Iphigénie en Aulide

Iphigénie en Aulide

Libretto

François Gand Leblanc du Roullet (nach Jean Baptiste Racine)

Premiere

19 April 1774, Paris (Opéra)

Cast

AGAMEMNON (baritone)
CLITEMNESTR(soprano)
IPHIGENIE (soprano)
ACHILLE (tenor)
PATROCLE (bass)
CALCHAS (bass)
ARCAS (bass)
DIANE (soprano)
3 GREEK WOMEN (soprano)
A SLAVE FROM LESBOS (soprano)

CHORUS
Greek soldiers and people, Thessalian soldiers, guards, attendants on the princess, women from Aulis, slaves from Lesbos, priestesses of Diana

Place

Time

Gluck, Christoph Willibald

Gluck, Christoph Willibald, Ritter von
2.7.1714 Erasbach, Oberpfalz - 15.11.1787 Wien


Works for stage
with date/place of first performance:

Artaserse (26.12.1741 Milano)
Demetrio [Cleonice] (2.5.1742 Venezia)
Demofoonte (6.1.1743 Milano)
Il Tigrane (26.9.1743 Crema)
La Sofonisba [Siface] (13?.1.1744 Milano)
Ipermestra (21.11.1744 Venezia)
Poro (26.12.1744 Torino)
Ippolito [Fedra] (31.1.1745 Milano)
La caduta de' giganti (17?.1.1746 London)
Artamene (4.3.1746 London)
Le nozze d'Ercole e d'Ebe (29.6.1747 Pillnitz)
La Semiramide riconosciuta (14.5.1748 Wien)
La contesa de' numi (9.4?.1749 København)
Ezio (1750 Praha)
Issipile (1752 Praha)
La clemenza di Tito (4.11.1752 Napoli)
La cinesi (24.9.1754 Wien)
La danza (5.5.1755 Laxenburg)
L'innocenza giustificata (8.12.1755 Wien)
La vestale [rev. L'innocenza giustificata] (1768 Wien)
Antigono (9.2.1756 Roma )
Il rè pastore (8.12.1756 Wien)
La Fausse esclave (8.1.1758 Wien)
L'Île de Merlin, ou Le monde renversé (3.10.1758 Wien)
Le Cythère assiégée (1759 Wien)
Le Diable à quatre, ou La double métamorphose (28.5.1759 Laxenburg)
L'Arbre enchanté, ou Le tuteur dupé (3.10.1759 Wien)
L'Ivrogne corrigé [Der bekehrte Trunkenbold] (4?.1760 Wien)
Tetide (10.10.1760 Wien)
Le Cadi dupé [Der betrogene Kadi] (9.12.1761 Wien)
Orfeo ed Euridice (5.10.1762 Wien)
Il trionfo di Clelia (14.5.1763 Bologna)
Ezio [rev] (26.12.1763 Wien)
La Rencontre imprévue [Die unvermuthete Zusammenkunft, Les pèlerins de la Mecque]
(7.1.1764 Wien)
Il parnasso confuso (24.1.1765 Wien)
Il Telemaco, ossia L'isola di Circe (30.1.1765 Wien)
La corona (1765 np)
Il prologo (22.2.1767 Firenze)
Alceste (26?.12.1767 Wien)
Le Feste d'Apollo (24.8.1769 Parma)
Paride ed Elena (3.11.1770 Wien)
Iphigénie en Aulide (19.4.1774 Paris)
Le Cythère assiégée [rev] (8.1.1775 Paris)
Armide (23.9.1777 Paris)
Iphigénie en Tauride (18?.5.1779 Paris)
Echo et Narcisse (24.9.1779 Paris)
Echo et Narcisse [rev] (8.8.1780 Paris)
rev = revised / np = not performed



ERSTER AKT
Griechenlager vor Aulis. Um dem Heere glückliche Ausfahrt gegen Troja zu erwirken, soll Agamemnon seine Tochter Iphigenie der Göttin Artemis zum Opfer bringen. Doch will er lieber das Griechenland durch Troja zugefügte Unrecht niemals rächen, als seine Tochter opfern. Deshalb sendet er Arkas, den Befehlshaber seiner Leibwache, der Gattin und Tochter, die aus Mykene erwartet werden, entgegen. Er soll unter dem Vorwand, Achilles, der Geliebte Iphigeniens, sei seiner Braut untreu geworden, die Frauen von Aulis zurückhalten. Arkas aber verfehlt sie, und so treffen sie vor seiner Botschaft im Lager ein, freudig begrüsst von den Griechen, die vom Oberpriester Kalchas wohl unterrichtet worden sind, aber doch noch nicht wissen, dass Iphigenie das von der Göttin geforderte Opfer ist. Erst in Aulis trifft Arkas die Frauen und überbringt ihnen seine verspätete Botschaft. lphigenie ist über die Untreue Achilles erschüttert und behandelt ihn anfangs sehr kühl. Er verwahrt sich aber bei seiner Braut gegen die Verleumdungen und besiegt ihre Zweifel an seiner Liebe.

ZWEITER AKT
Halle in Agamemnons Palast. Mitten in die frohe Stimmung bei der Vorbereitung zu lphigeniens Hochzeit tritt Arkas mit der Enthüllung der furchtbaren Wahrheit, dass Agamemnon am Altar warte, um die Tochter zu opfern. Klytämnestras Zorn lodert auf, sie beschwört Achilles, die Braut zu retten. Er gelobt, Iphigeniens Leben mit seinem eigenen zu schützen und widersetzt sich dem Vater. Doch Agamemnon selbst wird von Reue ergriffen, vermag den Befehl zur Opferung nicht zu erfüllen und heisst Arkas, mit lphigenie und Klytämnestra fliehen.

DRITTER AKT
Inneres eines Zeltes. Laut fordern die Krieger vor dem Zelt das Opfer. Arkas erkennt die Unmöglichkeit der Flucht, da das Zelt umstellt ist, und wirft sich dem Volk entgegen. Achilles will die Braut sicher hinausgeleiten, doch sie erklärt ihm, dass ihr bei aller Liebe zu ihm die Ehre ihres Vaters teurer sei als ihr eigenes Leben. Auch der Mutter Flehen vermag ihren Entschluss nicht zu erschüttern; sie ist willens, sich zu opfern. Wenngleich Achilles schwört, ihren Vater, den Priester, die Griechen, alle zu vernichten, und die Mutter ohnmächtig niedersinkt, stellt sich lphigenie ruhig den immer lauter das Opfer heischenden Kriegern zur Verfügung. Klytämnestra ruft die Rache der Götter auf die Mörder ihrer Tochter herab.
Meeresstrand mit Altar der Artemis. lphigenie soll dem unerbittlichen Willen der Göttin und der Griechen zum Opfer fallen. Da stürmt Achilles mit seinen Kriegern herbei, um sie im letzten Augenblick mit Gewalt zu retten. Über dem Getümmel erscheint in den Wolken Artemis und verkündet, die Götter seien durch den bewiesenen Gehorsam versöhnt und erlassen das blutige Opfer. Sie verheissen den Griechen glückliche Fahrt. Agamemnon vereint dankbar das liebende Paar, und die Griechen preisen freudig die Güte der versöhnten Artemis.


Iphigenia on Aulis
ACT I
Returning to Troy, the Greeks are stranded on Aulis (Aulide) by high winds. The goddess Artemis demands a sacrifice if she is to calm the weather.
Agamemnon, unsure of what to do, summons his daughter Iphigenia (Iphigenie) for what she believes will be her marriage to Achilles. Eventually she arrives with her mother, Clytemnestra, but Agamemnon announces that Achilles has changed his mind about the marriage.

ACT II
Arcas reveals the truth to Iphigenia, that she is to be sacrificed. Achilles promises to defend her and confronts Agamemnon who eventually relents.

ACT III
The soldiers, furious at being made to wait, begin to demand blood. Despite her lover's protestations and her mother's lamentations, Iphigenia is willing to die for her father. As she awaits her death, Achilles bursts in and, threatening to kill Calchas, the king's advisor, prevents the sacrifice. At this moment, the sacrificial pyre is mysteriously ignited
and the weather calms, to allow Agamemnon and his army safe passage home.
Il soggetto della prima Iphigénie è tratto con alcune licenze da Racine. Nella località marina di Aulide, in Beozia, la flotta greca attende i venti favorevoli, che le consentano di far vela verso Troia. La bonaccia è in realtà causata dalla dea Diana, cui Agamennone ha giurato di sacrificare la propria figlia Ifigenia. L’aprirsi del sipario ci rivela l’angoscia del sovrano (“Diane impitoyable!” e, più avanti, “Peuvent-ils ordonner qu’un père”) e il suo progetto di evitare l’arrivo in Aulide della figlia, facendole credere che il promesso sposo Achille si sia invaghito di un’altra donna. Ifigenia ha però già raggiunto il campo greco, accompagnata dalla madre Clitennestra, e alla (falsa) notizia dell’infedeltà di Achille reagisce con dolore misto a rabbia (“Hélas! mon coeur sensible et tendre”); è lo stesso Achille a sciogliere l’equivoco, e l’atto si chiude con un duetto dei due promessi (“Ne doutez jamais de ma flamme”). Le nozze stanno per essere celebrate fra cori e danze, quando il messo Arcante svela a Ifigenia che presso l’altare la attende il padre per immolarla. La rivelazione suscita la collera di Achille e Clitennestra contro Agamennone; quest’ultimo, assalito dai rimorsi (“O toi, l’objet le plus aimable”), decide di non rispettare il giuramento. All’inizio del terzo atto la turba dei greci reclama a gran voce la vittima, mentre Ifigenia appare rassegnata al proprio destino (“Adieu, conservez dans votre âme”) e Clitennestra invoca per i greci inumani la punizione di Giove (“Jupiter, lance ta foudre”). Sulla riva del mare tutto è pronto per il sacrificio, ma Achille irrompe in scena con i propri guerrieri; nel generale tumulto si leva la voce del gran sacerdote Calcante, che rivela la volontà divina: Diana, colpita dalla virtù di Ifigenia, dall’amore materno di Clitennestra e dal valore di Achille, ha revocato il decreto di morte e acconsente finalmente alle nozze. Una seconda versione del finale, con l’intervento diretto della dea, fu approntata da Gluck e Gand-Leblanc du Rollet nel 1775, per dare maggior rilievo all’epilogo.


Iphigenie in Aulis



Personen:
AGAMEMNON (Bariton)
KLYTEMNESTRA, seine Gemahlin (Mezzosopran)
IPHIGENIA, beider Tochter (Sopran)
ACHILLES (Tenor)
PATROKLUS (Bass)
KALCHAS, oberster Priester (Bass)
ARKAS, Hauptmann (Tenor)
ARTEMIS (Diana) (Sopran)

CHOR
Griechen und Griechinnen, Leibwachen, Thessalische Krieger, Weiber und Jungfrauen aus Argos, Aulis und Lesbos

Die Szene ist in Aulis.


ERSTER AUFZUG
Das Theater zeigt im Hintergrunde, und auf der Einen
Seite, das Lager der Griechen; auf der andern eine
Façade von Agamemnons Pallaste



ERSTE SZENE

AGAMEMNON
allein
O Artemis, Erzürnte! umsonst gebeutst du mir
Dies grausenvolle Opfer;
Umsonst verheissest du uns deine volle Gnade,
Umsonst uns Wind zur Fahrt nach Phrygiens Gestade.
Nein! ob auch Griechenland beleidigt ist –
Um diesen Preis sey es an Troja nicht gerächt!
Entsagen will ich gern der mir verheissnen Ehre.
Und kost' es auch mein Leben:
Nie opfert Kalchas sie, die Tochter meines Herzens!
O Artemis, Erzürnte, umsonst gebeutst du es.
Zu der Sonne gewendet
O du, von ew'gem Glanz umgeben,
Kannst, ohn' Erbleichen, du der Frevel grössten sehn?
Wohlthät'ger Gott, beschütze du ihr Leben,
Erhöre du mein heisses Flehn!
Auf den Weg hin nach Mycene
Leite meines Arkas Fuss!
Täuschen mög' er Tochter, Gattin,
Dass sie wähnen, der Pelide achte nicht so vieler Reitze,
Wolle andre Fesseln tragen;
Und dass sie zurück dann gehn!
O du, von ew'gem Glanz umgeben,
Kannst, ohn' Erbleichen, du der Frevel grössten sehn?
Wohlthät'ger Gott, beschütze du ihr Leben,
Erhöre du mein heisses Flehn!
Kommt Iphigenia in Aulis an,
Ja, treibt verhängnissvoll das Schicksal sie hieher:
Nichts schützet sie alsdann vor wilder Blutbegier,
Vor Kalchas, vor den Griechen, vor den Göttern.


ZWEITE SZENE
Kalchas, Agamemnon, Griechen

CHOR VON GRIECHEN
Nein! du darfst nicht länger widerstreben!
Erfahren müssen wir noch heut
Durch dich, was Artemis gebeut!
Lass in Angst uns länger nicht schweben!

ANFÜHRER DER GRIECHEN
Sag' an, und stille der Tobenden Wuth:
Was fodert Artemis von uns für Blut?

KALCHAS
Warum mich so gewaltsam zwingen!

CHOR DER GRIECHEN
Nein! du darfst usw.

KALCHAS
Die Göttin will, dass ich euch jetzt belehren soll. –
Von heil'gem Schauder fühl' ich meine Seel' ergriffen.
Erhabne, mächt'ge Göttin Artemis,
Mich dränget mit Gewalt dein Sehergeist,
Und zitternd künd' ich an, was dein Befehl uns heisst.
Dass meine schwache Hand mit Beben
Das reinste Blut vergiess', ist dein Gebot! ....
Ach! kann sonst nichts uns deine Gnade geben,
Als solch' ein blut'ger Opfertod?
O, welche Klagen! welch ein Schmerz,
Du armer Vater, für dein Herz!
Die Ihr im Olympus wohnet,
Zürnet nicht so schwer, und schonet!

AGAMEMNON UND KALCHAS
Die Ihr im Olympus wohnet,
Zürnet nicht so schwer und schonet.

KALCHAS
Ihr Griechen! könntet ihr das grause Opfer bringen?

DIE GRIECHEN
Nenn' uns nur seinen Nahmen!
Und fliessen soll noch heut
An Artemis Altar sein Blut, wie sie gebeut! –
O Artemis, erhabne Göttin,
Leit' uns zu Troja's Mauern hin!
Und erst in dem Blut seines letzten Bewohners
Sey unser Durst nach Rache gestillt!

KALCHAS
Beruhigt euch, und geht! Noch heute wird
Das Opfer am Altar, was Ihr verlangt, erfüllen.


DRITTE SZENE
Agamemnon und Kalchas

KALCHAS
Du siehst, wie laut das Heer schon wüthet,
Und weisst, was Artemis durch ihren Spruch gebietet.

AGAMEMNON
O, nenne mir sie nicht, die Göttin, die ich hasse!

KALCHAS
Verwegener, halt ein, und fürchte ihre Rache!
Wenn ohne Säumen du gehorchest,
Dann hemmest du vielleicht den schon erhobnen Arm!
Erfüll' ohn' allen Widerstand,
Was sie unwiderruflich dir geboten!

AGAMEMNON
Kann vom Vater das die Göttin fodern?
Er, mit eigner Hand, soll zum Altar
Führen, die von je ihm theuer war!
Sie, sein Stolz, sein Glück, sollt' in Flammen lodern?
Kann die Göttin das auch fodern?
Nein! ich gehorche nicht dem grässlichen Befehl!
Schon vernehm' ich – und die Brust fühl' ich zernagt –
Klage der Natur, voll banger Schmerzen;
Und sie spricht viel lauter zu dem Herzen,
Als was dein Orakel sagt.
Nein! ich gehorche nicht dem grässlichen Befehl!

KALCHAS
Du wolltest deinen Eid nicht halten?
Den Göttern schworst du ihn!

AGAMEMNON
Ich weiss, was mir die Pflicht gebeut.
Folgt Iphigenia dem Ruf nach dieser Unglücksküste,
Dann duld' ich, sträubend zwar, dass sie geopfert wird.

KALCHAS
Man täuscht die Götter nicht
Durch Worte voller Trug;
Selbst in des Herzens Grund
Lies't doch ihr scharfer Blick.
Ist Iphigenia dem Tod geweihet,
So suchest du umsonst, ihr Leben zu erhalten.
Die Götter bringen sie, trotz dir, zu dem Altar:
Sie lenken ihren Fuss schon hin.


VIERTE SZENE

DIE VORIGEN. GRIECHEN
die über den Schauplatz hin laufen
Klytemnestra! die Tochter! Ihr Götter, welche Freude!
Auf! seht, und bewundert sie Beide!


FÜNFTE SZENE

AGAMEMNON
Was hör' ich! Götter!
Welch ein Schmerz! die holde Tochter!

KALCHAS
Ihr Könige, so hoch und so gebieterisch!
Der Moira Spielwerk seyd Ihr doch nur!
Ihr, denen sich ein Jeder beugt,
Beugt Euch nur selber vor den Göttern!

AGAMEMNON
Ihr Grausamen! so soll die Unschuld doch erliegen!
Gedrückt von eurer Göttermacht,
Muss ich zum Staube mich vor eurem Willen beugen. man hört hinter dem Theater Gesang

AGAMEMNON
zwischen der noch entfernten Musik
O, meine Tochter! wie ich bebe!

KALCHAS
Das Opfer nahet sich.

AGAMEMNON
Ach, Kalchas, lass geheim den
Namen jetzt noch bleiben;
Die Mutter wird der Schmerz
Sonst zur Verzweiflung treiben!

Beide gehen ab


SECHSTE SZENE
Klytemnestra, Iphigenia, Griechen und Griechinnen
in ihrem Gefolge, Einwohner von Aulis beiderlei
Geschlechts.
Klytemnestra und Iphigenia kommen in einem
antiken Wagen auf das Theater, und sind von einem
weiblichen Gefolge begleitet. Vor und hinter dem
Wagen eine prächtig gekleidete Leibwache. Ihn
umgiebt zahlreiches Volk, singend und tanzend


ALLGEMEINER CHOR
Welche Schönheit! welche Majestät!
Welche Anmuth! seht, o seht!
O, wie werth muss sie den edlen Eltern seyn!
Hochbeglückt Atreus grosser Sohn!
Glücklich durch die Vaterfreuden,
Glücklich in der Gattin Armen, herrlich auf Mycene's Thron!

KLYTEMNESTRA
nachdem sie von dem Wagen gestiegen ist, sich dem Vordergrunde des Theaters nähernd
Wie gerne hört mein Ohr dies schmeichelhafte Lob,
Das unser Volk dir froh ertheilet!
Süss ist es ja der Mutterliebe,
O, süsser noch, als das, was einst sie selbst erhob!
Geliebte Tochter, weile hier! Geniess' allein
Der Ehre, welche uns gewidmet ist.
Zum König will ich geh'n und meinen Wunsch ihm sagen;
Vielleicht genehmigt er gern unsre Huldigung.

Sie geht mit einem Theile der Leibwache ab

Tanz

CHOR DER GRIECHEN
Nein, Paris selber hat auf seines Ida's Höh'n,
Als drei Göttinnen ihn erkohren
Zum Richter ihres Streits,
Sie schöner nicht geseh'n,
War auch sein trunkner Blick in süsse Lust verloren.

EINE GRIECHIN
An edler, hoher Majestät,
Gleicht die Atride, wenn sie geht,
Der Herrlichen so ganz, die der Olympus verehret.

EINE ANDRE
An Würd' ist sie der Göttin gleich,
Die sich mit Helm und Schild bewehret.

EINE DRITTE
Sie ist, wie Cypria, an süssem Lächeln reich;
An Geist, an Tugend ist sie gleich
Der Tochter Zeus, dess Blitz mit Allgewalt verheeret.

CHOR
Nein, Paris selber hat auf seines Ida's Höh'n,
Als drei Göttinnen ihn erkohren
Zum Richter ihres Streits, sie schöner nicht geseh'n,
War auch sein trunkner Blick in süsse Lust verloren.

IPHIGENIA
Die Liebe, mit der das Volk mich ehret,
Hat meine Unruh nur vermehret.
Achill! – so ruft mein Geist ihm zu –
Achill! Achill! was zögerst du?

Tanz


SIEBENTE SZENE
Iphigenia, Klytemnestra, Volk

KLYTEMNESTRA
zu dem Volke
Entfernt euch! –
zu Iphigenien
Lass die tief gekränkte Ehr' uns rächen!
Komm, Tochter! Hier ist nicht für uns noch längres
Weilen!

IPHIGENIA
Nicht seh'n soll ich Achill? O, Götter!
Ihn, dessen heisse Liebe ...

KLYTEMNESTRA
Verhasst sey dir Achill, so lange du noch lebest!
Denn unwerth ist er ganz der ihm bestimmten Ehre;
In neuen Banden hält ihn andre Liebe fest.

IPHIGENIA
Was hör' ich!

KLYTEMNESTRA
Dein Vater war besorgt, vor Griechenland
Dich ausgesetzt dem Hohn, Achill'ens Spott, zu seh'n.
Darum befahl er dir, du solltest Aulis meiden,
Nach Argos wieder gehn, vergessen den Verräther.
Er sandte Arkas uns mit dem Geheiss entgegen;
Doch wir verfehlten ihn, und täuschten seine Sorgfalt.
Er kam erst diesen Augenblick,
Gab Rechenschaft von dem, was ihm geboten war.
Nun kann ich länger nicht Achill's Verrath bezweifeln.

IPHIGENIA
O Schmerz!

KLYTEMNESTRA
Auf! durchglühet von zürnenden Flammen,
Dränge muthig die Seufzer des Schmerzes zurück!
Ihm nur Rach'! er verschmähet sein Glück!
Mög' ihn die Nemesis verdammen!
Sey von dem Vater am Frevler gerächt!
Du bist, wie Er, von der Götter Geschlecht!
Schon siehet mein zürnender
Geist den Donnerer dort oben!
Schon ist zur Rache sein Arm erhoben.
Ja, ihn ereilt die Nemesis!
Auf! durchglühet von zürnenden Flammen,
Dränge muthig die Seufzer des Schmerzes zurück!
Ihm nur Rach'! er verschmähet sein Glück!
Mög' ihn die Nemesis verdammen!

Geht ab


ACHTE SZENE

IPHIGENIA
Vernahm ich wirklich recht? Ihr Götter! muss ich's glauben?
Vergessen könnt' Achill die Pflicht?
Vergessen, was die Ehre fodert?
Verschmähen dieses Herz, das ihm so ganz gehört?
Mein armes Herz, noch nicht belehret,
Entzog sich, sanft und fromm,
dem jungen Helden nicht.
Ihn lieben – das gebot mir Ehre ja und Pflicht;
Und hätt' ich nun mit Recht der Liebe wohl gewehret?
Verräther! nun täuschest du mich!
Ein andrer Arm soll dich umfassen?
Ich muss, fürwahr! ich muss dich hassen,
Und spräche lauter auch mein Herz für dich!
Ach, immer werd' ich doch nach ihm mich sehnen!
Wie ich durch ihn so glücklich war!
Stark wollt' ich seyn; und da –
da fliessen meine Thränen! –
Verdient er Thränen denn? Er ist ja undankbar!
Verräther! nun täuschest du mich!
Ein andrer Arm soll dich umfassen?
Ich muss, fürwahr! ich muss dich hassen,
Und spräche lauter auch mein Herz für dich!


NEUNTE SZENE
Iphigenia, Achilles

ACHILLES
Täuscht mich ein Traum auch nicht?
O Himmel! Du in Aulis, Iphigenia?

IPHIGENIA
Was auch an diesen Ort mich brachte –
Ich sage dir mit Stolz: mein Herz wirft mir nicht vor,
Dass es Achilles war, den ich zu sehen wünschte.

ACHILLES
Was hör' ich! welch ein Wort!
Sprichst du so kalt mit mir?

IPHIGENIA
Thu nach Gefallen nur, was dir
Die neue Leidenschaft gebietet!
Ob du auch untreu bist, das soll mich wenig kümmern!
Gieb immerhin die Hand der Andern, die du liebst!

ACHILLES
Der Andern, die ich lieb'?
Ein schändliches Verbrechen –
er zeihet dessen mich?

IPHIGENIA
Ich, ich! die du betrogest!

ACHILLES
Betrügen könnt' Achill?

IPHIGENIA
So viel du Eid' auch schworest –

ACHILLES
Ich, Iphigenien nicht mehr lieben?

IPHIGENIA
Du brachst die Ketten, die uns banden!

ACHILL.
Zerbrechen, was so werth mir ist?

IPHIGENIA
Nun, dich verlanget ja,
Mich nicht mehr hier zu seh'n.
Sei ruhig nur! Sehr bald werd' ich,
Wie du es wünschest,
Zur väterlichen Burg, nach Argos, wiederkehren,
Auf dass du vollen Raum für neue Liebe hast.

ACHILLES
Ha! allzu viel! Zwar kann Achill,
Besänftiget von deinem holden Reitz
Wohl Ungerechtigkeit mit Ruh' ertragen;
Doch nimmer wird sein Herz
Hohn und Verachtung dulden!

IPHIGENIA
Ach, nur zu hell liess ich in meine Brust dich sehen,
Zu hell für meine Ruh', mein Glück!
Denn Achtung – Lieb', um alles zu gestehen,
Sprach ja zu dir mein froher Blick.

ACHILLES
Wär' es also: dein Herz und meine Ehre
Erlaubten dann dir nicht den kränkenden Verdacht.
Achill verriethe dich? Ihr Götter!
O, um dir zu verzeih'n,
Dass du dies von mir glaubtest,
Muss man so heiss, wie ich, dich lieben!
Tyrannin! niemals ward dein kaltes Herz gerührt,
Erwärmt von meiner glühend-heissen Liebe.
Wenn starr es nicht bei meiner Flamme bliebe,
Dann hätte Argwohn dich
Zu Zweifeln nicht verführt.
Du kränkst so tief ein Herz,
Das, Göttern gleich, dich ehret,
Durch harten schimpflichen Verdacht!
Du hast zur Höllenqual ein Feuer angefacht,
Das ewig meine Brust verzehret.
Tyrannin! niemals ward dein kaltes Herz gerührt,
Erwärmt, von meiner glühend-heissen Liebe.
Wenn starr es nicht bei meiner Flamme bliebe,
Dann hätte Argwohn dich zu Zweifeln nicht verführt.

IPHIGENIA
Mein Bangen, mein Verdacht,
Selbst mein Verdruss, mein Schmerz,
Dies alles zeigt dir meine Liebe.
Ach! wie so leicht kannst du
Das schwache Mädchen täuschen!
Nur allzu gern glaubt dir mein liebevolles Herz.

ACHILLES
Schone mein! Denn solche Schmerzen,
Wie dein Zweifeln gab, vernichten ganz mein Glück.

IPHIGENIA
Glaub mir, es entschwand dem Herzen,
Und ich fühl', es kehret nie zurück.

ACHILLES
Wie konntest du, mein Stolz,
Dir ungetreu mich glauben!
Fühlst du nun selbst,
Wie sehr du mich verkannt?

IPHIGENIA
Nie wird mir solch ein Wahn
Die Ruhe wieder rauben;
Gewiss, mich strafte schon der Schmerz,
Den ich empfand.

Beide

IPHIGENIA
Durch Liebe giebst du meinem Herzen Freuden.

ACHILLES
Dein holdes Wort giebt meinem Herzen Freuden.
Gott Hymen! sichr' uns ganz vor Leiden!
O du, der Erde Glück, komm! eine denn noch heut
Ein Paar, das Amor selbst für deinen Tempel weih't!


ZWEITER AUFZUG
Das Theater stellt eine grosse Säulenhalle in Agamemnons Pallaste vor


ERSTE SZENE
Iphigenia, Jungfrauen in ihrem Gefolge

CHOR DER JUNGFRAUEN
Lass deine Brust in Freude wallen;
Der junge Held ist bald nun dein.
Entzückt wirst du in seine Arme fallen;
Achill ragt hoch hervor, und von den Griechen allen
Verdient dich Er allein.

IPHIGENIA
Ihr suchet nur umsonst mein Sorgen zu verbannen.
Achill weiss, dass mein Vater
Von ihm geglaubt, er könne mich verachten
Und seine Treue brechen.
Beleidigt fühlt er seine Ehre;
Der Argwohn scheinet ihm
Die kränkendste Beschimpfung.
Ich sah in seinem Blick des Zornes Funken sprühen;
Und jetzt – Ihr kennet ja
Den Stolz des guten Vaters –
Und Beide seh'n sich eben jetzt.

CHOR DER JUNGFRAUEN
Lass deine Brust in Freude wallen;
Der junge Held ist bald nun dein.
Entzückt wirst du in seine Arme fallen;
Achill ragt hoch hervor, und von den Griechen allen
Verdient dich Er allein.

IPHIGENIA
Ihr suchet nur umsonst mein Sorgen zu verbannen.
Die Lieb' ist länger nicht allmächtig,
Wenn sich gekränkt des Helden Seele fühlt.
Bald von Furcht und bald von Hoffen
Wird so sehr gequält mein armes Herz.
Allen Leiden steht es offen,
Und kaum trägt es länger diesen heissen Schmerz.
Gott Eros sieh mich knieend flehen:
Hauch' in des Vaters Brust für Stolz nur Sanftheit ein,
Lass den Geliebten nur sich deinem Dienste weih'n!
Der du der Welt gebeutst, versöhnt lass mich sie sehen!
O, dann ist reine Freude mein!
Hold von Furcht, und bald von Hoffen
Wird so sehr gequält mein armes Herz.
Allen Leiden steht es offen,
Und kaum trägt es länger diesen heissen Schmerz.


ZWEITE SZENE
Klytemnestra und die Vorigen

KLYTEMNESTRA
Bald, Tochter, macht dich Hymen glücklich;
Im Tempel ordnet schon das Fest dein Vater an.
Für dich, welch ein Triumph!
Und welch ein Ruhm für mich!
Bald höret Griechenland, dass einer Göttin Sohn
Mich seine Mutter nennt, und dir sein Leben weiht.

IPHIGENIA
O nun, nun leb' ich wieder auf!

KLYTEMNESTRA
Schon kommt Achill, ganz Lieb'
Und Zärtlichkeit.


DRITTE SZENE
Die Vorigen. Achilles und Patroklus, mit einem
Gefolge von Thessaliern beiderlei Geschlechts


ACHILLES
Sie, deren Stolz du bist,
Sie wollen, dass dich mir Gott Hymen nun vereine.
Bald darf ich Götter nicht beneiden,
Du Holde; denn mein Glück ist gross und dauerhaft. Die Thessalier kommen in einem kriegerischen
Aufzuge; ihnen folgen Sklaven mit der Beute, die
Achilles in Lesbos erobert hat


ACHILLES
zu den Thessaliern
Singt laut, preiset hoch die erhabne Königin!
Der Gott, dem sich mein Leben weihet,
Macht bald auf ewig mein Volk beglückt.

DER CHOR
Wir singen, wir erheben unsre Königin.
Der Gott, dem sich dein Leben weihet,
Macht nun auf ewig auch uns beglückt.

Tanz

EINE THESSALIERIN
Der Nike Hand wird dich,
Achill, noch öfter schmücken;
Mit Hymen kränzet dich Gott Eros wechselsweis.
Gar hoch mag freilich wohl der Lorberkranz entzücken;
Doch höher das Myrtenreis.

CHOR
Der Freunde Freund, doch der Feinde Schrecken,
Wird er, ein Ares, uns schirmend bedecken.
Ha! wagt es nimmer, den Löwen zu wecken;
Denn wer ist wohl, der kühn ihm widersteht!
Ja, ihr Trojaner, vor ihm sollt ihr zittern;
Das Liebste raubt er den Bräuten, den Müttern,
Er drohet fürchterlich euch, gleich Gewittern!
Er schrecket euch schon, wenn ihr ihn auch nur seht.

Fortsetzung des Tanzes

SKLAVINNEN AUS LESBOS
Sieh Töchter Lesbos sich,
Auf sein Geheiss, dir nahen!
Sie beugen sich vor dir; du hörst gewiss ihr Flehn.

EINE SKLAVIN
Er kämpfte ja für dich; gross war sein Sieg, und schön.
O, dass wir Lesbier als Feind ihn sahen!

DIE SKLAVINNEN
Huldreich und liebevoll seh'n wir dein Angesicht,
Und klagen weinend länger nicht.

IPHIGENIA
So kommt, und werdet mir,
Was die schon sind, Freundinnen.
Ich war des Unglücks Schuld;
Drum muss durch Wohlthun ich
Den schmerzlichen Verlust mit Recht ersetzen.
Vergessen sollt ihr ganz, was ihr gelitten habt.

Fortsetzung des Tanzes

ACHILLES, KLYTEMNESTRA, IPHIGENIA, PATROKLUS
Hat wohl dein Tempel je, am heiligsten Altar,
Du holder Gott der Ehen,
Ein Paar schon beten sehen,
Das liebevoller noch, und noch beglückter war!


VIERTE SZENE
Die Vorigen. Arkas, der zu Ende des Tanzes gekommen ist

ACHILLES
Verzeih, Geliebte, mir die Ungeduld des Herzens.
An dem Altar erwartet uns dein Vater;
So komm, und mache mich
Zum seligsten der Menschen!

ARKAS
stürzet hervor
Nein, schwieg' ich länger noch, so wär' ich strafbar.
Wo eilt, getäuscht, ihr hin, ihr Unglückseligen!
Nein, nimmer gehet ihr zu dem Altar des Grauens.

ACHILLES
Was, Arkas, sagest du?

KLYTEMNESTRA
Du siehest, wie ich bebe.

ARKAS
Dein Gatte – denn so will's
Der Zorn der grossen Göttin –
Harrt am Altare schon;
Er soll – die Tochter opfern.

KLYTEMNESTRA
Wie! mein Gemahl?

IPHIGENIA UND ACHILLES
Mein Vater? / Ihr Vater?

KLYTEMNESTRA
Entsetzlich! welch Verbrechen!

ALLE MIT DEM CHOR
Erbebt die Erde nicht bei dem grausen Gedanken?

ARKAS
Ja, Iphigenia – sie selber ist das Opfer,
Das blutend sterben soll.

DIE THESSALIER
in einem Tumulte vordringend
Nimmer dulden wir das, und wär' es unser Verderben!
Nein, unser König wird ihr Gemahl noch heut!
Zu dem Tode für ihn sind wir alle bereit,
Und wollen auch für seine Braut gern sterben!

KLYTEMNESTRA
dem Achill zu Füssen fallend
Achill, sieh mich im Staube knieen!
Erbarme du dich meiner armen Tochter!
In dieses Unglücksland hab' ich sie selbst gebracht,
Dass sie die Deine würde.
Ach, ihr eigner Vater kann bis zum Tode sie hassen,
Und die Götter auch wollen sie verlassen!
Was bleibt nun ihr übrig? Du, Achill, allein:
Du musst ihr, Vater denn, Asyl und Schutzgott seyn.
Man wird zum Tode sie nicht verdammen:
Das hoff' ich fest; denn sie gehöret dir!
Das glaub' ich, das weiss ich, das sagen sie mir,
Die Augen, die schon flammen!
Ach, ihr eigner Vater kann bis zum Tode sie hassen,
Und die Götter auch wollen sie verlassen!
Was bleibt nun ihr übrig? Du, Achill, allein:
Du musst ihr, Vater denn, Asyl und Schutzgott seyn.

ACHILLES
Sei ruhig, Königin, und gänzlich unbesorgt,
Dass sie des Vaters Hass der Mutterlieb' entreisse!
Du gehst; ich will ihn hier erwarten.

IPHIGENIA
Ich weiche nicht von dir, Achill; du sollst mich hören!

ACHILLES
Tyrann! ... Er giebt den Tod
In meinem Nahmen dir!
Vor meinem Zorne kann ihn jetzt
Nichts mehr beschützen.

IPHIGENIA
Er ist – in aller Götter Namen! – ist mein Vater!

ACHILLES
Dein Vater, dieser Unmensch?

IPHIGENIA
Er ist mein Vater doch, und theuer meinem Herzen.

KLYTEMNESTRA
Dein Vater? und er höhnt die Rechte der Natur?

IPHIGENIA
Sein Unglück will es so;
Gross sind auch seine Schmerzen.

ACHILLES
Ich seh' in ihm sonst nichts, als einen Mörder nur!

KLYTEMNESTRA
Göttin, lass mich nicht erliegen;
Ich hoffe nur auf dich!

IPHIGENIA
Götter, lasst die Nacht verschwinden;
Von Angst befreiet mich!

ACHILLES
Götter, lasst mein Schwert ihn finden;
Dann Lohn dem Wütherich!

ALLE DREI.
O, Ihr! erhöret mich!


FÜNFTE SZENE
Achilles. Patroklus

ACHILLES
Mir nach, Patroklus!

PATROKLUS
Und was willst du thun?
Hörst du allein den Ruf der wilden Leidenschaft?
Du kannst sie, grausam wie ihr harter Vater,
Mit eigner Hand dem Tode weihn?

ACHILLES
Wie! ich? Geh sag' ihr denn: »sie dürfe nichts besorgen.
Zwar gekränkt, und empört, doch von Liebe gerührt,
Hab' ich tief meinen Zorn in dem Herzen verborgen,
Und schone willig Dess, dem Dank von ihr gebührt.«


SECHSTE SZENE
Agamemnon, mit seiner Leibwache, Arkas, Achilles

ACHILLES
Er kommt! ... Ihr Götter,
Dämpft den Zorn, der mich entflammet!
Verweil'!

AGAMEMNON
bei Seite
Es ist Achill! Wär' er schon unterrichtet?

ACHILLES
Ich weiss, du denkst auf ein Verbrechen.
Ja, treulos und unmenschlich
Willst eine Unthat du in meinem Nahmen thun,
Die ich nur schaudernd denke.
Trotz dir, werd' ich die Gräuelthat verhindern!
O du, der du so schwer, so schrecklich mich beleidigst,
Der Liebe dank' es nur, wenn ich, von dir empört,
Nicht mit dem Schwert mich räche!

AGAMEMNON
Voll Dünkels, und mit Trotz, wagst du,
Verwegner Jüngling, es, mich zu beleidigen?
Vergisst du ganz, dass ich der Griechen Fürst hier bin?
Dass ich die Götter nur als Richter anerkenne?
Dass zwanzig Könige mir unterworfen sind?
Dass ohne Murren sie, und dass auch du, Achilles,
Mit Ehrfurcht harren musst, was mein Befehl gebeut?

ACHILLES
Wie! sollt' ich länger noch die stolze Sprache dulden?
Mein, mein ist sie; dein Eid versprach sie mir.
Du schworst ihn mir zum Pfande meines Glückes,
Und musst nun tun, was du versprachst!

AGAMEMNON
Hör' auf, noch länger mich zu reitzen!
Was für ein Schicksal auch bestimmt ihr sey,
Mit Ehrfurcht, schweigend, musst du harren,
Was mein, und was der Götter Wort befiehlt.

ACHILLES
So redest du mit mir?
Wer hielt' es nur für möglich!
Du wähnst, ich fühlte nicht,
Was Lieb' und Ehre fordern?
Ich liesse ruhig dich die edle Tochter opfern,
Und sähe kalt die grösste Unthat an?

AGAMEMNON
Verwegner, meinest du,
Ich könne ganz vergessen,
Was meine Würde heischt?
Dein Schmähen länger dulden?
Gerechte Ahndung dir, dem Frechen,
So wahr ich König bin!

ACHILLES
Den frevelnden Mordsinn zu brechen,
Geb' ich mein Leben dahin!

AGAMEMNON
Frecher Empörer!

ACHILLES
Grausamster der Väter!
Die ich so heiss verehre –
Eh' ich das deiner Wut nicht wehre,
Muss erst mein Herz durchbohret sein!

Geht ab


SIEBENTE SZENE
Agamemnon, Arkas, Leibwache

AGAMEMNON
Es soll geschehn, was ich gebot.
Von Frechheit aufgefodert,
Heiss' ich, dass gleich die Flamme lodert,
Und weihe sie dem Opfertod.
Herbei, Gefährten! ... Ihr Götter! was will ich thun?
Es ist die Tochter ja, die blutend sterben soll!
Die Tochter, die so oft an deinem Herzen lag!
Zerrissen fühl' ich meine Brust.
Nein! sie muss leben! ...
O, wie schwach das Herz mich macht!
Darf ich, da Artemis ihr Daseyn enden will,
Die Wohlfahrt meines Volks der Vaterliebe opfern?
Und soll Achill mich unbestraft verhöhnen?
Nein, lieber reiss' ich sie gewaltsam zum Altare!
Das Blut der Tochter muss ...
Der Tochter? Ach, ich bebe!
Des Vaters Liebling ... sie,
im Opferkranze, soll dem mörderischen Stahl
Den keuschen Busen öffnen?
Ihr Blut soll ich in Strömen fliessen seh'n?
O, welch ein Vater! ...
Hörst du nicht die Furien nahen?
Die Luft ertönet von grausem Gezisch!
Es sind der Eumeniden Schlangen;
Sie rächen fürchterlich der Tochter Mord!
Ach, schon beginnet meine Qual!
O, schrecklich! Haltet ein! Die Götter zwangen mich!
Sie führten meine Hand; sie zückten selbst den Stahl.
Ja sie ermordeten das Opfer! –
Kann nichts denn euren Zorn,
Ihr Grausamen, versöhnen?
Nichts! – Doch umsonst
Verfolgt mich euer Wüthen!
Mich nagt mit scharfem Zahn
Der Reue Schlang', und quält mich!
O, sie zerreisst mein Herz
Noch grässlicher, als Ihr.

Zu Arkas

So geht, ihr Alle, denn;
Begleitet die Gemahlin.
Sie muss, so schnell sie kann,
Nach Argos wiederkehren.
Mit meiner Tochter fliehe sie dies Land,
Und sei vor jedem Blick verborgen!
Nun geht!
Arkas und die Leibwache gehen ab.
O du, die ich so innig liebe,
Die immer mich so sanft erfreut:
Verzeih'! – des Vaters Aug' ist trübe –
Verzeih' ihm gern; denn er bereut!
Du hast ja mit den süssen Tönen:
»Mein Vater!« mich zuerst genannt.
Und durch dein Blut die Götter zu versöhnen,
War schon bereit des Vaters Hand!
Nein, ich mag frevelnd nicht
Das Recht der Natur verhöhnen;
Mit Abscheu würd' ich sonst genannt!
O du, die ich so innig liebe,
Die immer mich so sanft erfreut:
Verzeih'! des Vaters Aug' ist trübe –
Verzeih' ihm gern; denn er bereut!
Und du, durch Fleh'n nicht zu erweichen,
Befriedige an mir des Zornes Grimm!
Wie sie, kann mich dein Pfeil erreichen;
Und willst du Blut: das meine nimm!


DRITTER AUFZUG
Das Theater stellt das Innere eines prächtigen Zeltes
vor, durch dessen Oeffnung man eine Menge von
Volk in Tumult sieht



ERSTE SZENE
Iphigenia, mit weiblichem Gefolge; Arkas' Leibwache. Griechen, hinter dem Schauplatze und an dem Eingange des Zeltes

CHOR VON GRIECHEN
Nein, nein! kein Verschonen mehr hier!
Man soll den Göttern ihr Opfer nicht nehmen!
Was ihr Spruch streng gebot, leisten wir!
Nein, du darfst uns den Arm nicht lähmen!

IPHIGENIA
tritt ausser sich herein, umringt von ihrem Gefolge und der Leibwache
Was, Arkas, widerstrebst du länger noch
Der Wuth, die sie entflammet?

ARKAS
zu dem Gefolge
Lasst nicht aus dem Gezelt sie gehen!
Ich will indess, getreu der Pflicht,
Dem ungestümen Schwarm mit Kühnheit widerstehen.


ZWEITE SZENE
Die Vorigen ohne Arkas

IPHIGENIA
zu Arkas, der abgeht
Versuche nicht Unmöglichkeit!
Zu ihrem Gefolge
Eilt hin, zum Beistand meiner Mutter!
Entfernet ihren Blick von meiner letzten Stunde!
Lasst mich der Götter Zorn durch meinen Tod versöhnen!
Ich sterb', und sterbe gern.


DRITTE SZENE
Iphigenia, Achilles

ACHILLES
Geliebte, folge mir!
Dich schrecke nicht das Schrei'n,
Das blinde, leere Wüthen
Des Volks, das schon
Ein Blick von mir in Angst versetzt.
Beschützet von Achill,
Kannst du ganz sicher gehen.
Komm mit!

IPHIGENIA
O Schmerz! die Pflicht ist allzu schwer!

ACHILLES
Auf, auf! versäume nicht den günst'gen Augenblick.

IPHIGENIA
Du kämpfest nur umsonst für mich,
Des Unglücks Tochter,
Achill; sie, deren Tod ...

ACHILLES
O, nicht dies grause Wort!
Vergisst du, dass mein ganzes Wesen,
Mein Daseyn und mein Glück, an deinem Leben hängt?

IPHIGENIA
Ich liebt' es selbst – ja, muss noch jetzt es lieben,
Ein Leben, wider das die Götter sich verschworen.
Nur dir gehört es ja, und reine Seelenliebe
Hatt' es, Achill, auf ewig dir geweih't.
Mein Abend schreckt mich nicht,
Und sei er noch so trübe;
Bis in das Grab biet' ich dem Schicksal Hohn.
Ja, wenn ich auch verschonet bliebe,
Ich sagte doch, dass ich dich liebe.
Mein letzter Seufzer noch sey deiner Treue Lohn!

ACHILLES
Mich liebtest du? darf ich es länger glauben?
Ich bete dich, wie eine Göttin, an,
Du Undankbare! und du wolltest sterben?

IPHIGENIA
Brich auf, Achill!
Dich rufet laut die Ehre:
Sie zeiget deinem Blick
Den Tempel ew'gen Nachruhms,
Den du betreten musst;
Und nur mein Tod kann dir ihn öffnen!

ACHILLES
So willst du, Grausame, dass ich
Den sonst mir theuren Ruhm
Von nun an hassen soll?

IPHIGENIA
Leb wohl! Lass stets in deiner Seele
Das Bild der reinsten Liebe seyn!
Und ob man auch uns nicht vermähle –
Ich bleibe doch auf ewig dein.
Dir hatt' ich ganz mein Herz gegeben,
Und bracht' es dir so gerne dar.
Gedenke mein, mein, deren Leben
Nur dir allein geweihet war!
Leb wohl! Lass stets in deiner Seele
Das Bild der reinsten Liebe seyn!
Und ob man auch uns nicht vermähle –
Ich bleibe doch auf ewig dein.

ACHILLES
Achill könnt' ohne dich noch athmen?
Nein, nein! Ihr Götter zeugt es mir! –
Du musst, und weigerst du dich auch,
Von hier entfliehen.
Geliebte, komm! ich will dich leiten.

IPHIGENIA
Halt ein! Was kannst du länger hoffen?
Wähnst du, dass Agamemnons Tochter
Vergessen kann, was Ehr' und Pflicht gebieten?
Sie. sind ihr theurer, als das Leben.

ACHILLES
Nun wohl! – Nun, so gehorch, Unmenschliche!
Geh! such' ihn selbst, den schrecklichsten der Tode!
Zum grässlichen Altar folgt dir mein Fuss sogleich;
Ich lähme dort den Arm, der dich bedrohet.
Er ist bald meines Zornes Raub!
Ich werde mein Schwert auf ihn zücken;
Den Altar, den, frevelnd, sie schmücken –
Ihn wirft mein drohender Arm in den Staub.
Sieh her, wie Zorn die Wange mir röthet!
Wenn nun dein Vater wieder mir droh't –
Gewiss, er fällt, von diesem Schwert getödtet:
Du bist dann Schuld an seinem Tod!

Geht ab



VIERTE SZENE
Iphigenia und ihr Gefolge

IPHIGENIA
Barbar! ... Er geht! ... Befriedigt euren Zorn!
Mein Tod, ihr Götter, mög' an blut'ger That ihn hindern!


FÜNFTE SZENE
Klytemnestra, Griechen hinter dem Schauplatze. Die
Vorigen


CHOR DER GRIECHEN
Nein, nein! kein Verschonen mehr hier!
Man soll den Göttern ihr Opfer nicht nehmen!
Was ihr Spruch streng gebot, leisten wir!
Nein, Du darfst uns den Arm nicht lähmen!

KLYTEMNESTRA
So wagt's, ihr Frevler, denn, die Unthat zu vollenden!
Barbaren! mordet sie in meinen Armen!
Sie nimmt Iphigenien in ihre Arme
O, meine Tochter!

IPHIGENIA
Gute Mutter!

KLYTEMNESTRA
Tochter meines Herzens,
Dich schützt die Mutterliebe bis zum letzten Athem.

IPHIGENIA
Nichts kann mein Leben noch erretten;
Die Götter setzten mir ein Ziel in ihrem Zorne.
Entflieh' und lass das Volk an meinem Blut sich letzen!
Ach, wenn ich werth dir jemals war,
So geh', und meide ganz das wild empörte Heer!
Setz nicht, um mich der hand der Blutgier zu entreissen,
Die hohe Majestät des Thrones in Gefahr!

KLYTEMNESTRA
Was kümmert Ehre mich! was Majestät! was Leben!
Nein, wird die Tochter mir entrissen,
Dann mag ich länger nicht
Der Sonne Glanz mehr sehen!

IPHIGENIA
Ein Kind bleibt ja dir noch auf Erden.
Auf den geliebten Sohn häuf' deine Lieb' allein!
O, mög' er einst beglückter seyn,
Und nicht, wie ich, die Qual der besten Mutter werden!
Mich traf ein hartes Loos;
Gieb nicht die Schuld dem Vater!

KLYTEMNESTRA
Ihm, der mit eigner Hand
Dein Herz dem Priester beut?

IPHIGENIA
Was er für mich vermocht, das that er;
Doch – kann er widersteh'n, wenn die
gen Himmel zeigend
mein Tod erfreut!

CHOR
Nein, nein! Kein Verschonen mehr hier!
Man soll den Göttern ihr Opfer nicht nehmen!
Was ihr Spruch streng gebot, leisten wir!
Nein, du darfst unsern Arm nicht lähmen!

IPHIGENIA
Du hörst das laute Schrei'n des aufgebrachten Volkes.
O, Mutter! ruf zurück den festen, hohen Muth!
Du stammst von Göttern ja, und sie verlieh'n ihn dir. –
Es wird nun Zeit, dass ihnen wir gehorchen;
O, lass' es so uns thun, dass sie bereuen müssen!
Und nun mein letztes Lebewohl.

KLYTEMNESTRA
O, Tochter! soll ich denn
Vor deinen Augen sterben?
Ich selbst, ich gäbe zu ...?
Vom Zorne jener Götter ...
Die Mutter ...? O, schrecklich!
Sie sinkt in die Arme ihrer Jungfrauen

IPHIGENIA
zu den Jungfrauen
O Schmerz! Sorgt treulich für ihr Leben!
Lasst sie nicht zum Altar, zu dem ich eilen muss.

Sie geht ab



SECHSTE SZENE

KLYTEMNESTRA
will Iphigenien nacheilen
Ich nehm', ihr Götter, euch zu Zeugen!
Nein, nimmer duld' ich es ....
Zu den Jungfrauen, die ihr den Weg versperren
Wie! Ihr wollet meine Schritte hemmen?
Verwegne! nehmet mir das Leben, dem ich fluche!
Stosst in das Mutterherz den blut'gen Opferstahl,
Und lasst am grässlichen Altare
Mein Grab doch mindestens mich finden! –
Ach, ich ertrage länger nicht die Schmerzen! ...
Die Tochter ... sie ist dort ... gezückt auf sie der Stahl –
Ihr harter Vater selbst hat ihn für sie geschärft!
Ein Priester, rund umringt von einem wilden Schwarme – Er waget es, an sie die Mörderhand zu legen!
O, er zerreisst die Brust ... die freche Wissgier sieht
Das Herz – o, das noch schlägt! ...
Er fraget dann die Götter.
Halt ein, blutgier'ges Ungeheuer!
Erbeb'! Es ist das reinste Blut des Götterkönigs,
Womit du frech den Boden tränkest!
Schleudre, Zeus, furchtbar die Flammen
Auf das so wild empörte Heer!
Zum Hades musst du sie verdammen!
Versenke sie tief in das Meer!
O Helios, Du, du könntest, ergriffen von Grauen,
In Aulis den Sohn, den Erben des Atreus schauen?
Du nahmst dem grässlichen Mahle
Des Vaters dein Licht;
Entflieh', und erteile, du Herrlicher,
Auch dem Sohn' es nicht.
Schleudre, Zeus, furchtbar die Flammen
Auf das so wild empörte Heer!
Zum Hades musst du sie verdammen!
Versenke sie tief in das Meer!
Man hört in der Ferne einen Trauergesang: Lohn' uns das Blut, das wir nun bald dir bringen! Sey, Artemis uns hold! nicht länger halt' uns hier!
Ha! welch ein Trauerlied vernehm' ich!
Ihr Götter! itzt will man sie töten!
Vergebens wollt ihr mich
Aus falschem Mitleid hindern!
Euch, Sklavinnen, zum Trotz,
Bring' ich ihr Schutz und Rettung;
Sonst will ich gern mit meiner Tochter sterben!


SIEBENTE SZENE
Das Theater stellt das Gestade des Meeres vor, an
dem man einen Altar sieht. Iphigenia wird, von
Priesterinnen der Diana umgeben, zu dem Altare
geführt, Hinter den Altar tritt Kalchas, die Hände
zum Himmel erhebend, und das heilige Opfermesser
haltend. Eine Menge Griechen stehen auf beiden
Seiten des Theaters


KALCHAS, MIT DEM CHOR DER GRIECHEN
Lohn' uns das Blut, das wir nun bald dir bringen!
Sei, Artemis, uns hold; nicht länger halt' uns hier!
Nur deiner Gnade vertrauen wir;
Lass uns vor Ilion bald des Dankes Lied dir singen!


ACHTE SZENE
Achilles und die Vorigen. Griechen, die, voll
Schreckens, von der linken Seite des Schauplatzes
nach der rechten stürzen


GRIECHEN
Entflieht! Fliehet weit!
Zur Rach' ist Achill schon bereit!

Achilles kommt. Ihm folgen Thessalier in guter
Ordnung, welche die linke Seite des Schauplatzes
einnehmen. Er geht zu Iphigenien, hebt sie auf, hält
sie mit der linken Hand, und drohet mit der
bewaffneten rechten dem Oberpriester Kalchas und
den Griechen


KALCHAS, UND DIE GRIECHEN
Sie zu retten, wird nicht dir gelingen;
Die Götter wollen ihren Tod.

ACHILLES
Wer trotzt von euch dem Schwert,
Das schon gezückt ihm droht?

IPHIGENIA
Nehmt, Götter, mich! Bereit bin ich zu sterben.

CHOR DER GRIECHEN
Was ihr Spruch streng gebot, leisten wir!
Nein, du darfst uns den Arm nicht lähmen!


LETZTE SZENE
Klytemnestra, Agamemnon. Die Vorigen

KLYTEMNESTRA
Ach, Tochter! o, Achill!

ACHILLES
Sei ruhig, Königin!

KALCHAS, UND DIE GRIECHEN
Nur umsonst wollet ihr sie beschützen.
Bald fliesst ihr Blut am Altar!

ACHILLES
Ihr sollt es nicht verspritzen!
Nehmt eher, Wüthriche, das meine hin!

DIE GRIECHEN
Man soll sie den Görtern nicht nehmen!

IPHIGENIA, UND KLYTEMNESTRA
sich umarmend
Beschützt, ihr Götter, uns!

Es donnert
.
ACHILLES UND DIE THESSALIER
Streckt die Frechen nieder zur Erde!

DIE GRIECHEN
Nein, unsern Arm darfst du nicht lähmen!
Hinan! hinan!

Lauter Donner. Ein dichtes Gewölk, das den Hintergrund des Schauplatzes allmählich angefüllt hat, erhellt sich, und lässt die Göttin Artemis in allem ihrem Glanze sehen

KALCHAS
vortretend
O, haltet ein!
Lasst schweigen euer wildes Toben! Seht!
Die Göttin! sie nahet selber,
Den heil'gen Willen zu verkünden.

ARTEMIS
Ihr, durch Gehorsam, habt der Götter Zorn versöhnet.
Der Tochter hoher Werth, der Mutter lautes Jammern
Hat Huld von ihnen euch erworben.
Ich halte länger nicht in Aulis euch zurück.
Eilt nun, wohin der Ruhm euch ladet;
Der Erdkreis staune tief bei euren grossen Thaten!
Und Ihr, einander werth, lebt Ihr durch Liebe froh!
Das Gewölk verhüllt die Göttin wieder, und sie
steigt zum Himmel auf


KALCHAS
Betet tief die erhabne, huldreiche Göttin an!

CHOR
Ja, wir beten die grosse, huldreiche Göttin an.

AGAMEMNON
O, meine Tochter!

IPHIGENIA
O, mein Vater!

ACHILLES
O, Iphigenia!

IPHIGENIA
Achill!

KLYTEMNESTRA
Geliebte Tochter!

AGAMEMNON UND KLYTEMNESTRA
Noch einmal bist du uns geschenkt;
Sey nun das Glück des jungen Helden!

IPHIGENIA
O, wie so schwer, doch auch wie süss, wie schön,
So unverhofft, so auf einmal,
Von Angst und wilder Qual
Zu hohen Götterfreuden übergehn!

ALLE VIER ZUSAMMEN
Mein Herz klopft so froh in der Brust;
Nur Wonn' ist jetzt mein ganzes Leben!
Ja, ich soll zu der Götter hohem Sitz mich erheben;
Ach, mich durchströmet Himmelslust!
Kaum athm' ich! welch Entzücken!
Wonne glänzt in meinen Blicken;
Kaum bin ich länger mein bewusst.

ACHILLES UND IPHIGENIA
Die Götter wurden doch von unsrem Schmerz gerührt!

ALLE, MIT DEM CHOR
Bis zu des Aethers fernsten Kreisen
Steig' unser lauter Dank empor!
Lasst auch dies Paar, dies edle Paar, uns preisen,
Das, sein so würdig, sich erkohr!
Dass Gott Hymen mit Rosen es bindet,
Sagt uns: der Himmlischen Zorn verrann!
Und diese Hochzeitfeier kündet
Uns Sieg und ew'gen Nachruhm an.

Tanz

Personnages:
AGAMEMNON (Baritone)
CLYTEMNESTRE, femme d'Agamemnon (Mezzo-Soprano)
IPHIGÉNIE, fille d'Agamemnon et de Clytemnestre (Soprano)
ACHILLE (Ténor)
PATROCLE (Basse)
CALCHAS, grand-prêtre (Basse)
ARCAS, capitaine des gardes d'Agamemnon (Ténor)

CHOEUR
Grecs et Grecques, Gardes, Guerriers thessaliens, Femmes argiennes, aulidiennes et lesbiennes, Diane et ses prêtresses

La scène est en Aulide

ACTE PREMIER
Le théâtre réprésente, dans le fond, d'un côté, le camp
des Grecs; et, de l'autre, une des façades du palais
d'Agamemnon



SCÈNE I

AGAMEMNON
seul
Diane impitoyable, en vain vous l'ordonnez
Cet affreux sacrifice;
En vain vous promettez de nous être propice,
De nous rendre les vents par votre ordre enchainés.
Non, la Grèce outragée,
Des Troyens, à ce prix, ne sera pas vengée.
Je renonce aux honneurs qui m'étaient destinés;
Et dût-il m'en coûter la vie,
On n'immolera point ma fille Iphigénie.
Diane impitoyable, en vain vous l'ordonnez.
Brillant auteur de la lumière,
Verrois-tu, sans pâlir, le plus grand des forfaits?
Dieu bienfaisant, exauce ma prière,
Et remplis les voeux que je fais!
Sur la route de Mycène,
Dirige le fidèle Arcas;
Que, trompant ma fille et la reine,
Elles pensent qu'Achille, oubliant tant d'appas,
Songe à former une autre chaîne;
Qu'elles retournent sur leurs pas.
Brillant auteur de la lumière,
Verrois-tu, sans pâlir, le plus grand des forfaits?
Dien bienfaisant, exauce ma prière,
Et remplis les voeux que je fais!
Si ma fille arrive en Aulide,
Si son fatal destin la conduit dans ces lieux;
Rien ne la peut sauver du transport homicide
De Calchas, des Grecs et des dieux.


SCÈNE II
Calchas, Agamemnon, Grecs

CHOEURS DE GRECS
C'est trop faire de résistance;
Il faut, des dieux irrités
Nous révéler les volontés,
O Calchas, rompez le silence!

GÉNÉRAUX GRECS
Parlcz: pour calmer leur courroux,
Quel sacrisice exigent-ils de nous?

CALCHAS
Pourquoi me faire violence!

CHOEURS DES GRECS
C'est trop etc.

CALCHAS
Le ciel répond à votre impatience. –
D'une sainte terreur tous mes sens sont saisis:
Diane, ô puissante déesse
Ton esprit m'agite et me presse,
J'annonce, en frémissant, l'ordre que tu préscris.
Tu veux que par ma main tremblante
Le sang le plus pûr soit versé ....
Quoi! ton courroux ne peut être appaisé
Que par une offrande sanglante!
Que de cris, que de pleurs!
O père déplorable!
O divinité redoutable!
Adoucis tes rigueurs!

AGAMEMNON, CALCHAS
O divinité redoutable,
Adoucis tes rigueurs!

CALCHAS
Grecs, pourrez-vous l'offrir cet affreux sacrisice?

LES GRECS
Nomme-nous la victime, et s'il faut l'immoler,
Sur l'autel, par nos mains, tout son sang va couler.
O Diane! sois-nous propice,
Conduis-nous au bord phrygien;
Que notre fureur s'assouvisse
Dans le sang du dernier Troyen!

CALCHAS
Soyez contens, allez; et ce jour même,
La victime à l'autel remplira vos souhaits.


SCÈNE III
Agamemnon, Calchas

CALCHAS
Vous voyez leur sureur extrême,
Et vous savez des dieux la volonté suprême.

AGAMEMNON
Ah! ne me parlez plus de ces dieux que je hais.

CALCHAS
Téméraire! arrêtez; redoutez leur vengeance!
Par une prompte obéissance,
Vous en pouvez encore prévenir les effets:
Soumettez-vous, sans résistance,
A leurs inflexibles décrets.

AGAMEMNON
Peuvent-ils ordonner qu'un père
De sa main présente à l'autel
Et pare du bandeau mortel
Le front d'une victime et si tendre et si chère!
Je n'obéirai point à cet ordre inhumain.
J'entends retentir dans mon sein
Le cri plaintif de la nature;
Elle parle à mon coeur, et sa voix est plus sûre
Que les oracles du destin.
Je n'obéirai point à cet ordre inhumain.

CALCHAS
Vous oseriez être parjure! ...
Le ciel a reçu vos sermens.

AGAMEMNON
Je reconnois mes engagemens.
Sur ces bords malheureux, si ma fille, appelée,
Obéit, je consens qu'elle soit immolée.

CALCHAS
On croit tromper les dieux avec de vains détours;
Mais jusqu'au fond des coeurs
leur oeil percant sait lire.
S'il faut qu'Iphigénie expire,
Vous tentez vainement de conserver ses jours.
Malgré vous, à l'autel ils sauront la conduire ...
Ils y traînent déjà ses pas.


SCÈNE IV

CHOEURS DES GRECS
qui traversent le théâtre
Clytemnestre et sa fille! ô dieux! que d'allégresse!
Courons admirer tant d'appas.

AGAMEMNON
Qu'entends-je! juste ciel! (Ma fille, je frémis) ...
Ô douleur! Ô tendresse!


SCÈNE V
Agamemnon. Calchas

CALCHAS
Au faîte des grandeurs, mortels impérieux,
Voyez quelle est votre foiblesse!
Rois, sous qui tout fléchit,
Fléchissez sous les dieux.

AGAMEMNON
Dieux cruels! vous voulez opprimer l'innocence.
Accablé sous votre puissance,
Je ne puis résister à votre volonté.

On entend derrière le théâtre une symphonie

AGAMEMNON
entre la musique encore éloignée
Qu'entends-je, juste ciel!

CALCHAS
La victime s'avance.

AGAMEMNON
Ah! Calchas, que son nom soit encore un mystère.
Dieux! que de pleurs va répandre une mère!
Ils sortent



SCENE VI
Clytemnestre, Iphigénie, Grecs et Grecques de leur suite, Auliens, Auliennes.

Clytemnestre, Iphigénie, arrivent sur le théâtre, montées sur un char antique, accompagnées des femmes de leur suite. Ce char est suivi et précédé d'une garde magnisiquement vêtue. Un peuple immense entonre et suit, en dansant et en chantant


LE CHOEUR
Que d'attraits, que de majesté!
Que de grâces, que de beauté!
Qu'aux auteurs de ses jours elle doit être chère!
Agamemnon est à la fois
Le plus fortuné père,
Le plus heureux époux et le plus grand des rois.

CLYTEMNESTRE
après être descendu du char, et en s'avançant sur le devant du théâtre
Que j'aime à voir ces hommages flatteurs,
Qu'ici l'on s'empresse à vous rendre!
Pour une mère tendre,
Que ce spectacle a de douceurs!
Demeurez dans ces lieux, ma fille; et, sans partage,
Recevez les honneurs qui nous sont addressés.
Je vais voir, si le roi de nos voeux empressés
Consent à recevoir l'hommage.
Clytemnestre sort suivie d'une partie de la garde

Divertissement

LE CHOEUR
Non, jamais, aux regards du perfide Pâris,
Les trois rivales immortelles
Qui, sur le mont Ida, disputèrent le prix,
N'offrirent tant d'appas, ne parurent si belles.

UNE GRECQUE
À la suprême majesté
De la jalouse déité,
Qui règne sur les airs, que l'Olympe révère;

UNE AUTRE
À la redoutable fierté
De la déesse de la guerre;

UNE TROISIÈME
Au sourire enchanteur de la tendre Vénus,
Elle unit toutes les vertus
De la fille du dieu qui lance le tonnerre.

LE CHOEUR
Non, jamais, aux regards du perfide Pâris,
Les trois rivales immortelles
Qui, sur le mont Ida, disputèrent le prix,
N'offrirent tant d'appas, ne parurent si belles.

IPHIGÉNIE
Les voeux dont ce peuple m'honore,
Peuvent-ils flatter mes souhaits?
Achille à mes yeux inquiets
Ne s'offre point encore.

Suite du divertissement


SCÈNE VII
Iphigénie, Clytemnestre, Peuple

CLYTEMNESTRE
au peuple
Allez ....
à Iphigénie
Il faut sauver notre gloire offensée.
Ma fille, il faut partir à l'instant de ces lieux.

IPHIGÉNIE
Sortir sans voir Achille! ô dieux!
Lui de qui l'ardeur empressée ...

CLYTEMNESTRE
Achille désormais doit vous être odieux:
Indigne de l'honneur promis à sa tendresse,
Dans de nouveaux liens ses voeux sont retenus.

IPHIGÉNIE
Qu'entends-je!

CLYTEMNESTRE
Agamemnon, redoutant que la Grèce
Ne vous vît exposée à l'affront d'un refus,
Vous ordonnait de fuir loin de l'Aulide,
Et d'aller dans Argos, oublier le perfide.
Arcas nous apportoit ces ordres absolus;
Mais nos pas égarés trompant sa diligence,
Il ne vient que dans ce moment,
De s'acquitter des soins commis à sa prudence,
Et de me consirmer ce fatal changement.

IPHIGÉNIE
Hélas!

CLYTEMNESTRE
Armez-vous d'un noble courage;
Étouffez des soupirs trop indignes de vous,
N'écoutez qu'un juste courroux,
Contre un amant qui vous outrage!
Que votre père et les dieux irrités,
Ces dieux jaloux dont vous sortez,
S'arment, pour le punir, de toute leur puissance;
Et que le cri de la vengeance
Retentisse de tous côtés!
Armez-vous d'un noble courage;
Étouffez des soupirs trop indignes de vous,
N'écoutez qu'un juste courroux,
Contre un amant qui vous outrage!

Elle sort



SCÈNE VIII

IPHIGÉNIE
seule
L'ai-je bien entendu? grands dieux! le puis-je croire,
Qu'oubliant ses engagemens,
Achille, au mépris de sa gloire,
Au mépris de l'amour, trahisse ses sermens?
Hélas! mon coeur sensible et tendre,
De ce jeune héros s'était laissé charmer!
La gloire et le devoir m'ordonnaient de l'aimer.
Et d'accord avec eux, l'amour vint me surprendre.
Parjure! tu m'oses trahir;
Un autre objet a su te plaire:
Je te dois toute ma colère;
Je forcerai mon coeur à te haïr.
Que sa tendresse avoit pour moi de charmes!
Qu'il est cruel d'y renoncer!
De mes yeux, malgré moi, je sens couler des larmes;
Est-ce pour un ingrat qu'ils en devraient verser!
Un autre objet a su te plaire:
Parjure! tu m'oses trahir!
Je te dois toute ma colère,
Je forcerai mon coeur à te haïr.


SCÈNE IX
Iphigénie, Achille

ACHILLE
En croirai-je mes yeux! ô ciel! vous en Aulide,
Princesse?

IPHIGÉNIE
Quel que soit le destin qui me guide,
Ma gloire ne pourra du moins me reprocher
Que c'est Achille ici que mon coeur vient chercher.

ACHILLE
Qu'entends-je? quel discours! est ce à moi qu'il s'adresse?

IPHIGÉNIE
De votre nouvelle tendresse,
Suivez, suivez les mouvemens;
Votre infidélité n'aura rien qui me blesse,
Et vous pouvez former d'autres engagemens.

ACHILLE
D'autres engagemens! .... De cette perfidie
Qui m'ose accuser?

IPHIGÉNIE
Moi ... que vous avez trahie.

ACHILLE
Achille vous trahir!

IPHIGÉNIE
Malgré tant de sermens ...

ACHILLE
Cesser d'aimer Iphigénie! ...

IPHIGÉNIE
Rompre la chaine qui nous lie!

ACHILLE
Moi, briser des noeuds si charmans!

IPHIGÉNIE
Oui, vous brûlez que je ne sois partie ...
Rassurez-vous; bientôt, au gré de votre envie,
Mon départ pour Argos, que pressent vos désirs,
Va laisser un champ libre à vos nouveaux soupirs.

ACHILLE
Ah, c'en est trop; d'un vain caprice
Achille peut, de vos charmes épris,
Sans murmurer, supporter l'injustice;
Mais son coeur n'est point fait pour souffrir de mépris.

IPHIGÉNIE
Ihpigénie, hélas! vous a trop sait connoître,
Pour sa gloire et pour son bonheur,
Que l'estime et l'amour, peut-être,
Lui parloient en votre faveur.

ACHILLE
S'il était vrai, votre amour et ma gloire
Vous auraient-ils permis ces soupçons odieux?
Achille vous trahir! grands dieux!
Ah! pour vous pardonner d'avoir osé le croire,
Il faut tout l'excès de mes feux.
Cruelle, non, jamais votre insensible coeur
Ne fut touché de mon amour extrême:
Si vous m'aimiez autant que je vous aime,
Vous ne douteriez pas de ma fidelle ardeur.
Vous pouvez affliger un coeur qui vous adore,
Par des soupçons injurieux,
Et lui faire un tourment affreux,
Du feu constant qui le dévore.
Cruelle, non, jamais votre insensible coeur
Ne fut touché de mon amour extrême:
Si vous m'aimiez autant que je vous aime,
Vous ne douteriez pas de ma fidelle ardeur.

IPHIGÉNIE
Mon trouble, mes soupçons, mon dépit, ma douleur,
Tout vous a prouvé ma foiblesse:
Il vous est bien aisé de tromper ma tendresse;
A vous croire, mon coeur n'est que trop empressé.

ACHILLE
Ne doutez jamais de ma flamme;
De ce doute cruel mon amour est blessé.

IPHIGÉNIE
Vous le banissiez de mon ame;
Je sens que pour jamais il en est effacé.

ACHILLE
Iphigénie, ô ciel! m'a pu croire infidelle!
Par d'odieux soupçons elle a pu m'outrager!

IPHIGÉNIE
Ne me reprochez point une erreur trop cruelle:
Les maux que j'ai soufferts, ont bien su vous venger.

Ensemble

IPHIGÉNIE
Que votre amour pour mon coeur a de charmes!

ACHILLE
Que cet aveu pour mon coeur a de charmes!
Hymen, viens calmer nos alarmes,
Par des liens charmans viens unir, en ce jour,
Deux coeurs formés pour toi par les mains de
l'amour.




ACTE DEUXIÈME
Le théâtre représente un vaste portique du palais
d'Agamemnon



SCÈNE I
Iphigénie, femmes de sa suite

LE CHOEUR DE FEMMES
Rassurez-vous, belle princesse;
Achille sera votre époux:
Agamemnon, pour vous plein de tendresse,
Sait trop que ce héros est le seul de la Grèce,
Qui soit digne de vous.

IPHIGÉNIE
Vous essayez en vain de bannir mes alarmes;
Achille est instruit que le roi
Le soupçonnoit de mépriser mes charmes
Et de trahir sa foi:
Sa gloire offensée en murmure;
Ce soupçon lui paroît une mortelle injure,
Et j'ai lu dans ses yeux tout son ressentiment.
Vous connoissez la fierté de mon père:
Ils sont ensemble en ce moment.

LE CHOEUR DE FEMMES
Rassurez-vous, belle princesse;
Achille sera votre époux:
Agamemnon, pour vous plein de tendresse,
Sait trop que ce héros est le seul de la Grèce,
Qui soit digne de vous.

IPHIGÉNIE
Vous essayez en vain de bannir mes alarmes;
L'amour n'a que de faibles armes,
Quand l'honneur parle au héros offensé.
Par la crainte et par l'espérance,
Ah! que mon coeur est tourmenté.
Rien n'égale la violence
Des mouvemens consus dont il est agité.
Amour, j'implore ta puissance!
Fléchis d'Agamemnon l'implacable fierté,
Appaise le courroux d'un amant irrité,
Et rétablis entre eux l'heureuse intelligence
D'où dépend ma félicité.
Par la crainte et par l'espérance,
Ah! que mon coeur est tourmenté!
Rien n'égale la violence
Des mouvemens confus dont il est agité.


SCÉNE II
Clytemnestre, Iphigénie, femmes de sa suite

CLYTEMNESTRE
Ma fille, votre Hymen s'apprête,
Le roi lui-même, au temple, en ordonne la fête:
Quel triomphe pour vous, quelle gloire pour moi!
Aux yeux de tous les Grecs, le fils d'une déesse
Va me nommer sa mère et vous donner sa foi.

IPHIGÉNIE
Ah, grands dieux! je renaîs,

CLYTEMNESTRE
Tout plein de sa tendresse,
Achille vient.


SCÈNE III
Les actrices précédentes. Achille, Patrocle,
Thessaliens et Thessaliennes


ACHILLE
Les auteurs de vos jours
Consentent que l'Hymen m'unisse à ce que j'aime;
De ma félicité suprême,
Princesse, rien ne peut interrompre le cours.
Les Thessaliens entrent en ordre militaire; ils sont
suivis d'esclaves, portant les dépouilles de Lesbos,
enlevées par Achille


ACHILLE
se tournant vers les Thessaliens
Chantez, célébrez votre reine!
L'Hymen qui sous ses loix m'enchaîne,
Va vous rendre à jamais heureux.

LE CHOEUR
Chantons, célébrons notre reine.
L'Hymen qui sous ses loix t'enchaîne,
Va nous rendre à jamais heureux.

Divertissement

UNE THESSALIENNE
Achille est couronné des mains de la Victoire,
Et l'Hymen et l'Amour le parent tour-à-tour;
Ah! qu'il est doux d'unir au laurier de la gloire
Les myrtes de l'Amour!

CHOEUR
Ami sensible, ennemi redoutable,
Son ame fière et son bras indomptable,
Dans les combats Mars est moins formidable;
Rien ne résiste à ce jeune vainqueur.
Phrygiens, redoutez sa puissance!
Il va bientôt signaler sa vengeance.
Vous le verrez, et sa seule présence
Dans vos remparts répandra la terreur.

Suite du divertissement

ESCLAVES LESBIENNES
Les filles de Lesbos viennent vous faire entendre,
Par l'ordre du vainqueur, leurs suppliantes voix.

UNE ESCLAVE
Il combattoit pour vous, et ses premiers exploits
Ont réduit ma patrie en cendre.

LES ESCLAVES
En daignant nous donner des loix,
Vous tarirez les pleurs qu'il nous a fait répandre.

IPHIGÉNIE
Venez et vous serez mes compagnes fidelles.
J'ai causé vos malheurs; je dois par mes bienfaits
Vous consoler de vos pertes cruelles,
Et vous faire oublier les maux qu'on vous a faits.

Suite du divertissement

ACHILLE, CLYTEMNESTRE, IPHIGÉNIE, PATROCLE
Jamais à tes autels le plus saint des sermens,
Favorable Hyménée,
N'enchaîna la destinée
De plus heureux époux, de plus tendres amans.



SCENE IV
Les acteurs de la scène précédente. Arcas qui est
entré vers la sin du divertissement


ACHILLE
Princesse, pardonnez à mon impatience.
Agamemnon nous attend à l'autel;
Venez combler les voeux du plus heureux mortel.

ARCAS
se jetant au devant
Je ne puis plus garder un coupable silence.
Infortunés amans, où courez-vous? O ciel!
Non, non, vous n'irez pas à cet autel funeste.

ACHILLE
Que dites-vous Arcas!

CLYTEMNESTRE
Vous me faites trembler.

ARCAS
Votre époux, instrument de la fureur céleste,
Attend sa fille au temple, et c'est – pour l'immoler.

CLYTEMNESTRE
Lui! Mon époux!

IPHIGÉNIE, ACHILLE
Mon père! / Son père!

CLYTEMNESTRE
O désespoir! ô crime!

TOUS AVEC LE CHOEUR
Fut-il jamais conçu de projet plus affreux!

ARCAS
Oui, c'est Iphigénie, oui, voilà la victime
Que demandent les dieux.

LES THESSALIENS
s'avançant en tumulte
Nous ne sonffrirons point ce sacrifice impie:
C'est notre reine, Achille est son époux;
Et nous périrons tous,
Pour conserver les jours d'Iphigénie.

CLYTEMNESTRE
tombant aux genoux d'Achille
Seigneur, j'embrasse vos genoux.
Ayez pitié de cette infortunée:
Sur ces bords malheureux je l'avois amenée,
Dans l'espoir de l'unir à vous.
Par un père cruel à la mort condamnée,
Et par les dieux abandonnée;
Elle n'a que vous seul; vous êtes dans ces lieux
Son père, son époux, son asyle et ses dieux.
Vous remplirez mon espérance,
Vous désendrez des jours si précieux;
Le courroux éclatant qui paroît dans vos yeux
M'en donne l'assurance.
Par un père cruel à la mort condamnée,
Et par les dieux abandonnée;
Elle n'a que vous seul; vous êtes dans ces lieux
Son père, son époux, son asyle et ses dieux.

ACHILLE
Reine, rassurez-vous, et n'appréhendez pas
Que son père et les Grecs l'arrachent de vos bras:
Rentrez, je vais ici l'attendre.

IPHIGÉNIE
Je ne vous quitte pas; seigneur, daignez m'entendre.

ACHILLE
Le cruel, sous mon nom, vous donnoit le trépas!
A ma juste fureur rien ne peut le soustraire.

IPHIGÉNIE
Seigneur, au nom des dieux, songez qu'il est mon père.

ACHILLE
Votre père, cet inhumain!

IPHIGÉNIE
C'est mon père, seigneur; c'est un père que j'aime ...

CLYTEMNESTRE
Son père! et le cruel veut lui percer le sein!

IPHIGÉNIE
Un père infortuné, qui me chérit lui-même.

ACHILLE
Je ne vois plus en lui qu'un perfide assassin.

CLYTEMNESTRE
Ciel, soutiens mon courage;
Je n'espère qu'en toi!

IPHIGÉNIE
Ciel, détourne l'orage,
Dissipe mon effroi!

ACHILLE
Ciel, dévoue à ma rage
Un inhumain, sans foi.

ENSEMBLE
O ciel, exauce-moi!


SCÈNE V
Achille. Patrocle

ACHILLE
Suis-moi, Patrocle.

PATROCLE
Et que voulez-vous faire?
Voulez-vous, n'écoutant qu'un aveugle transport,
Aussi cruel que les dieux et son père,
Vous-même lui donner la mort?

ACHILLE
Qui! moi? cours, et dis-lui qu'elle n'a rien à craindre,
Qu'outragé, furieux, mais vaincu par l'amour,
Quelque soit mon courroux, je saurai me contraindre,
Et respecter celui qui lui donna le jour.


SCÈNE VI
Agamemnon, Achille, Arcas, Gardes

ACHILLE
Je le vois, ciel! retiens la fureur qu'il m'inspire.
Arrêtez!

AGAMEMNON
à part
C'est Achille! Auroit-on pu l'instruire?

ACHILLE
Je sais vos barbares projets;
Je sais qu'inhumain et parjure,
Vous vouliez, sous mon nom, consommer des forfaits
Dont frémit la nature:
J'en saurai, malgré vous, prévenir les effets.
Mais, vous, qui m'avez fait la plus sensible injure,
Rendez grâce à l'amour, si mon bras furieux
N'a pas encor vengé ...

AGAMEMNON
Jeune présomptueux,
Vous, dont l'audace et m'indigne et me blesse,
Oubliez-vous qu'ici je commande à la Grèce;
Que je ne dois qu'aux dieux compte de mes desseins,
Et que vingt rois, soumis à mon pouvoir suprême,
Doivent, sans murmurer, que vous devez vous-même,
Attendre, avec respect, mes ordres souverains?

ACHILLE
Dieux! faudra-t-il souffrir ce superbe langage?
Votre fille est à moi; mes droits sont vos sermens;
De mon bonheur votre aveu fut le gage:
Vous tiendrez vos engagemens!

AGAMEMNON
Cessez un discours qui m'offense.
Quelque sort aujourd'hui qui lui soit destiné,
C'est à vous d'attendre en silence
Ce qu'un père et les dieux en auront ordonné.

ACHILLE
Est-ce à moi que l'on parle, et pourroit-on le croire?
Pensez-vous, qu'insensible à la gloire, à l'amour,
Je vous laisse immoler votre fille en ce jour,
Et des horreurs consommer la plus noire?

AGAMEMNON
Pensez-vous, qu'oubliant et mon rang et ma gloire,
Je souffre plus long-tems vos superbes discours?
De votre audace téméraire,
J'arrêterai le cours.

ACHILLE
De votre fureur sanguinaire
Je sauverai ses jours.

AGAMEMNON
Audacieux!

ACHILLE
Barbare père!

ENSEMBLE
Tremblez, redoutez ma colère:
Craignez l'effet de mon ressentiment!

AGAMEMNON
Je vous ferai connoître,

ACHILLE
Vous apprendrez, peut-être,

AGAMEMNON
Si l'on me brave impunément.

ACHILLE
Si l'on m'offense impunément.

ENSEMBLE
Tremblez, redoutez ma colère;
Craignez l'effet de mon ressentiment!

ACHILLE
Je n'ai plus qu'un mot à vous dire;
Et, si vous m'entendez, ce seul mot doit suffire.
Avant que votre fureur
Immole ce que j'aime
Il faut que votre rage extrême
S'apprête à me percer le coeur.
Il sort



SCÈNE VII
Agamemnon, Arcas, Gardes

AGAMEMNON
Tu décides son sort;
Ton insolente audace
Hâte le coup qui la menace;
Elle va recevoir la mort.
A moi, soldats! .... O dieu! que vais-je faire!
C'est ta fille, cruel, que tu leur vas livrer;
Ta fille, si long-tems à ton amour si chère!
Tout mon coeur se sent déchirer.
Non, qu'elle vive! ... Ah! qu'elle est ma foiblesse!
Pour conserver ses jours que les dieux ont proscrits,
Faut-il sacrifier l'intérêt de la Grèce?
Faut-il d'Achille endurer les mépris?
Non! que plutôt cent fois à l'autel entraînée,
Ma fille par sa mort .... Ma fille! je frémis.
Iphigénie, ô ciel! de festons couronnée,
A l'homicide acier présentera son sein!
Je verrai tout son sang couler? .. Père inhumain!
N'entends-tu pas déjà les cris des Euménides?
L'air retentit des affreux sifflements
De leurs serpens homicides:
Vengeresses des parricides,
Elles commencent tes tourmens.
Barbares! arrêtez! les dieux ont fait mon crime,
Ils ont conduit ma main, ils ont porté les coups;
Eux seuls immolent la victime.
Quoi! rien ne peut fléchir votre courroux,
Cruelles! ... Mais en vain votre fureur s'irrite.
Le remord dévorant qui me presse et m'agite,
Pour déchirer mon coeur est plus puissant que vous. –
Avec ma garde, Arcas, accompagnez la reine;
Qu'elle prenne, à l'instant, le chemin de Mycène;
Qu'avec ma fille, abandonnant ces lieux,
Elle la cache à tous les yeux.
Allez.
Arcas et les gardes sortent
O toi, l'objet le plus aimable,
Que tant de vertus sont chérir,
Pardonne à ton père coupable,
En faveur de son repentir.
Hélas! c'est toi qui la première
D'un nom si doux sut m'appeler;
Et déjà ma main sanguinaire
Se préparoit à t'immoler!
Non, que plutôt des dieux l'implacable colère
A tes yeux me puisse accabler.
O toi, l'objet le plus aimable,
Que tant de vertus font chérir,
Pardonne à ton père coupable,
En faveur de son repentir.
Et toi, déesse impitoyable,
Perce mon coeur, au lieu du sien;
Satisfais ta rage implacable:
Tu veux du sang, répands le mien!



ACTE TROISIÈME
Le théâtre représente l'intérieur d'une tente magnifique, dont l'ouverture laisse voir une foule de peuple en tumulte


SCÈNE I
Iphigénie, femmes de sa suite; Arcas, gardes, Grecs,
derrière le théâtre et à la porte de la tente


CHOEUR DES GRECS
Non, non, nous ne souffrirons pas
Qu'on enleve au dieux leur victime;
Ils ont ordonné son trépas,
Notre fureur est légitime.

IPHIGÉNIE
entrant éperdue, au milieu de ses femmes et des gardes
Pourquoi vous opposer, Arcas,
A la fureur qui les anime?

ARCAS
aux femmes
Dans ces lieux retenez ses pas,
Tandis qu'à mon devoir fidèle,
Mon bras va repousser cette troupe cruelle.


SCÈNE II
Iphigénie, femmes de sa suite

IPHIGÉNIE
à Arcas qui sort
Ne tentez point des efforts impuissans;
aux femmes
Volez au secours de ma mère,
Eloignez ses regards de mes derniers instans,
Et laissez-moi des dieux assouvir la colère.
Mourons, obéissons ...


SCÈNE III
Iphigénie. Achille

ACHILLE
Princesse, suivez-moi!
Ne craignez ni les cris, ni la rage inutile
D'un peuple, à mon aspect saisi d'un juste effroi!
Marchez en sûreté sous la garde d'Achille,
Venez ....

IPHIGÉNIE
Hélas! ô devoir rigoureux!

ACHILLE
Venez, ne perdons point des instans précieux!

IPHIGÉNIE
Vous vous armez en vain pour une insortunée,
Seigneur, dont le trépas ...

ACHILLE
Quel étrange discours!
Songez-vous que ma destinée,
Ma vie et mon bonheur dépendent de vos jours?

IPHIGÉNIE
Ils m'étoient chers, je ne puis m'en défendre,
Ces jours, contre lesquels les dieux sont conjurés;
Ils vous appartenoient, et l'amour le plus tendre
Vous les avoit à jamais consacrés.
Il faut de mon destin subir la loi suprême:
Jusqu'au tombeau je braverai ses coups;
Oui, sous le fer de Calchas même,
Je vous dirai que je vous aime,
Et mon dernier soupir ne sera que pour vous.

ACHILLE
Et vous m'aimez? Puis-je le croire encore?
Vous savez que je vous adore,
Ingrate, et vous voulez mourir!

IPHIGÉNIE
Partez, seigneur, la gloire vous appelle;
Elle offre à vos regards la carrière immortelle,
Où vous devez courir:
Ma mort seule peut vous l'ouvrir.

ACHILLE
Cette gloire à mes yeux si belle,
Vous voulez donc, cruelle,
Me la faire haïr!

IPHIGÉNIE
Adieu, conservez dans votre ame
Le souvenir de notre ardeur;
Et qu'une si parfaite flamme
Vive à jamais dans votre coeur.
N'oubliez pas qu'Iphigénie,
Digne d'un moins funeste sort,
Pour vous seul chérissoit la vie,
Et vous aima jusqu'à la mort.
Adieu, conservez dans votre ame
Le souvenir de notre ardeur;
Et qu'une si parsaite flamme
Vive à jamais dans votre coeur.

ACHILLE
Sans vous, Achille pourroit vivre?
Non, non, j'en atteste les dieux!
Je dois vous arracher, malgré vous, de ces lieux.
Venez, princesse, il faut me suivre.

IPHIGÉNIE
Arrêtez! .... Quel est votre espoir?
Avez-vous cru qu'Iphigénie
Pût oublier sa gloire et son devoir?
Ils lui sont plus chers que la vie.

ACHILLE
Hé bien, obéissez, barbare;
Courez chercher le plus affreux trépas.
A ce temple odieux, je marche sur vos pas,
J'y préviendrai le coup qu'on vous prépare.
Calchas, d'un trait mortel percé,
Sera ma première victime;
L'autel, préparé pour le crime,
Par ma main sera renversé.
Et si, dans ce désordre extrême,
Votre père, offert à mes coups,
Frappé, tombe et périt lui-même,
De sa mort, n'accusez que vous.


SCÈNE IV
Iphigénie, femmes de sa suite

IPHIGÉNIE
Cruel! ... Il fuit ... O ciel! satisfais ton courroux,
Et préviens par ma mort le carnage et le crime!


SCÈNE V
Iphigénie, Clytemnestre, femmes. Grecs derrière le
théâtre


CHOEUR DES GRECS
Non, non, nous ne souffrirons pas
Qu'on enleve au dieux leur victime;
Ils ont ordonné son trépas,
Notre fureur est légitime.

CLYTEMNESTRE
Osez mettre le comble à votre rage impie,
Barbares! venez donc m'immoler dans ses bras.
Elle se jette dans ses bras
O ma fille!

IPHIGÉNIE
O ma mère!

CLYTEMNESTRE
O mon Iphigénie!
Jusqu'au dernier soupir je défendrai tes jours.

IPHIGÉNIE
Rien n'en peut prolonger le cours.
Les dieux les ont marqués du sceau de leur colère;
Fuyez, laissez aux Grecs servir leur cruauté.
Ah! si jamais je vous fus chère,
Partez et n'allez point dans un camp révolté,
Pour m'arracher des mains d'un peuple sanguinaire,
Exposer votre rang et votre dignité.

CLYTEMNESTRE
Eh! qu'importe ma gloire et mon rang et ma vie!
Non, si ma fille m'est ravie,
Non, je ne veux plus voir la lumière des cieux.

IPHIGÉNIE
Vivez pour Oreste, mon frère;
Sur cet objet si cher réunissez vos voeux:
Puisse-t-il être plus heureux,
Puisse-t-il être, hélas! moins funeste à sa mère!
Du sort qui me poursuit n'accusez point mon père.

CLYTEMNESTRE
Qui ... lui, par qui ton coeur à Calchas présenté ...

IPHIGÉNIE
Pour conserver mes jours, que n'a-t-il point tenté!
Mais au courroux des dieux, qui pourroit me soustraire?

LE CHOEUR
Non, non, nous ne souffrirons pas
Qu'on enleve aux dieux leur victime;
Ils ont ordonné son trépas;
Notre fureur est légitime.

IPHIGÉNIE
Vous entendez les cris d'un peuple furieux.
Ma mère, rappelez ce sublime courage,
Appanage du sang que vous tenez des cieux.

Il est tems d'obéir aux dieux!
Ah! feisons les rougir du moins de leur ouvrage.
Recevez mes derniers adieux.

CLYTEMNESTRE
Cruelle, tu veux donc que j'expire à tes yeux? ...
Moi, je consentirois ... et du courroux céleste ...
Ta mère ... ô ciel!

Elle tombe dans les bras des femmes

IPHIGÉNIE
aux femmes
Hélas! ... prenez soin de ses jours,
Et détournez ses pas de l'autel où je cours.

Elle sort


SCÈNE VI

CLYTEMNESTRE
courant après Iphigènie
Dieux puissans que j'atteste,
Non, je ne souffrirai pas ...
Aux femmes qui lui barrent le passage
Vous osez retenir mes pas!
Persides, privez-moi du jour que je déteste;
Dans ce sein maternel enfoncez le couteau;
Et qu'au pied de l'autel funeste,
Je trouve du moins mon tombeau.
Ah! je succombe à ma douleur mortelle ...
Ma fille ... je la vois ... sous le fer inhumain ...
Que son barbare père aiguisa de sa main;
Un prêtre, environné d'une foule criminelle,
Ose porter sur elle une main cruelle;
Il déchire son sein, et d'un oeil curieux
Dans son coeur ... palpitant ... il consulte les dieux.
Arrêtez, monstre sanguinaire!
Tremblez! c'est le plus pur sang du souverain des cieux,
Dont vous osez rougir la terre!
Jupiter, lance ta soudre!
Que, sous tes coups écrasés,
Les Grecs soient réduits en poudre,
Dans leurs vaisseaux embrâsés!
Et toi, soleil, et toi, qui, dans cette contrée,
Reconnois l'héritier et le vrai fils d'Atrée,
Toi, qui n'osas du père éclairer le festin,
Recule, ils t'ont appris ce funeste chemin.
Jupiter, lance ta foudre!
Que, sous tes coups écrasés,
Les Grecs soient réduits en poudre,
Dans leurs vaisseaux embrâsés!

On entend une symphonie dans l'éloignement: Pour
prix du sang que nous allons répandre, Puissante
déité, protège-nous toujours!


Quels tristes chants se font entendre! ...
O dieux! on va trancher ses jours.
En vain vous m'opposez une pitié cruelle;
Barbares, malgré vous je vole à son secours,
Ou je vais mourir avec elle.
Elle force le passage



SCÈNE VII
Le théàtre représente le rivage de la mer, sur lequel on volt un autel. – Iphigénie est conduite à l'autel, environnée des prétresses de Diane. Derrière l'autel est le grand-prêtre, lea bras étendus vers le ciel, et le couteau sacré à la main. Les Grecs en foule occupent les deux côtés du théàtre

CALCHAS, CHOEUR DES GRECS
Pour prix du sang que nous allons répandre,
Puissante déité, protège-nous toujours;
De nos exploits n'interromps plus le cours,
Au rivage Troyen permets-nous de descendre!


SCÈNE VIII
Achille et les acteurs de la scène précédente. Grecs se jetant avec effroi de la gauche à la droite du théâtre

GRECS
Fuyons, fuyons tous:
D'Achille craignons le courroux.

Achille entre, suivi des Thessaliens en ordre, qui occupent tout le côté gauche du théâtre: il va à Iphigénie, l'enleve, et, la tenant de la main gauche, il menace de la droite armée Calchas et les Grecs

CALCHAS ET LES GRECS
C'est en vain qu'on veut la défendre:
Les dieux ordonnent son trépas.

ACHILLE
Venez, si vous l'osez, l'arracher de mes bras.

IPHIGÉNIE
Grands dieux! prenez votre victime.

CHOEURS DES GRECS
Ils ont ordonné son trépas;
Notre fureur est légitime.


SCÈNE DERNIÈRE
Clytemnestre, Agamemnon et les acteurs de la scène
précédente


CLYTEMNESTRE
Oh! ma fille! ah, Seigneur!

ACHILLE
Reine, ne craignez rien.

CALCHAS, GRECS
C'est en vain qu'on veut la défendre;
Tout son sang doit couler!

ACHILLE
Avant de le répandre,
Il faudra verser tout le mien.

CHOEUR DES GRECS
Frappons, immolons la victime!

IPHIGÉNIE ET CLYTEMNESTRE
embrassant sa fille
Secourez-nous, grands dieux!

Le tonnerre se fait entendre, et continue

ACHILLE ET LES THESSALIENS.
Ecrasons ces audacieux.

CHOEUR DES GRECS
Notre fureur est légitime.
Frappons, frappons!

Le tonnerre éclate: une masse de nuages, qui avoit rempli successivement le fond du théâtre, s'éclaire, s'entr'ouvre et laisse voir Diane dans tout son éclat

CALCHAS
s'avançant
Arrêtez, arrêtez!
Calmez cette fureur extrême.
La déesse vient elle-même,
Vous prescrire ses volontés.

DIANE
Votre zèle des dieux a fléchi la colère.
Les vertus de la fille et les pleurs de la mère
Ont trouvé grâce devant eux.
Je ne vous retiens plus dans les champs de l'Aulide;
Volez où la gloire vous guide,
Etonnez l'univers par vos faits glorieux;
Et vous jeunes amans, vivez, soyez heureux.

Les nuages recouvrent la déesse, qui remonte au ciel

CALCHAS
Adorez la clémence et les bontés des dieux!

LE CHOEUR
Adorons la clémence et les bontés des dieux.

AGAMEMNON
O ma fille!

IPHIGÉNIE
O mon père!

ACHILLE
Iphigénie!

IPHIGÉNIE
Achille!

CLYTEMNESTRE
O toi qui m'est si chère!

CLYTENNESTRE ET AGAMEMNON
Les dieux te rendent à nos voeux,
Pour faire le bonheur d'Achille.

IPHIGÉNIE
Ah! qu'il est doux! mais qu'il est difficile
De passer, si subitement,
Du plus cruel tourment
A la félicité suprême.

TOUS LES QUATRE ENSEMBLE
Mon coeur ne sauroit soutenir
L'excès de mon bonheur extrême:
Palpitant, il s'élance au-delà de moi-même,
Il est enivré de plaisir.
A peine je respire;
Quel aimable délire
Vient s'emparer de tous mes sens!

ACHILLE ET IPHIGÉNIE
Les dieux ont eu pitié de nos gémissemens.

ENSEMBLE AVEC LE CHOEUR
Jusques aux voûtes éthérées
Portons nos voeux reconnoissans,
Et célébrons les nôces désirées
De ces deux illustres amans.
Leur bonheur est le premier gage
De la juste faveur des dieux;
Et leur hymen est le présage
De nos triomphes glorieux.

Divertissement

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