Il sogno di Scipione

Il sogno di Scipione

Azione teatrale in einem Akt

Libretto

Pietro Metastasio, nach "Somnium Scipionis" von Cicero

Uraufführung

Mai 1772, Salzburg (Erzbischöflicher Palast

Besetzung

SCIPIONE (Tenor)
COSTANZA, die Göttin der Beständigkeit (Sopran)
FORTUNA, die Göttin des Glücks (Sopran)
PUBLIUS (Tenor)
EMILIUS, Scipios Vater (Tenor)
LICENZA (Sopran)


Ort

Sagenwelt

Zeit

Römische Antike

Mozart, Wolfgang Amadeus

Mozart, (Johann Chrysostomus) Wolfgang (Theophilus [Gottlieb]) Amadeus
27.1.1756 Salzburg - 5.12.1791 Wien


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Apollo et Hyacinthus (13.5.1767 Salzburg)
La finta semplice (1.5.1769 Salzburg)
Bastien und Bastienne (?9/10.1768 Wien)
Mitridate, rè di Ponto (26.12.1770 Milano)
Ascanio in Alba (17.10.1771 Milano)
Il sogno di Scipione (?1.5.1772 Salzburg)
Lucio Silla (26.12.1772 Milano)
La finta giardiniera (13.1.1775 München)
Il rè pastore (23.4.1775 Salzburg)
Semiramis (?11.1778 Mannheim) [?] [lost]
Zaide (1779 inc; 27.1.1866 Frankfurt)
Idomeneo, rè di Creta (29.1.1781 München)
Die Entführung aus dem Serail (16.7.1782 Wien)
L'oca del Cairo (1784 inc; 4.1860 Frankfurt)
Lo sposo deluso (1784 inc)
Der Schauspieldirektor (7.2.1786 Wien)
Le nozze di Figaro (1.5.1786 Wien)
Il dissoluto punito, ossia Il Don Giovanni (29.10.1787 Praha)
Così fan tutte, ossia La scuola degli amanti (26.1.1790 Wien)
Die Zauberflöte (30.9.1791 Wien)
La clemenza di Tito (6.9.1791 Praha)
inc = Fragment / lost = verschollen



Scipios Traum


EINZIGER AKT
Scipio, der römische Heerführer, wird im Traum von den Göttinnen des Glücks und der Beständigkeit bedrängt, sich für eine von ihnen zu entscheiden. Um seine Fragen und Zweifel zu beantworten, schildert jede die Möglichkeiten, die sich dem bieten, der ihr folge. Dem Träumenden zeigen die Göttinnen das Bild des ewigen Himmels. Dann erscheinen Scipios Ahnen, darunter der grosse Publius und der Vater Emilius, die ihm die Grösse und den Ruhm des Menschen vor Augen führen und drängen, die irdischen Aufgaben nicht zu vernachlässigen. Unter dem Eindruck dieser Begegnung mit der Vergangenheit entschliesst sich Scipio, nicht den Verlockungen des Glücks, sondern der wahren Tugend, der Beständigkeit, zu folgen. Vor dem Zorn des launischen Glücks, dessen bedrohliche Zeichen den Helden bedrängen, errettet den Träumenden das Erwachen.
Die Moral spricht Licenza aus: Von Sciplo war die Rede, doch nicht der römische Feldherr, sondern der Fürst, dem in der Gegenwart die Huldigung gilt, war gemeint.
ATTO SOLO
Addormentatosi nella reggia di Massinissa, Scipione l’Africano è trasportato in sogno nel cielo degli eroi, dove incontra la Costanza e la Fortuna, che lo attirano con reciproche promesse. In mezzo a un gruppo di spiriti magni gli appaiono il nonno adottivo Publio Cornelio e il padre Emilio Paolo, con i quali discute del mondo, dei desideri e delle passioni degli uomini. Chiamato a scegliere tra Fortuna e Costanza, Scipione si lascia convincere dalle esortazioni di quest’ultima. La scelta è compiuta e il sogno è terminato.


Scipios Traum



Personen:
SCIPIONE, Scipio, römischer Feldherr
COSTANZA, Göttin der Beständigkeit
FORTUNA, Göttin des Glücks
PUBLIO, Adoptivgrossvater des Scipio
EMILIO, Vater des Scipio
LICENZA

EINZIGER AKT

Scipio schlafend, Costanza und Fortuna.

Ouvertüre

Rezitativ

FORTUNA
Komm und folge meinen Schritten,
Grosser Sohn des Aemilius,

COSTANZA
Meinen Schritten
Folge und komm, oh Scipio,

SCIPIO
Wer sind die Verwegenen,
Die meine Ruhe stören?

FORTUNA
Ich bin es.

COSTANZA
Ich bin es,
Und Du sollst nicht zürnen.

FORTUNA
Wende Dich mir zu.

COSTANZA
Sieh mir ins Angesicht.

SCIPIO
Oh Götter,
Welche Flut von Licht!
Welch unbekannte Harmonien! Welch lichte,
Heitere Gestalten!
In welcher Gegend befinde ich mich? Und wer seid Ihr?

COSTANZA
Beschützerin der Helden,

FORTUNA
Spenderin
Alles Guten auf der Welt.

COSTANZA
Scipio, ich bin die Beständigkeit.

FORTUNA
Ich das Glück.

SCIPIO
Und was wollt Ihr von mir?

COSTANZA
Dass Du eine von uns
Für Deinen Lebensweg
Als Gefährtin wählst.

FORTUNA
Beide bieten wir Dir an,
Dich glücklich zu machen.

COSTANZA
Und Du musst entscheiden,
Ob Du mir mehr glaubst oder ihr.

SCIPIO
Ich? Aber, Ihr Göttinnen … Was soll ich sagen?

FORTUNA
Du zweifelst?

COSTANZA
Einen Augenblick lang
Kannst Du im Ungewissen sein.

FORTUNA
Ich bin Dir geneigt
Und nicht mir gibst Du Dich hin?

COSTANZA
Meinen Namen hörst Du
Und kommst nicht zu mir?

FORTUNA
Sprich.

COSTANZA
Entschliesse Dich.

SCIPIO
Und wie?
Wollt Ihr, dass ich sprechen soll
Und wenn ich mich entscheiden muss, lasst der Seele
Einen Atemzug lang Zeit und Raum,
Dass sie sich selbst erkennen kann.
Sagt mir, wo ich bin, wer mich hierher gebracht hat.
Ob es wahr ist, was ich sehe, ob ich träume
Oder wache oder in einem Wahn befangen bin.

Nr. 1 - Arie

SCIPIO
Zu entschliessen wagt
Der verwirrte Geist sich nicht.
Der Bedrückung fühlt
Durch so grosse Verwunderung.

Zweifelnd, wirr
Irrt jede Seele ungewiss,
Die in den Gefühlen
Des Herzens schwankt.

Rezitativ

COSTANZA
Recht ist Dein Verlangen. Nach und nach
Frage nur und erfahren wirst Du,
Soviel zu wissen Du begehrst.

FORTUNA
Ja, Scipio, aber Deine Fragen
Seien kurz. Ruhe ist mir unerträglich.
Mein Ergötzen ist es,
Ort und Anblick unentwegt zu wechseln.

Nr. 2 - Arie

FORTUNA
Leicht bin ich, dem Winde gleich,
Wandelbaren Angesichts und flücht'gen Fusses,
Bald bin ich zornig und in einem Augenblick
Kehrt meine Heiterkeit zurück.

Bald reizt es mich, bedrückte Völker
Aufzurichten, bald gefällt es mir,
Jene wieder niederzuwerfen,
Die ich mich zuvor bemühte zu erheben,

Rezitativ

SCIPIO
Wo hin ich also? Massinissas Residenz,
Wo soeben der Schlummer
Meine Augen umfangen hat,
Ist dies sicher nicht.

COSTANZA
Nein. Sehr fern von uns
Ist Afrika. Du bist im unermesslichen
Himmeistempel.

FORTUNA
Erkennst Du ihn nicht an den vielen
Leuchtenden Sternen,
Die rings um Dich strahlen? An dem ungewöhnlichen
Zusammenklang der bewegten Sphären,
Den Du hörst? An dem, was Du erblickst,
Dem Weltkreis, strahlend wie ein Saphir,
Der sie fortreisst auf ihrer Bahn.

SCIPIO
Welche all der Sphären, oh Göttinnen, bringt
Einen so harmonisch tönenden Zusammenklang hervor?

COSTANZA
Gerade ihre in Mass
Und Bewegung abgestimmte
Verschiedenheit. Kreisend
Berühren sie einander. Jede bringt
Einen Ton hervor, verschieden von den anderen,
Und aus allen formt sich ein Zusammenklang.
So verschieden sind die Saiten
Einer Zither und doch, in Höhe und in Tiefe
Von der Hand auf richtige Weise nach dem Ohr
Gestimmt, ergeben sie, angeschlagen, eine sanfte Harmonie.

Dieses wunderbare Band,
Der geheimnisvolle Grund,
Der die Ungleichen zusammenstimmt,
Heisst universelle Proportion, Ordnung und Norm
Alles Erschaffenen.
Das ist es, ein Funke des geheimnisvollen hohen
Wissens, was der Weise von Samos
In seinen Zahlen verborgen hat.

SCIPIO
Warum aber gelangt
Eine so grosse Harmonie nicht bis zu uns?
Warum vernehmen sie jene nicht, die auf Erden wohnen?

COSTANZA
Zu sehr überschreitet sie die Kräfte Eurer Sinne.

Nr. 3 - Arie

COSTANZA
Das Aug', das sich zur Sonne wendet,
Sieht die Sonne nicht, in die es blickt,
Von ihrem übermässigen Glanz
Geblendet.
Wer dort an den Ufern
Des stürzenden Niles lebt,
Hört nicht das Tosen
Seiner vernichtenden Gewalt.

Rezilativ

SCIPIO
Und welche Bewohner …

FORTUNA
Du hast genug gefragt.
Wähle endlich.

SCIPIO
Dulde es noch einen Augenblick. Welche
Bewohner haben diese ewigen Gefilde?

COSTANZA
Viele sind es und verschiedene in verschiedenen Teilen.

SCIPIO
In diesem,
Wo wir sind, wer ist hier versammelt?

FORTUNA
Sieh nur, wer sich naht, und Du wirst es wissen,

Publius, Chor der Helden, dann Aemilius und Vorige

Nr. 4 - Chor

CHOR DER HELDEN
Spross aus Heldenstamme,
Höchste Ehre Roms,
Komm, dessen Name kein fremder
Im Himmel ist.

Tausendfältig findest Du
Deiner Ahnen Spur
Auf dem lichten Pfade,
Den Dein Fuss betrat.

Rezitativ

SCIPIO
Götter, ist es Wahrheit oder Trug? Mein grosser Ahne,
Der Bezwinger Afrikas -
Ist es jener nicht?

PUBLIUS
Zweifle nicht daran, ich bin es,

SCIPIO
Vor Schauder erstatte ich! Also die Verstorbenen …

PUBLIUS
Gestorben,
Scipio, bin ich nicht.

SCIPIO
Doch, zu Asche zerfallen
In Deinem Leichentuch
Wurdest Du von Rom beweint vor langen Zeiten schon.

PUBLIUS
Ach, sei still:
Wenig bist Du Dir selbst bekannt. Du glaubst also,
Dass jene Hand, dies Antlitz,
Diese gebrechlichen Glieder, die Dein eigen sind,
Scipio seien? Ach, so ist es nicht. Die sind
Nur Deine Hülle, Das, was sie belebt,
Der reine, unsterbliche Funke, der ungeteilt ist
Und nicht vergehen kann, der will, begreift,
Der sich erinnert, denkt,
Der mit den Jahren nicht an Kraft verliert,
Der ist Scipio, und der stirbt nicht. Das Los der Tugend
Wäre allzu ungerecht, wenn nach dem Grabe
Nichts von uns übrig bliebe und wenn es keine anderen
Güter gäbe als jene, die auf Erden
Meist den Unrechten zugute kommen.
Nein, Scipio, der vollkommene Urgrund aller Gründe
Kann so ungerecht nicht sein. Es gibt nach dem Tode
Hoffnung auf Belohnung. Jene lichten,
Ewigen Wohnstätten, die Du hier siehst, sind
Vorbehalten für Verdienste. Wo es am schönsten ist,
Wohnt jeder, so wie ich, der auf Erden
Das Vaterland geliebt hat, jeder, der selbstlos
Dem allgemeinen Wohle seine Tage weihte,
Der sein Blut für das Wohl der anderen vergossen hat.

Nr. 5 - Arie

PUBLIUS
Willst Du eines Tages
In diese Stätten aufgenommen werden,
Gedenke Deiner Ahnen
Und vergiss mich nicht.

Der lässt das Leben nie,
Der gestorben ist wie wir.
Wer für sich nur lebt,
Hat nicht verdient, zur Welt zu kommen.

Rezitativ

SCIPIO
Wenn hier die Helden leben ...

FORTUNA
Wenn Dein Verlangen noch immer
Nicht gestillt ist, Scipio,
Ist meine Langmut nun erschöpft.

COSTANZA
Lass ihn doch
Nach Belieben fragen. Was er erfährt,
Befähigt ihn zum Urteil über uns.

SCIPIO
Wenn hier die Helden leben, die dem
Vaterlande nützlich waren, weshalb seh' ich meinen Vater,
den Kriegsmann, nicht in den Gefilden?

PUBLIUS
Du hast ihn vor Augen, und Du siehst ihn nicht?

SCIPIO
Wahrhaftig, wahrhaftig.
Verzeih, erhabener Vater, ich irrte. Doch die Schuld,
Dass ich Dich so spät erkenne, liegt an dem durch
Verwunderung getrübten Blick und nicht am Geist,
Der Dein Bild stets vor sich hat.
Ach, Du bist es! Schon finde ich
Die alte väterliche Majestät
Auf dieser Stirne wieder. Schon spür' ich wieder,
Wenn ich Dich erblicke, im Herzen das Gefühl
Von Ehrfurcht und von Liebe. Oh glückbringende
Götter! Oh lieber Vater! Oh froher Tag! Doch wie -
So ruhig empfängst Du mich? Dein Antlitz
Ist wohl heiter, aber nicht gerührt. Ach,
Fühlst Du also nicht die gleiche Freude
Beim Wiedersehen wie ich?

EMILIO
Mein Sohn, die Freude
Ist bei uns im Himmel anders.
Hier folgt sie nicht auf Kummer. Sie steht höher.

SCIPIO
Ich bin ausser mir. Alles ist mir neu hier oben,
Alles setzt mich in Erstaunen.

EMILIO
Hier kannst Du falsche Begriffe,
Die Du Dir auf Erden machtest, nicht gebrauchen
Und stehst ihnen so fern. Senke den Blick,
Siehst Du dort unten, von trüben Nebeln eingehüllt,
Jenen kleinen Ball, diesen Punkt?

SCIPIO
Oh Götter,
Es ist die Erde?

EMILIO
Du sagst es.

SCIPIO
So viele Meere,
So viele Flüsse, Wälder und so viele
Weite Länder, gegensätzliche Staaten?
Verschiedene Völker? Und der Tiber? Und Rom? ...

EMILIO
Alles umschliesst der Punkt.

SCIPIO
Ach, geliebter Vater,
Welch kleine, eitle,
Welch elende Bühne hat menschlicher Prunk.

EMILIO
Ach, mein Sohn. Wenn Du erst
In die Schauspieler dieser Bühnen blicken könntest,
Wenn Du ihren Wahn, ihren Irrtum,
Ihre Träume sehen könntest und welche
Gründe, die wert sind, dass man nur darüber lacht,
Sie erregen, ausser sich geraten lassen,
Sie erheitern, bekümmern oder sich verlieben lassen,
Um wieviel nichtiger erschiene es Dir noch.

Nr. 6 - Arie

EMILIO
Ihr da unten lacht
Über ein Kindchen, das weint,
Denn Ihr seht den Grund
Für seinen törichten Schmerz.

Hier heroben lacht man über Euch,
Denn im Alter, nah dem Ende,
Mit weissem Haupte schon
Seid Ihr noch alle Kinder.

Rezitativ

SCIPIO
Publius, Vater, ach lasst mich
Bei Euch bleiben. Froh verlasse ich
Den allzu unglücklichen Wohnsitz dort unten.

FORTUNA
Noch ist es nicht erlaubt.

COSTANZA
Noch steht es Dir nicht zu.

PUBLIO
Du wirst noch lange leben.

SCIPIO
Ich habe genug gelebt.
Genug. Genug für mich.

EMILIO
Ja, doch genügt es dem Plan
Des Schicksals nicht, dem Wohle Roms,
Der ganzen Welt, dem Himmel.

PUBLIUS
Viel hast Du getan und viel mehr
Will man noch von Dir. Du gehst nicht
Ohne ein Geheimnis fort, Scipio, stolz
Auf den Lorbeer Deiner Ahnen und des Vaters.
Den ersten Schweiss des ruhmreichen iberischen
Feldzugs hast Du nicht aus Zufall nur vergossen.
Nicht aus Zufall trägst Du jenen Namen,
der Verhängnis für Afrika bedeutet, Mir war es gegeben,
Eine so grosse Feindin ins Joch zu zwingen. An Dir ist
Es, sie zu zerstören.
Geh, bereite aber Deine Brust auf
Unglück nicht minder vor als auf Triumphe. In jedem
Los bleibt sich die Tugend selber gleich. Berührt
Wird sie wohl von widrigem Geschick, doch nicht erdrückt.
Hat sie weniger Glück,
Wird sie um so erhabener.

Nr. 7 - Arie

PUBLIUS
Auf steilem Hange die bejahrte Eiche
Wird im Widerstand zum Wind, der sie bekämpft,
Sicherer und fester.

Entlaubt der Winter ihre Krone,
Senkt sie die Wurzel tiefer in den Grund.
Kraft gewinnt sie, wenn an Schönheit sie verliert.

Rezitativ

SCIPIO
Da dem Willen des Geschickes sich zu widersetzen
Doch vergeblich ist, werde ich gehorchen.

COSTANZA
Scipio,
Nun ist es Zeit zu wählen.

FORTUNA
Unterrichtet bis Du nun.
Du kannst urteilen über uns.

SCIPIO
Publius, man will,
Dass eine dieser Göttinnen …

PUBLIUS
Alles ist mir bekannt.
Wähle nach Deinem Willen.

SCIPIO
Rate mir,
Erhabener Vater!

EMILIO
Mein Sohn, um den Ruhm der rechten Wahl
Brächte Dich mein Rat!

FORTUNA
Wenn Du begehrst, glücklich zu sein,
Scipio, lass mich Deiner nicht überdrüssig werden.
Fasse den Augenblick. Ergreife mich beim Schopf.

SCIPIO
Doch Du, die mich sosehr bedrängt,
Sag, aus welchem Grund
Soll ich Dir folgen? Warum soll ich
Dich eher wählen als die andere?

FORTUNA
Und was wirst Du tun,
Wenn ich nicht als Freundin Deine Taten
Unterstütze? Weisst Du, was ich vermag? Ich bin
Gebieterin über jedes Übel, jedes Gut
Dort unten. Dies ist die Hand,
Die nach ihrer Laune Freud und Leid,
Beleidigung und Ehre,
Elend und Schätze austeilt. Ich hin es,
Die Reiche erstehen lässt, zerstört
Und neu erbaut. Ich verwandle, wenn es mir gefällt,
Die Hütte in einen Thron und, wenn ich will,
Den Thron in eine Hütte. Mir untertan
Sind Unwetter des Himmels
Und die Stürme des Meers. Das Geschick
Der Schlachten regle ich. Wenn ich gnädig bin,
Lasse ich selbst aus Verlusten
Die Siegespalme spriessen und, bin ich zornig,
Entwinde ich den Lorbeer noch im Sieg
Der Hand des Siegers. Was noch? In meinem Reiche
Sind weder Wert noch Tugend
Davor bewahrt, denn, wenn das Schicksal will,
Scheint der Feigste stark und feig der Starke
Und Astreas spottend,
Ist die Schuld im Recht und ist die Unschuld schuldig.

Nr. 8 - Arie

FORTUNA
Auf wen ich heiter blicke,
Dem ist des Nachts der Himmel hell.
Im Frost beginnt die Erde
Neu für ihn zu spriessen.

Auf wen ich aber finstere
Düstere Blicke werfe,
Dem versagt der Wald die Zweige;
Keine Welle findet er im Meer.

Rezitativ

SCIPIO
Und gibt es keinen,
Der sich einer so ungeheuren Macht entgegenstellt?

COSTANZA
Ja, die Beständigkeit,
Ich, Scipio, ich allein
Schreibe ihrem gefürchteten Reiche
Gesetze und Grenzen vor.
Wo ich bin, dort reicht die Herrschaft
Der Unbeständigen nicht hin, denn vor mir
Haben weder ihre Gaben Glanz,
Noch Schrecken ihre Drohungen. Wohl müssen
Manchmal Wert und Tugend durch sie
Beleidigung erdulden, doch ihre üblen Werke
Enthüllt und rächt die Zeit.
Ich bin es und nicht sie,
Die Reiche erhält. Rom und Deine Ahnen
Wissen es. Die Freiheit Roms war wohl erschüttert,
Bedrängt durch Brennus nah am Tarpejischen Fels,
Doch nicht zerstört.
Wohl sah am Aufidus der römische Konsul
Ringsum die jungen Krieger elend zugrunde gehen,
Doch er verzweifelte nicht.
Zur Krönung seines Ruhms
Eilte Hannibal nach Rom
Und verdunkelte es beinah durch seine Standarten.
Statt dessen fand er, dass auf dem Boden Roms
Ein Sieg ihm teuer zu stehen käme.
Mein sind solch schöne Beweise, und ihnen
Hält das Glück nicht stand. Es wird ihrer müde.
Schliesslich ändert sich das Bild und, sich selbst
Zum Trotze, wird das Glück mir untertan.

Nr. 9 - Arie

COSTANZA
Weiss umflutet, scheint der Fels
Im Meer zu wanken.
Zu verschlingen
Scheint ihn die aufgetürrnte See.

Doch der umkämpfte Stein
Hält stand mit Stolz.
Das ebene, beruhigte Meer
Leckt dann seinen Fuss.

Rezitativ

SCIPIO
Nicht weiter, schöne Beständigkeit.
Führe mich, wohin Du willst. Anderer achte ich nicht!
Hier bin ich, Dir zu folgen.

FORTUNA
Und meine Gaben?

SCIPIO
Begehre ich nicht und lehne ich ab.

FORTUNA
Und meinen Zorn?

SCIPIO
Ihm trotze ich und fürchte nichts.

FORTUNA
Vergeblich könntest Du bereuen
Eines Tages, Scipio. Sieh mir ins Gesicht.
Bedenke es und dann entscheide.

SCIPIO
Ich habe schon entschieden.

Nr. 10 - Arie

SCIPIO
Bist Du auch Gebieterin
Der ganzen Welt,
Fordere nicht noch
Macht über eine
Unerschrockene Seele,
Über ein edles Herz.

Feig mögen jene Dich verehren,
Herrschsüchtige Gottheit,
Die nichts schätzen,
Jene, die nichts haben
Als Deiner Gunst
Nichtiges Verdienst.

Rezitativ

FORTUNA
Gibt es einen Sterblichen, der es wagt,
Mir seine Huldigungen zu verweigern?
Der meine Gunst nicht zu erlangen trachtet?

SCIPIO
Ja, mich.

FORTUNA
Nun gut, erlebe mich als Gegnerin. Heda, kommt,
Grauenvolles Unheil, düsteres Unglück,
Diener meines Zorns: Kommt über den Verwegenen,
Ich liefere ihn Euch aus.

SCIPIO
Himmel, was ist das? Welch blutrotes Licht.
Welche Nebelschleier! Welche Stürme!
Welche Finsternis. Ach, wie dröhnt
Das furchtbare Tosen
Stürzender Sphären. Hunderte von Blitzen
Streifen mein Haupt. Es scheint, als würde im Himmel
Alles zusammenbrechen. Nein, ich fürchte nichts.
Ruchloses Glück, vergeblich drohst Du, vergeblich,
Tückische, ungerechte Göttin ... Doch wer rüttelt
Mich? Mit wem spreche ich? Wo bin ich? Das ist doch
Massinissas Wohnsitz? Und Publius? Und der Vater?
Die Sterne? Der Himmel? Alles ist verschwunden!
War alles, was ich sah, ein Traum?
Nein, die Beständigkeit, sie war kein Traum. Sie bleibt bei mir.
Ich fühle, wie die Gottheit meine Brust erfüllt.
Ich verstehe Euch, Ihr Götterfreunde:
Das Zeichen nehme ich an.


HULDIGUNG
(Huldigungskantate zur Inthronisierung von Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo)

Rezitativ

LICENZA
Es ist nicht Scipio, oh Herr (ach, wer könnte
Dich belügen!), Gegenstand meiner Verse
Ist nicht Scipio. Die Rede ist von Dir,
Wenn ich von ihm spreche. Jener erlauchte Name
Ist der Schleier, durch den
Meine Ehrfurcht sich verbirgt.
Die Lippen preisen Scipio und Hieronymus das Herz.

Nr. 11 a - Arie

LICENZA
Ach, wozu in dem, was der Vergessenheit
Entrissen wurde, suchen,
Was uns der Himmel gibt in Dir.
Wer Tugendbeweise sucht,
Hört sie von jenen, sieht sie aber in Dir,
Und stets ist dem trägeren Ohr
Weniger zu trauen als dem Blick.

Nr. 12 - Chor

CHOR
Hundertfach, mit frohem Angesicht, Erhabener
Fürst, kehre aus den Meereswogen die
Morgendämmerung eines so heiteren Tages wieder.

Ehren soll die unbeständige Göttin
Die Mitra, die Du auf dem Haupte trägst,
Die grosse Seele, die Deine Brust umschliesst.

Personaggi:
SCIPIONE (tenore)
LA COSTANZA (soprano)
LA FORTUNA (soprano)
PUBLIO, nonno adottivo de Scipione (tenore)
EMILIO, padre die Scipione (tenore)
LICENZA (soprano)
CORO di eroi



ATTO SOLO

Recitativo

FORTUNA
Vieni e segui miei passi,
O gran figlio d'Emilio.

COSTANZA
I passi miei,
Vieni e siegui, o Scipion.

SCIPIONE
Chi è mai l'audace
Che turba il mio riposo?

FORTUNA
Io son.

COSTANZA
Son io;
E sdegnar non ti dèi.

FORTUNA
Volgiti a me.

COSTANZA
Guardami in volto.

SCIPIONE
Oh dei,
Qualle abisso di luce!
Quale ignota armonia! Quali sembianze
Son queste mai sì luminose e liete!
E in qual parte mi trovo? E voi chi siete?

COSTANZA
Nutrice degli eroi.

FORTUNA
Dispensatrice
Di tutto il ben che l'universo aduna.

COSTANZA
Scipio, io son la Costanza.

FORTUNA
Io la Fortuna.

SCIPIONE
E da me che si vuol?

COSTANZA
Ch'una fra noi
Nel cammin della vita
Tu per compagna elegga.

FORTUNA
Entrambe offriamo
Di renderti felice.

COSTANZA
E decider tu dèi
Se a me più credi, o se più credi a lei.

SCIPIONE
Io? Ma dèe... Che dirò?

FORTUNA
Dubiti!

COSTANZA
Incerto
Un momento esser puoi!

FORTUNA
Ti porgo il crine,
E a me non t'abbandoni?

COSTANZA
Odi il mio nome,
Nè vieni a me?

FORTUNA
Parla.

COSTANZA
Risolvi.

SCIPIONE
E come?
Se volete ch'io parli,
Se risolver degg'io, lasciate all'alma
Tempo da respirar, spazio onde possa
Riconoscer se stessa.
Ditemi dove son, chi qua mi trasse,
se vero è quel ch'io veggio,
Se sogno, se son desto o se vaneggio.


No. 1 - Aria

SCIPIONE
Risolver non osa
Confusa la mente,
Che opressa si sente
Da tanto stupor.
Delira dubbiosa
Incerta vaneggia
Ogni alma che ondeggia
Fra'moti del cor.


Recitativo

COSTANZA
Giusta è la tua richiesta. A parte, a parte
Chiedi pure, e saprai
Quanto brami saper.

FORTUNA
Si, ma sian brevi,
Scipio, le tue richieste. Intollerante
Di risposo son io. Loco ed aspetto
Andar sempre cangiando è mio diletto.


No. 2 - Aria

FORTUNA
Lieve sono al par del vento;
Vario ho il volto, il piè fugace;
Or m'adiro, e in un momento
Or mi torno a serenar.
Sollevar le moli oppresse
Pria m'alletta, e poi mi piace
D'atterrar le moli istesse
Che ho sudato a sollevar.

Recitativo

SCIPIONE
Dunque ove son? La reggia
Di Massinissa, ove poc'anzi i lumi
Al sonno abbandonai,
Certo questa non'.

COSTANZA
No. Lungi assai
É l'Africa da noi. Sei nell'immenso
Tempio del ciel.

FORTUNA
Non lo conosci a tante
Che ti splendono intorno
Lucidissime stelle? A quel che ascolti
Insolito concento.
Dele mobili sfere? A quel che vedi
Di lucido zaffiro
Orbe maggior che le rapisce in giro?

SCIPIONE
E chi mai tra le sfere, o dèe, produce
Un contento sì armonico e sonoro?

COSTANZA
L'istessa ch'è fra lorto
Di moto e di misura
Proporzionata ineguaglianza. Insieme
Urtansi nel girar; rende ciascuna
Suon dall'altro distinto;
E si forma di tutti un suon concorde.
Viarie così le corde
Son d'una cetra; e pur ne tempra in guisa
E l'orecchio e la man l'acuto e il grave,
Che dan, percosse, un'armonia soave.
Questo mirabil nodo,
Questa ragione arcana
Che i dissimili accorda,
Proporzion s'appella, ordine e norma
Universal delle create cose.
Questa è quel che nascose,
D'altro saper misterioso raggio,
Entro i numeri suoi di Samo il saggio.

SCIPIONE
Ma un armonia si grande
Perchè non giunge a noi? Perchè non l'ode
Chi vive lá nella terrestre sede?

COSTANZA
Troppo il poter de'vostri sensi eccede.


No. 3 - Aria

COSTANZA
Ciglio che al sol si gira
Non vede il sol che mira,
Confuso in quell'istesso
Eccesso di splendor.
Chi lá del Nil cadente
Vive alle sponde apresso,
Lo strepito non sente
del rovinoso umor.


Recitativo

SCIPIONE
E quali abitatori...

FORTUNA
assai chiedesti:
Eleggi alfin.

SCIPIONE
Soffri un istante. E quali
Abitatori han queste sedi eterne?

COSTANZA
Ne han molti e vari in varie parti.

SCIPIONE
In questa,
ove noi siam, chi si raccoglie mai?

FORTUNA
Guarda sol chi s'appressa, e lo saprai.


No. 4 - Coro

CORO
Germe di cento eroi,
Di Roma onor primiero,
Vieni, che in ciel straniero
Il nome tuo non è.
Mille trovar tu puoi.
Orme degli avi tuoi
nel lucido sentiero
Ove inoltrasti il piè.


Recitativo

SCIPIONE
Numi, è vero o m'inganno? Il mio grand'avo,
Il domator dell'Africa rubello
Quegli non è?

PUBLIO
Non dubitar, son quello.

SCIPIONE
Gelo d'orror! Dunque gli estinti....

PUBLIO
Estinto, Scipio, io non son.

SCIPIONE
Ma in cenere disciolto
Tra le funebri faci,
Gran tempo è giá, Roma ti pianse.

PUBLIO
Ah taci:
Poco sei noto a te. Dunque tu credi
Che quella man, quel volto,
Quelle fragili membra onde vai cinto
Siano Scipione? Ah non è vero Son queste
Solo una veste tua. Quel che le avviva
Puro raggio immortal, che non ha parti
E scioglier non si può che vuol, che intende,
Che rammenta, che pensa,
Che non perde con gli anni il suo vigore,
Quello, quello è Scipione e quel non muore.
troppo iniquo il destino
Sraia della virtù, s'oltre la tomba
Nulla di noi restasse, e s'altri beni
Non vi vosser di quei
Che in terra per lo più toccano a'rei.
No, Scipio: la perfetta
D'ogni cagion Prima Cagione ingiusta
esser così non può. V'è doppo il rogo,
V'è merce da sperar. Quelle che vedi
Lucide eterne sedi,
serbansi al merto; e la più bella è questa
In cui vive con me qualunque in terra
La patria amò, qualunque offri pietoso
Al publico riposo i giorni sui,
Chi sparse il sangue a benefizio altrui.


No. 5 - Aria

PUBLIO
Se vuoi che te raccolgano
Questi soggiorni un dì,
degli avi tuoi rammentati,
Non ti scordar di me.
Mai non cessò di vivere
Chi come noi morrì:
Non merito di nascere
Chi vive sol per sè.


Recitativo

SCIPIONE
Se qui vivon gli eroi...

FORTUNA
Se paga ancora
La tua brama non è , Scipio, è giá stanca
La tolleranza mia. Decidi...

COSTANZA
Eh lascia
Ch'ei chieda a voglia sua. Ciò ch'egli apprende
Atto lo rende a giudicar fra noi.

SCIPIONE
Se qui vivon gli eroi
Che alla patria giovar, tra queste sedi
Perchè non miro il genitor guerriero?

PUBLIO
L'hai su gli occhi e nol vedi?

SCIPIONE
É vero, è vero.
Perdona, errai, gran genitor; ma colpa
Delle attonite ciglia
É il mio tardo veder, non della mente,
Che l'immagine tua sempre ha presente.
Ah sei tu! Giá ritrovo
L'antica in quella fronte
Paterna maestá. Gia nel mirarti
Risento i moti al core
Di rispetto e d'amore. Oh fausti numi!
Oh caro padre! Oh lieto dì. Ma come
Si tranquillo m'accogli? Il tuo sembiante
Sereno è ben, ma non comosso. Ah dunque
non provi in rivedermi
Contento eguale al mio!

EMILIO
Figlio, il contento
Fra noi serba nel Cielo altro tenore.
Qui non giunge all'affanno, ed è maggiore.

SCIPIONE
Son fuor di me. Tutto quassù m'è nuovo,
Tutto stupir mi fa.

EMILIO
Depor non puoi
Le false idee che ti formasti in terra,
E ne stai si lontano. Abassa il ciglio:
Veddi laggiù d'impure nebbie avvolto
Quel picciol globo, anzi quel punto?

SCIPIONE
Oh stelle!
É la terra?

EMILIO
Il dicesti.

SCIPIONE
E tanti mari
E tanti fiumi e tante selve e tante
Vastissime province, opposti regni,
popoli differenti? E il Tebro? E Roma?...

EMILIO
Tutto è chiuso in quel punto.

SCIPIONE
Ah, padre amato,
Che picciolo, che vano,
Che misero teatro ha il fasto umano!

EMILIO
Oh se di quel teatro
Potessi, o figlio, esaminar gli attori;
Se le follie, gli errori,
I sogni lor veder potessi, e quale
Di riso per lo più degna cagione
Gli agita, gli scompone,
Li rallegra, gli affligge o gl'innamora,
Quanto più vil ti sembrerebbe ancora!


No 6 - Aria

EMILIO
Voi collogiù ridete
D'un fanciullin che piange,
Che la cagion vedete
Del folle suo dolor.
Quassù di voi si ride,
Che dell'etá sul fine,
tutti canuti il crine,
Siete fanciulli ancor.


Recitativo

SCIPIONE
Publio, padre, ah lasciate
Ch'io rimanga con voi. Lieto abbandono
Quel soggiorno laggiù troppo infelice.

FORTUNA
Ancor non è permesso.

COSTANZA
Ancor non lice.

PUBLIO
Molto a viver ti resta.

SCIPIONE
Io vissi assai;
Basta, basta per me.

EMILIO
Si,ma non basta
A'disegni del fato, al ben di Roma,
Al mondo , al Ciel.

PUBLIO
Molto facesti e molto
Di più si vuol da te. Seza mistero
Non vai, Scipione, altero
E degli aviti e de'paterni allori.
I gloriosi tuoi primi sudori
Per le campagne ibere
A caso non spargesti; e non a caso
Porti quel nome in fronte
Che all'Africa è fatale. A me fu dato
Il soggiogar sì gran nemica; e tocca
Il distruggerla a te. Va, ma prepara
Non meno alle sventure
Che a'trionfi il tuo petto. In ogni sorte
L'istessa è la virtù. L'agita, è vero,
Il nemico destin, ma non l'opprime;
E quando è men felice, è più sublime.


No. 7 - Aria

PUBLIO
Quercia annosa su l'erte pendici
Fra'l contrasto de'venti nemici
Più sicura, più salda si fa.
Chè se'l verno le chiome le sfronda,
Più nel suolo col piè si profonda;
Forza acquista, se perde beltá.


Recitativo

SCIPIONE
Giacchè al voler de'Fati
L'opporsi è vano, ubbidirò.

COSTANZA
Scipione,
Or di scegliere è il tempo.

FORTUNA
Istrutto or sei;
Puoi giudicar fra noi.

SCIPIONE
Publio, si vuole
Ch'una di queste dèe...

PUBLIO
Tutto m'è noto.
Eleggi a voglia tua.

SCIPIONE
Deh mi consiglia,
Gran genitor!

EMILIO
Ti usurperebbe, o figlio,
La gloria dela scelta il mio consiglio.

FORTUNA
Se brami esser felice,
Scipio, non mi stancar: prendi il momento
In cui t'offro il crin.

SCIPIONE
Ma tu che tanto importuna mi sei, di': qual ragione
Tuo seguace mi vuol? Perchè degg'io
Sceglier più che l'altra?

FORTUNA
E che farai, s'io non secondo amica
L'imprese tue? Sai quel ch'io posso? Io sono
D'ogni mal, d'ogni bene
L'arbitra collagiù. Questa è la mano
Che sparge a suo talento e gioie e pene
Ed oltraggi ed onori,
E miserie e tesori. Io son collei
Che fabbrica, che strugge,
Che rinnova gl'imperi, Io, se mi piace,
In soglio una capanna, io quando voglio,
Cangio in capanna un soglio.
A me soggetti
Sono i turbini in cielo,
Son le tempeste in mar. Delle bataglie
Io regolo il destin. se fausta io sono,
dalle perdite istesse
Fo germogliar le palme; e s'io m'adiro,
Svelgo di man gli allori
Sul compir la vittoria ai vincitori.
Che più? Dal regno mio
non va esente il valore,
Non la virtù; chè, quando vuol la Sorte,
Sembra forte il più vil, vile il più forte;
E a dispetto d'Astrea
La colpa è giusta e l'innocenza è rea.


No. 8 - Aria

FORTUNA
A chi serena io miro
Chiaro è di notte il cielo;
Torna per lui nel gelo
La terra a germogliar.
Ma se a taluno io giro
Torbido il guardo e fosco,
Fronde gli niega il bosco,
Onde non trova in mar.


Recitativo

SCIPIONE
E a sì enorme possanza
Chi s'opponga non v'è?

COSTANZA
Sì, la Costanza.
Io, Scipio, io sol prescrivo
Limiti e leggi al suo temuto impero.
Dove son io non giunge
L'instabile a regnar; che in faccia mia non han luce i suoi doni,
Nè orror le sue minacce. É ver che oltraggio
Soffron da lei
Il valor , la virtù; ma le bell'opre
Vindice de'miei torti, il tempo scopre.
Son io, non è costei,
Che conservo gl'imperi: e gli avi tuoi,
La tua Roma lo sa. Crolla ristretta
da brenno, è ver, la liberta latina
Nell'angusto tarpeo, ma non ruina.
Dell'Aufido alle sponde
Se vede, è ver, miseramente intorno
Tutta perir la gioventù guerriera
Il console roman, ma non dispera.
Annibale s'affretta
Di Roma ad ottener l'ultimo vanto
E co' vessilli suoi quais l'adombra;
Ma trova in Roma intanto
Prezzo il terren che vincitore ingombra.
Son mie prove sì belle; e a queste prove
Non resiste Fortuna. Ella si stanca;
E alfin cangiando aspetto,
Mia suddita diventa suo dispetto.


No. 9 - Aria

COSTANZA
Biancheggia in mar lo scoglio,
Par che vacilli, e pare
Che lo sommerga il mare
Fatto maggior di sè.
Ma dura a tanto orgoglio
Quel combattuto sasso;
E'l mar tranquillo e basso
poi gli lambisce il piè.


Recitativo

SCIPIONE
Non più. Bella Costanza,
Guidami dove vuoi. D'altri non curo;
Eccomi tuo seguace.

FORTUNA
E i donni miei?

SCIPIONE
Non bramo e non ricuso.

FORTUNA
E mio furore?

SCIPIONE
Non sfido e non spavento.

FORTUNA
In van potresti,
Scipio, pentirti un dì. Guardami in viso:
Pensaci, e poi decidi.

SCIPIONE
Hò giá deciso.


No. 10 - Aria

SCIPIONE
Di' che sei l'arbitra
Del mondo intero,
ma non pretendere
Perciò l'impero
D'un'alma intrepida,
D'un nobil cor.
Te vili adorino,
Nume tiranno,
Quei che non prezzano,
Quei che non hanno
Che il basso merito
Del tuo favor.


Recitativo

FORTUNA
E v'è mortal che ardisca
Negarmi i voti suoi? Che il favor mio
Non procuri ottener?

SCIPIONE
Sì, vi son io.

FORTUNA
E ben, provami avversa. Olá venite,
Orribili disastri atre sventure,
Ministre del mio sdegno:
Quell'audace opprimete; io vel consegno.

SCIPIONE
Stelle, che fia? Quel sanguinosa luce!
Che nembi! che tempeste!
Che tenebre son queste? Ah qual rimbomba
Per le sconvolte sfere
Trerribile fragor! Cento saette
Mi striscian fra le chiome; e par che tutto
Vada sossopra il ciel. No, non pavento,
Empia Fortuna in van minacci; in vano
Perfida, ingiusta dea... Ma chi mi scuote?
Con chi parlo? Ove son? Di Massinissa
Questo è pure il soggiorno. E Publio? E il padre?
E gli astri? E l'Ciel? Tutto sparì. Fu sogno
tutto ciò ch'io mirai? No, la Costanza
Sogno non fu: meco rimase Io sento
Il nume suo che mi riempie il petto.
V'intendo, amici dei: l 'augurio accetto.


Recitativo

LICENZA
Non è Scipio, o signore (ah chi potrebbe
Mentir d'inanzi a te!) non è l'oggetto
Scipio de'versi miei. Di te ragiono,
Quando parlo di lui.
Quel nome illustre
É un vel di cui si copre
Il rispettoso mio giusto timore.
Ma Scipio esalta il labbro, e di Girolamo il core.


No. 11 - Aria

LICENZA
Ah perchè cercar degg'io
Fra gli avanzi dell'oblio
Ciò che in te ne dona il Ciel!
Di virtù chi prove chiede,
L'ode in quelli, in te le vede:
E l'orecchio ognor del guardo
É più tardo e men fedel.

CORO
Cento volte con lieto sembiante,
Prence eccelso, dall'onde marine
Torni l'alba d'un dì sì seren.
E rispetti la diva incostante
Quella mitra che porti sul crine,
L 'alma grande che chiudi nel sen.

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Partitur

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