Cavalleria Rusticana

Cavalleria Rusticana

Libretto

Giovanni Targiono-Tozzetti und Guido Menasc

Uraufführung

17. Mai 1890, Rom (Teatro Costanzi)

Besetzung

SANTUZZA, eine junge Bäuerin (Sopran)
TURIDDU, ein junger Bauer (Tenor)
LUCIA, Mutter von Turiddu (Alt)
ALFIO, ein Fuhrmann (Bariton)
LOLA, Frau von Alfio (Mezzosopran)

LANDLEUTE (Männer, Frauen, Kinder),
CHOR (hinter der Szene)

Ort

Zeit

um 1880

Mascagni, Pietro

Mascagni, Pietro
7.12.1863 Livorno - 2.8.1945 Roma


Bühnenwerke
mit Datum/Ort der Uraufführung:

Zilia (c.1877 inc)
Pinotta (c.1880; 23.3.1932 San Remo)
Il re a Napoli (? Cremona)
Guglielmo Ratcliff (c.1885; 16.2.1895 Milano)
Cavalleria rusticana (17.5.1890 Roma)
L'amico Fritz (31.10.1891 Roma)
I Rantzau (10.11.1892 Firenze)
Silvano (25.3.1895 Milano)
Zanetto (2.3.1896 Pesaro)
Iris (22.11.1898 Roma)
Iris [rev] (19.1.1899 Milano)
Le maschere (17.1.1901 Genova; Milano; Roma; Torino; Venezia; Verona)
Amica (16.3.1905 Monte Carlo)
Isabeau (2.6.1911 Buenos Aires)
Parisina (15.12.1913 Milano)
Parisina [rev] ()
Lodoletta (30.4.1917 Roma)
Sì (13.12.1919 Roma)
Scampolo (1921)
Il piccolo Marat (2.5.1921 Roma)
Nerone (16.1.1935 Milano)
I Bianchi ed i Neri (1940)
rev = Bearbeitung / inc = Fragment



Sizilianische Bauernehre


EINZIGER AKT
Der junge Bauer Turiddu singt am Ostermorgen zu Ehren der schönen, leichtfertigen Lola, die er liebt, eine »Sicillana«, obwohl die junge Frau mit dem Fuhrmann Alfio verheiratet ist. Turiddu, der mit Lola, bevor er seinen Militärdienst ableisten musste, verlobt war, fand sie bei seiner Rückkehr verheiratet vor und tröstete sich bei der junge Santuzza, der er die Ehe versprach. Bald brach die alte Liebe zwischen Turiddu und Lola wieder durch, weil Alfio oft nicht zu Hause war. Die beleidigte Santuzza, wütend und eifersüchtig, sucht Mamma Lucia, die gerade in die Ostermesse gehen will, auf und will ihr alles erzählen. Beide werden durch Alfios Ankunft unterbrochen; ängstlich gibt Santuzza Lucia ein Zeichen, zu schweigen. Alfio bestätigt, am Morgen Turiddu in der Nähe seines Hauses gesehen zu haben, obwohl dieser angeblich in Francofonte Wein holen sollte. Alfio geht mit den Leuten, die sich um ihn gesammelt haben, in die Kirche, während Lucia die Wahrheit über ihren Sohn erfährt. Entsetzt geht sie in die Messe, um für Santuzza, die Turiddu zu einer Aussprache erwarten will, zu beten. Kurz darauf stürmt Turiddu herein; er sucht seine Mutter. Santuzza bezichtigt ihn der Treulosigkeit; gereizt antwortet Turiddu und leugnet, Lola zu lieben. Die Auseinandersetzung wird durch Lola unterbrochen, die auf dem Weg zur Kirche vorbeikommt und Santuzzas Anspielungen spöttisch begegnet. Vergeblich beschwört Santuzza Turiddu, zu ihr zurückzukehren. Wütend schleudert er sie zu Boden, um Lola nachzueilen. Die junge Bäuerin verflucht ihren Geliebten, ihre Liebe schlägt in Hass um. In dieser Stimmung findet sie Alfio, dem sie weinend alles enthüllt. Kaum hat sie ausgesprochen, als ihr bewusst wird, was sie angerichtet hat: Alfio ist ausser sich vor Wut und schwört Rache.
Nach der Messe strömen die Leute ins Freie. Turiddu lädt alle zu einem Umtrunk ein. Er will auch Alflio ein Glas Wein anbieten, doch dieser lehnt schroff ab. Turiddu wird klar, dass Alfio alles weiss; er umarmt seinen Gegner und beisst ihn ins rechte Ohr, was nach sizilianischer Sitte einen Zweikampf mit dem Messer auf Leben und Tod bedeutet. Turiddu nimmt Abschied von seiner Mutter und bittet sie, für Santuzza zu sorgen, falls er nicht zurückkehre, dann stürzt er, ehe sie recht begreift, davon. Die Dorfbewohner strömen aufgeregt zusammen. Eine Frau kündet mit schriller Stimme Turiddus Tod. Lucia und Santuzza stürzen ohnmächtig zu Boden.
--> OPER "in nuce"
ONE AND ONLY ACT
A Square in a Sicilian village early on Easter Sunday
Before the curtain rises Turiddu can be heard serenading Lola.
Santuzza nervously approaches Turiddu's mother, Mamma Lucia, as she opens her wine shop, and asks where Turiddu is. When Mamma Lucia answers that Turiddu has gone to Francofonte to buy wine, Santuzza replies that this cannot be so, as he has been seen in the village. Mamma Lucia is agitated at this news, as Turiddu has not been home. When Alfio appears and confirms that Turiddu has been seen hear his home early in the morning, Santuzza prevents Mamma Lucia from questioning him further.
The villagers gather in the square and sing an Easter hymn before going into church.
Santuzza tells Mamma Lucia the story of her affair with Turiddu. Before leaving for military service he had been in love with Lola, but, returning to find her married to Alfio, he had consoled himself with Santuzza. Lola, piqued by Turiddu's desertion, had wanted him back, and he had returned to his first love, abandoning the dishonored Santuzza, who wants to beg him to take pity on her. Mamma Lucia, murmuring a prayer for Santuzza, goes into church and Santuzza waits for Turiddu. He accuses her of spying on him and complains that her jealousy is driving him mad.
Lola appears and after taunting Santuzza, goes into church. Turiddu prepares to follow her and Santuzza, her pleading changed into anger, screams a curse at him. Alfio appears, and still possessed by jealous rage, she tells him of Turiddu's affair with Lola, and he swears vengeance.
The villagers stop at Mamma Lucia's for a glass of wine on the way home from church. Turiddu offers Alfio a glass, but he answers that it would poison him - an insult which must lead to a duel. As the crowd disperses, Turiddu, now sober, calls to his mother who had been inside and unaware of what had happened, bids her farewell and entrusts Santuzza to her care.
He rushes out and soon afterwards there is a cry - Turiddu has been killed.
Chevalerie rustique
Après un long prélude, on entend en coulisses une «sicilienne» («O Lola») chantée par Turiddu.
ACTE UNIQUE
C'est Pâques, en Sicile; les villageois vont et viennent cependant que Santuzza s'enquiert de Turiddu auprès de la mère de celui-ci, la cabaretière Mamma Lucia. Alfio, riche charretier, chante joyeusement sa vie errante («Il cavallo scalpita») et vante son épouse, Lola. Il revèle incidemment que Turiddu a été vu près de chez lui la nuit précédente.
Santuzza se joint à la prière des villageois («Ineggiamo»), mais n'ose entrer à l'église, ayant péché avec Turiddu. Elle apprend à Mamma Lucia que celui-ci la délaisse désormais pour Lola, son ancienne fiancée («Voi lo sapete, o Mamma»). Turiddu paraît enfin (duo «Tu qui, Santuzza»), repousse Santuzza et accueille galamment Lola que Santuzza insulte. Folle de rage, Santuzza avertit Alfio, qui jure vengeance.
Un intermezzo orchestral détend l'atmosphère, et à la sortie de l'office, Turiddu entonne un brindisi («Viva il vino spumeggiante»), mais Alfio le provoque en duel. Turiddu fait ses adieux à sa mère («Mamma, quel vino è generoso») et rejoint Alfio au-dehors. Santuzza accourt, angoissée; une paysanne crie, de loin: «on a tué Compar Turiddu!» L'honneur est sauf; Santuzza s'évanouit.
ATTO UNICO
La vicenda si svolge in Sicilia, alla fine del'Ottocento.
È la mattina di Pasqua. Turiddu, tornato dal servizio militare, aveva saputo che l'amatissima Lola era nel frattempo andata sposa al carrettiere Alfio. Si era consolato, allora, con Santuzza, ma ora - dopo averla sedotta - gli viene a noia. La giovane non si rassegna e lo affronta disperatamente, ma ne viene respinta. Santuzza allora, per vendicarsi, rivela ad Alfio che Lola lo tradisce con Turiddu.

Si svolge il rito pasquale. Al termine Turiddu invita tutti quanti a bere nell'osteria della madre Lucia. Quando gli animi sono surriscaldati dal vino, giunge compare Alfio che sfida a duello il rivale Turiddu. Prima di uscire per recarsi al duello mortale, Turiddu chiede alla madre una benedizione e le affida la povera Santuzza. Il duello avviene poco dopo dietro la chiesa: una voce disperata grida, dal fondo che "hanno ammazzato compare Turiddu".


Sizilianische Bauernehre


Personen:
SANTUZZA, eine junge Bäuerin (Sopran)
TURIDDU, ein junger Bauer (Tenor)
LUCIA, Mutter von Turiddu (Alt)
ALFIO, ein Fuhrmann (Bariton)
LOLA, Frau von Alfio (Mezzosopran)

LANDLEUTE (Männer, Frauen, Kinder),
CHOR (hinter der Szene)

EINZIGER AUFZUG

Vorspiel und Siziliana

TURIDDU
hinter dem Vorhang
O Lola, rosengleich blühn deine Wangen,
rot wie Kirschen leuchten deine Lippen;
wer dir vom Mund Küsse darf nippen,
trägt nach dem Paradiese kein Verlangen.
Wohl steht vor deiner Tür ein warnendes Mal,
dennoch, ach, lieb' ich dich zu meiner Qual;
und ohne Zaudern eilt' ich zur Hölle,
fänd' ich im Paradies nicht dein holdes Antlitz.
Ah! ah, ah, ah!


ERSTER AUFTRITT
Landleute (Männner, Frauen, Kinder)

Ein Platz in einem sizilianischen Dorf. Im Hintergrund, rechts, eine alte Kirche mit praktikablem Tor; links das Wirtshaus und das Haus der alten Lucia. Es ist Ostermorgen

Glocken in der Kirche. Anfangs ist die Bühne leer. Morgendämmerung. Landleute, Männer, Frauen, Kinder schreiten über die Bühne. Die Kirche wird geöffnet und die Menge geht hinein. Die Bühne bleibt leer.

Nr. 1 - Eingangschor

FRAUEN
hinter der Szene
Ah!

MÄNNER
hinter der Szene
Ah!

FRAUEN
hinter der Szene
Duftig erglänzen
Orangen in Grün gehüllt,
Lerchen durchjubeln
den blühenden Hain.
O, süsse Lenzeslust,
Liebe und fröhliche Lieder,
sie knospen neu uns,
neu uns in trunkner Brust!

Die Frauen treten auf

MÄNNER
hinter der Szene
Im goldnen Feld, inmitten reifer Ähren,
ertönet eurer Spindeln lautes Schwirren;
wenn müde dann nach Ruhe wir begehren,
wird unser Fuss nicht weiter sich verirren,
als eurer feurigen Augen Glanz uns leuchtet!
Wie der Vogel dem Lockruf, folgen auch wir euch!

Die Männer treten auf

EINIGE FRAUEN
Lasset für heute die Arbeit!
Die heilige Madonna
grüsst wieder ihn
den teuren Sohn.

ALLE FRAUEN
O, süsse Lenzeslust.
Liebe und fröhliche Lieder,
sie knospen neu uns,
neu uns in trunkner Brust!

MÄNNER
sich entfernend
Im goldnen Feld, inmitten reifer Ähren,
ertönet eurer Spindeln lautes Schwirren;
wenn müde dann nach Ruhe wir begehren,
wird unser Fuss nicht weiter sich verirren,
als eurer feurigen Augen Glanz uns leuchtet!
Wie der Vogel dem Lockruf, folgen auch wir euch!
von weitem
Ah! Ah!

FRAUEN
sich entfernend
Duftig erglänzen
Orangen in Grün gehüllt,
Lerchen durchjubeln
den blühenden Hain.
Duftig erglänzen
Orangen in Grün gehüllt! Ah!
O, süsse Lenzeslust,
Liebe und fröhliche Lieder,
sie knospen neu uns,
neu uns in trunkner Brust!
von weitem
Ah! Ah!


ZWEITER AUFTRITT
Santuzza, Lucia

Nr. 2 - Szene

SANTUZZA
tritt auf und geht zum Hause der Lucia
Saget, Mutter Lucia ...

LUCIA
heraustretend
Bist du's, was willst du?

SANTUZZA
Wo ist Turiddu?

LUCIA
Zu mir kommst du,
um meinen Sohn zu suchen?

SANTUZZA
Ich möchte fragen nur,
wollt freundlich mir verzeihen,
wo ich ihn finde.

LUCIA
Ich weiss es nicht, ich weiss es nicht,
lass mich in Frieden!

SANTUZZA
Mutter Lucia,
ich bitte Euch in Tränen,
tut, wie unser Herr mit Magdalenen,
o sagt mir mitleidsvoll,
wo ist Turiddu?

LUCIA
Er ging um Wein nach Francofonte.

SANTUZZA
Nein, man sah ihn
im Dorf noch gestern abend ...

LUCIA
Was sagst du?
Doch kam er nicht nach Hause!
wendet sich zum Eingang des Hauses
Tritt ein!

SANTUZZA
verzweifelt
Ich darf entweihen nicht
die Schwelle,
ich darf's nicht wagen,
verdammt bin ich ja von allen,
meiner Ehre beraubt!

LUCIA
Was weisst du noch
von meinem Sohn?

SANTUZZA
Welche Qual im Herzen!


DRITTER AUFTRITT
Die Vorigen, Alfio, Männer, dann Frauen, später Chor (in der Kirche)

Hinter der Bühne Peitschenknall und Schellenklang. Die Männer treten auf, dann Alfio

Nr. 3 - Lied des Alfio

ALFIO
Rossestampfen, Peitschenknall
und der muntre Glockenschall,
das ist mein Leben, hallo!
Weht der Wind auch kalt und rauh,
droht der Himmel noch so grau,
ich bleibe doch stets froh!
Rossestampfen, Peitschenknall
und der muntre Glockenschall,
das ist mein Leben!
Hallo! Hallo!

MÄNNER
Morgen so wie heute
fröhlich fort ins Weite
der wackre Fuhrmann zieht.

ALFIO
Das ist mein Leben!

MÄNNER
Er ist bald hier, bald dort!

ALFIO
Zu Hause harrt mein Weibchen,
mein zärtlich süsses Täubchen,
treu mir bis in den Tod!

FRAUEN
von weitem
Ah!

ALFIO
Zu Hause harrt mein Weibchen,
mein zärtlich süsses Täubchen,
treu mir bis in den Tod!

FRAUEN
sich näherndAh!

ALFIO
Rossestampfen, Peitschenknall
und der muntre Glockenschall,
's ist Ostern, und ich bin da!

Die Frauen treten auf

FRAUEN, MÄNNER
Morgen so wie heute
fröhlich fort ins Weite;
er ist bald hier, bald dort,
zu Ostern ist er da!

ALFIO
Hallo, das ist mein Leben!
Hallo! Morgen so wie heute
fröhlich fort ins Weite,
ziehe stets von Ort zu Ort
und bin bald hier, bald dort!
Zu Ostern bin ich da, bin da!

Der Chor geht ab; einige in die Kirche, andere nach verschiedenen Richtungen

Nr. 4 - Szene und Gebet

LUCIA
Seid gegrüsst, Vetter Alfio,
wie seid Ihr glücklich, stets froh gelaunt!

ALFIO:
lustig
Mutter Lucia,
Ihr habt wohl noch von Eurem alten Wein?

LUCIA
Weiss nicht;
mein Sohn ging fort, um neuen zu holen.

ALFIO
Turiddu ist da!
Ich sah ihn diesen Morgen
ganz nah an meinem Hause.

LUCIA:
erstaunt
Wie?

SANTUZZA
rasch zu Lucia
O schweiget!

ALFFO
Ich muss noch weiter;
Ihr geht wohl in die Kirche?
geht ab

Orgelklang in der Kirche

CHOR
in der Kirche
Regina coeli laetare

LANDLEUTE
in der Kirche
Halleluja!

CHOR
in der Kirche
Quia, quem meruisti portare

LANDLEUTE
in der Kirche
Halleluja!

CHOR
in der Kirche
Resurrexit sicut dixit.

LANDLEUTE
in der Kirche
Halleluja!

Frauen und Männer treten auf und knien vor der Kirche andächtig nieder

FRAUEN, MÄNNER
auf dem Platz
Lasst uns preisen den Herrn, der erstanden,
der uns heut' seinem Grabe entstieg;
lasst uns preisen den Herrn, der in Banden
sich erkämpfte den glorreichsten Sieg!

Orgelklang in der Kirche

SANTUZZA
Lasst uns preisen den Herrn, der erstanden,
lasst uns preisen den Herrn, der in Banden
sich erkämpfte den glorreichsten Sieg,
sich erkämpfte den Sieg!

FRAUEN, MÄNNER
auf dem Platz
Sich erkämpfte den Sieg!

CHOR
in der Kirche
Halleluja!

LUCIA, SANTUZZA, FRAUEN, MÄNNER
auf dem Platz
Lasst uns preisen den Herrn, der erstanden,
lasst uns preisen den Herrn, der in Banden
sich erkämpfte den glorreichsten Sieg!

EINIGE MÄNNER
auf dem Platz
Der uns heut' seinem Grabe entstieg,
sich erkämpfte den glorreichsten Sieg!

CHOR
in der Kirche
Halleluja, Halleluja!

SANTUZZA:
Lasst uns preisen unsern Herrn!

CHOR
in der Kirche
Halleluja!

SANTUZZA, LUCIA, FRAUEN, MÄNNER
auf dem Platz
Lasst uns preisen den Herrn, unsern Herrn!

CHOR
in der Kirche
Halleluja!

SANTUZZA, LUCIA, FRAUEN, MÄNNER
auf dem Platz, zur Kirche gewendet
Unsern Herrn, den Herrn!

CHOR
in der Kirche
Halleluja!

Alle gehen in die Kirche, ausser Santuzza und Lucia


VIERTER AUFTRITT
Lucia, Santuzza

LUCIA
Weshalb gabst du mir
ein Zeichen, zu schweigen?

Nr. 5 - Romanze und Szene

SANTUZZA
traurig, mit natürlichem Gefühl
Als Euer Sohn einst fort zog,
Heimat und Euch musst' meiden,
hat Lola er geschworen
ewige Treu beim Scheiden.
Er kam zurück, fand sie vermählet.
Zu lindern seine Schmerzen
sucht' an meinem Herzen
Trost er für seine Qualen.
Mich liebt' er, ich liebt' ihn, ah, ich liebt' ihn!
Von Neid erfasst, erwachte das alte Feuer,
vergessend ihres Gatten,
von Eifersucht getrieben,
der Leidenschaft blind hingegeben,
stahl sie den Mann mir und seine Liebe.
Was gilt mir noch das Leben,
ohne Lieb', ohne Ehre.
Lola ist nun die Seine,
und ich vergeh' und weine,
ach, mein Herz, es bricht, und ich, ich weine!

LUCIA
Gott, sei mir gnädig,
was hab' ich vernommen
an diesem heil'gen Tage?

SANTUZZA
verzweifelt
Ich Unglücksel'ge! Ich Unglücksel'ge!
Nun geht, o Mutter,
und betet fromm zum Himmel,
betet brünstig für mich.
Es kommt Turiddu;
ich möchte einmal ihn noch beschwören,
nur einmal flehn um seine Liebe!

LUCIA
Steh du gütig ihr bei,
Mutter der Gnaden!

geht in die Kirche


FÜNFTER AUFTRITT
Santuzza, Turiddu

Nr. 6 - Duett

TURIDDU
tritt auf
Du hier, Santuzza?

SANTUZZA
Ich harrte deiner.

TURIDDU
's ist Ostern,
du gehst nicht zur Kirche?

SANTUZZA
Nein, nein!
Du musst mich hören!

TURIDDU
Ich suche die Mutter!

SANTUZZA
Ich muss mit dir sprechen.

TURIDDU
Nein, nein, nicht hier!

SANTUZZA
fast gesprochen
O sag, wo warst du?

TURIDDU
nach einer Pause; fast gesprochen
Was kümmert's dich?
Pause
In Francofonte.

SANTUZZA
heftig
Das ist nicht wahr!

TURIDDU
Santuzza, glaube mir.

SANTUZZA
Nein, lüge nicht,
man sah dich heimlich
schleichen ums Dorf ...
Und heut' am frühen Morgen
warst du, Falscher,
schon an Lolas Tür.

TURIDDU
Wie, du verfolgst mich?

SANTUZZA
Nein! ... Ich kann's beschwören.
Soeben hat's erzählt Vetter Alfio,
ihr Mann, der hier vorbeikam.

TURIDDU
So also lohnest du mir meine Liebe?
Willst du mich töten?

SANTUZZA
Ach, sprich nicht dieses Wort!

TURIDDU
Nun denn, so lass mich, lasse mich!
Du wirst mich nicht betören
und nicht beschwicht'gen meinen Zorn!

SANTUZZA
Gesteh, du liebst sie?

TURIDDU
Nein!

SANTUZZA
Viel schöner wohl ist Lola ...

TURIDDU
Schweige, ich lieb' sie nicht!

SANTUZZA
Du liebst sie, du liebst sie,
ja, du Treuloser!

TURIDDU
O Santa!

SANTUZZA
Ja, jenes schlechte Weib
hat dich mir geraubt!

TURIDDU
Höre, Santuzza, reize mich nicht,
denn ich bin nicht dein Sklave.
Lass ab, mich zu quälen!

SANTUZZA
ängstlich
Töte mich! Ich will es dir danken,
will dir verzeihen, will dir verzeihen,
dann sind zu Ende all meine Qualen,
all meine Qualen!

TURIDDU
Höre, Santuzza, reize mich nicht,
denn ich bin nicht dein Sklave.
Lass ab, mich zu quälen!

SANTUZZA
ängstlich
Töte mich, ich will es dir danken,
will dir verzeihen, will dir verzeihen,
dann sind zu Ende all meine Qualen,
zu Ende all meine Qualen ...

bricht ab, da Lolas Stimme hörbar wird

TURIDDU
Lass mich, Santuzza!
Bin nicht dein Sklave.
Lass ab, lass ab, mich zu quälen ...

bricht ab


SECHSTER AUFTRITT
Die Vorigen, Lola

Nr. 7 - Lied der Lola

LOLA
hinter der Szene
O süsse Lilie!
Zahllose Engel sah ich nachts erscheinen,
doch ach, so schön wie er, gewahrt' ich keinen.
sich nähernd
O süsse Lilie!
Viel tausend Sterne glänzen hoch am Himmel,
doch heller noch seh' ich sein Aug erstrahlen.
Ah, ah, ah!
O süsse Lilie! ...
tritt auf und unterbricht den Gesang
Ah, Turiddu, ging Alfio hier vorüber?

TURIDDU
Ich kam soeben erst,
ich weiss es nicht!

LOLA
Er ist vielleicht noch bei dem Hufschmied.
Lange kann er nicht weilen.
ironisch
Und Ihr, Ihr hört die Messe auf dem Platze?

TURIDDU
verlegen
Ich sprach hier mit Santuzza.

SANTUZZA
heftig
Ja, ich sagte ihm,
dass heute Ostern,
dass der Herr in jedes Herz sieht.

LOLA
Geht Ihr nicht in die Kirche?

SANTUZZA
rasch
Nein, nein, das darf nur der,
mit Beziehung
der frei sich weiss von Sünde.

LOLA:
stark, energisch
So dank' ich dem Himmel,
geneigt zur Erde.

SANTUZZA
ironisch
O, das ist christlich,
bitter
das ist christlich, Lola!

TURIDDU
zu Lola, verlegen
So gehn wir, so gehn wir,
hier haben wir nichts zu schaffen.

LOLA
zu Turiddu, ironisch
O, bleibt doch bei ihr!

SANTUZZA
zu Turiddu, energisch
Ja, bleibe, bleibe,
ich muss mit dir noch sprechen.

LOLA
stets ironisch
Euch beschütze der Himmel,
spöttisch
ich geh' zur Kirche.

geht in die Kirche


SIEBENTER AUFTRITT
Santuzza, Turiddu

Nr. 8 - Duett (Fortsetzung)

TURIDDU
zornig
Nun, da siehst du, was du getan hast.

SANTUZZA
kalt
Du hast's gewollt, wohlan, so sei's!

TURIDDU
aufbrausend
Ha, bei Gott!

SANTUZZA
Willst du mich töten?

TURIDDU
Nein!
entfernt sich

SANTUZZA
ihn zurückhaltend
Turiddu, so hör mich!

TURIDDU
Geh!

SANTUZZA
angstvoll
Turiddu, so hör mich!

TURIDDU
Geh!

SANTUZZA
Turiddu, so hör mich!
Nein, nein, Turiddu,
du kannst mich nicht treulos verlassen,
kannst nicht verstossen mich von dir.

TURIDDU
Wag's nicht, zu folgen,

SANTUZZA
Hör mich, Turiddu,
du kannst mich nicht
so treulos verlassen?!

TURIDDU
lass deine Klagen.
Gib endlich Raum, ich will in die Kirche!

SANTUZZA
Nein, nein, Turiddu!
Du kannst mich nicht treulos verlassen.
Nein, Turiddu, du kannst nicht verstossen mich von dir.

TURIDDU
Wag's nicht, zu folgen mir,
zu folgen mir.

SANTUZZA
Ach, deine Santa,
kannst du sie leiden sehn,
kannst du, Geliebter,
grausam verlassen
deine Santuzza?

TURIDDU
Lass mich zur Kirche!
Wag's nicht, zu folgen,

SANTUZZA
Nein, Turiddu,
hör meine Klage!

TURIDDU
lass deine Klagen,
lass deine Klagen!

SANTUZZA
flehend
O, Turiddu!

TURIDDU
Lass die Klagen!

SANTUZZA
Nein, Turiddu,
verweile noch!

TURIDDU
Geh!

SANTUZZA
Nein!

TURIDDU
Geh!

SANTUZZA
Turiddu!

TURIDDU
Geh!

SANTUZZA
Ah, nein Turiddu!
O verweile, sei nicht so grausam,
verstoss mich nicht!

TURIDDU
Lass mich zur Kirche,
lass die Klagen,
lass deine Klagen
und folg mir nicht!
Geh und wag's nicht, zu folgen,
lass deine Klagen!
schreiend
geh! geh! geh!

SANTUZZA
Nein! Nein! Nein!
flehend
Turiddu, hör mich,
hör deine Santa,
kannst du mich verlassen?

TURIDDU
sich beherrschend
Geh, lass dir sagen ...

SANTUZZA
Kannst du mich treulos verlassen?

TURIDDU
Geh!
Was nützt die Reue nach der Beschimpfung?

SANTUZZA
Kannst du so grausam
mich verlassen,
kannst du so mich leiden sehn?

TURIDDU
Geh!

SANTUZZA
Ach, deine Santa
kannst du leiden sehn? Ah!

TURIDDU
Geh! Lass deine Klagen! Geh! Ah!

SANTUZZA
verzweifelt
Ach, deine Santa,
kannst du sie leiden sehn? Ah!

TURIDDU
Wag's nicht, zu folgen,
lass deine Klagen! Geh!

SANTUZZA
mit höchster Leidenschaft
Nein, Turiddu,
du kannst mich nicht treulos verlassen.
Nein, Turiddu,
du kannst nicht mich verstossen von dir.

TURIDDU
Geh, lass deine Klagen,
lass deine Klagen,
wag es nicht, zu folgen mir,
zu folgen mir!

SANTUZZA
drohend
Hüte dich!

TURIDDU
äusserst stark
Vor deinem Zorn ist mir nicht bange!
wirft sie nieder und eilt in die Kirche

SANTUZZA
höchst zornig, fast gesprochen
Auf dich die roten Ostern, Treuloser!
sinkt gebrochen nieder


ACHTER AUFTRITT
Santuzza, Alfio

Alfio tritt auf und begegnet Santuzza

Nr. 9 - Duett

SANTUZZA
Mut fassend, zu Alfio
Ah, Euch hat Gott hergesendet,
o Freund Alfio!

ALFIO
ruhig
Sagt, wie weit ist die Messe?

SANTUZZA
Wohl bald zu Ende.
mit Beziehung
Statt mit Euch
weilt Lola dort mit Turiddu!

ALFIO
erstaunt
Was wollt Ihr damit sagen?

SANTUZZA
Dass, wenn Ihr Euch mühet,
in Wind und Regen
für sie zu sorgen,
Lola das Haupt Euch schmückt
mit böser Zierde!

ALFIO
Ah! Im Namen des Herrn,
Santa, was sagt Ihr?

SANTUZZA
Die Wahrheit!
Turiddu stahl mir all mein Glück und die Ehre,
und Euer Weib hat mir sein Herz geraubt,
in höchster Leidenschaft
Turiddu, er stahl mir das Glück und die Ehre!

ALFIO
drohend
Wenn Ihr mich belogen,
fühlt meines Armes Schwere!

SANTUZZA
Fremd war meinem Herzen stets die Lüge,
Wahrheit nur sprach mein Mund!
Selbst schmachbedeckt, muss ich,
erfüllt von tiefem Schmerz
Euch Eure Schande nun enthüllen.
Weh mir Armen,
Turiddu, er stahl mir das Glück und die Ehre,
und Euer Weib hat mir sein Herz geraubt!

ALFIO
nach einer kleinen Pause
Du armes Mädchen,
er zahlt dir's mit dem Leben!

SANTUZZA
Verruchte Tat,
dass ich Euch dies gesagt!

ALFIO
unterbrechend
Verflucht sind beide!
Die Schuld wird nicht vergeben,
die Rache tagt,
noch eh' ein Stern erblinkt.
Die Schuld wird nicht vergeben!

SANTUZZA
Verruchte Tat!

ALFIO
Die Rache tagt,
noch eh' ein Stern erblinkt!

SANTUZZA
Verruchte Tat,
dass ich Euch dies gesagt!

ALFIO
heftig
Sein Blut will ich
in Strömen fliessen sehn!
In Hass verwandelt
meine Liebe sich!

SANTUZZA
Verruchte Tat,
dass ich Euch dies gesagt!

ALFIO
wütend
Verflucht sind beide!
Die Schuld wird nicht vergeben,
die Rache tagt!

SANTUZZA
Verruchte Tat!

ALFIO
Die Rache tagt,
noch eh' ein Stern erblinkt!
Ja, die Rache tagt!

SANTUZZA
Verruchte Tat,
ja, verruchte Tat!

beide ab


Nr. 10 - Intermezzo Sinfonico


NEUNTER AUFTRITT
Lucia, Frauen, Männer, dann Lola, Turiddu

Alle kommen aus der Kirche. Lucia durchschreitet die Bühne und geht in ihr Haus

Nr. 11 - Szene, Chor und Trinklied

MÄNNER
in Gruppen; halblaut untereinander
Zum Herde des Hauses, ihr Freunde,
dort harren hold die Fraun
auf unser Kommen, geschwind!
Dass uns die Festlust
Herz und Sinn erheitern mag,
schnell zu Weib und zu Kind!

FRAUEN
in Gruppen; halblaut untereinander
Zum Herde des Hauses, ihr Frauen,
dort harrt der Gatte schon
auf unser Kommen, o Glück!
Dass uns die Festlust
Herz und Sinn erfreuen mag,
schnell zum Herde zurück!

MÄNNER
Zum Herde des Hauses, ihr Freunde,
dort harren hold die Fraun
auf unser Kommen, geschwind!

FRAUEN
Zum Herde des Hauses, ihr Frauen,
dort harrt der Gatte schon
auf unser Kommen, geschwind!

Lola und Turiddu kommen aus der Kirche

TURIDDU
zu Lola, die sich entfernen will
Wie, Base Lola, Ihr geht vorüber,
ohne mich auch nur zu grüssen?

LOLA
Ich gehe nach Hause ...
Es erwartet mich Alfio.

TURIDDU
Seid ohne Sorgen,
er kommt hierher!
sich an die Landleute wendend, die abgehen wollen
Ihr Freunde, kommt und trinkt!
fröhlich
Die Becher füllt mit Wein!

Alle nähern sich dem Tisch vor dem Wirtshaus und ergreifen die Becher

TURIDDU
Schäumt der süsse Wein im Becher,
winkt der Liebe Preis dem Zecher,
dann erfüllt der Sorgenbrecher
uns mit Mut und wonn'ger Lust.
Hoch der Wein, in ihm ist Wahrheit,
er gibt unserm Geiste Klarheit,
zeiget uns des Lebens Narrheit
rosig verklärt im süssen Rausch!

FRAUEN, MÄNNER
Vivat!

TURIDDU
zu Lola
Es lebe, was wir lieben!
trinkt

FRAUEN, MÄNNER
Vivat!

LOLA
zu Turiddu
Es sei Euch Glück beschieden!
trinkt

FRAUEN, MÄNNER
Vivat!

TURIDDU
So trinkt!

FRAUEN, MÄNNER
Vivat!
So trinkt!
Man bringe frische Krüge!

LOLA, TURIDDU, FRAUEN, MÄNNER
So trinkt!
Man bringt uns frische Krüge!

FRAUEN,MÄNNER
Schäumt der süsse Wein im Becher,
winkt der Liebe Preis dem Zecher,
dann erfüllt der Sorgenbrecher
uns mit Mut und wonn'ger Lust.
Hoch der Wein, in ihm ist Wahrheit,
er gibt unserm Geiste Klarheit,
zeiget uns des Lebens Narrheit
rosig verklärt im süssen Rausch!
Hoch der Wein, hoch der Wein!
Vivat! Vivat!
So trinkt!
Hoch der Wein, hoch der Wein!
Es lebe hoch der Wein,
ja, hoch der Wein!

Alfio tritt auf


ZEHNTER AUFTRITT
Lola, Turiddu, Frauen, Männer, Alfio

Nr. 12 - Finale

ALFIO
Seid mir alle gegrüsst!

FRAUEN, MÄNNER
Vetter Alfio, willkommen!

TURIDDU
Seid willkommen,
mit Euch lässt sich gut trinken.
füllt den Becher
Nehmt! Leeret den Becher!

ALFIO
weist den Becher zurück
Danke!
Mag Euren Wein nicht geniessen,
denn er würde wie Gift mir
durch die Kehle fliessen!

TURIDDU
fast gesprochen
Wie's Euch beliebt!
schüttet den Wein aus

LOLA
ängstlich, beiseite
O Gott, das Unglück naht!

EINIGE FRAUEN
stecken die Köpfe zusammen, nähern sich Lola und flüstern zu ihr
Frau Base Lola,
wir wollen gehn von hier!

Alle Frauen führen Lola fort

TURIDDU
Habt Ihr mir noch was zu sagen?

ALFIO
Ich? Nichts!

TURIDDU
Wohlan denn,
so steh' ich Euch zu Diensten.

ALFIO
Sogleich?

TURIDDU
Sogleich!

Sie umarmen sich. Turiddu beisst Alfio in das rechte Ohr

ALFIO
Vetter Turiddu,
wir haben uns verstanden,
mit Beziehung
und was geschehen muss,
mag nun geschehen!

TURIDDU
Ein Wort noch!
Ich weiss, ich bin im Unrecht.
Ich schwör' es Euch, dass ich es tief bereue,
und bin bereit, Euch meine Schuld zu zahlen.
Doch, wenn ich nicht mehr bin,
schmerzlich
bliebe sie verlassen,
die arme Santa,
die sich mir ergeben,
bliebe sie verlassen,
die sich mir ergeben.
Ach, arme Santa!
leidenschaftlich
Drum muss durchbohren
dieser Stahl dein Herz!

ALFIO
kalt
Schon gut, das Schicksal wird entscheiden;
ich erwarte Euch draussen hinterm Garten.

geht mit den Männern ab


ELFTER AUFTRITT
Turiddu, Lucia

TURIDDU
ruft
Mutter!
Lucia tritt auf
Mutter, der Wein war allzu feurig, und leider
liess ich heut' zu sehr von ihm mich verleiten;
ich will deshalb ins Freie.
Doch vorher, Mutter, gebt mir Euren Segen,
wie einst Ihr tatet,
als ich fort ins Feld zog.
Und noch eins, Mutter, versprecht mir,
schmerzlich
kehr' ich nicht wieder,
kehr' ich nicht wieder,
schützt die arme Santa,
seid ihr dann Mutter,
leidenschaftlich
ihr, der ich geschworen,
zum Altar sie zu führen.
Schützt, o liebe Mutter,
die arme Santa,
kehr' ich nicht wieder ...

LUCIA
Wie deut' ich diese Worte,
mein lieber Sohn?

TURIDDU
leicht
O, Mutter, 's ist nichts,
der Wein hat mich verwirrt!
Für mich, ach, fleht zum Höchsten!
Einen Kuss noch, teure Mutter,
ach, einen Kuss noch, o teure Mutter!
Lebt wohl! O, lebet wohl,
schützet die arme Santa,
lebt wohl, Mutter, lebt wohl!
bricht ab und flieht verzweiflungsvoll

LUCIA
Turiddu! Was will er sagen?
geht in den Hintergrund und ruft ängstlich
Turiddu! Turiddu! Ah!


ZWÖLFTER AUFTRITT
Lucia, Santuzza, Frauen, Männer

Santuzza tritt auf

LUCIA
Santuzza!

SANTUZZA
O teure Mutter!
umschlingt Lucia

Die Bühne belebt sich. Die Aufregung malt sich in den Gesichtern aller, die einander ängstlich anblicken; man hört von fern Gemurmel

EINE FRAU
schreit in ziemlicher Entfernung
Turiddu ward erschlagen!

Man hört in der Nähe verworrenen Lärm. Die Frauen eilen ängstlich herein

EINE ANDERE FRAU
schreit voll Entsetzen
Turiddu ist tot!

Alle stürzen vorwärts

SANTUZZA, LUCIA
schreiend
Ah!

FRAUEN, MÄNNER
erschrocken
Ah!

Santuzza fällt ohnmächtig nieder. Lucia wankt und wird von den Frauen gestützt. Alle bleiben entsetzt stehen.

Cast:
SANTUZZA, a peasant girl (soprano or mezzo-soprano)
TURIDDU, a young peasant (tenor)
LUCIA, his mother (contralto)
ALFIO, a carter (baritone)
LOLA, his wife (mezzo-soprano)

CHORUS: villagers

Place: A village in Sicily
Time: About 1880, on Easter Sunday



Prelude

Siciliana

TURIDDU
behind the curtain
O Lola, white and red as the cherry
In your nightdress white as milk,
When you appear at the window you smile;
Happy he who gave you your first kiss!
The mark of blood is over your door,
But I care not if I am killed;
If through you I die and go to Paradise,
It will not be Paradise for me unless you are there.
Ah!

ONE AND ONLY ACT
A square in the village. In the background right, a church with a door. On the left, the inn and Mother Lucia's house. At first the stage is empty. Dawn is breaking.

Introductory Chorus
Chorus

CHORUS
from within
Ah!

WOMEN
from within
The orange trees lilt he green groves
Scent the air,
The larks sing
Through the flowering myrtles;
Now is the time
For everyone to murmur
The tender song
Which quickens the heart.

The women enter.

MEN
from within
Across the fields
Amid the golden corn
The sound of your shuttles
Reaches us
In our fatigue.
Lightening our labour.
We think of you,
Sweet rays of sunshine.
We hasten to you
As a bird flies
To his mate's call.

The men enter.

WOMEN
Now cease
Your rustic tasks;
The blessed Virgin is gladdened
By the Saviour;
Now is the time
For everyone to murmur
The tender song
Which quickens the heart.

MEN
Across the fields, etc.

WOMEN
The orange trees in the green groves, etc.

The chorus crosses the stage and goes out.


Scene
Santuzza and Lucia

SANTUZZA
entering
Tell me, mother Lucia …

LUCIA
surprised
You? What do you want?

SANTUZZA
Where is Turiddu?

LUCIA
Have you come here
To look for my son?

SANTUZZA
I beg you to forgive me.
I only want to know where I can find him.

LUCIA
I do not know.
Don't bother me!

SANTUZZA
Mother Lucia, in tears I implore you,
Be merciful as Our Lord was to Magdalene
And tell me where Turiddu is …

LUCIA
He went to Francolonte
For the wine.

SANTUZZA
No! He was seen
In the village late last night.

LUCIA
What are you saying?
He's not returned home!
turning towards the door of her house
Come in!

SANTUZZA
desperately
I cannot enter your house!
I have been damned!

LUCIA
What then do you know
Of my son?

SANTUZZA
What a thorn I have in my heart!


Scene with Alfio and Chorus
Alfio, Chorus and the above

ALFIO
The horses' hooves thunder,
The harness bells jingle,
The whip cracks. Get along!
Let the wind blow cold,
Rain or snow fall,
What care I?

CHORUS
O a carter's life
Is a fine life,
Going from place to place!

ALFIO
The whip cracks!
At home, awaiting me,
Is Lola, who loves me and comforts me
And is ever true.
The horses' hooves thunder,
The harness bells jingle,
It's Easter, and here I am!

CHORUS
O a carter's life, etc.

ALFIO
Get along! The whip cracks!
Here I am!
O a carter's life, etc.
It's Easter, and here I am!


Scene and Prayer

LUCIA
You are lucky, friend Alfio,
To be always so gay!

ALFIO
Mother Lucia,
Do you still have some
Of that vintage wine?

LUCIA
I know I haven't:
Turiddu has gone
To get some.

ALFIO
But he's still here!
I saw him this morning
Near my house.

LUCIA
surprised
What?

SANTUZZA
quickly to Lucia
Hush!

From the church is heard the Alleluja.

ALFIO
I'm going;
You women go to church.
exit

CHORUS
inside the church
Regina coeli laetare.
Alleluja!
Quia quem meruisti portare.
Alleluja!
Resurrexit sicut dixit.
Alleluja!

SANTUZZA, LUCIA and CHORUS
in the square
Let us rejoice
That Our Lord is not dead,
And in glory
Has opened the tomb!
Let us rejoice
That Our Lord is risen again
And today is gone up
Into the glory of Heaven!

CHORUS
inside the church
Alleluja!

All enter the church except Santuzza and Lucia.


Romance and Scene
Lucia and Santuzza

LUCIA
Why did you signal me
To be silent?

SANTUZZA
O mother, you know
That before he went for a soldier
Turiddu had sworn
Eternal faith to Lola.
On his return, he found her married,
And sought with a new love
To quell the flame
Which burned in his heart:
He loved me, I loved him.
But she, envious of my only delight
And forgetful of her husband,
Burned with jealousy …
She stole him from me …
And I am left disgraced;
Lola and Turiddu are lovers,
And I am left to weep.

LUCIA
Lord have mercy!
What is this you've come to tell me
On this holy day?

SANTUZZA
l am condemned!
O mother, go
And pray to God
And pray for me too!
When Turiddu comes,
I will plead with him
Once again.

LUCIA
going towards the church
Holy Mary,
Have mercy upon her!
exit


Scene
Santuzza and Turiddu

TURIDDU
entering
You here, Santuzza?

SANTUZZA
I was waiting here for you.

TURIDDU
It is Easter;
Aren't you going to church?

SANTUZZA
I cannot.
I must speak to you …

TURIDDU
I was looking for my mother.

SANTUZZA
I must speak to you …

TURIDDU
Not here! not here!

SANTUZZA
Where have you been?

TURIDDU
What do you mean?
At Francofonte!

SANTUZZA
No, its not true!

TURIDDU
Santuzza, believe me …

SANTUZZA
No, do not lie;
I saw you returning
Down the road …
And this morning at dawn
You were seen
Near Lola's door.

TURIDDU
Ha! You were spying on me!

SANTUZZA
No, I swear it.
Alfio, her husband,
Was telling us
Just now.

TURIDDU
Is this the way you return
The love I bear you?
Do you want me killed?

SANTUZZA
Oh, do not say such things …

TURIDDU
Leave me then, leave me;
In vain you try,
With your pleas for pity,
To lessen my scorn.

SANTUZZA
Then you love her?

TURIDDU
No.
SANTUZZA
Lola is
Far more lovely.

TURIDDU
Be quiet, I do not love her.

SANTUZZA
You do love her …
A curse upon her!

TURIDDU
Santuzza!

SANTUZZA
That wicked woman
Stole you from me!

TURIDDU
Take care, Santuzza.
I am not the slave
Of this mad
Jealousy of yours!

SANTUZZA
Beat me, insult me,
I love you and forgive you;
But my anguish
Is too much to hear.


Lola's Refrain
Lola and the above

LOLA
off-stage
O flower of the iris,
The angels in their beauty
Stand a thousandfold in Heaven,
But only one there is
As handsome as he. Ah!
entering
O flower of the iris …
Oh! Turiddu … has Alfio been here?

TURIDDU
I've just come into the square.
I do not know …

LOLA
Perhaps he was kept
At the blacksmith's,
But he can't he long.
ironically
And you … are you listening
To the service from the square?

TURIDDU
Santuzza was telling me …

SANTUZZA
darkly
I was saying that today is Easter,
And the Lord sees everything!
LOLA
Aren't you coming to Mass?

SANTUZZA
Not I: only they can go
Who know they are free from sin.

LOLA
I thank the Lord
And kiss the ground.

SANTUZZA
ironically
Oh, you're so good, Lola!

TURIDDU
to Lola
Come, let us leave her!
Why do we stay here?

LOLA
ironically
Do stay here!

SANTUZZA
to Turiddu
Yes, stay, oh stay,
I've more to tell you!

LOLA
The Lord be with you;
I'm going.
goes into the church


Duet
Santuzza and Turiddu

TURIDDU
angrily
Ah, you see?
What have you said … ?

SANTUZZA
You wished it: then so be it.

TURIDDU
rushing forward
Ah! By Heaven!

SANTUZZA
Tear me to pieces!

TURIDDU
turning away
No!

SANTUZZA
holding him back
Turiddu, listen!

TURIDDU
Go away!

SANTUZZA
No, no. Turiddu,
Stay with me awhile.
Why do you seek
To fly from me?

TURIDDU
Why do you follow me
And spy on me
Without respite
To the very doors of the church?

SANTUZZA
Your own Santuzza
Weeps and pleads with you;
How could you
Drive her away like this?

TURIDDU
Go, I say.
Do not plague me;
Vain is your repentance
After what you have done.

SANTUZZA
threateningly
Take care!

TURIDDU
I do not heed your anger.

He throws her to the ground and flees into the church.

SANTUZZA
in a fury
May your Easter be cursed, you traitor!
She falls, overcome with anguish.

Alfio, entering, encounters Santuzza.


Duet
Santuzza and Alfio

SANTUZZA
Oh! The Lord has sent you,
Good Alfio.

ALFIO
How far on is the Mass?

SANTUZZA
It's nearly over ... but listen!
Lola has gone with Turiddu!

ALFIO
in surprise
What are you saying?

SANTUZZA
That while you go driving
In rain and wind
To earn your living.
Lola is adorning your head
In an ugly way!

ALFIO
What! In Heaven's name,
Santa, what are you saying?

SANTUZZA
The truth. Turiddu
Stole my honour,
And your wife
Has stolen him from me!

ALFIO
If you're lying,
I'll tear your heart out!

SANTUZZA
My lips are not in the habit
Of uttering lies!
It was the bitter truth
I told you, alas,
In my shame
And my sorrow.

ALFIO
Santuzza,
Then I am grateful to you.

SANTUZZA
I am vile
To have told you this.

ALFIO
It is they who are vile:
I will not forgive them;
I will have vengeance
Before the sun goes down.
I will have blood,
My rage shall know no bounds,
And all my love
Shall end in hate.
exeunt


Symphonic Intermezzo
The people come out of church.
Lucia crosses the stage and goes into her house.



Scene, Chorus and Toasts
Lola, Turiddu and Chorus

MEN
Let us go homewards,
Friends, to where
Our womenfolk await us!
Let us hasten
Without delay
Now that gladness
Has soothed our hearts.

WOMEN
Let us go homewards,
Friends, to where
Our husbands await us!
Let us hasten
Without delay
Now that gladness
Has soothed our hearts.

The chorus goes off.

TURIDDU
to Lola as she goes
Mistress Lola,
Are you going
Without a word of greeting?

LOLA
I must go home:
I have not seen Alfio!

TURIDDU
Don't give it a thought;
He'll be coming to the square.
to the chorus
Meanwhile, friends,
Come, let's drink together!
All come to the inn table and take winecups.
Hurrah for the sparkling wine
Bubbling in the glass,
Bringing happiness
Like a lover's smile!
Hurrah for friendly wine
That livens every thought
And banishes melancholy
In cheerful drinking!

CHORUS
Hurrah!
TURIDDU
to Lola
To your love!
He drinks.

LOLA
to Turiddu
To your good fortune!
She drinks.

TURIDDU
Drink up!

CHORUS, TURIDDU and LOLA
Hurrah! Drink up!
Continue the tournament!

CHORUS
Hurrah for the sparkling wine, etc.

enter Alfio


Finale
Alfio and the above

ALFIO
Greetings to you all!

CHORUS
Greetings, friend Alfio!

TURIDDU
Welcome!
You must drink with us:
fills a glass
Here, I've filled you a glass.

ALFIO
rejecting it
Thank you, but I cannot
Accept your wine.
It would turn to poison
Inside me.

TURIDDU
throwing the wine away
As you please!

LOLA
Alas! How will this end?

SOME WOMEN
to Lola
Mistress Lola,
This is no place for us.

All the women go out, taking Lola with them.

TURIDDU
Have you anything else to say to me?

ALFIO
I? Nothing!

TURIDDU
Then I'm at your service.

ALFIO
Right away?

TURIDDU
Right away!

Alfio and Turiddu embrace: Turiddu bites Alfio's right ear in challenge.

ALFIO
Friend Turiddu,
You bit my ear.
meaningly
I am sure
We understand each other!

TURIDDU
Friend Alfio,
I know that I have wronged you;
And I swear to you
By Heaven above
That I would cut my throat
Like a dog
Save that … if I do not live,
Poor Santa
Will be left deserted …
She who gave herself to me …
violently
But I can plant my knife
In your heart!

ALFIO
coldly
My friend,
Do as you please;
I'll wait for you outside,
Behind the orchard.
exit

Lucia and Turiddu

TURIDDU
Mother,
That wine is strong.
And in truth I've drunk
Too much of it today …
I must go out into the fields.
But give me first
Your blessing.
As you did that day
When I went off as a soldier…
And then … mother… listen …
If I should not return
You must be a mother
To Santuzza,
Whom I promised
To lead to the altar.

LUCIA
My son, what is this you're saying?

TURIDDU
Oh, nothing!
It is the wine within me speaking.
Pray to Heaven for me!
One kiss, mother …
One more kiss … farewell!

He embraces her and rushes out.

Lucia, Santuzza and Chorus

LUCIA
desperately, hurrying alter him
Turiddu. What do you mean'?
Turiddu! Turiddu! Ah!
enter Santuzza
Santuzza!

SANTUZZA
throwing her arms round Lucia's neck
Oh mother!

The scene fills with people.
A confused noise is heard from the distance.


A WOMAN
Turiddu has been killed!

They all scream.

Personaggi:
SANTUZZA, una giovane contadina (Soprano)
TURIDDU, un giovane contadino (Tenore)
LUCIA, sua madre (Soprano)
ALFIO, un carrettiere (Baritono)
LOLA, sua moglie (Mezzosoprano)
CORO:
Contadini e contadine

Luogo
Una piazza in un paese della Sicilia
Epoca
Il giorno di Pasqua



ATTO UNICO
La scena rappresenta una piazza in un paese della Sicilia. Nel fondo, a destra, chiesa con porta praticabile. A sinistra l'osteria e la casa di Mamma Lucia. È il giorno di Pasqua.

Siciliana

TURIDDU
a sipario calato
O Lola ch'ai di latti la cammisa
Si bianca e russa comu la cirasa,
Quannu t'affacci fai la vucca a risa,
Biato cui ti dà lu primu vasu!
Ntra la porta tua lu sangu è sparsu,
E nun me mporta si ce muoru accisu...
E s'iddu muoru e vaju mparadisu
Si nun ce truovo a ttia, mancu ce trasu.


Scena
La scena sul principio è vuota. Albeggia

Coro d'introduzione

DONNE
di dentro
Gli aranci olezzano
Sui verdi margini,
Cantan le allodole
Tra i mirti in fior;
Tempo è si mormori
Da ognuno il tenero
Canto che i palpiti
Raddoppia al cor.
Le donne entrano in scena.

UOMINI
di dentro
In mezzo al campo
Tra le spiche d'oro
Giunge il rumor
Delle vostre spole,
Noi stanchi
Riposando dal lavoro
A voi pensiam,
O belle occhi-di-sole.
A voi corriamo
Come vola l'augello
Al suo richiamo.
Gli uomini entrano in scena

DONNE
Cessin le rustiche
Opre: la Vergine
Serena allietasi
Del Salvator;
Tempo è si mormori
Da ognuno il tenero
Canto che i palpiti
Raddoppia al cor.

Il coro attraversa la scena ed esce.


Scena
Santuzza e Lucia

SANTUZZA
entrando
Dite, mamma Lucia...

LUCIA
sorpresa
Sei tu? Che vuoi?

SANTUZZA
Turiddu ov'è?

LUCIA
Fin qui vieni a cercare
Il figlio mio?

SANTUZZA
Voglio saper soltanto,
Perdonatemi voi, dove trovarlo.

LUCIA
Non lo so, non lo so,
Non voglio brighe!

SANTUZZA
Mamma Lucia, vi supplico piangendo,
Fate come il Signore a Maddalena,
Ditemi per pietà dov'è Turiddu...

LUCIA
È andato per il vino
A Francofonte.

SANTUZZA
No! l'han visto in paese
Ad alta notte.

LUCIA
Che dici?
Se non è tornato a casa!
avviandosi verso l'uscio di casa
Entra!

SANTUZZA
disperata
Non posso entrare in casa vostra.
Sono scomunicata!

LUCIA
E che ne sai
Del mio figliolo?

SANTUZZA
Quale spina ho in core!

Sortita di Alfio con Coro
Alfio, Coro e dette

ALFIO
Il cavallo scalpita,
I sonagli squillano,
Schiocca la frusta. E va!
Soffi il vento gelido,
Cada l'acqua o nevichi,
A me che cosa fa?

CORO
O che bel mestiere
Fare il carrettiere
Andar di qua e di là!

ALFIO
M'aspetta a casa Lola
Che m'ama e mi consola,
Ch'è tutta fedeltà.
Il cavallo scalpiti,
I sonagli squillino,
E Pasqua, ed io son qua!

Scena e preghiera

LUCIA
Beato voi, compar Alfio,
Che siete sempre allegro così!

ALFIO
Mamma Lucia,
N'avete ancora
Di quel vecchio vino?

LUCIA
Non so;
Turiddu è andato
A provvederne.

ALFIO
Se è sempre qui!
L'ho visto stamattina
Vicino a casa mia.

LUCIA
sorpresa
Come?

SANTUZZA
rapidamente
Tacete.

Dalla chiesa odesi intonare l'Alleluja

ALFIO
Io me ne vado,
Ite voi altre in chiesa.
esce

CORO
interno della chiesa
Regina coeli laetare.
Alleluja!
Quia quem meruisti portare.
Alleluja!
Resurrexit sicut dixit.
Alleluja!

SANTUZZA, LUCIA E CORO ESTERNO
sulla piazza
Inneggiamo,
Il Signor non è morto,
Ei fulgente
Ha dischiuso l'avel,
Inneggiam
Al Signore risorto
Oggi asceso
Alla gloria del Ciel!

CORO
interno della chiesa
Ora pro nobis Deum.
Alleluja!
Gaude et laetare, Virgo Maria.
Alleluja!
Quia surrexit Dominus vere.
Alleluja!

Tutti entrano in chiesa tranne Santuzza e Lucia.

Romanza e Scena
Lucia e Santuzza

LUCIA
Perché m'hai fatto
Segno di tacere?

SANTUZZA
Voi lo sapete, o mamma,
Prima d'andar soldato,
Turiddu aveva a Lola
Eterna fè giurato.
Tornò, la seppe sposa;
E con un nuovo amore
Volle spegner la fiamma
Che gli bruciava il core:
M'amò, l'amai.
Quell'invidia d'ogni delizia mia,
Del suo sposo dimentica,
Arse di gelosia...
Me l'ha rapito...
Priva dell'onor mio rimango:
Lola e Turiddu s'amano,
Io piango, io piango!

LUCIA
Miseri noi,
Che cosa vieni a dirmi
In questo santo giorno?

SANTUZZA
Io son dannata.
Andate o mamma,
Ad implorare Iddio,
E pregate per me.
Verrà Turiddu,
Vo' supplicarlo
Un'altra volta ancora!

LUCIA
avvicinandosi alla chiesa
Aiutatela voi,
Santa Maria!
Esce.


Scena
Santuzza e Turiddu

TURIDDU
entrando
Tu qui, Santuzza?

SANTUZZA
Qui t'aspettavo.

TURIDDU
È Pasqua,
In chiesa non vai?

SANTUZZA
Non vo.
Debbo parlarti...

TURIDDU
Mamma cercavo.

SANTUZZA
Debbo parlarti...

TURIDDU
Qui no! Qui no!

SANTUZZA
Dove sei stato?

TURIDDU
Che vuoi tu dire?
A Francofonte!

SANTUZZA
No, non è ver!

TURIDDU
Santuzza, credimi...

SANTUZZA
No, non mentire;
Ti vidi volger
Giù dal sentier...
E stamattina, all'alba,
T'hanno scorto
Presso l'uscio di Lola.

TURIDDU
Ah! mi hai spiato?

SANTUZZA
No, te lo giuro.
A noi l'ha raccontato
Compar Alfio
Il marito, poco fa.

TURIDDU
Cosi ricambi
L'amor che ti porto?
Vuoi che m'uccida?

SANTUZZA
Oh! questo non lo dire...

TURIDDU
Lasciami dunque, lasciami;
Invan tenti sopire
Il giusto sdegno
Colla tua pietà.

SANTUZZA
Tu l'ami dunque?

TURIDDU
No...

SANTUZZA
Assai più bella
È Lola.

TURIDDU
Taci, non l'amo.

SANTUZZA
L'ami...
Oh! maledetta!

TURIDDU
Santuzza!

SANTUZZA
Quella cattiva femmina
Ti tolse a me!

TURIDDU
Bada, Santuzza,
Schiavo non sono
Di questa vana
Tua gelosia!

SANTUZZA
Battimi, insultami,
T'amo e perdono,
Ma è troppo forte
L'angoscia mia.


Stornello di Lola
Lola e detti

LOLA
dentro alla scena
Fior di giaggiolo,
Gli angeli belli
Stanno a mille in cielo,
Ma bello come lui
Ce n'è uno solo.
entrando
Oh! Turiddu... È passato Alfio?

TURIDDU
Son giunto ora in piazza.
Non so...

LOLA
Forse è rimasto
Dal maniscalco,
Ma non può tardare.
ironica
E... voi
Sentite le funzioni in piazza?

TURIDDU
Santuzza mi narrava...

SANTUZZA
tetra
Gli dicevo che oggi è Pasqua
E il Signor vede ogni cosa!

LOLA
Non venite alla messa?

SANTUZZA
Io no, ci deve andar chi sa
Di non aver peccato.

LOLA
Io ringrazio il Signore
E bacio in terra.

SANTUZZA
ironica
Oh, fate bene, Lola!

TURIDDU
a Lola
Andiamo, andiamo!
Qui non abbiam che fare.

LOLA
ironica
Oh! rimanete!

SANTUZZA
a Turiddu
Sì, resta, resta,
Ho da parlarti ancora!

LOLA
E v'assista il Signore:
Io me ne vado.

Entra in chiesa.

Duetto
Santuzza e Turiddu

TURIDDU
irato
Ah! lo vedi,
Che hai tu detto...?

SANTUZZA
L'hai voluto, e ben ti sta.

TURIDDU
Le s'avventa
Ah! perdio!

SANTUZZA
Squarciami il petto!

TURIDDU
s'avvia
No!

SANTUZZA
trattenendolo
Turiddu, ascolta!

TURIDDU
No!

SANTUZZA
No, no, Turiddu,
Rimani ancora.
Abbandonarmi
Dunque tu vuoi?

TURIDDU
Perché seguirmi,
Perché spiarmi
Sul limitare
Fin della chiesa?

SANTUZZA
La tua Santuzza
Piange e t'implora;
Come cacciarla
Così tu puoi?

TURIDDU
Va, ti ripeto
Va non tediarmi,
Pentirsi è vano
Dopo l'offesa!

SANTUZZA
minacciosa
Bada!

TURIDDU
Dell'ira tua non mi curo!
La getta a terra e fugge in chiesa.

SANTUZZA
nel colmo dell'ira
A te la mala Pasqua, spergiuro!
Cade affranta ed angosciata.


Duetto
Santuzza e Alfio

Sorte Alfio e s'incontra con Santuzza

SANTUZZA
Oh! Il Signore vi manda
Compar Alfio.

ALFIO
A che punto è la messa?

SANTUZZA
E tardi ormai, ma per voi
Lola è andata con Turiddu!

ALFIO
sorpreso
Che avete detto?

SANTUZZA
Che mentre correte
All'acqua e al vento
A guadagnarvi il pane,
Lola v'adorna il tetto
In malo modo!

ALFIO
Ah! nel nome di Dio,
Santa, che dite?

SANTUZZA
Il ver. Turiddu
Mi tolse l'onore,
E vostra moglie
Lui rapiva a me!

ALFIO
Se voi mentite,
Vo' schiantarvi il core!

SANTUZZA
Uso a mentire
Il labbro mio non è!
Per la vergogna mia,
Pel mio dolore
La triste verità
Vi dissi, ahimè!

ALFIO
Comare Santa,
Allor grato vi sono.

SANTUZZA
Infame io son
Che vi parlai cosi!

ALFIO
Infami loro:
Ad essi non perdono;
Vendetta avrò
Pria che tramonti il di.
Io sangue voglio,
All'ira m'abbandono,
In odio tutto
L'amor mio finì...

Escono.

Intermezzo sinfonico
Tutti escono di chiesa,
Lucia traversa la scena ed entra in casa.

Scena, Coro e Brindisi
Lola, Turiddu e Coro

UOMINI
A casa, a casa,
Amici, ove ci aspettano
Le nostre donne,
Andiam.
Or che letizia
Rasserena gli animi
Senza indugio corriam.

DONNE
A casa, a casa,
Amiche, ove ci aspettano
I nostri sposi,
Andiam .
Or che letizia
Rasserena gli animi
Senza indugio corriam.

Il coro si avvia.

TURIDDU
a Lola che s'avvia
Comare Lola,
Ve ne andate via
Senza nemmeno salutare?

LOLA
Vado a casa:
Non ho visto compar Alfio!

TURIDDU
Non ci pensate,
Verrà in piazza.
al Coro
Intanto amici, qua,
Beviamone un bicchiere.
Tutti si avvicinano alla tavola dell'osteria e prendono i bicchieri.
Viva il vino spumeggiante
Nel bicchiere scintillante,
Come il riso dell'amante
Mite infonde il giubilo!
Viva il vino ch'è sincero
Che ci allieta ogni pensiero,
E che annega l'umor nero,
Nell'ebbrezza tenera.

CORO
Viva il vino spumeggiante, ecc.
Si riprende il brindisi.


TURIDDU
a Lola
Ai vostri amori!
Beve

LOLA
a Turiddu
Alla fortuna vostra!
Beve

TURIDDU
Beviam!

CORO
Beviam! Viva il vin!

Entra Alfio.

Finale
Alfio e detti

ALFIO
A voi tutti salute!

CORO
Compar Alfio, salute.

TURIDDU
Benvenuto!
Con noi dovete bere:
Empie un bicchiere
Ecco, pieno è il bicchiere.

ALFIO
respingendolo
Grazie, ma il vostro vino
Io non l'accetto.
Diverrebbe veleno
Entro il mio petto.

TURIDDU
Getta il vino
A piacer vostro!

LOLA
Ahimè! che mai sarà?

ALCUNE DONNE
a Lola
Comare Lola,
Andiamo via di qua.

Tutte le donne escono conducendo Lola.

TURIDDU
Avete altro a dirmi?

ALFIO
Io? Nulla!

TURIDDU
Allora sono agli ordini vostri.

ALFIO
Or ora?

TURIDDU
Or ora!

Alfio e Turiddu si abbracciano. Turiddu morde l'orecchio destro di AIfio.

ALFIO
Compare Turiddu,
Avete morso a buono...
con intenzione
C'intenderemo bene,
A quel che pare!

TURIDDU
Compar Alfio!
Lo so che il torto è mio:
E ve lo giuro
Nel nome di Dio
Che al par d'un cane
Mi farei sgozzar,
Ma... s'io non vivo,
Resta abbandonata...
Povera Santa!...
Lei che mi s'è data...
con impeto
Vi saprò in core
Il ferro mio piantar!

ALFIO
freddamente
Compare,
Fate come più vi piace;
Io v'aspetto qui fuori
Dietro l'orto.

Esce.

Lucia e Turiddu

TURIDDU
Mamma,
Quel vino è generoso, e certo
Oggi troppi bicchieri
Ne ho tracannati...
Vado fuori all'aperto.
Ma prima voglio
Che mi benedite
Come quel giorno
Che partii soldato.
E poi... mamma... sentite...
S'io... non tornassi...
Voi dovrete fare
Da madre a Santa,
Ch'io le avea giurato
Di condurla all'altare.

LUCIA
Perché parli così, figliuol mio?

TURIDDU
Oh! nulla!
È il vino che mi ha suggerito!
Per me pregate Iddio!
Un bacio, mamma...
Un altro bacio... addio!
L'abbraccia ed esce precipitosamente.

Lucia, Santuzza e Coro

LUCIA
disperata, correndo in fondo
Turiddu?! Che vuoi dire?
Turiddu? Turiddu? Ah!
Entra Santuzza
Santuzza!...

SANTUZZA
Getta la braccia al collo di Lucia
Oh! madre mia!

Si sente un mormorio lontano.

DONNE
correndo
Hanno ammazzato compare Turiddu!

Tutti gettano un grido.

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Partitur

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Klavierauszug

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