Lucio Silla

Lucio Silla

Oper in drei Akten

Libretto

Giovanni di Gamerra

Uraufführung

26. Dezember 1772, Mailand (Teatro Regio Ducal)

Besetzung

LUCIO SILLA, Diktator (Tenor)
CELIA, seine Schwester (Mezzosopran)
CECILIO, ein geächteter Senator (Sopran)
GIUNIA, seine Verlobte (Sopran)
LUCIO CINNA, ein Patrizier, Cecilios Freund (Sopran)
AUDIFIO, Tribun, Sillas Freund (Tenor)

Senatoren, Offiziere, Soldaten, Wachen, Volk

Ort

Antikes Rom

Zeit

zur Zeit Sullas

Mozart, Wolfgang Amadeus

Mozart, (Johann Chrysostomus) Wolfgang (Theophilus [Gottlieb]) Amadeus
27.1.1756 Salzburg - 5.12.1791 Wien


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Apollo et Hyacinthus (13.5.1767 Salzburg)
La finta semplice (1.5.1769 Salzburg)
Bastien und Bastienne (?9/10.1768 Wien)
Mitridate, rè di Ponto (26.12.1770 Milano)
Ascanio in Alba (17.10.1771 Milano)
Il sogno di Scipione (?1.5.1772 Salzburg)
Lucio Silla (26.12.1772 Milano)
La finta giardiniera (13.1.1775 München)
Il rè pastore (23.4.1775 Salzburg)
Semiramis (?11.1778 Mannheim) [?] [lost]
Zaide (1779 inc; 27.1.1866 Frankfurt)
Idomeneo, rè di Creta (29.1.1781 München)
Die Entführung aus dem Serail (16.7.1782 Wien)
L'oca del Cairo (1784 inc; 4.1860 Frankfurt)
Lo sposo deluso (1784 inc)
Der Schauspieldirektor (7.2.1786 Wien)
Le nozze di Figaro (1.5.1786 Wien)
Il dissoluto punito, ossia Il Don Giovanni (29.10.1787 Praha)
Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti (26.1.1790 Wien)
Die Zauberflöte (30.9.1791 Wien)
La clemenza di Tito (6.9.1791 Praha)
inc = Fragment / lost = verschollen



ERSTER AKT
Der geächtete Senator Cecilio ist heimlich nach Rom zurückgekehrt, um seine Braut Giunia, die von dem Diktator Silla umworben wird, zu sehen. Er trifft sich am Tiber mit dem Patrizier Cinna, der Silla feindlich gesinnt ist, und erfährt, dass dieser verbreiten liess, Cecilio sei tot. Cinna rät Cecilio, Giunia an Marius' Begräbnisstätte zu treffen, die diese täglich besucht. Silla beschwört indessen seine Schwester Celia, alles zu versuchen, um Giunias ablehnende Haltung ihm gegenüber zu ändern, lehnt aber die von Aufidio vorgeschlagenen Gewaltmassnahmen ab. Giunia, die Cecilio die Treue halten will, weist Sillas Werben erneut ab, der schwankend zwischen Liebe und Rachsucht zurückbleibt. Kurze Zeit später trifft Giunia Cecillo; beide sind überglücklich, wieder vereint zu sein.

ZWEITER AKT
Aufidio überzeugt Silla, dass er bei Giunia mit Nachsicht nichts erreichen werde. Der Diktator entschliesst sich daher, Giunia noch an diesem Tag zu heiraten, und eilt zum Kapitol, um seine Braut Volk und Senat vorzustellen. Gleichzeitig will er seine Schwester Celia mit dem Patrizier Cinna zusammengeben. Cecilio entschliesst sich, Silla zu ermorden, wird aber von Cinna zurückgehalten, der selbst den Diktator töten will, aber davon absieht, als ihm Celia ihre Liebe gesteht. Giunia lehnt es ab, Silla hinterrücks zu ermorden, und weist den Diktator auf dem Kapitol vor versammeltem Volk zurück. Der wütende Silla droht, alle töten zu lassen. Cecilio, der mit gezogenem Schwert vorstürmt, wird verhaftet und in den Kerker geworfen.

DRITTER AKT
Giunia mit Cinna und Celia besuchen Cecilio im Gefängnis und versprechen, alles zu versuchen, um den Diktator zur Milde zu bewegen. Cinna verspricht, Celia zu heiraten, wenn sie ihren Bruder umstimmen könne. Giunia verabschiedet sich von Cecillo, der von Aufidio und seinen Wachen zur Aburtellung weggeführt wird. Zum Erstaunen aller begnadigt Silla den Verurteilten und gewährt auch seinen anderen Feinden Straffreiheit. Er gibt Celia mit Cinna und Giunia mit Cecilio zusammen. Alle preisen seine Hochherzigkeit.

ATTO PRIMO
Il dittatore Lucio Silla è innamorato di Giunia, figlia del defunto avversario Mario; al fine di avere per sé la ragazza, ha dovuto però liberarsi dell’amante di lei, il senatore Cecilio, che è stato mandato in esilio. Per completare l’opera, Silla ha sparso la voce che Cecilio sia morto, e Giunia lo piange per tale. Cecilio, però, ritorna a Roma di nascosto e viene informato dell’accaduto dall’amico Cinna. Lucio Silla cerca intanto di convincere sua sorella Celia a piegare l’ostinazione di Giunia, che il tiranno giunge anche a minacciare. Quest’ultima però, mentre si trova al sepolcreto degli eroi per piangere il padre, viene raggiunta da Cecilio, che si è nascosto tra le tombe; i due si abbracciano, commossi e felici.

ATTO SECONDO
Lucio Silla, pur tormentato dai problemi di coscienza causati dal continuo uso della forza, decide di procedere a doppie nozze: le sue con Giunia, e quelle di Celia con Cinna. Giunia è intanto al centro di molte trame: invano Cinna le chiede di sposare il dittatore e poi di ucciderlo, invano Lucio Silla la minaccia; di fronte all’insostenibilità della situazione, Giunia si dichiara pronta piuttosto alla morte. Cecilio intanto ha messo in atto un piano per uccidere Silla; ma l’attentato fallisce e il senatore viene condotto in prigione, non prima di aver commosso il dittatore con la sua esemplare fedeltà all’amata.

ATTO TERZO
Cinna cerca di convincere Celia a far pressione sul fratello, promettendole in cambio la sua mano; quindi si reca a confortare Cecilio in prigione. Qui arriva anche Giunia, decisa a seguire l’amato nella tomba se questi venisse condannato a morte. Infine, sul Campidoglio, avviene la svolta inaspettata: portato Cecilio in catene, Silla annuncia il suo perdono; perdono che viene concesso anche a Cinna, quando questi confessa i suoi piani. Potranno dunque aver luogo le nozze di questi ultimi con le loro amate; per completare l’opera, il dittatore si dimette anche dal suo ruolo di governo, restituendo a Roma la libertà.


Personen

LUCIO SILLA, Diktator (Tenor)
CELIA, seine Schwester (Mezzosopran)
CECILIO, ein geächteter Senator (Sopran)
GIUNIA, seine Verlobte (Sopran)
LUCIO CINNA, ein Patrizier, Cecilios Freund (Sopran)
AUDIFIO, Tribun, Sillas Freund (Tenor)

Senatoren, Offiziere, Soldaten, Wachen, Volk



Ouvertüre
Molto allegro – Andante - Molto allegro

ERSTER AKT

SZENE 1
Einsamer, abgeschlossener Bezirk mit vielen Bäumen und zerfallenen Ruinen. Ufer des Tiber. In der Ferne Sicht auf den Quirinal mit einem kleinen Tempel

Cecilio, dann Cinna

Rezitativ

CECILIO
Oh Himmel, ich warte hier vergebens
Auf Freund Cinna.
Meine Ungeduld wächst mit seinem Säumen.
Oh, wie qualvoll ist doch jeder Augenblick
Für das Herz des Menschen,
Wenn es zwischen Furcht und Hoffnung schwankt.
Diese Zweifel … aber, täusche ich mich nicht?
Gottlob! Er kommt.

CINNA
Cecilio, mit welcher Freude sehe ich Dich wieder!
Ach, lass mich Dir ein Pfand der Zuneigung
In meiner Brust und der Freundschaft geben,
Jetzt, wo ich so überglücklich bin.

CECILIO
Wie sehr hat meine ungeduldige Seele
Dein Kommen schon herbeibeschworen!
Welch ein Bangen, welchen Schrecken
Brachte die Verzögerung mit sich.
Welch unheilvolle Bilder
Bestürmten die Gedanken!
Die erregte Seele ist bekümmert und verwirrt.

CINNA
Die Verzögerung hat einen wichtigen Grund.
Du wirst alles noch von mir erfahren.

CECILIO
Meine Ungeduld soll Dich nicht kränken …
Giunia, die liebe, treue Braut -
Ist sie noch ganz Liebe und ganz Treue?
Erinnert sie sich noch der süssen Liebe
Die sie mir einst geschworen hat?
Ist ihr zartes Herz auch noch dasselbe?

CINNA
Als tot beweint sie Dich …

CECILIO
Ach wie …? Ach, sage mir,
Wer wagte, eine solche Lüge zu ersinnen?

CINNA
Sillas Künste sind's,
Um ihre treue Liebe zu besiegen.

CECILIO
Ich fliege ihr entgegen, um sie im Schmerz zu trösten,

CINNA
Bleib hier! Du weisst noch nicht,
Dass es ein Vergehen für Dich ist, zurückzukehren.
Gross genug ist es, um den verbannten Bürger
In den Tod zu führen.

CECILIO
Um mir ein Leben zu bewahren,
Das ich hasse ohne sie,
Könnte ich die Braut dem Grausamen
Und Niederträchtigen zur Beute lassen?

CINNA
Hör zu! - Wo hoffst Du,
Deine treue Giunia wiederseh'n zu können?
Silla brachte sie unter sein eigenes Dach.

CECILIO
Und als müssiger Betrachter
Duldete es Cinna?

CINNA
Was konnte er allein versuchen?
Vergeblich ist es leider, dem, der die Macht in Händen hat,
Sich zu widersetzen.

CECILIO
Missgünstige Götter ?
Ich kann die Braut zu sehen also nicht mehr hoffen?

CINNA
Höre!
Diesem verborgenen Bereich nicht fern,
Erhebt der schweigende Bezirk sich unterm Himmel,
Dessen stille Schwelle
Die Gräber der dahingeschiedenen Helden birgt.

CECILIO
Was muss ich tun?

CINNA
Den versteckten Pfad beschreiten,
Der durch Ruinen zu ihm führt.

CECILIO
Was kann ich dort erhoffen?

CINNA
Er grenzt an den Palast des Silla.
Giunia steigt im Lauf des Tages
oft zu ihm herab, gefolgt von den Getreuen.
An des Vaters düsterem Grabe
Strömen gewöhnlich ihre Tränen.
Du wirst sie überraschen können,
Um die schon erlosch'ne Hoffnung
Ihr im Busen neu zu wecken
Und um Trost zu spenden.

CECILIO
Oh, wie selig bin ich!

CINNA
Ich werde anderswo inzwischen
Zu Deinem Schutz mit vielen Freunden wachen.
Hoffe nur! Die Götter geben heute noch,
Nach langer, qualvoller und erniedrigender Knechtschaft,
Rom die Freiheit, Dir die Braut.

Nr. 1 - Arie

CINNA
Komm, wohin die Liebe lädt!
Komm! Dass ich in meiner Brust
Schon Deiner nahen
Freude Ahnung fühle.

Nicht immer ist das Meer erregt,
Der Himmel dräut nicht immer.
Einmal lacht er froh, besänftigt,
In Ruh' und Heiterkeit.

Geht ab


SZENE 2
Cecilio allein

Begleitetes Rezitativ

CECILIO
Also kann ich hoffen,
Das Aug' am süssen, holden Bild zu weiden?
Schon stell’ ich mir die Freude, ihre Überraschung vor!
Klingen hör ich schon,
Wie sie mich Liebster und mein Leben nennt.
Das Herz im Busen spricht mit Pochen
Von zarten Regungen und kündet mir …
Himmel! Allein geb' ich mich hier
Dem Überschwang der Freude hin
Und eile nicht, die Braut in meinen Arm zu schliessen?
Ach, Schmerzenstränen
Hängen jetzt vielleicht an ihren Wimpern.
Ratlos ist sie, ohne Hoffnung
Und verzweifelt über meinen Tod.

Nr. 2 - Arie

CECILIO
Den zarten Augenblick,
Den Preis so vieler Liebe,
Malt in den Gedanken
Süss das Herz sich aus.
Und welche Freude wird es sein,
Die, ihr zur Seite, mich erwartet,
Wenn schon der Freude Vorgefühl
Mich so sehr betört.

Geht ab


SZENE 3
Gemächer der Giunia mit Statuen der berühmtesten Römerinnen. Silla, Celia, Aufidio und Wachen

Rezitativ

SILLA
Dir, Celia, überlasse ich. an meine Liebe,
Meine Ruh' zu denken. Mach' sie weiser,
Des Marius starrsinnige und stolze Tochter.
Rate ihr endlich, mich nicht zu verachten.

CELIA
Du weisst, mein Bruder, dass ich bisher alles für
Dich tat. Ich schmeichle mir, zu seh'n,
Wie sie sich ändert.

AUFIDIO
Umsonst versucht man es
Mit Rat und Bitten bei der Stolzen.
Ein Diktator, der missachtet wird,
Den aber Rom bewundert und die ganze Welt,
Verwendet seine Macht und seinen Zorn,
Wenn anderes nichts nützt.

SILLA
Ich werde Macht gebrauchen.
Meine Gnade brachte nur Verachtung
Einer undankbaren Frau
Und beleidigenden Widerstand.
Noch heute folge sie mir zum Altar.
Meiner Gefühle Wunsch soll sie erfüllen,
Oder die neue Sonne steige nicht mehr für sie auf.

CELIA
Ach, Silla, ach, mein Bruder,
Ich zittere um Deinetwillen,
Wenn Du zum Äussersten
Dich treiben lässt.
Leider ist Gewalt so oft
Unselige Mutter schwärzester Missetaten.

SILLA
Was bleibt mir denn noch zu versuchen,
Wenn sie mich beständig flieht und mich verachtet?

CELIA
Wende Zartgefühl und Sanftmut an.
Wenn es Wahrheit ist,
Dass ich mich rühmen kann,
Bisher ein wenig Einfluss auf Dein Herz zu haben,
Dann lass es, Giunia zu verfolgen.
Bald kommt sie zu Dir. Dann hör’ sie an.
Sie ändert dann vielleicht einmal den Sinn.

SILLA
Ich erweise ihr noch einmal meine Gnade.
Giunia soll darauf warten
Und als Gatte spreche ich mit ihr.
Mit meiner Liebe, meiner Güte,
Soll sie aber keinen Missbrauch treiben
Und zittere, wenn Silla schliesslich
Als gekränkter Herrscher spricht,
Unnachsichtig gemacht durch sie.

CELIA
Vertraue mir, mein Bruder.
Giunia wird heute klüger sein.
Geheime Hoffnung nährte sie bisher
Vielleicht in ihrem Herzen.
Ist ihr Bräutigam nicht mehr,
Kann sie die Liebe nicht mehr locken.
Vorsichtig erneuere Dein Werben.
Wenn schon ein naher Liebster
Über einen fernen triumphiert,
Ist der Triumph ein Leichtes
Über den, der seines Lebens schon beraubt.

Nr. 3 - Arie

CELIA
Wenn den Liebenden die Hoffnung nicht mehr blüht
Um sich an ihr zu weiden,
Schwindet unter den Beständigsten
Auch die Treue hin.

Dieses Herz, so treu und zart,
Ach ja, gerade jenes Herz,
Das so starr nun ist,
Jenes Herz wird sich Dir beugen.

Geht ab


SZENE 4
Silla, Aufidio und Wachen

Rezitativ

AUFIDIO
Es schmerzt mich, Herr, Dich immer noch
Ablehnung und Beleidigungen ausgesetzt zu sehen.
Zu demütigen Bitten
Soll ein Plebejerherz sich beugen.
Silla aber, der stolze Schrecken Asiens.
Sieger über Pontus. Richter des Senats,
Der einen Mithridates unterworfen sah zu seinen Füssen.
Erniedrigt sich vor einem Mädchen?

SILLA
Ein grossmütiges Herz wird durch die Liebe
Nicht erniedrigt. Nennst Du sie Erniedrigung,
Dann ist auch unter den Helden,
Die fernste Provinzen unterworfen und erschüttert haben,
Einer nicht, der nicht erniedrigt wäre.
An diesem Tag noch, Freund
Wird Giunia meine Braut.

AUFIDIO
Sie kommt.
Sieh starrsinnige Liebe,
Tiefen Hass in diesem
Antlitz ausgedrückt.

SILLA
Hören will ich sie. Lass mich allein

Aufidio geht ab


SZENE 5
Silla, Giunia und Wachen

Rezitativ

SILLA
Muss ich Dich immer leidend
Und in Tränen sehen?
Kann es nicht einmal sein,
Dass sich Dein schönes Auge
Heiter zu mir wendet?
Himmel! Du gibst keine Antwort,
Seufzt und bist verwirrt.
Ach ja, enthülle, was Dich qualvoll so erregt,
Und erblassen lässt; warum Du kunstvoll meidest,
Dass meine Augen Deine treffen?

GIUNIA
Weil Du allein mein Hass bist, Niederträchtiger!

SILLA
Ach nein, ich kann nicht glauben,
Dass gegen mich so stolze Grausamkeit
In Deinem schönen Herzen wohnt.
Hass und Liebe haben ihre Grenzen.

GIUNIA
Bei mir nicht. So sehr ich den Gatten lieben werde,
Werde ich Silla hassen. Hass und Liebe reichen
Bis zum Tod und werden, Dir zum Trotz,
Sich in dieser Seele nimmer wandeln.
Er wird immer meine Liebe sein und Du mein Hass.

SILLA
Sag' mir aber, wodurch beleidigte ich Dich,
Dass Du so sehr mich hasst?
Giunia, was tat ich nicht für Dich?
Der Tod nahm Dir den Vater
Und grosszügig biet' ich Dir Asyl in meinen Mauern,
Erfülle jede Pflicht der Gastlichkeit.
Trotzdem willst Du mich weiter hassen
Und bleibt Silla ein Verworfener für Dich?

GIUNIA
Ausbreiten sollte ich die Arme also
In Liebe für den Feind des Vaters?
Vergessen würdest Du,
Wie Du barbarisch gegen ihn verführst?
Mein Bräutigam,
Gemeinsam mit den würdigsten der Bürger,
Schmachtet, leidet in Verbannung, stirbt vielleicht.
Und den, der Grund zu allem ist, den soll ich lieben?
Zu Deiner höchsten Pein, schwör' ich Dir von neuem:
Cecilio lieb’ ich noch!
Ist er auch tot, achte ich in ihm die Wahl des Vaters.
Auch, wenn das unmenschliche Geschick
Ihn von meiner Seite riss,
Deine verruchte Liebe unterstützend,
Lebt et in diesem Herzen immer weiter.

SILLA
Stolze, lieb' ihn nur,
Verabscheue mich als feindlichen Tyrannen.
Höre. Angesichts so vielfacher Beleidigung
Will ich Dir noch Zeit zur Reue lassen.
Aberwitzigen Stolz, unnütze Gefühle,
Ungesunden Hass vergiss,
Oder bereite Dich, den düsteren Schatten
Deines Vaters und des Bräutigams
Zum glühenden Erebus zu folgen.

GIUNIA
Du nimmst an, des grossen Marius Tochter
Durch das Bild des Todes zu entmutigen?
Keine Hoffnung habe Platz in Deiner Seele.
Die meine Liebe schänden könnte.
Wenn Du als unmenschlich Dich erweist,
So wird sich zeigen,
Wozu ein echtes Römerherz dann fähig ist.

SILLA
Denke mehr an die Gefahr, oh Giunia,
Denke und entschliesse Dich.
Einen Rest von Mitleid fühl' ich noch,
Weil ich Dich liebe.
Ach ja – entschliess’ Dich eines Besseren.

GIUNIA
Ich bin schon entschlossen.
Den Befehl des toten Vaters
Will ich immer achten,
Vor Silla immer Abscheu haben,
Stets den Bräutigam verehren
Und sterben dann.

Nr. 4 - Arie

GIUNIA
Vom düstern Ufer
Kommt, oh Vater, oh geliebter Bräutigam,
Den letzten Atemzug der Tochter
Und der Braut zu Euch zu nehmen.

In Zorn und Raserei
Tobst Du, oh Barbar.
Dies ist aber nicht allein
Oh Falscher, Deine höchste Pein.

Ich werde zufrieden sein,
Dass Du nicht mehr an meiner Seite bist.
Mit Gewissensqual im Herzen
Bleibst Du jedoch zurück.

Geht ab


SZENE 6
Silla und Wachen

Rezitativ

SILLA
Kann ich so übermütiges Beschimpfen dulden?
Soviel Beleidigung erschüttert diese Seele nicht.
Was machte töricht sie in solchem Masse?
Ein Herrscher, der sosehr beleidigt und verachtet wird
Von der unbesonnenen und kühnen Frau …?
Und doch … oh, ich erröte …

Begleitetes Rezitativ

Doch gefällt sie mir!
Gefällt sie mir?
Errötet Sillas Herz nicht mehr ob seiner Schwäche?
Das Gefühl soll schweigen, sterben soll die Stolze.
Wer mich nicht lieben will, fürchte meinen Zorn.
Soll sie mich grausam nennen,
Verabscheuen meine Hand, mein Herz, mein Fühlen.
Von heut' an werde ich Tyrann ihr sein.

Nr. 5 - Arie

SILLA
Der Wunsch nach Rache und nach Tod
Entflammt mich und erregt die Brust.
Jede verschmähte zarte Regung
Dieser Seele wandelt sich in Wut.

Zuletzt, in diesem unheilvollen Zwist vielleicht,
Wirst Du Dein Leben
Noch von mir verlangen.
Vergeblich wird Dein Weinen dann
Und umsonst Dein Kummer sein.

Geht mit den Wachen ab


SZENE 7
Prächtige Halle, sehr dunkel, mit Monumenten der Helden Roms. Cecilio allein

Begieitetes Rezitativ

CECILIO
Tod, unseliger Tod. Hier sind die Taten Deiner Hand,
In diesen kalten Grüften!
Helden, Fürsten, Herrscher,
Die die Erde einst verwüsteten,
Bedeckt der enge Marmor. schliesst sie ein.
In aberhundert Kehlen widerhallte
Staunend einst die Welt von ihren Taten.
Jetzt umhüllt sie schweigend tiefer Schauer.
Götter! - Wer naht sich hier?
Giunia - die liebe Braut? – Ach, nicht allein.
Ich verberge mich, doch wo? Oh Himmel!
Welch ein Pochen in der Brust ? oh welche Freude!
Was soll ich tun? Bleiben? Gehn?
Oh Himmel! Hinter dieser Urne hier
Versteck' ich mich und schöpfe Atem.

Versteckt sich hinter dem Sarg des Marius


SZENE 8
Giunia naht, gefolgt von jungen Frauen und Edlen ? Klagegesang

Nr. 6 - Chor und Arioso

CHOR
Aus diesen düsteren Urnen
Tretet nun hervor, ihr ehrwürdigen Seelen.
Nehmt zornig Rache
Für die Freiheit Roms.

GIUNIA
Bist Du um mich,
Oh meines Vaters teurer Schatten,
Sollen meine Seufzer, meine Tränen
Dich zu Mitleid rühren.

CHOR
Der Stolze, der am Kapitol
Die Zügel Roms ergriffen hat,
Sei heute noch vom Thron gestürzt,
Als Beispiel allen Zeiten.

Regleitetes Rezitativ

GIUNIA
Oh Vater, dem verruchten Silla
Galt stets Dein Hass, als Du noch lebtest.
Deiner Tochter Giunia
Fliesst auch in den Adern Römerblut,
Sie kommt zu Deinem Grab und fleht.
Auch Du, geliebter Schatten
Des verlorenen Geliebten,
Eile herbei, um Deiner Braut zu helfen.
Fern von Dir, hasst sie die trübe Luft
Dieses bitteren Lebens.


SZENE 9
Cecilio, die Vorigen

CECILIO
Hier bin ich - oh Geliebte.

GIUNIA
Himmel! … Ich zittere! … Was sehe ich?
Bist Du es? … Phantasiere ich vielleicht?
Ein Geist vielleicht? Bist Du es selber?
Täuscht mich mein Augenlicht? oh Götter!
Ach, ich weiss noch nicht,
Ob ich mich dieser süssen Illusion ergeben kann?
Also … Du … bist …

CECILIO
Dein Treuer bin ich.

Nr. 7 - Duett

GIUNIA
Im Elysium erwarte mich,
Schatten meines Liebsten,
Auf dass, Oh Gott, der Himmel
Mich bald mit Dir vereinen soll.

CECILIO
Geliebte, treue Braut.
Diese Seele findet das Elysium
Einzig in Deinem lieben Angesicht.

GIUNIA
Liebster … oh Götter? Du atmest noch?

CECILIO
Ganz in Treue, ganz in Liebe.

GIUNIA. CECILIO
Glücklich meine Seufzer.
Glücklich meine Schmerzen.

GIUNIA
Du meine Hoffnung!

CECILIO
Innig Geliebte!

GIUNIA, CECILIO
Sie fassen sich an den Händen
Jetzt, wo Du an meinem Herzen bist, Geliebte/Geliebter
Zeigt mir das Weinen meiner Augen,
Dass auch die Freude ihre Tränen hat.

ZWEITER AKT

SZENE I

Bogengang, geschmückt mit Kriegstrophäen. Silla, Aufidio und Wachen

Rezitativ

AUFIDIO
Oh Herr, ich habe Dir vorausgesagt,
Dass diese Stolze unmo hartnäckiger sein wird,
Je mehr Du Gnade zeigst und Liebe.

SILLA
Sie wird mich kaum mehr so beleidigen können.
Ich habe mich entschlossen, sie muss sterben.
Ich habe schon genug von ihr geduldet.

AUFIDIO
Kann Dein treuer Freund
Offen mit Dir sprechen?

SILLA
Sprich!

AUFIDIO
Du weisst, dass es auf dieser Welt
Keine Helden, die nicht ihresgleichen haben, gibt.
Trifft das nicht auch für die Ämilier und Scipionen zu?
Trotz seiner Heldentaten,
Gilt es auch für den an Ruhm so reichen Silla.

SILLA
Ich weiss es nur zu sehr.

AUFIDIO
Du reichst, durch Giunias Tod
Deinen Feinden eine Waffe gegen Dich.
Sie ist eines Marius Tochter
Und dieser Marius ist als Gefahr für Dich,
In seinen Freunden noch lebendig.

SILLA
Was soll ich tun?

AUFIDIO
Angesichts des Volks und des Senats
Sei die Stolze Deine Frau.
Angeblicher Eifer,
Den alten Hass beschwichtigen zu wollen,
Soll die Gewalt verschleiern.
Wer wird sich Deinem Willen widersetzen?
Bewaffnete umgeben Dich in reicher Zahl.
Jeder fürchtet Dich als Helden,
Der jeden Bürgerzwist bisher
Bezwungen hat und herrscht.
Vor Deinen Blicken zittert der Senat und Rom.
Zustimmung der Allgemeinheit sichere dir Absicht, Herr.
Stets folgt das Recht dem Stärkeren.
Wer, der umgeben ist von tausend Heeren,
Beugt sich, um zu flehen?
Befiehl, anstatt zu bitten und zu reden.

SILLA
Wenn mich die undankbare Frau,
Vor den Augen Roms und des Senats
Verächtlich von sich weist,
Was soll ich tun?

AUFIDIO
Die Stolze widersetzt sich nicht.
Du wirst es sehen,
Wie das starre Herz
Nachgeben wird dem Spruch des Volks von Rom.

SILLA
Freund, ich folge Deinem Rat. Himmel! Wissen sollst Du …
Dir gestehe ich die Schwäche.
Wenn ich Bluttaten entgegengehe
Und Gewaltanwendung, ist das Herz in Sillas Brust
Von grässlicher Gewissensqual zerrissen und bedrückt.
Höchsten Widerspruch fühl' ich in mir
In jenen Augenblicken.
Ich schaudere davor, ich will es,
Verachte, liebe es und werde kühn.

AUFIDIO
Dieser Wankelmut, 1ass es Dir sagen,
Überschattet Deine hohen Werte.
Jeder Gewissensbiss ist der Feigheit Sohn.
Kühn und frohgemut nimm meinen Rat.
Gezwungen sei das stolze Weib,
Deine Braut zu werden, ihr zum Trotz.

Nr. 8 - Arie

AUFIDIO
Ein Krieger ziehe nicht ins Feld,
Der vor dem Blinken eines Stahls erbleicht
Und der dort nur die Beweise
Seiner Feigheit gibt.

Einmal gibt er sich der feigen Furcht,
Ein andermal der Hoffnung hin.
Was ist Unbeständigkeit,
Ist es nicht dies?

Geht ab


SZENE 2
Silla, dann Celia und Wachen

Rezitativ

SILLA
Ach nein. Ich hätte nie geglaubt,
Dass es einem ruhmbedeckten Mann von Grösse
So hart ankäme, schlecht zu werden.

CELIA
Alles habe ich bisher versucht.
Mit Bitten, Härte, Versprechungen und Drohen
Bedrängt man Giunias Herz umsonst.
Nicht denken kannst Du Dir, mein Bruder,
Wie ich für Dich …

SILLA
Ich weiss, was Du mir sagen willst.
Silla schuldet dem nicht weniger Dank,
Der, wenn auch vergeblich, sich für ihn bemüht.
Das Verdienst wird nicht geschmälert,
Durch widrige Ereignisse, die den Erfolg behindern.
Giunia wird noch heute meine Braut.

CELIA
Giunia Deine Braut?

SILLA
Nach dem „Wie“ sollst Du nicht forschen.
Dass ich zufrieden bin, genüge Dir.

CELIA
Warum verbirgst Du das Geheimnis?
Weshalb bringst Du nicht Klarheit in die dunklen Worte?

SILLA
leise
Weil ein Geheimnis wenig sicher ist bei einer Frau ?
Mein Schweigen soll Dir nicht missfallen.
Hör zu,
Als Cinnas Braut wünsch ich mir Dich noch heute.

CELIA
leise
Ich Glückliche! ?

Ach, lass mich Deinem treuen Freund
Die frohe Botschaft bringen.
Offenbaren sollen endlich meine Lippen,
Dass er allein mein Liebster ist,
Dass ich ihn immer lieben werde,
Wie ich ihn jetzt verehre.

Geht ab

SILLA
Nun auf zum Kapitol,
Um den wohldurchdachten Plan voranzutreiben
Und Ränkekunst sei angewandt,
Dass meine Feindin zum Altar mir folgt.
Ach ja, ich weiss,
Dass ich Ihrer Hand Besitz
Um jeden Preis erwerben muss.


SZENE 3
Cecilio ohne Helm, ohne Mantel, mit blossem Schwert, Silla verfolgend. Cinna hält ihn zurück

CINNA
Welche Raserei bringt Dich hierher?

CECILIO
Halte meinen Arm nicht auf.
Den Schritten des Tyrannen folge ich.
Der blosse Stahl durchbohre ihm die Brust.

CINNA
Halt ein!
Wodurch entstand Dein Zorn so jäh?

CECILIO
Es genüge Dir, zu wissen,
Dass ich nicht einen Augenhblick
Die Tat verschieben kann.

CINNA
Und die Gefahren?

CECILIO
Fürchte ich nicht
Und missachte jeden Rat.

CINNA
Ach, um Himmels willen, höre mich …
Enthülle mir … sag mir … oh Himmel!
Welch ein Stammeln
Und welch wutentbrannter Blick.
Diese Mühe, um mir zu entgehen,
Um Dich mutig der verhängnisvollen Prüfung auszusetzen.
Tausendfältiger Verdacht
Erwacht in meiner Brust.
Sprich. Gib Antwort …

CECILIO
Du wirst alles wissen.

CINNA
Niemals lasse ich Dich fort.

CECILIO
Weshalb hältst Du des Volkes Rache auf?

CINNA
Nur weil ich wünsche, dass sie sicher ist.

CECILIO
Ungewiss wird sie nicht sein.

CINNA
Durch vorzeit'ge Kühnheit, die vergeblich ist
Willst Du den Faden
Meines wohldurchdachten Plans durchtrennen?
Wo Du Dein Leben mehr noch lieben solltest, ihretwegen,
Stürzt Du bedenkenlos Dich in ein kühnes Unterfangen.
Brich nun Dein Schweigen,
Offenbare mir,
Was Dich in solchem Masse wütend machte.

CECILIO
Die schaurige Erinnerung
Entfacht in meinem Busen neuen Zorn.
Hör zu und staune.
Als die bedrückte Seele an der Seite meiner Braut
Süsse Stärkung fand in ihrer Pein,
Und Giunia ihre Schritte kaum vom düsteren Ort entfernt,
Umfing die Augen leichter Schlaf.
Oh Himmel! Ich erstarre noch vor Schauder!
Da schien das kalte Grab ich aufgesperrt zu sehen,
In dem des Marius verblichene Glieder ruhn.
Das hohle Auge richtet er auf mich,
Schüttelt den Schädel dreimal zornig, wild
Und ich hör' wie er mit heiserer Stimme ruft:
»Wozu hältst Du Dich auf an meinem Grab, Cecilio?
Geh und treibe an zur allgemeinen Rache,
Zum ersehnten Augenblick.
An Deiner Seite hänge müssig nicht das Schwert.
Ach, wenn das grosse Werk Du zu vollbringen säumst,
Das des Marius ungerächter Schatten
Dir heute auferlegt und rät,
Wirst Du die Braut verlieren, ich die Tochter.«

Begleitetes Rezitativ

CECILIO
Der stolze Klang der Drohungsworte
Erschütterte die Seele.
Von den bestürzten Augen wich der Schlaf.
Raserei entflammt’ mich plötzlich. Da erfasste ich den Stahl.
Der Fuss hielt ängstlich mich nicht mehr zurück.
Den schuldbeladenen Tyrannen hinzumorden kam ich her.
Ach, halte mich nicht mehr zurück.

CINNA
Bleibe. Zügle ein wenig nur
Das wilde Toben Deines Zorns.
Ach, wenn Silla kommt, bist Du verloren.

CECILIO
Eines Tyrannen Blicke soll ich fürchten?
Ermorden soll ihn eine andere Hand? Niemals!
Immer sehe ich um mich
Des Marius bleichen Schatten, Ruhe suchend.
Seiner Worte stolzer Klang
Hallt mir jeden Augenblick im Ohr,
Jetzt, wo ich an Deiner Seite bin.
Lass mich …

CINNA
Ach, wenn Du Deine eigene Gefahr
Schon so sehr verachtest,
So denk' doch wenigstens daran,
Dass das Leben Deiner teuren Braut
Abhängig ist von Deinem Leben.
Oh Himmel! Für so teure Tage …

CECILIO
Oh Giunia, oh Name. Der Gedanke nur, mein Freund,
Dass ich sie verlieren könnte,
Entwaffnet den ungestümen Zorn.

Ach, lauf für mich und fliege,
Vergiesse Du an meiner Stelle des Tyrannen Blut.
Oh Götter! An der Seite meines Feindes bleibt
die Braut inzwischen - ach - wer verteidigt sie?
Welch ein Widerspruch, ihr ewigen Götter, welche Qual.
Furcht, Kummer, Zorn, Hoffnung und Raserei
Fühle ich in meinem Herzen. Was davon siegen wird,
Das weiss ich nicht. Noch, was ich denken soll.
Ich entschliesse mich noch nicht?
Giunia sei gerettet oder an ihrer Seite sterbe ich,

Nr. 9 - Arie

CECILIO
Dieses Beben, das so plötzlich
Meine Brust ergreift,
Kommt es von Hoffnung oder Raserei?
Ich weiss es nicht.

Des Inneren Aufruhr,
Höchste Raserei,
Sei es aus Hoffnung oder Wut,
Fürchten soll es der Verräter.

Geht ab


SZENE 4
Cinna, dann Celia

Rezitativ

CINNA
Ach ja, rasch nun zur Tat!
Zögert der Himmel die Strafe
Für den Frevler noch hinaus,
Dann wartet er, bis die verbrecherischen Übeltaten
Der Tarquinier sich in unseren Zeiten wiederholen.

CELIA
Welcher Kummer, welche Sorge
Umwölken Deine Stirn?

CINNA
Anderswo soll ich schon sein.
Halte mich nicht auf.

CELIA
Immer fliehst Du mich?

CINNA
Lebwohl!

CELIA
Für einen Augenblick nur
Hör' mich an. Dann geh.

CINNA
Was ist Dein Begehr?

CELIA
leise
- Oh Götter! Reden möchte ich und kann es nicht. -
Wissen sollst Du, dass mein Bruder …

CINNA
Sprich!

CELIA
… wünscht …
leise
- Ach, ich verwirre mich und fürchte,
Dass mich der Grausame nicht liebt. -
Ja, wisse … - Oh Himmel!
Weshalb bin ich vor ihm verwirrt, den ich verehre?
Heute wird er noch mein Gatte sein
Und doch wage ich nicht, es ihm zu offenbaren. -

CINNA
Dem Stammeln
Kann ich nicht verstehen.

CELIA
leise
- Gibt er vor, der Undankbare! -

Jetzt, wo ich, in Zweifeln schweige.
Spricht nicht mein Herz zu Dir, für mich?
Was kann ich sagen?
Meine Blicke schmachten schon zu sehr
Und mein Schweigen sagt Dir schon genug.

Nr. 10 - Arie

CELIA
Wenn schon die Lippe
Schüchtern es nicht wagt,
Die verborgene Flamme zu enthüllen,
Sollen diese Augen für sie sprechen.
Enthüllen Sie mein ganzes Herz.

Geht ab


SZENE 5
Cinna, dann Giunia

Rezitativ

CINNA
Aus Liebe einer Schwäche nachzugeben fähig
War Cinnas Seele bisher nicht.
Sollte sie sich jemals so erniedrigen –
Nein - nicht die Schwester eines ruchlosen Usurpators
Habe dieses Herzens ersten Preis.

Giunia nähert sich.
Ach, sie allein nur kann das grobe Werk vollbringen,
Das ich im Sinne habe.
Sie scheint bewegt, schmerzlich versunken
In düstere Gedanken.

GIUNIA
Silla verlangt von mir,
Dass ich dem Volk und dem Senat mich zeige.
Was kann der Niederträchtige wollen?
Weisst Du, was seine Absicht ist?

CINNA
Näher als Du denkst, vielleicht
Ist heute Sillas Tod,
Als Rache für die Freiheit Roms.

GIUNIA
Alles erhoffen wir
Von der Barmherzigkeit des Himmels.
Deiner Sorge überlasse ich inzwischen
Den geliebten Bräutigam. Ich verdanke Dir die Freude,
Ihn zu sehen, ais ich ihn tot geglaubt.
Ach, nun wache über ihn, bemühe Dich,
Ihn vor den Blicken des Tyrannen zu verbergen.

CINNA
Vertraue mir und fürchte nicht für seine Lebenstage.
Hör zu. Weisst Du, was Silla will,
Angesichts der Senatoren und des Volks von Rom?
Deine Hand will er. Als Rechtfertigung für die Gewalt
Will er ihr Jawort haben.
Oh Giunia, seinen ganzen Plan seh' ich vorher.

GIUNIA
Über mich bestimme ich allein.
Einer feigen Furcht ergeben mag sich der Senat,
Nicht aber dieses Herz.

CINNA
Wenn Du es willst, oh Giunia,
Hängt von Dir ein grosser Anschlag ab,

GIUNIA
Was kann ich tun?

CINNA
In das Bett, in welches er Dich lädt,
Folge dem Tyrannen.
Dort aber lasse er durch Deine Hand sein Leben.

GIUNIA
Oh Himmel! Was sagst Du nur?
Durch feigen Betrug sollte Giunia …

CINNA
Törichte Angst. Erinnere Dich doch nur,
Dass das Blut von Frevlern zu vergiessen,
Immer schon den höchsten Göttern
Ein willkommenes Schauspiel war.

GIUNIA
Wenn ein Plebejerleben uns schon heilig ist,
Wie soll nicht kalter Schauder
Aufsteigen in meiner Brust,
Soll ich den Diktator selbst durchbohren?
Wenn tyrannisch auch und ungerecht,
Herrscht doch Silla über Rom und den Senat
Und vergeblich nimmst Du an,
Dass ich mich seines Todes schuldig machen könnte.
Ein Opfer sei er,
Doch von der Hand der Götter.

CINNA
Wenn an jenem Tage
Brutus die Götter zu beleidigen gefürchtet hätte,
Verdankte Rom ihm seine Freiheit nicht.

GIUNIA
Brutus hat die Knechtesketten
Der Freiheit Roms
Im Kriegslager gebrochen, in Feigheit nicht.
Nein, mein Name sei niemals befleckt
In künftigen Tagen durch niedrigen Betrug.
Bewahre mir, oh Freund, bewahre mir den Liebsten!
Denke doch an seine Rettung nur.
An die Rache lass den Himmel denken.

Geh, schnell! Der Liebste könnte, fern von Dir,
Durch übermässigen Wagemut …
Seine ungestüme Seele kennst Du ja!
Hab' Mitleid,
Mach, dass vor den Blicken er verborgen bleibt.
Sag ihm, dass er seine und auch meine
Lebenstage doch bewahren soll,
Wenn er mich liebt und treu mir ist.
Dir vertraue ich ihn an.

Nr. 11 -  Arie

GIUNIA
Wenn ich der entsetzlichen Gefahren
Des Geliebten mich erinnere,
Lässt alles mich erschaudern,
Lässt alles mich erstarren.

Wacht die Freundschaft nicht
Über seinem teuren Leben,
Von wem ist Hilfe zu erhoffen,
Von wem Barmherzigkeit?

Geht ab


SZENE 6
Cinna allein

Begleitetes Rezitativ

CINNA
Ach, schütteln wir das unwürdige Joch nun ab.
Schon lang genug
War Rom der Knechtschaft unterworfen.
Lehnt Giunia das Blut des Frevlers zu vergiessen ab,
So wird ein Arm nicht fehlen,
Der so ängstlich nicht,
Den mörderischen Stahl ihm in den Busen taucht.

Nr. 12 - Arie

CINNA
Im Augenblick des Glücks,
Den er in seinen Wünschen nahe sieht,
Will ich, dass zur Rache aller,
Er sein Leben aushaucht, mir zu Füssen.

Schon ist die stolze Hand
Glücklich über diese Tat.
Die Rache dieser Rechten
Ist ihm nicht mehr fern.

Geht ab


SZENE 7
Hängende Gärten. Silla, Aufidio und Wachen

Rezitativ

AUFIDIO
Herr, auf Dein Zeichen ist der Senat bereit.
Bald wird er Dich hören.
Mit einem Kranz von vielen auserlesenen Scharen
Habe ich indessen
Listig ihn umstellt.

SILLA
Das Geheimnis wahren soll Freund Cinna.
Zu dem Werk ist seine Unterstützung nötig.
Ach, dass ich mich selbst in mir nicht wiederfinde!
Wohin ich mich auch immer wende,
Haben die Gedanken
Lieblich das Bild der Grausamen vor sich.
Ihr lieber Name klingt mir immer auf den Lippen
Und das Herz spricht nur von ihr.

AUFIDIO
Auf dem Höhepunkt des Glückes sehe ich Dich schon.
Nutz' die Macht, die Dir der Himmel gab,
Rom, der Senat and jede stolze Seele
Sollen nun vor Deiner Macht
Die Stirn zu Deinen Füssen beugen.

Geht ab

SILLA
Ja, mit Bürgerblut will ich die Strassen überschwemmen,
Wenn Rom sich heute hochmütig
Gegen Sillas Wünsche stellt.
Mein Recht hab' ich im Herzen und im Arm.
Giunia? - Welch Anblick!
Ihr schönes Angesicht
Entschuldigt meine Schwäche.
Ach, seh' ich sie, oh Götter,
Bin der gekränkte Herrscher ich nicht mehr,
Vergesse die Missachtung und verzeihe sie.


SZENE 8
Silla und Wachen

Rezitativ

GIUNIA
leise
Silla! Eine Qual für mich
Ist der verhasste Anblick. Ich fliehe. -

SILLA
Verweile doch.
Hab' Mitleid, höre mich.
Du machst aus mir den
Unglücklichsten der Sterblichen.
Wenn Du als Feindin vor mir fliehst …

GIUNIA
Was forderst Du?
Hinweg, Verräter!
leise
Ich zittere und habe Angst um meinen Liebsten. -

SILLA
Ach nein, ich bin nicht so tyrannisch, wie du glaubst.
Sillas Seele ist der Tugend fähig.
So ernst kann ich
Dein schönes Auge nicht ertragen.

GIUNIA
Der Tugend fähig? - Lügner.

SILLA
Höre mich.

GIUNIA
Ich höre Dich nicht an.

SILLA
Willst Du …

GIUNIA
Ja, ich will,
Dich verachten - sterben.

SILLA
Sterben?

GIUNIA
Den Tod fürchtet kein Römerherz.

SILLA
Du könntest … ?

GIUNIA
Ich kann -
Eher als Dich lieben, sterben.
Geh!

SILLA
Du wirst sterben, Stolze, aber nicht allein.

Nr. 13 - Arie

SILLA
Jedes Mitleid tu ich von mir ab,
Kühnes, falsches Weib.
Wenn zu sterben Dir gefällt,
Werde ich den starren Stolz
Bald zittern sehen.
Doch - es schlägt mein Herz …
Verlieren, die ich liebe?
Durchbohren als Barbar das teure Wesen? -
Was sage ich?
Ist meine Seele feig in solchem Masse?
Zorn und Raserei ergreifen mich!
Zu sterben sehnst Du Dich?
Grausam nennst Du mich?
Zittre davor, oh Falsche,
Ich werde grausam sein.

Geht mit den Wachen ab


SZENE 9
Giunia, dann Cecilio

Rezitativ

GIUNIA
Was habe ich vernommen, ewige Götter?
Welch ein düsteres und schreckliches Geheimnis
War in seinen Worten? Allein soll ich nicht sterben?
Barbar, was willst Du damit sagen?
Ach! Was sehe ich? ? Mein Bräutigam!
Was ist geschehen?
Ach, Unbesonnener, wohin begibst Du Dich.
Dass Dein Leben niemals sicher ist in diesen Mauern,
Weisst Du wohl.
Hast Du nicht Angst, der Feinde Luft zu atmen?
In diesem Augenblick ist der Tyrann gegangen.
Ich zittere - so fliehe doch! Ach, wenn des Tyrannen Blicke …

CECILIO
Meine grösste Angst, oh Giunia,
Ist die Gefahr für Dich.

GIUNIA
Um Himmels Willen, kehre um, wenn Du mich liebst, mein
Teurer.
Ach, kehr' zurück an Deinen finstern Zufluchtsort.
Welche Marter ist's für mich, Dich zu erblicken!

CECILIO
Oh Liebste, Deine Angst
Soll meine süsse Freude nicht verbittern.

GIUNIA
Unheilvolle Freude,
Wenn mein Herz dem eisigen Schrecken überlassen ist.
Solang Du über Deine Tage noch entscheiden kannst,
Verstecke Dich!
Ach, seit ich lebe, nein, - welch ähnliche Bedrängnis  …

CECILIO
Du willst, dass ich dem  Feigling
Dich allein zum Raube lasse?
Dass der gottlose Tyrann Dich mit Gewalt
Und widerrechtlich zum Altare schleppen will,
Vor dem Senat, ist mir bekannt. Und ich, der ich Dich liebe,
Könnte fern von Deiner Seite sein
Und nicht vor Kummer sterben?
Wenn man vergebens einen Arm sucht, einen Stahl,
Der das Blut des Grausamen vergiesst,
Den ich hasse und verachte, -
Hier ist der Stahl und hier der Arm!

GIUNIA
Ach! Was denkst Du nur … Aussetzen willst Du dich …?
Höchsten Gefahren willst Du allein entgegengehen?

CECILIO
Dich schreckt alles und ich fürchte mich vor nichts.
Bezähme Deine Angst, Du meine Hoffnung,
Und erinnere Dich daran,
Dass man übermässige Furcht in einem Römerherzen
Feigheit nennen kann.

GIUNIA
Doch allzugrosse Kühnheit
Nennt man Verwegenheit.
Ach, verbirg Dich, oh Geliebter!
Gib diesen Augen nicht, in der Gefahr,
Zum Weinen neuen Grund.

CECILIO
Ewige Götter! Dich verlassen? Von Dir gehen?
Dich der verruchten Hinterlist,
Und dem Zorne des Verräters überlassen,
Der sich mit Dir vermählen will?

GIUNIA
Was kannst Du fürchten,
Wenn Beständigkeit und Liebe bei mir bleiben?
Lauf doch, lauf, von wo Du flohst!
Befrei das Herz, das Dich verehrt,
Von seinem Schmerz und seiner Furcht.
Ich muss es Dir befehlen, wenn Du es nicht tust!

CECILIO
Wer wacht, Dich zu verteidigen, oh Giunia,
An diesem Schreckenstag,
Wenn ich vor dem Tyrannen mich verberge?

GIUNIA
Der Himmel!

CECILIO:
Ach, - nur dass die Götter manchesmal …

GIUNIA
Wozu bringt Dich blinde Wut?
Trotz meiner Ängste bleibst Du noch an meiner Seite?
Willst Du nicht gehen?
Undankbarer! Du stürzt mich in den Tod.

CECILIO
Bleibe - höret mich, oh Götter.
So willst Du mich verlassen?

GIUNIA
Meinen Schritten hüte Dich zu folgen.

CECILIO
Ich werde zu sterben wissen,
Nicht aber, Dich zu lassen.

GIUNIA
leise
Oh Himmel!
Ich verliere ihn! Was tu ich mir'

CECILIO
Liebste, Du weinst, …
Ach, Dein Tränen …

GIUNIA
Ach ja, um dieser Tränen willen,
Wegen dieser Augen, ohne Hoffnung
Geh, geh von mir - verbirg Dich. Lebe!

CECILIO
Wozu zwingst Du mich!

GIUNIA
Endlich!
Gibst Du mir durch dieses Zeichen
Den Beweis für Deine zarte Liebe?
Wie antwortest Du, mein Leben?

CECILIO
Ja, ich verspreche es.

GIUNIA
Fliehe denn, mein Teurer.
Du ängstigst Dich vergebens, wenn um mich Du bangst.
Denk, dass der Himmel die Gerechten schützt
Und dass ich zu ihnen stets gehören werde.
Hier meine Hand zum Pfande der beständigen Liebe,
Die ich Dir versprach,
Und die den nichtswürdigen Verräter
Auf den Tod verachtet.

Begleitetes Rezitativ

CECILIO
Wer weiss,
Ob dieses nicht das letzte Mal ist,
Oh Gott, dass ich meiner Liebsten teure Hand
Als Beweis der wahren Treue an den Busen drücke …

GIUNIA
Nein, fürchte nicht. Flieh und hoffe.

Nr. 14 - Arie

CECILIO
Ach, wenn mein grausames Geschick
Mich ans Sterben ruft,
Folg' ich Dir als treuer Schatten,
Werde immer bei Dir sein.

Standhaft möchte ich mich zeigen,
Sag' ich Dir Lebewohl, Geliebte,
Doch fühl' ich, wie ich bebe,
Oh Gott, wenn ich Dich lassen muss.

Geht ab


SZENE 10
Giunia, dann Celia

Rezitativ

GIUNIA
Warum pochst du mir im Busen
Mein kummervolles Herz? Warum ist mein
Gesicht bedeckt von Tränen, nun, wo ich den
Bräutigam nicht mehr an meiner Seite sehe?

CELIA
Oh Himmel! So in Tränen,
So leidend treff' ich Dich?
Die starrsinnige Seele
Schicke sich doch endlich in ihr Los.
Und Rom soll Dich als Braut des Herrschers sehen.

GIUNIA
Lass mich in Ruhe, bitte.

CELIA
Wenn Cecilio gestorben ist, in der Härte der Verbannung,
Warum hegst Du für ihn unnütze Beständigkeit?

GIUNIA
leise
Sein Name lässt mein
Herz erstarren. -

CELIA
Du blickst nicht auf
Und unter Schluchzen, Seufzen,
Schweigst Du mit bleichen Lippen.
Folge meinem Rat.

GIUNIA
Lass mich in Frieden.

CELIA
Ich wünsche mir, Dich froh zu sehen.
Mein Bruder wird auch mich heut' glücklich machen.
Cinnas Hand versprach er mir.
Du weisst, wie ich ihn treu verehre.
Des Leidens und des Kummers gedenke ich nicht mehr,
Wenn mein Schicksal unter anderen Sternen steht.

Nr. 15 - Arie

CELIA
Wenn der Sommerregen
Auf die dürren Felder fällt,
Beleben Blätter sich
Und Blumen,
Verschönern Wald und Wiese sich
Und grünen wieder neu.

So fängt auch diese Seele
Neu zu atmen an
Nach langer Pein
In süsser Hoffnung und in Liebe.

geht ab


SZENE 11
Giunia allein

Begleitetes Rezitativ

GIUNIA
Oh wie ist die Angst in einem Augenblick gewachsen.
Meines Unglücks unheilvolle Ahnung ist's.
Dem Blick des niederträchtigen Tyrannen
Ist der unbedachte Bräutigam
Vielleicht nicht mehr verborgen.
Schon hat er ihn zum Tod verurteilt.
Was soll ich tun in meiner Angst
Und in meinem Schrecken?
Was soll ich denken. Ich Elende, - ich zittere.
Ach nein, - kein Zögern mehr.
Ich will vor den Senat, zu seinen Füssen für den Liebsten
Mitleid und Gnade zu erflehen.
Wenn der Himmel heute
Das Ende des geliebten Bräutigams beschliesst,
Soll, wer ihn ersticht, auch mich durchbohren.

Nr. 16 - Arie

GIUNIA
Ich gehe fort, ich eile,
Doch bricht dabei mein Herz.
Die Seele schwindet mir und nah' fühl' ich den Tod.
Ich tobe und erstarre, weine und quäle mich
Und doch kann ich nicht sterben.
Ach, wenn ich doch sterben könnt'
In solcher Qual.
Der tiefe Schmerz um den Geliebten,
Der mich bedrückt,
Macht an so einem Tag
Barmherzig selbst den Tod.

Geht ab


SZENE 12
Kapitol. Silla und Aufidio treten auf, gefolgt von Senatoren, Volk und Bewaffneten. Freudiger Gesang der Letzteren

Nr. 17 - Chor

CHOR
So wie vor tausend Heeren
Der Ruhm Dein Haupt umkränzt,
So kröne Deine Stirn, die Furcht verbreitet,
Nun die Liebe.

Der unbesiegte Arm
Umfasse die, die Du verehrst.
Zu des Kriegers Lorbeer
Füge noch die Myrthe.

Giunia naht

Rezitativ

SILLA
Patrizier und Senatoren.
Ich, der ich für Rom mich schlug,
Ich, der für Euch siegte,
Ich, der die Fackel des Bürgerzwists
Durch meinen Ruhm erstickte,
Ich, der ich durch mein Verdienst,
Den Frieden nun regieren seh' am Tiber,
Verlang' für alle meine Siege einen Preis von Euch.

GIUNIA
leise
- Ewige Götter, steht mir bei! -

SILLA
Nicht vergessen ist der alte unheilvolle  Hass
Zwischen Marius und Silla.
An diesem Tage streiche ich ihn ganz
Aus der Erinnerung.
Ein heiliges Band vereine ich mit seiner Tochter.
Das süsse Band besänftige des Vaters Schatten.
Ein Herrscher und ein Bürger
Sucht keinen anderen Preis für seine Mühen,
Trotz seines Lorbeers und des Ruhms.

GIUNIA
leise
- Es schweigt der Senat und mit seinem Schweigen
Stimmt er dem Willen des Tyrannen zu. -

SILLA
Senatoren.
Euer allgemeines Einverständnis
Sehe ich in den Gesichtern ausgedrückt.
Die frohen Rufe,
Die ich ringsum schallen höre,
Sind ein sicheres Zeichen
Für die öffentliche Meinung.
Folge mir nun zum Altar.

GUNIA
Nichtswürdiger! Hinweg!
Zu einer solchen Feigheit
Lässt sich der Senat herab?
Von törichter, beleidigender Angst ist er ergriffen
Und willfährt der schändlichen Gewalt des Frevlers?
Ach, dass hier auch nicht einer ist,
Dessen Brust ein Römerherz umschliesst!

SILLA
Schweig. Und klüger reich' mir Deine Hand.

AUFIDIO
Durch meinen Mund
Verlangt's von Dir das ganze Volk.

SILLA
Also folge mir.

GIUNIA
Nahe Dich mir nicht,
Sonst stosse ich mir dieses Eisen in die Brust.

Will sich erdolchen

SILLA
Der Stolzen nehme man den Stahl
Und meinem Willen folge sie.


SZENE 13
Cecilio mit blossem Schwert und Vorige

Rezitativ

CECILIO
Liebste, fürchte nichts.

SILLA
leise
- Wen sehe ich? -

GIUNIA
leise
- Oh Gott! -

AUFIDIO
leise
- Cecilio? -

SILLA
Auf diese Weise wurde ich von Euch betrogen?
Meinem Verbot und dem Gesetz zum Trotz
Kehrte Cecilio zurück und wagt,
Mit Giunia vereint,
Zu trachten nach dem Leben des Diktators?
Man binde den Verwegenen.

GIUNIA
- Unbesonnener! -
Herr …

SILLA
Nichtswürdige! Schweig!
Ich fühle nur noch meinen Zorn.
zu Cecilio
Mit der neuen Sonne, oh Verräter,
Wirst Du sterben.


SZENE 14
Cinna, mit blossem Schwert und Vorige

Rezitativ

SILLA
Wie? Cinna, Du?
Bewaffnet mit dem Schwert,
Verwirrt und unentschlossen?

CINNA
leise
- Oh Himmel, alles ist verloren.
Irgendeinen Ausweg muss ich suchen
Aus der verhängnisvollen Lage, -
Zu meinem Staunen sah ich, wie Cecilio
Mit blossem Schwerte durch die Scharen
Einen Weg sich bahnte.
Die drohenden und stolzen Augen, seine Wut,
Liessen mich Verrat befürchten.
Dich vor dieser mörderischen Hand
Zu schützen und zu retten,
Fasste ich das Schwert

SILLA
Geh Freund, und decke auf,
Ob auch noch andere Falsche …

CINNA
Verlass Dich auf meine Treue, Herr,
Und fürchte nichts.
leise
- Fast habe ich die Fassung
In dem heftigen Zusammenstoss verloren. -

SILLA
Den Verräter hier entwaffne man,
Aufidio.

GIUNIA
Haltet ein. Oh Gott.

CECILIO
Solang der Stahl mir bleibt,
Weiss ich, dass Du zitterst.

SILLA
Soweit reicht Dein Übermut?

GIUNIA
leise
- Oh Götter! -

SILLA
Übergib die Waffe,
Oder ich …

CECILIO
Vergeblich hoffst Du das.

GIUNIA
Übergib sie, Teurer.

CECILIO
Feig zu sein, lehrt mich meine Braut?

GIUNIA
Widersetze Dich doch nicht!

CECILIO
Was willst Du?

GIUNIA
Beweise Deiner zarten Liebe.

CECILIO
Muss ich es?

GIUNIA
Du musst Dich meiner Treue
Und der Gunst des Himmels
Anvertrauen und hoffen.
Du beleidigst die gerechten Götter
Und die Braut, mein Liebster,
Wenn Du Zweifel zeigst.

CECILIO
leise
Ich zittere vor Wut. Du sollst zufrieden sein.
Nimm! – Barbar!

SILLA
In das dunkelste Gefängnis
Werfe man den Schuldigen.
Nur noch ein wenig werde ich
Dich die verbotene Luft noch atmen lassen.
Den frechen Betrug bereuen
Wirst Du, lügnerische Frau, in Fesseln.

Nr. 18 - Terzett

SILLA
Diesen wilden Stolz
Demütige ich heute.

CECILIO
Nichtswürdiger, hoffe nicht.
Ich werde stets derselbe sein.

GIUNIA
Hier, mein Bräutigam, ein Pfand,
Dass ich an Deiner Seite sterben werde.

SILLA
Eure frevlerische Hand
Verdient nur Ketten.

CECILIO, GIUNIA
Wenn mich meine Teure/mein Teurer liebt,
Geh ich froh ans Sterben.

GIUNIA, CECILIO, SILLA
Diese unerschrockene Beständigkeit ,
Diese treue Liebe
Zerreissen und verbrennen
Mir das Herz.

Meine unerschrockene Beständigkeit,
Meine treue Liebe
Trösten süss das Herz,
Lass mich nichts fürchten.

DRITTER AKT

SZENE 1
Vorhalle zu den Kerkern. Cecilio in Ketten, Cinna, dann Celia und Wachen

Rezitativ

CINNA
Den Anschlag, Freund, hast Du allein verhindert,
Nicht weit vom Kapitol versteckt
Waren Deine Freunde und die meinen.
Gefolgt von ihnen, wollt' ich durch die Scharen
Einen blutigen Weg mir bahnen, doch die Vorsicht
Mässigte die Wut. So vielen gegenüber, was konnte ich,
Von wenigen umgeben tun?
Der Himmel spornte mich zu neuer Kühnheit an.
Die Freunde lasse ich und schweigend fasse ich den Stahl,
Nähere mich dem Kapitol.
Als ich zum Streich ausholen will,
Fällt mein Blick auf Dich.
Das Eisen zitterte in meiner Hand .
Die Gefahr, in der Du warst, liess mir das Herz erstarren.
Ich verwirre mich und halte inne,
Weiss nicht, was ich sagen soll. Beinahe hätte der Tyrann
Das wohlgehütete Geheimnis aufgedeckt.
Dass er mich gehen liess,
Hat die Verwirrung und den Schmerz verdeckt.

CECILIO
Wenn ich schon sterben muss,
Will ich es endlich.
Es schreckt nuch nur … oh Götter … meine Braut …

CINNA
Fürchte nicht um sie.
Ich werde Euch beide retten,

CELIA
Giunia anzuhören.
Weniger aufgebracht und weniger stolz
Versprach der Bruder.

CECILIO
Giunia zu seinen Füssen?
Und warum?

CELIA
Besänftigen will sie seinen Zorn.

CECILO
Vergeblich wünscht sie das.

CINNA
Höre Celia. Dies ist vielleicht der Augenblick
Wo Du Dein Leben krönen kannst,
Durch ein erhabenes Werk.

CELIA

Was soll ich tun?

CINNA
Welcher Macht Du über Sillas Herz
Dich rühmen kannst, weiss ich aus Erfahrung.
Eile zu ihm und sage,
Dass der Himmel ihn verabscheut,
Rom ihn hasst, und das Verhängnis nicht mehr
Fern ihm ist, wenn er nicht in sich geht
Und vergisst die blinde, ungesunde Liebe.

CELIA
Der Bruder also …

CINNA
Der Tod erwartet ihn,
Wenn er diesem Rat nicht folgt.

CECILIO
Ach, alles, alles wird vergeblich sein.

CELIA
Versuchen werde ich das schwere Werk,
Wenn meine Bitten,
Die ersehnte Wirkung haben werden …

CINNA
Verspreche ich Dir zur Belohnung meine Hand.

CELIA
Der süsse Preis hebt meinen Mut.
Wie bin ich glücklich,
Wenn ich den Bruder aus so schrecklicher Gefahr
Erretten und so den Liebsten mir gewinnen kann.

Nr. 19 - Arie

CELIA
Hör ich auch das Sturmgeheul
Und glänzt freundlich mir kein Stern,
Und bin von Entsetzen ich umgeben,
So bleiben Lieb' und Hoffnung doch
In meinem Herzen fest.

Geht ab


SZENE 2
Cecilio und Cinna

Rezitativ

CECILIO
Glaubst Du etwa, Freund,
Dass Celia es vermag,
Mild zu stimmen dieses Herz,
Das gewohnt ist an Vernichtung
Und das bisweilen trunken rasend
In ungerechtem Zorn mit Bürgerblut den Tiber rötet?

CINNA
Ich weiss, was Celia vermag,
Über diese unbeständige Seele.
Auch Giunia könnte ihn vielleicht
Besänftigen mit ihren Tränen.

CECILIO
Meine Braut!
Welch bitterer Beleidigung
Setzest Du sie vergeblich aus?
So schnell ändert sich ein Frevler nicht.
Dass den Pfad des Verbrechens er verlässt,
Den zu betreten ihm Gewohnheit ist seit langem,
Das bräuchte eines Gottes ganze Macht.
Doch nein. Kein Mitleid, keine Hoffnung bleiben mir.
Dir Freund, empfehl' ich die betrübte Braut.
Die Freundschaft soll zu ihrem Schutze wachen.
Nein. - Meines Feindes Opfer sei sie nicht.
Räche meinen Tod mit seinem Blute.
Mein zorniger Geist hat dann erst Ruh'
Im Reich der Toten.

CINNA
Jeder Gedanke an den Tod
Sei fern von Dir.
Wenn, gegen die Vernunft und Pflicht,
Silla auf seinem
Eigenen Ruin beharrt,
Soll er in äusserster Gefahr
Nur zittern und erbleichen.

Nr. 20 - Arie

CINNA
Der Stolzen Herz
Füllt kalter Schreck,
Wenn Jupiter im Zorn die Blitze schleudert.
Der Hirte in des Lorbeers Schatten aber,
Der bebt nicht.
Vor Fesseln und Vernichtung
Sollen die Tyrannen zittern.
Der lacht dem Tod ins Angesicht,
Dessen Herz frei ist von Schuld.

Geht ab


SZENE 3
Cecilio, dann Giunia

Rezitativ

CECILIO
Ach, mein bitteres Los
Hat keine Schrecken mehr für mich.
Ich stöhne in den unverdienten Ketten
Und weine nur um meine Liebste,
Nicht wegen meines Todes.

GIUNIA
Ach, süsser Bräutigam.

CECILIO
Oh Himmel!
Wie? Du hier?

GIUNIA
Meine Treue, unsere Liebe und meine Tränen
Öffneten mir den Weg
An diesen Schreckensort.

CECILIO
Doch Silla … ach sprich  … und Silla?

GIUNIA
Der Elende
Lässt mich das letzte Lebewohl Dir sagen.

CECILIO
Also gibt es keine Hoffnung
Und kein Mitleid mehr für uns.

GIUNIA
Nur den Tod seh' ich an Deiner Seite nahen.
Was hab' ich nicht versucht bisher?
Weinen, Klagen, Seufzer, Kummer, Bitten
Sind umsonst bei diesem unmenschlichen Herz,
Das Deinen Tod will oder meine Hand.

CECILIO
Preis für mein Leben sein soll Deine Hand?
Wie wirst Du Dich entscheiden, Giunia?

GIUNIA
An Deiner Seite will ich sterben.

CECILIO
Deine schönen Tage möchtest Du für m ich beenden?

GIUNIA
Mit Dir sterben
Muss und will ich.
Zu diesem Schritt verpflichten mich
Die Gattenliebe und die Tochterpflicht.


SZENE 4
Aufidio mit Wachen und Vorige

Rezitativ

AUFIDIO
Bald musst Du meinen Schritten folgen,
Cecilio.

CECILIO
Sag mir …
Vielleicht zum Tode …

AUFIDIO
Ich weiss es nicht.

CECILIO
Die letzte Umarmung -
Meine Liebste … nimm.

GIUNIA
zu Aufidio
Antworte doch, oh Himmel!

AUFIDIO
Ich schweige und gehorche stets.

CECILIO
Den flüchtigen Augenblick,
Den uns das Schicksal gönnt,
Lass uns, Geliebte, nicht verlieren.
Ich gehe  … lasse Dich.
In zarter Umarmung nimm meine Seele hin.

GIUNIA
Oh Götter! Ach, mein Liebster!
Wenn Marter töten kann,
Warum sterbe ich nicht jetzt in Deiner Nähe?

CECILIO
Dieses Weinen … oh Gott! … Ach, diese Tränen …
Du weisst nicht, wie in meiner Brust …
Ach, Liebste, Du sollst nur wissen,
Dass in diesem Augenblick mehr als der Tod
Mir Deine Tränen Kummer machen.

Nr. 21 - Arie

CECILIO
Geliebte Augen,
Weinet nicht.
Ihr tötet mich,
Bevor ich sterben muss.
Um Euch wird
Diese treue Seele sein,
In Seufzer aufgelöst,
Kehrt sie zurück.

Geht mit Aufidio und Wachen ab


SZENE 5
Giunia allein

Begleitetes Rezitativ

GIUNIA
Mein Bräutigam, mein Leben, wohin gehst Du, ach, wohin?
Ich folge nicht? Wer hält meinen Schritt zurück?
Wer sagt es mir?
Hier ist nichts um mich als Schreck und Stille.
Der Himmel selbst hört mich nicht mehr
Und verlässt mich. Ach, vielleicht,
Entflieht die Seele meines Liebsten schon,
Fliesst das Blut aus offenen Adern
Und verströmt sein Leben.
Aushauchen will ich, eh' er stirbt,
Mein Leben auf dem Körper, der verblutet!
Was zögere ich, verzweifelt, wie ich bin!
Weshalb bleibe ich?
Den matten Klang der schwachen Stimme höre ich,
Wie er mich zu sich ruft. Oder scheint es mir nur so?
Ach, mein Liebster,
Wenn dies die letzten Seufzer Deiner Lippen sind,
Laufe ich und eile, dort zu fallen, wo Du fielst.

Nr. 22 - Arie

GIUNIA
In düsteren Gedanken an den Tod
Scheine ich den Gefährten schon entseelt zu sehen,
Wie er mit eisiger Hand
Mir die vom Blut noch warme Wunde weist
Und sagt: „Was zögerst Du zu sterben?“
Ich wanke, verlösche, sterbe schon.
Und eilig folge ich dem Schatten
Des angebeteten dahingeschiedenen Bräutigams.

Geht ab


SZENE 6
Halle. Silla, Cinna. Celia

Rezitativ

SILLA
Nicht mehr Celia und Cinna - Rom und der Senat sollen
Richter sein über meine Gerechtigkeit
Und die Verbrechen anderer.

CINNA
Cecilios Leben kann Dir nützlich sein,
Mehr als Du denkst.

CELIA
Deine Lebenstage …
Giunia verzweifelt. ? …
Ihr Gefährte, tot geglaubt,
Ist ihren Armen nun gegeben.

SILLA
Ich weiss es, dass ich immer mehr
Der Gegenstand des allgemeinen Hasses bin.
Doch will ein betrogener Diktator Rache
Und er wird sie haben.
Müde bin ich, stets zu fürchten und zu zittern.
Das bewegte, unsichere Leben,
Voll bitterer Angst, ist ein Leben
Um in jedem Augenblick zu enden.

CELIA
Du hoffst vergebens,
Wenn Du in blutiger Zerstörung
Sicherheit und Ruhe finden willst.

CINNA
Sehen wirst Du, wie die wutentbrannte  Giunia
Die Strassen füllt mit ihren Tränen, ihren Klagen.
Die Tränen, die an ihren Wimpern hängen,
Könnten in der Brust der Feinde wecken …

SILLA
Besser als Du denkst, seh' ich die Gefahr für mich.
Liebe, Ruhm, Rache, Zorn und Furcht
Fühle ich mein Herz bestürmen.
Alles will die Vorherrschaft.
Liebe lockt und schadet meinem Ruhm,
Zorn entflammt mich, eisig fasst mich kalte Furcht.
Die Rache treibt mich an und droht.
Wilden Empfindungen zur Beute
Und zur Verteidigung  bereit,
Ist Sillas Herz besiegt nun oder Sieger?
Die erhabene Tat am Ende soll entscheiden,
Ob des Ruhmes Lorbeer ich verdiene.
Der meine Stirne überschattet.
Rom und die Welt will ich als Richter.


SZENE 7
Giunia mit Wachen und Vorige

Rezitativ

GIUNIA
Was forderst Du von Giunia, feige Seele?
Was willst Du? Einen nichtswürdigen Verräter
Dulden Rom und der Senat
Fühllos und stumpf in solchem Masse?
Patrizier und Senatoren,
Rache und Mitleid verlange ich von Euch.
Um Mitleid fleht die unglückselige Braut
Und Rache will sie für den entseelten Schatten
Eines Bürgers, des Gefährten,
Der noch in seinem Blute liegt.

SILLA
Beruhige den Zorn, trockne Deine schöne Wimper.
Unnütz sind die Tränen und umsonst die Raserei.
Vor dem Angesicht von Rom
Will ich Dich als Zeugin meiner Grausamkeit
Und der Verbrechen.
Sillas Herz wirst Du an dieser Stätte kennenlernen.


SZENE 8
Cecilio, Aufidio, Wachen und Vorige

Rezitativ

GIUNIA
leise
- Mein Bräutigam? -

CINNA
leise
- Was sehe ich? -

CELIA
leise
- Welch ein Geheimnis? -

CECILIO
leise
- Was ist? -

SILLA
Hört mich, Rom, Senat und Volk!
Ich führe einen Bürger vor,
Der geächtet ist und der es heimlich wagte,
Das Gesetz zu brechen.
Er ist es, der, bewaffnet mit dem Schwert.
Neben meinen Wachen, es versuchte,
Am Kapitol den Herrscher zu ermorden.
Keine Gnade sucht er, vielmehr fürchtet er mich nicht,
Beschimpft mich und verachtet mich.
Dies hier ist der Augenblick, der über ihn entscheidet.
Silla übt die Macht hier aus,
Die Rom seinen Armen anvertraute.
Giunia höre mich. Wenn sie es kann, soll sie mich beleidigen.
Jener verruchte Silla, der hochmütige Tyrann,
Den alle hassen, will,
Dass Cecilio leben soll und Dein Gatte sei.

GIUNIA
Es ist wahr? … mein Leben …

CECILIO
Treue Braut … welch eine Freude,
Welch ein Wandel!

AUFIDIO
- Was ist geschehen? -

CELIA
Gepriesen seien die Götter.

CINNA
Voll Staunen stehe ich.

SILLA
Patrizier und Senatoren.
Ich will, dass alle,
Deren Namen dieses Blatt enthält
- Es sind die Namen der verbannten Bürger, -
Zur heimatlichen Schwelle wiederkehren.

CECILIO
Wie bist Du nun des hohen Glanzes würdig,
In dem Du stehst.

GIUNIA
Dich zu bewundern,
Siehst Du endlich mich gezwungen.

AUFIDIO
leise
Ach, meinen sicheren Untergang
Sehe ich voraus.

SILLA
Warum ist Cinna nur von mir getrennt,
Mitten in der allgemeinen Freude
Und bei so viel Lob, das alle
Silla ehrlich spenden.
Er seufzt und schweigt.
Verstrickt in düstere Gedanken?
Teurer Freund …

CINNA
Ach,lass es doch, mich so zu nennen.
Durch mein Werk war Cecilio zurückgekehrt nach Rom.
Ich lief zum Kapitol, Dich zu durchbohren
Und bewaffnete, nicht fern,
Die Hand von hundert Wagemutigen.
Den Zwist entfachte ich allein.
Ich war die Gefahr für Dich.

SILLA
Du hast genug gesagt
Und alles habe ich verstanden.

CELIA
leise
? Süsse Hoffnung, lebe wohl. –

SILLA
Nun fühlst Du die Pein
Jeder heimlichen Verschwörung.
Celia, meine Schwester, werde Deine Braut.

GIUNIA
- Welche Tugend! -

CECILIO
- Welch grossmütiges Herz. -

CINNA
Oh gerechter Himmel!
Schamröte brennt auf meinem Angesicht.
Wie kann ich …

SILLA
Die Gewissensqual ist mir genug.
Ich vergesse alles.

CELIA
leise
- Wie froh bin ich. -
Endlich der Preis für die beständige Liebe!
Zeige Dich der Gnade,
Der Tugend und des Mitleids dieses Herzens würdig.

CINNA
Hier meine Hand.

SILLA
Welcher meiner Siege kann diesem g1eichen,
Ewige Götter?

AUFIDIO
Lass mich zu Deinen Füssen
Gnade von Dir erflehen.
Meinen Rat, das schmeichlerische Lob
Bereu ich nun …

SILLA
Erhebe Dich, Aufidio.
Ich verzeihe Dir.
So werde nun das hohe Werk von mir gekrönt.
Freunde, Römer!
Von meinem Haupte nehme ich
Den siegreichen, ehrenvollen Lorbeer.
Nicht mehr Herrscher bin ich,
Ich bin Euresgleichen.
Die Freiheit sei dem Vaterlande hier gegeben,
Der Bürger Tränen sollen nun getrocknet werden.
Ach nein. Das höchste Gut ist nicht die irdische Grösse.
Mutter ist sie nur von Kummer,
Angst, Betrug, Verrat.
Führt sie doch, tödlich blind,
Eher ab vom Weg des Mitleids und des Rechts.
Aus eigener Erfahrung weiss ich,
Dass Unschuld und des Herzens Tugend
Der Seele willkommener sind als lügnerischer Glanz.

Nr. 23 - Finale

CHOR
Der grosse Silla!
Durch ihn schöpft Rom nun freudig neuen Atem.
Heute macht er sich zum Sieger,
Erhaben über jeden Ruhm und jedes Lob.

CECILIO, GIUNIA
Was für ihn ein herbes Los,
Ist für mich Glückseligkeit.

SILLA, CINNA
Die Freiheit Roms zerreisst die Fesseln.

CHOR
Der grosse Silla!
Heute macht er sich zum Sieger,
Erhaben über jeden Ruhm und jedes Lob.

CECILIO, GIUNIA, CINNA, SILLA
Tugend und Mitleid
Siegten über niedere Liebe.
Das eigene Herz zu überwinden,
Welcher Sieg kommt diesem gleich?

CHOR
Es jubelt Rom am Kapitol
Froh und freudig Silla zu.
Heute macht er sich zum Sieger,
Erhaben über jeden Ruhm und jedes Lob.

Personaggi


LUCIO SILLA, dittatore romano (Tenore)

CELIA, sua sorella (Soprano)

CECILIO, senatore proscritto da Silla (Soprano)

GIUNIA, sua amata, figlia di Caio Mario (Soprano)

LUCIO CINNA, patrizio, amico di Cecilio (Soprano)

AUDIFIO, tribuno, amico di Silla (Tenore)
CORO



Sinfonia
Molto allegro - Andante - Molto allegro

ATTO PRIMO

SCENA 1

Solitario recinto sparso di molti alberi con rovine d'edifizi diroccati.

Riva del Tebro. In distanza veduta del Monte Quirinale con piccolo Tempio in cima.

Cecilio, indi Cinna


Recitativo

CECILIO

Ah ciel, l'amico Cinna

Qui attendo invan.
L'impazienza mia

Cresce nel suo ritardo.
Oh come mai

È penoso ogn'istante

Al core uman se pende

Fra la speme, e il timor!
I dubbi miei...

Ma non m'inganno.

Ei vien. Lode agli Dei.


CINNA

Cecilio, oh con qual gioia pur ti riveggio!

Ah lascia, che un pegno io t'offra

Or che son lieto appieno,

D'amistate, e d'affretto in questo seno.


CECILIO

Quanto la tua venuta

Accelerò coi voti

L'inquieta alma mia.
Quai non produsse

La tua tardanza in lei

Smanie, e spaventi, e quali

Immagini funeste

S'affollano al pensie.
L'alma agitata

S'affanna, si confonde...
 


CINNA

Il mio ritardo altro motivo asconde.

Tutto da me saprai.


CECILIO

Deh non t'offenda

L'impazienza mia... Giuna, la cara,

La fida sposa è sempre

Tutt'amor, tutta fè? Que' dolci affetti,

Ch'un tempo mi giurò, rammenta adesso?

È 'l suo tenero core anche l'istesso?



CINNA

Ella estinto ti piange...
 

CECILIO

Ah come?... Ah dimmi!

Dimmi: e chi tal mezogna osò d'immaginar?
 

CINNA

L'arte di Silla

Per trionfar del di lei fido amore.


CECILIO

A consolar si voli il suo dolore.
 

CINNA

Deh, t'arresta. E non sai,

Che 'l tuo ritorno è così gran dellitto,

Che guida a morte un cittadin proscritto?
 

CECILIO

Per serbarmi una vita,

Ch'odio senza di lei,

Dunque lasciar potrei la sposa in preda

A un ingiusto, a un crudel?
 

CINNA

M'ascolta. E dove, di riveder tu speri

La tua Giunia fedel? nel proprio tetto

Silla la trasse...
 

CECILIO

E Cinna

Ozioso apettator sofrì?...
 

CINNA

Che mai

Solo tentar potea? Pur troppo è vano

Il contrastar con chi ha la forza in mano.
 

CECILIO

Dunque, nemici Dei

Di riveder la sposa più sperar non poss'io?
 


CINNA

M'odi. Non lungi

Da questa ignota parte
Il tacito recinto

Ergesi al ciel, che nelle mute soglie

De' trapassati eroi le tombe accoglie.
 


CECILIO

Che far degg'io?
 


CINNA

Passarvi per quel sentiero ascoso,

Che fra l'ampie rovine a lui ne quida.
 


CECILIO

E colà che sperar?
 


CINNA

Sai che confina

Col palagio di Silla. In lui sovente

Da' fidi suoi seguita fra 'l dì Giunia vi scende.

Ivi sovente alla mestr'una accanto

Del genitor, la suol bagnar di pianto.

Sorprenderla potrai. Potrai nel seno

Farle destar la speme,

Che già s'estinse, e consolarvi insieme.
 


CECILIO

Oh me beato!
 


CINNA

Altrove co' molti amici in tua difesa uniti

Frattanto io veglierò. Gli Dei

Oggi render sapran dopo una lunga

Vil servitù penosa

La libertà a Roma, a te la sposa.

N.1 - Aria
 


CINNA

Vieni ov'amor t'invita

Vieni, che già mi sento

Del tuo vicin contento

Gli altri presagi in sen.
 
Non è sempre il mar cruccioso,

Non è sempre il ciel turbato,

Ride alfin, lieto e placato

Fra la calma, ed il seren.


SCENA 2
Cecilio solo


Recitativo accompagnato
 

CECILIO

Dunque sperar poss'io

Di pascer gli occhi miei

Nel dolce idolo mio? Già mi figuro

La sua sorpresa, il suo piacer. Già sento

Suonarmi intorno i nomi

Di mio sposo, mia vita. Il cor nel seno

Col palpitar mi parla

De' teneri trasporti, e mi predice...

Oh ciel sol fra me stesso

Qui di gioia deliro, e non m'affretto

La sposa ad abbracciar? Ah forse adesso

Sul morir mio delusa

Priva d'ogni speranza, e di consiglio

Lagrime di dolor versa dal ciglio!

N. 2 - Aria
 


CECILIO

Il tenero momento

Premio di tanto amore

Già mi dipinge il core

Fra i dolci suoi pensier.
 
E qual sarà il contento,

Ch'al fianco suo m'aspetta,

Se tanto ora m'alleta

L'idea del mio piacer?


SCENA 3

Appartamenti destinati a Giunia, con statue delle più celebri Donne Romane.

Silla, Celia, Aufidio, e Guardie


Recitativo
 

SILLA

A te dell'amor mio, del mio riposo

Celia, lascio il pensier. Rendi più saggia

L'ostinata di Mario altera figlia.

E a non aprezzarmi alfin tu la consiglia.
 


CELIA

German sai, che finora

Tutto feci per te. Vuò lusingarmi

Di vederla cangiar.
 


AUFIDIO

Quella superba

Colle preghiere, e coi consigli in vano

Sia che si tenti. Un dittator sprezzato,

Che da Roma, e dal Mondo inter s'ammira,

S'altro non vale,
Usi la forza, e l'ira.
 


SILLA

E la forza useró. La mia clemenza

Non mi fruttò che sprezzi,

E ingiuriose repulse

D'una femmina ingrata. In questo giorno

Mi segua all'ara, e paghi
Renda gli affetti miei.

O 'l nuovo sol non sorgerà perlei.
 


CELIA

Ah Silla, ah mio germano

Per tua cagione io tremo,

Se trasportar ti lasci a questo estremo.

Pur troppo, ah sì pur troppo

La violenza è spesso

Madre fatal d'ogni più nero eccesso.
 


SILLA

Da tentar che mi resta,

Se ostinata colei mi fugge, e sprezza?
 


CELIA

Adoprar tu sol devi arte, e dolcezza.

S'è ver, che sul tuo core

Vantai finor qualche possanza, ah lascia,

Che da Giunia men corra. Ella fra poco

Da te verrà. L'ascolta

Forse sia che una volta

Cangi pensier.
 


SILLA

Di mia clemenza ancora

Prova farò. Giunia s'attenda

E seco parli lo sposo in me.

Ma non s'abusi

Dell'amor mio, di mia bontade, e tremi,

Se Silla alfine inesorabil reso

Favellerà da dittatore offeso.
 

CELIA

German di me ti fida. Oggi più saggia

Giunia sarà. Finora

Una segreta speme

Forse il cor le nutrì. Se cadde estinto

Lo sposo suo, più non resta omai

Amorosa lusinga. I preghi tuoi

Cauto rinnova.
Un amator vicino

Se d'un lontan trionfa, il trionfare

D'un amator, che già di vita è privo,

È più agevole impresa a quel, ch'è vivo.

N. 3 - Aria
 


CELIA

Se lusinghiera speme

Pascer non sa gli amanti

Anche fra i più costanti

Languisce fedeltà.


Quel cor sì fido e tenero,

Ah sì quel core istesso

Così ostinato adesso

Quel cor si piegherà.


SCENA 4

Silla, Aufidio, e Guardie


Recitativo
 

AUFIDIO

Signor, duolmi vederti

Ai rifiuti, agl'insulti

Esposto ancor. Ale preghire umili

S'abbassi un cor plebeo. Ma Silla, il fiero

Terror dell'Asia, il vincitor di Ponto

L'arbitro del Senato, e che si vide

Un Mitridate al duo gran piè sommesso,

S'avvilirà d'una donzella appresso?
 


SILLA

Non avvilisce amore

Un magnanimo core, o se 'l fa vile,

Infrai gli Eroi, che le provincie estreme

Han debellate, e scosse,

Un sol non vi saria, che vil non fosse.

In questo giorno, amico,

Sarà Giunia mia sposa.
 


AUFIDIO

Ella sen viene.

Mira in quel volto espresso

Un ostinato amore,

Un odio interno, un disperato duolo.
 


SILLA

Acoltarla vogl'io. Lasciami solo.


 
Aufidio parte.


SCENA 5

Silla, Giunia, e Guardie


Recitativo
 

SILLA

Sempre dovrò vederti

Lagrimosa e dolente? Il tuo bel ciglio

Una sol volta almeno

Non fia che si rivolga a me serno?

Cielo! tu non rispondi?

Sospiri? ti confondi? ah sì, mi svela

Perchè così penosa

T'agiti, impallidisci, e scansi ad arte

D'incontrar gli occhi

Tuoi negli occhi miei?
 


GIUNIA

Empio, perchè sol l'odio mio tu sei.
 


SILLA

Ah no, creder non posso,

Che a danno mio s'asconda

Si fiera crudeltà nel tuo bel core

Hanno i limiti suoi l'odio, e l'amore.
 


GIUNIA

Il mio non già. Quant'amerò lo sposo,

Tanto Silla odierò. Se fra gli estinti

L'odio giunge, e l'amor, dentro quest'alma

Che ad onta tua non cangerà giammai,

Egli il mio amor, tu l'odio mio sarai.
 


SILLA

Ma dimmi: in che t'offesi

Per odiarmi così? che non fec' io,

Giunia. per te? La morte

Il genitor t'invola, ed io ti porgo

Nelle mie mura istesse

Un generoso asilo. Ogni dovere

Dell'ospitalità qui teco adempio,

E pur segui ad odiarmi, e Silla è un empio?
 


GIUNIA

Stender dunque dovrei le braccia amanti

A un nemico del padre? E ti scordasti

Quanto contro di lui barbaro oprasti?

In doloroso esiglio

Fra i cittadin più degni

Languisce, e more alfin lo sposo mio,

E chi n'è la cagione amar degg'io?

Per tua pena maggior, di novo il giuro,

Amo Cecilio ancor. Rispetto in lui

Benchè morto, la scelta

Del genitor. Se l'inuman destino

Dal fianco mio lo tolse

Per secondare il tuo perverso amore

Ah sì, viverà sempre in questo core.
 


SILLA

Amalo pur superba, e in me detesta

Un nemico tiranno. Or senti. In faccia

Di tanti insulti io voglio

Tempo lasciarti al pentimento. O scorda

Un forsennato orgoglio,

Un inutile affetto, un odio insano,

O a seguir ti prepara

Nell'Erebo fumante, e tenebroso

L'ombra del genitor, e dello sposo.
 


GIUNIA

Coll'aspetto di morte

Del gran Mario una figlia

Presumi d'avvilir? Non avria luogo

Nell'alma tua la speme

Chè oltraggia l'amor mio

Se provassi, inumano,

Di che è capace è un vero cor Romano.
 


SILLA

Meglio al tuo rischio, o Giunia,

Pensa, e risolvi. Ancora

Un resto di pietade

Sol perchè t'amo ascolto.

Ah sì meglio risolvi...
 


GIUNIA

Ho già risolto.

Del genitore estinto ognora io voglio

Rispettare il comando;

Sempre Silla aborirre,

Sempre adorar lo sposo,

E poi morire.

N. 4 - Aria
 


GIUNIA

Dalla sponda tenebrosa

Vieni o padre, o sposo amato

D'una figlia, e d'una sposa

A raccor l'estremo fiato.


Ah tu di sdegno, o barbaro

Smani fra te, deliri,

Ma non è questa, o perfido

La pena tua maggior.


Io sarò paga allora

Di non averti accanto,

Tu resterai frattanto

Coi tuoi rimorsi al cor.


SCENA 6

Silla, e Guardie


Recitativo
 


SILLA

E tollerare io posso si temerari oltragi?

A tante offese non si scote quest'alma?

E che la rese insensata al tal segno?

Un dittatore così s'insulta, e sprezza

Da folle donna audace?...

E pure, oh mio rossor! e pur mi piace!

Recitativo accompagnato
 


Mi piace? E il cor di Silla

Della sua debolezza non arrossisce ancora?

Taccia l'affetto, e la superba mora.

Che non mi cura amante

Disdegnoso mi tema. A suo talento

Crudel mi chiami. Aborra

La mia destra, il mio cor, gli affetti miei,

A divenir tiranno in questo dì comincierò da lei.

N. 5 - Aria

 
SILLA

Il desìo di vendetta, e di morte

Sì m'infiamma, e sì m'agita il petto,

Che in quest'alma ogni debole affetto

Disprezzato si cangia in furor.

Forse nel punto estremo

Della fatal partita

Mi chiederai la vita,

Ma sarà il pianto inutile,

Inutile il dolor.


SCENA 7

Luogo sepolcrale molto oscuro co' monumenti degli eroi di Roma.

Cecilio solo


Recitativo accompagnato
 


CECILIO

Morte, morte fatal della tua mano

Ecco le prove in queste

Gelide tombe. Eroi, duci, regnanti

Che devastar la Terra,

Angusto marmo or qui ricopre, e serra.

Già in cento bocche, e cento

Dei lor fatti echeggiò stupito il mondo.

E or qui gl'avvolge un muto orror profondo.

Oh Dei!... Che mai s'apressa?

Giunia... la cara sposa?... Ah non è sola;

M'asconderò, ma dove? Oh stelle! in petto

Qual palpito!... qual gioia!... e che far deggio?

Restar?... partire?... oh ciel!

Dietro a quest'urna

A respirar mi celo.


SCENA 8

S'avanza Giunia col seguito di donzelle, e di nobili al lugubre canto del seguente:


N. 6 - Coro e arioso

CORO

Fuor di queste urne dolenti

Deh n'uscite alme onorate,

E sdegnose vendicate

La romana libertà.
 

GIUNIA

O del padre ombra diletta

Se d'intorno a me t'aggiri,

I miei pianti, i miei sospiri

Deh ti movano a pietà.
 

CORO

Il superbo, che di Roma

Stringe i lacci in Campidoglio,

Rovesciato oggi dal soglio

Sia d'esempio ad ogni età.
Recitativo accompagnato
.

GIUNIA

Se l'empio Silla, o padre

Fu sempre l'odio tuo finchè vivesti,

Perchè Giunia è tua figlia,

Perchè il sangue Romano ha nelle vene

Supplice innanzi all'urna tua sen viene.

Tu pure ombra adorata

Del mio perduto ben vola, e soccorri

La tua sposa fedel. De te lontana

Di questa vita amara

Odia l'aura funesta...


SCENA 9

Cecilio, e dette


CECILIO

Eccomi, o cara.
 

GIUNIA

Stelle!... io tremo!... che veggio?

Tu sei?... forse vaneggio?

Forse una larva, o pur tu stesso? Oh Numi!

M'ingannate, o miei lumi?...

Ah non so ancor se a questa

Illusion soava io m'abbandono!...

Dunque,... tu sei...
 

CECILIO

Il tuo fedele io sono.

N. 7 - Duetto
 


GIUNIA

D'Elisio in sen m'attendi

Ombra dell'idol mio,

Ch'a te ben presto, oh Dio

Fia, che m'unisca il ciel.
 

CECILIO

Sposa adorata, e fida

Sol nel tuo caro viso

Ritrova il dolce Eliso

Quest'anima fedel.
 

GIUNIA

Sposo... oh Dei! tu ancor respiri?



CECILIO

Tutto fede, e tutto amor.


GIUNIA E CECILIO

Fortunati i miei sospiri,

Fortunato il mio dolor.


GIUNIA

Cara speme!


CECILIO

Amato bene.



GIUNIA E CECILIO

si prendon per mano
Or ch'al mio seno cara (caro) tu sei

M'insegna il pianto degl'occhi miei

Ch'ha le sue lagrime anche il piacer.

ATTO SECONDO

SCENA 1

Portico fregiato di militari trofei
Silla, Aufidio, e Guardie


Recitativo
 

AUFIDIO

Tel' predissi, o Signor, che la superba

Più ostinata saria quanto più mostri

Di clemenza, e d'amor?
 


SILLA

Poco la resta

Da insultarmi così. Risolvi omai.

Morir dovrà. L'ho tollerata assai.
 


AUFIDIO

L'amico tuo fedele

Può libero parlar?


SILLA

Parla.



AUFIDIO

Tu sai,

Ch'eroe non avvi al mondo

Senza gli emuli suoi. Gli Emili, e i Scipi

N'ebbero ach'essi, e di sue gesta ad onta

Il glorioso Silla assai ne conta.
 


SILLA

Pur troppo io so.
 


AUFIDIO

Tu porgi

Nella morte di Giunia a rei nemici

L'armi contro di te. D'un Mario è figlia,

E questo Mario ancor ne' propi amici

Vive a tuo danno.
 


SILLA

E che far deggio?
 


AUFIDIO

In faccia

Al Popolo, e al Senato

Sia l'altera tua sposa. Un finto zelo

Di sopir gli odi antichi

La violenza asconda. Al tuo volere

Chi s'opporrà? Di numerose schiere

Folto stuolo ti cinga. Ognun paventa

In te l'eroe, ch'ogni civil discordia

Ha soggiogata, e doma

E a un sguardo tuo trema il Senato, e Roma.

Signor del comun voto

T'accerta il tuo voler.

La ragion sempre segue il più forte,

E chi fra mille squadre

A supplicar si piega?

Vuole, e comanda allorchè parla, e prega.
 


SILLA

E se l'ingrata ancora

Mi sprezza, e mi discaccia

Al Popolo, al Senato, a Roma in faccia?

Che far dovrò?
 


AUFIDIO

L'altera

Non s'opporrà. Quel'ostinato core

Ceder vedrai nel publico consenso

Del Popolo Roman.
 


SILLA

Seguasi, amico
Il tuo consiglio.
Oh ciel!... sappi... io ti scopro

Le debolezza mia. Quando le stragi,

Le violenze ad eseguir m'affretto

È il cor di Silla in petto

Da più atroci rimorsi

Lacerato, ed oppresso. In quei momenti

Fieri contrasti io provo. Inorridisco,

Voglio, tremo, amo, ed ardisco.
 


AUFIDIO

Quest'incostanza tua, lascia, che 'l dica,

I tuoi gran merti oscura. Ogni rimorso

Della viltade è figlio. Ardito, e lieto

Il mio consiglio abraccia, e suo malgrado

La femmina fastosa costretta venga a divenir tua sposa.

N. 8 - Aria
 


AUFIDIO

Guerrier, che d'un acciaro

Impallidisce al lampo,

A dar non vada in campo

Prove di sua viltà.


Se or cede a un vil timore,

Se or cede alla speranza,

E qual sarà incostanza

Se questa non sarà?


SCENA 2
Silla, indi Celia, e Guardie


Recitativo
 


SILLA

Ah non mai non credea,

Ch' all'uom tra 'l fasto, e le gradezze immerso

Tanto costasse il divenir perverso.
 


CELIA

Tutto tentai finor. Preghi, promesse,

E minacce, e spaventi al cor di Giunia,

Sono inutile assalti. Ah mio germano

Immaginar non puoi
Come per te...
 


SILLA

So quel, che dir mi vuoi.

Silla non è men grato a chi per lui

Anche inutil s'adopra. In man del caso

Se pende ogni sucesso, il proprio merto,

All'opere non scema contrario evento.

In questo dì mia sposa Giunia sarà.
 


CELIA

Giunia tua sposa?
 


SILLA

Il come non ricercar.

Ti basti, che pago io sia.
 


CELIA

Perchè l'arcan mi celi,

E perchè non rischiari un favellar sì oscuro?
 


SILLA

(Perchè in donna un arcano è mal sicuro.)

Il mio silenzio or non ti spiaccia, e m'odi.

Te pur sposa di Cinna

In questo giorno io bramo..
 


CELIA

(Oh me felice!)

Lascia, ah lascia, ch' a Cinna, il tuo

Fido amico io rechi
Così lieta novità.

Il labbro mio gli sveli alfin,

Ch' ei solo è il mio tesoro,

E che ognor l'adorai come l'adoro.
 

parte
 


SILLA

Ad affrettar si vada in Campidoglio

La meditata impresa, e la più ascosa

Arte s'adopri, onde la mia nemica

Al talamo mi segua. Ah sì conosco,

Ch' ad ogni prezzo io deggio

Il possesso acquistar della sua mano.

Rimorsi miei

Vi ridestate invano.


SCENA 3

Cecilio senz' elmo, senza mento, e con spada nuda, che vuole inseguir Silla, e Cinna, che lo trattiene.


CINNA

Qual furor ti trasporta?
 


CECILIO

Il braccio mio non ritener.

Su' passi del tiranno si voli.

Il nudo acciaro gli squarci il sen...
 


CINNA

T'arresta.

Ma donde nasce questa improvvisa ira tua?
 


CECILIO

Saper ti basti,

Che prolungar non deggio

Un sol momento il colpo...
 


CINNA

E il tuo periglio?
 


CECILIO

Non lo temo,

E disprezzo ogni consiglio.
 


CINNA

Ah per pietà m'ascolta...

Svelami... dimmi... oh ciel!

Que' tronchi accenti

Que' furiosi sguardi...

Le disperate smanie tue... gli sforzi

D'involarti da me...
L'esporti ardito

A un cimento fatal...
Mille sospetti

Mi fan nascere in sen.

Parla. Rispondi...
 


CECILIO

Tutto saprai...
 


CINNA

No, non sarà giammai, ch' io ti lasci partir.
 


CECILIO

Perchè ritardi la vendetta comun?
 


CINNA

Sol perchè bramo che dubbiosa non sia.
 


CECILIO

Dubbiosa non sarà.
 


CINNA

Dunque tu vuoi

Per un ardire intempestivo, e vano

Troncare il fil di tutti i meditati

Disegni miei? Giunia revedi, e quando

Amar per lei di più devi la vita

Incauto corri ad un impresa ardita?

Più non tacer. Mi svela

Chi furioso a segno tal ti rende?
 


CECILIO

L'orrida rimembranza in cor m'accende

Novi stimoli all'ira. Odi, e stupisci.

Poichè quest'alma oppressa della mia sposa

Al fianco trovò dolce conforto alla sua pena,

Dal luogo tenebroso allontanati appena

Aveva Giunia i suoi passi, un legger sonno

M'avvolse i lumi. Oh cielo!

D'orrore ancor ne gelo! Ecco mi sembra

Spalancata mirar la freda tomba,

In cui l'estinte membra giaccion di Mario.

In me le cavernose luci raccglie, e 'l teschio

Per tre volte crollando disdegnoso, e feroce

Sento, che sì mi grida in fioca voce:

"Cecilio a che t'arresti

Presso la tomba mia? Vanne, ed affretta

Della comun vendetta
Il bramato momento. Ozioso al fianco

Più l'acciar non ti penda. Ah se ritardi

L'opra a compir, che l'ombra invendicata

Di Mario oggi t'impone, e ti consiglia,

Tu perderai la sposa, ed io la figlia."

Recitativo accompagnato
 


CECILIO

Al fiero suon de' minacciosi accenti

L'alma si scosse. Il sonno

Da sbigottiti lumi s'alontanò.

M'accese improvviso furor. Strinsi l'acciaro,

Né il rimorso piede io più ritenni,

Ma 'l reo tiranno a trucidar qua venni.

Ah più non m'arrestar...
 


CINNA

Ferma. Per poco

Dell'ira tua raffena
I feroci trasporti. Ah sei perduto,

Se in te Silla s'avvien...
 


CECILIO

Paventar deggio d'un tiranno gli sguardi?

Un altra mano trucidarlo dovrà? Non mai.

Mi veggio intorno ognor la bieca

Ombra di Mario a ricercar vendetta;

E degl' accenti suoi

Ad ogn' istante or ch' al tuo fianco io sono

Mi rimbomba all' orecchie il fiero suono.

Lasciami...
 


CINNA

Ah se disprezzi

Tanto i perigli tuoi, deh pensa almeno,

Che dalla vita tua pende la vita

D'una sposa fedele. Oh stelle! E come

Per così cari giorni...
 


CECILIO

Oh Giunia!... oh nome!...

Il sol pensiero, amico

Che perderla potrei, del mio furore

Ogn'impeto disarma.

Ah corri, vola

Per me svena il tiranno... Oh Numi, e intanto

Al mio nemico accanto

Resta la sposa?... ahimè!... chi la difende...

Ma s'ei qui giunge?... Oh Dio! Qual fier contrasto,

Qual pena, eterni Dei! Timore, affanno,

Ira, speme, e furor sento in seno,

Né so di lor chi vincerà! che penso?

E non risolvo ancora?

Giunia si salvi, a al fianco suo si mora.

N. 9 - Aria
 


CECILIO

Quest'improvviso tremito

Che in sen di più s'avanza,

Non so se sia speranza,

Non so se sia furor.
 

Ma fra suoi moti interni

Fra le mie smanie estreme,

O sia furore, o speme,

Paventi il traditor.
 


parte


SCENA 4
Cinna, indi Celia


Recitativo
 


CINNA

Ah sì, s'affretti il colpo. Il ciel d'un empio

Se il castigo prolunga, attenderassi,

Che de' Tarquini in lui

Gli scellerati eccessi

Sian rinnovati a nostri tempi istessi?
 


CELIA

Qual ti siede sul ciglio

Cura affanosa?
 


CINNA

Altrove Celia, passar degg'io

Non m'arrestar...
 


CELIA

E ognor mi fuggi?
 


CINNA

Addio.
 


CELIA

Per un istante solo

M'ascolta, e partirai.
 


CINNA

Che brami?
 


CELIA

(Oh Dei! Parlar non posso, e favellar vorrei.)

Sappi, che il mio german...
 


CINNA

Parla.
 


CELIA

Desia...

(Ah mi confondo, e temo,

Che non mi ami il crudel.)

Sì, sappi...

(Oh stelle! In faccia a lui che adoro

Perchè mi perdo? Oggi sarà mio sposo,

E svelargli non oso?...)
 


CINNA

Io non intendo
Il tronchi accenti tuoi.
 


CELIA

(Finge l'ingrato!)

Or che dubbiosa io taccio

Non ti favella in seno

Il cor per me? Che dir poss'io? Pur troppo

Ne' languidi miei rai

Questo silenzio mio ti parla assai.

N. 10 - Aria
 


CELIA

Se il labbro timito

Scoprir non osa

La fiamma ascosa

Per lui ti parlino queste pupille

Per lui ti svelino tutto il mio cor.
 


parte


SCENA 5
Cinna, indi Giunia


Recitativo
 


CINNA

Di piegarsi capace

A un amorosa debolezza l'alma

Non fu di Cinna ancor. Ma se da folle

S'avvilisse così, no, non avria

La germana d'un empio usurpatore

Il tributo primier di questo core.

Giunia s'appressa. Ah ch'ella può soltanto

La grand'opra comprir, che volgo in mente.

Agitata, e dolente immersa sembra

Fra torbidi pensier.
 


GIUNIA

Silla m'impone

Che al popolo, e al Senato io mi presenti;

L'empio che può voler?

Sai ciò, che tenti?
 


CINNA

Forse più, che non credi

È la morte di Silla oggi vvicina

Per vendicar la libertà latina.
 


GIUNIA

Tutto dal ciel pietoso dunque speriam.

Ma intanto alla tua cura io lascio

L'amato sposo mio. Deh se ti deggio

Il piacer di mirarlo,

Poichè lo piansi estinto, ah sì per lui

Veglia, t'adorpa, e resti

Al tiranno nascoso.
 


CINNA

A me t'affida, non paventar su' giorni suoi.

M'ascolta, ai padri in facciam e al Popolo Romano

Silla sai ciò, che vuol? Vuol la tua mano.

Con il consenso lor la violenza

Giustificar pretende. Il suo disegno

Tutto, o Giunia, io prevedo.
 


GIUNIA

Io son la sola

Arbitra di me stessa. A un vil timore

Ceda il Senato pur, non questo core.
 


CINNA

Da te, se vuoi, dipende

Giunia un gran colpo.
 


GIUNIA

E che far posso?
 


CINNA

Al letto

Segui l'empio tiranno ove t'invita,

Ma in quello per tua man lasci la vita.
 


GIUNIA

Stelle! che dici mai? Giunia potria

Con tradimento vil...?
 


CINNA

Folle timore.

Deh sovvienti, che ognora

Fu l'eccidio de' rei

Un spetacolo grato a' sommi Dei.
 


GIUNIA

S' è d'un plebeo pur sacra

Fra noi la vita, e come

Voui, che in sen non mi scenda un freddo orrore

Nel trafiggere io stessa un dittatore?

Benchè tiranno, e ingiusto

Sempre al Senato, e a Roma

Silla presiede, e di sua morte invano

Farmi rea tu presumi.

Vittima ei sia,

Ma della man dei Numi.
 


CINNA

Se d'offender gli Dei

Avesse un dì tremuto

La libertà non dovria Roma a Bruto.
 


GIUNIA

Ma Bruto in campo armato,

Non con una viltade

Della latina libertade infranse

La catena servil. No, non fia mai

Ch' a' di futuri passi

Il nome mio macchiato

D' un tradimento vil. Serbami, amico,

Serbami il caro ben. Deh sol tu pensa

Alla slavezza sua. Della vendetta

Al ciel lascia il pensier.

Recitativo accompagnato
 


GIUNIA

Vanne. T'affretta.

Forse lungi da te potria lo sposo

Per un sorvechio ardir... L'impetuosa

Alma sua ben consci. Ah, per pietade,

Fa, che rimanga ad ogni sguardo ascoso.

Dilli, che se m'adora; dilli che se m'è fido

Serbi i miei ne'suoi giorni. A te l'affido.

N. 11 - Aria
 


GIUNIA

Ah se il crudel periglio

Del caro bel rammento

Tutto mi fa spavento

Tutto gelar mi fa.
 

Se per sì cara vita

Non veglia l'amistà

Da chi sperare aita

Da chi sperar pietà?
 


parte


SCENA 6
Cinna solo


Recitativo accompagnato
 


CINNA

Ah sì, scuotasi omai

L'indegno giogo. Assai

Si morse il fren di servitù tiranna.

Se di svenar ricusa

Giunia quell'empio, un braccio

Non mancherà, che timoroso meno

Il ferro micidial gl' immergerà in seno.

N. 12 - Aria
 


CINNA

Nel fortunato istante,

Che' ei già co' voti affretta

Per la comun vendetta

Vuò, che mi spiri al piè.

Già va una destra altera

Del colpo suo felice

E questa destra ultrice

Lungi da lui non è.
 


parte


SCENA 7
Orti pensili.
Silla, Aufidio, e Guardie


Recitativo
 


AUFIDIO

Signor, ai cenni tuoi

Il Senato fia pronto. Egli fra poco

T'ascolterà. D'elette squadre intorno

Numerosa corona
Ad arte io disporrò.
 


SILLA

L'amico Cinna

Non ignori l'arcano. Il suo soccorso

È necessario all'opra. Ah che me stesso

Più non ritrovo in me! Dov' io mi volga

Della crudel l'immagine gradita

Mi dipinge il pensier. Mi suona ognora

Il caro nome suo fra i labbri miei,

E tutto parla a questo cor di lei.
 


AUFIDIO

Io già ti vedo al colmo

Di tua felicità. Della possanza

Usa, che 'l ciel ti diè. Roma, il Senato,

E ogn' anima orgogliosa or che lo puoi

Fa, che pieghin la fronte a' piedi tuoi.
 


parte
 


SILLA

Ah sì, di civil sangue

Innonderò le vie, se Roma altera

Alle brame di Silla, oggi s'oppone;

Ho nel braccio, ho nel cor la mia ragione.

Giunia?... Qual vista! In sì bel volto io scuso

La debolezza mia
... Ma tanti oltraggi?

Ah che in vederla, oh Dei!

Il dittatore offeso io più non sono;

De' suoi sprezzi mi scordo, e le perdono.


SCENA 8
Giunia, Silla, e Guardie


Recitativo
 


GIUNIA

(Silla? L'odiato aspetto
Destami orror. Si fugga!)
 

SILLA

Arresta il passo.

Sentimi per pietade.

Il più infelice

D'ogni mortal mi rendi,

Se nemica mi fuggi...
 


GIUNIA

E che pretendi?

Scostati, traditor!

(Tremo, m'affanno per l'idol mio!)
 


SILLA

Ah no, non so tiranno

Come tu credi. E l'anima di Silla

Capace di virtù. Quel tuo bel ciglio

Soffrir più non poss'io così severo...
 


GIUNIA

Tu di virtù capace? Ah, menzognero!
 


SILLA

Sentimi...
 


GIUNIA

Non t'ascolto.
 


SILLA

E vuoi...
 


GIUNIA

Sì voglio

Detestarti, e morir.
 


SILLA

Morir?
 


GIUNIA

La morte Romano cor non teme.
 


SILLA

E puoi...?
 


GIUNIA

Sì posso
Pria d'amarti, morir.

Vanne, t'invola...
 


SILLA

Superba, morirai, ma non già sola.

N. 13 - Aria
 


SILLA

D'ogni pietà mi spoglio

Perfida donna audace;

Se di morir ti piace

Quell'ostinato orgoglio

Presto tremar vedrò.

(Ma il cor mi palpita...

Perder chi adoro?...

Svenare barbaro,

Il mio tesoro?...)

Che dissi? Ho l'anima

Vile a tal segno?

Smanio di sdegno;

Morir tu brami,

Crudel mi chiami,

Tremare, o perfida,

Crudel sarò.
 


parte con le Guardie


SCENA 9
Giunia, indi Cecilio


Recitativo
 


GIUNIA

Che intesi, eterni Dei? Qual mai funesto

E spaventoso arcan ne' detti suoi?

Sola non morirò? Che dir mi vuoi

Barbaro... Ahimè! Che vedo?...

Lo sposo mio?... Che fu?... Che avvenne?...
Ah dove
Sconsigliato t'inoltri? In queste mura

Sai, che non è sicura
La tua vita, e non temi

Di respirar quest'aure

Comuni a' tuoi nemici? In quest'istante

Il tiranno parti. Tremo... Deh, fuggi...

Ah se dell'empio il ciglio...
 


CECILIO

Giunia, il tuo rischio

È 'l mio maggior periglio.
 


GIUNIA

Deh per pietà, se mi ami, torna, mio bene,

Ah torna nel tenebroso asilo.

Il rimirarti qual martirio è per me!
 


CECLIO

Non amareggi il tuo spavento

O cara il mio dolce piacer.
 


GIUNIA

Piacer funesto,

Se a un gelido spavento

Abbandona il mio cor. Se de' tuoi giorni

Decider puo'. T'ascondi. Ah da che vivo

No, che angustia simile...
 


CECILIO

Sola vuoi, ch'io ti lasci

In preda a un vile?

So, ch' al senato in faccia il reo tiranno

Con violenza ingiusta

Al talamo vuol trati,

Ed io, che t'amo

Restar potrò senza morir d'affanno

Lungi dal fianco tuo? Se invano un braccio,

Un acciaro si cerca

Per svenare un crudel, ch'odio, e detesto,

Quell' acciaro, quel bracio eccolo è questo..
 


GIUNIA

Ahimé! Che pensi? esporti?...

Correr tu solo a un periglio estremo?...
 


CECILIO

Tu paventi di tutto,

Io nulla termo. Frena il timor, mia speme, e ti rammenta,

Ch'una soverchia tema in cor Romano

Esser puote viltà.
 


GIUNIA

Ma il troppo ardire
Temerità s'appella.

Ah sì ti cela,

Né accrescere, idol mio, nel tuo periglio

Noce cangion di pianto a questo ciglio.
 


CECILIO

Eterni Dei!
Lasciarti, fuggire, abbandonarti

All'empie insidie, all'ira

D'un traditor, ch' alle tue nozze aspira?
 


GIUNIA

E che puoi temer, se meco resta

La mia costanza, e l'amor mio? Deh corri,

Corri d'onde fuggisti. Al suo dolore,

A' suoi spaventi invola
Il cor di chi t'adora;

Se ciò non basta, io tel comando ancora.
 


CECILIO

E in questo giorno correndo
se al tiranno io mi cielo,

Chi veglia, o sposa, in tua difesa?
 


GIUNIA

Il cielo!
 


CECILIO

Ah che talvolta i Numi...
 


GIUNIA

A che ti guida

Cieco furor? Ad onta

De' miei timori ancor mi resti a lato?

Partir non vuoi? Corro a morire, ingrato.
 


CECILIO

Fermati... senti... Oh Dei!

Così mi lasci, e brami?...
 


GIUNIA

I passi miei guardati di seguir.
 


CECILIO

Saprò morire,
Ma non lasciarti.
 


GIUNIA

(Oh stelle!
Io lo perdo. Che fo?)
 


CECILIO

Cara, tu piangi?
Ah che il tuo pianto...
 


GIUNIA

Ah sì per questo pianto

Per questi lumi miei di speme privi.

Parti, parti da me, celati, vivi!
 


CECILIO

A che mi sforzi!
 


GIUNIA

Alfine!
Lusingarmi poss'io di questo segno

Del tuo tenero affetto?

Che rispondi, idol mio?
 


CECILIO

Sì tel prometo.
 


GIUNIA

Fuggi dunque, mio bene. Invan paventi,

Se di me temi. Ah pensa,

Pensa, che 'l ciel difende i giusti, e ch'io

D'altre mai non sarò.

Di mie promesse

Dell'amor mio costante

Ch'aborre a morte un traditore indegno,

Sposo, nella mia mano eccoti un pegno.

Recitativo accompagnato
 


CECILIO

Chi sa, che non sia questa

L'estrema volta, oh Dio? ch'al sen ti stringo

Destra dell'idol mio, destra adorata,

Prova di fè sincera...
 


GIUNIA

No, non temere. Amami. Fuggi e spera.

N. 14 - Aria
 


CECILIO

Ah se a morir mi chiama

Il fato mio crudele

Seguace ombra fedele

Sempre sarò con te.
 
Vorrei mostrar costanza

Cara, nel dirti addio

Ma nel lasciarti, oh Dio!

Sento tremarmi il piè.
 


parte


SCENA 10
Giunia, indi Celia


Recitativo
 


GIUNIA

Perchè mi balzi in seno

Affannoso cor mio? Perchè sul volto

Or che lo sposo io non mi vedo accanto,

Cade da' rai più copioso il pianto?
 


CELIA

Oh ciel! sì lagrimosa

Sì dolente io t'incontro?

Al suo destino

Quell'anima ostinata alfin deh ceda

E sposa dal dittator Roma di veda.
 


GIUNIA

T'accheta per pietà.
 


CELIA

Se in duro esiglio cade estinto Cecilio,

A lui che giova un'inutil costanza?
 


GIUNIA

(A questo nome

S'agghiaccia il cor.)
 


CELIA

Tu non mi guardi, e il labbro

Fra i singhiozzi,

E i sospir pallido tace.

Segui i consigli miei.
 


GIUNIA

Lasciami in pace.
 


CELIA

Bramo lieta vederti. Il mio germano

Oggi me pur felice render saprà.

La mano mi promise di Cinna.

Ah tu ben sai, ch'io l'adoro fedel.

Più non rammento i miei sofferti affanni

Se sì cangiano alfin gli astri tiranni.

N. 15 - Aria
 


CELIA

Quando sugl' arsi campi

Scende la pioggia estiva,

Le foglie, i fior ravviva,

E il bosco, il preticello

Tosto si fa più bello,

Ritorna a verdeggiar.
 
Così quest' alma amante

Fra la sua dolce speme

Dopo le lunghe pene

Comincia a respirar.
 

parte


SCENA 11
Giunia sola


Recitativo accompagnato
 


GIUNIA

In un istante oh come

S'accrebbe il mio timor! Pur troppo è questo

Un presagio funesto delle sventure mie!

L'incauto sposo più non è forse ascoso

Al reo tiranno. A morte

Ei già lo condannò. Fra i miei spaventi,

Nel mio dolore stremo

Che fo? Che penso mai? Misera io tremo.

Ah no, più non si tardi.

Il Senato mi vegga. Al di lui piede

Grazia, e pietà s'implori

Per lo sposo fedel. S'ei me la nega

Si chieda al ciel. Se il ciel l'ultimo fine

Dell'adorato sposo oggi prescrisse,

Trafigga me chi l'idol mio trafisse.

N. 16 - Aria
 


GIUNIA

Parto, m'affretto.
Ma nel partire
Il cor si apezza.
Mi manca l'anima,

Morir mi sento. Né so morire,

E smanio, e gelo. E piango, e peno.

Ah se potessi, potessi almeno

Fra tanti spasimi, morir così.
 

Ma per maggior mio duolo

Verso un' amante appressa

Divien la morte istessa

Pietosa in questo dì.


parte

SCENA 12
Campidoglio.
S'avanza Silla, ed Aufidio seguito dai Senatori e dalle squadre


N. 17 - Coro
 


CORO

Se gloria il crin ti cinse

Di mille squadre a fronte

Or la tremuta fronte

Qui ti coroni Amor.
 
Stringa quel braccio invitto

Lei, che da te s'adora.

So con i mirti ancora

Cresce il guerriero allor.



Compar Giunia fra i Senatori

Recitativo
 


SILLA

Padri Coscritti,

Io che pugnai per Roma,

Io, che vinsi per lei,

Io che la face della civil discordia

Col mio valore estinsi.

Io che la pace per opra mia

Regnar sul Tebro or vedo

D'ogni trionfo mio premio vi chiedo.
 


GIUNIA

(Soccorso, eterni Dei!)
 


SILLA

Non ignorate
L'antico odio funesto

E di Mario e di Silla.

Il giorno è questo

In cui tutto mi scordo. Alla sua figlia

Sacro laccio m'unisca, e il dolce nodo

Plachi l'ombra del padre. Un dittatore,

Un cittadin fra i gloriosi allori

Altro premio non cerca a' suoi sudori.
 


GIUNIA

(Tace il Senato, e col silenzio approva

D'un insano il voler?)
 


SILLA

Padri già miro

Ne' volti vostri espresso
Il consenso comun.

Quei, che s'udiro

Festosi, grido risuonar d'intorno

Son del publico voto
In certo segno.

Seguimi all'ara omai...
 


GIUNIA

Scostati indegno!

A tal viltà discende

Roma, e 'l Senato? Un ingiurioso, un folle

Timor l'astringe a secondar d'un empio

Le violenze infami? Ah che fra voi

No, che non v'è chi in petto

Racchiuda un cor Romano...
 


SILLA

Taci, e più saggia a me porgi la mano.
 


AUFIDIO

Così per bocca mia
Tutto il Popol t'impon.
 


SILLA

Dunque mi segui...
 


GIUNIA

Non appressarti, o in seno

Questo ferro m'immergo.
 
(in atto di ferirsi)
 


SILLA

Alla superba
L'acciar si tolga, e segua il voler mio.


SCENA 13
Cecilio, con spada nuda, e detti


Recitativo
 


CECILIO

Sposa, ah no, non temer.
 


SILLA

(Chi vedo?)
 


GIUNIA

(Oh Dio!)
 


AUFIDIO

(Cecilio?)
 


SILLA

In questa giusa
son tradito da voi? Del mio divieto

E delle leggi ad onta

Tornò Cecilio, e seco Giunia unita

Di toglier osa al dittator la vita?

Quell'audace s'arresti!
 


GIUNIA

Incauto sposo!
Signor...
 


SILLA

Taci, indegna, ch'omai

Solo ascolto il furore.
 
a Cecilio

Al novo sole per mia vendetta,

o traditor, morrai.


SCENA 14
Cinna, con spada nuda, e detti


Recitativo
 


SILLA

Come? D'un ferro armato,

Confuso, irresoluto

Cinna tu pur?...
 


CINNA

(Oh ciel, tutto è perduto;

Qualche scampo ah si cerchi

Nel cimento fatal!)

Con mio stupore col nudo acciaro

Io vidi Cecilio infra la schiere

Aprirsi un varco. La sua rabbia, i fieri

Minacciosi acchi suoi d'un tradimento

Mi fecero temer. Onde salvarti

Da quella destra al parricidio intesa

Corsi, e 'l brando impugnai per tua difesa.
 


SILLA

Ah vanne, amico, e scopri

Se altri perfidi mai...
 


CINNA

Sulla mia fede

Signor riposa, e paventar non dei.

(Quasi nel fiero incontro
Io mi perdei!)
 


SILLA

Olà quel traditore,

Aufidio si disarmi.
 


GIUNIA

Oh Dio! Fermate!
 


CECILIO

Finchè l'acciar mi resta

Saprò farlo tremar.
 


SILLA

E giunge a tanto la tua baldanza?
 


GIUNIA

(Oh Dei!)
 


SILLA

Cedi l'acciaro,

O ch'io...
 


CECILIO

Lo speri invan.
 


GIUNIA

Cecilio, o caro!
 


CECILIO

Ad esser vil m'insegna la sposa mia?
 


GIUNIA

Deh, non oppoti!
 


CECILIO

E vuoi?...
 


GIUNIA

Della tua tenerezza una prova vogl'io.
 


CECILIO

Dovrò?
 


GIUNIA

Dovrai

Nella mia fede,

E nel favor del cielo

Affidarti, e sperar. se ancor mio bene

Dubbioso ti mostri, i giusti Numi,

E la tua sposa offendi.
 


CECILIO

(Fermo. T'appagherò.)

Barbaro, prendi!
 


SILLA

Nella prigion più nera

Traggasi il reo. Per poco

Quest'aure a te vietate

respirar ti vedrò. Fra le ritorte

Del tradimento audace

Tu pur ti pentirai, donna mendace.

N. 18 - Terzetto
 

SILLA

Quell'orgoglioso sdegno

Oggi umiliar saprò.


CECILIO

Non lo sperare, indegno,

L'istesso ognor sarò.


GIUNIA

Eccoti, o sposo, un pegno,

Ch'al fianco tuo morrò.
 

SILLA

Empi la vostra mano

Merita sol catene.
 

GIUNIA E CECILIO

Se mi ama il caro bene

Lieto (Lieta) a morir men vo.
 

SILLA

Questa costanza intrepida

Questo sì fido amore

Tutto mi strazia il core

Tutto avvampar mi fa.
 

GIUNIA E CECILIO

La mia costanza intrepida

Il mio fedele amore

Dolce consola il core

Ne paventar mi fa.

ATTO TERZO

SCENA 1
Atrio, che intruduce alle carceri.
Cecilio incatenato, Cinna, Guardie a vista, indi Celia


Recitativo
 


CINNA
Ah sì tu solo, amico
Ritenesti il gran colpo. Eran non lungi
Al Campidoglio ascosi
Gli amici tuoi, gli amici miei. Seguito
Volea da questi infra le schiere aprirmi
Sanguinoso sentier. Ma la prudenza
Il furor moderò. Di tanti a fronte
Che far potea cinto da pochi? Il cielo
Novo ardir m'ispirò. Gli amici io lascio,
Tacito il ferro io stringo, e in Campidoglio
M'avanzo. Allorchè voglio
Vibrare il colpo, in te m'affiso. Il ferro
Nella man mi tremò. Nel tuo periglio
Gelossi il cor. M'arresto, mi confondo
Non so che dir. Quasi il segreto arcano,
Il tiranno svelò. Ma il suo comando,
Che di partir m'impose,
La confusione e il mio dolore ascose.

CECILIO
Giacchè morir degg'io
Morasi alfin. Sol mi spaventa, oh Dei!
La sposa mia...

CINNA
Non paventar di lei.
Entrambi io salverò.

CELIA
D'ascoltar Giunia
Men sdegnoso, e men fiero
Mi promise il german.

CECILIO
Giunia al suo piede?
E perchè mai?

CELIA
Desìa di placarne lo sdegno.

CECILIO
Invan lo brama.

CINNA
Odimi, Celia. È questo
Forse il momento, ond'illustrar tu puoi
Con opra sublimi i giorni tuoi.

CELIA
Che far degg'io?
 


CINNA

M'è noto
A prova già tutto il poter, che vanti

Sul cor di Silla. A lui t'affretta, e dilli

Che aborrito dal cielo, in odio a Roma,

Se in se stesso non torna, e se non scorda

Un cieco amore insano

L'eccidio suo fatal non è lontano.
 


CELIA

Dunque il german...
 


CINNA

... incontrerà la morte

Se non s'arrende a un tal consiglio.
 


CECILIO

Ah tutto, tutto inutil sarà.
 


CELIA

Tentare io voglio

La difficile impresa, e se aver ponno

Le mie preghiere il lor bramato effetto?
 


CINNA

La destra in guiderdone io ti prometo.

CELIA
Un così dolce premio
Più animosa mi fa. Me fortunata,
Se fra un orror sì periglioso, e tristo
Salvo il germano, e 'l caro amante acquisto.

N. 19 - Aria

CELIA
Strider sento la procella
Né risplende amica stella
Pure avvolta in tanto orrore
La speranza coll' amore
Mi sta sempre in mezzo al cor.

parte


SCENA 2
Cecilio, e Cinna


Recitativo
 


CECILIO

Forse tu credi, amico

Che Celia giunga a raddolcir un core

Uso alle stragi,

E che talor di sdegno

Ingiustamente furibondo, ed ebro

Fè rosseggiar di civil sangue il Tebro?
 


CINNA

So quanto Celia puote

Su quell'alma incostante, e Giunia ancora

Forse placar potria

Colle lagrime sue...
 


CECILIO

La sposa mia

A qualche insulto amaro in invan s'espone.

Un empio, un inumano non si cangia sì presto.

Onde abbandoni il sentier del delitto

Ch'ei suol calcar per lungo suo costume,

Ci volle ognor tutto il poter d'un Nume.

Ah no più non mi resta

Né speme, né pietà. L'afflitta sposa

Ti raccomando, amico. In pro di lei

Vegli la tua amistà. Del mio nemico

Vittima, ah no, non sia. Nel di lui sangue

Vendica la mia morte, e 'l mio spirito sdegnoso

Nel regno degl' estinti avrà riposo.
 


CINNA

Ogni pensier di morte

Se allontani da te. Se il cor di Silla

Contro al dovere, e alla ragion s'ostina,

Sulla propria rovina,

Ne' suoi perigli esremi

Quell' empio solo impallidisca, e tremi.

N. 20 - Aria
 


CINNA

De' più superbi il core

Se Giove irato fulmina,
spavento ingombra,

Ma d'un alloro all'ombra

Nan palpita il pastor.

Paventino i tiranni

Le stragi, e le ritorte,

Sol rida in faccia a morte

Chi ha senza colpe il cor.

parte


SCENA 3
Cecilio, indi Giunia


Recitativo
 


CECILIO

Ah no, che il fato estremo

Terror per me non ha. Sol piango, e gemo

Fra l'ingiuste catene

Non per la morte mia, per il mio bene.
 


GIUNIA

Ah dolce sposo...
 


CECILIO

Oh stelle!

Come tu qui?
 


GIUNIA

M'aperse

La via fra quest'orrore

La mia fede, il mio pianto, il nostro amore.
 


CECILIO

Ma Silla... Ah parla. E Silla.
 


GIUNIA

L'empio mi lascia... Oh Dio!

Mi lascia, ch' ti dia... l'ultimo addio.
 


CECILIO

Dunque non v'è per noi

Né pietà, né speranza?
 


GIUNIA

Al fianco tuo sol di morir m'avanza.

Che non tentai finor? Querele, e pianti,

Sospiri, affanni, e prieghi sono inutili omai

Per quel core inumano

Che chiede o la tua morte, o la mia mano.
 


CECILIO

Della mia vita il prezzo esser può la tua man?

Giunia frattanto che mai resolverà?
 


GIUNIA

Morirti accanto.
 


CECILIO

E tu per me vorrai troncar di sì be' giorni...
 


GIUNIA

E deggio, e voglio

Teco morir. A questo passo, o caro,

M'obbliga, mi consiglia

L'amor di sposa, ed il dover di figlia.


SCENA 4

Aufidio con Guardie, e detti


Recitativo
 


AUFIDIO

Tosto seguir tu dei

Cecilio i passi miei.
 


CECILIO

Forse alla morte...

Parla... dimmi...
 


AUFIDIO

Non so.
 


CECILIO

Prende, mia speme,

Prendi l'estremo abraccio...
 


GIUNIA

ad Aufidio

Rispondi... Oh ciel!
 


AUFIDIO

Sempre obbedisco, e taccio.


 
CECILIO

Ah non perdiam, mia vita,

Un passaggero istante,

Vhe ne porge il destin. Parto, ti lascio,

E in sì tenero amplesso

Ricevi, anima mia, tutto me stesso.
 


GIUNIA

Ah caro sposo... Oh Dei!

Se uccider può il martiro,

Perchè vicina a te, perchè non moro?
 


CECILIO

Quel pianto, oh Dio! Ah sì quel pianto

Non sai come nel seno... Ahimè! ti basti, o cara

Sì ti basti il saper, che in questo istante

Più d'un morir tiranno

Quelle lagrime tue mi son d'affanno.

N. 21 - Aria
 


CECILIO

Pupille amate
Non lagrimate

Morir mi fate
Pria di morir.

Quest' alma fida
A voi d'intorno

Farà ritorno

Sciolta in sospir.

parte con Aufidio, e Guardie


SCENA 5
Giunia sola


Recitativo accompagnato
 


GIUNIA

Sposo... mia vita... Ah dove,

Dove vai? Non ti seguo? E chi ritiene

I passi miei? Chi mi sa dir?... Ma intorno

Altro, ahi lassa non vedo

Che silenzio, ed orror! L'istesso cielo

Più non m'ascolta, e m'abbandona. Ah forse,

Forse l'amato bene

Già dalle rotte vene

Versa l'anima, e 'l sangue... Ah pria ch'ei morra

Su quella spoglia esangue

Spirar vogl'io... Che tardo?

Disperata a che resto? Odo, o mi sembra

Udir di fioca voce

Languido suon, ch' a sè mi chiama? Ah sposo

Se in tronchi sensi estremi

De' labbri suoi son questi

Corro, volo a cader dove cadesti.

N. 22 - Aria
 


GIUNIA

Fra i pensier più funesti di morte

Veder parmi l'esangue consorte

Che con gelida mano m'addita

La fumante sanguigna ferita

E mi dice: che tardi a morir?
 

Già vacillo, già manco, già moro

E l'estinto mio sposo, ch'adoro

Ombra fida m'affretto a seguir.


SCENA 6
Salone
Silla, Cinna, e Celia


Recitativo
 


SILLA

Celia, Cinna, non più. Roma, e 'l Senato

Di mia giustizia, e del delitto altrui
Il giudice sarà.
 


CINNA

Più che non credi

Di Cecilio la vita necessaria esser puote.
 


CELIA

I giorni tuoi...

La disperata Giunia... il suo consorte

Creduto estinto,

E alle sue braccia or reso.
 


SILLA

Sò ch' ognor più l'odio comun m'han reso.

Ma un dittator tradito

Vuol vendetta, e l'avrà.

Stanco son'io

Di temer sempre, e palpitar.

La vita agitata, ed incerta

Fra un barbaro spavento

È un viver per morire ogni momento.
 


CELIA

Ah speri invan, se speri

Fra un eccidio funesto, e sanguinoso

Trovar la sicurezza, ed il riposo.
 


CINNA

La furiosa Giunia correre tu vedrai

Ad assodar le vie
Di querele, e di lai. Destare in petto

Può de' nemici tuoi quel lagrimoso ciglio...
 


SILLA

Vedo più che non pensi il mio periglio.

Amor, gloria, vendetta, sdegno, timore,

Io sento affollarmisi al cor. Ognun pretende

D'acquistare l'impero. Amor lusinga.

Mi rapogna la gloria. Ira m'accende.

Freddo timor m'agghiaccia.

M'anima la vedetta, e mi minaccia.

De'fieri assalti in preda, alla difesa accinto,

Di Silla il cor fia vincitore, e vinto?

Ma l'atto illustre alfine

Decider dee, s'io merto

Quel glorioso alloro,

Che mi adombra la chioma,

E giudice ne voglio il Mondo, e Roma.


SCENA 7
Giunia con Guardie, e detti


Recitativo
 


GIUNIA

Anima vil, da Giunia

Che pretende? Che vuoi? Roma, e 'l Senato

Nel tollerare un traditore ingegno

È stupido, e insensato a questo segno?

Padri Coscritti innanzi a voi qui chiedo

E vendetta, e pietà. Pietade implora

Una sposa infelice, e vuol vendetta

D'un cittadino, e d'un consorte esangue

L'ombra, che nuota ancora in mezzo al sangue.
 


SILLA

Calma gli sdegni tuoi, tergi il bel ciglio.

Inutile è quel pianto.

E vano il tuo furor. De' miei delitti

Della mia crudeltade a Roma in faccia

Spettatrice ti voglio, e in questo loco

Di Silla il cor conoscerai fra poco.


SCENA 8
Cecilio, Aufidio, Guardie, e detti


Recitativo
 


GIUNIA

(Lo sposo mio?)
 


CINNA

(Che miro?)
 


CELIA

(E quale arcan?)
 


CECILIO

(Che fia?)
 


SILLA

Roma, il Senato
E 'l popolo m'ascolti. A voi presento

Un cittadin proscritto,

Che di sprezzar le leggi

Osò furtivo. Ei, che d'un ferro armado

In Campidoglio alle mie squadre appresso

Tentò svenare il dittatore istesso.

Grazia ei non cerca. Anzi di me non teme

E m'oltraggia, e detesta. Ecco il momento

Che decide di lui. Silla qui adopri

L'autorità, che Roma

Al suo braccio affidò. Giunia mi senta

E m'insulti, se può. Quell' empio Silla

Quel superbo tiranno a tutt odioso

Vuol che viva Cecilio, e sia tuo sposo
 


GIUNIA

E sarà ver?... Mia vita...
 


CECILIO

Fida sposa. qual gioia...

Qual cangiamento è questo?
 


AUFIDIO

Che fu?
 


CELIA

Lodi agli Dei.
 


CINNA

Stupito resto.
 


SILLA

Padri coscritti, or da voi creco, e voglio

Quanto vergò la mano in questo foglio.

De' cittadin proscritti

Ei tutti i nomi accoglie;

Ciascun ritorni alle paterne soglie.
 


CECILIO

Oh, come degno or sei

Del supremo splendor fra cui tu siedi!
 


GIUNIA

Costretta ad ammirarti alfin

Mi vedi.
 


AUFIDIO

(Ah che la mia rovina

Certa prevedo!)
 


SILLA

In mezzo
Al publico piacer, fra tante lodi,

Ch'ogni labbro sincer prodiga a Silla,

E perchè Cinna è il solo,

Che infra occulti pensier confuso giace,

E diviso da me sospira, e tace?

Fedele amico...
 


CINNA

Ah lascia

Di chiamarmi così. Per opra mia

Tornò Cecilio a Roma. In Campidoglio

Per trucidarti io corsi, e armai non lungi

Di cento anime audaci

E la mano, e l'ardir. Io sol le faci

A danni tuoi della discordia accesi...
 


SILLA

Tu abbastanza dicesti
Io tutto intesi.
 


CELIA

(Dolci speranze addio!...)
 


SILLA

La pena or senti

D'ogni trama ascosa.

Celia germana mia sarà tua sposa.
 


GIUNIA

Bella virtù!
 


CECILIO

Che generoso core!
 


CINNA

E quale, oh giusto cielo, mi s'accende sul volto

Vergognoso rossor? Come poss'io...
 


SILLA

Quel rimorso mi basta,

E tutto oblio.
 


CELIA

(Me lieta!)

Ah premia alfine il mio costante amor.

Della clemenza mostrarti degno,

E di quel core umano la virtù, la pietade...
 


CINNA

Ecco la mano.
 


SILLA

Qual de' trionfi miei

Eguagliar potrà questom eterni Dei?
 


AUFIDIO

Lascia, ch'a piedi tuoi

Grazia implori da te. De' miei consigli,

Delle mie lodi adulatrici or sono pentito...
 


SILLA

Aufidio, sorgi. Io ti perdono.

Così lodevol opra

Coronisi da me. Romani.

Dal capo mio si tolga

Il rispettato alloro, e trionfale;

Più dittator non son. son vostro uguale.

Ecco alla Patria resa

La libertade. Ecco asciugato alfine

Il civil pianto. Ah no, che 'l maggior bene

La gradezza non è. Madre soltanto

È di timor, di affanni

Di frodi, e tradimenti. Anzi per lei

Cieco mortal dalla calcata via

Di giustizia, e pietà spesso travìa.

Ah sì conosco a prova

Che assai più grata all'alma

D'un menzogner e la virtù del core.

N. 23 - Finale
 

CORO
Il gran Silla a Roma in seno
Che per lui respira, e gode
D'ogni gloria, e d'ogni lode.
Vincitore oggi si fa.


GIUNIA E CECILIO
Sol per lui l'acerba sorte
È per me felicità!

CINNA E SILLA
E calpesta le ritorte
La latina libertà.

CORO
Il gran Silla d'ogni lode
Vincitore oggi si fa.

TUTTI
Trionfò d'un basso amore
La virtude, e la pietà.

SILLA
Il trofeo sul proprio core
Qual trionfo uguaglierà?

CORO
Se per Silla in Campidoglio
Lieta Roma esulta, gode
D'ogni glora, e d'ogni lode
Vincitore oggi si fa.