
Freund, du hast viel gewagt! - Wenn Sarastro dich hier erblicken sollte. - -

PAPAGENO
So wird mir meine Rückreise erspart - Das kann ich mir denken.

PAMINA
Dein martervoller Tod würde ohne Grenzen seyn.

PAPAGENO
Um diesem auszuweichen, so gehen wir lieber bey Zeiten.

PAMINA
Wie hoch mag wohl die Sonne seyn?

PAPAGENO
Bald gegen Mittag.

PAMINA
So haben wir keine Minute zu versäumen. - Um diese Zeit kommt Sarastro gewöhnlich von der Jagd zurück.

PAPAGENO
Sarastro ist also nicht zu Hause? - Pah! da haben wir gewonnenes Spiel! - Komm, schönes Fräulenbild! du wirst Augen machen, wenn du den schönen Jüngling erblickst.

PAMINA
Wohl denn! es sey gewagt! Sie gehen, Pamina kehrt um. Aber wenn diess ein Fallstrick wäre - Wenn dieser nun ein böser Geist von Sarastros Gefolge wäre? -
sieht ihn bedenklich an

PAPAGENO
Ich ein böser Geist? - Wo denkt ihr hin Fräulenbild? - Ich bin der beste Geist von der Welt.

PAMINA
Doch nein; das Bild hier überzeugt mich, dass ich nicht getäuscht bin; Es kommt von den Händen meiner zärtlichsten Mutter.

PAPAGENO
Schön's Fräulenbild, wenn dir wieder ein so böser Verdacht aufsteigen sollte, dass ich dich betrügen wollte, so denke nur fleissig an die Liebe, und jeder böse Argwohn wird schwinden.

PAMINA
Freund, vergieb! vergieb! wenn ich dich beleidigte. Du hast ein gefühlvolles Herz, das sehe ich in jedem deiner Züge.

PAPAGENO
Ach freylich hab ich ein gefühlvolles Herz - Aber was nützt mich das alles? - Ich möchte mir oft alle meine Federn ausrupfen, wenn ich bedenke, dass Papageno noch keine Papagena hat.

PAMINA
Armer Mann! du hast also noch kein Weib?

PAPAGENO
Nicht einmahl ein Mädchen, viel weniger ein Weib! - Ja das ist betrübt! - Und unser einer hat doch auch bisweilen seine lustigen Stunden, wo man gern gesellschaftliche Unterhaltung haben möcht. -

PAMINA
Geduld Freund! der Himmel wird auch für dich sorgen; er wird dir eine Freundinn schicken, ehe du dir's vermuthest. -

PAPAGENO
Wenn er's nur bald schickte.

Nr. 7 - Duett

PAMINA
Bey Männern, welche Liebe fühlen,
Fehlt auch ein gutes Herze nicht.

PAPAGENO
Die süssen Triebe mit zu fühlen,
Ist dann der Weiber erste Pflicht.

BEYDE
Wir wollen uns der Liebe freu'n,
Wir leben durch die Lieb allein.

PAMINA
Die Lieb' versüsset jede Plage,
Ihr opfert jede Kreatur.

PAPAGENO
Sie würzet unsre Lebenstage,
Sie wirkt im Kreise der Natur.

BEYDE
Ihr hoher Zweck zeigt deutlich an,
Nichts edlers sey, als Weib und Mann.
Mann und Weib, und Weib und Mann,
Reichen an die Götter an.

Beyde ab


FÜNFZEHNTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich in einen Hayn. Ganz im Grunde der Bühne ist ein schöner Tempel, worauf diese Worte stehen: Tempel der Weisheit; dieser Tempel führt mit Säulen zu zwey andern Tempeln; rechts auf dem einen steht: Tempel der Vernunft. Links steht: Tempel der Natur.

Nr. 8 - Finale
Drey Knaben führen den Tamino herein, jeder hat einen silbernen Palmzweig in der Hand.

DREY KNABEN
Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch musst du Jüngling! männlich siegen.
Drum höre unsre Lehre an:
Sey standhaft, duldsam, und verschwiegen!

TAMINO
Ihr holden Kleinen sagt mir an,
Ob ich Paminen retten kann.

DREY KNABEN
Diess kund zu thun, steht uns nicht an -
Sey standhaft, duldsam, und verschwiegen
Bedenke dies: kurz, sey ein Mann,
Dann Jüngling wirst du männlich siegen.

gehen ab

TAMINO
Die Weisheitslehre dieser Knaben
Sey ewig mir ins Herz gegraben.
Wo bin ich nun? - Was wird mit mir?
Ist dies der Sitz der Götter hier?
Es zeigen die Pforten, es zeigen die Säulen,
Dass Klugheit und Arbeit und Künste hier weilen;
Wo Thätigkeit thronet, und Müssiggang weicht,
Erhält seine Herrschaft das Laster nicht leicht.
Ich mache mich muthig zur Pforte hinein,
Die Absicht ist edel, und lauter und rein.
Erzittre feiger Bösewicht!
Paminen retten ist mir Pflicht.

Er geht an die Pforte zur rechten Seite, macht sie auf, und als er hinein will, hört man von fern eine Stimme.

STIMME
Zurück!

TAMINO
Zurück? so wag ich hier mein Glück!

er geht zur linken Pforte, eine Stimme von innen

STIMME
Zurück!

TAMINO
Auch hier ruft man zurück?

sieht sich um

Da sehe ich noch eine Thür!
Vieleicht find ich den Eingang hier.

Er klopft, ein alter Priester erscheint.

PRIESTER
Wo willst du kühner Fremdling, hin?
Was suchst du hier im Heiligthum?

TAMINO
Der Lieb und Tugend Eigenthum.

PRIESTER
Die Worte sind von hohem Sinn!
Allein, wie willst du diese finden?
Dich leitet Lieb und Tugend nicht,
Weil Tod und Rache dich entzünden.

TAMINO
Nur Rache für den Bösewicht.

PRIESTER
Den wirst du wohl bey uns nicht finden.

TAMINO
Sarastro herrscht in diesen Gründen?

PRIESTER
Ja, ja! Sarastro herrschet hier!

TAMINO
Doch in dem Weisheitstempel nicht?

PRIESTER
Er herrscht im Weisheitstempel hier.

TAMINO
So ist denn alles Heucheley!

will gehen

PRIESTER
Willst du schon wieder geh'n?

TAMINO
Ja, ich will geh'n, froh und frey, -
Nie euren Tempel seh'n.

PRIESTER
Erklär dich näher mir, dich täuschet ein Betrug.

TAMINO
Sarastro wohnet hier, das ist mir schon genug.

PRIESTER
Wenn du dein Leben liebst, so rede, bleibe da!
Sarastro hassest du?

TAMINO
Ich hass ihn ewig! Ja. -

PRIESTER
Nun gieb mir deine Gründe an.

TAMINO
Er ist ein Unmensch, ein Tyrann!

PRIESTER
Ist das, was du gesagt, erwiesen?

TAMINO
Durch ein unglücklich Weib bewiesen,
Die Gram und Jammer niederdrückt.

PRIESTER
Ein Weib hat also dich berückt?
Ein Weib thut wenig, plaudert viel.
Du Jüngling glaubst dem Zungenspiel?
O legte doch Sarastro dir
Die Absicht seiner Handlung für.

TAMINO
Die Absicht ist nur allzu klar;
Riss nicht der Räuber ohn' Erbarmen,
Paminen aus der Mutter Armen?

PRIESTER
Ja, Jüngling! was du sagst, ist wahr.

TAMINO
Wo ist sie, die er uns geraubt?
Man opferte vieleicht sie schon?

PRIESTER
Dir diess zu sagen, theurer Sohn!
Ist jetzund mir noch nicht erlaubt.

TAMINO
Erklär diess Räthsel, täusch mich nicht.

PRIESTER
Die Zunge bindet Eid und Pflicht.

TAMINO
Wann also wird die Decke schwinden?

PRIESTER
So bald dich führt der Freundschaft Hand,
Ins Heiligthum zum ew'gen Band.

geht ab

TAMINO
allein
O ewige Nacht! Wann wirst du schwinden?
Wann wird das Licht mein Auge finden?

EINIGE STIMMEN
Bald Jüngling, oder nie!

TAMINO
Bald sagt ihr, oder nie!
Ihr Unsichtbaren, saget mir!
Lebt denn Pamina noch?

DIE STIMMEN
Pamina lebet noch!

TAMINO
freudig
Sie lebt? ich danke euch dafür

er nimmt seine Flöte heraus

Wenn ich doch nur im Stande wäre
Allmächtige, zu Eurer Ehre,
Mit jedem Tone meinen Dank,
Zu schildern, wie er hier entsprang!

Aufs Herz deutend. Er spielt, sogleich kommen Thiere von allen Arten hervor, ihm zuzuhören. Er hört auf, und sie fliehen. Die Vögel pfeifen dazu.

Wie stark ist nicht dein Zauberton,
Weil, holde Flöte, durch dein Spielen
Selbst wilde Thiere Freude fühlen.
Doch nur Pamina bleibt davon;

er spielt

Pamina höre, höre mich!
Umsonst!

er spielt

Wo? ach! wo find ich dich?

Er spielt, Papageno antwortet von innen mit seinem Flötchen.

Ha, das ist Papagenos Ton.

Er spielt, Papageno antwortet.

TAMINO
Vieleicht sah er Paminen schon,
Vieleicht eilt sie mit ihm zu mir!
Vieleicht führt mich der Ton zu ihr.

eilt ab


SECHZEHNTER AUFTRITT
Papageno, Pamina ohne Fesseln.

BEYDE
Schnelle Füsse, rascher Muth,
Schützt vor Feindes List und Wuth;
Fänden wir Taminen doch!
Sonst erwischen sie uns noch.

PAMINA
Holder Jüngling!

PAPAGENO
Stille, stille! ich kanns besser!

er pfeift
Tamino antwortet von innen mit seiner Flöte.


BEYDE
Welche Freude ist wohl grösser,
Freund Tamino hört uns schon;
Hieher kam der Flöten Ton,
Welch' ein Glück, wenn ich ihn finde!
Nur geschwinde! Nur geschwinde!

wollen gehen


SIEBZEHNTER AUFTRITT
Vorige, Monostatos.

MONOSTATOS
Ha, hab ich euch noch erwischt!
Nur herbey mit Stahl und Eisen;
Wart, man will euch Mores weisen.
Den Monostatos berücken!
Nur herbey mit Band und Stricken;
He, ihr Sclaven kommt herbey!

Die Sclaven kommen mit Fesseln.

PAMINA UND PAPAGENO
Ach nun ists mit uns vorbey.

PAPAGENO
Wer viel wagt, gewinnt oft viel,
Komm du schönes Glockenspiel!
Lass die Glöckchen klingen, klingen,
Dass die Ohren ihnen fingen.

Er schlägt auf sein Instrument, sogleich singt Monostatos und die Sclaven, und gehen unter dem Gesang marschmässig ab.

MONOSTATOS UND SCLAVEN
Das klinget so herrlich, das klinget so schön!
Tralla lala la Trallalala!
Nie hab ich so etwas gehört und geseh'n!
Trallalalala Tralla lalala.

ab

PAPAGENO, PAMINA
Ha ha ha! ha ha ha!
Könnte jeder brave Mann
Solche Glöckchen finden,
Seine Feinde würden dann
Ohne Mühe schwinden.
Und er lebte ohne sie
In der besten Harmonie
Nur der Freundschaft Harmonie
Mildert die Beschwerden;
Ohne diese Sympathie
Ist kein Glück auf Erden.

Ein starker Marsch mit Trompeten und Paucken fällt ein.
von innen


Es lebe Sarastro! Sarastro lebe!

PAPAGENO
Was soll diess bedeuten? Ich zittre, ich bebe.

PAMINA
O Freund, nun ists um uns gethan!
Diess kündigt den Sarastro an.

PAPAGENO
O wär ich eine Maus!
Wie wollt ich mich verstecken,
Wär ich so klein wie Schnecken,
So kröch ich in mein Haus. -
Mein Kind, was werden wir nun sprechen?

PAMINA
Die Wahrheit! sey sie auch Verbrechen.

BEYDE
Die Wahrheit ist nicht immer gut,
Weil sie den Grossen wehe thut;
Doch wär sie allezeit verhasst,
So wär mein Leben mir zur Last.


ACHTZEHNTER AUFTRITT
Ein Zug von Gefolge; zuletzt fährt Sarastro auf einem Triumphwagen heraus, der von sechs Löwen gezogen wird. Vorige.

CHORUS
Es lebe Sarastro! Sarastro soll leben!
Er ist es, dem wir uns mit Freuden ergeben!
Stets mög er des Lebens als Weiser sich freun!
Er ist unser Abgott, dem alle sich weihn.

Dieser Chor wird gesungen, bis Sarastro aus dem Wagen ist.

PAMINA
kniet
Herr, ich bin zwar Verbrecherinn!
Ich wollte deiner Macht entfliehn.
Allein die Schuld ist nicht an mir -
Der böse Mohr verlangte Liebe;
Darum, o Herr! entfloh ich dir.

SARASTRO
Steh auf, erheitre dich, o Liebe!
Denn ohne erst in dich zu dringen
Weis ich von deinem Herzen mehr:
Du liebest einen andern sehr.
Zur Liebe will ich dich nicht zwingen,
Doch geh ich dir die Freyheit nicht.

PAMINA
Mich rufet ja die Kindespflicht,
Denn meine Mutter -

SARASTRO
Steht in meiner Macht,
Du würdest um dein Glück gebracht,
Wenn ich dich ihren Händen liesse.

PAMINA
Mir klingt der Mutternamen süsse;
Sie ist es -

SARASTRO
Und ein stolzes Weib.
Ein Mann muss eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib
Aus ihrem Wirkungskreis zu schreiten.


NEUNZEHNTER AUFTRITT
Monostatos, Tamino. Vorige.

MONOSTATOS
Nun stolzer Jüngling, nur hieher!
Hier ist Sarastro, unser Herr!

PAMINA UND TAMINO
Er ists! Er ists! ich glaub es kaum!
Sie ists! Sie ists! es ist kein Traum!
Es schling mein Arm sich um sie / ihn her,
Und wenn es auch mein Ende wär.

ALLE
Was soll das heissen?

MONOSTATOS
Welch eine Dreistigkeit!
Gleich auseinander, das geht zu weit!
er trennt sie
kniet

Dein Sclave liegt zu deinen Füssen,
Lass den verweg'nen Frevler büssen.
Bedenk, wie frech der Knabe ist!
Durch dieses seltnen Vogels List,
Wollt er Paminen dir entführen;
Allein, ich wusst ihn auszuspühren.
Du kennst mich! - meine Wachsamkeit -

SARASTRO
Verdient, dass man ihr Lorber strent!
He! gebt dem Ehrenmann sogleich -

MONOSTATOS
Schon deine Gnade macht mich reich.

SARASTRO
Nur 77 Sohlenstreich!

MONOSTATOS
kniet
Ach Herr! den Lohn verhoft ich nicht.

SARASTRO
Nicht Dank! Es ist ja meine Pflicht.

wird fortgeführt

ALLE
Es lebe Sarastro, der göttliche Weise,
Er lohnet und strafet in ähnlichem Kreise.

SARASTRO
Führt diese beyden Fremdlinge,
In unsern Prüfungstempel ein:
Bedecket ihre Häupter dann -
Sie müssen erst gereinigt seyn.

Zwey bringen eine Art Sack, und bedecken die Häupter der beyden Fremden.

ALLE
Führt diese beyden Fremdlinge
In unsern Prüfungstempel ein
u.s.f.

SCHLUSSCHOR
Wenn Tugend und Gerechtigkeit
Den grossen Pfad mit Ruhm bestreut;
Dann ist die Erd' ein Himmelreich,
Und Sterbliche den Göttern gleich.



ZWEITER AKT

ERSTER AUFTRITT

Das Theater ist ein Palmwald; alle Bäume sind silberartig, die Blätter von Gold. 18 Sitze von Blättern; auf einem jeden Sitze steht eine Pyramide, und ein grosses schwarzes Horn mit Gold gefasst. In der Mitte ist die grösste Pyramide, auch die grössten Bäume. Sarastro nebst andern Priestern kommen in feyerlichen Schritten, jeder mit einem Palmzweige in der Hand. Ein Marsch mit blasenden Instrumenten begleitet den Zug.

Nr. 9 - Marsch der Priester

SARASTRO
nach einer Pause
Ihr, in dem Weisheitstempel eingeweihten Diener der grossen Göttin Osiris und Isis! - Mit reiner Seele erklär ich euch, dass unsre heutige Versammlung eine der wichtigsten unsrer Zeit ist. - Tamino, ein Königssohn, 20 Jahre seines Alters, wandelt an der nördlichen Pforte unsers Tempels, und seufzt mit tugendvollem Herzen nach einem Gegenstande, den wir alle mit Mühe und Fleiss erringen müssen. - Kurz, dieser Jüngling will seinen nächtlichen Schleyer von sich reissen, und ins Heiligthum des grössten Lichtes blicken. - Diesen Tugendhaften zu bewachen, ihm freundschaftlich die Hand zu bieten, sey heute eine unsrer wichtigsten Pflichten.

ERSTER PRIESTER
steht auf
Er besitzt Tugend?

SARASTRO
Tugend!

ZWEYTER PRIESTER
Auch Verschwiegenheit?

SARASTRO
Verschwiegenheit!

DRITTER PRIESTER
Ist wohlthätig?

SARASTRO
Wohlthätig! - haltet ihr ihn für würdig, so folgt meinem Beyspiele.
sie blasen drey Mahl in die Hörner
Gerührt über die Einigkeit eurer Herzen, dankt Sarastro euch im Namen der Menschheit. - Mag immer das Vorurtheil seinen Tadel über uns Eingeweihte auslassen! - Weisheit und Vernunft zerstückt es gleich dem Spinnengewebe. - Unsere Säulen erschüttern sie nie. Jedoch, das böse Vorurtheil soll schwinden; und es wird schwinden, so bald Tamino selbst die Grösse unserer schweren Kunst besitzen wird. - Pamina, das sanfte, tugendhafte Mädchen haben die Götter dem holden Jünglinge bestimmt; dies ist der Grundstein, warum ich sie der stolzen Mutter entriss. - Das Weib dünkt sich gross zu seyn; hoft durch Blendwerk und Aberglauben das Volk zu berücken, und unsern festen Tempelbau zu zerstören. Allein, das soll sie nicht; Tamino, der holde Jüngling selbst, soll ihn mit uns befestigen, und als Eingeweihter der Tugend Lohn, dem Laster aber Strafe seyn.

Der dreymahlige Accord in den Hörnern wird von allen wiederholt.

SPRECHER
steht auf
Grosser Sarastro, deine weisheitsvollen Reden erkennen und bewundern wir; allein, wird Tamino auch die harten Prüfungen, so seiner warten, bekämpfen? - Verzeih, dass ich so frey bin, dir meinen Zweifel zu eröffnen! mich bangt es um den Jüngling. Wenn nun im Schmerz dahin gesunken sein Geist ihn verliesse, und er dem harten Kampfe unterläge. - Er ist Prinz! -

SARASTRO
Noch mehr - Er ist Mensch!

SPRECHER
Wenn er nun aber in seiner frühen Jugend leblos erblasste?

SARASTRO
Dann ist er Osiris und Isis gegeben, und wird der Götter Freuden früher fühlen, als wir.
Der dreymahlige Accord wird wiederholt
Man führe Tamino mit seinem Reisegefährten in Vorhof des Tempels ein.
Zum Sprecher, der vor ihm niederkniet
Und du, Freund! den die Götter durch uns zum Vertheidiger der Wahrheit bestimmten - vollziehe dein heiliges Amt, und lehre durch deine Weisheit beyde, was Pflicht der Menschheit sey, lehre sie die Macht der Götter erkennen.

Sprecher geht mit einem Priester ab, alle Priester stellen sich mit ihren Palmzweigen zusammen.

Nr. 10 - Arie mir Chor

SARASTRO und CHOR
O Isis und Osiris schenket
Der Weisheit Geist dem neuen Paar!
Die ihr der Wandrer Schritte lenket,
Stärkt mit Geduld sie in Gefahr -
Lasst sie der Prüfung Früchts sehen.
Doch sollten sie zu Grabe gehen,
So lohnt der Tugend kühnen Lauf,
Nehmt sie in euern Wohnsitz auf.

Sarastro geht voraus, dann alle ihm nach ab.


ZWEYTER AUFTRITT

Nacht, der Donner rollt von weitem. Das Theater verwandelt sich in einen kurzen Vorhof des Tempels, wo man Ruinen von eingefallenen Säulen und Pyramiden sieht, nebst einigen Dornbüschen. An beyden Seiten stehen practicable hohe altägyptische Thüren, welche mehr Seitengebäude vorstellen.

Tamino und Papageno werden vom Sprecher und dem andern Priester hereingeführt; sie lösen ihnen die Säcke ab; die Priester gehen dann ab.


TAMINO
Eine schreckliche Nacht! - Papageno, bist du noch bey mir?

PAPAGENO
J, freylich!

TAMINO
Wo denkst du, dass wir uns nun befinden?

PAPAGENO
Wo? Ja wenns nicht finster wäre, wollt' ich dirs schon sagen - aber so -
Donnerschlag
O weh! -

TAMINO
Was ists?

PAPAGENO
Mir wird nicht wohl bey der Sache!

TAMINO
Du hast Furcht, wie ich höre.

PAPAGENO
Furcht eben nicht, nur eiskalt läufts mir über den Rücken.
Starker Donnerschlag
O weh!

TAMINO
Was solls?

PAPAGENO
Ich glaube, ich bekomme ein kleines Fieber.

TAMINO
Pfui, Papageno! Sey ein Mann!

PAPAGENO
Ich wollt' ich wär ein Mädchen!
Ein sehr starker Donnerschlag
O! O! O! Das ist mein letzter Augenblick.


DRITTER AUFTRITT
Sprecher und der andere Priester mit Fackeln. Vorige.

SPRECHER
Ihr Fremdlinge, was sucht oder fordert ihr von uns? Was treibt euch an, in unsre Mauern zu dringen?

TAMINO
Freundschaft und Liebe.

SPRECHER
Bist du bereit, es mit deinem Leben zu erkämpfen?

TAMINO
Ja!

SPRECHER
Auch wenn Tod dein Loos wäre?

TAMINO
Ja!

SPRECHER
Prinz, noch ists Zeit zu weichen - einen Schritt weiter, und es ist zu spät. -

TAMINO
Weisheitslehre sey mein Sieg; Pamina, das holde Mädchen mein Lohn.

SPRECHER
Du unterziehst jeder Prüfung dich?

TAMINO
Jeder!

SPRECHER
Reiche deine Hand mir!
sie reichen sich die Hände
So!

ZWEYTER PRIESTER
Ehe du weiter sprichst, erlaube mir ein Paar Worte mit diesem Fremdlinge zu sprechen. - Willst auch du dir Weisheitsliebe erkämpfen?

PAPAGENO
Kämpfen ist meine Sache nicht. - Ich verlang' auch im Grunde gar keine Weisheit. Ich bin so ein Natursmensch, der sich mit Schlaf, Speise und Trank begnügt; - und wenn es ja seyn könnte, dass ich mir einmahl ein schönes Weibchen fange.

ZWEYTER PRIESTER
Die wirst du nie erhalten, wenn du dich nicht unsern Prüfungen unterziehst.

PAPAGENO
Worinn besteht diese Prüfung? -

ZWEYTER PRIESTER
Dich allen unsern Gesetzen unterwerfen, selbst den Tod nicht scheuen.

PAPAGENO
Ich bleibe ledig!

SPRECHER
Aber wenn du dir ein tugendhaftes, schönes Mädchen erwerben könntest?

PAPAGENO
Ich bleibe ledig!

ZWEYTER PRIESTER
Wenn nun aber Sarastro dir ein Mädchen aufbewahrt hätte, das an Farbe und Kleidung dir ganz gleich wäre? -

PAPAGENO
Mir gleich! Ist sie jung?

ZWEYTER PRIESTER
Jung und schön!

PAPAGENO
Und heisst?

ZWEYTER PRIESTER
Papagena.

PAPAGENO
Wie? - Pa?

ZWEYTER PRIESTER
Papagena!

PAPAGENO
Papagena? - Die möcht' ich aus blosser Neugierde sehen.

ZWEYTER PRIESTER
Sehen kannst du sie! - -

PAPAGENO
Aber wenn ich sie gesehen habe, hernach muss ich sterben?

Zweyter Priester macht eine zweydeutige Pantomime.

PAPAGENO
Ja? - Ich bleibe ledig!

ZWEYTER PRIESTER
Sehen kannst du sie, aber bis zur verlaufenen Zeit kein Wort mit ihr sprechen; wird dein Geist so viel Standhaftigkeit besitzen, deine Zunge in Schranken zu halten?

PAPAGENO
O ja!

ZWEYTER PRIESTER
Deine Hand! du sollst sie sehen.

SPRECHER
Auch dir, Prinz, legen die Götter ein heilsames Stillschweigen auf; ohne diesem seyd ihr beyde verlohren. - Du wirst Pamina sehen - aber nie sie sprechen dürfen; diess ist der Anfang eurer Prüfungszeit. -

Nr. 11 - Duett

ZWEITE PRIESTER UND SPRECHER
Bewahret euch vor Weibertücken:
Dies ist des Bundes erste Pflicht!
Manch weiser Mann liess sich berücken,
Er fehlte, und versah sichs nicht.
Verlassen sah er sich am Ende,
Vergolten seine Treu mit Hohn!
Vergebens rang er seine Hände,
Tod und Verzweiflung war sein Lohn.

Beyde Priester ab.


VIERTER AUFTRITT
Tamino, Papageno.

PAPAGENO
He, Lichter her! Lichter her! - Das ist doch wunderlich, so oft einen die Herrn verlassen, so sieht man mit offenen Augen Nichts.

TAMINO
Ertrag es mit Geduld, und denke, es ist der Götter Wille.


FÜNFTER AUFTRITT
Die drey Damen, Vorige.

Aus der Versenkung


DIE DREY DAMEN.

Nr. 12 - Quintett

Wie? Wie? Wie?
Ihr an diesem Schreckensort?
Nie, Nie, Nie!
Kommt ihr wieder glücklich fort!
Tamino, dir ist Tod geschworen.
Du, Papageno! bist verlohren!

PAPAGENO
Nein! Nein! Nein! Das wär zu viel.

TAMINO
Papageno schweige still!
Willst du dein Gelübde brechen,
Nichts mit Weibern hier zu sprechen?

PAPAGENO
Ihr hört ja, wir sind beyde hin.

TAMINO
Stille sag ich! - Schweige still!

PAPAGENO
Immer still, und immer still!

DIE DREY DAMEN
Ganz nah ist euch die Königinn!
Sie drang in Tempel heimlich ein.

PAPAGENO
Wie? Was? Sie soll im Tempel seyn?

TAMINO
Stille sag ich! - Schweige still! -
Wirst du immer so vermessen,
Deiner Eides - Pflicht vergessen?

DIE DREY DAMEN
Tamino, hör! du bist verlohren!
Gedenke an die Königinn!
Man zischelt viel sich in die Ohren
Von dieser Priester falschem Sinn.

TAMINO
für sich
Ein Weiser prüft und achtet nicht,
Was der verworfne Pöbel spricht.

DIE DREY DAMEN
Man sagt, wer ihrem Bunde schwört,
Der ist verwünscht mit Haut und Haar.

PAPAGENO
Das wär beym Teufel unerhört!
Sagt an Tamino, ist das wahr?

TAMINO
Geschwätz von Weibern nachgesagt,
Von Heuchlern aber ausgedacht.

PAPAGENO
Doch sagt es auch die Königinn.

TAMINO
Sie ist ein Weib, hat Weibersinn,
Sey still, mein Wort sey dir genug,
Denk deiner Pflicht, und handle klug.

DIE DREY DAMEN
zu Tamino
Warum bist du mit uns so spröde?

Tamino deutet bescheiden, dass er nicht sprechen darf.

DIE DREY DAMEN
Auch Papageno schweigt. - so rede!

PAPAGENO
Ich möchte gerne - Woll -

TAMINO
Still!

PAPAGENO
heimlich
Ihr seht, dass ich nicht soll -

TAMINO
Still!

TAMINO UND PAPAGENO
Dass ich / du nicht kann / kannst das Plaudern lassen,
Ist wahrlich eine Schand' für mich / dich.

ALLE FÜNF
Wir / Sie müssen sie / uns mit Schaam verlassen:
Es plaudert keiner sicherlich!
Von festem Geiste ist ein Mann,
Er denket, was er sprechen kann.

Die Damen wollen gehen, die Eingeweihten schreyen von innen.

PRIESTER
Entweiht ist die heilige Schwelle,
Hinab mit den Weibern zur Hölle!

Ein schrecklicher Accord mit allen Instrumenten, Donner, Blitz und Schlag: zugleich zwey starke Donner. Die Damen stürzen in die Versenkung.

DIE DREY DAMEN
O weh! O weh! O weh!

PAPAGENO
fällt vor Schrecken zu Boden; singt, da schon alle Musik stille ist
O weh! O weh! O weh!

Dann fängt der dreymahlige Accord an.


SECHSTER AUFTRITT
Tamino, Papageno, Sprecher, zweyter Priester mit Fackeln.

SPRECHER
Heil dir, Jüngling! dein standhaft männliches Betragen hat gesiegt. Zwar hast du noch manch rauhen und gefährlichen Weg zu wandern, den du aber durch Hülfe der Götter glücklich endigen wirst. - Wir wollen also mit reinem Herzen unsere Wanderschaft weiter fortsetzen.
er giebt ihm den Sack um
So! nun komm.
ab

ZWEYTER PRIESTER
Was seh' ich! Freund, siehe auf! wie ist dir?

PAPAGENO
Ich lieg' in einer Ohnmacht!

ZWEYTER PRIESTER
Auf! Sammle dich und sey ein Mann!

PAPAGENO
sieht auf
Aber sagt mir nur meine lieben Herren, warum muss ich denn alle die Qualen und Schrecken empfinden? - Wenn mir ja die Götter eine Papagena bestimmten, warum denn mit so vielen Gefahren sie erringen?

ZWEYTER PRIESTER
Diese neugierige Frage mag deine Vernunft dir beantworten. Komm! meine Pflicht heischt dich weiter zu führen.
er giebt ihm den Sack um

PAPAGENO
Bey so einer ewigen Wanderschaft möcht einem wohl die Liebe auf immer vergehen.
ab


SIEBENTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich in einen angenehmen Garten; Bäume, die nach Art eines Hufeisens gesetzt sind; in der Mitte siebt eine Laube von Blumen und Rosen, worin Pamina schläft. Der Mond beleuchtet ihr Gesicht. Ganz vorn steht eine Rasenbank, Monostatos kommt, setzt sich nach einer Pause.

MONOSTATOS.
Ha, da find' ich ja die spröde Schöne! - Und um so einer geringen Pflanze wegen wollte man meine Fusssohlen behämmern? - Also bloss dem heutigen Tage hab' ichs zu verdanken, dass ich noch mit heiler Haut auf die Erde trete. - Hm! - Was war denn eigentlich mein Verbrechen? - dass ich mich in eine Blume vergaffte, die auf fremden Boden versetzt war? - Und welcher Mensch, wenn er auch von gelinderm Himmelstrich daher wanderte, würde bey so einem Anblick kalt und unempfindlich bleiben? - Bey allen Sternen! das Mädchen wird noch um meinen Verstand mich bringen. - Das Feuer, das in mir glimmt, wird mich noch verzehren.
er sieht sich allenthalben um
Wenn ich wüsste - dass ich so ganz allein, und unbelauscht wäre - ich wagte es noch einmal.
er macht sich Wind mit beyden Händen
Es ist doch eine verdammte närrische Sache um die Liebe! - Ein Küsschen, dächte ich, liesse sich entschuldigen. -

Nr. 13 - Arie

Alles wird so piano gesungen und gespielt, als wenn die Musik in weiter Entfernung wäre.

MONOSTATOS
Alles fühlt der Liebe Freuden,
Schnäbelt, tändelt, herzet, küsst;
Und ich soll die Liebe meiden,
Weil ein Schwarzer hässlich ist.
Ist mir denn kein Herz gegeben?
Ich bin auch den Mädchen gut?
Immer ohne Weibchen leben,
Wäre wahrlich Höllenglut.
Drum so will ich, weil ich lebe,
Schnäbeln, küssen, zärtlich seyn! -
Lieber, guter Mond - vergebe
Eine Weisse nahm mich ein! -
Weiss ist schön! - ich muss sie küssen;
Mond! verstecke dich dazu! -
Sollt es dich zu seh'n verdriessen,
O so mach die Augen zu.

Er schleicht langsam und leise hin.


ACHTER AUFTRITT
Die Königinn kommt unter Donner aus der mittlern Versenkung, und so, dass sie gerade vor Pamina zu stehen kommt.

KÖNIGINN
Zurücke!

PAMINA
erwacht
Ihr Götter!

MONOSTATOS
prallt zurück
O weh! - das ist - wo ich nicht irre, die Göttin der Nacht.
steht ganz still

PAMINA
Mutter! Mutter! meine Mutter!
sie fällt ihr in die Arme

MONOSTATOS
Mutter? hm! das muss man von weitem belauschen.
schleicht ab

KÖNIGINN
Verdank es der Gewalt, mit der man dich mir entriss, dass ich noch deine Mutter mich nenne. - Wo ist der Jüngling, den ich an dich sandte?

PAMINA
Ach Mutter, der ist der Welt und den Menschen auf ewig entzogen. - Er hat sich den Eingeweihten gewidmet.

KÖNIGINN
Den Eingeweihten? - Unglückliche Tochter, nun bist du auf ewig mir entrissen. -

PAMINA
Entrissen? - O fliehen wir liebe Mutter! unter deinem Schutz trotz ich jeder Gefahr.

KÖNIGINN
Schutz? Liebes Kind, deine Mutter kann dich nicht mehr schützen. - Mit deines Vaters Tod gieng meine Macht zu Grabe.

PAMINA
Mein Vater -

KÖNIGINN
Übergab freywillig den siebenfachen Sonnenkreis den Eingeweihten; diesen mächtigen Sonnenkreis trägt Sarastro auf seiner Brust. - Als ich ihn darüber beredete, so sprach er mit gefalteter Stirne: Weib! meine letzte Stunde ist da - alle Schätze, so ich allein besass, sind dein und deiner Tochter. - Der alles verzehrende Sonnenkreis, fiel ich hastig ihm in die Rede, - ist den Geweihten bestimmt, antwortete er: - Sarastro wird ihn so männlich verwalten, wie ich bisher. - Und nun kein Wort weiter; forsche nicht nach Wesen, die dem weiblichen Geiste unbegreiflich sind. - Deine Pflicht ist, dich und deine Tochter, der Führung weiser Männer zu überlassen.

PAMINA
Liebe Mutter, nach allem dem zu schliessen, ist wohl auch der Jüngling auf immer für mich verloren.

KÖNIGINN
Verloren, wenn du nicht, eh' die Sonne die Erde färbt, ihn durch diese unterirdische Gewölber zu fliehen beredest. - Der erste Schimmer des Tages entscheidet, ob er ganz Dir oder den Eingeweihten gegeben sey.

PAMINA
Liebe Mutter, dürft ich den Jüngling als Eingeweihten denn nicht auch eben so zärtlich lieben, wie ich ihn jetzt liebe? - Mein Vater selbst war ja mit diesen weisen Männern verbunden; er sprach jederzeit mit Entzücken von ihnen, preisste ihre Güte - ihren Verstand - ihre Tugend. - Sarastro ist nicht weniger tugendhaft. -

KÖNIGINN
Was hör ich! - Du meine Tochter könntest die schändlichen Gründe dieser Barbaren vertheidigen? - So einen Mann lieben, der mit meinem Todfeinde verbunden, mit jedem Augenblick mir meinen Sturz bereiten würde? - Siehst du hier diesen Stahl? - Er ist für Sarastro geschliffen. - Du wirst ihn tödten, und den mächtigen Sonnenkreis mir überliefern.

PAMINA
Aber liebste Mutter! -

KÖNIGINN
Kein Wort!

Nr. 14 - Arie

KÖNIGIN DER NACHT
Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,
Tod und Verzweiflung flammet um mich her!
Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,
So bist du meine Tochter nimmermehr.
Verstossen sey auf ewig und verlassen,
Zertrümmert alle Bande der Natur,
Wenn nicht durch dich Sarastro wird erblassen!
Hört Rache, - Götter! - Hört der Mutter Schwur.

Sie versinkt.


NEUNTER AUFTRITT
Pamina mit dem Dolch in der Hand.

PAMINA
Morden soll ich? - Götter! das kann ich nicht. - Das kann ich nicht!
steht in Gedanken


ZEHNTER AUFTRITT
Vorige, Monostatos.

MONOSTATOS
kommt schnell, heimlich, und sehr freudig
Sarastros Sonnenkreis hat also auch seine Wirkung? - Und diesen zu erhalten, soll das schöne Mädchen ihn morden? - Das ist Salz in meine Suppe!

PAMINA
Aber schwur sie nicht bey allen Göttern, mich zu verstossen, wenn ich den Dolch nicht gegen Sarastro kehre? - Götter! - Was soll ich nun?

MONOSTATOS
Dich mir anvertrauen!
nimmt ihr den Dolch

PAMINA
erschrickt und schreyt
Ha!

MONOSTATOS
Warum zitterst du? vor meiner schwarzen Farbe, oder vor dem ausgedachten Mord?

PAMINA
schüchtern
Du weisst also? -

MONOSTATOS
Alles. - Ich weiss sogar, dass nicht nur dein, sondern auch deiner Mutter Leben in meiner Hand steht. - Ein einziges Wort sprech ich zu Sarastro, und deine Mutter wird in diesem Gewölbe in eben dem Wasser, das die Eingeweihten reinigen soll, wie man sagt, ersäufft. - Aus diesem Gewölbe kommt sie nun sicher nicht mehr mit heiler Haut, wenn ich es will. - Du hast also nur einen Weg, dich und deine Mutter zu retten.

PAMINA
Der wäre?

MONOSTATOS
Mich zu lieben.

PAMINA
zitternd für sich
Götter!

MONOSTATOS
freudig
Das junge Bäumchen jagt der Sturm auf meine Seite. - Nun Mädchen! - Ja, oder nein!

PAMINA
entschlossen
Nein!

MONOSTATOS
voll Zorn
Nein? und warum? weil ich die Farbe eines schwarzen Gespensts trage? - Nicht? - Ha so stirb!
er ergreift sie bey der Hand

PAMINA
Monostatos, sieh mich hier auf meinen Knien - schone meiner!

MONOSTATOS
Liebe oder Tod! - Sprich! dein Leben steht auf der Spitze.

PAMINA
Mein Herz hab ich dem Jüngling geopfert.

MONOSTATO
Was kümmert mich dein Opfer. - Sprich! -

PAMINA
entschlossen
Nie!


ELFTER AUFTRITT
Vorige, Sarastro.

MONOSTATOS
So fahr denn hin!
Sarastro hält ihn schnell ab
Herr, mein Unternehmen ist nicht strafbar; man hat deinen Tod geschworen, darum wollt ich dich rächen.

SARASTRO
Ich weis nur allzuviel. - Weiss, dass deine Seele eben so schwarz als dein Gesicht ist. - Auch würde ich dies schwarze Unternehmen mit höchster Strenge an dir bestrafen, wenn nicht ein böses Weib, das zwar eine sehr gute Tochter hat, den Dolch dazu geschmiedet hätte. - Verdank es der bösen Handlung des Weibes, dass du ungestraft davon ziehst. - Geh! -

MONOSTATOS
im Abgehen
Jetzt such' ich die Mutter auf, weil die Tochter mir nicht beschieden ist.
ab


ZWÖLFTER AUFTRITT
Vorige, ohne Monostatos.

PAMINA
Herr, strafe meine Mutter nicht, der Schmerz über meine Abwesenheit.

SARASTRO
Ich weis alles. - Weis, dass sie in unterirdischen Gemächern des Tempels herumirrt, und Rache über mich und die Menschheit kocht; - Allein, du sollst sehen, wie ich mich an deiner Mutter räche. - Der Himmel schenke nur dem holdem Jüngling Muth und Standhaftigkeit in seinem frommen Vorsatz, denn bist du mit ihm glücklich, und deine Mutter soll beschämt nach ihrer Burg zurücke kehren.

Nr. 15 - Arie

SARASTRO
In diesen heil'gen Hallen,
Kennt man die Rache nicht. -
Und ist ein Mensch gefallen;
Führt Liebe ihn zur Pflicht.
Dann wandelt er an Freundeshand,
Vergnügt und froh ins bess're Land.
In diesen heiligen Mauern
Wo Mensch den Menschen liebt,
Kann kein Verräther lauern,
Weil man dem Feind vergiebt.
Wen solche Lehren nicht erfreu'n,
Verdienet nicht ein Mensch zu seyn.

Gehen beyde ab.


DREYZEHNTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich in eine Halle, wo das Flugwerk gehen kann. Das Flugwerk ist mit Rosen und Blumen umgeben, wo sich sodann eine Thüre öfnet.

Tamino und Papageno werden ohne Säcke, von den zwey Priestern herein geführt. Ganz vorne sind zwey Rasenbänke.


SPRECHER
Hier seyd ihr euch beyde allein überlassen. - Sobald die röchelnde Posaune tönt, dann nehmt ihr euren Weg dahin. - Prinz, lebt wohl! Wir sehen uns, eh' ihr ganz am Ziele seyd. - Noch einmal, vergesst das Wort nicht: Schweigen.
ab

ZWEYTER PRIESTER
Papageno, wer an diesem Ort sein Stillschweigen bricht, den strafen die Götter durch Donner und Blitz. Leb wohl!
ab


VIERZEHNTER AUFTRITT
Tamino, Papageno.

Tamino setzt sich auf eine Rasenbank.


PAPAGENO
nach einer Pause
Tamino!

TAMINO
verweisend
St!

PAPAGENO
Das ist ein lustiges Leben! - Wär' ich lieber in meiner Strohhütte, oder im Walde, so hört ich doch manchmahl einen Vogel pfeifen.

TAMINO
verweisend
St!

PAPAGENO
Mit mir selbst werd' ich wohl sprechen dürfen; und auch wir zwey können zusammen sprechen, wir sind ja Männer.

TAMINO
verweisend
St!

PAPAGENO
singt
La la la - la la la! - Nicht einmal einen Tropfen Wasser bekommt man bey diesen Leuten; viel weniger sonst was.


FÜNFZEHNTER AUFTRITT
Ein altes hässliches Weib kommt aus der Versenkung, hält auf einer Tasse einen grossen Becher mit Wasser.

PAPAGENO
sieht sie lang an
Ist das für mich?

WEIB
Ja, mein Engel!

PAPAGENO
sieht sie wieder an, trinkt
Nicht mehr und nicht weniger als Wasser. - Sag du mir, du unbekannte Schöne! werden alle fremde Gäste auf diese Art bewirthet?

WEIB
Freylich mein Engel!

PAPAGENO
So, so! - Auf die Art werden die Fremden auch nicht gar zu häufig kommen. -

WEIB
Sehr wenig.

PAPAGENO
Kann mirs denken. - Geh Alte, setze dich her zu mir, mir ist die Zeit verdammt lange. - Sag du mir, wie alt bist du denn?

WEIB
Wie alt?

PAPAGENO
Ja!

WEIB
18 Jahr, und 2 Minuten.

PAPAGENO
18 Jahr, und 2 Minuten?

WEIB
Ja!

PAPAGENO
Ha ha ha! - Ey du junger Engel! Hast du auch einen Geliebten?

WEIB
J' freylich!

PAPAGENO
Ist er auch so jung wie du?

WEIB
Nicht gar, er ist um 10 Jahre älter. -

PAPAGENO
Um 10 Jahr ist er älter als du? - Das muss eine Liebe seyn! - Wie nennt sich denn dein Liebhaber?

WEIB
Papageno!

PAPAGENO
erschrickt, Pause
Papageno? - Wo ist er denn dieser Papageno?

WEIB
Da sitzt er mein Engel!

PAPAGENO
Ich wär dein Geliebter?

WEIB
Ja mein Engel!

PAPAGENO
nimmt schnell das Wasser, und spritzt sie ins Gesicht
Sag du mir, wie heisst du denn?

WEIB
Ich heisse -
starker Donner, die Alte hinkt schnell ab

PAPAGENO
O weh!

Tamino steht auf, droht ihm mit dem Finger.

PAPAGENO
Nun sprech ich kein Wort mehr!

SECHZEHNTER AUFTRITT
Die drey Knaben kommen in einem mit Rosen bedeckten Flugwerk. In der Mitte steht ein schöner gedeckter Tisch. Der eine hat die Flöte, der andere das Kästchen mit Glöckchen.

DIE DREY KNABEN

Nr. 16 - Terzett

Seyd uns zum zweytenmal willkommen
Ihr Männer in Sarastros Reich!
Er schickt, was man euch abgenommen,
Die Flöte und die Glöckchen euch.
Wollt ihr die Speisen nicht verschmähen,
So esset, trinket froh davon!
Wenn wir zum drittenmal uns sehen,
Ist Freude eures Muthes Lohn!
Tamino Muth! Nah ist das Ziel,
Du Papageno, schweige still.

Unter dem Terzett setzen sie den Tisch in die Mitte, und fliegen auf.


SIEBZEHNTER AUFTRITT
Tamino, Papageno.

PAPAGENO
Tamino, wollen wir nicht speisen? - -

Tamino bläst auf seiner Flöte.

PAPAGENO
Blase du nur fort auf deiner Flöte, ich will meine Brocken blasen. - Herr Sarastro führt eine gute Küche. - Auf die Art, ja da will ich schon schweigen, wenn ich immer solche gute Bissen bekomme.
er trinkt
Nun will ich sehen, ob auch der Keller so gut bestellt ist. - Ha! - Das ist Götterwein! -

die Flöte schweigt


ACHTZEHNTER AUFTRITT
Pamina, Vorige.

PAMINA
freudig
Du hier? - Gütige Götter! Dank euch, dass ihr mich diesen Weg führtet. - Ich hörte deine Flöte - und so lief ich pfeilschnell dem Tone nach. - Aber du bist traurig? - Sprichst nicht eine Silbe mit deiner Pamina?

TAMINO
seufzt
Ah!
winkt ihr fortzugehen.

PAMINA
Wie? ich soll dich meiden? liebst du mich nicht mehr?

TAMINO
seufzt
Ah!
winkt wieder fort

PAMINA
Ich soll fliehen, ohne zu wissen, warum. - Tamino, holder Jüngling! hab ich dich beleidigt? - O kränke mein Herz nicht noch mehr. - Bey dir such ich Trost - Hülfe - und du kannst mein liebevolles Herz noch mehr kränken? - Liebst du mich nicht mehr?

Tamino seufzt

PAMINA
Papageno, sage du mir, sag, was ist meinem Freund?

Papageno hat einen Brocken in dem Mund, hält mit beyden Händen die Speisen zu, winkt fortzugehen.

PAMINA
Wie? auch du? - Erkläre mir wenigstens die Ursache eures Stillschweigens. - -

PAPAGENO
St!
er deutet ihr fortzugehen.

PAMINA
O das ist mehr als Kränkung - mehr als Tod!
Pause
Liebster, einziger Tamino! -

Nr. 17 - Arie

Ach ich fühls, es ist verschwunden -
Ewig hin der Liebe Glück!
Nimmer kommt ihr, Wonnestunden,
Meinem Herzen mehr zurück.
Sieh Tamino, diese Thränen
Fliessen Trauter, dir allein.
Fühlst du nicht der Liebe Sehnen,
So wird Ruh im Tode seyn.

ab


NEUNZEHNTER AUFTRITT
Tamino, Papageno.

PAPAGENO
isst hastig
Nicht wahr Tamino, ich kann auch schweigen, wenns seyn muss. - Ja, bey so einem Unternehmen da bin ich Mann.
er trinkt
Der Herr Koch, und der Herr Kellermeister sollen leben. -

Dreymaliger Posaunenton
Tamino winkt Papageno, dass er gehen soll.


PAPAGENO
Gehe du nur voraus, ich komm schon nach.

Tamino will ihn mit Gewalt fortführen.

PAPAGENO
Der Stärkere bleibt da!

Tamino droht ihm, und geht rechts ab; ist aber links gekommen.

PAPAGENO
Jetzt will ich mirs erst recht wohl seyn lassen. - Da ich in meinem besten Appetit bin, soll ich gehen. - Das lass' ich wohl bleiben. - Ich gieng' jetzt nicht fort, und wenn Herr Sarastro seine sechs Löwen an mich spannte.
die Löwen kommen heraus, er erschrickt
O Barmherzigkeit, ihr gütigen Götter! - Tamino, rette mich! die Herrn Löwen machen eine Mahlzeit aus mir.

Tamino bläst sein Flöte, kommt schnell zurück; die Löwen gehen hinein.
Tamino winkt ihm.


PAPAGENO
Ich gehe schon! heiss du mich einen Schelmen, wenn ich dir nicht in allem folge.
dreymaliger Posaunenton
Das geht uns an. - Wir kommen schon. - Aber hör einmal, Tamino, was wird denn noch alles mit uns werden?

Tamino deutet gen Himmel.

PAPAGENO
Die Götter soll ich fragen?

Tamino deutet ja.

PAPAGENO
Ja, die könnten uns freylich mehr sagen, als wir wissen!

dreymaliger Posaunenton
Tamino reisst ihn min Gewalt fort.


PAPAGENO
Eile nur nicht so, wir kommen noch immer zeitlich genug, um uns braten zu lassen.
ab


ZWANZIGSTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich in das Gewölbe von Pyramiden. Sprecher und einige Priester. Zwey Priester tragen eine beleuchtete Pyramide auf den Schultern; jeder Priester hat eine transparente Pyramide in der Grösse einer Laterne in der Hand.

Nr. 18 - Chor der Priester

CHOR
O Isis und Osiris, welche Wonne!
Die düstre Nacht verscheucht der Glanz der Sonne.
Bald fühlt der edle Jüngling neues Leben;
Bald ist er unserm Dienste ganz gegeben.
Sein Geist ist kühn, sein Herz ist rein,
Bald wird er unser würdig seyn.


EINUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Tamino, der hereingeführt wird. Vorige.

SARASTRO
Prinz, dein Betragen war bis hieher männlich und gelassen; nun hast du noch zwey gefährliche Wege zu wandern. - Schlägt dein Herz noch eben so warm für Pamina - und wünschest du einst als ein weiser Fürst zu regieren, so mögen die Götter dich ferner begleiten. - - Deine Hand - Man bringe Paminen!

Eine Stille herrscht bey allen Priestern, Pamina wird mit eben diesem Sack, welcher die Eingeweihten bedeckt, hereingeführt, Sarastro löst die Bande am Sacke auf.

PAMINA
Wo bin ich? - Welch eine fürchterliche Stille! - Saget, wo ist mein Jüngling? -

SARASTRO
Er wartet deiner, um dir das letzte Lebewohl zu sagen.

PAMINA
Das letzte Lebewohl! - wo ist er? - Führe mich zu ihm! -

SARASTRO
Hier! -

PAMINA
Tamino!

TAMINO
Zurück!

Nr. 19 - Terzett
Sarastro, Pamina, Tamino.

PAMINA
Soll ich dich, Theurer! nicht mehr seh'n?

SARASTRO
Ihr werdet froh euch wieder seh'n! -

PAMINA
Dein warten tödtliche Gefahren! -

SARASTRO UND TAMINO
Die Götter mögen ihn / mich bewahren! -

PAMINA
Du wirst dem Tode nicht entgehen;
Mir flüstert Ahndung dieses ein! -

SARASTRO UND TAMINO
Der Götter Wille mag geschehen;
Ihr Wink soll ihm / mir Gesetze seyn! -

PAMINA
O liebtest du, wie ich dich liebe,
Du würdest nicht so ruhig seyn! -

SARASTRO UND TAMINO
Glaub mir, er fühlet / ich fühle gleiche Triebe,
Wird / Werd' ewig dein Getreuer seyn!

SARASTRO
Die Stunde schlägt, nun müsst ihr scheiden;
Tamino muss nun wieder fort!

TAMINO UND PAMINA
Wie bitter sind der Trennung Leiden!
Pamina, ich muss wirklich fort!
Tamino muss nun wirklich fort!

SARASTRO
Nun muss er fort!

TAMINO
Nun muss ich fort!

PAMINA
So musst du fort! -

TAMINO
Pamina, lebe wohl!

PAMINA
Tamino, lebe wohl!

SARASTRO
Nun eile fort!
Dich ruft dein Wort.

SARASTRO UND TAMINO
Die Stunde schlägt; wir seh'n uns wieder! -

PAMINA
Ach, goldne Ruhe, kehre wieder!

entfernen sich


ZWEIUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Papageno.

PAPAGENO
von aussen
Tamino! Tamino! willst du mich denn gänzlich verlassen?
er sucht herein
Wenn, ich nur wenigstens wüsste, wo ich wäre - Tamino! - Tamino! - So lang' ich lebe, bleib' ich nicht mehr von dir - - nur diessmal verlass mich armen Reisgefährten nicht!
er kommt an die Thüre, wo Tamino abgeführt worden ist.

EINE STIMME
ruft
Zurück!
Dann ein Donnerschlag, das Feuer schlägt zur Thüre heraus; starker Accord.

PAPAGENO
Barmherzige Götter! - Wo wend' ich mich hin? - Wenn ich nur wüsste, wo ich herein kam.
Er kommt an die Thüre, wo er herein kam.

DIE STIMME
Zurück!
Donner, Feuer, und Accord wie oben.

PAPAGENO
Nun kann ich weder zurück, noch vorwärts!
weint
Muss vieleicht am Ende gar verhungern. - Schon recht! - Warum bin ich mitgereist.


DREYUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Sprecher mit seiner Pyramide. Vorige.

SPRECHER
Mensch! du hättest verdient, auf immer in finstern Klüften der Erde zu wandern; - die gütigen Götter aber entlassen der Strafe dich. - Dafür aber wirst du das himmlische Vergnügen der Eingeweihten nie fühlen.

PAPAGENO
Je nun, es giebt ja noch mehr Leute meines Gleichen. - Mir wäre jetzt ein gut Glas Wein das grösste Vergnügen.

SPRECHER
Sonst hast du keinen Wunsch in dieser Welt?

PAPAGENO
Bis jetzt nicht.

SPRECHER
Man wird dich damit bedienen!
ab

Sogleich kommt ein grosser Becher, mit rothem Wein angefüllt, aus der Erde.


PAPAGENO
Juchhe! da ist er ja schon!
trinkt
Herrlich! - Himmlisch! - Göttlich! - Ha! ich bin jetzt so vergnügt, dass ich bis zur Sonne fliegen wollte, wenn ich Flügel hätte. - Ha! - mir wird ganz wunderlich ums Herz. - Ich möchte - ich wünschte - ja was denn?

Nr. 20 - Arie

er schlägt dazu das Glockenspiel

PAPAGENO
Ein Mädchen oder Weibchen
Wünscht Papageno sich!
O so ein sanftes Täubchen
Wär' Seligkeit für mich! -
Dann schmeckte mir Trinken und Essen;
Dann könnt' ich mit Fürsten mich messen,
Des Lebens als Weiser mich freu'n,
Und wie im Elysium seyn.

Ein Mädchen oder Weibchen
Wünscht Papageno sich!
O so ein sanftes Täubchen
War' Seeligkeit für mich! -
Ach kann ich denn keiner von allen
Den reitzenden Mädchen gefallen?
Helf' eine mir nur aus der Noth,
Sonst gräm' ich mich wahrlich zu Tod'.

Ein Mädchen oder Weibchen,
Wünscht Papageno sich!
O so ein sanftes Täubchen
Wär' Seligkeit für mich.
Wird keine mir Liebe gewähren,
So muss mich die Flamme verzehren!
Doch küsst mich ein weiblicher Mund,
So bin ich schon wieder gesund.


VIERUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Die Alte tanzend, und auf ihren Stock dabey sich stützend. Vorige.

WEIB
Da bin ich schon, mein Engel!

PAPAGENO
Du hast dich meiner erbarmt?

WEIB
Ja, mein Engel!

PAPAGENO
Das ist ein Glück!

WEIB
Und wenn du mir versprichst, mir ewig treu zu bleiben, dann sollst du sehen, wie zärtlich dein Weibchen dich lieben wird.

PAPAGENO
Ey du zärtliches Närrchen!

WEIB
O wie will ich dich umarmen, dich liebkosen, dich an mein Herz drücken!

PAPAGENO
Auch ans Herz drücken?

WEIB
Komm, reiche mir zum Pfand unsers Bundes deine Hand.

PAPAGENO
Nur nicht so hastig, lieber Engel! - So ein Bündniss braucht doch auch seine Überlegung.

WEIB
Papageno, ich rathe dir, zaudre nicht. - Deine Hand, oder du bist auf immer hier eingekerkert.

PAPAGENO
Eingekerkert?

WEIB
Wasser und Brod wird deine tägliche Kost seyn. - Ohne Freund, ohne Freundinn musst du leben, und der Welt auf immer entsagen. -

PAPAGENO
Wasser trinken? - Der Welt entsagen? - Nein, da will ich doch lieber eine Alte nehmen, als gar keine. - Nun, da hast du meine Hand, mit der Versicherung, dass ich dir immer getreu bleibe,
für sich
so lang' ich keine schönere sehe.

WEIB
Das schwörst du?

PAPAGENO
Ja, das schwör' ich!

Weib verwandelt sich in ein junges Weib, welche eben so gekleidet ist, wie Papageno.

PAPAGENO
Pa - Pa - Papagena!
er will sie umarmen


FÜNFUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Sprecher nimmt sie hastig bey der Hand. Vorige.

SPRECHER
Fort mit dir, junges Weib! er ist deiner noch nicht würdig.
er schleppt sie hinein, Papageno will nach
Zurück, sag ich! oder zittre.

PAPAGENO
Eh' ich mich zurück ziehe, soll die Erde mich verschlingen.
er sinkt hinab
O ihr Götter!


SECHSUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich in einen kurzen Garten.

DIE DREY KNABEN
fahren herunter

Nr. 21 - Finale

Bald prangt, den Morgen zu verkünden,
Die Sonn' auf goldner Bahn, -
Bald soll der finstre Irrwahn schwinden,
Bald siegt der weise Mann. -
O holde Ruhe, steig hernieder;
Kehr in der Menschen Herzen wieder;
Dann ist die Erd' ein Himmelreich,
Und Sterbliche den Göttern gleich. -

ERSTER KNABE
Doch seht, Verzweiflung quält Paminen!

ZWEYTER UND DRITTER KNABE
Wo ist sie denn?

ERSTER KNABE
Sie ist von Sinnen!

ZWEYTER UND DRITTER KNABE
Sie quält verschmähter Liebe Leiden.
Lasst uns der Armen Trost bereiten!
Fürwahr, ihr Schicksal geht mir nah!
O wäre nur ihr Jüngling da! -
Sie kommt, lasst uns beyseite geh'n,
Damit wir, was sie mache, seh'n.

gehen beyseite


SIEBUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Pamina halb wahnwitzig mit einem Dolch in der Hand. Vorige.

PAMINA
zum Dolch
Du also bist mein Bräutigam?
Durch dich vollend' ich meinen Gram. -

DIE DREY KNABEN
beyseite
Welch' dunkle Worte sprach sie da?
Die Arme ist dem Wahnsinn nah.

PAMINA
Geduld, mein Trauter! ich bin dein;
Bald werden wir vermählet seyn.

DIE DREY KNABEN
beyseite
Wahnsinn tobt ihr im Gehirne;
Selbstmord steht auf ihrer Stirne.
zu Paminen
Holdes Mädchen, sieh uns an!

PAMINA
Sterben will ich, weil der Mann
Den ich nimmermehr kann hassen,
Seine Traute kann verlassen.
auf den Dolch zeigend
Dies gab meine Mutter mir.

DIE DREY KNABEN
Selbstmord strafet Gott an dir.

PAMINA
Lieber durch dies Eisen sterben,
Als durch Liebesgram verderben.
Mutter, durch dich leide ich,
Und dein Fluch verfolget mich.

DIE DREY KNABEN
Mädchen, willst du mit uns gehen?

PAMINA
Ja des Jammers Maas ist voll!
Falscher Jüngling, lebe wohl!
Sieh, Pamina stirbt durch dich;
Dieses Eisen tödte mich.

sie holt mit der Hand aus

DIE DREY KNABEN
halten ihr den Arm.
Ha, Unglückliche! halt ein;
Sollte dies dein Jüngling sehen,
Würde er für Gram vergehen;
Denn er liebet dich allein.

PAMINA
erhohlt sich
Was? Er fühlte Gegenliebe,
Und verbarg mir seine Triebe;
Wandte sein Gesicht von mir?
Warum sprach er nicht mit mir? -

DIE DREY KNABEN
Dieses müssen wir verschweigen!
Doch wir wollen dir ihn zeigen,
Und du wirst mit Staunen seh'n,
Dass er dir sein Herz geweiht,
Und den Tod für dich nicht scheut.

PAMINA UND DIE DREY KNABEN
Führt mich hin, ich möcht ihn seh'n.
Komm, wir wollen zu ihm geh'n.

ALLE VIER
Zwey Herzen, die von Liebe brennen,
Kann Menschenohnmacht niemahls trennen.
Verloren ist der Feinde Müh;
Die Götter selbsten schützen sie.

gehen ab


ACHTUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich in zwey grosse Berge; in dem einen ist ein Wasserfall, worin man sausen und brausen hört; der andre speyt Feuer aus; jeder Berg hat ein durchbrochenes Gegitter, worin man Feuer und Wasser sieht; da, wo das Feuer brennt, muss der Horizont hellroth seyn, und wo das Wasser ist, liegt schwarzer Nebel. Die Scenen sind Felsen, jede Scene schliesst sich mit einer eisernen Thüre. Tamino ist leicht angezogen ohne Sandalien. Zwey schwarz geharnischte Männer führen Tamino herein. Auf ihren Helmen brennt Feuer, sie lesen ihm die transparente Schrift vor, welche auf einer Pyramide geschrieben steht. Diese Pyramide steht in der Mitte ganz in der Höhe nahe am Gegitter.

ZWEY MÄNNER
Der, welcher wandert diese Strasse voll Beschwerden,
Wird rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden;
Wenn er des Todes Schrecken überwinden kann,
Schwingt er sich aus der Erde Himmel an. -
Erleuchtet wird er dann im Stande seyn,
Sich den Mysterien der Isis ganz zu weih'n.

TAMINO
Mich schreckt kein Tod, als Mann zu handeln, -
Den Weg der Tugend fort zu wandeln.
Schliesst mir des Schreckens Pforten auf!

PAMINA
von innen
Tamino, halt, ich muss dich seh'n.

TAMINO UND DIE GEHARNISCHTEN
Was höre ich, Paminens Stimme?
Ja, ja, das ist Paminens Stimme!
Wohl mir / dir nun kann sie mit mir / dir gehn.
Nun trennet uns / euch kein Schicksal mehr,
Wenn auch der Tod beschieden wär.

TAMINO
Ist mir erlaubt, mit ihr zu sprechen?

GEHARNISCHTE
Dir sey erlaubt, mit ihr zu sprechen.
Welch Glück, wenn wir uns / euch wieder seh'n,
Froh Hand in Hand in Tempel geh'n.
Ein Weib, das Nacht und Tod nicht scheut,
Ist würdig, und wird eingeweiht.

Die Thüre wird aufgemacht; Tamino, Pamina umarmen sich.

PAMINA
Pause
Tamino mein! O welch ein Glück!

TAMINO
Pamina mein! O welch ein Glück!

TAMINO
Hier sind die Schreckenspforten,
Die Noth und Tod mir dräun.

PAMINA
Ich werde aller Orten
An deiner Seite seyn.
Ich selbsten führe dich;
Die Liebe leite mich!
nimmt ihn bey der Hand
Sie mag den Weg mit Rosen streu'n,
Weil Rosen stets bey Dornen seyn.
Spiel du die Zauberflöte an;
Sie schütze uns auf unsrer Bahn;
Es schnitt in einer Zauberstunde
Mein Vater sie aus tiefstem Grunde
Der tausendjähr'gen Eiche aus
Bey Blitz und Donner, Sturm und Braus.

TAMINO, PAMINA
Nun komm, ich / und spiel' die Flöte an.

ZWEY GEHARNISCHTE
Sie leitet uns / euch auf grauser Bahn.
Wir wandeln / Ihr wandelt durch des Tones Macht
Froh durch des Todes düstre Nacht.

Die Thüren werden nach ihnen zugeschlagen; man sieht Tamino und Pamina wandern; man hört Feuergeprassel, und Windegeheul, manchmal den Ton eines dumpfen Donners, und Wassergeräusch. Tamino bläst seine Flöte; gedämpfte Paucken accompagniren manchmal darunter. Sobald sie vom Feuer heraus kommen, umarmen sie sich, und bleiben in der Mitte.

PAMINA
Wir wandelten durch Feuergluthen,
Bekämpften muthig die Gefahr.
zu Tamino
Dein Ton sey Schutz in Wasserfluthen,
So wie er es im Feuer war.

Tamino bläst; man sieht sie hinunter steigen, und nach einiger Zeit wieder herauf kommen; sogleich öffnet sich eine Thüre; man sieht einen Eingang in einen Tempel, welcher hell beleuchtet ist. Eine feyerliche Stille. Dieser Anblick muss den vollkommensten Glanz darstellen. Sogleich fällt der Chor unter Trompeten und Paucken ein. Zuvor aber

TAMINO, PAMINA
Ihr Götter, welch ein Augenblick!
Gewähret ist uns Isis Glück.

CHOR
Triumph, Triumph! du edles Paar!
Besieget hast du die Gefahr!
Der Isis Weihe ist nun dein!
Kommt, tretet in den Tempel ein!

alle ab


NEUNUNDZWANZIGSTER AUFTRITT
Das Theater verwandelt sich wieder in vorigen Garten.

PAPAGENO
ruft mit seinem Pfeifchen
Papagena! Papagena! Papagena!
Weibchen! Täubchen! meine Schöne!
Vergebens! Ach sie ist verloren!
Ich bin zum Unglück schon geboren.
Ich plauderte, - und das war schlecht,
Darum geschieht es mir schon recht.
Seit ich gekostet diesen Wein -
Seit ich das schöne Weibchen sah -
So brennts im Herzenskämmerlein,
So zwickt es hier, so zwickt es da.
Papagena! Herzenstäubchen!
Papagena! liebes Weibchen!
'S ist umsonst! Es ist vergebens'
Müde bin ich meines Lebens!
Sterben macht der Lieb' ein End
Wenns im Herzen noch so brennt.

nimmt einen Strick von seiner Mitte

Diesen Baum da will ich zieren,
Mir an ihm den Hals zuschnüren,
Weil das Leben mir missfällt.
Gute Nacht, du schwarze Welt!
Weil du böse an mir handelst,
Mir kein schönes Kind zubandelst,
So ists aus, so sterbe ich:
Schöne Mädchen, denkt an mich.
Will sich eine um mich Armen,
Eh' ich hänge, noch erbarmen,
Wohl, so lass ichs diesmal seyn!
Rufet nur - ja, oder nein! -
Keine hört mich; alles stille!
sieht sich um
Also ist es euer Wille?
Papageno, frisch hinauf!
Ende deinen Lebenslauf.
sieht sich um
Nun ich warte noch; es sey!
Bis man zählt: Eins, zwey, drey!
pfeift
Eins!
sieht sich um
pfeift

Zwey!
sieht sich um
Zwey ist schon vorbey!
pfeift
Drey!
sieht sich um
Nun wohlan, es bleibt dabey,
Weil mich nichts zurücke hält!
Gute Nacht, du falsche Welt!

will sich hängen

DREY KNABEN
fahren herunter.
Halt ein, o Papageno! und sey klug.
Man lebt nur einmal, dies sey dir genug.

PAPAGENO
Ihr habt gut reden, habt gut scherzen;
Doch brennt' es euch, wie mich im Herzen,
Ihr würdet auch nach Mädchen geh'n.

DREY KNABEN
So lasse deine Glöckchen klingen;
Dies wird dein Weibchen zu dir bringen.

PAPAGENO
Ich Narr vergass der Zauberdinge.
Erklinge Glockenspiel, erklinge!
Ich muss mein liebes Mädchen sehn.
Klinget, Glöckchen, klinget!
Schafft mein Mädchen her!
Klinget, Glöckchen, klinget!
Bringt mein Weibchen her!

Unter diesem Schlagen laufen die drey Knaben zu ihrem Flugwerk, und bringen das Weib heraus.

DREY KNABEN
Komm her, du holdes, liebes Weibchen!
Dem Mann sollst du dein Herzchen weihn!
Er wird dich lieben, süsses Weibchen,
Dein Vater, Freund, und Bruder seyn!
Sey dieses Mannes Eigenthum!
im Auffahren
Nun, Papageno, sieh dich um!

Papageno sieht sich um; beyde haben unter dem Ritornell komisches Spiel.

Duetto

PAPAGENO.
Pa - Pa - Pa - Pa - Pa - Pa - Papagena!

WEIB
Pa - Pa - Pa - Pa - Pa - Pa - Papageno.

BEYDE
Pa - Pa - Pa - Pa - Pa - Pa - Papagena! / Papageno!

PAPAGENO
Bist du mir nun ganz gegeben?

WEIB
Nun bin ich dir ganz gegeben.

PAPAGENO
Nun so sey mein liebes Weibchen!

WEIB
Nun so sey mein Herzenstäubchen!

BEYDE
Welche Freude wird das seyn,
Wenn die Götter uns bedenken,
Unsrer Liebe Kinder schenken,
So liebe kleine Kinderlein.

PAPAGENO
Erst einen kleinen Papageno.

WEIB
Dann eine kleine Papagena.

PAPAGENO
Dann wieder einen Papageno.

WEIB
Dann wieder eine Papagena.

BEYDE
Es ist das höchste der Gefühle,
Wenn viele, viele, viele, viele,
Pa, pa, pa, pa, pa, pa, geno
Pa, pa, pa, pa, pa, pa, gena
Der Segen froher Eltern seyn;
Wenn dann die kleinen um sie spielen,
Die Eltern gleiche Freude fühlen,
Sich ihres Ebenbildes freun.
O welch ein Glück kann grösser seyn?

Beyde ab


DREYSSIGSTER AUFTRITT
Der Mohr, die Königinn mit allen ihren Damen, kommen von beyden Versenkungen; sie tragen schwarze Fackeln in der Hand.

MOHR
Nur stille! stille! stille! stille!
Bald dringen wir in Tempel ein.

ALLE WEIBER
Nur stille! stille! stille! stille!
Bald dringen wir in Tempel ein.

MOHR
Doch, Fürstinn, halte Wort! - Erfülle -
Dein Kind muss meine Gattinn seyn.

KÖNIGINN
Ich halte Wort; es ist mein Wille.

ALLE WEIBER
Mein / Ihr Kind soll deine Gattin seyn.

Man hört dumpfen Donner, Geräusch von Wasser.

MOHR
Doch still, ich höre schrecklich rauschen,
Wie Donnerton und Wasserfall.

KÖNIGINN, DAMEN
Ja, fürchterlich ist dieses Rauschen,
Wie fernen Donners Wiederhall.

MOHR
Nun sind sie in des Tempels Hallen:

ALLE
Dort wollen wir sie überfallen, -
Die Frömmler tilgen von der Erd
Mit Feuersgluth und mächt'gem Schwert.
Dir, grosse Königinn der Nacht,
Sey unsrer Rache Opfer gebracht.

Man hört den stärksten Accord, Donner, Blitz, Sturm. Sogleich verwandelt sich das ganze Theater in eine Sonne. Sarastro steht erhöht; Tamino, Pamina, beyde in priesterlicher Kleidung. Neben ihnen die ägyptischen Priester auf beyden Seiten. Die drey Knaben halten Blumen.

MOHR, KÖNIGINN
Zerschmettert, zernichtet ist unsere Macht,
Wir alle gestürzet in ewige Nacht.
sie versinken

SARASTRO
Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht,
Zernichten der Heuchler erschlichene Macht.

CHOR VON PRIESTERN
Heil sey euch Geweihten! Ihr drangt durch die Nacht,
Dank sey dir, Osiris und Isis, gebracht!
Es siegte die Stärke, und krönet zum Lohn
Die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron'.

The Magic Flute



ACT ONE

Overture

A rocky place, partly tree-clad. Hills on both sides. A temple.
Tamino comes down from a rock, with a bow but no arrows. He is pursued by a serpent.


No. 1 - Introduction

TAMINO
Help! Help, or I am lost,
doomed to fall prey to the cunning serpent!
Merciful gods!
Now it's coming nearer!
Ah, save me!
Ah, defend me!

He faints.
Three veiled ladies come out of the temple, each with a silver javelin.


THE THREE LADIES
Perish, monster, at our hands!
They kill the serpent.
Victory! Victory! It is accomplished,
the heroic deed! He is delivered
by the boldness of our arms!

FIRST LADY
looking at Tamino
A charming young man, tender and beautiful!

SECOND LADY
So beautiful a youth I have never seen before.

THIRD LADY
Yes, yes! Truly, as pretty as a picture.

THE THREE LADIES
If I were to dedicate my heart to love,
it would have to be this young man.
Let us hasten to our sovereign,
and give her these tidings:
it may be that this fair man
can restore her lost repose.

FIRST LADY
Go then and tell her.
I'll stay here meanwhile.

SECOND LADY
No, no, you two go.
I'll watch over him here!

THIRD LADY
No, no! That cannot be.
I will guard him alone.

FIRST LADY
I'll stay here meanwhile!

SECOND LADY
I'll watch over him here!

THIRD LADY
I will guard him alone!

FIRST LADY
I'll stay!

SECOND LADY
I'll watch!

THIRD LADY
I'll guard!

THE THREE LADIES
I, I, I!
(I'm supposed to go? Well, well, that would be a fine thing!
They want to be alone with him.
No, no, that cannot be!
What would I not give
to live with this young man!
If only I had him quite alone!
Yet no one's going; it cannot be.
It is best if I go now!)
Fair and lovable young man,
dear young man, farewell!
Until I see you again!

All three leave by the temple door.

TAMINO
waking up
Where am I? Is it my imagination that I am still alive? Or have I been saved by a higher power? - What? - The serpent dead?
What's that I hear? Where am I? - I don't recognize this place?! - There, a strange figure is coming this way.

Tamino hides behind a tree. During the introduction Papageno comes down a path, carrying on his back a large birdcage containing various birds. He holds a panpipe in both hands.


No. 2 - Aria

PAPAGENO
The bird-catcher, that's me,
always cheerful, hip hooray!
As a bird-catcher I'm known
to young and old throughout the land.
I know how to set about luring
and how to be good at piping.
That's why I can be merry and cheerful,
for all the birds are surely mine.

The bird-catcher, that's me,
always cheerful, hip hooray!
As a bird-catcher I'm known
to young and old throughout the land.
I'd like a net for girls,
I'd catch them for myself by the dozen!
Then I'd lock them up with me,
and all the girls would be mine.

If all the girls were mine,
I'd barter plenty of sugar:
the one I liked best,
I'd give her the sugar at once.
And if then she kissed me tenderly,
she would be my wife and I her husband.
She'd fall asleep at my side,
and I'd rock her like a child.

He is about to go to the door.

TAMINO
Hey there!

PAPAGENO
What's that?

TAMINO
Tell me, my cheerful friend, who you are.

PAPAGENO
Who I am? Silly question! A man like you. - And who are you?

TAMINO
I am a Prince.

PAPAGENO
That's all above my head. You'll have to explain yourself more clearly if I'm to understand!

TAMINO
My father is a sovereign who rules over many lands and peoples. That's why I am called "Prince".

PAPAGENO
Lands? Peoples? - I might try the market for my birds there.

TAMINO
Now you tell me what the place is actually called. Who rules here?

PAPAGENO
I cannot answer you that, any more than I know how I came into the world. All I know is that not far from here stands my straw hut, which protects me from rain and cold.

TAMINO
But how do you live?

PAPAGENO
By eating and drinking, like everyone does.

TAMINO
How do you obtain that?

PAPAGENO
By barter. I catch various birds for the star-blazing Queen and her ladies; every day in return I receive food and drink from her.

TAMINO
(The star-blazing Queen?)
Tell me, good friend, have you ever been so fortunate as to see her?

PAPAGENO
See her? See the star-blazing Queen? What mortal can claim to have ever seen her? But - why are you looking at me so suspiciously?

TAMINO
Because - because I doubt if you are human. By the feathers you are covered in I think you are a ...

PAPAGENO
Surely not a bird? - Stand back, for I have the strength of giants!

TAMINO
Then you must be my rescuer, who killed the evil serpent?

PAPAGENO
Serpent?

TAMINO
... and how did you fight this monster? You have no weapons!

PAPAGENO
Don't need any! With me a good squeeze of the hand is better than weapons.

TAMINO
So you throttled it?

PAPAGENO
Throttled!

Enter the three ladies.

THE THREE LADIES
Papageno!

PAPAGENO
That means me!

TAMINO
Who are these ladies?

PAPAGENO
Who they really are I don't know myself. As I already told you, all I know is that they collect my birds from me daily and in return bring me wine, cake and sweet figs.

THE THREE LADIES
Papageno!

PAPAGENO
(What have I done today to make them so angry at me?) Here, my beauties, I'll hand over my birds to you.

FIRST LADY
passes him a beautiful flask of water
In return our sovereign is today sending you pure, clear water instead of wine.

SECOND LADY
And she has commanded me to bring you this stone instead of cake.

PAPAGENO
What? You want me to feed on stones?

THIRD LADY
And instead of sweet figs I am hanging this golden lock in front of your mouth.

PAPAGENO
Hm!

FIRST LADY
I expect you would like to know why our sovereign lady is punishing you so strangely today?

PAPAGENO
Hm!

SECOND LADY
So that in future you will not tell lies to strangers any more!

THIRD LADY
And never again boast of heroic deeds performed by others.

FIRST LADY
Speak! Did you fight this serpent?

PAPAGENO
Hm!

TAMINO
Who did then?

THIRD LADY
It was we, young man, who saved you. Here, our great sovereign sends you this; it is a portrait of her daughter Pamina. "If you find you are not indifferent to these features", she says, "then happiness, honour and fame are your lot!" - Goodbye!

Exeunt the three ladies.


No. 3 - Aria

TAMINO
This portrait is enchantingly beautiful,
such as no eye has ever yet seen.
I feel the way this divine image
fills my heart with new emotion.
Though I cannot name what this is,
yet I feel it burning here like fire.
Might this sensation be love?
Yes, yes! It can only be love!
Oh, if only I could find her!
Oh, if she but stood before me now!
I should ... should ... warmly and virtuously ...
What should I do? ...
Rapturously I should
press her to this ardent breast,
and then she would be mine for ever.

Tamino is about to go. Enter the three ladies.

FIRST LADY
Steel yourself with courage and constancy, Tamino!

SECOND LADY
The Queen of the Night, our sovereign, has heard every word you have said. If this young man", she said, "is as bold and valiant as he is tender, then my daughter Pamina is saved!"

TAMINO
Saved?

THIRD LADY
A powerful, evil demon named Sarastro has stolen her away.

TAMINO
Stolen? Where is Sarastro's domain?

FIRST LADY
Very close to our mountains. His castle is imposing and carefully guarded.

thunder

TAMINO
What is that?

SECOND LADY
Our Queen comes!

Scene change. The mountains part. A resplendent room.
The Queen of the Night sits on a throne decorated with stars.



No. 4 - Recitative and Aria

QUEEN OF THE NIGHT
Oh, do not tremble, my dear son!
You are guiltless, wise, and pious.
A young man like you is best able
to comfort the deeply distressed heart of a mother.

Suffering is my lot,
for my daughter is not with me.
Through her I have lost all my happiness;
a villain made off with her.
I still see her trembling
with alarm and shock,
quivering with anxiety,
struggling timidly.
I had to see her stolen from me,
"Ah help!" was all she said;
but her pleading was in vain,
for my aid was too feeble.
You will go to free her,
you will be the rescuer of my daughter.
And if I see you as victor,
then may she be yours for ever.

Exit, with the three ladies.
Scene change. The mountains draw together again.


TAMINO
Can what I have seen be real?

PAPAGENO
Hm!

TAMINO
Oh, Papageno - how shall we remove the lock from your mouth?


No. 5 - Quintet

PAPAGENO
steps in front of Tamino and points ruefully at the lock on his mouth
Hm, hm, hm, hiri. hm, hm, hm, hm!

TAMINO
The poor man can talk about punishment,
for he has lost his speech.

PAPAGENO
Hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm!

TAMINO
I can only pity you,
because I have no power to help.

PAPAGENO
Hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm, hm!

Enter the three ladies.

FIRST LADY
to Papageno
The Queen pardons you,
remits your punishment through me.

She takes the lock off his mouth.

PAPAGENO
Now Papageno can chatter again.

SECOND LADY
Yes, chatter! Only do not tell any more lies!

PAPAGENO
I'll never tell another lie. No, no!

THE THREE LADIES
Let this lock be a warning to you!

PAPAGENO
This lock shall be a warning to me!

ALL
For if all liars received
a lock like this on their mouths,
instead of hatred, calumny, and black gall,
love and brotherhood would flourish.

FIRST LADY
giving Tamino a golden flute
O Prince, take this gift from me!
Our sovereign sends it to you.
The magic flute will protect you,
and sustain you in the greatest misfortune.

THE THREE LADIES
By it you may act with all power,
change the passions of men:
the sorrower will be joyful,
the old bachelor fall in love.

ALL
Oh, such a flute is worth more
than gold and crowns,
for through it human happiness
and contentment will be increased.

PAPAGENO
Now, fair wenches,
if I may - I'll take my leave.

THE THREE LADIES
You can certainly take your leave,
but our sovereign intends you
to accompany the Prince without delay
and hasten to Sarastro's fortress.

PAPAGENO
No, thank you very much!
I have heard from you yourselves
that he is like a tiger.
Certainly, with no mercy,
Sarastro would have me plucked and roasted
and fed to the dogs.

THE THREE LADIES
The Prince will protect you, only trust in him!
In return you shall be his servant.

PAPAGENO
(The Prince can go to the devil!
My life is dear to me.
In the end, I'll swear,
he'll steal away from me like a thief.)

FIRST LADY
giving Papageno a glockenspiel
Here, take this treasure, it is for you.

PAPAGENO
Well, now! What might be in there?

THE THREE LADIES
In there you'll hear little bells ringing.

PAPAGENO
And can I play them as well?

THE THREE LADIES
Oh, quite certainly! Yes, yes, certainly!

ALL
Silver chimes, magic flutes
are needed for your/our protection.
Farewell, we are going.
Farewell, until we see you again!
All are about to go.

TAMINO
Yet, fair ladies, tell us ...

PAPAGENO
How the castle may be found.

TAMINO, PAPAGENO
How the castle may be found.

THE THREE LADIES
Three boys, young, beautiful, gracious, and wise,
will accompany you on your journey.
They will be your guides,
follow nothing but their advice.

TAMINO, PAPAGENO
Three boys, young, beautiful, gracious, and wise,
will accompany us on our journey.

THE THREE LADIES
They will be your guides,
follow nothing but their advice.

ALL
So farewell, we are going;
farewell, farewell, until we see you again!

Exeunt

Scene change. Magnificent room in Sarastro's palace
Enter Monostatos. Pamina is brought in by slaves.


SLAVE
We've caught Pamina again trying to escape


No. 6 - Trio

MONOSTATOS
You sweet little dove, just come on in.

PAMINA
Oh, what torture! What agony!

MONOSTATOS
Your life is forfeit!

PAMINA
Death does not frighten me;
I am sorry only for my mother,
she will quite certainly die of grief.

MONOSTATOS
Here, slaves! Chain her up!
They chain her up.
My hatred shall destroy you.

PAMINA
Oh, rather let me die,
barbarian, since nothing will move you!
She faints onto a sofa.

MONOSTATOS
Now go! Leave me alone with her!
Exeunt slaves.

PAPAGENO
outside the window
Where am I then? Where can this be?
Aha, I've found some people here.
Courage; I'll go in.
He goes in.
Lovely girl, young and sweet,
much paler even than chalk!

MONOSTATOS, PAPAGENO
starting at each other
Aah! That must be the devil!
Have pity! Spare me!
Aah! aah! Aah!
Monostatos runs off.

PAPAGENO
Am I not a fool to have been so frightened? There are certainly black birds in the world, so why not black men as well? - Ah look! This must be Pamina! You Queen of the Night's daughter!

PAMINA
Who are you?

PAPAGENO
A messenger from the star-blazing Queen.

PAMINA
My mother? Your name?

PAPAGENO
Papageno.

PAMINA
Papageno? - Why did you come?

PAPAGENO
Early today I came to your mother's palace to hand over my birds as usual. There suddenly I saw before me a man who calls himself a Prince. - This Prince so impressed your mother that she presented him with your portrait and commanded him to rescue you. From that moment he has loved you.

PAMINA
He loves me? - But then tell me, why doesn't he come?

PAPAGENO
To be safe, the Prince sent me on ahead to announce his arrival.

PAMINA
You have taken a great risk. If Sarastro were to see you here...

PAPAGENO
...that would save me the trip back!

PAMINA
And your sweetheart would wait for you in vain.

PAPAGENO
No-one is waiting for me.

PAMINA
Poor man! So you haven't a wife then?

PAPAGENO
Not so much as a girl friend, let alone a wife!

PAMINA
Have patience, my friend. Heaven will provide for you too and send you a girl friend before you know it!


No. 7 - Duet

PAMINA
In men who feel love,
a good heart, too, is never lacking.

PAPAGENO
Sharing these sweet urges
is then women's first duty.

PAMINA, PAPAGENO
We want to enjoy love;
it is through love alone that we live.

PAMINA
Love sweetens every sorrow;
every creature pays homage to it.

PAPAGENO
It gives relish to the days of our life,
it acts in the cycle of nature.

PAMINA, PAPAGENO
Its high purpose clearly proclaims:
there is nothing nobler than woman and man.
Man and woman, and woman and man,
reach towards the deity.

Exeunt.

Scene change. A grove. Three temples. The "Temple of Wisdom" in the centre, the "Temple of Reason" on the right, the "Temple of Nature" on the left.

The three boys lead Tamino to the temples.


FIRST BOY
Come, Tamino!

TAMINO
Where are you leading me, boys?

FIRST BOY
To the temple of wisdom.


No. 8 - Finale

THE THREE BOYS
This path leads to your goal,
yet you, youth, must conquer like a man.
Therefore listen to our advice:
be constant, patient, and discreet!

TAMINO
You gracious lads, tell me
if I can rescue Pamina?

THE THREE BOYS
This is not for us to tell;
be constant, patient, and discreet!
Remember this, in short, be a man.
Then, youth, you will conquer like a man.

Exeunt.

TAMINO
Let these boys' words of wisdom
be forever engraved on my heart.
Where am I now? What will happen to me?
Is this the seat of the gods here?
The gates show, the pillars show
that prudence and labour and arts live here.
Where activity is enthroned and idleness in retreat,
vice cannot easily hold sway.
I shall boldly dare to enter the gate.
My purpose is noble and true and pure.
Tremble, cowardly villain!
To me, rescuing Pamina is a duty.

He goes to the door of the right-hand temple.

PRIESTS
from within
Go back!

TAMINO
Back? Then I'll try my luck here!
He goes to the door of the left-hand temple.

PRIESTS
from within
Go back!

TAMINO
They're calling "Go back" here as well!
looks round
Here I can see another door,
here perhaps I shall gain an entrance.
He knocks on the middle door, the Speaker appears.

SPEAKER
Bold stranger, where do you wish to go?
What do you seek here in the sanctuary?

TAMINO
That which belongs to love and virtue.

SPEAKER
These are words of high import!
But how will you find these things?
You are not led by love and virtue,
for you are inflamed by death and revenge.

TAMINO
Revenge only on the villain!

SPEAKER
You will surely not find him with us.

TAMINO
Does Sarastro rule in these parts?

SPEAKER
Yes, yes, Sarastro rules here!

TAMINO
Surely not in the Temple of Wisdom?

SPEAKER
He rules here in the Temple of Wisdom.

TAMINO
Then it is all a sham!
He is about to go.

SPEAKER
Are you going again so soon?

TAMINO
Yes, I want to go, glad and free,
and never see your temple!

SPEAKER
Explain yourself to me more closely;
you are taken in by a deception.

TAMINO
Sarastro lives here,
that's quite enough for me.

SPEAKER
If you love your life,
speak, stay there!
Do you hate Sarastro?

TAMINO
I hate him forever, yes!

SPEAKER
Then give me your reasons.

TAMINO
He is an inhuman tyrant!

SPEAKER
Is there proof for what you say?

TAMINO
It is shown by an unhappy woman,
oppressed by grief and woe!

SPEAKER
So a woman has beguiled you?
A woman does little, chatters a great deal.
You, young man, believe the wagging tongues?
Oh, if only Sarastro laid before you
the reason for his action!

TAMINO
The reason is only too clear!
Did not the robber ruthlessly tear
Pamina from her mother's arms?

SPEAKER
Yes, young man! What you say is true.

TAMINO
Where is she whom he stole from us?
Perhaps she has already been sacrificed?

SPEAKER
This information, dear son,
I am not yet permitted to give you now.

TAMINO
Explain this riddle, do not deceive me.

SPEAKER
My tongue is bound by oath and duty.

TAMINO
So when will this obscurity clear?

SPEAKER
As soon as the hand of friendship guides you
into the sanctuary to the everlasting bonds.
Exit.

TAMINO
O endless night! When will you pass?
When will the light strike my eyes?

CHORUS
from within
Soon, soon, young man, or not at all!

TAMINO
Soon, you say, or not at all?
You unseen ones, tell me:
is Pamina then still alive?

CHORUS
Pamina is still alive!

TAMINO
She is alive! For that I thank you.
He takes his flute out.
Oh, if only I were able,
in homage to you, almighty ones,
to show my thanks in every note
as here.
pointing to his heart
Here I feel it!
He plays; wild animals of all kinds come to listen to him. He stops and they flee.

How powerful your magic sound is,
sweet flute, since your playing
brings joy even to wild animals.
Yet only Pamina stays away!
Pamina! Listen, listen to me!
In vain!
Where? Oh, where shall I find you?
He plays, Papageno answers on his pipes from within.
Aha, that is Papageno's sound!
He plays, Papageno answers.
Perhaps he's seen Pamina already.
Perhaps she is hastening to me with him!
Perhaps the sound will lead me to her.

He hurries off. Enter Pamina and Papageno.

PAMINA, PAPAGENO
Swift steps, ready courage,
guard against the enemy's cunning and fury.
If only we could find Tamino!
Otherwise they will catch us yet.

PAMINA
Dear young man!

PAPAGENO
Quiet, quiet, I can do better!
He plays the pipes, Tamino answers from within on his flute.

PAMINA, PAPAGENO
What greater joy could there be?
Our friend Tamino can hear us already.
The sound of the flute has reached here.
What happiness if I find him!
Just hurry! Just hurry!

They try to leave. Enter Monostatos.

MONOSTATOS
Just hurry! Just hurry!
Aha! I've caught you yet!
Here with the steel and irons;
wait, I'll teach you manners.
Deceiving Monostatos!
Here with the ropes and cords!
Hey there, you slaves, come here!

PAMINA, PAPAGENO
Ah, now it's all over for us!

MONOSTATOS
Hey there, you slaves, come here!

Slaves bring chains.

PAPAGENO
Nothing ventured, nothing gained!
Come, you pretty chimes,
make the little bells ring, ring,
till their ears are singing.
He plays on his glockenspiel. Immediately Monostatos and the slaves dance and sing.

MONOSTATOS, SLAVES
That sounds so splendid,
that sounds so pretty!
Lalala la la lalala!
I've never heard or seen the like!
Lalala la la lalala!
They dance off.

PAMINA, PAPAGENO
If every honest man
could find little bells like that,
his enemies would then
vanish without trouble,
and without them he would live
in perfect harmony!
Only the harmony of friendship
relieves hardships;
without this sympathy
there is no happiness on earth!

CHORUS
from within
Long live Sarastro! May Sarastro live long!

PAPAGENO
What does this mean? I'm trembling, I'm shaking!

PAMINA
Oh, my friend, now it's all up with us.
This heralds Sarastro's arrival.

PAPAGENO
Oh, if I were a mouse
how I would hide!
If I were as little as a snail,
I would crawl into my house!
My child, what shall we say now?

PAMINA
The truth, even if it were a crime!

Sarastro - in a triumphal carriage drawn by six lions - makes his entrance with his retinue.

CHORUS
Long live Sarastro, Sarastro shall have long life!
It is he to whom we gladly submit!
In his wisdom may he always enjoy life.
He is our idol, to whom all are devoted.

PAMINA
kneels down before Sarastro
My lord, it is true that I have transgressed,
I wanted to escape from your power.
But the fault is not mine:
the wicked Moor desired my love;
that is why, o lord, I ran away from you!

SARASTRO
Stand up, beloved, be of good cheer!
For even without pressing you,
I know more of your heart;
you love another very dearly.
I do not want to compel you to love,
yet I shall not give you your freedom.

PAMINA
But filial duty calls me,
for my mother ...

SARASTRO
... is in my power.
You would lose your happiness
if I left you in her hands.

PAMINA
My mother's name sounds sweet to me.
She is ...

SARASTRO
... a proud woman!
A man must guide your hearts,
for without him all women tend
to step outside their own sphere of activity.

Monostatos brings Tamino in

MONOSTATOS
Now, proud youth, just come here,
here is Sarastro, our lord.

PAMINA
It is he!

TAMINO
It is she!

PAMINA
I can't believe it!

TAMINO
It is she!

PAMINA
It is he!

TAMINO
It's not a dream!

PAMINA
I'll put my arms around him!

TAMINO
I'll put my arms around her!

PAMINA, TAMINO
Even if it were the end of me!

They embrace.

CHORUS
What is the meaning of this?

MONOSTATOS
What boldness!
Break it up at once! This is going too far!
He separates them, then kneels before Sarastro.
Your slave lies at your feet;
punish the brazen criminal!
Consider how impudent the boy is!
indicating Papageno
Through the cunning of this strange bird
he wanted to abduct Pamina from you.
But I knew how to track him down!
You know me! My vigilance ...

SARASTRO
... deserves to be strewn with laurels.
Here! Give this worthy man at once ...

MONOSTATOS
Your favour alone makes me rich!

SARASTRO
... no more than seventy-seven strokes on his soles.

MONOSTATOS
Ah my lord, that was not the reward I expected!

SARASTRO
Do not thank me! I am only doing my duty!

Monostatos is led off.

CHORUS
Long live Sarastro in his divine wisdom!
He rewards and punishes at one turn.

SARASTRO
Bring these two strangers
into our temple of trial;
then cover their heads,
they must first be purified.

Two priests cover Tamino and Papageno with sacks.

CHORUS
When virtue and justice
strew with fame the path of the great,
then earth is a realm of heaven,
and mortals are like the gods.



ACT TWO

A palm-grove.
Sarastro and the priests enter with solemn tread.


No. 9 - March of the Priests

SARASTRO
You, servants consecrated in the temple of wisdom of the great gods Osiris and Isis, with a clear conscience I declare to you that our gathering today is one of the most important of our time. Tamino, the son of a king, has journeyed to the north gate of our temple. He wishes to tear off his veil of night and look into the sanctuary of great light. To offer him the hand of friendship should be our duty today!

SPEAKER
Does he possess virtue?

SARASTRO
Virtue!

SECOND PRIEST
Discretion too?

SARASTRO
Discretion!

SPEAKER
Is he charitable?

SARASTRO
Charitable! If you think him worthy, follow my example...
I thank you for your assent. The virtuous Pamina has been destined by the gods for Tamino; it was for this reason that I seized her from her mother.

SPEAKER
Great Sarastro, will Tamino also withstand the harsh trials? Remember: he is a prince.

SARASTRO
He is a human being!
Lead Tamino and his companion into the forecourt of the temple.
to the priests
And teach them to recognize the power of the gods!


No. 10 - Aria with Chorus

SARASTRO
O Isis and Osiris, bestow
the spirit of wisdom on this young couple!
You who guide the wanderers' steps,
strengthen them with patience in danger.

CHORUS
Strengthen them with patience in danger.

SARASTRO
Let them see the fruits of trial;
yet if they should go to their deaths,
then reward the bold course of virtue:
receive them into your abode.

CHORUS
Receive them into your abode.

Exit Sarastro followed by the priests.

Scene change. Forecourt of the temple. Night.
Tamino and Papageno are led in by three priests. The priests untie their sacks and withdraw.


TAMINO
A terrible night! Papageno, are you still with me?

PAPAGENO
Certainly!

TAMINO
Where do you think we are?

PAPAGENO
Where? Well, if it were not so dark, I'd gladly tell you, but as it is ...
thunderclap
Help!

TAMINO
What is it?

PAPAGENO
I'm beginning to feel bad about this business!

TAMINO
You sound afraid.

PAPAGENO
Not afraid exactly, just ice cold from the shivers running down my spine.
loud thunderclap
Help!

Enter the priests with torches.

SECOND PRIEST
You strangers. What do you seek, what impels you to penetrate our walls?

TAMINO
Friendship and love.

SPEAKER
Are you ready to risk your life fighting for them?

TAMINO
Yes!

SPEAKER
You will submit to every trial?

TAMINO
Every one!

SPEAKER
Give me your hand!
They clasp hands.
So be it!

SECOND PRIEST
Do you too wish to fight for the love of wisdom, Papageno?

PAPAGENO
Fighting isn't my thing. I don't basically want any wisdom either. I'm a kind of child of nature, taking pleasure in sleep, food and drink; and if it were even possible some time for me to capture a pretty little wife ...

SECOND PRIEST
You will never obtain her unless you submit to our trials.

PAPAGENO
What are these trials?

SECOND PRIEST
Comply with all our laws, even in face of death.

PAPAGENO
I'll stay single!

SECOND PRIEST
But what if Sarastro had set aside for you a girl who was just like you in colouring and dress?

PAPAGENO
It's all the same to me! Like me? Is she young?

SECOND PRIEST
Young and beautiful!

PAPAGENO
And her name?

SECOND PRIEST
Papagena.

PAPAGENO
What? Pa - pa ... ?

SECOND PRIEST
Papagena.

PAPAGENO
Papagena? - I'd like to see her, just out of curiosity.

SECOND PRIEST
You may see her!

PAPAGENO
Yes?

SECOND PRIEST
Yes ...

PAPAGENO
But when I've seen her, I must die? I'll stay single!

SECOND PRIEST
There is a way to see her without having to die, Papageno: if you are sufficiently steadfast not to speak a word with her.

SPEAKER
The gods impose a salutary silence on you, too, Prince: without it you are both lost! You will see Pamina - but never be allowed to speak to her! This is the beginning of your trials.


No. 11 - Duet

FIRST AND SECOND PRIESTS
Beware of womanly wiles:
this is the brotherhood's first duty!
Many a wise man has been beguiled,
has erred and not realized it.
He has found himself abandoned in the end,
his faithfulness repaid with scorn!
In vain he has wrung his hands,
death and despair were his reward.

Exeunt Priests.

PAPAGENO
Hey, lights there! Lights there! That's really strange - whenever these gentlemen leave you, you stop seeing anything, even with your eyes wide open!

The three ladies come through the trapdoor.


No. 12 - Quintet

THE THREE LADIES
What? What? What?
You in this place of horror?
Never, never, never
will you make your escape!
Tamino, your death is sworn!
You, Papageno, are lost!

PAPAGENO
No, no, no! That would be too much!

TAMINO
Papageno, keep quiet!
Do you want to break your oath
not to speak to women here?

PAPAGENO
But you can hear, we've both had it.

TAMINO
Quiet, I say! Keep quiet!

PAPAGENO
Always quiet, always quiet!

THE THREE LADIES
The Queen is quite near you!
She has secretly broken into the temple.

PAPAGENO
What? How's this? Could she be in the temple?

TAMINO
Quiet, I say! Keep quiet!
Will you keep on so impudently
forgetting your sworn duty?

THE THREE LADIES
Tamino, listen! You are lost!
Remember the Queen!
There is much whispering
about these priests' falsehood!

TAMINO
(A wise man cheeks and disregards
the words of the common herd.)

THE THREE LADIES
They say that anyone vowing allegiance to their brotherhood
goes head over heels into hell.

PAPAGENO
That would be unthinkable, by the devil!
Tell me, Tamino, is that true?

TAMINO
Gossip, repeated by women
but invented by dissemblers.

PAPAGENO
Yet the Queen says it too.

TAMINO
She is a woman, with the mind of a woman.
Be quiet, be satisfied with my word,
think of your duty and behave sensibly.

THE THREE LADIES
to Tamino
Why are you being so coy with us?
Tamino indicates that he may not speak.
Papageno too is silent - speak then!

PAPAGENO
covertly to the ladies
I should gladly ... would ...

TAMINO
Quiet!

PAPAGENO
You see that I must not ...

TAMINO
Quiet!

PAPAGENO
My continual chattering
is indeed disgraceful of me!

TAMINO
Your continual chattering
is indeed disgraceful of you!

THE THREE LADIES
To our shame we must leave them;
certainly neither will talk.

TAMINO, PAPAGENO
To their shame they must leave us;
certainly neither will talk.

ALL
A man is strong-minded;
he thinks what he should say.

PRIESTS
from within
The sacred portals are desecrated!
Down to hell with these women!

THE THREE LADIES
Alas!

The three ladies drop through the trapdoor.

PAPAGENO
Alas!

He falls to the ground. Enter the Speaker and Second Priest with torches.

SPEAKER
Tamino! Your steadfastness has triumphed. But you will have many a hard and dangerous path to tread! - Come then!

SECOND PRIEST
Stand up, Papageno! - What are you doing there?

PAPAGENO
Sh!
I'm lying in a faint!

SECOND PRIEST
Up! Pull yourself together, and we'll go on to further trials.

PAPAGENO
But if the gods have ordained a Papagena for me, why do I have to go through so many dangers to win her?

SECOND PRIEST
Come! - My duty is only to lead you the way for you!

Scene change. A garden.
Pamina is asleep in an arbour. The moon shines on her face. Monostatos creeps in.



No. 13 - Aria

MONOSTATOS
Everyone feels the joys of love,
billing and cooing, hugging and kissing;
but I am to forswear love
because a black man is ugly.
Do I not then have a heart?
Am I not flesh and blood?
To live for ever without a wife
would truly be hell-fire.

So, because I am alive, I want
to bill and coo and be amorous!
Dear good moon, forgive me;
a white woman has taken my fancy.
White is beautiful! I must kiss her!
Moon, hide your face from this!
If it should offend you too much,
then close your eyes!

He creeps slowly and quietly towards Pamina. To thunder, the Queen of the Night comes out of the trapdoor.

MONOSTATOS
Help! It's the Queen of the Night; I must hear what she and Pamina say!
hides

PAMINA
waking
Mother! Oh my mother ...

QUEEN OF THE NIGHT
Where is the young man I sent you?

PAMINA
Tamino has withdrawn for ever from the world and people. He has gone over to Sarastro!

QUEEN OF THE NIGHT
What do I hear? Sarastro has triumphed again. Do you see this blade? It has been sharpened for Sarastro, and you will kill him!


No. 14 - Aria

QUEEN OF THE NIGHT
My heart is seething with hellish vengeance,
death and despair are blazing around me!
Unless Sarastro feels the pangs of death at your hands
you are no longer my daughter.
Forever disowned, forever abandoned,
forever destroyed may all ties of nature be,
unless Sarastro dies at your hands!
Hear! Gods of vengeance! Hear a mother's vow!

She gives Pamina the dagger and disappears.

PAMINA
holding the dagger
Am I to commit murder? - No, I cannot! - Gods, what am I to do?

MONOSTATOS
coming out of hiding
Put your trust in me!
takes the dagger from her

PAMINA
You, Monostatos?

MONOSTATOS
What are you trembling about? My black skin - or the murder plan?

PAMINA
You know then ...

MONOSTATOS
Everything ... You have only one way then of saving yourself and your mother ...

PAMINA
And what might that be?

MONOSTATOS
To love me.

PAMINA
No!

MONOSTATOS
Yes or no?

PAMINA
No!

Enter Sarastro.

SARASTRO
Go, Monostatos!

MONOSTATOS
My lord, I am innocent ...

SARASTRO
Go!

Exit Monostatos.

PAMINA
My lord! Great Sarastro, do not punish my mother; the pain of losing me ...

SARASTRO
I know everything. May the heavens grant Tamino courage and steadfastness; then you will be happy with him, and your mother will return to her castle.


No. 15 - Aria

SARASTRO
Within these sacred portals
revenge is unknown,
and if a man has fallen,
love guides him to his duty.
Then, with a friend's hand, he walks,
glad and joyful, into a better land.

Within these sacred walls,
where man loves fellow man,
no traitor can lurk,
because enemies are forgiven.
He who is not gladdened by such teachings
does not deserve to be a man.

Exeunt Sarastro and Pamina.

Scene change. A hall.
Tamino and Papageno are led in by two priests.


SPEAKER
Here you are both left alone to yourselves. - As soon as you have received the order, continue on your way! - Prince, do not forget this word: silence.

SECOND PRIEST
Papageno, whoever breaks silence in this place is punished by the gods with thunder and lightning.

Exeunt priests.

PAPAGENO
after a pause
Tamino!

TAMINO
reproachfully
Sh!

PAPAGENO
This is a jolly life! If I were in my straw hut or in the woods, I could at least hear a bird chirping occasionally!

TAMINO
reproachfully
Sh!

PAPAGENO
Surely I can talk to myself, and the two of us can talk to each other, too - we are men after all.

TAMINO
Sh!

PAPAGENO
There's not even a drop of water to be had from these people, let alone anything else. - Tamino, look who's coming!
An ugly old woman comes out of the trapdoor holding a large cup of water.
Hey, old lady! Is that cup for me?

WOMAN
Yes, my angel!

PAPAGENO
drinks
Water!

WOMAN
Yes, my angel, water.

PAPAGENO
Nothing more or less than water. Come on, old lady, sit here with me. I'm as bored as hell. How old are you then?

WOMAN
Eighteen years and two minutes.

PAPAGENO
Eighteen years and two minutes?

WOMAN
Yes.

PAPAGENO
You look more like a hundred and eighteen. - And do you have a sweetheart as well?

WOMAN
Of course!

PAPAGENO
Is he as young as you?

WOMAN
Not quite, he is ten years older.

PAPAGENO
What is your lover's name then?

WOMAN
Papageno!

PAPAGENO
Papageno! - I'm your sweetheart?

WOMAN
Yes, my angel!

PAPAGENO
taking the water quickly and splashing it in her face
Tell me what your name is?

WOMAN
My name is ...

Loud thunder, the old woman limps quickly off.

PAPAGENO
Thank the gods! The old woman has vanished. Now I shan't say another word!

The three boys descend from above. One has the flute, another the glockenspiel. A well-stocked table appears.


No. 16 - Trio

THE THREE BOYS
Welcome a second time,
you men, in Sarastro's realm.
He sends you what has been taken from you,
the flute and the little bells.
If you would not scorn this fare,
you may happily eat and drink it.
When we meet for the third time
joy will reward your courage!
Tamino, courage! The goal is near.
You, Papageno, keep quiet!

They fly up.

PAPAGENO
Tamino, Tamino, aren't we going to eat?
Tamino plays on his flute.
Just go on blowing your flute! I'll see if the cellar too is well appointed?
He drinks.

PAMINA
joining them
I hear Tamino's flute!
The flute is silent.
You're here, Tamino? I heard your flute and ran towards the sound. - But you are sad? Will you not say a word to your Pamina?
Tamino motions her to go away.
What? I am to keep away from you? Do you love me no more? Oh, this is worse than an offence - worse than death.


No. 17 - Aria

PAMINA
Ah, I sense it has vanished!
The joy of love gone forever!
Hours of delight, you will never come
back to my heart again!
See, Tamino, these tears
are flowing for you alone, beloved.
If you do not feel love's longing
then there will be rest in death!

Exeunt.

Scene change. A vault.
Enter Sarastro and priests.



No. 18 - Priests' Chorus

PRIESTS
O Isis and Osiris, what bliss!
Dark night is banished by the sunlight,
soon the noble youth will feel new life;
soon he will be wholly devoted to our service.
His spirit is bold, his heart is pure,
soon he will be worthy of us.

Tamino is led in by a priest.

SARASTRO
Tamino, your behaviour so far has been steadfast and manly. Now you have two more dangerous paths to travel. - Let Pamina be brought in, blindfold!

Pamina is led in, enveloped in a sack. Sarastro removes the covering from her.

PAMINA
Where am I? The stillness here is dreadful! Tell me, where is Tamino?

SARASTRO
He is waiting for you in order to bid you a last farewell.

PAMINA
A last farewell! Oh, where is he? Tamino!

SARASTRO
He stands before you.


No. 19 - Trio

PAMINA
Am I to see you no more, my dear one?

SARASTRO
You will see each other again with gladness.

PAMINA
Mortal dangers await you!

TAMINO
May the gods preserve me!

SARASTRO
May the gods preserve him!

PAMINA
You will not escape death;
a premonition suggests this to me.

TAMINO, SARASTRO
The will of the gods be done;
their beckoning shall be my/his rule.

PAMINA
Oh, if you loved as I love you,
you would not be so calm.

SARASTRO
Believe me, he shares the same feelings,
and will be faithful to you forever.

TAMINO
Believe me, I share the same feelings,
and shall be faithful to you forever.

SARASTRO
The hour has struck, now you must part.

TAMINO, PAMINA
How bitter are the sorrows of separation!

SARASTRO
Now Tamino must depart again.
The hour has struck, now you must part.

TAMINO
Pamina, I really must depart!
How bitter are the sorrows of separation!

PAMINA
Now Tamino really must depart!
Tamino!

SARASTRO
Now he must depart!

TAMINO
Now I must depart!

PAMINA
You must depart then!

TAMINO
Pamina, farewell!

PAMINA
Tamino, farewell!

SARASTRO
Now make haste.
Your oath calls you.
The hour has struck; we shall meet again.

TAMINO, PAMINA
Oh, golden repose, return!
Farewell, farewell!

They withdraw.

PAPAGENO
from outside
Tamino! Tamino! Are you abandoning me completely?
comes in, searching
If I at least knew where I was!

He goes to the door through which Tamino has been led away. The Speaker confronts him.

SPEAKER
Papageno, you deserve to wander for ever in the dark chasms of the earth! The gracious gods release you from this punishment. However, you will never experience the heavenly delight of the consecrated band.

PAPAGENO
Well now, there are certainly other people like me. - To me the greatest delight at this moment would be a good glass of wine.

A large goblet of red wine emerges from the ground.

SPEAKER
Is that all you want in this world?

PAPAGENO
Hmm - My heart feels quite strange! I should like ... I could wish ... Well, what is it I want then?


No. 20 - Aria

PAPAGENO
A girl or a little wife
is what Papageno desires.
Oh, a sweet little dove like that
would be bliss for me!
Then I should drink and eat with relish,
then I could hold my own with princes,
enjoy life in my wisdom,
and be as if in Elysium.

A girl or a little wife
is what Papageno desires.
Oh, a sweet little dove like that
would be bliss for me!
Ah, can't I find one, then, amongst all
the lovely girls, who would like me?
Let just one help me out of my misery,
or I shall truly die of grief.

A girl or a little wife
is what Papageno desires.
Oh, a sweet little dove like that
would be bliss for me!
If no one will offer me love,
then the fire must consume me,
but if a woman's lips kiss me,
I shall be well again straightaway!

Enter the old woman, dancing and leaning on her stick.

WOMAN
Here I am now, my angel!

PAPAGENO
You have taken pity on me?

WOMAN
Yes, Papageno, and if you promise always to stay faithful to me, then you shall see how tenderly your little wife will love you.

PAPAGENO
Not so fast though, my old angel! An attachment like this needs some thinking about, after all.

WOMAN
Papageno, I advise you not to hesitate! Your hand, or you will be imprisoned here for ever - with only bread and water.

PAPAGENO
Drink water? Live alone? No, in that case I'd rather take you, old woman. Well now, there's my hand on it that I shall always remain true to you (so long as I don't find anyone prettier).

WOMAN
You swear to it?

PAPAGENO
Yes, I swear to it!

The old woman changes into a young girl, dressed just like Papageno.

PAPAGENA
Papageno, look at me!

PAPAGENO
Papagena, how you've changed. You really are eighteen, young, lovely - let me hold you!

He tries to embrace her.

SPEAKER
Get back, Papageno! You are not yet worthy to take this young woman in your arms.

He drags Papagena off. Papageno drops down.

Scene change. A garden
The three boys descend from above.



No. 21 - Finale

THE THREE BOYS
Soon, heralding the morning,
the sun will shine forth on its golden path.
Soon superstition shall vanish,
soon the wise man will triumph.
Oh, sweet repose, descend,
return to the hearts of men;
then earth will be a realm of heaven,
and mortals will be like gods.

FIRST BOY
Yet see, Pamina is racked with despair!

SECOND AND THIRD BOYS
Where is she then?

FIRST BOY
She is out of her senses.

THE THREE BOYS
She is racked by the pain of rejected love.
Let us bring consolation to the poor girl!
Truly, her fate touches us!
Oh, if only her young man were there! -
She is coming! Let us step aside
to see what she will do.

They step aside. Enter Pamina with a dagger in her hand.

PAMINA
to the dagger
You are my bridegroom then?
Through you I shall consummate my grief!

THE THREE BOYS
(What sombre words she has just uttered!
The poor girl is close to madness.)

PAMINA
Patience, my lovel I am yours,
soon we shall be married.

THE THREE BOYS
Madness rages in her mind,
suicide is written in her face. -
to Pamina
Fair maiden, look at us!

PAMINA
I want to die because the man
whom I can never hate
can abandon his sweetheart!
She indicates the dagger
This was given me by my mother.

THE THREE BOYS
God will punish you for suicide.

PAMINA
Better to perish by this steel
than die of love's grief.
Mother, my suffering comes from you,
and your curse pursues me.

THE THREE BOYS
Maiden, will you come with us?

PAMINA
Surely my cup of woe is full!
False youth, farewell!
See, Pamina dies through you.
Let this blade kill me!
is about to stab herself

THE THREE BOYS
holding back her arm
Ah, unhappy girl! Stop!
If your young man were to see this,
he would die of grief;
for he loves only you.

PAMINA
recovering
What? Has he returned my love?
Yet he concealed his feelings from me,
turned his face away from me?
Why would he not speak to me?

THE THREE BOYS
This we must not say,
but we want to show him to you,
and you will be astonished to see
that he has surrendered his heart to you,
and is facing death for you.
Come let us go to him.

PAMINA
Take me there; I would like to see him.

ALL
Two hearts burning with love
can never be divided by human weakness.
Their enemies labour in vain;
the gods themselves protect them.

Exeunt.

Scene change. Two great mountains; in one there is a waterfall, the other pours out fire.
Two men in black armour lead in Tamino.


THE ARMOURED MEN
Whoever walks along this path so full of troubles
is purified by fire, water, air, and earth.
If he can conquer the fear of death,
he will soar from the earth up to heaven.
Enlightened, he will then be able
to devote himself wholly to the mysteries of Isis.

TAMINO
No fear of death shall stop me acting like a man,
continuing to follow the path of virtue.
Open the gates of terror for me;
I'll gladly venture on this bold course.
He is about to go.

PAMINA
in the distance
Tamino, stop! I must see you!

TAMINO
What's this I hear? Pamina's voice?

THE ARMOURED MEN
Yes, yes, that is Pamina's voice.

TAMINO
How fortunate I am, now she can come with me,
now we can no longer be separated by destiny,
even if death were our lot.

THE ARMOURED MEN
How fortunate you are, now she can come with you,
now you can no longer be separated by destiny,
even if death were your lot.

TAMINO
Am I permitted to speak with her?

THE ARMOURED MEN
You are permitted to speak with her!

TAMINO, THE ARMOURED MEN
What joy when we meet each other/you both again.
Going gladly hand in hand into the temple.
A woman unafraid of darkness and death
is worthy and will be consecrated.

Pamina is led in by a priest. Tamino and Pamina embrace.

PAMINA
My Tamino! O what joy!

TAMINO
My Pamina! O what joy!
Here are the gates of terror
which threaten danger and death for me.

PAMINA
Everywhere I shall
be at your side.
I myself shall lead you;
love guides me.
taking him by the hand
Let it strew the path with roses,
for roses always go with thorns.
You play the magic flute;
may it protect us on our way.
One enchanted hour it was carved
by my father out of the deepest heart
of the thousand-year-old oak,
amidst thunder and lightning, storm and tempest.
Now come and play the flute;
let it guide us on our grim path.

PAMINA, TAMINO
By the power of music we walk
cheerfully through the dark night of death!

THE ARMOURED MEN
By the power of music you walk
cheerfully through the dark night of death!

Tamino and Pamina turn towards the mountain which is pouring out fire. They walk through crackling fire and bowling wind. Tamino plays his flute. As soon as they come out of the fire, they embrace.

PAMINA, TAMINO
We have walked through flames,
fought the danger bravely.
May your sound protect us in the floods
as it has in the fire.

Tamino plays the flute. They turn towards the mountain with the waterfall, climb down and come up again some time later. Immediately a temple entrance appears, lit with the utmost brilliance.

PAMINA, TAMINO
You gods, what a moment!
The joy of Isis is granted to us!

CHORUS OF PRIESTS
from within
Victory! Victory! You noble couple!
You have overcome the danger,
the consecration of Isis is now yours,
come, enter the temple!


Scene change. A garden.
Enter Papageno.


PAPAGENO
calling with his panpipe
Papagena, Papagena, Papagena!
Little wife, little dove, my pretty!
No use! Ah, she is lost!
I was born for misfortune.
I have been chattering, and that was wrong,
and so I am getting my deserts.
Ever since I tasted that wine ...
since I saw the pretty little woman,
my little heart has been burning,
with twinges here, twinges there.
Papagena, little wife of my heart!
Papagena, dear little dove!
It's no good, it is useless;
I've had enough of my life!
Death puts an end to love,
however much my heart is on fire.
He takes a rope.
I will grace that tree there,
tie my neck to it;
because life is not to my liking;
good night, false world.
Because you treat me ill,
sending me no pretty child,
it's all over, I shall die.
Pretty girls, think of me.
If in my misery one of you will
yet take pity on me before I hang,
well and good, this time I'll leave it at that!
Just call yes or no!
No one can hear me, everything's quiet!
So is it your will?
Papageno, up there smartly!
Put an end to your life.
Now I'll just wait, let's say
until we've counted one, two, three.
piping
One! ...
Two! ...
Three! ...
Right then! That's still how it is!
Since there is nothing holding me back,
good night, false world!
He goes to hang himself.

THE THREE BOYS
descend
Stop' Papageno, and be sensible;
you have only one life, so let's have no more of this.

PAPAGENO
It's easy for you to talk, it's easy to jest.
Yet if your hearts burned like mine
you too would go after girls.

THE THREE BOYS
Then play your little bells;
this will bring you your little wife.

PAPAGENO
I'm a fool to have forgotten those pieces of magic!
takes out his glockenspiel
Ring, chimes, ring!
I must see my darling girl.
The three boys fetch Papagena.
Tinkle, little bells, tinkle,
fetch me my girl!
Tinkle, little bells, tinkle,
bring me my little wife!

THE THREE BOYS
as they fly up
Now Papageno, look round!

PAPAGENO
Pa-Pa-Pa-Pa-Pa-Pa-Papagena!

PAPAGENA
Pa-Pa-Pa-Pa-Pa-Pa-Papageno!

PAPAGENO
Are you really all mine now?

PAPAGENA
Now I really am all yours.

PAPAGENO
So now be my darling little wife!

PAPAGENA
So now be the little dove of my heart!

PAPAGENO, PAPAGENA
What a pleasure that will be,
when the gods remember us,
crown our love with children,
such dear little children!

PAPAGENO
First a little Papageno!

PAPAGENA
Then a little Papagena!

PAPAGENO
Then another Papageno!

PAPAGENA
Then another Papagena!

PAPAGENO, PAPAGENA
Papageno! Papagena!
It is the greatest feeling
that many, many
Pa-Pa-Papagenos,
Pa-Pa-Papagenas
may be a blessing to their parents.

Exeunt Papageno and Papagena.
Monostatos and the Queen of the Night with her three ladies emergefrom the trapdoor.


MONOSTATOS
Just keep quiet, quiet, quiet, quiet!
Soon we shall be making our way into the temple.

QUEEN OF THE NIGHT, THE THREE LADIES
Just keep quiet, quiet, quiet, quiet!
Soon we shall be making our way into the temple.

MONOSTATOS
But, Sovereign Lady, keep your word! Fulfil ...
Your daughter must be my wife.

QUEEN OF THE NIGHT
I'll keep my word! It is my will.
My daughter shall be your wife.

THE THREE LADIES
Her child shall be your wife.

MONOSTATOS
Quiet though! I hear a terrible roaring,
like the sound of thunder and a waterfall.

QUEEN OF THE NIGHT, THE THREE LADIES
Yes, this roaring is terrible,
like the echo of distant thunder.

MONOSTATOS
Now they are in the temple halls,

ALL
There let us surprise them,
wipe the bigots from the face of the earth
with burning fire and strong sword.

THE THREE LADIES, MONOSTATOS
To you, great Queen of the Night,
we make our offering of vengeance!

thunder, lightning, tempest

ALL
Our strength is shattered, destroyed,
we are all plunged into eternal night!

They disappear.

Scene change. Temple of the Sun.
Sarastro, Tamino and Pamina in priestly apparel, the priests and the three boys appear.


SARASTRO
The sun's rays drive out the night,
destroy the ill-gotten power of the dissemblers!

CHORUS
Hail to you on your consecration!
You have penetrated the night,
thanks be given to you,
Osiris, thanks to you, Isis!
Strength has triumphed, rewarding
beauty and wisdom with an everlasting crown!

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